AfD-Austritt vor gut zwei Jahren

Gestern vor zwei Jahren, am 4. Juli 2015, bin ich aus der AfD ausgetreten (siehe ‚Petrys Pyrrhussieg und mein AfD-Austritt‘). Eigentlich ist mein Beitrag dazu vom letzten Jahr (‚AfD-Austritt vor gut einem Jahr und Ausblick‘) immer noch aktuell (einschließlich des Vergessens des konkreten Jahrestages, weil das Leben weitergeht). Es ist zwar viel passiert, doch die AfD ist nicht wirklich weiter als vor einem Jahr. Vor allem leidet die Partei immer noch unter Frau Petry (obwohl ihre reguläre Amtszeit als Bundessprecherin gestern ebenfalls endete), ihrem Meineidsverfahren (siehe ‚Strafrechtliche Ermittlungen gegen Petry und AfD Niedersachsen‘) und ihrem neuen Ehemann (siehe zuletzt ‚AfD stimmt nicht gegen Laschet‘).

Deshalb ist gar nicht mehr sicher, ob die AfD bei der Bundestagswahl im September nicht doch wieder an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Wenn sie nicht in den Bundestag einzieht, wird sie ihre bundespolitische Bedeutung verlieren und langfristig höchstens als ostdeutsche Regionalpartei fortbestehen. Wenn sie in den Bundestag kommt, was momentan doch noch wahrscheinlicher erscheint, wird sie als kleine Oppositionspartei ordentliche Oppositionsarbeit leisten müssen, wovon in den Landtagen bislang leider nicht viel zu sehen ist. Vor allem wird eine Fortsetzung der Großen Koalition desto wahrscheinlicher, je mehr Stimmen die AfD bekommt. Das stärkt Frau Merkel, die ohnehin wie schon ihr Getreuer Herr Laschet zumindest von einigen AfD-Abgeordneten direkt unterstützt werden dürfte. Das könnte wenigstens die innerparteilichen Klärungsprozesse beschleunigen.

Von daher wissen wir in drei Monaten mehr, wobei die Wahl für Deutschland ohnehin schon verloren ist. Es wird dann darum gehen, bereits für 2021 zu planen, damit Frau Merkel endlich abgewählt werden kann, was 2013 leider nicht gelang und dieses Jahr wieder nicht gelingen wird.

29 Gedanken zu „AfD-Austritt vor gut zwei Jahren

  1. Es wäre aber doch sehr überraschend, wenn die AfD nicht einziehen würde. Aktuelle Umfragen sehen sie bei bis zu neun Prozent. Über einen langen Zeitraum waren sogar bis zu 15 Prozent der Deutschen bereit, sie zu wählen. Das soll in weniger als drei Monaten auf unter fünf zusammenfallen?
    Ich glaube, dass es mittlerweile ein bundesweites Stammwählerpotential von mehr als fünf Prozent gibt. Das hat man beispielsweise im Saarland oder in Schleswig-Holstein gesehen, wo die Partei unter schwierigen Bedingungen in die Landtage eingezogen ist. Die Probleme im Bereich Zuwanderung oder Euro sind schließlich weiterhin vorhanden, auch wenn die Medien darüber im Moment wenig berichten.

    • Es gab schon etliche Parteien, zuletzt die Piraten, die in zahlreiche Landesparlamente einzogen und bundesweit zweistellige Umfragewerte hatten, um es dann doch nicht in den Bundestag zu schaffen. Bundestagswahlen sind schwerer, weil mehr Menschen zur Wahl gehen, was die Fünf-Prozent-Hürde in absoluten Zahlen erhöht, und dabei sowohl vorsichtiger als auch strategischer abstimmen. Bei einer Landtagswahl wird eher einmal Protest gewählt. Bei der Bundestagswahl will man entweder die Regierung stützen oder verändern, wozu die AfD aktuell zumindest direkt nichts beitragen kann. Schließlich arbeitet die Regierung darauf hin, dass sie selbst und die Umstände bei einer Bundestagswahl besonders positiv wirken, was viele Wähler mit mangelndem Gedächtnis und fehlender Voraussicht überzeugt, während die Probleme der AfD von anderen, aber auch ihr selbst deutlich herausgestellt werden.

