Wahl-O-Mat Schleswig-Holstein

Beim „Wahl-O-Mat Schleswig-Holstein 2017“ habe ich die folgende Übereinstimmung mit den Positionen der antretenden Parteien erzielt:

AfD 76,3 %

FDP 72,4 %

LKR 72,4 %

CDU 64,5 %

Familien-Partei 63,2 %

Freie Wähler 59,2 %

Zukunft. Schleswig-Holstein (Z.SH) 48,7 %

Piraten 46,1 %

Die PARTEI 44,7 %

Südschleswigscher Wählerverband (SSW) 38,2 %

SPD 31,6 %

Grüne 26,3 %

Die Linke 19,7 %

Man kann klar erkennen, dass es zumindest in den Programmen noch ein bürgerliches und ein linkes Lager gibt. Das bestätigt sich auch, wenn man die Übereinstimmung der AfD-Positionen mit denen der anderen Parteien abprüft:

AfD 100 %

LKR 82,9 %

Familien-Partei 73,7 %

Freie Wähler 69,7 %

CDU 64,5 %

FDP 59,2 %

Z.SH 53,9 %

Piraten 46,1 %

Die PARTEI 44,7 %

SPD 39,5 %

SSW 38,2 %

Die Linke 30,3 %

Grüne 28,9 %

Obwohl die AfD bei mir oben steht, würde ich sie in ihrer gegenwärtigen Verfassung nicht wählen, zumal ich ihre Kandidaten in Schleswig-Holstein gar nicht kenne. Vielleicht ändert sich meine Einschätzung nach dem AfD-Bundesparteitag in zwei Wochen noch, doch meine Wahlempfehlung lautet jetzt FDP, damit diese Partei nicht nur von Christian Lindner dominiert wird, sondern auch Wolfgang Kubicki weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

84 Gedanken zu „Wahl-O-Mat Schleswig-Holstein

  1. Inzwischen werden gute AfD-Programme oder -Aussagen ebenso wie aktuelle klare Statements, z.B. gegen Antisemitismus, gar nicht oder nicht mehr besonders honoriert. Leider gibt die AfD mitunter Anlass, unglaubwürdig zu scheinen oder sie ist es gelegentlich auch. Das gilt zum Teil auch für die Aktivitäten von Frau Petry und anderen.
    Und es fehlt schmerzlich eine breitere intellektuelle bürgerliche Basis in der AfD, die mit Vehemenz und Glaubwürdigkeit mehr bürgerliche Mitglieder und Wähler gewinnen könnte, ein Teufelskreis.

    Und wer bekennt sich im Westen noch offen zur AfD? Zumal wenn wie heute in Essen bei der „Großveranstaltung“ wieder erhebliche Polizeisperren sein müssen und sich nicht so viele Leute hin trauen.

    Schleswig-Holstein ist eigentlich ein konservatives Land, doch wird die AfD wohl nur 6%-7% erreichen und damit hinter der FDP landen.

    • Naja, wenn selbst Herr Dilger sich nicht zur AfD bekennt… Ich verstehe ja, dass man kritisch mit dem Spitzenpersonal ist. Aber ich verstehe nicht, wieso man ernsthaft eine Wahlempfehlung für die FDP ausspricht, wenn man mit der Europolitik etc. unzufrieden ist. Mit starker CDU und FDP verhindert man vielleicht rot-rot-grün, sorgt aber eben gerade nicht für eine alternative Politik. Nur wenn die AfD stark in die Landtage einzieht und dadurch einen gewissen Einfluss bekommt, werden wieder vermehrt bürgerliche Kräfte ihren Namen für die Partei hingeben. Aber das ist ja nur meine Meinung und natürlich respektiere ich die Meinung von anderen.

      • Bei einer Landtagswahl geht es nicht um die Europolitik. Was hat denn die AfD bislang in den Landtagen erreicht, in die sie eingezogen ist? Bürgerlicher wurde sie dadurch auch nicht, eher im Gegenteil. Meine Unterstützung möchte die AfD zumindest in NRW auch gar nicht haben.

        Herr Kubicki ist keine liberale Lichtgestalt, aber immerhin ein möglicher Gegenpol zu Herrn Lindner.

    • Frau Petry und Herr Pretzell haben Herrn Lucke und seine Anhänger aus der AfD vertrieben, dazu mit Herrn Höcke und nun mit dem FN paktiert, das Schießen auf Flüchtlinge gefordert, Wahlen manipuliert etc. Sie stehen für alles Mögliche und auch Unmögliche, aber nicht für einen seriösen und bürgerlichen Kurs. Vielleicht haben sie schon so viel zerstört, dass sich die AfD davon nicht mehr erholen kann, doch mit ihnen an der Spitze von Bund und Land wird das sicher nichts.

      • Ohne die beiden Herrschaften verteidigen zu wollen, glaube ich nicht, dass sie das Schießen auf Flüchtlinge gefordert haben. Sie haben es als „ultima ratio“ dargestellt in einer Zeit, in der der Strom nach Deutschland sehr groß war. Angenommen, dass im September 2015, wie von Robin Alexander beschrieben, wirklich der Befehl zur Abweisung von Migranten ergangen wäre: Wie hätte das in der Praxis umgesetzt werden sollen? Was hätte man dem einzelnen Polizisten gesagt, der die Aufgabe bekommt, die Grenze zu schützen? Aus meiner Sicht haben Merkel und andere diese Idee bewusst nicht umgesetzt, weil sie Bilder in den Medien vermeiden wollten, die Gewalt gegen Flüchtlinge zeigen. Das ist alles vertretbar. Nur ist es merkwürdig, wenn Merkel dann auf der anderen Seite von „Sicherung der EU-Außengrenzen“ spricht und nicht konkret wird, wie das denn geschehen soll.

