Neuer Buchstabe

Der „Rechtschreibrat führt neuen Buchstaben ein“, nämlich das große Eszett (ẞ), um insbesondere Namen richtig erkennen zu können (wenn denn die Behörden diesen neuen Buchstaben auch vorrätig haben). Bei der Großschreibung bleibt allerdings auch SS für ß zulässig, was mir früher ein Lehrer anstrich. Die weiteren Änderungen finde ich sinnvoller, z. B. dass man jetzt auch offiziell „Neues Jahr“ schreiben darf oder „Wandalismus“ gestrichen wird.

5 Gedanken zu „Neuer Buchstabe

  1. Schon witzig, wenn ein Großbuchstabe Eszet eingeführt wird und ganz viele Leute immer noch nicht ss und ß richtig anwenden können.

    Im übrigen frage ich mich, wo die Kompetenz des Rates liegt (höchstens nach dem Motto „Alle Macht den Räten!“). Denen, die sich mit der deutschen Rechtschreibung auf dieser Ebene befaßt haben, haben von Anbeginn an völlig versagt – die Rechtschreibung ist zur Schlechtschreibung verkommen, mit vielen Inkonsistenzen etc. Am schlimmsten hat die KMK ganz zu Beginn gewütet: Völlig Inkompetente, die absolut beratungsresistent waren, haben Schneisen in die deutsche Sprache geschlagen, die sich über Jahrzehnte nicht schließen werden.

    In Griffweite liegt bei mir der Duden Ausgabe 1987 oder so. Damals war Rechtschreibung noch Rechtschreibung, damals wurde in meinem beruflichen Umfeld peinlichst (!) darauf geachtet, fehlerfrei zu schreiben. Das alles ist weg. Wie sieht es heute in Ihrem beruflichen Umfeld aus? Bekommen Sie noch fehlerfreie Schreiben? Wie oft stolpern Sie über unverständliche Sätze? An wievielen Stellen beginnt die Sinnsuche, weil die Kommata fehlen? Eine Katastrophe. Aber man hat ja die Rechtschreibprüfung von Word & Co. Unsauberes Schreiben und unsauberes Denken gehören zusammen.

    Ach ja, „Goldene Hochzeit“ war schon immer richtig und konnte nur so geschrieben werden. Auch wenn jetzt ein „Offizieller amtlich“ meint feststellen zu müssen, das dürfe man jetzt das so schreiben.

  2. Jeder kennt den Kohl Witz nach der Rechtschreibreform.

    “ Ich habe schon immer so geschrieben. “

    Und ich weiß langsam gar nicht mehr wie ich was schreiben soll.
    Stop oder Stopp oder vieleicht demnächst Stohp.

    Und das auch noch als staaltich geprüfter Legastheniker,macht mich das etwas hilflos.
    Wir waren aber zu 50% Legastheniker in der Grundschule – die Lehrerin die das bescheinigte gab den Nachhilfekurs und konnte so ein paar Stunden zusätzlich verdienen.
    Ähnlich ist es heute mit autistischen oder hyperaktiven Kindern,die so bescheinigt eine ganze Industrie am Leben erhalten.

    ( Herr Prof. Diger sie dürfen gefundene Fehler gerne korrigieren. )

  3. Das „ß“ gibt es nur in der Deutschen Sprache. Im Ausland führt es zu Verwechselungen und wird als „B“ gelesen. Es ist so unnütz wie ein Kropf, zumal es durch das Doppel-S einfach zu ersetzen ist. Eine echte Reform wäre es, das „ß“ ganz abzuschaffen!

  4. Wir werden das nicht mehr in den Griff bekommen. Hat man das zu Erlernende nach Jahren schlussendlich gelernt und sich den sprachlichen Optionen gebeugt, werden die Regeln geändert. Wie oft ist das in den letzten Jahren schon geschehen. Ich bin jetzt in einer Altersgruppe, wo ich mich nicht mehr anpassen werde. Es geht um das große Eszett. Hatten wir nicht immer ein kleines Eszett? Das Wort Lachszuchtwird wird mit Eszett geschrieben.Ist das jetzt ein kleines sz?

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