Kraft wird in NRW abgewählt

Es gibt noch keine verlässlichen Ergebnisse oder gar ein vorläufiges amtliches Endergebnis zur heutigen NRW-Wahl, was deshalb bedeutsam ist, weil sie (erwartungsgemäß) relativ knapp ausfällt. Ziemlich sicher liegt die CDU vor der SPD (siehe „Hochrechnung 23:19 Uhr“), wobei 33,0 Prozent für die CDU auch nicht überragend viel mehr sind als 31,4 Prozent für die SPD, doch mein persönliches Hauptwahlziel erreicht wurde (siehe ‚Kraft, Jäger und Grüne abwählen‘). Hätten nur gut 7 Promille der Wähler anders gewählt, nämlich statt der CDU die SPD, würde Frau Hannelore Kraft wohl Ministerpräsidentin bleiben und als, wenn auch nicht strahlende, Wahlsiegerin gefeiert, während sie jetzt bereits als SPD-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende zurücktrat. Denn für die von ihr geführte SPD ist es das schlechteste Landtagswahlergebnis in NRW überhaupt nach zuletzt (2012) 39,1 Prozent, für die CDU allerdings das zweitschlechteste seit Gründung dieses Bundeslandes (2012 erreichte sie nur 26,3 Prozent).

Für die FDP sind 12,6 Prozent das beste Ergebnis aller Zeiten bei einer Landtagswahl in NRW (2012 erhielt sie 8,6 Prozent). Weil Die Linke mit 4,9 Prozent wohl den Einzug in den Landtag verpasst (2012 hatte sie 2,5 Prozent), gäbe es eine hauchdünne schwarz-gelbe Mehrheit von einer Stimme gegenüber der heterogenen Opposition von SPD, Grünen mit 6,3 Prozent (2012 waren es noch 11,3 Prozent gewesen) und AfD mit 7,3 Prozent aus dem Stand. Realistisch ist sonst wohl nur eine Große Koalition mit ebenfalls Herrn Armin Laschet als Ministerpräsident. Die übrigen 25 Parteien kommen auf zusammen 4,5 Prozent und spielen keine Rolle. Zu erwähnen sind höchstens die Piraten, die von 7,8 Prozent auf 0,9 Prozent abstürzten, weil sie weder im Land noch im Bund etwas geleistet haben. Die AfD muss aufpassen, dass es ihr beim nächsten Mal nicht ebenso ergeht.

35 Gedanken zu „Kraft wird in NRW abgewählt

  1. Die AfD verfügt über eine viel solidere Basis als die Piraten. Die AfD verfügt über ein Stammklientel mit einem geschlossenen Weltbild, das sie auch dafür wählt.

    Trotzdem ist das Ergebnis nicht gut, auch wenn es noch schlechter hätte ausfallen können. Probleme gibt es insbesondere auf dem flachen Land, in den Unistädten und in den boomenden Metropolen. Stark ist man in den Problembezirken des Ruhrgebiets und in mittelgroßen Industriestädten.

    Interessant ist, wenn man die Ergebnisse der Piraten 2012 über die Ergebnisse der AfD 2017 legt. Die Piraten sind im ganzen Land doch ungefähr gleichmäßig stark. Bei der AfD sind Hochburgen und Problemwahlkreise doch sehr klar erkennbar. Das zeigt ganz klar, dass die AfD besondere gesellschaftliche Schichten anzieht und nicht nur ein reines und beliebiges Protestventil ist.

    Deshalb erwarte ich, dass der Abwärtstrend jetzt langsam gestoppt ist, weil der harte Kern naht. Es muss nun darum gehen, noch mehr Stimmen zu bekommen. Ich warne auch davor, einzelnen Personen wie Pretzell (auch wenn er natürlich eine Katastrophe ist) zu viel Schuld zuzuweisen. Auch eine Person wie Guido Reil hat nicht mal 1 Prozent mehr Erst- als Zweitstimmen. Bei anderen Bewerbern ist das meistens spiegelverkehrt. D.h. Einzelpersonen machen 1-2 Prozentpunkte aus. Dieser Blog hier ist nicht repräsentativ. Trotz allem schein Guido Reil einen guten Wahlkampf gemacht zu haben. Denn es ist Essen und die unmittelbare Umgebung, wo die besten Ergebnisse im Land erzielt wurden.