        Zum Thema AfD in den Landtagen: Die Fraktionen dort sind Stachel in der Wunde der etablierten Parteien. Es ist doch normal, dass man als Oppositionskraft nicht allzu viel Konkretes erreichen kann.

      • ‚Petry will wie Pretzell auf Flüchtlinge schießen lassen‘. Vernünftigerweise würde man die Grenzen sichern, statt jeden durchzuwinken, aber doch nicht mit einem Schießbefehl gegen friedliche Flüchtlinge. Ungarn hat auch nicht auf die Flüchtlinge geschossen (die türkische Regierung, mit der Frau Merkel ihre Deals macht, lässt hingegen auf Flüchtlinge und sogar die eigenen Bürger schießen). Aber wenn man schon Zäune und Wasserwerfer für inhuman hält, kann man ein Land natürlich nicht verteidigen und eigentlich auch nicht regieren.

        In den meisten Landtagen scheint die AfD eher durch Untätigkeit (oder die Spaltung der Fraktion) aufzufallen. Kennen Sie überzeugende Anträge, mit denen bzw. deren pauschaler Ablehnung die AfD die anderen Parteien blamiert?

      • Ich denke, dass es viele gute Anträge gibt, allerdings finden sie medial kaum Beachtung. Zwei Beispiele:
        http://www.afdfraktion-lsa.de/tag/afd-antrag-burka/
        http://afd-fraktion-sachsen.de/presse/pressemitteilungen/afd-gesetzentwurf-deutsche-sprache-als-kulturgut-schuetzen.html
        Hier ist sogar ein gemeinsamer Antrag mit CDU und FDP:
        https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/03/cdu-afd-fdp-abgeordnetenhaus-berlin-wahlkampf-verbot-tuerkische-politiker.html
        Ein Beispiel für einen beantragten Untersuchungsausschuss, der auf den ersten Blick nicht unsinnvoll zu sein scheint:
        http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/AfD-beantragt-AWO-Untersuchungsausschuss,afd910.html
        Das hier mag eher Spielerei sein, ist aber zumindest kreativ und für Idealisten durchaus interessant:
        http://www.swr.de/swraktuell/rp/afd-will-tourismus-im-land-beleben-auf-trumps-spuren-durch-rheinland-pfalz/-/id=1682/did=18508934/nid=1682/13qr5p3/

      • Für Rheinland-Pfalz hatte ich die Wahl der AfD empfohlen (siehe ‚Wen ich nächsten Sonntag wählen würde‘). Wahrscheinlich handelt es sich um den vernünftigsten Landesverband und auch die beste Landtagsfraktion, während die FDP dort noch am Wahlabend ihr Wahlversprechen brach.

        Als Mitglied sollte man grundsätzlich für seine Partei eintreten und lieber die Klappe halten, statt eine andere Partei zu empfehlen. Dafür kann man innerparteilich Einfluss nehmen. Das kann man nicht, wenn man kein Parteimitglied ist. Wer eine Partei unbedingt wählt, dessen Meinungen sind ähnlich irrelevant wie von denen, die sie auf keinen Fall wählen. Nur vom Parteiverhalten abhängiges Wahlverhalten hält Parteien zu gutem Verhalten an. Von daher ist es für Wähler auch besser, wenn es mehrere gute oder zumindest guten Gewissens wählbare Parteien gibt. Entsprechend wünsche ich mir Verbesserungen sowohl in der AfD als auch FDP und Union, ja sogar SPD, während Grüne und Linke definitiv zu weit von mir entfernt sind.

    • @ Andreas Walter

      Dass erhebliche Polizeisperren sein müssen, die in der Tat bürgerliche Leute von der Teilnahme abhalten, ist aber nicht die Schuld der AfD, sondern wird sogar mit staatlichen Zuschüssen im „Kampf gegen Rechts“ noch subventioniert!

  2. Die AfD wird die 5% Hürde im September nicht schaffen. Es wird jetzt vielen immer klarer, dass ihr politisches Interesse nicht dem Volk gewidmet ist, sondern nur für sich selber. Da nutzt auch ihr Parteiprogramm nichts, welches sie eigentlich nicht geschrieben hat. Ein Haufen karrieregeiler Menschen, mehr ist es nicht. Leid tun mir die Mitglieder, die mit gutem und ehrlichem Herzen dabei sind und sich letztlich betrogen werden fühlen.

    • Momentan sieht es noch so aus, als würde die AfD über 5 Prozent bei der Bundestagswahl bekommen, aber unter 10 Prozent. Bis zur Wahl ist aber noch relativ viel Zeit. Da kann noch manches passieren, was die Wahlchancen steigert oder senkt. Vor allem darf man nicht vergessen, dass die Regierung noch manches tun kann, was ihr selbst Stimmen bringt und die AfD Stimmen kostet. Gedächtnis und Voraussicht der meisten Wähler sind leider nicht so gut.

