Erster Todestag meines Vaters

‚Mein Vater ist gestorben‘ vor genau einem Jahr. Einerseits ist das traurig. Andererseits hat er sein Leben gelebt und war wohl insgesamt glücklich damit. Er hat bis zuletzt gerne gelebt, hatte aber wohl auch keine große Angst vor dem Tod. Ich selbst fürchte den Tod jedenfalls nicht, sondern höchstens ein qualvolles Sterben, welches ihm zum Glück erspart blieb. Außerdem möchte ich für meine Kinder zumindest solange da sein, bis sie erwachsen sind. Das hat mein Vater erreicht. Er war mir ein guter Vater, von dem ich viel gelernt habe und der zu meiner insgesamt glücklichen Kindheit wie auch meinem weiteren Lebensweg wesentlich beitrug. Ich möchte ihm posthum dafür danken.

22 Gedanken zu „Erster Todestag meines Vaters

  1. Leider werden heute viele Kinder in zerrüttenden Familien groß, ganz ohne Papa, sogar mit zwei „Papas“, mit Eltern die mehr Zeit vor TV, Handy oder Computer verbringen und wo das Abendessen leider oft aus Kartoffelchips besteht. Es ist ein wertvolles Geschenk, in einer „normalen“ Familie groß zu werden und Eltern als gute Vorbilder zu erleben (Alarm: Für Grüne Nazi-Verdacht!), deren Ideale sich lohnen, an die eigenen Kinder weiter zu geben.

      • Da höre ich die Ansicht durchschimmern, daß „2 Papas“ grundsätzlich konfliktfreier leben würden, was halt besser für das KInd sei.

        Genau das glaube ich NICHT. Eine 2-Papa-„Ehe“ leidet unter denselben Problemen wie eine normale Ehe. Irgendwo habe ich mal gelesen, daß die Dauer der Partnerschaften bei „2 Papas“ wohl statistisch kürzer ist; die Quelle hierfür habe ich leider nicht mehr gefunden.

        Und nach dem Kindeswohl fragt keiner. Aus meiner Sicht muß es furchtbar sein, zwei Männer oder Frauen als Bezugspersonen zu haben, für jedes Kind. Wenn es sich dabei um ein Mädchen handelt und dieses in einer „2-Mamas-Ehe“ lebt, dann wird dieses Mädchen mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens bis zum 10. Lebensjahr nur von Frauen erzogen werden. Da stehen mir die Haare zu Berge.

      • Es ist doch wohl eher so, dass es für ein Kind besser ist, wenn sich zwei Erwachsene liebevoll kümmern als nur einer, während einer viel besser ist als keiner oder die Beteiligung von einer Person, die dem Kind massiv schadet. Das Geschlecht der Bezugspersonen ist nicht völlig unwichtig, aber im Vergleich weniger bedeutend. Es mag statistische Zusammenhänge geben wie Sie andeuten (insbesondere enger Kontakt zur leiblichen Mutter dürfte meistens am besten für das Kind sein), aber diese sind im konkreten Einzelfall irrelevant.

      • Das Geschwätz von „2 Papas“ oder „2 Mamas“ ist ein weiteres linkes Gesellschaftsexperiment, was kaputte Menschen hinterlassen wird, mit dem Ziel Proletariat zu erzeugen. Und die angeblichen so „modernen“ Pachwork-Familien merken leider nicht, vor welchen Karren sie da gespannt werden!

    • Sie haben erstaunlich wenig Achtung vor der Natur und Schöpfung. Dort gab es zu allen Zeiten und bei allen Spezies Homosexualität. Das hat mit linken Gesellschaftsentwürfen nichts zu tun.

      • Die Natur ist nicht perfekt, so wie nichts auf der Erde perfekt ist. Homosexualität ist zum Glück die Ausnahme, Heterosexualität zum Glück die Regel! Wenn es umgekehrt wäre, gäbe es uns alle gar nicht……

        Ich habe nichts gegen Homosexuelle, aber ich habe entschieden etwas gegen Homo-Lobbyisten, die sich als die besseren Menschen hinstellen wollen. Kinder haben EINEN Vater und EINE Mutter! Das linke Geschwätz von zwei (oder noch mehr) Vätern und Müttern ist sehr wohl ein unnatürliches und gefährliches Gesellschaftsexperiment, das scheitern muss, weil es gegen die Natur des Menschen gerichtet ist!

