Kraft, Jäger und Grüne abwählen

Morgen ist die Landtagswahl in NRW. Nach den jüngsten Umfragen wird es ziemlich spannend bzw. knapp. CDU und SPD liegen ungefähr gleichauf, jede der beiden Parteien könnte also stärkste politische Kraft werden und würde dann nach den deutschen Konventionen eine Große Koalition anführen, deren Bildung nicht so unwahrscheinlich ist (s. u.). Denn ziemlich sicher wird die FDP drittstärkste Partei, doch AfD, Grüne und vor allem Die Linke müssen alle noch vor der Fünf-Prozent-Hürde zittern. Am wahrscheinlichsten ist allerdings ein Landtag mit sechs Parteien, in dem außer der Großen Koalition keine Zwei-Parteien-Koalition eine Mehrheit hätte. Doch auch für Rot-Rot-Grün würde es nicht reichen. Die AfD wird weder koalieren noch eine Regierung tolerieren wollen und können. Es wäre höchstens vorstellbar, dass Herr Pretzell nicht nur einmal wieder seinen offiziellen Wohnsitz (siehe „Marcus Pretzell in Düsseldorf-Hamm gemeldet“), sondern auch mit seinen Getreuen in die höchstbietende Partei wechselt. Etwas wahrscheinlicher sind eine Ampel- oder Jamaika-Koalition, doch die Grünen sind in NRW besonders verbohrt.

Die jetzige rot-grüne Regierung wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht fortgesetzt werden können. Das ist auch gut so, weil sie in vielerlei Hinsicht versagt hat und NRW in vielen Bereichen zum Schlusslicht in Deutschland oder zumindest unter den westlichen Flächenländern gemacht hat. Doch es reicht nicht, die Regierung etwas zu verändern, z. B. um die FDP zu erweitern, sondern insbesondere Frau Kraft und ihr für mehrere Desaster verantwortliche Innenminister Herr Jäger müssen abgewählt und die Grünen möglichst aus der Regierung oder besser noch aus dem Parlament gehalten werden.

Deshalb ändere ich meine Wahlempfehlung. Ich hatte empfohlen, die FDP zu wählen (siehe ‚Wahl-O-Mat NRW‘), was ich nun direkt vor der Wahl in eine Empfehlung für die CDU ändere, und zwar auch mit der Zweitstimme (für die Erststimme siehe ‚Meine Erststimme für Sarah Beckhoff‘). Ich halte nichts von Herr Laschet, insbesondere seit er mit der Noten-Affäre (siehe „Hochschule in Aachen belastet Armin Laschet“) seine Glaubwürdigkeit und Seriosität völlig zerstört hat. Trotzdem ist er in der aktuellen Lage das kleinere Übel im Vergleich zu Frau Kraft. Mir gefällt es auch nicht, dass sein Erfolg als ein solcher von Frau Merkel verkauft würde. Doch sie lässt sich im Herbst ohnehin nicht mehr verhindern. Letztlich gibt es nur die Wahl zwischen Frau Kraft und Herrn Laschet, alles andere dient der Ablenkung. Aus Verantwortung für mein Land werde ich gegen Frau Kraft stimmen.

137 Gedanken zu „Kraft, Jäger und Grüne abwählen

  1. Jede Stimme für eine etablierte Partei bedeutet „weiter so“. Selbst wenn für sich genommen die AfD insbesondere in NRW noch einem zerstrittenem Haufen gleicht, ist sie wirklich die einzige Alternative. Die auferstandende FDP ist alter Wein in neuen Schläuchen.

    • Wozu ist die AfD NRW eine Alternative? Durch sie wird es wahrscheinlicher, dass Frau Kraft Ministerpräsidentin, Herr Jäger Innenminister und insbesondere die Grünen in der Regierung bleiben.

  2. Ich verstehe ja, daß Sie Pretzell keine Empfehlung aussprechen wollen, aber daß Sie nun ausgerechnet Laschet, einem der treuesten Paladine von Merkel, empfehlen, ist die totale Bankrotterklärung.

    Wie erklärt man einem Liberalen, daß das System der Wahl des geringeren Übels nicht mehr funktioniert, wenn alle Parteien bis auf eine letztlich dieselben desaströsen Positionen vertreten? Das Hin- und Herlavieren zwischen den beiden Großparteien ergibt keinen Sinn in einem Parteiensystem, das sich als Ganzes stark nach links verschoben hat, denn die Unterschiede zwischen den beiden sind nur relativer Art und die Wahl des vermeintlich geringen Übels ändert nichts an der Gesamttendenz, sondern bestärkt diese vielmehr noch, indem sie die Anreize zur Entwicklung einer echten Alternativpolitik reduziert.

    Jede Stimme für Laschet ist eine Stimme für Merkel und die nachträgliche Legitmierung ihrer Euro- und Migrationspolitik und nichts anderes. Und das ausgerechnet von Ihnen, nach all dem Rotpilligem und Hellsichtigem, was Sie über Merkel geschrieben haben.

    Wahrscheinlich kapieren es die Altliberalen einfach wirklich nicht mehr. Ich bin fertig mit diesen Verlierern. Das ist einfach nur noch enttäuschend, wie kurzsichtig und schlichtweg konfus und absurd gedacht und gehandelt wird. Kein Wunder, daß Merkel mit allem davonkommt und ewig regiert. Geht bitte einfach in die Nacht, damit die Leute, die noch geradeaus denken können, das Land noch retten können.

    • Wie verbohrt müssen Sie sein, um zu meinen, dass ausgerechnet Herr Pretzell geradeaus denken und dann auch noch handeln könnte? Gerade wenn Ihnen an der AfD als Alternative gelegen wäre, müssten Sie hoffen und beten, dass Herr Pretzell heute unter fünf Prozent bleibt.

      Im Übrigen ist es auf Bundesebene tatsächlich so, dass Stimmen für die Merkel-CDU wie auch die Schulz-SPD zu einer weiteren Linksverschiebung und stets dem Machterhalt von Frau Merkel beitragen. Das ist aber eine eher ungewöhnliche Situation, die in NRW so nicht vorliegt. Es ist tatsächlich möglich, die desaströse Regierung von Frau Kraft abzuwählen und damit die Verhältnisse zumindest ein wenig zu verbessern.

      • Pretzell mag halbseiden, intrigant und verblödet sein, aber wenigstens besitzt er den gesunden Freund-Feind-Kompass, den man in der Politik braucht. Sie reden dagegen monatelang davon, daß man Merkel unbedingt stoppen muß und entscheiden sich dann am Wahltag der kleinen Bundestagswahl doch für die CDU! Es sind genau solche Pseudo-Kritiker, die in der letzten Minute umfallen, über die Merkel nur lachen kann. Augen zu, CDU – wie immer. Genau diese ewige Angst vor der eigenen Courage hat den gnadenlosen Linkskurs von Merkel erst ermöglicht.

        Eigentlich können Sie jetzt Ihren Blog dichtmachen, denn Sie fahren genau denselben Schlingerkurs wie die von Ihnen kritisierte Merkel.

      • Herr Pretzell kennt nur einen Freund, sich selbst. Solange sie ihm nützt, wird er auch seine derzeitige Frau unterstützen. Ihr Freund Herr Höcke gehört zu seinen Feinden. Frau Merkel gehört momentan auch dazu, doch das könnte sich schon bald ändern. So hat doch gerade erst die AfD Sachsen, die von Frau Petry angeführt wird, der CDU ein Koalitionsangebot unterbreitet (siehe „Endlich Verantwortung übernehmen – Wir stehen bereit!“).

        Im Gegensatz zu diesem Pärchen habe ich klare politische Grundsätze. Ich will das Beste für mein Land, sei es Deutschland oder NRW. Dazu sollte Frau Merkel möglichst verhindert werden, aber zumindest dieses Jahr halte ich das schon nicht mehr für aussichtsreich, was nicht zuletzt an der AfD liegt. Von daher ist der Symbolwert der NRW-Wahl gar nicht mehr sonderlich groß, während sich ganz konkret die gegenwärtige schlechte NRW-Regierung verhindert lässt, aber ebenfalls nicht durch Wahl der AfD.

      • @Eurokanadier

        Ich stimme mit Ihnen überein, dass Prof. Dilger mit seiner CDU-Wahl einen schwerwiegenden Fehler begangen hat. Ich denke aber, dass sie anders darauf reagieren sollten.

        Ihre Reaktion zeigt genau das Problem auf, dass alle Widerstandsgruppen häufig eint. Sie sind innerlich zerstritten über den „wahren“ Weg und vergessen dabei das höhere Ziel. Anstatt das Verbindende zu betonen, wird das Trennende in den Vordergrund gestellt. Das gilt für beide Seiten. Das fängt bei jenen an, die rechts Sprachverbote erteilen wollen und das hört bei jenen auf, die durch mangelnde Rücksichtnahme die Reputation anderer beschädigen. Wir kommen nicht durch Beschimpfungen weiter. Das macht nur den Feind stärker, denn darauf setzt dieser. Selbst Stauffenberg hat das Bündnis mit Sozialdemokraten und Kommunisten gesucht, um das höhere Ziel, nämlich Hitler zu beseitigen, zu erreichen. Vielleicht überzeugt sie diese historische Tatsache.

        Wenn Sie Prof. Dilger wie einen Verräter behandeln, dann ist niemand geholfen. Prof. Dilger hat seine eigene Entscheidung getroffen. Die ist auch meiner Ansicht nach falsch. Aber Sie können Ihn doch nicht so angreifen und de facto „ausschließen“. Das führt nur da dazu, dass Sie seine Stimme auch in anderer Situation nicht bekommen werden. Alle Kritiker der aktuellen Politik müssen Sie Aufnahme bieten. Dabei sollten Sie nicht zwischen Systemkritikern unterscheiden und jenen, die nicht so radikal argumentieren. Inhaltlich stimme ich meistens mit Prof. Dilger überein. Trotzdem neige ich im Gegensatz zu ihm zu Fundamentalkritik. Aber nur weil ich das tue, muss ich das nicht von ihm verlangen. Meine Aufgabe ist es, ihn von meiner Auffassung zu überzeugen. Das erreiche ich nicht mit Beschimpfungen. Dieses Gerede von „Halben“, wie es auch Björn Höcke tat, ist fatal.

      • Was war denn konkret falsch an meiner Wahlempfehlung, insbesondere wenn man jetzt das knappe Ergebnis betrachtet? Ein paar Stimmen mehr für die AfD hätten ihr auch nicht geholfen, ein paar Stimmen weniger für die CDU (oder auch FDP) hätte jedoch reale Konsequenzen gehabt.

        Ansonsten ist es richtig, dass sich die Kritiker von Frau Merkel, die leider wieder in der Minderheit sind, nicht auch noch untereinander zerstreiten sollten. In der Politik muss man viele Kompromisse schließen, um Mehrheiten zu gewinnen und real etwas zu erreichen. Auch die AfD sollte nicht ideologische Gleichschaltung anstreben, sondern sich weiter als ein möglichst breites Bündnis von Euro- und Merkel-Kritikern verstehen.

    • Ich verstehe ja Prof. Dilgers Sorge, daß NRW-Brezel durch viele AfD-Stimmen innerparteilich gestärkt aus den Wahlen hervorgehen könnte.
      Doch ist es möglicherweise kurzsichtig, die AfD wegen NRW-Brezel und seinen Getreuen nicht zu wählen.
      Soweit ich weiß, läuft ja immer noch das Ermittlungsverfahren wegen Sozialabgabenbetrugs. Würde nach der Wahl eine Anklage und Verurteilung unseres Pleite-Brezels erfolgen, wäre er im Amt unhaltbar. Dann würden auch seine Getreuen sich schnell zurückziehen, und einem Neuanfang der NRW-AfD Platz machen müssen.
      Ich halte bei der bisher bekannten Beweislage eine Verurteilung durchaus für möglich.
      Selbst wenn sie dann die Partei und Fraktion verlassen, um wieder in Richtung „Mutti“ anzudocken, so wird es ihnen ebensowenig gelingen, den Rückhalt bei der Bevölkerung mitzunehmen, was schon Lucke & Henkel mit ihrer 0,2%-Sekte schmerzlich erfahren mußten.

      • Bisher sitzen Herr Pretzell und seine neue Frau alle Skandale erfolgreich aus. Warum sollten sie das nicht auch nach einer Verurteilung tun? Außerdem ist Herr Pretzell nicht einfach Spitzenkandidat einer ansonsten völlig anderen Liste (so wie Herr Renner bei der NRW-Liste für den Bundestag), sondern fast alle auf der Liste sind seine Spießgesellen. Ob sie im Zweifel eher zur AfD oder ihm halten würden, ist zumindest unklar (vermutlich ihnen selbst auch). Die Mandate im Europaparlament sind letztlich unbedeutend, doch in NRW könnten fünf bis zehn Abgeordnete durchaus die Mehrheitsverhältnisse ändern. Selbst wenn alle AfD-Abgeordneten dem sonstigen AfD-Kurs treu und in der Fundamentalopposition bleiben, verhindert das nur eine schwarz-gelbe Regierung und macht das Weiterregieren der Grünen wahrscheinlicher.