    Ich setze darauf, dass bei der Bundestagswahl die Fragen der Grenzsicherung und Flüchtlinge wieder mehr in den Mittelpunkt kommen. Das wird der AfD automatisch helfen. Außerdem muss die AfD bis dorthin wieder geschlossen auftreten. Gauland kann die älteren Wähler ansprechen, Weidel wird hoffentlich ein paar Promille von FDP und CDU klauen können. 10 Prozent sind auch in NRW drin, das hat das Ergebnis heute gezeigt. Mit bis zu 20 Prozent, die in einzelnen Bundesländern im Osten möglich sein, sollten bundesweit ein knapp bis deutlich zweistelliges Ergebnis möglich sein. Mehr ist 2017 wohl nicht drin.

    • Da Joachim Hermann Spitzenkandidat der CSU für den Bundestagswahlkampf sein wird, ist das Spielfeld für die AfD bei Grenzsicherung und Flüchtlinge sehr begrenzt. Jeder weiß nun, dass ich mit einer Stimme für die CDU in NRW den Innenminister Hermann bekomme. Jeder konservative Bürger und Arbeiter sehnt sich nach der bayrischen Ordnung. Wahrlich, hier hat Seehofer ein gutes Näschen gehabt. Je mehr sie sich im Wahlkampf CDU und CSU oder Unionsparteien mit SPD/Grüne/Linke sich um dieses Thema kloppen, desto mehr gewinnt die CDU/CSU.

      • Eine AfD in der Opposition übt Druck auf die Regierung aus, auch tatsächlich bei der Inneren Sicherheit zu liefern. Joachim Herrmann hin oder her; letztlich muss er auch die Politik ausführen, die die Kanzlerin vorgibt.

      • @ F. Müller

        Der Vorzeigebayer wird die Politik unseres allseits geliebten Hosenanzugs auch nur zu gerne ausführen. Bislang ist er mir jedenfalls nur als charakterloser Schmierlappen aufgefallen.

      • @ Peterchens Mondfahrt:
        Aus Sicht eines Anhängers der AfD kann ich ihre Behauptung verstehen und nachvollziehen. Aber es gibt viele konservative Bürger, die sich nach Recht und Ordnung sehnen, aber für die die AfD viel zu unseriös ist. Und hier ist der bayrische Innenminister die größte Hoffnung. In NRW konnte die CDU durch das Thema innere Sicherheit sehr viele Nichtwähler mobilisieren. Hätte auch nicht gedacht, dass der Trick mit Wolfgang Bosbach funktioniert.

      • Es ist enttäuschend, dass ein Konservativer wie Bosbach Wahlkampf für einen Linksliberalen wie Laschet macht!

      • Herr Bosbach hat im Gegensatz zur AfD die Fortsetzung einer schlechten SPD-geführten Regierung in NRW verhindert, was ich ihm hoch anrechne.

      • Ich befürchte aber, dass die Politik von Herrn Laschet (dessen Namen Programm ist) nicht besser sein wird, als die von Frau Kraft. Leider! Wenn Herr Bosbach CDU-Spitzenkandidat gewesen wäre, hätte ich ihn gewählt.

      • Herr Laschet persönlich ist nicht besser als Frau Kraft. Seine Klausuren-Affäre deutet darauf hin, dass er schlechter ist. Doch eine Regierung besteht nicht nur aus einer Person. Ich bin froh, dass Herr Jäger weg ist, Herr Walter-Borjans, die Grünen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die neue Regierung nicht wirklich gut sein wird, aber besser als die alte.

  2. Die stärksten Veränderungen ergeben sich klar im nordwestlichen Ruhrgebiet (Gelsenkirchen, Recklinghausen, Essen, Bottrop). Hier wurde die Wahl entschieden. Hier hat die SPD überproportional verloren (teils deutlich über 10 Prozentpunkte und die AfD überproportional gewonnen, bis zu 15 Prozentpunkte). Die Menschen auf dem Land sind träge und langsam. Dort, wo es den Menschen gut geht (Düsseldorf, Köln, etc.), sind sie ebenfalls satt. Wer von CDU und SPD Stimmen gewinnen möchte, muss sich also vor allem dort probieren, wo die Menschen veränderungsfreudig sind.

