Massive Verspätung mit der Bahn

Schon länger fahre ich nicht mehr gerne mit der Bahn. Wenn ich es doch tue, habe ich kein Glück. Heute ging es nicht nur um eine ‚Nutzlose Reservierung bei der Bahn‘ (obgleich diese im Ersatzzug auch keinen Wert mehr hatte) oder ‚Ärger mit der BahnCard‘ (den ich indirekt bei der Buchung hatte, weil deswegen noch mein Account gesperrt war mit entsprechendem Abbruch, nachdem ich alles eingegeben hatte, weshalb ich ihn nun gelöscht habe), sondern ausgerechnet vor meinen ICE hat sich jemand geworfen (siehe „Nach Sperrung bei Leiferde: Bahn fährt wieder“). Das geschah übrigens nicht an einem Bahnhof, sondern in einem Waldstück, wobei ich nicht nur, aber auch mit Rücksicht auf das Bahnpersonal und Tausende Reisende empfehlen würde, von solchen Taten Abstand zu nehmen.

Es dauerte über zwei Stunden, bis der Zug ein kurzes Stück bis zum kleinen Bahnhof von Meinersen weiterfahren durfte, wo er von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurde, als wenn es da noch viel zu ermitteln gäbe. Dort war wieder Warten angesagt, da nur wenige Türen an dem für einen Doppel-ICE viel zu kurzen Bahnsteig geöffnet werden sollten. Immerhin stand schon ein Ersatzzug bereit, wenn auch kein ICE. Dieser fuhr nicht nur, wie anfangs angekündigt, bis Hannover, sondern weiter, wobei in Hamm noch einmal länger auf neues Zugpersonal gewartet werden musste. Bei Verspätungen von über zwei Stunden kann man die Hälfte des Reisepreises erstattet bekommen (was in meinem Fall vermutlich an die Universität ginge, obwohl diese gar keinen Nachteil durch die Verspätung hatte), aber mehr auch nicht, weshalb es die Bahn in so einem Fall nicht mehr eilig hat, weitere Verspätungen zu vermeiden. Am Dortmunder Hauptbahnhof kam ich jedenfalls fast vier Stunden später als nach Fahrplan an, zu Hause mehr als vier Stunden später, weil abends die U-Bahn seltener fährt. Das nächste Mal fahre ich wieder mit dem Auto.

26 Gedanken zu „Massive Verspätung mit der Bahn

  1. Gruselig, wenn auch selten. Eine Stunde Puffer mind. muss man leider immer einkalkulieren. Schlechtes Management, völlig vernachlässigte Infrastruktur, keine Abstimmung zw. Fern- und Nahverkehr, Zersplitterung auf viele Betreiber, Züge warten nicht mehr auf Anschlussreisende, Online-Informationen zu Verspätungen sind unzuverlässig, das Personal weiß selbst oft nicht Bescheid etc. Hinzu kommt die Verwahrlosung des öffentlichen Raums, zunehmende Unannehmlichkeiten durch Mitreisende bzw. in Bahnhöfen sowie Sicherheitsbedenken, was insbesondere alleinreisenden Frauen oder auch älteren Menschen das Bahnreisen verleidet, eine ungute Entwicklung.
    – Zum Thema Verspätung noch die Erinnerung an den Rekord von über 22 Std. Verspätung durch Blitzeis am 4.1.2016 in Ostfriesland: Alle Wetter, die Bahn! https://www.welt.de/vermischtes/article150574558/Blitzeis-Hunderte-Bahnreisende-sitzen-schon-wieder-fest.html

  2. Prof.Dilger finden Sie Ihre Empfehlung an Suizidkandidaten passend?
    Sie haben Glueck gehabt, dass es keine Entgleisung oder Selbstmordattentat war!

    • Wie auch sonst wäre die Welt besser, wenn die Betreffenden meiner Empfehlung folgen würden, was sie leider nicht tun werden. Selbsttötungen von halbwewgs gesunden Menschen sind fast immer eine schlechte Idee. Doch wer das unbedingt in die Tat umsetzen will, sollte dabei nicht auch noch anderen schaden.

      • „…, sollte dabei nicht auch noch anderen schaden.“
        Das Schlimme dabei ist ja, daß der Selbstmörder noch ein anderes Leben schwer beschädigt, nämlich jenes des Lokführers.
        Diese Lokführer sind nicht selten danach schwer traumatisiert, machen sich Schuldvorwürfe und bedürfen anschließend langanhaltender psychologischer Betreuung. Die Verspätung für die Kunden ist somit das kleinere Übel.