        Das leider unwahrscheinliche Idealergebnis sähe für mich übrigens so aus, dass die Pretzell-AfD scheitert und es deshalb zu einer instabilen Neuauflage von Rot-Rot-Grün mit baldigen Neuwahlen kommt. Eine erneuerte AfD würde ich dann gegebenenfalls sogar wieder wählen.

      • @ Dilger

        Im Falle einer Verurteilung wird Herr Pretzell das nicht aussitzen können, weil er nämlich dann eine Straftat im Amt begangen hat. Anders als im Fall Höcke wäre somit ein Parteiausschlußverfahren auch vor einem ordentlichen Gericht erfolgreich, da ein objektiver schwerwiegender Grund besteht.

      • Da er nicht vorbestraft ist, würde so ein Verfahren vermutlich gegen Geldzahlung eingestellt, wenn es überhaupt so weit kommt. Doch selbst bei einer Verurteilung müsste jemand überhaupt erst einmal seinen Ausschluss beantragen. Sein eigener Landesvorstand wird das nicht tun, der Bundesvorstand mit Frau Petry als Sprecherin auch nicht. Am Ende geht es darum, wie viel sich die Mitglieder und Delegierten gefallen lassen. Doch zumindest in NRW haben sie gezeigt, dass es dafür keine Grenze gibt.

  3. Ich würde es auch begrüßen, wenn die CDU stärker als die SPD wird und insofern ist Ihre geänderte Wahlempfehlung gut nachvollziehbar.

    Wenn hier jemand wetten würde, dass die AfD nicht reinkommt oder auch dass die Grünen scheitern, halte ich dagegen. Im Fall der Grünen würde ich die Wette gerne verlieren.

    Die Linke sehe ich auch eher drin. Für die 25 Parteien, die nicht reinkommen, erwarte ich zusammen über 5%, darunter u.a. die Piraten und „Die Partei“, die im Köln-Bonner Raum sehr viel plakatiert haben und rd. 1% bekommen könnten. Auffällig auch die sehr starke Plakatierung der MLPD, wird trotzdem kaum für 0,5% reichen.

    Zum nun von Bochum nach Düsseldorf verzogenen AfD-Spitzenkandidaten und seinen Getreuen: Es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass die sich abspalten und irgendwas bewegen könnten. Und können Sie sich überhaupt eine Partei/Fraktion vorstellen, die ihn aufnehmen würde??

    • Ich denke auch, dass sechs Parteien (CDU, SPD, FDP, AfD, Grüne und Linke, vermutlich auch in dieser Reihenfolge) in den Landtag einziehen. Allerdings würde ich dagegen wetten, dass die sonstigen Parteien zusammen über fünf Prozent kommen. (Ggf. bitte noch vor 18 Uhr einen Wetteinsatz vorschlagen.)

      Herr Pretzell ist ein Zocker. Wenn sich eine Gelegenheit zum schnellen eigenen Vorteil bietet, z. B. ein Regierungsamt, dann wird er sie ergreifen und sich über das weitere Vorgehen später Gedanken machen. Mit der AfD wird niemand koalieren, aber Überläufer würden gerne genommen, insbesondere wenn sie zum Machterhalt nötig sind. Die Linksregierung von Thüringen verdankt ihre hauchdünne Mehrheit doch inzwischen einem AfD-Überläufer. Das hat Herr Höcke wirklich prima hinbekommen.

      • Bei aller Zockerei und selbst wenn sich Laschet oder Kraft mit AfD-Stimmen wählen ließen (sehr unwahrscheinlich), so ist doch eine Koalition/Ministeramt erst recht unwahrscheinlich. Und wenn der „AfD-Spitzenmann“ überlaufen wollte, die SPD oder CDU würde ihn nicht nehmen.

      • Abwarten. Er braucht ohnehin kein Amt, sondern würde seine Stimme auch einfach für Geld verkaufen. Die AfD NRW ist in keiner Hinsicht besser als die etablierten Parteien, sondern viel schlimmer.

      • @ Dilger
        Wenn Sie damit auf Oskar Helmerich (jetzt SPD) anspielen, so denke ich nicht, daß solche Leute ein Verlust sind. Selbst aus parlamentstaktischen Gründen wären für die AfD solche Leute untragbar, welche die Europapolitik Merkels begrüßen und „Refugees welcome“ rufen.

      • Die Person mag für die AfD kein Verlust sein (das wäre bei Herrn Pretzell ebenso), das Mandat aber schon. Wollten die AfD-Wähler wirklich, dass durch ihre Stimmen Herr Ramelow Ministerpräsident bleibt?

  4. Guten Morgen, auch wir hoffen auf einen starken Regierungswechsel in Düsseldorf.

    Zu Ihrer begründeten, gut nachvollziehbaren Erklärung zur Personen / Parteien Wahl kommt wieder der Seitenhieb gegen ungeliebten Marcus Pretzell.

    Für uns unverständlich was Sie treibt, wir finden den Mann gut, Ziele und Intentionen der AfD eh.

    Sagt ein langjähriger ehemaliger Wähler der CDU.

    • Ich habe hier über Jahre begründet, was an Herrn Pretzell nicht gut ist. Was finden Sie gut an ihm? Dass er ständig bei seinem Wohnsitz mogelt und sich so das Amt des Landessprechers und jetzt des Spitzenkandidaten zur Landtagswahl erschwindelt hat? Dass er zuerst auf friedliche Flüchtlinge schießen lassen will? Dass er ein Zusammengehen mit den Tories im Europaparlament erst ausschloss, um dann dort bis zum Rauswurf zu verharren und sich danach mit dem Front National zusammenzutun?

      • „Das er zuerst auf friedliche Fluechtlinge schiessen lassen will“. Ueberlegen Sie sich was „friedlich“ fuer Sie bedeutet? Ich sah und sehe sehr viele andersdeutende Bilder! Ausserdem, wenn man schon genau sein moechte, reden Sie ueber illegale Migranten die gar keinen Anspruch haetten nach Deutschland einzureusen!

        Es ist etwas faul im Staat Deutschland wenn Menschen wie Sie solche Saetze wiederholen und rein demagogisch missinterpretieren obwohl Sie gut verstehen worum es geht. Grenzen muessen geschuetzt werden, Ergebnisse Merkels Politik sehen wir alle und immer mehr Menschen spueren es auch direkt.

        Wenn man die Grenzen mit Worten und Wasserwerfern nicht schuetzen kann muss man es mit Gewalt tun!

      • Sie verstehen nicht, worum es geht. Auch Herr Pretzell ging nicht so weit, dass er auf legale Flüchtlinge schießen lassen wollte. Es ging also durchaus um illegale Grenzübertritte. Es gibt sogar eine gesetzliche Grundlage zum Schießen, aber er ignorierte wie Sie den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und damit die geltenden Rechtslage. Würden Sie auch Ladendieben in den Rücken schießen lassen, wenn sie weglaufen? Die Alternative ist doch nicht, Ladendiebstahl zu entkriminalisieren oder jeden über die Grenze zu lassen, wie viele Linke das wollen, sondern jeweils angemessen zu reagieren.

      • Verhaeltnismaessigkeit ist selbstverstaendlich weil es zwischen Lautsprecherwarnungen und frontalen Schuessen noch x Stufen einer Eskalation gibt. Korrekt ist Entschlossenheit zu zeigen und zu reagieren wenn erforderlich!
        Also, Sie wuerden auch einen Drogendealer der Ihren Kindern Drogen versucht zu verkaufen nicht mit Schuessen (z.B. in die Beine) an der Flucht hindern?

        Denken Sie auch an Migranten die (deutsche) Grenzposten versuchen zu stuermen, mit Steinen, Molotowcoctails, Stoecken etc. Denken Sie an Situationen wie in Koeln uvm. Ihnen muss es klar sein, dass Gesetze und adequate Schutz der Bevoelkerung Prioritaet haben und heufig nur mit Gewaltanwendung durchgesetzt werden koennen. Liberale Politiker wie Baum, Sabine L-Sch. uva wirken hilflos und
        unglaubwuerdig. Viele Menschen reden schoen bis eigene Familie bedroht wird; dann hilft eine liberal umerzogene Polizei, GS oder Armee aber nichts!

  5. Ich werde nicht CDU wählen. Jeder Erfolg der CDU wird als eine Bestätigung des Kurses von Frau Merkel gewertet, schwächt ihre innerparteilichen Kritiker. Sicher kann es passieren, daß meine Nicht-Stimme für die CDU hilft, daß Frau Kraft Ministerpräsidentin in einer großen Koalition bleibt. Als wichtigen Grund dafür würde dann aber ihre Ablehnung, nur „5 vor 12“ und nur für ihre Person, von Rot-Rot-Grün gewertet- und das ist gut so, auch für die Bundestagswahl! Und ob die SPD-„Rechtere“ Kraft oder der CDU-Linke Laschet Ministerpräsident wird, macht kaum einen Unterschied. Eine Koalition mit der CDU dürfte sich die SPD zudem mit arg linken Koalitionsvereinbarungen abkaufen lassen. Wir haben das ja schon unter der faktischen Kanzlerschaft von Gabriel erlebt. Liberale Politik (etwa Ausgabensenkung, Deregulierung, Privatisierung, Verwaltungsvereinfachung) wird es in NRW im dringend notwendigen Umfang sowieso nicht geben, sondern allenfalls Liberalismus „Lightest“.

    • Ich werde nicht CDU wählen. Jeder Erfolg der CDU wird als eine Bestätigung des Kurses von Frau Merkel gewertet…

      Eben. Wer jetzt CDU wählt, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Diese Wählern haben mit ihrem Kreuzchen ihr Recht verwirkt, sich über Merkels desaströse Politik zu beklagen. Die Idee, Laschet/Merkel zu wählen, um noch Schlimmeres zu verhindern, ist völlig absurd angesichts der Tatsache, daß die CDU sowohl bei der Euro- als auch der Migrationskrise selbst so linke Positionen vertritt, das sie auf Antifa-Niveau liegen.

      • Sie haben immer noch nicht erklärt, ob Sie nun eigentlich in Kanada oder Deutschland leben. Jedenfalls scheinen Sie wenig mit dem deutschen politischen System vertraut zu sein. Um die Europolitik geht es bei einer Landtagswahl überhaupt nicht, um die Zuwanderungspolitik auch nur begrenzt. Was die innere Sicherheit angeht, sind die Verhältnisse in NRW viel schlimmer als in anderen Bundesländern. Da Sie hier nicht leben, ist Ihnen das wohl egal, mir aber nicht. Auch die Bildungspolitik ist in NRW besonders schlecht. Da bin ich als Professor und demnächst als Elternteil direkt betroffen. Ich möchte die Zukunft meiner Kinder nicht aus reiner Protesthaltung beeinträchtigen.

      • Die Bildungspolitik in NRW ist besonders schlecht. Aber die CDU stellt keine Alternative dafür da. Die CDU macht nämlich jeden bildungspolitischen Mist der namentlich linken Parteien mit, wenn auch mit einigen Jahren Verspätung. In B-W wurden viele linke bildungspolitische „Errungenschaften“ nämlich bereits von CDU/FDP umgesetzt, dafür hat es gar nicht erst die Grünen gebraucht.

        Vor allem die Bildungspolitik spricht für die Wahl der AfD, da sie hier zahlreiche Alleinstellungsmerkmale besitzt, die da wären:

        a) Ein Ende des Akademisierungswahns und Stärkung der dualen Bildung
        b) Eine strikte Ablehnung von Gesamtschulen und Stärkung bzw. Wiederherstellung des dreigliedrigen Schulsystems
        c) Ein klares Nein zur internationalen Angleichung nach unten, d.h. ein Nein zum Bachelor- und Mastersystems auf allen Ebenen, bis hinab zu den Berufsausbildungen. Stattdessen eine Orientierung am humboldtschen Bildungsideal

        Außerdem kommen noch hinzu
        a) Ein klares Nein zur staatlichen Gesinnungsindoktrination, welche stattfindet durch verpflichtende Ganztagesschulen, welche jeglichem liberalen Gedanke widerstreben, und einem krankhaften Sexualisierungsauftrag, der den Kindern neue Arten der Sexualität geradezu aufzwängen möchte
        b) Ein klares Nein zum islamischen Religionsunterricht, der in der Regel durch demokratiefeindliche Kräfte wie Ditib ausgeübt wird

        Für ihre Kinder auch wichtig ist innere Sicherheit. Für den desolaten Zustand ist die CDU direkt verantwortlich, weil ein großer Teil des Anstiegs der Kriminalität auf die von Frau Merkel zu verantworteten offenen Grenzen zurückzuführen ist. Eine Wahl der CDU kann hier daher nicht zielführend sein.