    Nicht Laschet hat die Wahl gewonnen, Kraft und die SPD hat sie verloren. Vor allem (wenn auch nicht nur) in den klassischen Arbeiterbezirken. Im Bezirk von Guido Reil ist sie von 51,8% auf 38,6% abgestürzt. Die AfD gewann 13,1% hinzu, die FDP 4,6%. Die CDU 6,4%. Insbesondere in den Arbeiterbezirken ist die SPD völlig abgestürzt und hat selbst mit den Grünen und Linken die Mehrheit verloren. Das stimmt doch optimistisch für die Bundestagswahl. Schulz wird kaum beliebter als Kraft sein und Merkel dürfte dort eine größere Reizfigur sein als Laschet, der dem einfachen Wähler doch noch eher unbekannt ist.

    Ich rechne mit einem weiteren Absacken der SPD auf Bundesebene. Wenn sie 25% erreicht, kann sie froh sein. Bei den Grünen sehe ich wenig Erholungspotenzial (dürfte wohl eher einstellig werden) und die Linken werden zwar von einem starken Osten getragen, aber ebenfalls einstellig bleiben. RRG wird keine Option sein. Die FDP wird mit Lindner zwar gute Ergebnisse erzielen, aber für Schwarz-Gelb wird es bundesweit kaum reichen (im Osten ist da einfach nicht viel zu holen, es sei denn es fliegt irgendwer knapp raus). Merkel wird regieren, entweder mit dem dicken Siggi als Außenminister oder mit Jamaika. Die AfD wird die wichtigste Oppositionsrolle (links braucht es keine, da gibt es die Medien bereits dafür) inne haben.

    Jedenfalls wird die AfD kaum unter dem Schulz-Effekt gelitten haben, denn schlechter hätte die SPD heute kaum abschneiden können. Die Stimmen sind teils bei CDU, teils bei der FDP gelandet und teilweise im Nichtwählerbereich geblieben. Bei anderen Landtagswahlen ist die Wahlbeteiligung ja noch stärker angestiegen. Das dürfte auf Bundesebene ähnlich sein.

  3. Interessant finde ich eine aktuelle Umfrage von civey (da kann jeder mitmachen, es findet aber eine repräsentative Gewichtung statt).

    Welche Partei vertritt am ehesten Ihre Wertvorstellungen?
    Repräsentative Ergebnisse
    CDU/CSU 27,1%
    SPD 20,0%
    LINKE 10,3%
    GRÜNE 10,0%
    FDP 9,4%
    AFD 13,5%
    Eine andere Partei 5,3%
    Weiß nicht 4,4%

    Das Ergebnis lägt nahe, dass die CDU weniger wegen den Wertvorstellungen gewählt wird, sondern mehr wegen dem „Image“, wegen der Profilierung als „ruhige“ Hand und Führungskraft, die die oberste Regierungsverantwortung trägt. Die SPD würde demnach keine Höhenflüge mehr machen und es scheint eine ziemliche Entfremdung zu geben. Das Wählerpotenzial an ideologisch überzeugten Wählern ist also relativ gering (und Abstürze nach Höhenflügen wie der letzten NRW-Wahl deshalb wahrscheinlich). Linke und Grüne schöpfen ihr Wählerpotenzial hingegen nicht aus. Man scheint also sehr unzufrieden mit der tatsächlich umgesetzten Politik zu sein. Auch die FDP scheint nur langsam wieder ihre möglichen Werte zu erreichen. Es liegt nahe, dass sich auch viele ideologisch der FDP zugehörig fühlenden Wähler sich immer noch nicht restlos mit der Partei arrangiert haben.

    Auch die AfD – und das ist besonders interessant – scheint über einen stabilen Rückhalt bei den Wertvorstellungen zu verfügen. Die tatsächlich erzielten Ergebnisse liegen momentan sogar deutlich darunter. Das lässt einen völlig anderen Verlauf vermuten, als es z.B. bei den Piraten der Fall war. Es geht also vor allem um Geschlossenheit, um das ideologische Wählerpotenzial wieder vollständig zu mobilisieren. Die AfD ist eindeutig keine Protestpartei, die man nur wählt, um den anderen Parteien einen Schlag mitzugeben, sondern sie spricht Werte an, die sonst keine andere Partei anspricht. Das schließt nicht aus, dass die Wähler von den anderen Parteien nicht auch „enttäuscht“ sind. Sie sind aber nicht nur von den anderen Parteien enttäuscht, sondern fühlen sich auch den Werten der AfD verbunden.

