Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit, ist gestorben

Heute ist Helmut Kohl im Alter von 87 Jahren gestorben. Er wurde 1930 in Ludwigshafen geboren. Kriegsbedingt machte er 1950 Abitur. 1956 schloss er sein Studium ab, wurde Wissenschaftlicher Mitarbeiter und 1958 promoviert. Bereits 1959 wurde er Landtagsabgeordneter in Rheinland-Pfalz, 1963 Fraktionsvorsitzender und 1966 Landesvorsitzender der CDU. 1969 wurde er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, 1973 Bundesvorsitzender der CDU. 1976 war er Kanzlerkandidat der Union, die 48,6 Prozent der Stimmen erzielte, was jedoch nicht zur Ablösung der sozialliberalen Koalition ausreichte. Er trat als Ministerpräsident zurück und wurde Fraktionsvorsitzender und Oppositionsführer im Bundestag. 1980 überließ er Franz-Josef Strauß die Kanzlerkandidatur, der mit 44,5 Prozent das bis dahin schlechteste Unionsergebnis nach 1949 einfuhr und deshalb in Bayern blieb. Helmut Kohl blieb dementsprechend Oppositionsführer in Bonn und wurde 1982 zum Bundeskanzler gewählt durch Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt, den formal die FDP, aber faktisch vor allem seine eigene SPD nicht mehr unterstützte.

Die von Helmut Kohl versprochene geistig-moralische Wende blieb aus. Bis 1989 hat er die Bundesrepublik Deutschland mehr verwaltet als regiert und Probleme vor allem ausgesessen. Dann öffnete sich durch die Politik von Michail Gorbatschow die Mauer. Der Bundeskanzler ergriff die Gelegenheit zur deutschen Wiedervereinigung, was sein bleibendes Verdienst ist und ihn zu einer historisch herausragenden Persönlichkeit macht. Die SPD versagte schon damals als Opposition, weil ihr Kandidat Oskar Lafontaine gegen die Wiedervereinigung opponierte, um paradoxerweise später die SED-Nachfolgepartei anzuführen. So fehlte auch eine wirksame politische Kritik an den vielen Fehlern im Detail, die Herr Kohl und insbesondere auch Herr Schäuble machten. In wirtschaftlicher Hinsicht hätte die Wiedervereinigung kaum schlechter ablaufen können und über die Fehlkonstruktion der Eurozone zur Unzeit wirken sich diese Fehler bis heute und darüber hinaus aus.

Auch bis heute wirkt der Fehler nach, „das Mädchen“ Angela Merkel gefördert und an die Macht herangeführt zu haben. Nach seiner Abwahl 1998 als Bundeskanzler fiel sie ihm Ende 1999 bei der CDU-Parteispendenaffäre öffentlich in den Rücken, um den CDU-Bundesvorsitz zu übernehmen, den zwischenzeitlich kurz Herr Schäuble innehatte, der jedoch selbst in diese Affäre verwickelt war. Anfangs regierte sie als Bundeskanzlerin wie er durch Aussitzen, um inzwischen völlig willkürlich zu handeln, während er zumindest einige Grundprinzipien und langfristige Ziele hatte.

37 Gedanken zu „Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit, ist gestorben

    • Er war der bedeutendste Bundeskanzler nach Konrad Adenauer. Das liegt allerdings allein an der Wiedervereinigung und da auch nur an der politischen Entschlossenheit und Durchführung, nicht der wirtschaftlichen.

      • Ich bewerte die Jahre 1982 bis 1989 besser als Sie vermutlich. Schon allein, weil Kohl in diesen Jahren mehrfach von der Wiedervereinigung als seinem Ziel gesprochen hat – damals üblicherweise für utopisch gehalten. Dadurch unterschied er sich von allen vorherigen Kanzlern (selbst Adenauer schien dieses Thema nicht wirklich wichtig). Wenngleich die aktuelle Geschichtsschreibung so tut, als wäre die Wiedervereinigung allein den Ostdeutschen selbst zu verdanken, halte ich dies in dieser apodiktischen Form für falsch. Falsch lagen zu jener Zeit Populisten wie Lafontaine (der bis zuletzt die 2-Deutschlands-Lösung favorisierte) und Strauß, der aus mir heute noch unerklärlichen Gründen der DDR mit einem Milliardenkredit aushalf und letztlich nur deren Siechtum verlängerte. Das erinnert fatal daran, wie die Populisten heute falsch liegen, die ihr Heil in Nationalstaaten suchen. Die Vernünftigen wollen ein geeintes, friedvolles Europa. Nur eben nicht als linke-tasche-rechte-Tasche-Gemeinschaft. So hatte ich die AfD in ihrer Gründungszeit auch verstanden. Leider wurde die Partei, zumindest in NRW, von Leuten gekapert, die diese Idee verraten haben

