Fehlende deutsche Zuverlässigkeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert US-Präsident Donald Trump: „‚Wir müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen'“. Das wäre nicht verkehrt, wenn es keine Abkehr von den USA beinhalten würde, die wir für unseren Schutz vor Terror und Kriegsgefahren brauchen. Frau Merkel meinte auch: „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei.“ Dabei hat gerade sie sich als unzuverlässig erwiesen.

Herr „Trump blockiert Plan zur Flüchtlingskrise“, indem er die G-7 Selbstverständliches statt ihre Willkürpolitik erklären lässt: „Wir bestätigen die souveränen Rechte der Staaten, ihre Grenzen zu kontrollieren und klare Grenzen für die Zuwanderung zu setzen.“

Entsprechend möchte die SPD die Kanzlerin noch überbieten in ihrer „Kritik an Trump: Gabriel sieht USA nicht länger als Führungsmacht“. Die realen Konsequenzen ignoriert er dabei ebenso wie Die Linke, die tatsächlich zu glauben scheint, ohne die USA und „das Aufrüstungs-Diktat von Trump“ ließen sich die Verteidigungsausgaben weiter reduzieren (siehe „Linke-Chefin Katja Kipping im BILD-Talk: ‚Trump ist ein infantiler Narzisst!'“).

Unzuverlässig sind leider nicht nur die Parteien und ihre Spitzenpolitiker, sondern mehrheitlich auch die Deutschen: „Deutsche würden östliche Nato-Partner bei Angriff alleinlassen“. 53 Prozent würden den Bündnispartnern im Falle eines russischen Angriffs nicht beistehen wollen, was das Verteidigungsbündnis obsolet und einen Angriff deutlich wahrscheinlicher macht. Das scheint vielen aber gar nicht klar zu sein: „67 Prozent der Deutschen sehen die Nato positiv“, als wenn sie ohne Unterstützung im Bündnisfall irgendeinen Sinn hätte. Aber vielleicht will man auch hier einfach auf die USA vertrauen, was immerhin 65 Prozent tun, ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen, um die Amerikaner dann umso vehementer kritisieren zu können.

24 Gedanken zu „Fehlende deutsche Zuverlässigkeit

  1. Die vorbereitete Erklärung zur „Flüchtlings“krise war eine einzige Kapitulationserklärung vor den anstürmenden Invasoren aus Afrika und Asien. Die Eurpäer haben allen Grund, Trump dankbar zu sein, daß er das Schlimmste verhindert hat.

    • Das sehe ich auch so. Auch schön, dass Prof. Dilger erkennt, dass Trump trotz allen Mängel doch nicht so schlecht ist. In Migrationsfragen können wir dankbar sein, dass es ihn gibt. Mit Obama hätten wir eine Willkommenseinladung 2.0 bekommen.

      Ansonsten hat Prof. Dilger mit jedem Satz recht. Ich möchte jedoch eines ergänzen: Die Nato darf sich nicht weiter gegen Russland richten, sondern sie muss versuchen, Russland zu integrieren. Das Ziel muss ein weltumspannendes Sicherheitsnetz sein.

      • Präsident Trump hat große Mängel, doch Kanzlerin Merkel noch viel mehr. Vor allem hat es etwas Größenwahnsinniges (und zugleich etwas Kleinliches, dies wohl vor allem aus wahltaktischen Gründen zu tun), wenn sich Frau Merkel jetzt tatsächlich für die Führerin des Westens hält und über die USA erheben möchte.

        Russland hätte gut in den 90er Jahren eingebunden werden können. Unter Präsident Putin halte ich das für sehr schwer, insbesondere seitdem er die Krim annektiert hat. Trotzdem ist natürlich ein möglichst gutes und friedliches Verhältnis anzustreben. Gerade damit es zu keinem Krieg kommt, muss völlig klar sein, dass die NATO auch ihre schwächsten Mitglieder schützt.

  2. Das politische Geschwätz ist zeitweise unerträglich, und die Kommentare der Medien stehen dem nicht nach.
    Zum Thema Verteidigung und Außenpolitik: Europa bzw die EU ist groß und stark genug um sich selbst im Angriffsfall zu verteidigen. Dabei macht es nicht die Maße der Waffen, sondern deren Quallität um den nahen Grenzbereich zu sichern. Dazu zählt natürlich auch daß man bereit ist seine Außengrenzen als schützenswertes Territorium zu betrachten. In diesem Sinne müßten auch unsere Interessen politisch vertreten werden. Militärische Konflikte rund um den Globus sollten nicht in unserem Verantwortungsbereich liegen.