    Wer die Ergebnisse für die Bundestagswahl wissen möchte, der sieht sie wöchentlich auf Spiegel Online. Die Prognose für die NRW-Wahl war folgende:

    SPD 32,5%
    CDU 31,6%
    FDP 12,6%
    AfD 6,4%
    Grüne 6,4%
    Linke 5,7%

    Insgesamt also relativ solide und zutreffend.

    • Es ist ein Maerchen, dass AfD „Werte“ anspricht, die Anderen nicht ansprechen! AfD haette mehr erreichen koennen mit serioesem Personal und Themen die wirkliche Probleme der Bevoelkerung ansprechen.
      AfD „Werte“ sind nicht viel mehr als Populismus, Opferkult, Putinismus, Chauvinismus, Antiamerikanismus uvm. Euro, Energiewende, Deindustrialisierung Deutschlands Bildung und Sicherheit gehen dabei unter! Oder hat vielleicht AfD auf diesen Feldern keine Kompetenz?

      • Es ist unklar, für welche Werte die AfD insbesondere in NRW stehen soll (Geld?). Die AfD insgesamt besetzt aber trotzdem wichtige Themenfelder anders als alle anderen ernstzunehmenden Parteien wie immer noch den Euro, Zuwanderung und innere Sicherheit. Ihre Hauptprobleme sind das zumindest teilweise sehr unseriöse Personal, eine zu nationalistische Ausrichtung (die bei den Themen gar nicht nötig wäre, aber zu Übertreibungen und vor allem zu viel Angriffsfläche führt) und die deshalb fehlende Machtoption. Was nützen 7, 14 oder selbst 21 Prozent, wenn man damit nichts umsetzen kann?

        Um Frau Kraft und Herrn Jäger loszuwerden, habe selbst ich die Laschet-CDU gewählt. Stellen Sie sich vor, zwei Prozent der Wähler hätten statt der CDU zusätzlich die AfD gewählt. Die AfD wäre dann nur geringfügig stärker, Frau Kraft aber die Wahlsiegerin gewesen. Schon eine Verschiebung von nur 3 Promille (was LKR im günstigsten Fall hätte erreichen können statt jetzt 0,001 Prozent bei den Erststimmen) hätte die schwarz-gelbe Option ausgeschlossen, also entweder zur weiteren Regierungsbeteiligung der Grünen oder einen Großen Koalition geführt, zu der es jetzt vielleicht ohnehin kommt.

      • Selbst wenn die CDU leicht hinter der SPD gelandet wäre, hätte Frau Kraft angesichts der erheblichen Verluste ihrer Partei wohl nicht Ministerpräsidentin bleiben können. Vielleicht wäre eine schwarz-gelbe Koalition nicht möglich gewesen, aber Bahamas bzw. eine Tolerierung durch die AfD sicherlich.

      • Verluste sind egal, in Deutschland stellt traditionell die stärkste Partei in einer Koalition den Regierungschef. Niemand hätte sich auf eine Koalition mit oder auch nur Tolerierung durch die AfD eingelassen, die das auch nicht über Jahre durchhalten würde.

  4. Das wichtigste ist ja.
    Jäger ist weg. Wie dieser Mann aus Teflon so lange bestehen konnte, darüber werden Historiker streiten.

    Es ist schon peinlich für die SPD gegen einen so profillosen Mann wie Laschet zu verlieren. Denn der Heilsbringer ist der auch nicht. Es wird weiterhin Staus geben und auch Unterrichtsstunden werden auch ausfallen.

    Der größte Gewinner ist die FDP unter Lindner. Sie muss jetzt liefern. Ob das klappt in dem Rahmen will ich nicht sagen.

    Grüne sind ja abgestraft worden. Verständlich für die Politik und diesen inhaltslosen Wahlkampf. Ich habe noch nie solche Plakate gesehen, wo nicht erkennbar war, was die eingentlich wollen.

    Über Piraten muss man ja nichts sagen. Wer nichts besseres zu tun hat, als der anderen Oppositionspartei Rechtspopulismus vor zu werfen, der muss sich über eine Klatsche nicht wundern. Ich habe die in fünf Jahren drei mal war genommen. Wer bietet mehr.

    Zur AfD: Kein überragendes Ergebnis, aber auch keine Klatsche. Sie muss jetzt liefern und zeigen, dass sie was drauf hat. Ich bin mal gespannt. Das Pretzel nicht sofort im Wählerverzeichnis zu finden war, ist geschenkt. Warten wir es ab was da für leute einziehen. Wer zieht jetzt für Pretzel ins EU-Parlament ein?