  3. Die Beschlagnahmung des Zuges ist notwendig, wenn die Möglichkeit besteht,
    dass ein Selbstmord / Unfall zur Verdeckung eines Mordes und zur Leichenbeseitigung vorgetäuscht wurde – ein Trick erfolgreicher Serienmörder.
    In der Gerichtsmedizin kann man nämlich feststellen, ob der Tote bereits zur Zeit des Unfalls tot war. Vielleicht hat ein vermutlicher Mörder im Zug Spuren hinterlassen? Das erfahren die Reisenden üblicherweise nicht. Häufig vermisst man bei der Bahn eine gute Kommunikation.

    • Die Bahn hat das gar nicht kommuniziert. Selbst wenn ein Mord vertuscht werden sollte, welche Spuren gäbe es dann im Zug? In dem Fall hätte doch eine Leiche auf den Gleisen gelegen, bis irgendein Zug kommt. Ich könnte mir eher vorstellen, dass untersucht werden soll, ob der Zugführer gebremst hat oder ein Defekt am Zug vorliegt. Aber hätte man das nicht gleich vor Ort tun können oder umgekehrt ein paar Stunden später, nachdem der Zug seine Fahrt vollendete?

      • Aufprallspuren an der Lok geben z.B. Aufschluss über Todeszeitpunkt über die Untersuchung Hämoglobin mit CO, mit CO2. Auch DNS-Spuren des evt. Mörders an der Leiche etc. könnten isoliert werden.

  4. Fahren Sie doch statt dessen mit dem Überlandbus.

    Da kommen Sie aus der Komfortzone des eigenen fahrbaren Untersatzes heraus und kriegen ein lebensnahes Gefühl für das neue Deutschland.

    Und danach reden wir noch einmal über Höcke.

    • Vielleicht sollten Sie einmal nach Dortmund kommen und sich vor Ort ein Bild davon machen, welche Probleme es wirklich gibt und dass Herr Höcke zu deren Lösung nichts beizutragen hat.

      • Wieso? Höcke beschäftigt sich doch anders als die meisten Ökonomen nicht nur mit der Frage der Verteilung zwischen oben und unten, sondern auch der zwischen innen und außen, die für die Allgemeinheit inzwischen mindestens ebenso wichtig geworden ist. Alle Ressourcen, die an die von außen abfließt, können logischerweise nicht für die, die schon länger da sind, eingesetzt werden. Wieso sollte ausgerechnet das besonders verreicherte Dortmund nicht von einer patriotischen Wirtschaftspolitik profitieren, die sich an den Interessen der Deutschdeutschen ausrichtet (es sei denn Sie messen der Asylindustrie einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen bei).

      • Herr Höcke beschäftigt sich doch lieber mit der Vergangenheit als der Gegenwart oder Zukunft. Er möchte auch nur seine seltsamen Ideen promoten statt reale Probleme zu lösen und Frau Merkel aus dem Kanzleramt zu vertreiben.

      • Viele Antworten findet man eben nur in der Vergangenheit, besonders wenn die politische Führung unsere Zukunft so verzockt. Ich finde es erstaunlich, daß Ihre analytischen Qualitäten beim Thema Höcke und Nationalkonservatismus immer wieder versagen. Ich erlebe es häufig, daß ansonsten intelligente und gebildete Menschen reflexartig auf die Phrasen, Stereotypen und Sichtweisen der Linken zurückgreifen, wenn sie eine bestimmte Sagungsgrenze erreicht haben. Das hat mich zu der Überzeugung gebracht, daß mit dem handelsüblichen Liberalkonservatismus kein Staat mehr zu machen ist und daß der Auszug der Professoren aus der AfD letztlich gut und notwendig war.

      • Meine analytischen Qualitäten sind immer die gleichen. Ich habe sehr wohl verstanden, dass Herr Höcke der NPD zumindest sehr nahe stand und dass seine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ den Nationalsozialismus positiv erscheinen lassen soll, obwohl dieser Deutschland und den Deutschen um ein Vielfaches mehr geschadet hat, als es Frau Merkel jemals könnte. Nur weil Linksextremisten (oder Rechtsextremisten) etwas ablehnen, muss es noch nicht gut sein, insbesondere da die Extreme sich hochschaukeln wollen und sich in wesentlichen Punkten sehr ähnlich sind.