        Sie haben eindeutig gegen Ihre Interessen und gegen die Interessen Ihrer Kinder gewählt. Ich hoffe, Sie werden das irgendwann noch begreifen. Ich kann verstehen, dass sie wegen Markus Pretzell persönlich vorbelastet sind und hier eine große Abneigung hegen. Aber musste es dann ausgerechnet die CDU sein?

      • Über die Wahl der CDU lässt sich die desolate Politik in NRW am ehesten ändern. Ob das wirklich gelingt, werden wir sehen, doch ich habe wenigstens nicht die Interesse meiner Kinder und meines Landes für falsche Symbolpolitik eines Scharlatans geopfert.

      • Laschet ist Merkels Bettvorleger, mehr nicht! Der wird auch rot-grüne Politik machen, genau wie die Zonenwachtel!

  6. Ich komme gerade von einem mehrtägigen Aufenthalt in Kempten zurück, wo ich im Jahr 1974 meine ersten Skier gekauft hatte. Eine Stadt nach so langer Zeit wieder zu sehen ist immer interessant. Ich war – das gute Wetter trug sicher dazu bei – hoch überrascht. Eine so blitzsaubere Stadt deutsche Stadt (bayerische Stadt an der Grenze zu Baden-Württemberg) habe ich lange nicht gesehen. Akbsolut kein Leerstand von Ladenlokalen. So, als ob es Amazon dort noch nicht gäbe. Bürger, die ihre Stadt genießen und flanieren können. Diese Atmosphäre überträgt sich auf die Bedienung in den Geschäften. Ich, der ich kaum in einen Bekleidungsladen zu bringen bin, habe mit vorzüglicher Beratung erst mal eingekauft. In einem Telefonshop riet mir der Verkäufer eine spezielles Ladekabel doch lieber im Internet zu beschaffen. Dieser Verkäufer war aus Dortmund und hätte lange bei der Telekom in Bonn gearbeitet. Ich äußerte mich positiv über die Stadt und fand heraus, dass er genau wegen dieser Atmosphäre in der Stadt sei. Da ich in der Hochschule zu tun hatte, die erst 1977 als FH gegründet wurde, habe ich mich dort umgeschaut. Es ist toll, wenn nicht an jeder Ecke gespart werden muss. Das ist ein Campus, wie ich ihn liebe. Kein Siff, alles ordentlich, eine super Ausstattung in den Hörsälen, eine gute Betreung durch das Verwaltunspersonal und großzügige industrielle Sponsoren von Weltruf (Liebherr)!
    Da ich eine Woche vorher in Schweinfurt war, dass in den 90er Jahren abzukippen drohte, empfand ich in dieser Industriestadt ( mehr Arbeitsplätze als Einwohner) ähnliches. Was will ich damit sagen: Bei aller Kritik an einzelnen CSU-Persönlichkeiten: Man kann sehen, was aus einem Land gemacht werden kann, wenn der ideologische Ansatz der Grünen und der SPD keine Rolle spielt. Und man kann sehen, wie hoch der Wohlfühlfaktor in einem Land ist, wenn man sich sicher fühlt. Da die Bayern nicht die besseren Menschen sind, muss es an anderen Umständen liegen, dass dort vieles funktioniert, was in NRW den Bach heruntergeht. Ich bin rechtzeitig zur Wahl wieder hier und gehe wählen. Kraft und Löhrmann müssen abgewählt werden. Die AFD zu wählen fällt mir schwer, bei dem vorhandenen Spitzenpersonal. Laschet, der Klausurenmauschler, wird, wenn er es wird unverdient Ministerpräsident. Insofern werde ich splitten und meinen CDU-Wahlkreisabgeordmeten wählen und die Zweitstimme der AFD geben. Darauf sollte sich Pretzel aber nichts einbilden. Die AFD ist im Moment in NRW nur mein Protestventil! Der Druck muss bei mir raus! In jedem Fall müssen Figuren, wie Jäger und Löhrmann in den Orbit und Frau Kraft aufs Altenteil!

    • Die Wahl der AfD NRW hilft heute aber nicht, um Frau Kraft, Herrn Jäger und insbesondere Frau Löhrmann aus der Regierung abzuwählen. Nach Ihrer Argumentation müssten Sie eigentlich die CSU wählen. Weil das in NRW nicht geht, ist die CDU nicht wegen, sondern trotz Herr Laschet der beste Ersatz.

  7. PS: Mit Koalition mit der CDU meine ich, Koalition unter einem CDU-Ministerpräsidenten. Vernünftigerer Politik unter einer SPD-Regierungschefin sollte die SPD eher zustimmen, denn dann wird das ihrer „Hannelore“ zugerechnet. Und gerade bei der Wirtschaft und bei der Umwelt, beides so wichtig für Arbeitsplätze, sind wohl Frau Kraft und viele Sozialdemokraten sowieso etwas lieber mit der CDU verbunden als mit den NRW-Grünen.

    • Nach Ihrer Argumentation müssten Sie die SPD wählen, nicht die FDP. Aber wollen Sie wirklich Frau Kraft als Ministerpräsidentin behalten und mir Ihrer Stimme auch noch direkt stärken? Das wäre eine Bestätigung von ihrem Kurs, dem von Herrn Jäger und letztlich auch wieder von Frau Merkel.

      • Ich will eine Politik gegen CDU und SPD, hier in NRW und im Bund. So wähl(t)e ich dann auch keine der beiden. Dafür nehme ich dann in Kauf, daß die SPD stärker wird als die CDU. Ich begründete ja schon, warum es wichtiger ist, nicht CDU zu wählen, statt sie (allein) deshalb zu wählen, damit sie und nicht die SPD den Regierungschef stellt. Auf den kommt es nämlich weniger an als darauf, weniger links als CDU zu wählen.

      • Ja- das Linke/ Nichtliberale bei der FDP ist ein Problem…Die FDP fordert aber immerhin mehr Steuersenkungen als die CDU und (jetzt) den Apothekenversandhandel. (Zumindest theoretisch) ist sie auch noch immer gegen den Mindestlohn und gegen Geschlechterquoten.

      • Wem die CDU (und die FDP) zu links ist, kann ja auch die AfD wählen. An der Debatte über die beteilige ich mich nicht- andere sind da hier ja schon engagiert.

      • Sie haben auch da (AfD) „irgendwie“ recht. Insgesamt ist die AfD aber sicher weniger links als die CDU. Daß ich vielleicht zurecht nicht AfD wählte (und vieles für Ihre Aussage spricht), begründet in der heutigen Welt am Sonntag recht gut ein Artikel auf Seite 5: „Petry stimmt mit Grünen und Linken überein. AfD gegen Privatisierung von Straßen und Schulen“. Frau Dr. Petry fordert wortwörtlich ein Monopol des Staates bei Bildung und Verkehr. Damit ist die AfD für mich „endgültig“ (bis zur Umkehr, die ich Menschen immer zubillige) erledigt. Vor einem Jahr hielt ich in Bochum (NRW) einen Vortrag, in dem ich meine Forderung der Schulprivatisierung -als sozial notwendig – ausführlich begründete. Ich fordere das gleiche Recht auf Privatschulen für alle Richtungen (religiös oder nicht) und bin selbst besonders engagiert für die über 200 evangelisch-konservativeren Privatschulen. Deren Liste haben der Nachrichtendienst IDEA und der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS). Vor mehr als 20 Jahren forderte ich schon im Westfalen-Blatt, (Sitz: Bielefeld/NRW) die Straßenprivatisierung. Frau Dr. Petry bezeichnet das Schulmonopol des Staates als „natürlich“. Das Grundgesetz der BRD bejaht aber ausdrücklich ein Grundrecht auf Privatschulen, genauso wie andere Grundrechte! Vielleicht kann der Rechtsanwalt, der mit Frau Dr. Petry verheiratet ist, seiner Gattin einmal eine Ausgabe des obersten Gesetzeswerks der BRD schenken. Im übrigen wünsche ich ihr und ihrem fünften Kind Gottes Segen!

      • Ich finde amüsant, dass bei der AfD, die auf absehbare Zeit ohnehin nie Regierungsverantwortung übernehmen wird, so sehr auf Details im Wahlprogramm geachtet wird und missliebige Dinge herausgepickt werden, während diese bei den regierenden Parteien die Missetaten schlicht ausgeblendet werden.

        Straßen sind öffentliche Güter. Eine Privatisierung leuchtet mir per se nicht ein.

        Privatisierungen von Schulen zu verbieten, ist natürlich falsch. In Anbetracht der bereits stattfindenden und durch Zuwanderung und bildungspolitischen Irrsinn immer schlimmer werdenden Bildungskatastrophe, bleiben Privatschulen auch der letzte Ausweg, um seine Kinder zu schützen.

        Aber grundsätzlich ist natürlich schon richtig, dass wir in Deutschland keine amerikanischen, französischen oder britischen Verhältnisse haben sollten. Wenn Spitzenpositionen nur noch erzielt werden können, wenn gewisse Privatschulen/Privatunis besucht werden, dann begraben wir endgültig die soziale Gerechtigkeit. Der Skandal ist, dass unsere öffentlichen Schulen durch Ideologie und maßlose Zuwanderung so schlecht geworden sind, dass dort keine ordentliche Bildung mehr stattfinden kann. Der Staat muss endlich dafür sorgen, dass öffentliche Schulen wieder an Qualität gewinnen, dann erübrigt sich auch die Diskussion über das Verbot von Privatschulen.

      • Gemeint war wohl ich. Den Begriff des „Öffentlichen Gutes“ auf Straßen anzuwenden, ist zweifelhaft. Straßen sind in recht vielen Ländern auch privat. Allein (!) schon der Schuldenstand des Staates, der desolate Zustand vieler Straßen und der Mangel an Straßen erfordern Straßenprivatisierung, aber bitte eine richtige, nicht die in der Tat teure Scheinprivatisierung durch sogenannte Public-Private-Partnerships. Frankreich hat viele staatliche Eliteschulen, in Paris etwa Henri IV. und Louis-Le-Grand, deren Absolventen oft Spitzenämter erreichen. Es ist ein Vorurteil, daß Privatschulen als solche unsozial sind. Wo das der Fall ist, liegt das öfter daran, daß der Staat privaten Schulen weniger Geld gibt als staatlichen und sich dann die oft guten privaten Schulen Ärmere nicht leisten können. In den Niederlanden, wo rund 70 % der Kinder Privatschulen besuchen, erhalten private Schulen dasselbe Geld vom Staat wie staatliche (auch in Schweden und Belgien). Ich kann hier nicht meinen ganzen Bochumer Vortrag pro Privatschule wiederholen. Heute abend werden wir im Fernsehen mehrere Absolventen katholischer Privatschulen sehen, Löhrmann (Grüne), Laschet (CDU), Schulz (SPD). Wer mich kennt, weiß, daß ich heftigster Kritiker von CDU und FDP bin. Und im Programm der AfD wimmelt es geradezu von antiliberalen Positionen, als ein Beispiel sei der Mindestlohn genannt. Alle kann ich natürlich nicht immer nennen. Und Straßen- sowie Schulprivatisierung sind mir zentrale Anliegen.

      • Ich würde mich definitiv als neoliberal bezeichnen. Aber bei der Privatisierung gibt es manche Perversion. Manche Dinge stellt der Markt besser bereit. Manche Dinge kann nur der Staat bereitstellen. Und manche Dinger lassen sich zwar theoretisch vom Markt bereitstellen, aber er bietet keine klaren Vorteile. Autobahnen sind ein solches Beispiel. Deutschland hat auch kein Finanzierungsproblem. Deutschland gibt mittlerweile fast eine dreistellige Milliardensumme (nicht alles direkt, aber sehr wohl indirekt) jährlich für Flüchtlinge und Eurorettung aus. Mit dieser Summe könnte man alle Straßen Deutschlands spielerisch finanzieren. Deutschland hat mit die höchsten Steuerquoten auf der ganzen Welt. Da sind mehr als genügend Finanzmittel da, man muss sie nur richtig einsetzen.

        Die Schweiz, für mich das Musterland schlechthin, ist sicherlich marktwirtschaftlich. Die Schweiz hat mit die besten Straßen und den besten ÖPNV der Welt. Alles staatliche finanziert.

        Ich bin definitiv nicht staatsgläubig. Aber Straßen sind ein Öffentliches Gut, bzw. Allmendegut. Sie können das zum Privaten Gut machen. Sie haben aber keinerlei Vorteile dadurch, es mangelt nämlich nicht am Kapital für die Finanzierung. Und es stellt sich dann auch die Frage, wofür wir so viele Steuern zahlen. Infrastruktur hat auch immer Netzwerkeffekte, sie können das nicht mit dem Brot vom Bäcker vergleichen. Der Staat hat einfach die Pflicht, seine Aufgaben ordentlich zu erfüllen.