    Die lustigste Erkenntnis: Auf jeden MLPD Wähler kommen ja knapp 100 Plakate

    Als letztes: LKR ist ja nicht angetreten, weil sie sich ja auf die „besseren“ LTWs konzentrieren wollten. Ein Direktkanndidat ist ja trotzdem angetreten und damit hat LKR das schlechteste Erststimmenergebnis aller Partei. Glückwunsch an dieser Stelle an die 91 Stimmen. Darauf lässt sich auf bauen

    • Es war die Arroganz der Macht, dass Frau Kraft trotz aller Skandale und offensichtlichem Versagen an Herrn Jäger festhielt. Das hat jetzt zu ihrer Abwahl beigetragen oder sogar den Ausschlag gegeben, was zeigt, dass Demokratie durchaus funktionieren kann. Jede Regierung macht wie auch jeder Mensch Fehler, doch es kommt darauf an, wie man damit umgeht. Selbst Frau Merkel zeigt sich lernfähiger als Frau Kraft.

      Herr Jongen rückt jetzt für Herrn Pretzell nach (siehe ‚Die Europawahlliste der AfD‘), wechselt dann im Herbst aber wohl selbst in den Bundestag. Entscheidend für die Zukunft der AfD wird sein, wer für sie in den Bundestag kommt und was die Abgeordneten dann dort machen.

  5. Folgt nun gepflegte Langeweile bis zur BTW, weil es uninteressant ist, ob Merkel gegen Schulz mit 36% zu 27% gewinnt oder mit 38% zu 25%? Oder besteht noch etwas Spannung in der Diskussion, ob die CDU Jamaika wagt?

    Zur BTW stellt die AfD immerhin eine Vielzahl guter Spitzenleute auf, 10% sind möglich.

  6. Für die verbliebenen Luckianer: Zumindest in zwei Wahlkreisen mussten sie nicht ganz darauf verzichten, einen der ihren zu wählen. Ralph Wesse zog als einziger LKRler die Kandidatur um das Direktmandat durch (Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis IV). 91 Stimmen (0,12%). Und der Mensch freut sich. Deutlich besser schnitt Walter Peters (Düren I, walter-peters.de) ab. 2014 zog er als einziger AfD-Abgeordneter in den Kreistag Düren ein, 2015 trat er als bekennender Weckrufler aus der AfD aus, der Lucke-Partei aber nie bei. Er kandidierte als Unabhängiger: 505 Stimmen, 0,73%.

    • Das deutet auf den inzwischen negativen Markenwert von LKR hin. Der unabhängige Kandidat hat den sechsfachen Stimmenanteil, ist mit unter einem Prozent allerdings trotzdem chancenlos.

      • Wenn ein Kanndidat vor Ort etwas bekannt ist, dann kann er auch bis zu 5% holen. Aber als unbekannter Kanndidat einer Splitterpartei, die noch nicht mal eine Landesliste einreichen kann, wird es doch sehr schwer

  7. Ich möchte anhand eines Kollegen das Problem aufzeigen.

    Alles was er über die AFD wußte war Bild und TV.
    Seine Meinung,die haben doch gar kein Programm – ist in der ganzen Firma so.
    Dazu die allgemeine Meinung,Asyl ist nicht alles und etwas anderes hat die AFD nicht zu bieten.
    Außerdem sind die zerstritten und wissen selber nicht was sie wollen.

    ( Auch Schulz hat nicht klar geäußert was er will und eine erstklassige Parabel in den Umfragen hinbekommen )

    Er wollte FDP wählen,meinte er.

    ( Er weiß gar nicht wofür die FDP ist,aber jedenfalls macht man ja nichts verkehrt,wenn man die wählt und deshalb haben meine Eltern,immer wenn sie unzufrieden waren,aus Protest auch immer FDP gewählt )

    Ich habe dann das AFD Programm ausgedruckt und es dem Kollegen zum lesen gegeben.
    Er fand alle Punkte bis auf einen sehr gut.

    Deshalb !

    Das Programm der AFD ist gut und gehört flächendeckend in alle Haushalte.