    Zum Thema Flüchtlingspolitik bzw Völkerwanderung: Flüchtlingen hilft man am besten Heimatnah, denn sie wollen üblicherweise nach dem Ende der Fluchtursache wieder nach Hause. Hier hat die UNO mal wieder großartig versagt. Für politisch oder religiös Verfolgte gibt es ja bereits Sonderregeln die nicht zur Debatte stehen. Nur –insbesondere in Deutschland– hat man Probleme mit der Differenzierung von wandernden Volksmaßen. Selbst die weit überwiegende Zahl von jungen Männern als „Flüchtlinge“ zeigen bei den haupt- und nebenberuflichen Hilfsorganisationen keinerlei Nachdenklichkeit.

    Zum Thema Klimaabkommen: Hier gebe ich Herrn Trump vollumfänglich recht. Klima wurde als 30-jähriges Durchschnittswetter der Regionen definiert. Es gibt kein „Weltklima“ oder Welteinheitswetter. Darüber hinaus leben wir derzeit in einer Zwischeneiszeit und können nur hoffen, daß wir uns zukünftig in Richtung Klimaoptimum bewegen. Klimapesima (Kaltzeiten) waren in der Historie schon immer sehr schlecht für Menschen, Tiere und Pflanzen. Hier wird von der Politik ein pseudowissenschaftliches Diktat gepflegt.

    • Die EU wäre wirtschaftlich stark genug, um sich militärisch auf Augenhöhe mit Russland und sogar den USA zu bewegen. Faktisch ist sie militärisch irrelevant und auch die Mitgliedsstaaten sind viel schwächer. Gerade in Deutschland fehlt der politische Wille für relevante Streitkräfte und deren Einsatz im Ernstfall. Andernfalls würden auch wieder andere Probleme drohen, z. B. innereuropäischer oder sogar transatlantischer Streit. Also sollten wir uns freuen, dass immer noch die USA unsere Sicherheit gewährleisten.

      Bei der Klimadiskussion geht es nicht um den Begriff, sondern die globale Durchschnittstemperatur. Es ist richtig, dass wir uns immer noch in einer Eiszeit befinden, solange die Pole eisbedeckt sind. Eine wärmere Erde hätte durchaus Vorteile. Das Hauptproblem ist wohl der Übergang, wenn sich z. B. die Küstenlinie verändert, was jedoch bei einer Abkühlung ebenfalls der Fall wäre.

      • Wir sind größenwahnsinnig. Ich schäme mich fast dafür Deutscher zu sein. Wie wir mit den USA umgehen, die uns jahrzehntelang beschützt haben und immer noch schützen, ist schlichtweg undankbar und wahnsinnig. Natürlich müssen auch wir unseren finanziellen Beitrag leisten.

        Auch unser Umgang mit Russland ist inakzeptabel. Wir sollten grundsätzlich mal erkennen, dass Russland nicht unser Feind ist. Russland muss Partner sein. Partner gegen den Terrorismus und Partner gegen Völkerwanderungen. Russland hat Differenzen in Osteruropa. Das ist problematisch und im Rahmen der NATO müssen wir hier unseren Verbündeten helfen. Aber Deutschland selbst ist für Russland vor allem ein wichtiger Geschäftspartner und kein Feind. Das sollten wir endlich mal erkennen und begreifen.

      • Wir sind zum Glück nicht Frau Merkel. Sie sollten auch in der AfD dafür werben, dass sich nicht Antiamerikanismus und NATO-Ablehnung durchsetzen.

      • Ich kann das nicht tun, da ich kein Mitglied der AfD bin. Ich würde es gerne ausprobieren, als junger Mensch mit beruflich noch offenen Türen sollte man das aber wohl besser unterlassen. Mit Alexander Gauland hat die NATO in der AfD aber ohnehin einen sehr mächtigen Unterstützer.

        Ich habe mir aber auch schon überlegt selbst zu bloggen und selbst zu twittern, um die Gesellschaft und AfD kritisch-analytisch zu begleiten und im Idealfall auch zu beeinflussen. Wie kompliziert ist denn WordPress und wie wird man überhaupt wahrgenommen, d.h. man bekommt Leser?