      • Real hat die BRD sehr wohl ein Finanzierungsproblem für staatliche Straßen. Ob es das ohne Zuwanderungskosten und sonstige Mißwirtschaft hätte? Wer glaubt denn, daß die Zuwanderungskosten verschwinden… Und die Schweiz kann sich eben wegen weniger Mißwirtschaft viel mehr leisten… Im übrigen nimmt sie zumindest Mautgebühr, was im übrigen – wie die LKW-Maut bei uns- auch zeigt, daß Straßen kein „öffentliches Gut“ sein müssen.

      • Auch öffentliche Güter müssen finanziert werden, z. B. durch pauschale Mautgebühren oder Steuern. Die Sondersteuern für den Autoverkehr sind viel höher als die öffentlichen Ausgaben für Straßen etc. Wenn Sie dem Staat diese Steuern lassen, aber zusätzliche Nutzungsgebühren einführen, erhöht das die Steuerlast und den Staatsanteil, was ich für nicht sehr liberal halte. Hinzu kommen Effizienzverluste bei der kleinteiligen Erhebung von Straßennutzungsgebühren.

      • Das Wesen von Steuern (was sie von staatlichen Gebühren unterscheidet) ist, daß ihnen keine direkte Gegenleistung gegenübersteht. Kaffeetrinker und Teetrinker etwa erhalten als solche nichts für ihre Steuern zurück. Sicher muß irgendjemand für Straßen zahlen. Das kann sowohl bei staatlichen Eigentümern als auch bei privaten pauschal oder durch Einzelfallberechnung geschehen. Beides verursacht Einziehungskosten wie auch sonst, etwa bei Steuern oder Einzelfallabrechnungen in Supermärkten.

      • Sondersteuern bedürfen einer inhaltlichen Begründung. Bei der Kraftfahrzeugsteuer und früheren Mineralölsteuer (jetzt Teil der Energiesteuer) waren das die Ausgaben für die Verkehrsinfrastruktur und z. T. noch der Ausgleich von Umweltschäden. Die Erhebung über Steuern ist viel günstiger als die Einzelfallberechnung mit Mauthäuschen, was sich durch verbesserte Technik ändern kann (dann aber andere Fragen wie nach dem Datenschutz aufwirft). Faktisch wird aber gar nicht die Abrechnung verändert, sondern die Maut kommt zusätzlich, selbst wenn es auf Betreiben der CSU ganz am Anfang eine Erstattung bei der Kraftfahrzeugsteuer geben sollte. Wir brauchen aber nicht immer mehr Steuern und Abgaben, die schon jetzt auf Rekordniveau sind und zu immer mehr unsinnigen Ausgaben anreizen. Ein schlanker Staat hatte es sich z. B. gar nicht leisten können, die Grenzen einfach für jeden zu öffnen.

      • Schlanker Staat schafft „Grenzöffnung“ wie Staatsstraßen ab. Die Abschaffung der Staatsstraßen verschlankt den Staat schon erheblich. Ursache und Wirkung stärken sich so gegenseitig.

      • Inwiefern verschlankt die Privatisierung eines bereits bestehenden Straßennetzes den Staat? Er hat dadurch Privatisierungserlöse, die bestehenden Steuern und Abgaben werden nicht gesenkt und die Autofahrer werden noch einmal zusätzlich zur Kasse gebeten, wofür der Staat weitere Steuern und gegebenenfalls Sonderabgaben kassiert.

      • Weniger Staat ist ja Verschlankung des Staates. Privatisierungen besorgen das, ob bei Straßen oder früher bei der VEBA (heute EON), deren Investitionen ja der Steuerzahler auch schon bezahlt hatte. Was der Staat dann mit den Privatisierungserlösen macht, ist eine zweite Frage.
        Er kann damit die Staatsausgaben erhöhen oder damit die Steuern senken. Das gilt für jede Privatisierung. Sollen die daher unterbleiben?
        Der erste Zweck der Straßenprivatisierung ist ja, dadurch mehr Investitionen zu erreichen und dem Kunden eine bessere Leistung und mehr Macht über die Produktion zu verschaffen, schlicht übliche Marktwirtschaft.

      • Es sind nicht alle Privatisierung gleich. Sie können durchaus auch zu mehr Staat, problematischen privaten Monopolen oder weniger statt mehr Investitionen führen. Als Liberaler sollte man nicht die Einführung neuer Steuer, Abgaben und Gebühren fordern, sondern deren Absenkung. Erst wenn man Sie nach der Gegenfinanzierung fragt, könnten Sie die Privatisierung von Straßen ins Spiel bringen.

      • Die Frage, ob private Monopole besser sind als staatliche, würde ich gerne erörtern- zu anderer Zeit. Bei Straßen führte eine Privatisierung in der BRD zu mehr Investitionen. Ansonsten ist der Unterschied zwischen Staatswirtschaft und Privatwirtschaft im Einzelfall durchaus, daß Privatisierung zu weniger Investitionen führen kann und soll. Ob Bochum neben Dortmund noch ein Konzerthaus braucht, würde bei rein privater Investition etwa auch verneint werden können.
        Bei Straßenprivatisierung muß man zwischen Verkauf bestehender Staatsstraßen und dem Überlassen der Straßen als Privatsache danach unterscheiden. Werden Staatsstraßen bisher ohne Einzelabrechnung betrieben, kann man im Verkauf in der Tat eine zusätzliche Belastung des Bürgers sehen. Zwar ist der Kauf freie Entscheidung, aber die bisher kostenlose Benutzung muß bezahlt werden. Da wäre es in der Tat sinnvoll, den Verkaufserlös zweckgebunden auszugeben (Schuldentilgung etwa). Zukünftig dem Staat nicht mehr obliegende Kosten für die Straßen sollten zu dauerhaften Steuersenkungen führen oder eben auch zur Schuldentilgung.

      • Wie bei Privatisierungen lässt sich auch für Monopole nicht pauschal beantworten, welcher Umgang damit am besten ist. Insbesondere wenn es potentielle oder monopolistische Konkurrenz gibt, überlässt man sie vielleicht am besten sich selbst. In bestimmten Fällen ist ein staatliches Monopol besser als ein privates. Doch meistens dürfte eine vernünftige Regulierung eines privaten Monopols durch den Staat am besten sein. Es ist auch sinnvoll, den wirklich monopolistischen Teil von anderen zu trennen, bei denen Wettbewerb möglich ist (z. B. das Schienennetz vom Bahnverkehr darauf oder das Stromnetz von der Stromerzeugung).

        Warum sollte eine Privatisierung des Straßennetzes zu mehr Investitionen führen? Selbst wenn es so ist, könnte auch der Staat mehr in die Straßen investieren, wenn er denn wollte. Die Autofahrer würden in jedem Fall noch einmal zusätzlich abkassiert, ob die Straßennutzung nun detailliert oder pauschal bepreist wird. Tatsächlich droht noch etwas anderes, nämlich eine Privatisierung von Autobahnen, für die dann doch wieder nur der Staat (und damit Steuerzahler) zahlt, aber insgesamt mehr als bei eigenem Betrieb.

      • Straßenprivatisierung bewirkte mehr Investitionen, weil der Staat (etwa in der BRD) dafür nicht genug Geld zur Verfügung stellen wird. Er bekommt die Schuldenbremse und er wird nicht bereit sein, andere Ausgaben deutlich zu kürzen. Außerdem investiert der Staat nach allen Hinweisen regelmäßig in schlechterer Weise. In keiner Weise befürworte ich Public-Private-Partnerships.
        Straßenprivatisierung bedeutet so weniger Staus, und damit weniger Umweltverschmutzung (durch Staus), weniger Zeitverlust und Ärger für Autofahrer.

      • Es ist eine politische Entscheidung, ob der Staat mehr für die Infrastruktur ausgeben will, was sinnvoll wäre, diese privatisiert oder weiter verrotten lässt. Ich tippe auf die letztgenannte Möglichkeit.

      • Zumindest gilt: Entweder lässt der Staat die Infrastruktur verrotten oder er erhebt erheblich mehr vom Bürger dafür… Ich vermute, daß der von CDU und SPD beschlossene Ausschluß der Privatisierung bundeseigener Straßen im Grundgesetz zum Ziel hat, so die Schuldenbremse im Grundgesetz zu hintergehen. Man erhebt Straßenbenutzungsgebühren (noch mehr als bisher für LKW und dann eben auch für PKW), um so fast endlos viel Geld eintreiben zu können….

      • Es ist richtig, dass der Markt nicht immer überlegen ist. Trotzdem sollte in einer freien Gesellschaft immer der Staat unter Rechtfertigungsdruck stehen, wenn er in private Entscheidungen eingreift. Was spricht dagegen, wenn jemand privat eine zusätzliche Autobahn bauen will?

        Die Privatisierung der bestehenden Autobahnen mit nachfolgender Bepreisung ist jedoch etwas ganz anderes, weil die Steuerzahler diese Autobahnen bereits bezahlt haben und dann noch einmal als Autofahrer (oder Konsumenten, die etwas mit Lastwagen Transportiertes kaufen) bezahlen müssten. Bei einer Systemumstellung müssten vor allem die jetzt den Autofahrern auferlegten Sondersteuern abgeschafft werden.

      • Auch andere Liberalisierungen im Bildungswesen waren vielleicht gute gemeint, hatten aber in der Realität verheerende Auswirkungen. Früher musste man dort zur Schule, wo man wohnte. Heute gilt das nur noch für die Grundschule. Die Folge ist, dass man seine Kinder notfalls stundenlang an Schulen mit besserer Sozialstruktur (Verklausulierung für geringer Migrantenanteil) schickt. Das hilft vielleicht dem eigenen Kind, aber für die Gesellschaft ist das eine Katastrophe, weil es zu einer Ghettobildung führt und die ohnehin bereits schwierige Integration unmöglich macht, da reine Multikultischulen übrigen bleiben.

        Liberalisierungen im Bildungssystem helfen lediglich den Reichen. Alle bis zur Mittelschicht leiden darunter. Der Staat hat aber die Aufgabe, auch den ärmeren Familien die Chance auf Bildung zu ermöglichen. Dieser Pflicht kommt er immer weniger nach. Das ist vor allem das, was unsere soziale Gerechtigkeit zerstört und Mobilität unmöglich macht. Es gab eine Zeit, da hatten die Deutschen das beste und gerechteste Bildungssystem der Welt und konnten darauf stolz sein Diese Zeiten sind leider lange vorbei.

        Ich bin grundsätzlich immer für Wettbewerb. Das Bildungssystem ist dafür aber nur bedingt geeignet, denn Wettbewerb produziert auch Verlierer.

      • Mehr Verlierer als das jetzige staatliche Bildungssystem kann man kaum produzieren. Übrigens schneiden die beiden Länder mit dem höchsten Privatschüleranteil (Belgien und Nieerlande) trotz hohen Migrantenanteils eher gut ab. In der BRD gilt das für 2 Länder mit hohem Privatschüleranteil, Bayern und Sachsen, nicht aber für Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit wenig Privatschülern. Würden Privatschulen staatlich so finanziert wie Staatsschulen, könnten sie noch sozialer wirken. Je mehr Schüler in einem Stadtteil Privatschulen besuchen, um so geringer wird die Wahrscheinlichkeit, daß sie zur Schule weiter fahren müssen als zur Staatschule. An kleineren Orten Sachsens entstehen ständig neue Privatschulen, um zu verhindern, daß Schüler nach der erfolgten Schließung der dortigen Staatsschule weit fahren müssen…

      • Privatschulen sind ein Ausdruck von Freiheit und führen zu mehr Wettbewerb. Wenn dieser auch die staatlichen Schulen besser macht, dann ist das umso besser. Allerdings gehe ich noch weiter und lehne die Schulpflicht insgesamt ab. Es genügt eine Beschulungspflicht, die auch Lernen zu Hause zulässt (faktisch wird dort ohnehin am meisten gelernt, während in der Schule vor allem Zeit abgesessen wird).

      • Ganz meine Meinung. Ich bin seit vielen Jahren in der Home-School-Bewegung, die genau das fordert.

      • Wettbewerb ist auch im Bildungssystem gut, wobei es nicht nur Wettbewerb durch private Anbieter gibt, sondern auch zwischen öffentlichen. Der Bildungsföderalismus ist viel besser als sein Ruf. Sie sollten vor allem bedenken, dass bundes- oder gar europaweite Standards sich doch nicht an den Besten orientieren würden, sondern am Durchschnitt mit Tendenz zum Schlechtesten.

      • Auch der Staat transportiert Kinder aus Migrantenviertelen in andere Gegenden, etwa aus der Dortmunder Nordstadt an die Grundschule um die Ecke von mir. In den USA wurden von der Linken staatlich lange Busfahrten organsiert, um reine staatliche Schwarzenschulen zu vermeiden.