      • 2 Staaten mit offenen Grenzen hätten nicht funktioniert. Die Menschen wären einfach ins bessere Deutschland. Entweder man hätte die Grenzen für die Menschen beibehalten und sie erst nach einer wirtschaftlichen Angleichung der Lebensverhältnisse (die im restlichen Ostblock ja immer noch nicht vollzogen ist) geöffnet oder aber man vereinigt sich sofort und nimmt die zwangsläufig folgenden sozialen Verwerfungen in Kauf. Das Problem war vielmehr, dass man die folgenden Verwerfungen nicht ehrlich angekündigt hat. Jedem Ökonom musste klar gewesen sein, dass es im Osten zu einer massiven Abwanderung und Massenarbeitslosigkeit kommen würde. Und jeder anständige und verantwortungsbewusste Politiker hätte auf diese Ökonomen hören und die Wahrheiten verkünden müssen, anstatt mit Lügen und Märchen Wahlkampf zu machen und die Leute zu betrügen. Insofern kann ich auch die Empörung über das Titelbild der TAZ nicht nachvollziehen. Helmut Kohl gebührt Respekt, dass er die Wiedervereinigung verwirklichte. Kein Respekt haben jedoch seine Lügen verdient, die Millionen Menschen erst hoffen ließen und dann bitter enttäuschten.

      • Kohl hat uns den Euro und Angela Merkel beschert, wie man das positiv bewerten kann, erschließt sich mir nicht. Zur Wiedervereinigung hat er stark beigetragen, auch zu einer Zeit, wo noch wenig absehbar war. Allerdings wäre die Wiedervereinigung mit etwas Verzögerung so oder so gekommen, dafür waren die Zerfallskräfte innerhalb der DDR und im Ostblock allgemein viel zu groß. Auch die Weltmächte hätten sich dem Lauf der Geschichte nicht entgegenstellen können und die Wiedervereinigung verwehren. Es gab keinen Grund, mit dem Euro für die Wiedervereinigung zu bezahlen. Letztendlich hat er noch die CDU zerstört und leer zurückgelassen, sodass diese von Angela Merkel übernommen werden konnte. Er hat letztendlich den Boden bereitet für die negativen Folgeentwicklungen der nächsten Jahrzehnte. Auch inhaltlich ist sein Erbe negativ zu bewerten. Er hat nicht nur eine ausufernde Verschuldung hinterlassen, sondern auch einen gigantischen Reformstau. Die sozialen Sicherungssysteme hätten in seiner Amtszeit angegangen werden müssen. Heute sind sie nur noch über jungen Zuzug aus dem Ausland überlebensfähig, der sich aber leider immer mehr zu einem Boomerang entwickelt.

      • Wir wissen nicht, ob die Wiedervereinigung in jedem Fall, z. B. unter einem Bundeskanzler Oskar Lafontaine, gekommen wäre. Das Zeitfenster war dafür nicht unendlich groß. Ein russischer Präsident Putin würde sicher keine Wiedervereinigung mehr zulassen, selbst der Putsch gegen Herrn Gorbatschow hätte anders ausgehen können. Außen- wie innenpolitisch hat Herr Kohl das schon gut gemacht. Wirtschaftlich war die Wiedervereinigung wie auch die Euroeinführung allerdings eine Katastrophe.

    • Man muss wohl zugeben, dass meist „nichts Besseres“ folgt, wie eine alte Weisheit besagt.

      Aber ‚das‘ Merkel; solches hätte sich wohl niemand in seinen schlimmsten Albträumen seinerzeit vorstellen mögen.

      Und wer hat sie reingeholt?
      Es war Helmut Kohl!

      Schlimm, dass man (sogar ich), diesen Mann rückblickend als eine Ikone betrachten könnte – hätte, ja hätte er mit seiner „geistich‘ morali’chen Wende“ nicht nur damals schon solche Katastrophen angerichtet.

      Rest in Peace, „Helle“. Aber so richtig wünsche ich ihm das nicht. Seine Frau beging Selbstmord, seine Kinder wandten sich von ihm ab; warum wohl!?

      Als ich damals „Birne“ mit-abwählte, da war mir tatsächlich nicht bewusst, dass es noch schlimmer werden würde …

      (Quelle: mein Kommentar bei TE)

    • Helmut Kohl hat sich Verdiente erworben. Als die Deutsche Einheit möglich wurde, hat er die richtige Richtung eingeschlagen. Ob das bei einem SPD-Kanzler so funktioniert hätte, wage ich zu bezweifeln. Auch die deutsche Industrie hat Kohl viel zu verdanken, der Mittelstand leider etwas weniger. Er war ein überzeugter Europäer, hat aber keinen Zweifel daran gelassen, wie enttäuscht er zu recht war über das, was seine Nachfolger daraus gemacht haben.

      Konservativen vergessen Helmut Kohl nicht, dass seine 1982 vollmundig angekündigte „Geistig-Moralische Wende“ leider nie stattgefunden hat. Er fing bereits Mitte der 70er an, die CDU auf einen progressiven Kurs zu trimmen, ganz im Gegensatz zu dem damals noch mächtigen konservativen Flügel um Dregger, Carstens und Wörner und in noch massiverem Gegensatz zur CSU von Franz-Josef Strauß („Helmut Kohl ist total unfähig“), dem er in gegenseitiger Abneigung verbunden war. Der Grundstein der Linksverschiebung der CDU, den wir heute so massiv wahrnehmen, wurde von Kohl gelegt gesetzt! Durch seine Querverbindungen zu Max Straibl hat Kohl den Kreuther Trennungsbeschluss gekippt (was er in seinem Buch „Erinnerungen I selbst zugibt!) und damit das Entstehen einer echten Konservativen Bundes-CSU verhindert.