  3. Frau Petry ist nicht teamfähig, genauso wenig wie es Prof. Lucke war. Das ist ganze Elend der aktuellen Situation.
    Die AfD steckt nun in einer schwierigen Lage. Frau Petry wird mit ihrem Verstoss wohl scheitern. Erlebt sie eine katastrophale Niederlage muss sie wohl gehen, was die AfD weitere 1 – 2 % bundesweit kosten wird. Bei momentan 9-10% ist das verkraftbar.
    Bleibt Frau Petry, wird sie nicht still halten, weil sie sich eben nicht in ein Team einfügen kann. Nach der Bundestagswahl wird sie dann erst recht aufdrehen.

    Man kann von Höcke halten was er will, aber den ihm nach Dresden verpassten Maulkorb behält er an. Keine Interviews, keine Reden, nichts was der Partei schaden könnte.

    • Wenn Frau Petry geht, ist entscheidend, wer ihr wie nachfolgt. Mit Herrn Meuthen als kurzzeitig einzigem Bundessprecher und Herrn Holm im Spitzenteam könnten die Umfragewerte sogar wieder steigen. Dauerstreit bis zur Wahl wird die Werte hingegen weiter abrutschen lassen. Würde Herr Höcke an die Bundesspitze drängen, hätte die AfD ein ernstes Problem, als Provinzfürst in Thüringen ist er verkraftbar.

      • Petry kann man jetzt eigentlich nicht mehr akzeptieren. Petry würde die Partei auch verlassen und gegen Millionen ein Buch der Abrechnung veröffentlichen.

        Petry muss jetzt, wie einst Lucke, abgewählt werden. Lieber den Eklat jetzt im April, denn Petry provoziert sie sonst im August oder September. Petry muss ausgespielt haben.

        Meuthen als vorübergehender Chef wäre richtig.

        Petry darf aber nicht alleine gehen, Höcke muss auch folgen, was leider nicht geschehen wird. Höcke muss aber zumindest an Einfluss und öffentlicher Wahrnehmung verlieren, sonst ist die AfD nicht zu retten.

      • Sie haben recht. Petry muss gehen, so schnell wie möglich. Sie ist kein Bollwerk gegen Höcke, sie begünstigt ihn. Fällt Petry, ist Höcke wieder in der Minderheit, weil viele Gemäßigte bei Höcke keinen „Schutz“ mehr suchen müssten. Meuthen könnte sich als neuer Vorsitzender von Höcke emanzipieren und Höcke eventuell marginalisiert werden. Das Problem ist, dass dafür Höcke endlich mal den Mund halten müsste, was er nachweislich nie tat. Außerdem hat man sich gegen Höcke bereits sehr weit aus dem Fenster gelehnt – eigentlich zu weit für einen späten Rückzieher.

      • Wenn Frau Petry fällt, können und sollten die anderen Bundesvorstandsmitglieder einen Rückzieher machen, was das laufende Ausschlussverfahren gegen Herrn Höcke angeht. Wenn die Polarisierung schwindet, schwindet auch sein Einfluss, zumindest zeitweise. Eine politische Auseinandersetzung gewinnt man nicht mit Ausschlussverfahren, sondern durch das Überzeugen von möglichst vielen (potentiellen) Mitgliedern und Wählern. Mögen die besseren Argumente gewinnen, die Herr Höcke doch gar nicht hat.

      • Vermutlich haben sie recht. Aber glauben Sie, dass in der AfD-Führung bereits so gedacht wird oder ob überhaupt schon jemand eine solche Idee hatte?

    • Ich war nie ein Fan von Frau Petry, denn ich glaube, dass man für Spitzenämter in der Politik, mehr Gelassenheit braucht, um das durchzustehen. Jetzt hat sie aber den Bogen eindeutig überspannt und ich kann sie nicht mehr tolerieren, denn sie spaltet statt zu vereinen. Ihr Antrag zum Parteitag wird hoffentlich gar nicht behandelt, alleinige Spitzenkandidatin wird sie garantiert nicht werden. Ihre Aktion erinnert mich an Luckes Weckruf! Soviel Führertum erträgt die CDU, die AfD wird sich das NIEMALS gefallen lassen!!!!

      • Stand 9.4. abends haben ca. 900 AfD-Mitglieder den Petry-Antrag unterzeichnet; kann sein, dass die 2.000 noch schnell erreicht werden, aber dass es bis zum BPT dann viel mehr als drei- viertausend werden, glaube ich kaum.

  4. Sofern es nicht zu einer Spaltung der AfD mit Massenaustritten kommt, wird sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in den Bundestag einziehen. Denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass die AfD im Westen unter 4% fällt oder im Osten unter 10%.

    • Eine erneute Spaltung ist durchaus möglich, sei es bei einer Entmachtung von Frau Petry oder dem Rauswurf von Herrn Höcke. Auch bei Dauerstreit kann die AfD unter 5 Prozent fallen, insbesondere wenn Herr Schulz bei der Wahl immer noch als ernsthafte Alternative zu Frau Merkel erscheint, die ihrerseits suggerieren kann, das Flüchtlingsproblem zu lösen statt anzuheizen.