      • Das ist doch nicht verkehrt. Der Staat kann auch den Besuch privater Schulen subventionieren. Bildungsvoucher sind dabei die liberalere Lösung als das direkte Bezahlen von Schulen.

      • Staatliches „Busing“ widerlegt das Argument (und darum ging es mir), das Vorbeifahren an Migrantenschulen sei nur Folge privater Entscheidungen. Ob das „Busing“ sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Ob das Gutscheinsystem (Vouchersystem) gut ist oder andere Formen der Privatschulfinanizierung, ist weltweit umstritten und die Privatschulfinanzierung wird auch in Art und Höhe in den deutschen Bundesländern verschieden geregelt. Darüber müßte und könnte ich „einen Vortrag halten“ und auch darüber, wie man Kindern Ärmerer und Bildungsferner durch Privatschulen helfen kann.

      • Es würde mich freuen, wenn Sie über Privatschulen einen Vortrag beim Hayek-Club Ruhrgebiet halten. In ein paar Jahren werde ich vielleicht sogar über eine eigene Gründung ernsthaft nachdenken.

      • Gerade Belgien ist ein hervorragendes Beispiel misslungener Integration, verursacht auch durch den hohen Anteil an katholischen Privatschulen. Ich meine hier mal einen Zeitungsartikel im Nachgang der Terroranschläge verlinkt zu haben. Leider finde ich ihn gerade nicht. Aber an den Inhalt kann ich mich noch erinnern. Die Schulabbrecherquote unter Migranten ist irrwitzig hoch. Die Zahlen waren im Bereich von 50%, also weit über dem, was wir in Deutschland haben. Der Grund dafür wurde auch genannt: Die einheimische Bevölkerung besucht katholische Privatschulen und separiert sich so von den Migranten, die staatlich verkommene Resteschulen besuchen. Das kann alles sein, aber sicherlich kein Vorbild für Deutschland.

        Ich habe übrigens ein Semester in Belgien studiert. Ich habe viele Belgier kennengelernt. Auch viele Migranten. Aber nicht an der Uni, da habe ich weder Migranten aus der Türkei, Nordafrika oder gar Schwarzafrika, die ja größtenteils schon in der vielfachen Generation in Belgien leben müssten, getroffen. Die Uni wurde ganz klar beherrscht von indigenen Belgiern und das in einem viel stärkeren Maße als in Deutschland. Und dann können Sie sich zur Abwechslung mal die belgischen Fußballnationalmannschaft anschauen. Ihnen wird ein Unterschied auffallen.

        Es ist nämlich nicht der Fall, dass Deutschland bei der Integration besonders versagt hat. Wenn man sich die Zustände in Frankreich oder Belgien anschaut, dann können wir mit unserer Leistung eigentlich sogar halbwegs zufrieden sein. Viel mehr geht halt einfach nicht.

      • Insgesamt schneidet Belgien bei PISA recht gut ab (trotz vieler Migranten). Sie schreiben, daß Migranten erstens Staatsschulen besuchen und zweitens schlecht abschneiden. Das legt doch nahe, ihnen den Besuch von Privatschulen zu ermöglichen, nahe zu legen. Zahlen aus den USA von privaten Schulen, die Schwarze besuchen, legt das ebenfalls nahe. Was hätten Migranten davon, wenn auch belgische Katholiken miserable Staatschulen besuchten? Katholische Schulen leisten weltweit oft sehr viel (ich bin wahrlich nicht katholisch). Gestern abend sah ich Wahlsendungen im Fernsehen. Dort waren zu sehen Bettina Schausten (ZDF), Armin Laschet (CDU), Sylvia Löhrmann (Die Grünen), Martin Schulz (SPD). Alle besuchten katholische Privatschulen. Und die privaten türkischen Schulen in der BRD haben ja auch einen guten Ruf. (Bloß Erdogan ist gegen die meisten)

      • Staatliches „Busing“ mag in Einzelfällen (Extremfällen) stattfinden, der Regelfall ist es aber nicht. Der Regelfall ist das übermäßig besorgte Akademikerehepaar, das notfalls eigenständig das Kind in einen anderen Stadtteil fährt, während bildungsferne Schichten sich über eine solche Entscheidung erst gar keine Gedanken machen und Ghetto- bzw. Brennpunktschulen entstehen. Opfer sind bildungswillige Unterschichten bis untere Mittelschichten, denen leider die Ressourcen für einen ähnlichen Aufwand des Akademikerehepaares fehlen. Diesen Schichten, die zahlenmäßig die größten Schichten in unserer Bevölkerung sein dürften, wird alleine durch eine Verbesserung der staatlichen Schulen geholfen und durch ein Gelingen der Integration, weil sie von der Masseneinwanderung unmittelbar betroffen sind.

      • Das Konsumverhalten Armer zeigt nach allen Untersuchungen Aufwand für Kinder, etwa für Unterhaltungselektronik, der Fahrtkosten zu Privatschulen öfter übersteigt. Im übrigen gibt es staatliche Finanzierung der Fahrt zur Schule, übrigens in NRW aus bestimmten Gründen auch für weitere Entfernung zu Privatschulen. Privatschulen kann sich jeder leisten, wenn der Staat sie finanziert wie Staatsschulen. Und dann gibt es auch wahrlich keinen Grund, warum sie weiter von ihren Kunden, etwa Migranten entfernt sein sollen. Dasselbe gilt für Schulen für „überbesorgte“ Akademiker. Auch die werden nahe am Kunden sein wollen, auch um dem Fahrtkosten zu ersparen. Im übrigen schilderte ich schon, daß etwa in Sachsen Privatschulen entstehen, weil erstens der Staat Schulen an kleineren Orten schließt, und die Eltern ihren Kindern weitere Fahrten ersparen wollen.


    • Heute Abend werden wir im Fernsehen mehrere Absolventen katholischer Privatschulen sehen

      Ich kenne auch solche katholischen „Privatschulen“. Dort „kauft“ man sich die Noten. Dort gehen jedenfalls all jene Leute hin, die es auf staatlichen Schulen zu nichts gebracht haben und das nötige Kleingeld (ist nicht viel, aber auch 200-300 Euro im Monat muss man erst einmal haben) haben. Ganz plötzlich haben sie da tolle Noten.

      In Großstädten ist es längst normal, dass man seine Kinder auf solche Schulen schickt, so schafft man auch die notwendige Segregation, um weiterhin dem Migrationswahn frönen zu können, ohne selbst davon betroffen zu sein. Denn diese 200-300 Euro monatlich reichen, um den Pöbel fernzuhalten.

      Ich habe nichts gegen Privatschulen, aber dann sollen diese „echt“ privat sein. Dann darf es keine mehrheitlich staatliche Finanzierung geben, wo jeder Steuerzahler der oberen Mittelschicht die Segregation von der Unterschicht bezahlt.

      Zum Glück komme ich aus einer eher ländlichen/kleinstädtischen und industriegeprägten Region und konnte auch an einer staatlichen Schule noch ansprechende Bildung bekommen. Auch soziale Bildung, denn alle Schichten der Bevölkerung waren dort vertreten, auch zahlreiche Migranten. Als ich an die Uni kam und die ganzen Stadtkinder von Privatschulen kennenlernte, war ich schockiert. Diese kannten das Leben nicht und wuchsen in einer Blase auf. Die raue und freie Welt da draußen, war ihnen nicht bekannt. Das äußert sich dann auch entsprechend in den politischen Ansichten, wenn man das echte Leben nicht kennt.

      Nein, der Staat muss anständige Schulen für ALLE bereitstellen. Private Schulen sind für jene da, die nicht an eine staatliche wollen, das muss dann aber auch selbst bezahlt werden.

      • Gegen Notenkauf hilft ein streng durchgeführtes Zentralabitur (und sonstige zentrale Abschlußprüfungen). Inwieweit jetzt Reiche durch Nachhilfe eher Noten kaufen…
        Gerade die von mir besonders geförderten evangelikalen Privatschulen sind voller Kinder von Arbeitern und Handwerkern (fast kein Kind andren Hintergrunds dort). Der Vorwurf „Reichenschule“ sackt bei Eltern von 8 oder 13 Kindern Kindern, deren Vater Elektriker ist, völlig zusammen. Die Schulen gewähren regelmäßig Sozialrabatte. Das dort meist geringe Schulgeld, das in NRW sogar überhaupt nicht gefordert werden darf, würde noch mehr sinken, bezahlte der Staat den Eltern von Privatschülern dasselbe für die Erziehung ihrer Kinder wie Eltern von Staatsschülern. So müssen bisher Privatschuleltern praktisch eine Sondersteuer zahlen. „Segregation“ (Trennung) ist ein Begriff von Intoleranten. Jeder hat das Recht, für sich und die Seinen das ihm gefallene Umfeld zu suchen. Zwang zur Gemeinschaft ist staatliche Gewalt. Im übrigen trennt auch die Staatsschule- oder prägt die Schulen von Villenvierteln oder Elendsvierteln immer Vielfalt? Würden die Kinder statt im Essener Villenviertel eine Adventistenschule in Essen besuchen, wäre zumindest die soziale Vielfalt viel größer… Glauben Sie mir bitte: Alle Vorurteile gegen Privatschulen sind widerlegt…. Wie viele evangelikale Privatschulen kennen Sie?

      • Mit Adventistenschulen kenne ich mich nicht aus. Wohl aber mit Adventistinnen, die an der Uni ihre strenge Erziehung ablegten und die Freiheit weg von Eltern und Freikirche sagen wir mal genossen. Aber das ist ein anderes Thema.

        In meinem Umfeld gab es keine evangelikalen Schulen, nur katholische. Dort treffen die von mir gesagten Dinge zu. Der verzogene Unternehmersohn, den an der staatlichen Schule niemand mehr wollte, blühte dort plötzlich auf, ohne aber bereits grundsätzlich die hellste Leuchte zu sein. Und das war kein Einzelfall. Ich glaube Ihnen aber, dass es bei Ihren evangelikalen Schulen so ist, wenn die Schüler vorwiegend aus wirklich gläubigen Familien (ist ja bei katholischen Schulen längst nicht mehr so, da sind meist völlig andere Aspekte für die Schulwahl relevant) stammen. Da haben Sie eben den sozialen Querschnitt der Mitglieder Ihrer Freikirche. Das ist dann natürlich nicht nur die gehobene Mittelschicht und Oberschicht.

        Ja, Staatsschulen trennen auch, wenn sie in verschiedenen Vierteln liegen. Deshalb ist den ganzen Grünen-Wählern, vor allem jene, die sich nicht im reichen Ökoviertel breitmachen konnten, auch so wichtig, ihr Kind notfalls an das andere Ende der Stadt karren zu können. Sonst müsste ja die Bildung des eigenen Kindes unter der sonst gewollten Kulturbereicherung leiden.

        Ich habe nichts dagegen, dass Sie ihre eigenen Schulen gründen. Nur eben nicht mit Steuergeld. Steuergelder sind, wie sie richtig beschrieben haben, an keine Gegenleistung gebunden. Sie kommen von der Allgemeinheit und sollen der Allgemeinheit sozial dienen. Für mich ist es selbstverständlich, dass der Bezahlende auch bestimmt und ausübt. Derjenige, der bezahlt, ist auch automatisch der Träger der Schule. Ist doch logisch. Der Bürger bezahlt und bestimmt (in Deutschland leider nur indirekt) per Wahlstimme auch über die konkrete Ausgestaltung mit.

        Wenn Sie sich von der restlichen Gesellschaft trennen wollen, weil Sie sonst die Gefahr sehen, dass Sie Ihre religiösen Werte nicht ausreichend leben können, dann ist das für mich gar kein Problem. Aber es ist doch nicht die Aufgabe des Steuerzahlers das zu bezahlen. Das ist dann schon Ihre eigene Aufgabe.