      • Restrisiko für die AfD bzgl. Bundestagseinzugs ist nur, dass sie nicht in allen 16 Ländern gewählt werden kann (schlimm genug, dass es da noch Fragezeichen gab oder gibt). Wenn alle 16 Landeslisten zugelassen sind, kommt die AfD rein, wettet jemand dagegen?
        Perspektivisch bestehen nach der Wahl aber weitere Risiken (Spaltungen etc.) für die AfD.
        Viel wichtiger ist aber, was aus diesem Land wird. Und da ist sehr viel Zeit verloren gegangen, eigentlich das ganze 2010er Jahrzehnt.

      • Ich würde dagegen wetten, allerdings nicht im Verhältnis 1:1, sondern z. B. 3:1, da ich den Einzug der AfD in den Bundestag zwar für wahrscheinlich, aber noch keineswegs sicher halte, gerade weil viele Funktionäre wohl schon fest damit rechnen und keinen ordentlichen Wahlkampf machen. Da Frau Merkel Kanzlerin bleibt, werden sich die Verhältnisse weiter verschlechtern, bis sie irgendwann jedem klar und dann hoffentlich wieder besser werden.

      • Die Piraten kamen 2013 in den Umfragen über drei Prozent im Wesentlichen nicht hinaus, das ist etwas ganz anderes. Die AfD steht wie angemerkt teilweise immer noch bei neun Prozent. Ich denke, dass die Wahrscheinlichkeit eines Einzugs größer als 90 Prozent ist.
        Zu den Aktivitäten im Landtag habe ich hier auf diesem Blog schon einmal etwas geschrieben. Da gibt es einiges (etwa den Einsatz für die deutsche Sprache) und in einigen Bundesländern (etwa Berlin) arbeitet man sogar halbwegs gut mit CDU bzw. FDP zusammen.

      • Der Einsatz für die deutsche Sprache ist gut und schön, aber ist das momentan wirklich das wichtigste oder gar einzige Problem im Land? Die Zusammenarbeit mit CDU (und FDP) sehe ich auch sehr kritisch, solange Frau Merkel regiert und keine konkreten Ziele umgesetzt werden können (z. B. eine Blockade von Fehlentscheiden im Bundesrat).

  2. Trotz meines geringen Einflusses werde ich mich dafür einsetzen, dass Mitglieder, die aus der AfD austraten, aber nicht zu einer anderen Partei wechselten

    formlos und beschleunigt wieder in die AfD eintreten können.

    Und das verbinde ich mit der Hoffnung, dass auch Sie, Herr Dilger, sich dazu entschließen können, diese AfD wieder auf ihre ursprünglichen Werte zurück zu führen.

    • Der Knackpunkt in NRW heißt Marcus Pretzell. Wenn er seine Macht verliert, sei es durch Rücktritt, Austritt, Abwahl oder fehlenden Wohnsitz, dann kann die hiesige AfD sich wieder entwickeln (in welche Richtung auch immer). Vorher werden doch nicht nur frühere Mitglieder am Eintritt gehindert, sondern ist bedingungslose Loyalität zu ihm und seinem erratischen Verhalten wichtiger als Kompetenz und politische Inhalte.

      • Ich hatte in diesem Forum frühzeitig folgende Prognosen abgegeben, die sich inzwischen als zutreffend erwiesen haben:
        1. Die FDP ist keineswegs abzuschreiben,
        2. In einer Zeit außenpolitischer Probleme werden sich die Wähler enger um die Kanzlerin scharen.
        Meine weitere Prognose ist, dass die AfD verbrannt ist. Die konkurrierenden Parteien befinden sich in einem unheiligen Zweckbündnis mit den Anarchisten, die sich selbst gern als „ANTIFA“ tarnen; somit wird die AfD von zwei Seiten in die Zange genommen. Die Probleme so zu personalisieren, trifft doch die Realität nicht; hinter den obskuren Führungskräften über Pretzell hinaus stehen Gruppen gleichgesinnter Anhänger. Eine Abwahl oder gar ein Parteiausschluss im Einzelfall bewirkt keine Veränderung der Situation. Im Übrigen mag es so sein, dass im Einzelfall ein Wiedereintritt in NRW behindert worden ist; in meinem ehemaligen Kreisverband gab es etliche Wiedereintritte von namhaften Mitgliedern, die sich einst mit viel öffentlichem Protest verabschiedet hatten.