    • Neulich hat die „Bild“ mal von einer unveröffentlichten Umfrage
      gesprochen, wonach in Thüringen die AfD bei 26% steht.
      D.h. sie wird in jedem Fall in den Bundestag einziehen, da sie
      in THÜ, SA, MV und FS örtlich das Direktmandat holen wird.
      Das macht einen Ausschluß von Herrn Höcke noch schwieriger,
      denn dann würden bei Spaltung auch die sicheren Direktmandate
      an eine neue „Höcke-Partei“ weggehen.
      Wer also sagt, eine „Höcke-Partei“ sei chancenlos, der irrt.
      Umgekehrt müßte aber die dann verbliebene Rest-AfD um den
      Einzug ins Parlament bangen, da sie 1) die 5%-Hürde meistern
      muß und 2) kaum sichere Direktmandate besitzt.

      • Tatsächlich könnte die AfD in den neuen Bundesländern Direktmandate holen. Eine Höcke-AfD wäre ein rechtes Spiegelbild zu Die Linke, die vor allem in den neuen Bundesländern stark ist, in den viel größeren alten Bundesländern jedoch vor allem Spinner und Extremisten anzieht. Eine reine Petry-Pretzell-AfD wäre hingegen völlig opportunistisch ohne jeden politischen Standpunkt, so dass sie spätestens nach einer Wahlperiode unterginge.

  5. Beim AfD Parteitag Ende April in Köln werden 50.000 Demonstranten erwartet, dem werden 4000 Polizisten entgegen stehen. Petry wird man ersetzen, gegen Pretzell ermittelt der Staatsanwalt. Höcke wird Gauland spalten. Wenn sie der Zeitungsartikel von heute interessiert, wo der Staatsanwalt gegen Pretzell ermittelt, werde ich es hier einstellen. Gutes von der AfD kann ich nicht erkennen, jedenfalls nichts, was dem Volke zu Gute käme.

    • Was meinen Sie mit „Höcke wird Gauland spalten?

      MMn. hat Gauland Autorität. Würde zuerst Petry verlieren, dann könnte man im Prinzip danach auch Höcke fallen lassen, weil dann das Opportunistenfeindbild und die Opportunistengefahr gebannt ist. Allerdings bezeichnet Gauland Höcke als Freund, ich habe nicht das Gefühl, dass er nur ein Spielball ist, um gegen Petry anzukommen.

      Für die AfD sind sowohl Petry als auch Höcke abträglich. Petry, weil sie nur Unfrieden verbreitet und Höcke, weil er den Leumund beschädigt.

      Ein Spitzenquartett aus Gauland, Weidel, Holm und Bystron hätte was. Da hätte man die Wirtschaftsliberale mit moderner Lebensführung, den Asylanten mit provokanter und scharfer Zunge, den freundlichen Radiomoderator von nebenan und den nachdenklichen Intelektuellen aus dem letzten Jahrtausend.

      Doch wie bekommt man beide Flügel gegen Petry UND Höcke zusammen?

      • Sie haben scheinbar nicht die Meldungen vom Wochenende verfolgt (es ist in der Medienberichterstattung auch beinahe untergegangen).
        Herr Gauland ist vom Landesvorsitz Brandenburg abgetreten.
        Damit verändert sich seine Machtposition innerhalb der AfD deutlich.
        Nachfolger ist nunmehr Andreas Kalbitz, ehem. Funktionär der Republikaner sowie der JLO (Junge Landsmannschaft Ostdeutschland).
        Er dürfte noch rechts von Höcke anzusiedeln sein, sein Ton ist rauher, nationalistischer und es fehlt m.M. auch die Fähigkeit zur Demut, die Herrn Höcke trotz vieler Verfehlungen noch erträglich erscheinen läßt.
        Herr Kalbitz arbeitete wohl auch schon offen mit NPD-Leuten zusammen.
        Das heißt, Herr Höcke stellt nunmehr nicht den rechten Rand des AfD-Spektrums dar. Damit wäre ein Parteiausschlußverfahren für Höcke eine völlige Farce, die ihm höchstens noch einen Märtyrerstatus einbringen würde.

        Interessant ist zudem die Lagerbildung der letzten Tage:
        Herr Bystron, der in der Vergangenheit als Höcke-Kritiker galt, trat zuletzt mehrmals auf Veranstaltungen auf, welche von Leuten des „Flügels“ bzw. der „patriotischen Plattform“ dominiert wurden (und mit Höcke).
        Auf der anderen Seite springt Herr Pretzell der Frau Weidel in ihren Privatkrieg mit der libertär-liberalen Zeitschrift „Eigentümlich frei“ zur Seite und betitelt das (eigentlich der AfD eher wohlgesonnene) Blatt als „Lügenpresse“.

      • Je nachdem, wann und wie Frau Petry verliert, wird Herr Höcke entweder mächtiger oder bedeutungsloser. Es wäre gut, wenn das nicht nur die gemäßigten Spitzenfunktionäre, sondern auch Mitglieder und Delegierten erkennen. Sie müssen Frau Petry selbst abwählen, statt das den Höcke-Anhängern zu überlassen.

      • Höcke und Petry kann man nicht vergleichen.
        Höcke hat Ideale, die falschen vielleicht, aber ihm geht es um die Sache nicht um persönlichen Ehrgeiz. Sein Widerruf und anschliessendes Schweigen nach dem Skandal um „das Denkmal der Schande“ zeigt dies.
        Ich denke Höcke wird keine Karriere in der AfD machen und keine mehr anstreben, er wird sich darauf konzentieren Leute zu unterstützen, die auf seiner Linie sind.