      Für die Personalpolitik hatte Kohl gar kein glückliches Händchen. Er war der Gönner von CDU-Linksauslegern wie Richard von Weizäcker und Rita Süßmuth, die sich später gegen ihren Mentor gewandt haben, ähnlich wie Heiner Geissler und Norbert Blüm.

      Auch die steile Karriere von Angela Merkel, sie galt als „Kohls Mädchen„, wäre ohne ihren politischen Übervater gar nicht denkbar gewesen. Helmut Kohl selbst sagte rückblickend über sie, dass „sie ja nicht einmal richtig mit Messer und Gabel essen konnte„. Und just in dem Moment als Kohl durch die CDU-Spendenaffaire taumelte, war es Merkel, die ihm den politischen Todesstoß versetzte. Dass sie dann Stück für Stück seine Linkswendung der CDU vollendete, ist eine Ironie der CDU-Parteigeschichte.

      Aber es ist jetzt genau diese Angela Merkel, die nun scheinheilige Trauerreden über Helmut Kohl hält, so dass er sich im Grabe herumdrehen könnte. Feind, Erzfeind, Parteifreund…..! Einfach Pfui!!!

  1. Er war der Kanzler, mit dem ich vom Kind zum Mann geworden bin. Sein Tod hatte mich doch traurig gestimmt. Er hat vieles bestimmt nicht richtig gemacht, aber er hat die Chance für die Einheit Deutschlands erkannt und beherzt zugegriffen. Er hat auch das europäische Haus mit aufgebaut. Ob es eine schönes Haus ist, darüber kann man diskutieren. Ob Griechenland zum Euro gehören würde, bezweifle ich, da Theo Waigel dies ja heftig kritisiert hatte. Ich denke aber, bei der Eurokrise hätte er sich nicht viel anders verhalten als Merkel. Die Solidarität und die Gemeinschaft in der EU waren ihm sehr wichtig. In der Flüchtlingskrise hätte er sich aber definitiv anders verhalten. Er hätte von Anfang an versucht, alle europäische Staaten mit einzubinden und dann erst, wenn überhaupt, die Tore geöffnet. Er hatte ein Gespür für die kleinen Staaten. Mit ihm hätte es nicht diesen moralischen Imperialismus gegeben, der sich an Polen oder Ungarn abarbeitet.
    Aber es würde wahrscheinlich auch keine AfD geben. Mit ihm hätte sich der politische Kompass der CDU nicht so stark bewegt. Er war nicht beliebig, sondern seinen Werten treu. Vielen, die der CDU den Rücken zugewendet haben, würden sich noch dort heute vertreten fühlen.
    Wenn Angela Merkel sterben sollte, würde ich nicht trauern, sondern es gleichgültig zu Kenntnis nehmen.

    • „Wenn Angela Merkel sterben sollte, würde ich nicht trauern, sondern es gleichgültig zu Kenntnis nehmen.“

      Ehrlich gesagt würde ich ihr Ableben wohl auch nicht bedauern, sondern, nach ihrer Schneise der Verwüstung durch dieses einst schöne Land, vermutlich denken: Endlich ist sie weg!

      Und ich vermute, nicht wenige würden ihr wohl keine Träne nachweinen, dieser „Das ist (nicht mehr) mein Land“-Kanzlerin. Und das ist keine Pietätslosigkeit meinerseits, sondern ein resigniertes Achselzucken zu dieser Person ohne jede Persönlichkeit.

      • Über den Tod einer lebenden Person zu sinnieren, führt nicht weiter und gehört sich auch nicht. Zum Verständnis des Phänomens Merkel zielführender ist wohl der Umstand, dass sich der Erfolg eines Politikers in Deutschland aktuell nicht an der Leidenschaft und Anzahl seiner Unterstützer misst. Vielmehr muss man wohl darauf achten, dass die Zahl der Gegner und vor allem die Projektionsfläche für inhaltliche und persönliche Angriffe ein bestimmtes Maß nicht überschreitet. Das fördert eben auch diese phrasen- und floskelhafte Sprache, die gerade Frau Merkel wunderbar beherrscht. Amerika ist mit Trump da schon einen Schritt weiter, meines Erachtens aber nicht besser. Die Zukunft gehört den Politikern, die kenntnisreich im Detail und leidenschaftlich in der Sache bei guten Umgangsmanieren agieren. Auch wenn viele ihn hier nicht mögen, muss man feststellen, dass Christian Lindner diesen Politikertypus abgibt. Und wenn er das durchhält, ist auch sein Ziel, Kanzler zu werden (was er natürlich niemals öffentlich preisgeben würde) nicht ausgeschlossen. Zumal er die Zeit dafür hat.