      • Es ist umstritten, welche Rolle Einzelpersonen in der Politik und Geschichte spielen. Sie agieren nicht losgelöst von anderen Personen und Umständen, können aber doch sehr wichtig sein. Ohne Helmut Kohl hätte es vielleicht gar keine deutsche Wiedervereinigung gegeben oder wäre diese zumindest ganz anders abgelaufen. Ohne Frau Merkel hätten wir etliche aktuelle Probleme nicht, zumindest nicht in der Form. Ohne Frau Petry und Herrn Pretzell wäre die AfD eine ganz andere Partei, vielleicht wäre Herr Lucke noch Bundessprecher und ich wieder Landessprecher in NRW. Wir wissen nicht genau, was passiert, wenn sie demnächst gehen sollten, doch die AfD würde sich auf jeden Fall wieder stark verändern, nach meiner Vermutung zum Besseren, außer wenn sie wegen einer nicht zuletzt ihretwegen verlorenen Bundestagswahl gehen und einen Scherbenhaufen zurücklassen. Die meisten derzeitigen Anhänger würden wohl bleiben, müssten sich jedoch neu gruppieren. Opportunistische Mitläufer sichern grundsätzlich die bestehenden Verhältnisse ab, was aber auch wieder gilt, wenn sich die Verhältnisse geändert haben. Nur deshalb besteht doch auch überhaupt Hoffnung, dass eine Post-Merkel-CDU wieder besser werden könnte.

  3. Die AfD macht in vielen Landtagen sehr ordentliche Oppositionspolitik, ja die AfD zeigt sich dort oft als wirklich einzige Opposition (schauen Sie nach Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz, auch nach Brandenburg und Sachsen). Und ja, es hat sich in den letzten 2 Jahren viel Positives bei der AfD entwickelt, nämlich die Erstellung eines sehr ordentlichen Parteiprogramms durch alle Mitglieder, eine viel breitere Bekanntheit von vielen Führungsfiguren der AfD (wer kannte vor 2 Jahren Herrn Meuthen, Frau von Storch oder etwa Uwe Junge), eine bessere Schlagkraft nach außen trotz bösartigem Medienboykott und Medienhetze. Natürlich erscheinen auch immer wieder einzelne Mitglieder, die öffentlich der Partei z. B. 2,5 Monate vor der Bundestagswahl in den Rücken fallen (jetzt erst die Frauen Brönner und Funke, nachdem sie es nicht auf die Landesliste geschafft haben oder weil sie U-Boote sind). Aber dafür kann die Partei nichts, das ist nicht lenkbar. Und nicht zuletzt haben Sie in den letzten 2 Jahren 10 weitere Landtage erobert. Man sollte dies in den Focus rücken und die AfD nicht nur versuchen, schlecht zu reden. Letztlich ist die AfD doch die letzte Chance für unser Deutschland.

    • Können Sie Inhalte oder gar Ergebnisse dieser ordentlichen Oppositionspolitik benennen? Die AfD in Sachsen fiel vor allem durch die Affären von Frau Petry auf, die AfD in Baden-Württemberg durch die Spaltung der Fraktion, woran auch Frau Petry maßgeblich beteiligt war. Das Parteiprogramm wurde im Wesentlichen noch unter Herrn Lucke entwickelt, weshalb es tatsächlich seriöser wirkt als viele verbliebene Funktionäre und deren Äußerungen. Zum Glück ist die AfD nicht die letzte Chance für unser Land, doch trotzdem wäre es schade, diese Chance ganz zu vergeuden.

  4. Also die AFD hat wohl vier Probleme.
    Petry und Pretzel die alles beseitigen wollen,was ihnen im Wege ist.
    Und Höcke und Poggenburg,die sich zumindestens in einer Schnittmenge mit der NPD befinden.