      • Schulfinanzierung ist ein schwieriges und heikles Thema. Aber warum soll ich mit meinen Steuergeldern bezahlen, daß Sie ihre Kinder auf Staatschulen schicken wollen?
        Sollen nur Reiche und wenige andere Schulwahlfreiheit haben, Arme aber nicht? Soll der Staat demnächst Panzer von einer Staatsfirma kaufen, obwohl privat gebaute besser sind? Dasselbe gilt für Gartenarbeiten im Stadtpark. Schulfinanzierung ist Teil der Armenhilfe und des Familienleistenausgleichs. Und der Staat legt ja auch nicht fest, ob jemand von der Sozialhilfe oder dem Kindergeld eine Bibel oder ein Pornoheft kauft.
        Wollen Sie auch, daß von einer staatlichen Firma hergestellte Autos umsonst sind, von einer privaten Firma hergestellte aber voll vom Käufer bezahlt werden müssen? Warum soll der Staat überhaupt beschulen, das nicht Privaten überlassen? Soll ich demnächst die Operation in den Dortmunder städtischen Kliniken umsonst bekommen (auch keine Krankenversicherung dafür mehr bezahlen müssen), im ein paar Hundert Meter entfernten katholischen Sankt-Johannes-Hospital aber bezahlen müssen? Sagen Sie mir, wo Sie wohnen und ich untersuche dann gerne nochmals fest, ob es in Ihrer Nähe evangelikale Schulen gibt. Von „der“ Gesellschaft kann sich niemand entfernen, denn jeder ist Teil von ihr. Was Sie damit meinen, ist Intoleranz durch Finanzierung. Sie wollen dem Staat erlauben zu bestimmen, wer zu „der“ Gesellschaft gehört. Hier geht es noch nicht einmal um Mehrheit und Minderheit. Es gibt Orte in NRW, an denen die große Mehrheit der Kinder Privatschulen (zumindest auf bestimmter Schulstufe) besucht. Da entfernen sich sozusagen Eltern von Staatsschülern von „der“ Gesellschaft.

  8. Guten Tag!

    Ich bitte, dass viele die AfD wählen. Herr Pretzell – so umstritten er ist – ist nicht die AfD in NRW allein. Dazu gehören auch die anderen Kandidaten und Mitglieder im bevölkerungsreichsten Bundesland.

    Es wird eine möglichst starke Opposition benötigt mit soviel Stimmen und Mandaten, wie möglich.

    Politisches Taktieren, wählste den, verhinderste die usw. dient nicht der Sache, Veränderungen in unserem Deutschland herbeizuführen. Schließlich sind wir (habe eine Auszeit aus familiären Gründen nehmen müssen) bisher in zwölf Landtagen vertreten.

    Der Weg ist das Ziel und im September 2017 muss (diesmal) der Einzug in den Bundestag folgen.

    Ich danke Ihnen für die Veröffentlichung im Blog, einen eventuellen Kommentar und Wünsche allen Müttern einen nicht so anstrengenden Muttertag!

    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd Taddicken – Nordenham

    14.5.17, gg. 07:45 h – TQEN

    +++

    • Es ist eine Liste von Pretzell-Getreuen, die wohl vor allem danach ausgesucht wurden, dass ihr Lebenslauf noch unseriöser ist als seiner. Bei der Aufstellung wurde nur taktiert, es ging nie um Inhalte.

  9. Ich persönlich bin nicht mehr bereit, bei einer Wahl die „Partei des kleinsten Übels“ zu wählen. Dafür fühle ich mich zu alt. Ich empfehle deshalb allen kritischen Menschen in NRW, trotzdem eine Partei zu wählen die wahrscheinlich nicht im Parlament vertreten sein wird. Als Staatsbürger empfinde ich eine gewisse Pflicht zu wählen, aber ich fühle mich nicht dazu verpflichtet, bei Wahlen immer wieder den politischen Steigbgelhalter für ein „etabliertes Machterhaltungskartell“ zu spielen. Deswegen geht meine Stimme an die Freien Wähler.

    • Meinen Sie die Partei „Freie Wähler“ oder die konkurrierende Gruppe „Freie Bürger-Initiative /Freie Wähler“?
      Ich halte ebenfalls beide Gruppen für eine bessere Alternative gegenüber den Altparteien. Auch der „Aufbruch C“ ist eine Option. Diese Partei ist seit den letzten Kommunalwahlen in Ostwestfalen stark in den Gemeinderäten vertreten und besitzt so zumindest regional einen hohen Bekanntheitsgrad.
      Allen 3 Gruppen traue ich durchaus ein Ergebnis zu, welches zur Wahlkampfkostenrückerstattung berechtigt. Und ich traue allen 3 Gruppen zu –
      sollten sie denn in den Landtag einziehen – eine bessere Politik zu machen, als CDU/SPD/Linke/Grüne/FDP und Pretzell-AfD.

      • Ist der Aufbruch C auch nur in einem einzigen Gemeinderat in Ostwestfalen vertreten? Ich danke vorab für jeden Hinweis darauf. Der Aufbruch C ist meines Wissens nur im lippischen Teil (Kreis Lippe) von Ostwestfalen-Lippe (so nennt man die Region dort) in 2 (gibt es mehr?) Gemeinderäten vertreten. Ob man die Vertretung mit 2 Sitzen in Lage (für 4,51 Prozent Stimmenanteil) und mit 1 Sitz in Detmold (für 2,97 % Stimmenanteil) „stark“ nennen kann? Inhaltliche Bedenken, die ich gerade als konservativer Evangelikaler gegen diese Partei und alle religiösen Parteien habe, lege ich gerade wegen dieses Stimmenanteils jedenfalls hier nicht dar….

      • Nun ja, diese „Aufbruch-C“ scheint eine konservative Christenpartei zu sein. Für mich keine Alternative. Ich fordere die strikte Trennung von Kirche und Staat. Ein an der Bibel orientiertes Programm scheint mir gefährlich. Es nimmt zudem den notwendigen Argumentatiosspielraum, auch gegen islamistische Bestrebungen zu kämpfen. Denn in vielen islamischen Staaten wird die Rechtstaatlichkeit durch den Einfluss von Religion massiv beschnitten. Die Gruppe FBI ist sehr klein (150 Mitglieder). Zudem finden sich abgemilderte Forderungen zu mehr Bürgerbeteilung und Volksentscheiden, gerade beim Original (FREIE WÄHLER) programmatisch wieder.

      • Viel Richtiges, insbesondere auch (aber nicht nur) Ihre Aussage in Bezug auf Islamisches! Ich bin evangelisch-konservativer Freikirchler, dessen Konfession die strikte Trennung von Kirche und Staat fordert.

      • @ U. Motte

        Als ich vor kurzem in Ostwestfalen war, war die Plakatierung von „Aufbruch C“ in etwa genau so gut vertreten, wie jene der Linken und Grünen.
        Im Umfeld dieser Partei entstehen an mehreren Orten derzeit christliche Privatschulen und Vereine. Eine Hauptstütze der Partei sind zweifellos die frommen, in dieser Region sehr zahlreichen Spätaussiedler.
        Deswegen ist die Partei – obwohl Kleinstpartei – in Ostwestfalen stärker im Gespräch.
        Mein gewähltes Wort „stark“ ist zu streichen, ich hatte nur von Bekannten über mehrere Gemeinderatseinzüge gehört.

      • Als engagierter konservativer Evangelikaler kenne ich die stark von Rußlanddeutschen geprägten Freikirchen in Ostwestfalen-Lippe ganz gut. Ich bin täglich im Kontakt mit solchen Mitchristen dort. Ein Sohn einer mir besonders nahestehenden Dame leitet dort eine evangelikale Privatschule, die sehr gut wächst. Ständig hole ich bei solchen Schulen und bei anderen Informationen über neue Schulen ein. Seit über 25 Jahren präge ich die Liste evangelikaler Privatschulen in der BRD entscheidend mit. Auch im Raum Bonn sind in den letzten Jahren 8 solcher Privatschulen entstanden. In Düsseldorf und Bochum und Bielefeld und Gummersbach und Detmold und Minden (alle in NRW) zählen solche Schulen jeweils mehr als 1000 Schüler.

    • Sie dürfen wählen, wenn Sie wollen, und können es auch ganz lassen. Es ist allerdings ein Zeichen von Rationalität, sich immer für die beste Option zu entscheiden. Wenn nur Übel zur Wahl stehen, spricht das für die Wahl des kleinsten Übels. Strittig sollte zwischen vernünftigen Menschen nur sein, was das kleinste Übel ist. Es könnte auch der Wahlverzicht sein oder die Wahl einer aussichtslosen Partei. Sie dürfen sich dann aber nicht beklagen, wenn andere ein größeres Übel wählen.

      • Was andere Menschen wählen, darauf habe ich eh keinen Einfluß. Das einzige, worauf ich unmittelbaren Einfluß habe, ist der Sachverhalt, daß auch Kleinstparteien bei > 1% mit meiner Stimme einen Wahlkampfkostenrückerstattungsbetrag erhalten. So eröffnet meine Stimme für vernünftige Kleinstparteien die Möglichkeit, daß sie auch bei kommenden Wahlen wieder antreten können.
        Würde ich z. B. die FDP als „kleinstes Übel“ ansehen und wählen, so unterstütze ich sie mit meiner Stimme auch pekuniär (und ich will der FDP kein Geld schenken).
        Deshalb sind lediglich Stimmen für Parteien unnütz, bei denen selbst die 1% – Marke in weiter Ferne liegt.

      • Bei der staatlichen Parteienfinanzierung geht es nur um Kleingeld. Die NRW-Regierung bzw. Parlamentsmehrheit verfügt jährlich über einen hohen elfstelligen Betrag. Wenn davon nur ein Promille besser ausgegeben wird, übersteigt das die Parteienfinanzierung bei weitem.

      • Sie irren sich. Torstens Wahl ist völlig rational (im Gegensatz zu Ihrer). Nur bei einer Wahl, bei der die eigene Stimme den Ausschlag gibt, wäre eine taktische Wahl des kleineren Übels wirklich rational. Da das aber praktisch ausgeschlossen ist, kann man eigentlich immer wählen, was man will, denn die eigene Stimme wird nie den entscheidenen Unterschied ausmachen. Es gibt im übrigen auch strategische Ziele unterhalb der 5-Prozent-Hürde, die erreichenswert sind, wie die Parteienfinanzierung. Die Freien Wähler können das sicherlich schaffen.

      • Eine einzelne Stimme ist tatsächlich irrelevant bzw. noch weit unterhalb der Auszählfehler. Das ist ein schwerer Mangel unserer Ausgestaltung der Demokratie. Doch wir diskutieren hier nicht einfach über meine Stimme, deren Abgabe letztlich geheim ist, sondern über öffentliche Wahlempfehlungen. Wenn alle Blogleser, die in NRW wahlberechtigt sind, zusammen mit Familie und Freunden in eine bestimmte Richtung stimmen würde, könnte das durchaus die Vergabe eines Mandats bzw. sehr knappe Mehrheiten verändern. Dabei macht es einfach einen größeren Unterschied, wenn die CDU gerade eben die SPD überholt als wenn Frau Dworeck-Danielowski familienpolitische Sprecherin der AfD wird und nicht mehr finanziell auf ihr angebliches Hobby angewiesen ist.

      • Widerspruch: Natürlich darf ich mich über die Wahlentscheidung anderer Menschen beklagen, wenn ich selbst meine Pflicht erfüllt habe und ebenfalls wählen gegangen bin. Unabhängig von den rein theoretischen, oder wie Sie es nennen „rational“ zu erwartenden Erfolgschancen. Ich kann mich nur dann nicht beklagen, wenn ich Wahlen nicht wahrnehme, Sie boykottiere, oder ungültig wähle. Wer nicht wählt, wählt immer die Falschen.

      • Auf diesen Zug sollten Sie nicht aufspringen. Diese Frau kann ja fragwürdig sein. Ihr „angebliches“ und „bezahltes“ Hobby ist allerdings sicherlich das geringste Problem. Vor allem für Sie als selbst bezeichneten Liberalen sollte das keine Rolle spielen. Für mich spielt das jedenfalls keine.

      • Wie bei vielen Skandalen geht es doch weniger um das frühere Verhalten als den heutigen Umgang damit. Sie hat die Landeswahlversammlung getäuscht, als sie auf ihren normalen Beruf, ihre Familie und vor allem ihre konservativen Einstellungen zur Familienpolitik hinwies, nicht aber auf diese Nebentätigkeit, die sie auch nicht völlig diskret wahrnahm, sondern öffentlich im Internet. Von daher ist das politisch relevant, während sie jetzt Berichte darüber gerichtlich verbieten lässt, weil es angeblich eine völlige Privatsache wäre. Hinsichtlich reinen Privatpersonen würde ich zustimmen, nicht aber bei Kandidaten für öffentliche Ämter, die sich heuchlerisch anders präsentieren wollen.

      • @ Ulrich Motte
        Ich bin evangelisch-konservativer Freikirchler, dessen Konfession die strikte Trennung von Kirche und Staat fordert„.
        Da stimme auch ich Ihnen als Katholik zu! Wir müssen in Deutschland weg von den staatsfinanzierten Pfarrern! Wir brauchen Hirten, NICHT Beamte!

      • Recht viele (gerade konservative) Katholiken tendieren zumindest in diese Richtung! Die strikt evangelisch-reformatorischen (und damit auch konservativen) Freikirchen waren anderseits schon früher sehr oft Kämpfer für die Freiheit von Katholiken (und oft aller anderen Religionen bis hin zum Atheismus), als die katholische Kirche (wie auch manche evangelische) Religionsfreiheit noch ablehnte. Ich halte Mitte Juli einen Vortrag zu „500 Jahre Reformation“ in Bochum (Nachbarstadt von Dortmund, wo ich wohne), wo ich auch auf „Staat-Religion“ eingehen werde.