      • Ihrem ersten Satz stimme ich vollständig zu und bitte darum, zukünftig davon abzusehen. Frau Merkel hat es geschafft, dass sie als CDU-Kanzlerin von links kaum noch angegriffen wird. Selbst Die Linke und die Antifa sind doch inzwischen auf ihrer Seite. Dafür hat sie rechts die Flanke geöffnet, was Auswirkungen haben dürfte weit über ihre Amtszeit hinaus, wann immer diese enden mag.

        Wenn Herr Lindner jetzt aus dem Nichts aufgetaucht wäre, wie er z. T. suggeriert, hielte ich ihn tatsächlich für einen der besten oder sogar den gegenwärtig besten deutschen Politiker. Ich erinnere mich aber deutlich an seine unrühmliche Rolle von 2009 bis 2011. Er muss erst noch beweisen, dass er wirklich daraus gelernt und sich geändert hat.

      • Christian Lindner ist ein begnadeter Redner und er bringt optisch und vom Charakter her alles mit, um erfolgreich zu sein. Natürlich könnte er auch Kanzler sein. Sein Problem ist sein Opportunismus, seine Falschheit und Biegsamkeit. Er ist ein Blender ohne jegliches Rückgrat. Er wäre deshalb nicht gut für Deutschland. Solange er die FDP anführt, wird sie meine Stimme nicht bekommen. Mit ein bisschen Menschenkenntnis und emotionalem Gespür kann man sich von ihm nur schaudernd abwenden.

        Ich wünsche mir für Deutschland eine geradlinige Führungsfigur, die klar und deutlich spricht, die aneckt und auch gegen Widerstände die Fahne hisst. Nur eine solche Person würde Deutschland weiterhelfen. Es müsste eine Person der Vernunft sein, die logisch-rational agiert, ohne die emotionalen Befindlichkeiten der Bevölkerung völlig zu vernachlässigen. Diese Person müsste sich von den Medien emanzipieren und sich nur dem Wohl der Sache verpflichtet sehen. Keinesfalls darf sie sich ihnen anbiedern, wie es ein Christian Lindner tut. An die Macht kann eine solche Person wohl nur kommen, wenn sie unheimlich charismatisch ist, sonst wären die Widerstände einfach zu groß.

      • Donald Trump ist ein Gewinn für die Politik. Leider ist der Widerstand in den Medien sehr groß und er liefert selbst zu viel Futter. Wenn man aber die aufgebauschten Skandale ausblendet, dann bleibt ein Kern, der Fortschritt bedeutet. Ob Trump Manieren hat oder nicht, das interessiert mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Aber er ist definitiv ein Macher und verschließt seine Augen nicht vor den Problemen dieser Welt. Allein das ist ein riesiger Fortschritt. Er mag nicht immer die richtigen Lösungen Parat haben, ist aber anders als kolportiert durchaus lernwillig (von wirtschaftlichem Protektionismus ist ja bislang nicht viel übrig geblieben). Anders als Obama ist er auch nicht ideologisch geprägt, sondern folgt wirtschaftlichen Abwägungen. Donald Trump ist aber sicherlich nicht das Ideal. Nur wenn er scheitert, wird es das Ideal noch schwieriger haben, jemals an die Macht zu kommen. Dann hätte sich der elitäre, ideologische und ausbeuterische Sumpf nur noch stärker verfestigt.

      • Donald Trump macht als Präsident nicht alles falsch, aber doch sehr viel. Wie er jetzt z. B. die arabischen Länder gegeneinander gehetzt hat, um dann an alle mehr Waffen verkaufen zu können, passt zu einem gewissenlosen Waffenhändler, nicht aber zu einem US-Präsidenten.

      • Ich habe das jetzt nicht so verfolgt, aber wo hat Trump arabische Staaten gegeneinander aufgehetzt? Dass es jetzt Streit zwischen Katar und Saudi-Arabien gibt, habe ich gelesen. Aber inwiefern hat da Trump eine Rolle gespielt?

        Am Verkauf von Waffen habe ich nichts auszusetzen. Verkauft sie Trump nicht, macht es eben Putin oder sonst wer. So hat wenigstens Amerika etwas davon. Der Gedanke, dass wenn man keine Waffen verkaufen würde, es dort keine Kriege gäbe, ist reichlich naiv.

      • „America is no longer a force for stability in the Gulf: The blacklisting of Qatar is a sign of President Trump’s new world disorder“:

        Mr Trump’s support for Saudi actions also damages America’s credibility. It suggests that, under him, the superpower can abandon its allies after a brief chat with their enemies. “During my recent trip to the Middle East I stated that there can no longer be funding of Radical Ideology. Leaders pointed to Qatar—look!” tweeted Mr Trump on June 6th.

  2. Bei der Beurteilung von historischen Personen muss man allerdings stets auch den Zeitgeist miteinbeziehen. Angela Merkel hat ja keine einsamen Entscheidungen getroffen, sondern wurde stets von einer breiten Mehrheit der Medien darin unterstützt oder erst dazu getrieben. Die mediale und gesellschaftliche Situation vor 20 oder 30 Jahren war einfach noch eine ganz andere. Heute braucht es schon eine ganz andere Courage sich dem linken Zeitgeist zu widersetzen. Wir leben heute schließlich in einer Zeit, in der selbst angeblich konservative Medien wie die Welt, die FAZ oder die Wiwo als links zu charakterisieren sind. Helmut Kohl war ein Machtpolitiker, auch er hätte vor medial unpopulären Entscheidungen zurückgeschreckt, wenn sie ihm Stimmen gekostet hätten.