    Der Inhalt vieler guter Leute bei der AFD geht dabei völlig unter.
    Die AFD hat sich also noch nicht gefunden und bereinigt.

    Das ist aber normal,das der Ablauf so ist.
    Den Ausgang muß man einfach abwarten und bis dato AFD wählen.

    Bessere Ideen bitte gerne.

    Denn das ist auch ein Thema,das wir jetzt haben und nur die AFD zeigt hier Kante.

    https://www.epochtimes.de/politik/europa/wegen-vergewaltigungen-festival-in-schweden-abgesagt-a2159664.html

    • Zumindest die Pretzell-AfD in NRW zeigt keine klare Kante, sondern wollte sogar ausgerechnet Herrn Laschet wählen (nachdem Frau Kraft und Herr Jäger schon abgewählt waren) und stimmte dann nicht gegen ihn. Es wäre wohl am besten, wenn die Wähler je nach Bundesland entscheiden würden, ob die AfD dort wählbar ist oder nicht. Das würde zu einer besseren Bundestagsfraktion führen und die nachfolgenden Änderungsprozesse begünstigen.

  5. Auch ich bin besorgt über die Streitereien in verschiedenen AfD-Landesverbänden. Meistens geht es gar nicht um Inhalte, sondern um persönliche Animositäten und das Gehabe von Karrieristen. Unser rheinland-pfälzischer AfD-Landesverband macht glücklicherweise eine hervorragende Arbeit an der Basis und mit der Landtagsfraktion. Daran sollten sich andere ein Beispiel nehmen!

    Verbrauchte Köpfe wie Petry, Hampel und Poggenburg sollten ins zweite Glied zurück treten und ihre persönlichen Interessen zurück stellen! Es muss um das große Ganze gehen! Schon jetzt ist abzusehen, dass nur die AfD eine echte Opposition im nächsten Deutschen Bundestag sein wird. Dafür muss die AfD inhaltlich, strategisch und personell richtig aufgestellt sein.

    Wären liberale und andere bürgerliche Kräfte wie Alexander Dilger in der AfD geblieben und für inhaltliche Gradlinigkeit samt hartem, aber moderaten Tonfall gekämpft, wären wir heute deutlich weiter und Merkel könnte sich ihrer Wiederwahl nicht ganz so sicher sein. Als Einzelkämpfer erreicht man gar nichts! Politik ist keine Liebesheirat, sondern das Bohren ganz dicker Bretter. Oft kommt es darauf an, für ein Ansinnen den richtigen Moment oder auch die passende Erklärung zu liefern. Wer keine Geduld und kein Fingerspitzengefühl hat, ist hier leider falsch.

    Kurz- und mittelfristig kann nur die AfD erfolgreichen Druck gegen Merkel und die Rotfront aufbauen!

  6. Die AfD wird sich nach den Bundestagswahlen wieder spalten. Eine bayrische „AfD Mitte“ befindet sich schon in Gründung. Spaltung bedeutet immer, das Gute vom Bösen trennen.

    • Sind gut und böse geeignete politische Kategorien? Wer sollen denn jetzt die Guten und wer die Bösen in der AfD (oder auch LKR) sein? Durch eine Spaltung werden zumindest kurzfristig beide Teile geschwächt. Der abgespaltene Teil hat erfahrungsgemäß gar keine Chance mehr, während die Chancen des verbleibenden Teils ungewiss sind. Weniger Streit könnte helfen, doch in der Regel finden sich schnell neue Konfliktpunkte zwischen den Verbliebenen, die bei größerer Konsensbereitschaft die Spaltung vielleicht hätten vermeiden können.