    • Sehen Sie, das meine ich. Höcke will doch gar nicht das Bild vom Nationalsozialismus nachträglich aufpolieren, sondern die einseitige Verkürzung des deutschen Geschichtsbilds auf das zwölfjährige Reich revidieren und statt dessen wieder zu einer Gesamtbetrachtung und -würdigung der deutschen Geschichte kommen. Das ist ein kategrorischer Unterschied. Sie reden aber immer nur von Geschichtsklitterung und NPD im Zusammenhang mit Höcke. Sowas entspricht vielleicht dem intellektuellen Niveau von Endstation Rechts oder Frau Kahane, aber eigentlich nicht dem Ihrigem.

      • Es wäre doch sinnvoll, wenn Herr Höcke die lange deutsche Geschichte würdigen würde. Tatsächlich ist er jedoch wie Linke völlig auf den Nationalsozialismus fixiert, nur das Vorzeichen der Bewertung ist bei ihm umgekehrt. Vielleicht halten Sie das für eine kluge Idee, um das „Overton Window“ zu verschieben. Immerhin wirken alle übrigen deutschen Verfehlungen und Irrwege (allerdings auch die aktuellen von Frau Merkel) im Vergleich viel weniger schlimm. Aber mehr noch als für die AfD insgesamt funktioniert das für eine Einzelperson natürlicht nicht, dass sie gleichzeitig extreme Positionen salonfähig machen und sich selbst als gemäßigt darstellen kann.

  5. Die letzten beiden Male bin ich mit dem Zug in den Urlaub gefahren. Das hatte sehr gut geklappt, obwohl ich teilweise sechs mal mit Hund und Kindern umsteigen musste. Unschön war allerdings, dass ich Silvester 3,5 Stunden in Kaufbeuren auf einen Anschlusszug warten musste, aber kein beheizter Warteraum zur Verfügung gestellt wurde, obwohl wir ein weiter reichendes Bahnticket gekauft hatten. In allem werden wir regelmäßig den Zug für Urlaubsfahrten nutzen. Beruflich bin ich eher auf das Auto angewiesen.

    Die Menschen, die sich mit Suizid beschäftigen, sind ausschließlich mit sich selbst beschäftigt. Andere Personen spielen da keine Rolle.

  6. du hast keine arnung in wald stück das ich nicht lache er ist von bahnhof gesprugen wo her ich das weiß ich wahr da der hatt sich da versteckt

  7. Neulich ist ein ICE in Dortmund entgleist. Hat man inzwischen konkretere Vermutungen zur Ursache? Evtl. schwerer Eingriff in den Bahnbetrieb?

    • Naja, habe letztens für meine Kinder auch Asyl beim Bürgermeister beantragt. Eigentlich wollte ich nur einen Kinderausweis. Das sog. Bürgerbüro meinte, es bräuchte dafür einen Herkunftsnachweis, sog. Geburtsurkunde. Ich habe denen erklärt, dann sollen sie sich den gefälligst selbst, so als ausstellende Behörde, ausdrucken. Wollten sie aber nicht. Sollte mit dem Familienbuch wieder kommen.

      Natürlich bin ich nicht wieder gekommen und werde es auch nicht,. Ich habe dann lieber den unnützen Asyl-Antrag gestellt mit der Aufforderung, meinen Kindern einen Asyl-Ausweis zur Verfügung zu stellen, damit wir damit innerhalb des Schengen-Raumes reisen können. Jetzt bin ich gespannt, ob sie den unnützen Antrag an die Rechtsabteilung oder an das Ausländeramt weiterreichen. Daraus lernen werden sie vermutlich nicht.

      Wie schön wäre es, wenn derartiges Personal die geschundenen Straßen flicken würden, ich würde dann gerne die nächsten Jahre, bis meine Kinder selbst einen Personalausweis bestellen können, auf Auslandsreisen verzichten.

      • Wie wahr und mutig dazu!
        Ich kann meine Schadenfreude darüber nicht verbergen, wie es dem Oberleutnant der Bundeswehr Franco A. gelang, sich als syrischer Flüchtling registrieren zu lassen, auch wenn ich seine mutmaßlich rechtsradikale Einstellung nicht teile. Sein Auftritt vor Gericht wird spannend. Er könnte die Merkel-Republik mit ihrem Asylchaos so richtig vorführen…..!

  8. Tja, lieber Herr Macorisano,
    Und trotzdem steht Merkel in den Umfragen sehr gut da, und trotzdem wird ihr Pudel, Armin Lusche möglicherweise die Wahl in NRW gewinnen….

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