Hongkong wurde vor 20 Jahren an China übergeben

Vor 20 Jahren, am 1. Juli 1997, wurde die britische Kronkolonie Hongkong an die Volksrepublik China übergeben. Großbritannien hätte nur für 99 Jahre gepachtete Gebiete zurückgeben müssen, nicht schon vorher abgetretenes oder dem Meer abgetrotztes Land. Doch die britische Regierung wollte keinen Konflikt mit China. Für die Sonderverwaltungszone sollte mindestens 50 Jahre lang der Grundsatz „Ein Land, zwei Systeme“ gelten.

Heute wurde Carrie Lam als neue Regierungschefin von Hongkong ins Amt eingeführt. Besonders demokratisch war Hongkong unter den Briten auch nicht, doch auf jeden Fall liberaler. So war es heute eine „Rückgabefeier mit Drohungen“ vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Dagegen gab es allerdings Proteste, wie sie im eigentlichen China auf keinen Fall geduldet würden. Die chinesische Regierung sollte nicht nur Hongkong die versprochenen Freiheiten und Wahlrechte nicht verwehren, sondern auch im übrigen China mehr Freiheit und Demokratie wagen. Anders wird die erhoffte Wiedervereinigung mit Taiwan auch nicht gelingen.

8 Gedanken zu „Hongkong wurde vor 20 Jahren an China übergeben

  1. Als Chris Pattern mit der heruntergeholten Fahne auf der Royal Yacht Britannia symbolträchtig abzog, dachte er, man habe Rot-China die Laus „Demokratie und Rechtsstaat“ in den Pelz gesetzt. Pattern war der beste Diplomat Großbritanniens und übrigens auch ein Lehrer von Theresa May. Er meinte, auch eine kleine Bazille könne einen Elefanten zu Fall bringen.
    Allerdings ist die bedeutende Familie Jardine bereits früh nach Vancouver abgezogen; sie war Vorbild für James Clavells Roman Tai-Pan; dieser macht die Honkonger Mentalität einigermaßen verständlich.

    Bei den Chinesen gibt es keine demokratische wohl aber durch den Konfuzianismus eine starke rechtsstaatliche Tradition. Dies wurde in Honkong durch die englische Justiz aufrecht erhalten und wird nun schmerzhaft vermisst. Xi Jinping und Konsorten werden in der Geschäftswelt Honkongs als Thugs angesehen.
    Im Gegensatz zu Herrn Pretzell in NRW ist dies in China vernichtend.

    • Für eine fortgeschrittene Wirtschaft sind rechtsstaatliche Prinzipien besonders wichtig, damit jeder verlässlich planen, investieren und mit anderen einschließlich dem Staat handeln kann. Wenn diese in Hongkong geschleift werden, wird es wirtschaftlich zurückfallen. Wenn diese in China nicht viel stärker geachtet werden, wird das weitere Wirtschaftswachstum dadurch gehemmt.

  2. Margareth Thatcher war eine große Politikerin. Aber ihre überstürzte Übergabe von Hongkong an China, ohne nennenswerte Gegenleistungen, war ihr größter Fehler. Eine Volksabstimmung im Hongkong wäre der richtige Weg gewesen, denn Hongkong hätte, ähnlich wie Singapur, es als unabhängiger Stadtstaat besser gehabt.

      • Also ist man wieder vor den Kommunisten eingeknickt!
        Die verstehen aber nur eine Sprache: Die Stirn bieten!
        Das Vereinigte Königreich hat gegen über Argentinien die Stirn geboten, als es um die Falkland-Inseln ging. Warum nicht gegenüber China wegen Hongkong?
        Freiheit statt Sozialismus!

      • Ich denke nicht, dass China ein (kleineres) britisches Hongkong angegriffen hätte oder jetzt angreifen würde. Allerdings wäre es für sich genommen militärisch nicht zu verteidigen und Großbritannien allein ist nicht mehr stark genug zur Abschreckung. Ob die USA sich zumindest indirekt daran beteiligt hätten, ist spätestens unter Präsident Trump nicht klar, der sich lieber in Prügelvideos präsentiert.

      • Man hätte es darauf ankommen lassen können!
        Das einzig positive an China ist für mich Peking-Ente!

      • Wenn man für etwas nicht in den Krieg ziehen will, sollte man auch nicht damit drohen. Ich kann verstehen, dass Hongkong für das Vereinigte Königreich nicht wichtig genug war. Um die Falklandinseln hätte es vermutlich auch nicht mit Russland, China oder gar den USA gekämpft, während Argentinien offensichtlich ein viel schwächerer Gegner war. Viel bedenklicher finde ich es, dass man die Menschen in Hongkong im Stich ließ und selbst ein britischer Pass nicht zur Übersiedelung nach Großbritannien reichte.

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