      • Sie müssen kein Parteimitglied sein, um auf Parteimitglieder und vor allem Wähler zumindest ein wenig einzuwirken. Als Nichtmitglied kann man sogar besser Unentschiedene und Mitglieder anderer Parteien erreichen. Zumindest mir ist die AfD für sich genommen inzwischen ziemlich egal, sondern es geht mir um Verbesserungen in den einzelnen Politikfeldern, wo die AfD hilfreich oder auch schädlich sein kann. Von außen lässt sich auch besser darauf hinweisen, wer in der AfD eine eher positive und wer eine negative Rolle spielt.

        Sie können unter Pseudonym bloggen, während Sie eine reine Parteimitgliedschaft nicht öffentlich machen müssten (erst auf Funktionärs- und Kandidatenebene ist das anders, wobei Datenschutz und -sicherheit in der AfD allerdings nicht sehr ernst genommen werden). WordPress funktioniert technisch gesehen sehr einfach. Leser müssten Sie sukzessive anlocken. Das geht mit manchen Themen besser als mit anderen. Dazu könnten Sie z. B. schauen, welche Art von Beiträgen hier stark kommentiert wird. So gibt es z. B. ein großes Interesse an Klatsch und Tratsch zur AfD oder auch LKR, wobei ich das trotzem zurückfahren will. Schließlich ist eine Zusammenarbeit und Vernetzung von Blogs möglich. Bislang habe ich mich zu wenig darum gekümmert (die Seite der Bürgerlichen Alternative ist gar nicht mehr erreichbar), doch bei Interesse könnten wir etwas in diese Richtung machen (das Angebot richtet sich auch an andere Blogger).

      • Parteimitglieder kenne ich leider nicht persönlich, es sei denn ich treffe im Internet auf welche. Auf Wähler wirke ich ein, auch auf die Wähler anderer Parteien. Ich kenne allerdings auch nicht viele AfD-Wähler, zumindest nicht viele, die wie ich offen dazu stehen. Antiamerikanismus halte ich auch für kein spezifisches AfD-Problem, vor allem nicht nach der Wahl von Trump. Da finden sie bei RRG viel mehr Amerikafeinde. Mittlerweile reitet ja selbst die CDU auf dieser Welle.

        Eine reine Parteimitgliedschaft kommt eigentlich nicht in Frage, ich würde wenn dann schon auch real mitwirken und gestalten wollen. Zwar wäre es z.B. als junger Ökonom mit sehr gutem Abschluss vermutlich leicht, einen Job bei der AfD zu finden, da nach der Bundestagswahl die AfD ja Heerscharen von möglichst qualifizierten Mitarbeitern benötigen wird. Aber damit wäre die eigene Zukunft – nicht zuletzt aufgrund der jetzigen sozialen Stigmatisierung – auf Gedeih und Verderb von einer jungen Partei mit unklarer Zukunft abhängig. Das kann nur wollen, wer sonst keine Alternativen hat und von eher biegsamer Persönlichkeit ist. Beides trifft auf mich hoffentlich nicht zu.

        Das mit dem Blog werde ich mir mal anschauen, vor allem wenn Sie tatsächlich zurückfahren wollen. Ich schreibe gerne und würde gerne einen kritisch-analytischen Blick für eine Leserschaft anbieten, die mit dem jetzigen politischen System zunehmend fremdelt, aber vom Pegida-Style abgeschreckt ist oder schlichtweg ein höheres Niveau erwartet. Diese Leute gilt es nämlich zu erreichen. Die Probleme liegen auf der Straße, aber nur sozial Stigmatisierte nehmen sich ihnen an und das auch nicht immer in einer mehrheitstauglichen Art und Weise.

      • Ich denke nicht, dass Ihnen ein ehrenamtliches oder sogar berufliches Engagement für die AfD auf immer Ihre Karrierechancen in der Wirtschaft versauen muss. Die freie Wirtschaft ist zum Glück sehr heterogen. Vielen ist (früheres) politisches Engagement ziemlich egal. Das gilt noch stärker, wenn Sie Deutschland verlassen. Manche Unternehmer und Manager sympathisieren sogar mit der AfD, wenn auch nicht unbedingt offen. Karrierenachteile sind am ehesten in öffentlichen Unternehmen zu erwarten.