        Petry geht es nur um die Macht. Zur Erinnerung: Um dem Mit-Vorsitzenden Meuthen zu schaden und alleinige Vorsitzende zu werden, unterstützte sie den mutmasslichen Antisemiten Gedeon. Was sie von Merkel unterscheidet ist nur der geringere Machtinstinkt. Von der Persönlichkeit her sind sie sich ähnlich.

        Die AfD muss sich von rechten Narren trennen, aber die rote Linie muss Antisemitismus und Holocaust-Leugnung, sowie abseitige Verschwörungstheorien wie Chem-rails sein. National-Romantiker wie Höcke kann und soll die AfD in ihren Reihen dulden, solange sie die Disziplin haben, sich zurück zu nehmen, wenn die Parteiraison das erfordert.


      • Die AfD muss sich von rechten Narren trennen, aber die rote Linie muss Antisemitismus und Holocaust-Leugnung, sowie abseitige Verschwörungstheorien wie Chem-rails sein. National-Romantiker wie Höcke kann und soll die AfD in ihren Reihen dulden, solange sie die Disziplin haben, sich zurück zu nehmen, wenn die Parteiraison das erfordert.

        Gegen einfache Nationalromantiker spricht nichts. Höcke spricht aber in Intonation und Duktus von Reichspropagandaminister Göbbels. Und auch wenn Höcke weder den Holocaust geleugnet noch sich direkt antisemitisch geäußert hat, so hat er es freilich auch unterlassen, seine missverständlichen Äußerungen im Nachhinein klarzustellen. Er hat es bis heute unterlassen, die Verbrechen der Nazizeit explizit zu verurteilen. Wer solchen Vorwürfen ausgesetzt ist und gleichzeitig im Stile Goebbels spricht, eine klare Distanzierung aber unterlässt, der muss sich nicht wundern, ausgeschlossen zu werden. Dass er trotz allem ein heller Kopf ist, das könnte sein. Auch privat mag er vielleicht ganz angenehm sein, das weiß ich nicht. Aber trotzdem hat er die Partei schwer geschädigt. Er ist eben bekannter als andere.

        Dieser Kalbitz ist für mich völlig unzumutbar. Dabei hat mir dieser Königer ganz gut gefallen. Schade, dass er wohl in der Versenkung verschwunden ist.

        Gauland mag kein Landesvorsitzender mehr sein, aber er ist immer noch graue Eminenz und geistiger Führer der AfD.

        Bezüglich Alice Weidel und ihrem Privatkrieg mit dieser Online-Zeitung müssen sie mich aufklären.

      • Gerade weil Herr Gauland so wichtig und mächtig ist, verstehe ich nicht, wieso er so einen Mann zu seinem Nachfolger macht oder zumindest als solchen zulässt.

      • Das verstehe ich allerdings auch nicht an Gauland. Er ist alt und ein wenig in der Vergangenheit. Aber trotzdem weiß er noch mit dem Wort umzugehen und hat nichts von seiner intellektuellen Art verloren. Er selbst hat sich in der Boateng-Geschichte im Wort vergriffen. Aber da glaube ich ihm, dass er Boateng tatsächlich nicht kannte und deshalb die folgende Reaktion unterschätzte. Aber warum lässt er solche Leute zu? Petry ist inakzeptabel, ja. Aber warum dann nicht auf einen Königer in Brandenburg setzen und im Bund einen Deal mit anderen Vernünftigen suchen, seien es Pazderski, Junge, u.v.m. Das sind doch eigentlich auch jene Leute, die Gauland inhaltlich nahe stehen.

      • Vielleicht verfolgt er wirklich diese Extremstrategie, die Frau Petry ihm vorwirft, also das Fördern auch von völlig absurden Meinungen und Personen, damit die eigene Position dann im Vergleich vernünftig erscheint. Aber so funktioniert das politsche und mediale Geschäft, welches er doch eigentlich am besten kennt, nicht. Die AfD wird dann nämlich mit den abstrusen Meinungen identifiziert und im Vergleich wirkt plötzlich selbst Frau Merkel wieder ganz passabel.

      • Nun ja, die Grünen haben das auch gemacht. Aber rechts geht das eben nicht. Da darf man nicht überreizen. Die Leute regen sich über Flüchtlinge auf. Man läuft durch den Park, die Polizei nimmt wieder ein paar mit. Man läuft über einen Platz in einer Großstadt, man sieht sie prügeln. Man geht zum Bahnhof und sieht sie mit Flaschen werfen. Und obwohl die Leute sauer sind, hat die AfD so einen miserablen Ruf. Dabei ist sie die einzige Partei, die sich glaubwürdig dagegen ausspricht.

        Vielleicht ist Gauland da eben noch in der Vergangenheit verhaftet. Vor 30-40 Jahren war die Stimmung noch offener. Da hat man einen Cohn-Bendit noch in Talkshows eingeladen, wo er Pädoandeutungen machen durfte. Heute geht das eben nicht mehr.

        Man stelle sich vor, Herr Höcke hätte so geredet.