      • Das ist auch mein Wunsch, das ist auch meine Bitte, an Herrn Prof. Dr. Dilger! Danke für diese viele Arbeit!

    • Sie haben einen Fehler gemacht. Ob nun die CDU oder die SPD die Regierung führt, ist geschenkt. In Ba-Wü hat der Austausch des Koalitionspartners auch keinerlei Veränderungen herbeigeführt. Dort ist die Grundschulempfehlung immer noch nicht verbindlich. Um der CDU einen Showerfolg zuzubilligen, soll man diese bei der Schulanmeldung zumindest vorzeigen müssen. Realer Effekt gleich 0, die Eltern können immer noch machen, was sie wollen. Ob SPD oder CDU, der Bürger merkt keinen Unterschied.

      Nein, CDU/SPD/Grüne/FDP/Linke sind in der Realität eine Einheitspartei, programmatisch existieren Unterschiede allenfalls noch auf dem Papier. Ob nun SPD-geführt oder CDU-geführt, das ist völlig gleich.

      Wer ernsthafte Veränderung will und seinen Unmut äußern (nur geäußerter Unmut kann etwas verändern), der muss die AfD als einzige ernsthafte Oppositionspartei wählen. Auch eine Pretzell-AfD, selbst mit Wut im Bauch. Die letzten Erfolge der AfD haben immerhin bereits die Rhetorik der CDU verändert. Um die tatsächliche Politik zu verändern, braucht sie aber noch größere Erfolge. Deswegen kann ich alle um das Wohl Deutschlands besorgen Bürger nur darum bitten, die AfD zu wählen. Pretzell schädigt Deutschland und NRW weniger als es die Altparteien tun, er wird eh keine Macht bekommen.

      • Es gibt große Unterschiede zwischen den Bundesländern, die nicht nur, aber auch mit den regierenden Parteien zu tun haben. Bayern wird von der CDU einfach besser regiert als NRW von der SPD. Baden-Württemberg steigt jetzt durch die Grünen ab. Richtig ist, dass der oder die Juniorpartner in der Regierung weniger wichtig sind als der Seniorpartner mit dem Ministerpräsidenten. Die AfD nutzt effektiv vor allem Frau Merkel und in den Ländern noch linkeren Parteien.

    • Lieber Herr Dilger,

      dann haben Sie also gerade mit Ihrer CDU Stimme den Landesverband gewählt, der wie kaum ein anderer die Politik von Frau Merkel unterstützt.
      Herr Laschet ist einer – wenn nicht der – glühenste Verehrer von Frau Merkel.

      Oft argumentieren Sie hier grundsätzlich.
      Halten das Grundgesetz und das demokratische Prinzip in diesem Lande hoch.

      Und nun?
      Wählen Sie eine Partei, die permanent gegen das eine verstößt und gegen das andere kämpft.

      In NRW und anderswo standen wieder tausende Bürger auf der Straße und haben Wahlkampf gemacht.
      Durch die Lügen der Systemmedien gehen sie ein hohes Risiko ein.
      AfD-Mitglieder und Sympathiesanten haben ihre Arbeitsplätze verlohren. Häuser wurden von Ihnen verschmiert. Autos angezündet.
      Auch sind einige nach Übergriffen im Krankenhaus aufgewacht!

      Wer für eine andere Politik ist bzw. überhaupt FÜR das demokratische System, kann nur AfD Wählen und diese mutigen Bürger unterstützt.
      Sonst ist bald niemand mehr bereit sich für AfD Politik zu engagieren.

      Vor diesem Hintergrund hat auch der mieseste Landesverband der AfD ein gutes Ergebnis verdient.

      • Nein, die AfD hätte wie jede andere Partei einen fairen und gewaltfreien Wahlkampf verdient gehabt, verdient aber zumindest in NRW kein gutes Ergebnis. Wenn Frau Kraft heute abgewählt wird, eröffnet das auch wieder mehr Optionen gegen Frau Merkel als ein gutes Ergebnis für Herrn Pretzell. Unabhängig davon muss unbedingt verhindert werden, dass Herr Jäger länger Innenminister bleibt und unser Leben gefährdet, während sein Parteigenosse Karl Lauterbach die Bürger gar nicht mehr staatlich vor Kriminellen schützen lassen will, sondern auf private Vorsorge verweist (siehe „Diskussion über Sicherheit: Vorschlag von SPD-Mann macht Plasberg fassungslos“).

      • Diesen Beitrag kann ich zu 100 % unterstützen. Ich kann dieses Land kaum mehr als demokratisch bezeichnen, wenn Parteien so in ihrer Existenz gefährdet werden, weil Personal angegriffen und systematisch ausgegrenzt wird und dies von den Medien nicht nur begünstigt, sondern größtenteils unterstützt wird. Mit sachlicher und fundierter Kritik an der AfD hat das längst nicht mehr zu tun. Das ist eine moderne Hexenjagd. Und nur aufgrund einer solchen Hexenjagd findet sich in der AfD auch eine Person wie Pretzell an der Spitze. Eine Stimme für die AfD ist eine Stimme für die Demokratie.

  10. Mir war es wichtig, die Grünen abzuwählen. Lindner mag ich nicht. Aus diesem Grunde bekam die CDU beide Stimmen. Ich hätte allerdings lieber die freien Wähler gewählt. Möglicherweise hätte ich sogar dem örtlichen AfD-Kandidaten eine Stimme gegeben. Aber die durchaus denkbare Abwahl der Grünen sehe ich als historische Chance an und die wollte ich nicht verspielen, indem ich meine Stimmen an eine Partei, die mit hoher Wahrscheinlichkeit den Sprung ins Parlament nicht schafft , oder an einen aussichtslosen Kandidaten vergebe.

  11. Heute kann ich keine Partei ohne Bauchschmerzen wählen, es bleibt also beim kleineren Übel. Das kann sich bei einer prezellfreien Bundestagswahl durchaus ändern.

  12. Ich habe diesmal auch CDU gewählt.

    Meine Wahlentscheidung habe ich heute spontan getroffen, zum einen weil ich Kraft und Jäger verhindern will, zum anderen weil Herr Pretzell gestern Nachmittag auch noch den letzten Zweifler von seiner Unfähigkeit, Politik zu machen, überzeugt hat.

    Pretzell wird von Ihnen überschätzt. Kein vernünftiger Politiker lässt sich mit so einem ein. Warten wir doch die Wahl ab und wie seine Paladine auf wenige Listenplätze reagieren.
    Leute wie Pretzell muss man nur laufen lassen, sie erledigen sich dann irgendwann von alleine.

    • Dann bin ich mal auf das Wahlergebnis gespannt. Hier haben ja viele Leute wegen Pretzell verzichtet. Wie das Ergebnis heute auch immer ausfällt: Es lässt hoffen, dass das Bundestagswahlergebnis in NRW mit Gauland und Weidel um 2-3 Prozentpunkte höher ausfällt.

      • Die AfD wird auf Bundesebene nicht besser abschneiden. Die FDP wird auf Bundesebene deutlich dazu gewinnen.

        Konservative, die es mit der Merkel nicht können werden eher FDP als AfD wählen, weil sich mit Schwarz-geld rot-grün oder schwarz-rot vermeiden oder innerhalb von schwarz-rot reduzieren lässt.

        SPDler, Grüne und Linke, die nunmehr die Nase voll von Multi-Kulti haben, Zukunftsangst haben oder dem Schmidt-Flügel angehören, werden vorwiegend CDU, weniger AfD, aber eher gar nicht FDP wählen.

        Ich prognostiziere daher, dass die CDU bei der Bundestagswahl hinzugewinnt, die FDP entweder zweitstärkste oder starke dritttstärkste Kraft wird. Die AfD wird sich knapp bei 7 Prozent halten. SPD / Grüne werden stark verlieren, die Linke wird vom „Schulz“-Effekt ( Glaubwürdigkeitsproblem: Reicher Mann, Abgreifen von Sitzungsgeldern = Abzocker [Ist keiner von uns.]) profitieren.

        Schwarz-Geld wird zwar von Merkel angeführt, sie wird aber das Thema „Sicherheit“ im weitesten Sinne nicht vernachlässigen. Die blutige Nase, die sie sich mit dem Versagen 2015 / 2016 zuzog, wird sie tunlichst zu vermeiden suchen. Sie ist vermutlich heilfroh, dass die SPD / Grüne so dumm sind und waren das Thema „Unsicherheit“ groß auf ihre Fahnen zu schreiben und sich so als Buhmänner zur Verfügung, stellen. Dem Schulz dämmert so langsam, dass die bisherige wahltaktisch ziemlich blöde war.

        Die offene Flanke der CDU ist zur Zeit die Stasi-Uschi. Hier spreizen sich Volks- und Medienmeinung. Wenn dies die nächsten Umfragen dies untermauern, dann ist die Zeit von Uschi erledigt, denn Merkel wird die Flanke nicht offen lassen..

      • Mir scheint es noch zu früh für Prognosen zur Bundestagswahl. Wahrscheinlich schwächelt die SPD noch mehr, bleibt aber doch deutlich vor der FDP. Für die AfD ist abgesehen vom eigenen (Fehl-)Verhalten wichtig, wie knapp die Entscheidung erscheint. Frau Merkel bleibt quasi sicher Kanzlerin, doch wenn es absehbar wieder eine Große Koalition wird, werden mehr Leute aus Protest dagegen die AfD wählen. Könnte es hingegen auch eine schwarz-gelbe Koalition werden, würde zumindest ich diese bevorzugen, und zwar sowohl wegen der bürgerlicheren Ausrichtung als auch der knapperen Mehrheit, die Frau Merkel stärker restringiert.

        Frau von der Leyen ist inzwischen eine Belastung für die Regierung und die Bundeswehr, so dass ich mit ihrer Ablösung rechne, aber ohne zusätzlichen Skandal wohl erst nach der Bundestagswahl.

  13. Sollte die CDU stärkste Partei werden,
    wir sich Morgen Herr Laschet vor die Mikrofone in Berlin stellen und vollgendes Sinn gemäß sage:
    – die CDU hat ein spitzen Ergebnis…
    – das auch deswegen zustande gekommen ist,
    weil sich prominente CDU Bundespolitiker im allgemeinen und Frau Merkel im besonderen in NRW im Wahlkampf engagiert hat…
    – daher ist diese Ergebnis auch ganz klar ihr (Merkels) Erfolg und eine BESTÄTIGUNG ihrer Politik…

    Ergebnis?
    Alles bleibt wie es ist.

    Verhindert hätte dies nur ein starkes AfD Ergebnis… den je stärker die AfD, je stärker der Druck aus den EIGENEN Reihen der CDU auf Merkel. Punkt.

    • Es wird kein starkes AfD-Ergebnis geben und Frau Merkel gewinnt im Herbst sowieso. Also können wir uns darauf konzentrieren, worum es bei einer Landtagswahl geht, nämlich die Verbesserung der Landespolitik und die Abwahl einer sehr schlechten Landesregierung.

      • Die Kommentare hier lassen ja ein schwaches AfD-Ergebnis vermuten. Aber sie lassen auch Hoffnung auf einen Aufschwung. Es sind hier eher die abtrünnigen CDU-Wähler, die wegen Pretzell zur CDU zurückkehren. Noch mehr Stimmen hat die AfD aber von der SPD (und deren Nichtwähler) gewonnen. Diese werden kaum zur SPD zurückkehren. Deswegen wird spannend zu sehen sein, was diese machen.

        Jedenfalls wird Armin Lusche wohl neuer Ministerpräsident.

        Merkel wird Bundeskanzlerin. Aber mit einer Stimme für die AfD bei der nächsten Bundestagswahl wird es zumindest wahrscheinlicher, dass die Grünen außen vor bleiben, weil Jamaika nur eine knappe Mehrheit hätte. Jamaika dürfte bundesweit wohl nur bei einer deutlichen Mehrheit (ansonsten werden sich CSU oder Grüne wohl nicht darauf einlassen) kommen. Das wäre zumindest eine dieser marginalen Verbesserungen, die sie hier in NRW so betonen.

      • AfD und FDP in Parlamenten verhindern allermeistens rot-rot-grüne Mehrheiten dort.

      • Lieber Herr Dilger,

        ich respektiere so ziemlich jede Entscheidung bzw. jedes Votum eines Wählers.

        Allerdings… möchte ich aber auch nicht für dumm verkauft werden ;-))

        Seit je her gilt eine Landtagswahl in NRW als „kleine Bundestagswahl“.
        Hier gibt es 13,1 Millionen Wahlberechtigte.

        Die Ergebnisse hier können BUNDESregierungen stützen oder stürzen.