    Warum hat Merkel denn die Schleusen geöffnet? Es war die Diskussion um ihre angeblich „hartherzige“ Haltung gegenüber einem Mädchen aus Palästina, das sich nebenbei das Verschwinden Israels wünschte, was aber irgendwie keine Empörung auslöste. Von diesem Image wollte sich Merkel befreien. Sie wollte nicht weitere negative Schlagzeilen von moralisierenden Medien ertragen. Und solange die Menschen vor der Türe gewartet hätten, wären die Menschen auch nicht flüchtlingsmüde geworden. Sie hat lediglich die Konsequenzen völlig unterschätzt, auch wenn diese eigentlich absehbar waren und wollte aus Eitelkeit keine Fehler eingestehen.

    Auch andere Harakiri-Aktionen wie die Energiewende wurden doch eigentlich von der Presse herbeigeschrieben. Merkel hat den Wunsch der Presse und auch der mehrheitlich unwissenden Bevölkerung umgesetzt.

    In der Euro-Krise oder bei der Bankrenrettung hätte Kohl nicht anders gehandelt. Die Bankenrettung war ein Fehler. Man hat damit einen ganz großen Crash verhindert, dafür hat man das Unkraut bis heute und doktert bis heute an den einzig wirksamen Regulierungsvorschriften (Eigenkapitalvorgaben) herum und Zombiebanken machen ein gesundes Finanz- und Geldsystem unmöglich. Aber welcher Politiker kann es sich erlauben aus ordnungspolitischen Gründen Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit zu schicken, vor allem wenn direkt Wahlen anstehen? Der Wähler sieht die unmittelbaren Auswirkungen, aber nicht jene in 10 Jahren. Bei der Euro-Krise hätte es ebenfalls unglaublich viel Courage benötigt. Zur jetzigen Euro-Poitik gab es wenig Alternativen, wenn man denn den Euro behalten möchte. Der ehrliche Weg über Staatspleiten in Griechenland hätten Staatspleiten bis nach Deutschland zur Folge gehabt, wenn sich die EZB an ihr rechtlich gebotenes Mandat gehalten hätte, das eine Staatsfinanzierung verbietet. Das hätte sich kein Kanzler erlauben können. Der andere Weg wäre ein Austritt aus dem Euro gewesen. Deutschland wäre als Aggressor auf der ganzen Welt dagestanden. Niemals hätte das Kohl gewollt.

    Angela Merkel ist eine schreckliche Kanzlerin. Aber es ist ein Fehler, sie völlig zu verteufeln. Das Problem sitzt viel tiefer. Angela Merkel ist lediglich ein Symptom unserer Gesellschaft, sie ist nicht die Ursache. Das Problem ist die mediale Öffentlichkeit. Hier gilt es wieder eine Hoheit der Vernunft zu bekommen.

    • Lieber Herr Burger. Wir können gerne unterschiedlicher Auffassung sein. Ich habe eine Weile mit einem Urteil über Trump gezögert, weil mir natürlich die mediale Verunglimpfung gerade in Deutschland klar ist. Allerdings bin ich mehr und mehr zu der Überzeugung gelangt, dass man Leuten wie Trump keine Verantwortung übertragen darf. Ausschlaggebend für mein zumindest vorläufiges Urteil war Trumps Auftritt und Eintrag in yad vashem. – Auch zu Herrn Lindner habe ich eine gänzlich andere Auffassung als Sie. Ich kenne ihn aus zahlreichen Sitzungen (wir saßen u.a. gemeinsam im Ausschuss für Kinder, Jugend, Familie des NRW-Landtags) und auch aus mehreren 4-Augen-Gesprächen. Natürlich ist er mit allen Wassern gewaschen und ein Profi. Dass er kein Rückgrat oder Gewissen hätte, kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil hat er recht viel Empathie, agiert natürlich als Vollprofi. Meines Erachtens ist er von so großer politischer Begabung, wie sie nur alle 100 Jahre einmal in einem Land auftritt. Welch ein Unterschied zur Landtagsfraktion der AfD!

      • Der Kommentar von Trump in Yad Vashem war natürlich kein Glanzstück. Trump ist einfach kein Intellektueller. Er ist eher eine schlichte Persönlichkeit und hat nicht die besten Umgangsformen. Aber ich sehe jetzt nicht, dass das ein großes Problem darstellt. Der Kommentar war natürlich falsch. Viel wichtiger als mahnende Worte oder Kondolenzbekundungen ist allerdings, dass Trump heutzutage einen solchen Völkermord nicht mehr zuließe. Und hier deutet sein bisheriges Agieren darauf hin, dass er anders als Obama hier durchaus Zeichen setzt (auch wenn der Angriff isoliert reichlich planlos war). Trump ist ein Macher und schaut eben nicht nur hin und belässt es bei Worten, sondern er setzt auch Taten.