      • Ich nehme an, daß es Gaulands Strategie ist, Höcke aus dem Schußfeld zu ziehen. Der radikalere Kalbitz wird dann zukünftig die Schlagzeilen bestimmen und somit Höcke wieder Luft verschaffen.
        Herr Königer ist derzeit sehr in den Wahlkampf für Herrn Nobis eingespannt und er gilt wohl auch eher als Petry-Jünger.
        Zum Streit zwischen Herrn Lichtschlag und Frau Weidel gibt es wohl unterschiedliche Meinungen.
        Interessant ist aber, daß Pretzell eine AfD-freundliche Publikation unnötig vergrätzt.
        Entweder tut er dies, um Frau Weidel ins PP-Lager zu locken, oder aber Frau Weidel ist dem PP-Lager bereits beigetreten, und verlangte an dieser Stelle Schützenhilfe von Pretzell.
        Ebenso vermute ich bei Herrn Bystron, daß dieser eine „Petry-Dämmerung“ auf dem Bundesparteitag erwartet, und deshalb sich um Gaulands und Höckes Gunst bemüht.
        Beide Seiten schmieden also schon Bündnisse für den Bundesparteitag.

      • Zur wieder aktuellen „Landolf-Ladig-Debatte“:
        Früher war ich von einer Intrige des Herrn Kemper ausgangen.
        Später, als wir hier im Forum die „JLO-Dresdner Demonstration“-Debatte führten, hatte ich mich nochmals mit Herrn Kempers Schriften auseinandergesetzt. Dann erschien mir vieles, was Herr Kemper schrieb, sehr plausibel.
        Als gestern die „Landolf-Debatte“ eine breitere Öffentlichkeit erreichte,
        hatte ich mal im Internet nach Schrifttum des „Landolf-Ladig“ gesucht.
        Kemper behauptet ja, daß Ladig um 2010 erschien, um nach Gründung der AfD 2013 wieder zu verschwinden.

        Dabei habe ich das da gefunden:
        https://vk.com/wall-104988842_3979

        Es handelt sich um einen Text aus 2016 von „Landolf Ladig“, also von einem Zeitpunkt, wo die Höcke-Ladig-Verbindung bereits weite Kreise zog.
        Warum hätte Herr Höcke weiterhin als Ladig publizieren sollen, wo er bereits in dieser Sache unter Beobachtung stand?
        Leicht entschärft umgeschrieben hätte er zudem die Botschaft auf einer AfD-Plattform veröffentlichen können und so die Botschaft an ca. 50.000 Menschen übermitteln können, da er in 2016 als „Björn Höcke“ viel eher wahrgenommen wird.
        Währenddessen erreicht „Herr Ladig“ vielleicht 300 Menschen über „Volk in Bewegung“. Höcke würde sich also Risiken aussetzen, welche in überhaupt keinem Verhältnis zum erwarteten Erfolg der Publikation stehen.

        Ich vermute deshalb eher, daß hinter „Ladig“ entweder
        1) ein Autorenkollektiv (unter Einschluß Höckes vor 2013, und danach ohne ihn) steckt oder
        2) eine Person im Umfeld Höckes, die ihn als Ideengeber nutzt oder nutzte.

        Was meinen die Mitleser hierzu?

      • Auf jeden Fall gibt es eine sehr enge Verbindung zwischen Björn Höcke und Landolf Ladig. Ob es sich um Identität der Person oder nur von Textpassagen und Ideen handelt, ist bislang nicht geklärt, auch wenn Frau Petry das Gegenteil behauptet. Doch die AfD könnte und sollte von ihm verlangen, dass er dieses Verhältnis aufklärt.

        Allerdings bemerke ich in ihm nahestehenden Kreisen eine Verschiebung der Einstellung. Hatte man bis vor kurzem jede Verbindung geleugnet, so wird jetzt behauptet, dass NPD-Nähe doch gar nicht schlimm gewesen wäre, zumindest bevor es die AfD gab. Wenn sich diese Einstellung durchsetzt, wird die AfD tatsächlich zur NPD-Nachfolgeorganisation. Dabei ist das Schlimmste an der NPD nicht einmal ihre nationalistische Einstellung, sondern ihre Nähe zum Nationalsozialismus, der nicht nur Zigmillionen Menschen den Tod brachte, sondern Deutschland mehr geschadet hat als jede andere Ideologie und Regierung.

  6. Ich habe 2009 ein einziges Mal FDP gewählt, um Rot-Grün zu verhindern. Aber diese FDP hat in der schwarz-gelben Regierung NICHTS, außer der MwSt.-Reduzierung für Hotels durchgebracht. Vor der letzten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat die FDP explizit erklärt, für eine Ampel NICHT zur Verfügung zu stehen, um nach der Wahl genau in diese Koalition einzutreten. Die FDP ist eine Huren-Partei – die f**ken mit jedem!

    Natürlich ist die AfD personell schwach aufgestellt, in Schleswig-Holstein sowieso. Und was P&P im Moment alles so treiben (ich verzichte auf eine Aufzählung!) sprengt den Rahmen. Ich hoffe, dass der Kölner Parteitag für Klarheit sorgt, ganz egal ob Petry dann die Brocken hinschmeißt oder nicht. Meine Geduld mit ihr ist genauso am Ende, wie mit Höcke!

    ABER je schwächer die AfD wird, desto mehr triumphieren Merkel und Schulz. Ja, ich wäre auch bereit, den Dackel meines Nachbarn zu wählen, bevor die Altparteien meine Stimme bekommen. Und ja, mit kleinen Reformen hier und da ist es nicht getan! Ich will wieder das Deutschland wie es war, bevor Merkel die Macht ergriffen hat und ich will, dass wir die ganzen 68er in die Wüste schicken!!!