  7. Die AfD hatte 2013 die Chance, die FDP obsolet zu machen und sich als glaubwürdige, basisdemokratische und liberal -konservative Alternative zu den Blockparteien zu etablieren. Das scheiterte nicht zuletzt an Bernd Lucke, der die Partei nicht basisdemokratisch, sondern nach Gutsherrenart führte und der zumindest in Sachen Eurokritik nicht glaubwürdig war. Dazu kam seine Russlandphobie und sein Unvermögen, Aufgaben zu delegieren. Sein Verdient war, dass ohne ihn die FDP wohl heute im Bundestag sitzen würde. Durch das knappe Scheitern von AfD und FDP an der 5% Hürde gab es in 2013 keine Alternative zu einer GoKo. In 2017 werden AfD und FDP in den Bundestag einziehen. Da die AfD aber „unberührbar“ ist wird es entweder eine GoKo geben, was den weiteren Niedergang der SPD bedeutet oder Jamaika, worauf Lindner wahrscheinlich spekuliert, um an die Berliner Honigtöpfe zu kommen. Ob die AfD 4,9 , 8 oder 12 % erzielt ist völlig egal, denn sie kann aus eigener Kraft weder Merkel noch Jamaika verhindern. 2013 habe ich die AfD nicht gewälht weil Lucke für mich in Sachen „Der EURO muss weg“ eine Mogelpackung war. Erkennbar war damals auch schon, dass die AfD rechtsextreme Kräfte in Ihren Reihen hat z..B. ehemalige Mitglieder „Der Freiheit“,die in Bayern vom Verfassungsschutz beobatet wurde. Heute ist die AfD zerstritten und gespalten. Liberale Kräfte wie Alice Weidel oder Peter Böhringer sind in der AfD genau so in der Minderheit wie der Liberale Aufbruch unter Schäffler in der FDP. In NRW wird die Musik von Pretzell und seiner Beutegemeinschaft gemacht. Der erzkonservative Martin Renner hat zu wenig Macht und Ausstrahlung, um den Problemfall Pretzell zu kompensieren. Die Tage Frauke Petry als derzeit (kommissarische) Vorsitzende werden in 2017 beendet werden, aber Gauland ist zu alt, um als Nachfolger aufzutreten. Also könnte Meuthen der neue starke Mann werden. Ihm fehlt allerdings der Wille zur Macht und ein Bundestagsmandat. Meine Prognose: Nach der BTW 2017 wird die AfD auseinanderfalllen, denn der gemeinsame Nenner um Gruppiergungen, die ich mal mit Weidel/Böhringer, Petry/Pretzell oder Höcke/ Poggenburg benennen will, wird nach der BTW nicht größer, sondern zu klein werden, dass er als Kitt nicht mehr ausreicht. Als Wähler bin ich so schlau wie 2013. Rot-Rot-Grün will ich nicht wählen, Merkel, Lindner oder Pretzell auch nicht. 2013 war ich erstnaks bei einer BTW Nichtwähler. Vielleicht wähle ich diesmal trotz dem aalglatten Lindner die FDP, um Jamaika zu stärken, in der Hoffnung, dass die FDP und die Grünen eine Bundeskanzlerin Merkel ablehnen und das sich so mein Wunsch nach #Merxit2017 erfüllt.

    • Eine Jamaika-Koalition halte ich für unwahrscheinlich. Auf jeden Fall würde auch diese Frau Merkel nutzen statt schaden, die ohnehin Kanzlerin bleibt. Möglich ist eine schwarz-gelbe Koalition, insbesondere wenn eine der anderen kleineren Parteien nicht in den Bundestag kommt. Ansonsten kommt es wieder zu einer Großen Koalition.

  8. Petry hat ihre Anhänger. Diese verliert die AfD, wenn die Petry verschwindet. Die AfD würde noch schneller auf oder unter die 5%-Hürde prallen.

    Mittelfristig hat die AfD keine parlamentarische Zukunft. Die bürgerliche Substanz ist mit dem Massenaustritt im Jahre 2015 verloren gegangen. Sie schickt in die Parlamente viel zu viel sozialen und unerzogenen Bodensatz. Damit kann man kein Vertrauen aufbauen. Die Piraten haben ja gezeigt, wo das hinführt.

    Außer Petry und Gauland hat die AfD keine bekannten Gesichter. Sie kann sich den Verlust eines der beiden Gesichter nicht leisten. Weidel konnte bislang nicht in das öffentliche Bewusstsein vordringen.