      • Man sollte hier nicht mit der „Natur des Menschen“ argumentieren. Bestenfalls erliegt man einem naturalistischen Fehlschluss (indem man aus dem Sein ein Sollen ableitet), schlimmstenfalls ist alles falsch (die Darstellung des Seins wie Sollens und des Zusammenhangs). Letztlich geht es doch um eine politische Frage. Dass Homosexuelle nicht mehr verfolgt werden sollten, dürfte Konsens in unserer Gesellschaft sein. Dass es die Ehe traditionelle nur für heterosexuelle Paare gibt, lässt sich jedoch nur schwer als Verfolgung stilisieren. Welche Familienform ganz allgemein am besten ist, nützt in konkret anders gelagerten Fällen allerdings auch wenig.

      • Man sollte vielleicht manche Sachen einfach menschlicher, individueller und nicht ideologisch / dogmatisch betrachten. Letztendlich muss man die Sachen vom Ergebnis her beurteilen.

        Die meisten Verwahrlosungen der Kinder sind doch eher dem Alkoholismus, Drogen und Verwahrlosungen der Eltern geschuldet.

        Manch ein desaströser Lebensweg ist der Pubertät und dem eigenen Verschulden des Jugendlichen geschuldet. Manchesmal tragen dazu innerfamiliäre Probleme ihren Anteil bei. Häufig genug dürfte dieser Anteil auch nur als Vorwand und Anlass dienen, um eben den falschen Weg einzuschlagen. Er dürfte häufig genug „schicker“ Protest sein.

        Sexuelle Ausrichtungen der Elternteile halte ich für nachrangig, solange die Sexualität nicht das Familienleben dominiert.

    • Was wohl Sven Tritschler und Alice Weidel von Ihrer Auffassung halten? Übrigens war in allen freien, auch konservativ geprägten Gesellschaften Homosexualität anerkannt. Hingegen niemals in (national-) oder realsozialistischen Staatsformen. Offenbar sind Sie ein Sozialist oder von diesen Gesellschaftsexperimenten, die die menschliche und tierische Natur bekämpfen wollen, geprägt!?

      • Lieber Herr Dilger, aus dem Sein ein Sollen abzuleiten, das ist ein Trugschluss der Heterosexuellen. Warum akzeptieren wir nicht einfach die Tatsache, dass ca. 10 % der Gesellschaft homosexuell sind (mit Bi- Transsexuellen usw. ca. 20-25%).
        Auch wenn der Wind gegen Schwule wieder rauer wird, würde ich zumindest in Deutschland nicht von Verfolgung sprechen (in der Mehrzahl der Staaten hingegen schon). Aber auch in D. gibt es nach wie vor massive Ungerechtigkeiten, die der Mehrheit der Bevölkerung wohl gar nicht bewusst sind. So muss ich bis heute um eine Witwerrente von meinem vor vielen Jahren verstorbenen eingetragenen Lebenspartner kämpfen (anhängige Klage vor dem Sozialgericht Dortmund). Währenddessen ich für die mittlerweile pflegebedürftige Mutter meines verstorbenen Partners sehr wohl finanziell aufkommen muss – 1604 BGB wird so eng ausgelegt. Es gäbe viele andere Beispiele für heute noch bestehende Ungleichbehandlungen in Deutschland.
        Das Argument, dass die Ehe wegen der Fortpflanzung unter dem besonderen Schutz des Staates steht, ist in mehrfacher Hinsicht Humbug. Was ist mit den Eheleuten, die ungewollt oder gewollt kinderlos bleiben? Konsequenterweise müsste man ihnen doch dann auch das Recht auf Eheschließung nehmen. Und diese seit dem dritten Reich besonders starke Neigung, Schwule für alles Übel der Welt verantwortlich zu machen, wie sie hier auch gerne von francomorisani ausgelebt wird ist ebenso Unsinn. Sollte ich im Umkehrschluss P & P aufgrund ihrer 9 Kinder für die Überbevölkerung auf dem Planeten verantwortlich machen? Das zeigt doch nur die Absurdität dieser Diskussion.

      • Direkt aus dem Sein ein Sollen abzuleiten, ist immer ein Fehlschluss, sei es gegen oder für Homosexuelle. Dass Homosexualität in der Natur relativ häufig vorkommt, sagt doch nichts über ihren moralischen Status aus. Dadurch lassen sich höchstens „Argumente“ entkräften, dass Homosexualität widernatürlich und deshalb abzulehnen sei.

        Es ist tatsächlich ein Skandal, dass unverheiratete Partner asymmetrisch zum Unterhalt herangezogen werden, aber umgekehrt Zahlungen nicht erhalten. Das trifft allerdings auch auf heterosexuelle Partnerschaften ohne Trauschein zu.

