Der Facebook-Faktor

Die Süddeutsche Zeitung bietet eine Art Alternative zum Wahl-O-Mat an: „Der Facebook-Faktor: Testen Sie Ihre Filterblase“. Zumindest bei mir passt das ganz gut. Auf die FDP folgt gleich die AfD, dann CDU sowie CSU und erst mit deutlichem Abstand SPD, Linke und Grüne. Auch wenn ich hier sonst auf Bilder in den Beiträgen verzichte, lohnt sich diesmal wohl die optische Darstellung:

Vor allem ist mir dabei ein neuer Gedanke gekommen: Zwar gibt es nicht mehr eine Partei, die auch nur halbwegs meinen politischen Präferenzen entspricht, aber zwei bis vier zusammen tun das. Die richtige Mischung von FDP und AfD, vielleicht noch mit Beimischungen von CDU und CSU, wäre meine Partei. Die falsche Mischung wäre allerdings eine ziemliche Katastrophe. Als Konsequenz sollte ich diese Parteien vielleicht abwechselnd wählen.

5 Gedanken zu „Der Facebook-Faktor

  1. Dann wäre es konsequent, für ein Wahlrecht zu kämpfen, bei dem Sie Ihre eine Stimme aufteilen dürfen: sie kreuzen zB an, welche Partei(en) Sie wählen und tragen in ein zweites Feld ein, wieviel Prozent Ihrer Stimme Sie der jeweils angekreuzten Partei geben. Zum Beispiel: CDU 50%, FDP 40% und dazu einen kleine (Warn)Schuss AfD von 10%. Dann könnte jeder Bürger plötzlich Koalitionen wählen. Viele Wähler wären damit intellektuell überfordert. Allen Wählern wäre dies nur in optischer Vatiante verteilbarer Küchenstücke zu vermitteln, was bei elektronischer Wahl wohl am einfachsten wäre (Küchenstücke müssten auf dem Bildschirm hin- und hergezogen werden).

    • Es gibt bereits ein besseres Wahlverfahren, welches z. B. in der Schweiz, aber auch Bremen und Hamburg real zur Anwendung kommt, nämlich das Panaschieren, bei dem man Stimmen auch listenübergreifend auf einzelne Kandidaten verteilen darf. So könnte ich die mir bekannten FDP-Kandidaten wählen, ohne Herrn Lindner wählen zu müssen, und gute CDU-Kandidaten ohne Herrn Laschet. Vielleicht findet sich sogar auf der AfD-Liste jemand, der sich nicht für Herrn Pretzell prostituiert.

      • Das Panaschieren gibt es in Bayern, wo ich aufgewachsen bin, bei Kommunalwahlen auch. Ist unfassbar aufwändig auszuzählen. Aber in der Tat eine sehr gute Variante, um gute Kandidaten zu wählen, ohne die ganze Partei beglücken zu müssen. Ich muss gestehen, ich habe sogar schon mal einen Grünen gewählt.

      • In allen Parteien gibt es bessere und schlechtere Kandidaten, nur die Verteilung ist unterschiedlich. Panaschieren erlaubt es, parteiübergreifend die besseren Kandidaten zu bevorzugen, was wiederum die Parteien dazu animiert, möglichst gute Kandidaten aufzustellen.

  2. In Bayern kann man (bei der Kommunalwahl) darüber hinaus kummulieren, also einem Kandidaten 1-3 Stimmen geben, bis man die max. Stimmenanzahl insgesamt erreicht hat (= Anzahl der Sitze im Kommunalparlament). Das ermöglicht es, einen guten Kandidaten mit schlechtem Listenplatz auf seiner Liste nach vorn zu wählen. Es kam durchaus vor, dass bekannte und beliebte Kandidaten vom letzten Platz in den Stadtrat gewählt wurden (allerdings in einer kleineren Gemeinde).

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