        Das hängt allerdings auch von der weiteren Entwicklung der AfD ab, auf die Sie dann sogar ein wenig Einfluss hätten. Wenn die AfD sich dauerhaft etablieren und vielleicht sogar einmal in Regierungsverantwortung gelangen sollte, könnte das Ihre Karriere sogar befördern. Sollte sie hingegen irgendwann offiziell vom Verfassungsschutz beobachtet werden, müssten Sie sofort austreten. Der Hauptnachteil sind bis dahin die Opportunitätskosten, also dass Sie Zeit und Energie in etwas anderes als direkt in Ihre persönliche Karriere stecken oder höchstens in eine politische Karriere, die jedoch zumindest langfristig unsicherer und schlechter bezahlt ist als eine Karriere in der Wirtschaft.

    • Trump wollte wohl die NATO zur Sicherung der Grenzen gegen Flüchtlinge einsetzen. Das hat man ihm verweigert. Dabei ist das die einzige richtige und selbstverständliche Maßnahme. Die USA wäre also bereit, uns zu helfen. Sie wollen nur nicht den Willkommenshelfer spielen. Das kann ich nur zu gut verstehen.

      Auch die Abkehr vom Pariser Abkommen kann ich nur unterstützen. Mal ganz davon abgesehen, dass es ohnehin nur Lippenbekenntnisse beinhaltet und Sanktionen gegen die USA ohnehin unvorstellbar sind. Es ist inakzeptabel, wie hier Panikmache und Subventionierung betrieben wird. Wind und Solar können sich gerne durchsetzen, wenn sie sich denn als besser erweisen. Aber Politikvorgaben à la 5-Jahresplan sind stets abzulehnen. Diesen Gesinnungssozialismus möchte ich nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass in den Medien seriöse Klimaforschung nur mit der Lupe zu finden ist. Modelle sind stets ungenau und manipulierbar, das weiß jeder Ökonom nur zu gut. Es geht hier nicht mehr um Verstand, es geht um Religion. Es geht längst nicht mehr darum, ob und wie viel es wärmer wird und wie damit am besten umgegangen werden muss. Es geht nur noch um religiösen Eifer.

  3. Ich schließe mich der Moderationskritik von Herrn Grisogono an, da das Diskussionsklima wohl eine Bruchlinie erreicht hat.

    alexanderdilger.wordpress.com/2017/05/23/terroranschlag-in-manchester/comment-page-1/#comment-42016

    Deshalb werde ich ich die gleiche Konsequenz ziehen, wie Herr Grisogono.

    Ich wünsche Ihnen, Herr Dilger, noch alles Gute und bedanke mich für oftmals gute Artikel und
    Diskussionen in der Vergangenheit,
    Ebenso möchte ich mich bei den sehr guten Mitdiskutanten bedanken.

    • Danke für den Dank! Ich fürchte allerdings, dass es viele nicht (mehr?) gewohnt sind, ernsthaft und sachlich zu diskutieren. Eine Diskussion besteht nicht daraus, dass jeder irgendeine Meinung in den Raum stellt, sondern man muss seine Aussagen auch gegen Kritik verteidigen können, die Aussagen anderer in eigenen Worten wiederzugeben versuchen, um dann Schwachstellen aufzuzeigen, was seinerseits kritisiert werden kann etc.

    • Ich halte Ihre Entscheidung für falsch und sie demonstriert das Hauptproblem, das wir momentan haben.

      Sie müssen doch mit Prof. Dilger gar nicht einer Meinung sein. Sie müssen auch gar niemanden überzeugen. Allein der Diskurs bereitet doch Spaß und beeinflusst übrigens auch stille Mitleser, die ihre Argumentation ebenfalls in ihre Meinungsbildung miteinbeziehen. Inhaltlich konnte ich beiden Seiten folgen. Prof. Dilgers Einwände waren zwar für sich genommen stichhaltig, im Gesamtbild würde ich aber trotzdem Ihnen zustimmen, dass wir uns in einem Krieg befinden.

      Solche Rückzüge von Idealisten mit fundierter Meinung sind der Grund dafür, warum der Anteil an Spinnern in der AfD heute so groß ist und warum in der CDU nur noch meinungslose Opportunisten übrig sind. Weil sich Leute wie Sie beleidigt zurückziehen und sie gar nicht bemerken, wie wichtig sie trotzdem sind. Das Ergebnis ist fatal.