        Frau Petry und Herr Pretzell sind nicht für die Überbevölkerung der Welt verantwortlich, wie sie auch nicht den Bevölkerungsrückgang in Deutschland verhindern können. Ihr Ehebruch wird nicht und sollte auch nicht vom Staat sanktioniert werden, doch für moralisch vorbildlich halte ich sie in keinster Weise.

      • Lieber danielsodenkamp, ich wollte hier keine Grundsatzdebatte über Homosexualität beginnen! Es gibt nämlich zwei Sorten von Homosexuellen:
        Die einen sind einfach homosexuell. Sie machen daraus kein großes Thema, ohne sich verstecken zu müssen. Privatleben ist Privatsache. Fertig!
        Ich bin nicht homosexuell, aber ich denke, dass die meisten Homosexuellen zu dieser ersten Gruppe gehören.
        Die anderen sind die Berufs-Homosexuellen, wie Volker Beck zum Beispiel. Sie müssen an jeder Straßenecke allen Leuten unter die Nase reiben, dass sie homosexuell sind, auch denjenigen, die es gar nicht wissen wollen. Sie bewegen und kleiden sich fast wie Mädchen, posieren halbnackt bei Veranstaltungen (CSD, …) und quasseln den ganzen Tag von den Rechten der Homosexuellen, die man ihnen vorenthalten würde und wie sehr sie diskriminiert wären. Sie fordern lautstark, dass überall Werbung für Homosexualität gemacht werden müsse, nicht nur bei allen TV-Sendungen, sondern auch in der Schule und sogar schon im Kindergarten.
        Diese zweite Gruppe, ganz bestimmt eine Minderheit der Homosexuellen, aber besonders lautstark, prägt dank staatlicher und medialer Alimentierung leider das Bild der Homosexuellen in der Öffentlichkeit.
        Es ist die Freiheit eines jeden, hetero- oder homosexuell zu sein, ohne dass das die Öffentlichkeit etwas anzugehen hat. Den Staat schon gar nicht! Es muss auch die Freiheit eines jeden sein, Homosexualität gut oder nicht gut zu finden, ohne dafür in eine bestimmt Ecke gestellt zu werden. Wer aber die sexuellen Neigungen einer zum Glück von der Natur begrenzten Minderheit, der Mehrheit schmackhaft machen möchte, sie zum Nachahmen auffordert, weil man damit aus ideologischen Motiven die westlichen Völker dezimieren will, oder einfach um für homosexuelles Frischfleisch zu sorgen, der muss unseren Widerstand zu spüren bekommen, ganz gleich, ob wir hetero- oder homosexuell sind.

    • Auch ich möchte hier keine Grundsatzdebatte führen, zumal es in dem Blogbeitrag eigentlich um etwas anderes ging. Dennoch noch einmal abschließend von meiner Seite: Ich mag Volker Beck auch nicht so sehr. Gleichwohl erkenne ich seinen Einsatz an, der wohl als Reaktion auf 2.000 Jahre
      Unterdrückung zu verstehen ist. Während die Verfolgung der Juden im Dritten Reich glücklicherweise aufgearbeitet wird, ist die Verfolgung der Schwulen und auch deren Schicksal in KZs noch immer weitgehend unbeachtet. Bis weit in die 70 er Jahre hinein gab es auch in der Bundesrepublik massivste Repressalien – und heute noch massive Ungerechtigkeiten bei übrigens wieder zunehmenden Angriffen. Da bedurfte es mutiger Menschen wie Volker Beck, und das muss unabhängig von persönlichen Sym- oder Antipathien betrachtet werden, die sich dem entgegen stellen. Jeder, der mutig war und ist, führt den Kampf eben seiner Mentalität entsprechend aus. Schließlich: Die moralische Komponente der Diskussion entdecke ich eigentlich immer nur bei den Heterosexuellen. Und wenn sie nur argumentieren „wir akzeptieren Euch ja“. Wie großzügig! Vielen Dank! Auch wir akzeptieren Eure heterosexuelle Ausrichtung! Auch wenn wir uns Eure Schweinereien im Schlafzimmer nicht in allen Einzelheiten vorstellen mögen.
      Achtung Ironie!

      • Finden Sie nicht, dass Herr Beck überzieht? Das ist nicht verboten, aber das muss man nicht gut finden und es kann kontraproduktiv wirken. Denn niemand muss Homosexualität (oder Heterosexualität) gut finden, nur sollte ein liberaler Rechtsstaat sie nicht verfolgen (was die Bundesrepublik Deutschland anfangs wegen einem anderen Sittenverständis allerdings doch tat).