        Ich kenne Herr Lindner freilich nicht persönlich. Ich sehe ihn nur in den Medien und da ist er omnipräsent. Und ich hege gegen ihn eine ähnliche Abneigung wie gegenüber Hillary Clinton. Wenn ich diese sah, ist es mir eiskalt den Rücken hinunter gelaufen. Die ganze Körpersprache hat sie und ihre Falschheit verraten. Ähnlich ergeht es mir bei Lindner. Das ist eine persönliche Sache, wir alle haben ein bestimmtes Gefühl, wenn wir Menschen anschauen. Und die Aura von Lindner verrät mir Opportunismus und Unehrlichkeit. Seine politische Begabung ziehe ich überhaupt nicht in Zweifel. Die ist großartig. Ich habe ein menschliches Problem mit ihm und seine bisherige politische Tätigkeit (da hat er sich innerparteilich vor einigen Jahren ja auch nicht nur Freunde gemacht..) bestätigt mir diese Zweifel. Empathie habe ich ihm auch nicht abgesprochen. Ganz im Gegenteil. Gute Manipulatoren müssen über Empathie verfügen. Wichtigstes Charaktermerkmal für einen Politiker ist für mich aber Aufrichtigkeit. Und die sehe ich bei einem Lindner nicht. Bei einem Pretzell freilich auch nicht oder sogar noch weniger. Bei einem Gauland aber z.B. sehr wohl. Das ist mir wichtiger als jede noch so gute Außendarstellung. Ich sehe bei Lindner keine Überzeugungen, nur perfekt berechnendes Verhalten, um möglichst viele Wählerstimmen zu erhaschen. Christian Lindner ist ist eine blenderische Ich-AG. Nicht mehr und nicht weniger. Von Westerwelle habe ich mehr gehalten.

      • Christian Lindner kenne ich nicht so direkt wie Sie, aber wie erklären Sie denn sein Verhalten von 2009 bis 2011? Gegenwärtig erweist er sich als Polittalent, doch von einer Jahrhundertbegagung würde ich da noch nicht sprechen wollen. Er hat viel von Guido Westerwelle abgeschaut, der wohl ein größeres Talent war. Auch Frau Merkel ist auf ihre Art ein politisches Talent, nutzt das nur leider in keiner Weise positiv.

    • Eine echte Führungspersönlichkeit bzw. eine Staatsfrau würde nicht wie Frau Merkel rein opportunistisch handeln. Sie ist damit wahltaktisch erfolgreich, was gegen die deutschen Wähler und Medien spricht, doch dafür schadet sie Deutschland und Europa massiv. Zukünftige Historiker werden über sie kaum so gnädig urteilen wie über Herrn Kohl.

      • Mir ist nicht ganz klar, was sie mit Lindners Verhalten 2009 bis 2011 meinen. Es gab, wohl auch in diesen Jahren, ein merkwürdiges Spannungsfeld Bahr-Rösler-Lindner. Dies ergab sich aus mehreren Facetten: Jeder der drei hielt sich selbst für den besten und auch für besser als Westerwelle. Zugleich war Westerwelle noch recht jung und gesund, sodass man davon ausging, dass er möglicherweise auf Jahre hinaus die FDP dominieren würde. Jeder der drei hatte jedoch vor, Westerwelle bei erster Gelegenheit zu beerben und darüber nicht allzu alt zu werden (in der FDP gilt man mit 40 schon als zu alt, wenn man bis dahin nicht wenigstens ein bezahltes Mandat erlangt hat). Daraus ergab sich eine Zweckgemeinschaft zwischen Rösler, Bahr und Lindner, durchaus auch mit freundschaftlichen Anteilen. Letztlich war der Konkurrenzgedanke aber größer. Irgendwann ist das Zweckbündnis zerbrochen und als Lindner früher als Andere gemerkt hat, dass Rösler (ein durchaus witziger und sympathischer Mensch, jedoch als Wirtschaftsminister eine Fehlbesetzung) scheitern würde, hat er sich zeitig aus der Affäre gezogen, um nicht im aufkommenden Unwetter nass zu werden.

      • Dass Herr Lindner am Sturz seines politischen Förderers Guido Westerwellte beteiligt war, ist nur ein Aspekt, allerdings ein in doppelter Hinsicht wichtiger. Es zeigt erstens, dass er nicht nur ein Opportunist ist, sondern ein skrupelloser Verräter (wie übrigens auch Frau Merkel und Frau Petry). Zweitens war dieser Verrat ziemlich planlos und hat die Existenz der FDP gefährdet. Dass Philipp Rösler kein adäquater Nachfolger war, hätte doch einem echten Politprofi schon vorher auffallen müssen. Unabhängig von dieser Intrige war Herr Lindner auch an allen anderen Fehlern der FDP nach dem großen Wahlerfolg 2009 beteiligt. Er hat auch wesentlichen Anteil an dem Ausgang des Mitgliederentscheids zur Eurorettungspolitik, der zeitverzögert zur Gründung der AfD führte, auch wenn er sich an dessen Ende feige in die Büsche schlug. Bis heute hat er das nicht wirklich aufgeklärt und ich halte es für recht wahrscheinlich, dass er als verantwortlicher Generalsekretär direkt an Manipulationen bei diesem Entscheid beteiligt war.