    Als Homosexuelle ist dies für die AfD möglicherweise auch besser so. Außerdem wird ihr in den bürgerlichen Zeitungen nachgesagt, dass sie auf die AfD als Einkommensquelle angewiesen sei. Das dürfte aufgrund ihres Einsatzes in der AfD jetzt auch stimmen. Damit fällt aber auch die Ursprungsidee, dass über die AfD erfolgreiche Bürger Politik machen. Außer dem Rentner Gauland und dem Beamten Meuthen sind sie alle irgendwie auf die Einkommensquelle AfD angewiesen.

    Ihrer Prognose, dass die AfD zur Ost-Partei wird, stimme ich zu. Sie ist wie die Linke zugleich auch eine extremistische Partei. Für mich als Wähler hat es den Vorteil, dass man mit der AfD eine Protestpartei hat. Ich kann dadurch indirekt die Alteparteien lenken.

    • Frau Petry hat noch immer viele Anhänger innerhalb der AfD. Bei den Wählern ist das nicht klar, allerdings ist sie tatsächlich das bekannteste verbliebene Gesicht, nachdem sie die Herren Lucke und Henkel vertrieben hat. Mitten im Rennen bzw. gut zwei Monate vor der Bundestagswahl die Pferde zu wechseln, ist vermutlich keine gute Idee, doch ihr neuer Mann wird jeden Tag untragbarer (siehe ganz aktuell „‚Hirntote‘ und ‚Steroidopfer‘ – Petry-Mann Pretzell beleidigt AfD-Parteifreunde“). Am besten für die AfD wäre wohl ein Tauschgeschäft, dass sie ihn politisch aufgibt (statt weiter Nepotismus wie Donald Trump zu betreiben) und dafür wieder eine führende Rolle im Wahlkampf bekommt. Dazu wird es jedoch nicht kommen, so dass man weiter öffentlich bis zur Bundestagswahl streitet. Wenn die AfD dann wieder knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert, ist sie erledigt, andernfalls aber noch lange nicht auf Dauer gesichert.

      Frau Weidel ist wenigstens in keine Skandale verwickelt. Ihre sexuelle Orientierung sollte politisch gar keine Rolle spielen oder lässt sich sogar positiv nutzen, wenn ausgerechnet Linke darauf herumreiten. Eine Protestpartei ist besser als gar keine Opposition, doch eine effektive und seriöse Oppositionspartei wäre natürlich viel besser, während niemand weitere Laschet- und Merkel-Hilfstruppen in den Parlamenten braucht.

      • Ja, Frau Petry ist im Westen immer noch sehr beliebt! Ein theoretisch interessantes Gedankenspiel wäre der Wechsel/Umzug von Frau Petry in den Westen/NRW mit einer Führungsposition dort (sie hat ja auch eine Ost-Westbiographie). Es wäre eine Triple Win Situation: Für sie, für Sachsen und für NRW. Und warum soll der moderne, realpolitisch orientierte Mann nicht auch mal kürzer treten?

      • Herr Pretzell tritt nicht kürzer, sondern lieber nach, während er die Vorteile eines Doppelmandats zugleich genießt und leugnet. Als Doppelspitze in NRW wären sie auch nicht besser, doch es verdichten sich die Hinweise auf ihre Abspaltung nach der Bundestagswahl.

      • Frauke Petry hat charakterliche Defizite. Da schlägt sie nur noch ihr eigener Ehemann. Diese beide müssen die AfD verlassen. Es kann für sie keine Zukunft geben. Ich glaube auch nicht, dass ihre Anhängerschaft noch so groß ist. Zumindest nicht, dass Petry für den Wähler nicht zu ersetzen ist. Ich habe das einst bei Lucke gedacht und es kam ganz anders. So wird es jetzt wieder sein.

        Problematisch für die AfD ist hingegen die Stigmatisierung, die gutes Personal verhindert. Es wurde oben korrekt angesprochen: Finanziell können es sich nur Beamte und Rentner leisten, sich bei der AfD zu engagieren. Sozial muss man ein noch dickeres Fell haben. Das ist das Problem. Der Rest ist zu vernachlässigen.