      Bleiben Sie hier, der Blog ist gut und die Diskutanten schlau und gebildet. Es wäre ein großer Verlust, wenn wir das hier verlieren würden.

      • Jeder muss selbst entscheiden, was er lesen und kommentieren will. Allerdings bitte ich darum, meine kritische Kommentare nicht misszuverstehen. Ich will hier niemanden niedermachen oder vertreiben, sondern die Sachen klären. Am Ende wird selten jemand vollständig von einer anderen Meinung überzeugt oder auch nur ein Konsens hergestellt, aber es werden zumindest die verschiedenen Positionen deutlich herausgearbeitet.

        Es gibt Kriege und Bürgerkriege in etlichen muslimischen Ländern, in die uns die Bundesregierung z. T. schon ohne Not verwickelt hat. In Deutschland oder auch Großbritannien herrscht definitiv kein Krieg. Gelegentliche Terroranschläge oder auch Alltagskriminalität dafür zu halten, ist eine fehlerhafte Verwendung des Begriffs. Das schließt nicht aus, dass es in ein oder zwei Generationen zu einer Art Bürgerkrieg auch hierzulande kommen könnte. Gerade deshalb müssen sowohl die Zuwanderungs- als auch die Integrationspolitik deutlich verbessert werden. Für wahrscheinlicher und in Ansätzen bereits Realität, aber ebenfalls nicht gut halte ich übrigens amerikanische Verhältnisse, wo es dann wechselseitige No-go-Areas gibt.

      • Ich verstehe nicht, warum man das Trennende so betonen muss, wo es doch auch so viele Gemeinsamkeiten gibt. Wir müssen doch nicht um die Reinheit der Lehre streiten. Die großen inhaltliche Trennlinien verlaufen doch ganz woanders. Wir sollten uns vielmehr glücklich schätzen, dass wir hier ein kleines Biotop für kritische Bürger haben, wo wir uns austauschen können. Wir erleben in der Türkei, dass das keine Selbstverständlichkeit ist und wir erleben selbst in Deutschland, dass die Meinungsfreiheit im Internet von höchster staatlicher Stelle angegriffen wird. Da gilt es zusammenzustehen, die Wahrnehmbarkeit zu bewahren und Differenzen Differenzen sein zu lassen. Gerade der kritische und offene Diskurs unterscheidet uns doch von den Gesinnungsmedien und Gesinnungsparteien.

        Wir sind doch in keiner Ehe, wo alles perfekt sein sollte. Und selbst dort stellt man irgendwann fest, dass es das nicht gibt und man muss Kompromisse eingehen. Und hier geht es nur um einen Blog und um Meinungsaustausch.

      • Politisch ist es wichtig, die Gemeinsamkeiten zu sehen und die Differenzen nicht zu sehr zu betonen. Man kann doch z. B. gemeinsam für ein gemeinsames Ziel eintreten, selbst wenn man das aus verschiedenen Gründen tut und die Begründungen nicht kompatibel sind. Beim nächsten Thema ergeben sich vielleicht andere Koalitionen. Nicht zuletzt deshalb bin ich für Volksentscheide, damit man nicht nur zwischen riesigen Bündeln an Positionen wählen kann.

        Bei inhaltlichen Diskussionen zu konkreten Sachthemen ist das anders. Hier kommt es doch gerade auf die Differenzen an. Die Stellen, bei denen wir uns einig sind, müssen wir doch gar nicht groß diskutieren. Die Gefahr ist allerdings, dass man deswegen diese Übereinstimmungen übersieht und sich über kleine Differenzen völlig zerstreitet. Deshalb ist es auch wichtig, sachliche Differenzen nicht persönlich zu nehmen. Das passiert auch gar nicht so oft, sondern am meisten beleidigt fühlen sich Kommentatoren hier, wenn sie sich argumentativ in eine ungünstige Lage manövriert haben, das aber nicht zugeben wollen. Ich würde in dem Fall einfach zugeben, mich geirrt oder falsch ausgedrückt zu haben. Sukzessive verbessert man so seine Überzeugungen und vor allem auch deren Darstellung.

      • Differenzen bei Sachfragen sind normal und manchmal oder sogar häufig gibt es auch weder ein Richtig und ein Falsch.