        Die NRW-Wahl ist dann diesmal auch noch die letzte vor einer schicksalhaften Bundestagswahl im September.

        Das als „normale“ Landtagswahl zu verkaufen ist also Quatsch.

        Die Ergebnisse in NRW zählen also doppelt.
        Wer ein „weiter so“ haben möchte, kann CDUSPDGRÜNEFDP wählen. Völlig egal.

        Und wer das nicht möchte – UND seine Stimme nicht in den Mülleimer werfen will – eben nur Blau.

  14. Sehr lebhaft hier…

    Mir sind zwei Punkte extrem wichtig.
    Die Grünen rauszukriegen und die AFD möglichst gut abschneiden zu lassen.

    Die CDU zu wählen halte ich in jeder Hinsicht für falsch.
    Damit wird Merkel ja geradezu bestärkt so weiterzumachen wie bisher.

    Übrigens ist das Wahlprogramm der AFD sehr gut gefasst und sollte besser in Umlauf gebracht werden,damit die Leute auch wissen was die AFD will und was nicht.

  15. Ich rede nicht von Pretzell,den mag ich auch nicht.
    Ich glaube auch nicht,das P&P mittelfristig in der AFD überleben werden.

    Es geht um die AFD und die hat ein gutes Programm.

    Es sieht gerade nach 7,5 % für die AFD aus – zu wenig.
    Die FDP hat wieder die Kleinsten Übel Wähler für sich gewonnen,wobei Liberale an sich genommen schon sehr übel sind,was aber kaum einer weiß.

    Das wird noch ein langer Weg für die AFD…..

    • „. . .Das wird noch ein langer Weg für die AFD…..“

      Sehe ich nicht so- die Piraten machen es doch gerade vor.

    • Mit 7,5% kann man das Land nicht verändern, aber wenn man am sich durchliest, aus welchen Gründen am Ende die bürgerlichen Wähler doch wieder umgefallen sind, muß man sich nicht wundern.

      Merkel kann sich in ihrem globalistischen Linkskurs bestätigt fühlen. Sie hat die bürgerlichen Wähler genau richtig eingeschätzt als Windpumpen, die zwar viel herumjammern, aber im entscheidenden Moment ihr Kreuzchen wieder an der alten Stelle machen.

      Solange die Leute nicht begreifen, daß das alte Spiel der Wahl des geringeren Übels nicht mehr funktioniert, weil sich die beiden Großparteien im wesentlichen nur noch in der Farbgebung unterscheiden, wird das Land weiter nach links abdriften.

      • Sie blenden in Ihrer Betrachtung die Rolle der FDP aus.
        Lindner hat sich (zumindest verbal) klar rechts von der CDU positioniert.
        Anders als Herr Pretzell hat die FDP es verstanden, flächendeckend Wahlkampf zu betreiben und dabei die Gemeinden, Klein- und Mittelstädte nicht zu vernachlässigen. Deswegen sind viele Wähler dort bei der FDP hängengeblieben. Das beweist, daß man auch im Westen Wahlen gewinnen kann, wenn man sich rechts von der Union positioniert.

        Eine dubiose, nicht wahrnehmbare Phantompartei hingegen schreckt eher ab.
        Auf dem Lande muß ein Politiker greifbar sein. Die bürgerlichen Wähler sind also nicht umgefallen, sondern fühlten sich von der AfD vielerorts alleingelassen.
        Das System Pretzell ist es, was gescheitert ist.

        Eine Fundamentalopposition kann nur erfolgreich sein, wenn sie wahlkampftechnisch den Weg Höckes und Poggenburgs geht. Sie muß sich eine starke Basis – ausgehend von den ländlichen Regionen – aufbauen und dort unaufhörlich auf der Straße präsent sein. Die vermerkelten Städte werden dann früher oder später wie eine reife Frucht fallen.

        Je eher die AfD die Konsequenzen zieht und P&P zum Teufel jagt, desto stärker wird sie auch in NRW zukünftig sein.

      • Mit Wählerbeschimpfung kommen Sie nicht weiter. Das hat uns bei den Altparteien aufgeregt und das ist auch jetzt wieder so. Wenn die Wähler der AfD das Vertrauen nicht aussprechen, dann darf man diese nicht beschimpfen.

        Sondern man muss das analysieren und überlegen, wie man das nächste Mal mehr Wähler erreichen kann.

        Die meisten Wahlkreise sind ausgezählt. Am stärksten sind die Ergebnisse im Pott, bis zu 15 Prozent gab es etwa in Gelsenkirchen. Die schwächsten Ergebnisse gab es auf dem flachen Land im Norden und Nordwesten. Außerdem natürlich in den Unistädten. Insgesamt ist die Partei dort stark, wo die SPD stark ist.

        Das Wählerklientel der CDU ist zäh. An das kommt man offensichtlich kaum ran. Die Strategie von Gauland vor allem die untere Mittelschicht anzusprechen, ist richtig. Dort muss man aber auch verstärkt Präsenz zeigen. Bei der SPD und im Nichtwählerbereich ist mehr zu holen als bei der CDU. An die Wähler der CDU, die entweder sehr alt sind oder eher jung und von der Merkelmedienpropaganda beeinflusst, kommt kaum ran. Das kann im Einzelfall gelingen (Kretzschmann), aber generell ist das sehr schwierig. Deshalb heißt es nun geschlossen agieren, Kurs halten und versuchen vor allem im Nichtwählerbereich zu punkten. Dazu muss man im Wahlkampf präsenter sein. Die CDU-Wähler gewinnt man nicht mit Inhalten. Die CDU-Wähler gewinnt man allenfalls mit einem Gefühl, das „Ruhe“ verspricht. Auch da kann es nur Geschlossenheit heißen und dann hoffen, dass ein paar mehr hängen bleiben.

      • Richtig, Wählerbeschimpfung ist in einer Demokratie nie sinnvoll. Die CDU-Wähler sind jedoch viel heterogener, als Sie annehmen. So gehörte ich diesmal auch dazu. Während andere die CDU wegen Frau Merkel gewählt haben, habe ich es trotz ihr getan, um in NRW Frau Kraft und Herrn Jäcker zu verhindern, was gelungen ist, während Herr Laschet jetzt doch tatsächlich noch mit den Grünen verhandeln will, obwohl sie für keine Regierungskoalition nötig sind.

      • Sie blenden in Ihrer Betrachtung die Rolle der FDP aus. Lindner hat sich (zumindest verbal) klar rechts von der CDU positioniert.

        Das Rechtsblinken und Linksabbiegen ist doch der durchsichtigste Politikertrick überhaupt. Von einem Wähler kann man verlangen, daß er sich noch erinnert, daß Lindners FDP noch letztes Jahr zu den hysterischsten Einladungsparteien gehörte und noch vorletztes Jahr den Euro für alternativlos hielt.

        Mit Wählerbeschimpfung kommen Sie nicht weiter.

        Die CDU-Wähler gewinnt man nicht mit Inhalten.

        Ja, was denn nun? Ihre Aussage ist viel vernichtender als meine. Sie sagen doch das Gleiche: CDU-Wähler sind lernresistent.

        Ist aber auch egal. Ich war mir schon vorher der Kurzsichtigkeit und Ängstlichkeit des Durchschnittswählers bewußt. Deswegen sind wir ja erst in diese Lage gekommen. Trotzdem frustrierend, das immer wieder schwarz auf weiß bestätigt zu bekommen. Als Berufspolitiker würde ich meine eigenen Schlüsse daraus ziehen. So wie Merkel es längst getan hat. Gott sei Dank liegt der Atlantik zwischen uns. Merkel-Flüchtlinge würde ich wegen ihrer völligen politischen Verblödung nicht aufnehmen, den aufziehenden Bürgerkrieg müßt ihr schon selbst austragen.

      • Sie haben also Deutschland den Rücken gekehrt und leben im liberalen Einwanderungsland Kanada. Das ist schön für Sie. Doch dann sollten Sie den in der Heimat verbliebenen Deutschen keine falschen Ratschläge erteilen, an die Sie selbst und Ihr Gastland sich nicht halten. Gestern wurden die Verhältnisse in NRW etwas gebessert, und zwar weil hinreichend viele Wähler wie ich die CDU unterstützt haben. Im September wird es noch schwieriger, doch Sie helfen keinem, nicht einmal der AfD.

      • Zumindest NRW ist gestern nicht nach links abgedriftet. Bürgerliche Mehrheiten sind möglich, insbesondere wenn Die Linke nicht ins Parlament einzieht. Der größte positive Beitrag der AfD ist wohl, der Linken wie auch der SPD ein paar Stimmen abgenommen zu haben.

      • Ich habe per Briefwahl gewählt und kenne die Verhältnisse in NRW bestens.
        Natürlich ist NRW nach links abgedriftet, weil die Wahl von Laschet den Linkskurs der CDU bestätigt. Hätte die CDU krachend an die AfD verloren, hätte sie sich konservativer neu aufstellen müssen. Diese Chance ist jetzt vertan. Mit dem endgültigen Überwechseln der CDU stehen 93% aller Parlamentsparteien im Düsseldorfer Landtag links von der Mitte. Und das nennen Sie Erfolg?

      • Wollen Sie ernsthaft behaupten, dass CDU und FDP in NRW linker wären als SPD und Grüne? Eine krachende Niederlage der CDU durch die AfD stand nie zur Diskussion. Meine einzelne Stimme macht ohnehin keinen Unterschied, doch schon wenige Promille hätten real zu einer schlechteren Situation führen können, wie ich dargelegt habe.

        Vielleicht sollten in Kanada lebende Menschen in Deutschland nicht mehr wählen dürfen, da sie auf Verhältnisse Einfluss nehmen, die sie selbst nicht mehr wirklich betreffen.

    • Warum sollte er? Er wurde doch Kanzlerkandidat, um die Große Koalition unter Frau Merkel fortsetzen zu können. Vom Schulz-Effekt war er dann selbst überrascht. Dieser ist jetzt weg und er wird wieder versuchen, nicht zu deutlich zu verlieren.

      • Was will er auch bei Wählern machen, die monate- und jahrelang gegen Merkel waren und dann im entscheidenden Augenblick einknicken?

      • Es ist vor allem die SPD, die wieder einknicken und sich in der nächsten Großen Koalition Frau Merkel unterordnen wird. Wenn die SPD verbindlich erklären würde und könnte, Frau Merkel auf keinen Fall mehr zur Kanzlerin zu machen, hätte sie im September meine Stimme. Da sie jedoch wieder Frau Merkel unterstützen wird und diese in einer Großen Koalition besonders stark ist, liegt das kleinste Übel anderswo.

      • Sie verstehen immer noch nicht, Herr Dilger. Sie versuchen zwischen CDU und SPD hin- und herzulavieren, ohne zu begreifen, daß sich beide im großen und ganzen in dieselbe Richtung bewegen. Ihre Wahlempfehlung ist die von jemandem, der verzweifelt auf einer schiefen Ebene auf der Suche nach dem besten Platz hin- und herspringt, ohne zu erkennen, daß man die Neigung der Ebene als solche beseitigen muß.

        Mit ihrem Blog hätten Sie die Möglichkeit, diese Ebene, also das Overtonfenster wieder ein wenig in die Waagerechte zu bringen, aber ihr Wahlverhalten bewegt sich in den vorgegebenen Parametern des Parteiensystems und zementiert es dadurch. Mit ihrer Stimme haben Sie Merkel und ihren Linkskurs bestätigt.

        Diese Wahl hat mir die Augen geöffnet. Es verkehren viele kluge Köpfe auf diesem Blog, die rein intellektuell die Einseitigkeit und den Linksdrall des jetzigen (Parteien)System völlig durchschaut haben, die sich aber im letzten Moment entweder im Dickicht ihrer eigenen Gedanken verrennen oder denen die Konsequenz fehlt, ihr (Wahl)verhalten entsprechend anzupassen. Das ist eigentlich elender als Wähler, denen aus Bildungs- oder sonstigen Gründen, die sie nicht selbst verschuldet haben, der notwendige Durchblick mangelt.

        Was nützt die ganze Laberei, wenn am Ende wieder das Alte empfohlen wird?

      • Sie argumentieren wie SPD und Grüne (siehe „Ein wütender Bürger ist kein Wutbürger: Vom Triumphzug zum Rückzug – warum die SPD sich nicht berappeln wird“), die die Wähler beschimpfen und für dumm halten, nur weil sie nicht wie gewünscht wählen. Meinetwegen dürfen Sie an die absolute Mehrheit der Pretzell-AfD glauben, ich halte diese jedoch weder für wünschenswert noch irgendwie realistisch. Im Gegensatz zu Ihnen lebe ich in NRW und in Deutschland und möchte hier zeitnah reale Verbesserungen oder zumindest nicht immer noch mehr Verschlechterungen.

  16. Pingback: Kraft wird in NRW abgewählt | Alexander Dilger

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