    • Ihr Kollege stammt gewiß aus dem Westen. Denn nur dort glauben viele noch jeden Mist, den unsere regierungshörige „Qualitätspresse“ von sich gibt.
      „…es stand ja schließlich in der Zeitung…und als seriös bekannte Politiker wie Volker Beck sagen das auch…“

      Erst heute konnte man in den Organen der SPD-Medienholding lesen, daß Frau Kraft lediglich an einem „Vermittlungsproblem“ gescheitert sei. Ihr Kabinett habe einen tollen Job gemacht, ihre Erfolge im Schulwesen aber aufgrund des Gegenwindes durch „rechte Hetze“ nicht überall vermitteln können. Herrn Jäger wurden letzte Woche noch „beispiellose Erfolge“ im Kampf gegen Einbruchkriminalität von einem „Experten“ bescheinigt. Und am Freitag rannten die Menschen im Märkischen Kreis noch angeblich der SPD die Bude ein, nur um noch schnell ein Parteibuch zu ergattern, bevor der „Gottkanzler“ im September die Regierung übernimmt.

      Von diesem ganzen Quatsch bleibt leider häufig genug hängen. So haben SPD und Grüne in Ostwestfalen nur gering verloren; in der Region besitzt die SPD-Medienholding ein Quasi-Monopol auf lokale und regionale Berichterstattung.

      Und was macht die Brezel-AfD? Sie plakatiert nichtssagende, inhaltsleere Sprüche zur Landtagswahl.

      Wenn man wie Sie vorgegangen wäre und das AfD-Parteiprogramm (in Auszügen) in jeden Briefkasten als Flugblatt eingeworfen hätte, wären wir wahrscheinlich schon sehr viel weiter.

      • Herr Pretzell kannte das Programm nicht und stand nicht dahinter, als er konkret dazu befragt wurde. Dagegen wäre es richtig gewesen, mit dem Programm Wahlkampf zu machen und jetzt im Landtag ständig Programmpunkte einzubringen.

    • @MT
      Die Blockparteien und die sie unterstützenden Systemmedien werden weiterhin alles dafür tun, um die AfD als 1-Themen-Partei darzustellen.

      Ich halte ein komplettes Programm zwar für richtig, aber lesen werden das nur extrem
      wenige Wähler.

      Hier hilft ein Blick in die Niederlande.
      Gerd Wilders ist dort mit einem Programm aus 10 Punkten angetreten, welches auf ein DINA-4 Blatt passte.

      Die Grundlage für Erfolg ist erstmal Klarheit.
      Jeder Wähler – erstmal unabhängig seiner Zustimmung – muss genau wissen wofür die AfD steht; was ihre grundsätzlichsten Themen sind.

      So ein DINA-4 Blatt kann jeder Wähler schnell durchlesen UND hilft auch den Wahlkämpfern sich gegenüber dem Bürger auf das Wesentlichste zu konzentrieren.

      • Die AfD sollte selbst ihre Kernforderungen benennen und dann überall kommunizieren. Das sehr kurze Programm 2013 schien mir kein Nachteil zu sein, sondern ein Wettbewerbsvorteil. So quälten die Grünen doch jetzt die Wähler mit einem 260-seitigen Programm (siehe ‚Freiheit vor Grünen sichern‘).

      • Ja, der AfD fehlt leider ein taktisch-strategischer Praktiker! Die politischen Inhalte müssen auch für den Dümmsten leicht verständlich und eindeutig sein. Akademiker entscheiden die Wahl nicht.

  8. Pingback: Koalitionsfragen in Land und Bund | Alexander Dilger

  9. @Asko

    Jain,

    sie haben recht,wenn sie sagen,das man den Inhalt nicht zu lang rüberbringen sollte.
    Es gibt ja das AFD Kurzprogramm,das alles wesentliche beinhaltet und das im Kern auch sehr gut die Bürger anspricht.Das gehört flächendeckend in die Haushalte – mehr nicht.

    Das Programm ist gut,für den Anfang wirklich gut gemacht und dann muß man mal sehen in wieweit noch Punkte fehlen.

    Aber die Leute müssen es auch kennen und sie kennen es eben nicht.

    Sie kennen nur Reden von Höcke,der mit seinem Talent,die harte Arbeit von vielen Leuten in der AFD mit nur einer Bierzeltrede seinerseits so in den Müll zu ziehen,das ein AFD Aufkleber am Auto ein Garant für eine Beule in der Tür ist.

    Höcke muß endlich den Mund halten und das Programm in jeden Haushalt.

  10. @ Peterchens Mondfahrt

    Höcke ist nicht Schuld,nicht dumm und ein guter Redner.