    • Dass die FDP grundsätzlich mit jeder Partei koalieren kann, ist nicht unbedingt von Nachteil. Vielleicht wird die AfD eines Tages auch noch davon profitieren. Das Problem ist die Unehrlichkeit, vor einer konkreten Wahl eine bestimmte Koalition definitiv ausschließen, um sie dann noch am Wahlabend einzugehen. Man sollte nichts versprechen, was man nicht halten kann oder will.

      • Kubicki ginge mit den Grünen ins Bett und wäre damit völlig unwählbar.

      • Das stimmt. Trotzdem ist das alles kein Argument für Kubicki. Der ist ein lustiger Kerl, mit dem man sicher gut Bier trinken kann. Aber er ist politisch der Falsche für unser Land.

      • Für Deutschland tritt er doch gar nicht an und für Schleswig-Holstein scheint er mir der Richtige zu sein (vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu weit entfernt davon). Herr Lindner ist viel problematischer, weil er zugleich Spitzenkandidat für NRW und den Bund ist.

    • In diesem Blogbeitrag geht es im Kern um den AfD-Kandidaten Jörg Nobis, welcher aber bezeichnenderweise kein einziges Mal namentlich erwähnt wurde. Herr Nobis macht auf mich einen sehr guten Eindruck:
      nüchtern, bescheiden, sachlich

      http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/landtagswahl_2017/Nobis-Kein-Chorleiter,nobis104.html

      Er ist wie aus dem NDR-Beitrag hervorgeht eigentlich gar kein Politikertyp, und das macht ihn in meinen Augen sympatisch.
      Das könnte m.E. durchaus Wähler ansprechen, die vom Typ Berufspolitiker (aalglatt, geschmeidig,großsprecherisch) mittlerweile die Nase voll haben.

      http://www.youtube.com/watch?v=KiBoLPJ88Ik

      Meine Stimme hätte er.

      • In meinem Beitrag geht es nicht um Herrn Nobis, den ich überhaupt nicht kenne. Sollte er ein guter Kandidat sein, wäre das gut für die AfD.

    • “ . . .Aber diese FDP hat in der schwarz-gelben Regierung NICHTS, außer der MwSt.-Reduzierung für Hotels durchgebracht . . .“
      Das ist so nicht richtig: Auf Initiative der FDP wurde das Schonvermögen für Hartz IV-Empfänger erhöht, die Quartalsgebühr in der gesetzlichen KV abgeschafft. Die Hotelsteuer war eigentlich eine Initiative der CSU. Und man muss der Gerechtigkeit halber sagen, dass diese Steuer viele mittelständische Hotelbetriebe in letzter Minute gerettet hat, wenn auch den eigentlichen Schnitt die Großhotels gemacht haben. Da das Hotelgewerbe traditionell investitionsfreudig ist, führte die Steuerermässigung auch zu einem Schub für die Wirtschaft in schwieriger Zeit (wobei ich nicht hinter dieser Massnahme stehe).
      Die Haltung von P&P in der AfD schätze ich so ein: Beide haben erkannt, dass die AfD koalitionsfähig werden muss- daher auch die Positionierung gegenüber Israel und der Versuch, mit Höcke in öffentlicher Wahrnehmung Rechtslastigkeit zu beseitigen („Realos“). Hier gibt es folgende Probleme:
      Israel als Speerspitze gegen den Islam ins Boot zu holen, die Einstaatlichkeit zu begrüßen, ist nicht die Haltung der Juden in Deutschland. Petry schafft es mit ihrer apodiktischen Haltung nicht, den restlichen Bundesvorstand mitzunehmen. Erschwerend ist, dass immer noch viele AfDler glauben, auf Grund des Mitglieder- und Stimmenzuwachses in 2016 verstetige sich der Machtzuwachs der AfD quasi automatisch („Fundis“). Daß dieser Weg eine Sackgasse ist, wird jetzt von Tag zu Tag deutlicher.

    • Es müssen sowohl Höcke als auch Petry gehen. Die Frage ist nur, wie man das anstellt. Auf Petry kann wohl jeder außer Pretzell verzichten, Höcke aber hat mächtig Anhänger.

      • Herr Lucke hatte versucht, Herrn Höcke aus der AfD zu werfen, die damals jedoch noch eine andere Partei war. Frau Petry verbündete sich u. a. mit Herrn Höcke, um Herrn Lucke loszuwerden, der in letzter Minute kein Bündnis mit Herrn Höcke einging, um umgekehrt Frau Petry auszuschalten. Seitdem ist die AfD eine andere und Herr Höcke ein integraler Bestandteil. Es ist nicht nur ein taktischer, sondern auch ein strategischer Fehler, dass Frau Petry jetzt den Rauswurf von Herrn Höcke betreibt, statt ihn einzuhegen. Warum soll er nicht Landeschef in Thüringen mit großem Rückhalt dort bleiben, wenn er sich bundespolitisch ganz zurückhält?

      • Weil er das leider nie getan hat. Petry hätte eine Mehrheit für ihre vermeintlichen Positionen, wenn sie nur glaubwürdig und uneigennützig vorgetragen würden. Petry denkt aber nur an sich und hat es sich praktisch mit der gesamten Partei verscherzt und verkauft ihren Egotrip niederträchtig als Kampf gegen rechtes Denken. Sie nimmt eine ganze Partei in Geiselhaft für ihre egoistischen Motive.