        Eine Spaltung wird nicht erfolgreich sein oder sogar das Ende bedeuten. Die Erinnerungen vom Lucke-Crash sind noch wach. Das wird niemand riskieren, weil nichts zu gewinnen ist. Außer für Leute à la Petry/Pretzell, die in der AfD nicht nochmal in ein Parlament gewählt werden und auf neue finanzielle Mittel angewiesen sind. Jede Presse ist da eine gute Presse und eine mögliche neue Einnahmequelle. Dafür braucht es aber auch Bekanntheitsgrad und den haben nur sie.

      • Frau Petry will doch jetzt noch einmal für die AfD in ein Parlament gewählt werden, nämlich in den Bundestag, auch wenn sie und ihr Mann kräftig daran mitwirken, die AfD doch noch unter fünf Prozent zu drücken. Wenn sie danach die Partei verlassen sollten, wird das doch eine Abspaltung sein. Es fragt sich nur, wie viele Abgeordnete und Mitglieder ihnen dann folgen.

      • „…während niemand weitere Laschet- und Merkel-Hilfstruppen in den Parlamenten braucht.“

        Eben. Warum haben Sie aber dann Laschet zur Wahl empfohlen?

        Sie wollen Merkel loswerden (ich auch), aber Sie wollen dafuer nicht tun, was notwendig ist (ich schon). Wasch mich, aber mach mich nicht nass – leider zeigen Sie und viele liberale Nutzer, wie machtunfaehig sie sind.

      • Bei der Landtagswahl habe ich empfohlen, Frau Kraft und Herrn Jäger abzuwählen. Das ist gelungen, wenn auch nur knapp und nicht durch die AfD. Nach der Landtagswahl im Landtag war es eine völlig andere Situation. SPD und Grüne haben sich als konsequentere Opposition erwiesen als die AfD. Hätte auch die AfD konsequent gegen Herrn Laschet gestimmt, hätte allein ein Abweichler in den Reihen der schwarz-gelben Koalition gereicht, der sich so seine Gegenstimme sparen konnte. Haben Sie eine sinnvolle Erklärung für die prinzipienlosen Tricksereien von Herrn Pretzell anzubieten? Was tragen diese dazu bei, Frau Merkel loszuwerden? In Wirklichkeit sind er und Sie politikunfähig, während ich in einer sehr schlechten Situation nach dem kleinsten Übel suche. In NRW ist Herr Laschet weniger schlimm als Frau Kraft, zumal die Fehler hier jetzt direkt der CDU zugerechnet werden und damit Frau Merkel schwächen statt stärken.

  9. Sie suchen nicht nach dem kleinsten Uebel, sondern haben durch die Wahl Laschets die CDU in ihrem Linkskurs bestaetigt, was eine Rueckkehr der Partei zu konservativer Politik selbst nach Merkels Abgang immer unwahrscheinlicher machrt.

    Deshalb verstehe ich auch ihr Herbeisehnen nach dem Ende Merkels nicht. Glauben Sie wirklich die CDU wuerde dann noch zu den alten Positionen zurueckkehren? Sie sind wirklich naiv. Merkel schafft in der CDU Fakten fuer die Ewigkeit und deswegen muessen die buergerlichen Waehler zur AfD umgeleitet werden. Das ist die einzige Moeglichkeit, das Duopol zweier linker Grossparteien zu beenden.

    • In einer Demokratie geht es vor allem darum, eine schlechte Regierung abwählen zu können. Das ist in NRW gelungen, wird aber leider im Bund auch dieses Jahr misslingen. Frau Merkel wird nicht freiwillig verzichten, sondern wie Herr Kohl solange weiterkandidieren, bis sie abgewählt wird. Wie es dann mit der CDU weitergeht, ist ein nachrangiges Problem und nicht vorhersehbar. Vielleicht rückt sie noch weiter nach links, vielleicht wieder etwas nach rechts bzw. zurück zur Mitte, vielleicht zerbricht sie auch oder macht Platz für eine neue Partei.

      Wenn Sie tatsächlich bürgerliche Wähler für die AfD (zurück)gewinnen wollen, warum beschimpfen Sie diese dann hier? Mit Herrn Pretzell an verantwortlicher Stelle wird das jedenfalls nicht gelingen.

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