        Sie haben z.B. mit ihren Begründungen, wieso es für Sie Terrorismus ist und kein Krieg, ja nicht Unrecht. Rein formal haben Sie schon korrekt differenziert. Trotzdem kann ich Ihnen nicht zustimmen, denn ich sehe vor allem die Metaebene. Und da findet für mich ein klarer Krieg der islamischen Welt (ich sage bewusst islamische Welt und nicht Islamisten oder Terroristen) gegen den Westen statt. Gewaltakte wie Terroranschläge oder die Landnahme durch den IS in Syrien sind nur der Gipfel des Eisberges. Der Krieg findet doch nicht nur durch Gewaltakte statt. Das ist nur die höchste Ebene der Kriegsführung. Er findet vor allem durch kulturelle Ablehnung, durch Hetze in Moscheen, durch Unterwanderung und durch eine Verschiebung der Bevölkerungsmehrheiten statt. Natürlich gibt es auch hier Muslime, die sich daran nicht beteiligen. Aber alle relevanten Strömungen und alle in der Öffentlichkeit wahrnehmbaren Institutionen, sei es in Deutschland Ditib und der „Zentralrat der Muslime“ oder eben im Ausland, haben sich ihm angeschlossen. Ihr Ziel ist klar erkennbar eine Islamisierung des Westen und damit der Untergang unserer westlichen und freiheitlichen Kultur. Das kann ich nicht anders als mit Krieg bezeichnen.

        Ich plädiere für eine offene und rücksichtsvolle Streitkultur. Wir sollten es besser machen als die Gesinnungs“terroristen“ da draußen, die jeden Diskurs im Keim ersticken.

      • Der tatsächliche Krieg findet doch nicht im Westen statt, sondern in islamischen Ländern. Versetzen Sie sich bitte einmal in die Lage eines Arabers oder Afghanen. Dann ist es gar nicht mehr so abwegig, dass sich viele dort als Freiheitskämpfer fühlen, deren Heimat von übermächtigen Gegnern, sei es seinerzeit die UdSSR oder dann die USA mit europäischen Verbündeten, angegriffen und besetzt wurde, so dass nur noch asymmetrische Gegenwehr bleibt.

        Ich persönlich sehe das nicht so, halte das aber für einen nachvollziehbareren Standpunkt als Ihre Angst vor dem Untergang des Westens durch den Islam. Wenn Deutschland untergehen oder zumindest niedergehen sollte, dann haben wir das durchaus uns selbst bzw. unseren eigenen Regierungen zuzuschreiben. Natürlich gibt es Islamisten, die von der Weltherrschaft träumen, aber das ist eher größenwahnsinnig als realistisch (bzw. setzt ein Vertrauen in Allah voraus, welches wir nicht teilen).

  4. Trump ist ein Idiot und wurde wohl nur deshalb gewählt,weil man die Schnauze vom zu erwartenden Hillary Kurs satt hatte.

    Auf Russland sollt man zugehen,statt Russland zu provozieren und isolieren zu wollen.
    Hier hat die AFD Recht !

    Deutschland will Waffen nur verkaufen und selber keine haben,für den Schutz sollen die Amerikaner sorgen.
    Hier hat der Idiot recht,das geht so nicht.

    Wir sollten unsere Armee so ausstatten,das jeder weiß das sie da ist,sie aber nicht als Bedrohung empfunden wird und Rüstungsexporte gesetzl. geregelt auf Nato und neutrale Staaten begrenzen.

    Im Mittleren und Nahen Osten haben deutsche Waffenexporte nichts verloren.
    Hier brauchen die Leute Zukunft und keine Granaten.

  5. Seit vielen Jahren mahnen US-Präsidenten an, dass Europa mehr für seine eigene Sicherheit sorgen muss. Auch demokratische US-Präsidenten, wie Bill Clinton und Barak Obama!

    Es ist ein riesiges Armutszeugnis der EU, dass die blutigen Konflikte im zerfallenden Jugoslawien nur mit militärischem Eingreifen der USA beendet werden konnten. Die EU war noch nicht einmal in der Lage die UNO-Schutzzone Srebrenica zu sichern!

    Donald Trump lässt jetzt den Worten auch Taten folgen. Und Merkel, Juncker und die anderen EU-Heinis spielen beleidigte Leberwurst. Wir werden leider von Leuten regiert, die es in einer normalen Firma noch nicht zum Abteilungsleiter bringen würden!

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