      • Ob es Manipulationen am Mitgliederentscheid der FDP gab, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn es solche gegeben haben sollte, dann allerdings hätten Sie Recht, dass dies ganz sicher nicht am damaligen Generalsekretär vorbei geschehen wäre.

      • An Westerwelles Stuhl haben seinerzeit viele Leute gesägt. Da war Lindner nicht allein. Viel aufschlussreicher zum Verständnis des heutigen Lindner (ich kenne eher den noch sehr jungen Lindner so gut) wäre die Frage, was mit Gerhard Papke passiert ist. Denn mindestens von 1996 bis 2006 war dies der größte Mentor von Lindner und derjenige, der wohl am dichtesten an ihm dran war. Hinter Papkes eher traurigem Abgang von der politischen Bühne in diesem Jahr scheint mir mehr zu stecken. Nur leider bohren Journalisten hier weniger nach, weil Papke nie die Bekanntheit eines Westerwelle hatte.

      • Dass Herr Lindner Herrn Westerwelle nicht allein gestürzt hat, sondern gemeinschaftlich, macht es doch nicht besser. Die Erklärung von Herrn Papke zu seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur war doch recht deutlich. Vielleicht hätte er 2013 zur AfD kommen sollen, um deren damaligen liberalen Flügel zu stärken.

  3. Seine Rolle als Vater sehe ich kritisch. Vermutlich hängst mit dem Verhalten gegen über seiner damaligen Frau, der Mutter seiner Kinder zusammen. Beruf (Politik) war sein Lebensfeld, Familie gehörte nur als Image Faktor in der damaligen Zeit dazu. Man denke an die spielenden Söhne neben der Mutter im Garten. Familien Sinn oder auch nur einen Hauch von Führsorge scheint er nicht gelernt zu haben. Seine Verweigerung mit den Kindern Kontakt zu haben in den letzten Jahren spricht Bände. Vaterliebe muß irgendwo voher gestorben sein, wenn sie denn je vorhanden war.
    Letztlich gehört er zu der Generation Kriegskinder, die damalige traumatische Erlebnisse in ihrem Lebenslauf zu verarbeiten suchten. Er gehörte zu den „Workalholic“ die morgens um 7.00 bereits andere „Workaholic“ anrief. Also vermutlich dies wichtiger fand, als das Frühstück mit den Kindern und der Frau. Intelligent und erfolgreich, aber wie eben viele dieser Kriegskinder seelisch vereinsamte Familienmenschen.
    Dies spiegelt sich in seinem Handeln dann auch wieder im politischen Bereich. Soziale Handlungen sehe ich bei seinem politischen Vermächtnis keine.
    Eine Wiedervereinigung ohne den Druck der Demonstranten in der damaligen DDR hätte er nicht geschafft.
    Es war sein Glück, zum richtigen Zeitpunkt Kanzler zu sein. Aber die Wiedervereinigung wurde von ihm nur verwaltet, dies nicht mal besonders gut. Das fehlende volkswirtschaftliche Verständnis wiederholte sich dann in der Schaffung des Euro.
    Ich habe ihn einmal persönlich erlebt im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Mein Eindruck. Einsam, dies wissend, von einer Meute Politiker umgeben die sich neben seiner imposanten (1,93m Länge) Gestalt ins Kameralicht drängten.
    Wir werden noch viele Jahre über ihn schreiben und sprechen.

    • Herr Kohl hat die Wiedervereinigung aktiv betrieben. Das war seine große politische Leistung. Ansonsten hat der Deutschland nur verwaltet und Europa mit dem Euro massiv geschadet. Immerhin hat er Deutschland aus allen Kriegen herausgehalten.

  4. Kohl hatte kurz vor der Wiedervereinigung eine massive radikale Steuerreform in Auftrag gegeben,um die Haushalte stark zu entlasten.
    Das ging dann nicht mehr um die Wiedervereinigung finanzieren zu können.
    Was mir egal war,Hauptsache die Wiedervereinigung kam.

    Er kam etwas trocken rüber,war aber im Kern ein guter Kanzler der machbares auch umgesetzt hat.

    Jedenfalls hat er tatsächlich etwas geleistet,wohingegen Schröder oder Merkel sicher auch etwas geleistet,mehr aber noch sehr viel Schaden angerichtet haben,das hat Kohl so nicht.

    Ich würde mir wünschen,das man beginnt Russland weniger als Feind,sondern vielmehr als Nachbarn betrachten lernt und nötige Schritte dazu einleitet.

    Kohl hätte das gemacht.

    • Bei Merkel sehe ich leider keinerlei Leistungen, da bleiben nur Fehlleistungen.