    Er muß aber wissen,das er wenn er eine Rede hält,die man von der Rhetorik her in national konsevative Burschenschaften ( seine Welt ) einordnen kann,das Nicht in Gesamtdeutschland gut ankommt.

    Jeder kennt das Minenfeld,in das man sich in Deutschland nicht hineingeben darf,ohne das man danach politisch im Eimer ist.

    Höcke geht da nicht nur rein,er springt darin rum und tritt dabei möglichst feste auf den Boden.
    Sie können heute nicht mehr mit glühenden Augen von 1000 Jahren Deutschland reden,ohne danach mit brauner Farbe angepinselt zu werden.

    Es ist besser in die richtige Richtung zu gehen,als in die Falsche zu laufen.
    Die Politik läuft in die falsche Richtung,Höcke will in die andere Richtung laufen.
    Wir können aber nicht in die entgegengesetzte Richtung laufen,wir können nur schrittweise den falschen Weg korrigieren.

    Wir können auch nicht alle Muslime mal eben so ausweisen,was auch völlig falsch wäre.
    Wir können aber Straftäter konsequenter abschieben und das Asylrecht verschärfen sowie die Einwanderung geschickter gestalten.Entsprechend muß man auch seine Rhetorik ausrichten statt zum Küffhäuserdenkmal zu pilgern und nationales zu propagieren,weil das klappt nicht.

    • @ MT

      Ich stimme Ihnen von der Tendenz zu. Er neigt zur Übertreibung, was auch regelmäßig ungesund sein kann.

      Allerdings gebe ich zur Frage:
      Was wäre schlimm im „freiestesten Staat, der je auf deutschem Boden existierte“ an einer burschenschaftlichen Rhetorik?
      Man sollte doch Meinungsfreiheit vermuten.

      Was ist schlimm an 1000 Jahren Deutschland?
      2066 jährt sich zum 1000. Male die Schlacht bei Hastings, als Geburtsstunde Großbritanniens. 1986 wurde mit dem Sieg des Frankenkönigs Chlodwig über den Dux Syagrius Frankreich 1500 Jahre alt. 2050 wird Litauen die Vereinigung
      seiner Stämme feiern. Sind die jetzt alle braun? – oder aber leben wir in einer Epoche eines völlig kranken Zeitgeistes?

      Ich hatte aber im Wesentlichen diesen Rückverweis auf eine alte Diskussion nur deshalb getan, um davor zu warnen, das es wenig bringt, Herrn H. aus THÜ verantwortlich zu machen, wenn die jeweiligen Landesverbände ihre Hausaufgaben nicht erledigen.

      Wenn Herr H. ausgeschlossen wird, dann suchen sich Presse und Altparteien eben einen neuen Buhmann (z. B. diese Woche Herrn Junge, der eine Rede hielt, welche möglicherweise besser auf einem Kasernenhof erfolgt wäre, als in der Öffentlichkeit).

      Sie haben ja am eigenen Beispiel mit ihrem Kollegen gezeigt, wie es eigentlich sein müßte. Leider steht es (insbesondere in einigen West-LVs ) schlecht darum.

      Da die Presse gegen die AfD arbeitet, müßte es jedem LV am Herzen liegen, daß jeder Bürger erfährt, wofür die AfD steht, welches ihre Ziele sind.
      Nur wenn das erledigt ist, kann man sich ernsthafte Hoffnungen auf große Wahlerfolge und eine nachhaltige Besserung der Lage machen.

      • Ich denke und vermute,das der Hahnenkampf in der AFD noch etwas andauern wird und das sich die obere Etage der Führungsriege dann so gelichtet haben wird,das man dann endlich weiß,wo oben ist und wer da drin sitzt.

        Da kloppen sich einige um die oberen Plätze und so ist das halt und leider.
        Schöner wäre es anders,aber jede Affenhorde macht es ja genauso.

        Schauen sie mal wie Kohl – Schäuble abserviert hat oder Geißler.
        Wie Merkel – Merz kaltgestellt hat und zuvor Kohl.
        Kohl und Strauß war auch keine Liebe.

        Ich freue mich aber darauf,wenn Leute wie Gauland,Renner oder Weidel im Bundestag ihre ersten Reden halten und der AFD ein unverkennbares Profil geben.

        Höcke könnte das auch und Gott sei dank bleibt der in Thüringen….

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