        Es ist eine ganz andere Frage, ob die Ehe Homosexuellen erlaubt werden soll. Aus meiner Sicht gehört dann die gesamte bislang grundgesetzlich geschützte Institution auf den Prüfstand. Traditionell war völlig klar, dass es bei der Ehe um eine Beziehung von Mann und Frau ging. Der Begriff deckte eher noch polygame Beziehungen ab als homosexuelle. Warum muss man dann heute letztere zulassen und erstere weiterhin verbieten, wobei das bei Zuwanderern wiederum großzügiger gesehen wird? Haben Staat und Gesellschaft überhaupt noch ein Interesse an bestimmten Beziehungsformen? Wäre es vielleicht besser, auf Familien mit Kindern abzustellen oder allgemein auf Haushalte?

  2. Meine Mutter begeht am Pfingstsonntag ihren 100sten Geburtstag in geistiger Frische. Habe ihr heute zu ihrer Erheiterung erzählt, dass ich das erste Mal in meinem Leben einen Steuerbescheid verbunden mit einem persönlichen Dankesschreiben des zuständigen Finanzministers, also noch Dr. Walter-Borjans in NRW, erhalten habe (rein vorsorglich: an der Höhe der Steuerschuld kann es nicht gelegen haben).

    • Ich nehme an, Sie meinen das Schreiben, das Borjans jedem Steuerbescheid hat beilegen lassen. Ich habe das als abgrundtiefe Unverschämtheit empfunden und brauchte einige Zeit, um micht wieder abzuregen. Dann hat er von mir dazu eine klare Stellungnahme erhalten. (Was ihm natürlich egal ist – aber diese unglaubliche Unverschämtheit! Der Räuber bedankt sich bei seinem Opfer, das ihm wehrlos ausgeliefert ist – da muß man erst mal drauf kommen.)

  3. Ein anrührend schöner Nachruf auf einen liebevollen Vater.

    Hatte – leider – nicht das Glück. Hoffe meine eigenen Kinder denken später kongruent, auch wenn die Erziehung vielleicht oder sicher zu streng war.

    Mein Sohn hat mir bereits mal die gelbe Karte gezeigt “ …..Lob war selten .. “ steckt mir noch heute in den Knochen.

    Als Preusse – wurde auch so erzogen – hatte man wohl gemeint, Strenge muss sein.

    Heutige Erkenntnis : Liebe, Zuwendung an / für die eigenen Kinder, das ist es.

    Alexander Dilger priviligiert durch Herkunft und Erziehung.

    • Gerade für Väter ist es wohl schwierig, das richtige Verhältnis von manchmal nötiger Strenge und positiver Zuwendung bzw. offen gezeigter Liebe zu finden. Zumindest heutzutage sollte man sich im Zweifel für Letztere entscheiden, also auch als Vater eher wie eine Mutter handeln. Im Ergebnis wurde ich und werden meine Kinder privilegiert, was aus linker Weltsicht nicht sein darf und sozial ungerecht sei, obwohl es mit dem Einkommen wenig zu tun hat, sondern vor allem mit menschlicher Bildung.

  4. Wir haben zusammen geboxt und stundenlange Playmobil Schlachten geschlagen.
    Das 1 x 1 hat er mir mit Spielzeugsoldaten erklärt und etwas Zucht mit dem Verlängerungskabel beigebracht.Wir haben Flugzeuge gebastelt nur um sie anzustecken und Schiffe gebaut nur um sie in die Luft zu jagen.

    Heute habe ich ihm einen Zettel in den Briefkasten geworfen.
    6 Flaschen Wein sind in der Garage.

    Er ist jetzt 85 und Top Fit.

  5. Von vielen Älteren und Alten und Weisen lässt sich viel lernen. Man schaue in seine Familie oder sein Umfeld und halte Kontakt zu interessanten Alten, die echt was drauf haben und etwas zu erzählen und zu sagen haben. (Ein interessantes Hobby ist die Ahnenforschung, die nebenbei durch solche Kontakte ungemein erleichtert und mit Leben erfüllt wird).

    Und alle erinnern wir uns an ganz Alte wie Helmut Schmidt oder Marcel Reich-Ranicki, die einem etwas für das Leben mitgaben oder noch mitgeben. – Klaus von Dohnanyi ist auch bald 90, nach wie vor ein brillianter Kopf, allerdings mit einer besonderen Freundin oder guten Bekannten. Vielleicht hat er ein paar kluge Gedanken, die er an sie (Merkel) nachdrücklich vermitteln kann.

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