      Schröder hingegen sehen Sie zu kritisch. Viele Probleme, die Schröder hatte, waren von Kohl geerbt. Kohl hat ein völlig veraltetes und marodes Land hinterlassen. Dass Deutschland der kranke Mann Europas war, war nicht auf Schröder, sondern auf Kohl zurückzuführen. Die hohe Staatsverschuldung und das hohe Staatsdefizit war ein Erbe Kohls, das auch nur teilweise durch die Kosten der Wiedervereinigung verursacht wurde. Die Sozialsysteme waren zu generös und veraltet, der implizite Mindestlohn zu hoch und in der Folge die Arbeitslosigkeit hoch. Es ist Schröders Verdienst, das überhaupt angegangen zu sein. Insgesamt war er ein mutiger Politiker, der anpackte und aneckte. Auf den Irak-Krieg hat er verzichtet. Ob nun aus Wahlkampfgründen oder nicht, er hat Deutschland damit große Probleme erspart. Er hat die private Altersversicherung begründet. Die Reform selbst war zwar völlig verpfuscht, aber er hat zumindest gezeigt, dass er den Menschen auch etwas zumutet.

      Schröders schwerstes Erbe ist leider die gefühlte Wahlniederlage, die er Merkel 2005 zufügte. Dort wurde nämlich die grün-linke CDU geboren. Sein Wahlkampf und seine Negativkampagne war genial. Er hat Merkel als herzlose und kalte Vertreterin der Reichen dargestellt und Merkel die bereits eingeplante schwarz-gelbe Koalition vermasselt. Dort hat Merkel gelernt, dass es besser ist, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten und Reformen möglichst einzustellen, außer der mediale Druck wird zu groß (Energiewende, etc.). Den Professor aus Heidelberg durfte es nicht noch einmal geben. Stattdessen wird man eine zweite SPD. Die Stammwähler bleiben, sie haben ja keine Alternative und Neuwähler kommen hinzu. Dieses Konzept wurde 2005 geboren. Medialen Druck gab es schließlich immer nur von links. Die AfD hat kurzfristig das Konzept gefährdet. muss sich aber jetzt erst wieder revitalisieren.

      • In seiner ersten Amtszeit hat Gerhard Schröder auch noch nicht auf Reformen gesetzt, wenn man davon absieht, dass er Deutschland erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder in Kriege verwickelt hat. Sozial- und wirtschaftspolitisch hat er in seiner zweiten Amtszeit tatsächlich mehr geleistet als Helmut Kohl vor ihm und Angela Merkel nach ihm zusammen. Er wurde dafür allerdings auch abgewählt, was Frau Merkel so lange wie möglich verhindern möchte.

      • Der Krieg in Afghanistan war im Nachhinein sicherlich ein Fehler. Zu dem damaligen Zeitpunkt konnte ich ihn verstehen. Die Terroranschläge hatten eine andere Dimension. Es sind Tausende gestorben, wichtige Wahrzeichen New Yorks waren verschwunden. Man war völlig geschockt. Die Bevölkerung Amerikas erwartete, dass reagiert würde, was Bush auch sehr schnell tat und Deutschland musste in der Folge seine Loyalität beweisen. Leider hatte man keinen Plan für die Zeit danach und dass der Taliban immer noch existiert, ist sicherlich ein Beweis für das Scheitern des Krieges.

        Den Kosovo-Krieg kann ich nur schwer beurteilen, damals war ich noch zu jung. Aber auch da hatte man noch die Bilder von Srebrenica in Kopf und man wollte diese kein zweites Mal zulassen. Leider ist der Kosovo immer noch ein Failed State. Auch dieser Krieg war also sinnlos.

      • Die Grünen waren 1998 mit einem ziemlichen pazifistischen Programm gewählt worden und unterstützten wenige Monate später aktiv den ersten Kriegseinsatz der Bundeswehr und das auch noch auf dem Balkan, also in einem durch den Zweiten Weltkrieg vorbelasteten Gebiet. Das hätte Helmut Kohl sicher nicht getan. Damit war der Damm gebrochen und auch alle Kriegseinsätze danach haben mehr geschadet als genutzt.

  5. @Peter Burger

    Stimmt unter Kohl waren Sozialsysteme überlastet und die Staatsschulden zu hoch,usw…
    Da bedarfte es einer Reform,das ist also richtig.

    Die Frage ist aber,ob es notwendig ist das man Hartz 4 Empfängern die Wohnung vermessen muß und Zimmer darin verblomben muß.damit sie nicht genutzt werden können obwohl die Miete im ihnen zugestandenen Bereich liegt.
    Während Zigeuner in Duisburg den Müll aus dem Fenster werfen ohne Sanktionen zu bekommen und die Grünen klatschend davorstehen.

    https://www.wp.de/staedte/hagen/anwohner-klagen-neue-nachbarn-werfen-muell-aus-dem-fenster-id11188816.html

  6. Privat hat Helmut Kohl völlig versagt. Seine kranke Frau Hannelore hat er ihrem Schicksal überlassen, bis sie sich das Leben nahm. Die Söhne wurden über den Tod der Mutter nur durch Kohls Büroleiterin informiert. Seine zweite Frau Maike hat es dann geschafft, dass er keinen Kontakt mehr zu den Söhnen und Enkeln hatte und auch fast sämtliche alten Freundschaften kaltgestellt wurden. Einfach armselig!

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