        Lucke hat nicht mit Höcke paktiert, aber durch seinen eigenen Egotrip ebenfalls die Partei gespalten. Die Partei hat sich damals in Teilen gegen Lucke um Petry geschart, so wie sich heute ein Teil mit Höcke verbündet, um gegen Petry anzukommen.

      • Mich wundert etwas, dass Frau Petry diesen Kurs fährt. Sie weiß doch, dass Herr Lucke damit gescheitert ist. Er war naiver Überzeugungstäter, aber sie ist doch eigentlich eine prinzipienlose Opportunistin. Es ist irgendwie ironisch, wenn sie als solche über eine Prinzipienfrage stürzt. Vielleicht hat Herr Pretzell ihr das eingeredet, da er gerne alles oder nichts spielt.

      • Vor allem kann Petry eigentlich nicht gewinnen und das ist jetzt bereits klar. Bei Lucke sah ich das noch etwas anders. Der hat letztendlich lediglich überzogen und hatte einerseits mehr und andererseits weniger zu verlieren. Mehr zu verlieren, hatte er bei seiner gesellschaftlichen Reputation. Als Professor und Vorsitzender einer „rechtspopulistischen“ Partei ist er im elitären Kreis doch ziemlich zum Pariah geworden und war nicht mehr willens noch mehr an bürgerlicher Reputation zu verlieren. Andererseits konnte er auch wieder in seinen alten Beruf als Professor zurück und hatte immerhin noch 4 Jahre gutbezahlte Tätigkeit im Europaparlament vor sich. Und am Ende hatte er noch die Überzeugung, erfolgreich eine neue Partei zu gründen.

        Petry hingegen hat nichts zu verlieren, ihr Ruf ist ohnehin schon ruiniert. Andererseits ist sie auf Abgeordnetendiäten angewiesen. Ziemlich dumm, was sie da macht. Wahrscheinlich ist wirklich Pretzell ihr Ratgeber.

      • Frauen ticken mehr gefühlsbetont, aber weniger logisch als Männer. Bei schwangeren Frauen wird das noch verstärkt, was wissenschaftlich erwiesen ist.

      • Das gilt aber nur statistisch. Frau Petry ist wie Frau Merkel viel gefühlskälter die meisten männlichen Hitzköpfe in der AfD oder auch Union.

      • Zum Thema Professoren und AfD: Ich sehe es nun wirklich nicht als Aufgabe von Wissenschaftlern, das nachzuplappern, was eine große Koalition oder irgendein Mainstream vorgibt. Gerade Wissenschaftler sollten sich eine eigene Meinung bilden und diese dann auch öffentlich vertreten. Natürlich gehört eine gewisse Internationalität zur Wissenschaft, daher passt völlige Abschottung nicht gut dazu. Aber auch hier kann sich natürlich jeder Wissenschaftler eine eigene Meinung bilden. Abgesehen davon hat die AfD nie eine völlige Abschottung gefordert, auch beispielsweise Trump fordert das nicht.

  7. Angeblich bewegt ja der „Mega-Martin“-Effekt des kommenden „Gottkanzlers“ auch die Umfragewerte der schlesw.-holst. SPD auf immer neue Umfragehochs.
    Die Leute strömen angeblich auch dort in Massen zur SPD.

    Es ist schon Pech, wenn kleine Regionalmedien bei der Berichterstattung ausscheren.
    Ganze ZWEI (!!!) Interessierte Bürger fanden sich zum Bürgerdialog mit SPD-Bundesvorstand und SPD-Landeschef Ralf Stegner ein.

    http://www.fehmarn24.de/fehmarn/ralf-stegner-doch-thema-nicht-wirklich-8118181.html#idAnchComments

    Möglicherweise wäre ein Bürgerdialog der MLPD besser besucht gewesen 🙂

  8. Sehr geehrter Herr Dilger,
    ich bitte freundliche um „politische Bildung“ 😉

    Sollten Sie Ihre Wahlempfehlung der FDP aus Sympathie für Herrn Kubicki ableiten, könnte ich das (begrenzt) verstehen.

    Ansonsten?
    Wo genau unterscheidet sich Herr Kubicki politisch GRUNDLEGEND von den Positionen von Herrn Lindner?
    Besonders in den Punkten:
    – Inneresicherheit
    – Einwanderung
    – Euro-/Geldpolitik

    Für mich persönlich hängt eine Wahlentscheidung übrigens auch davon ab,
    mit welchen Parteien diese eventuell koalieren würde. Nicht mal bei einer persönlichen Zustimmung von 100% für eine Partei würde ich diese wählen,
    wenn die Gefahr bestünde, daß sie mit den Deutschland hassenden und abschaffenden Grünen zusammen gehen könnte….

    • Im Zweifel steht Herr Kubicki weiter links, als Herr Lindner sich gibt. So gibt er eher zu, gegebenenfalls eine Koalition mit der SPD einzugehen, und hält weniger vom Grexit als Herr Lindner momentan. Doch erstens ist er authentischer und glaubwürdiger. Er wechselt seinen Standpunkt nicht ständig, während Herr Lindner große Ähnlichkeiten mit Herrn Pretzell aufweist. Zweitens halte ich es für besser, wenn eine Partei nicht nur auf eine Person zugeschnitten wird. Das war die CDU leider schon immer, aber die FDP bislang nicht.

      Wie schlimm eine Koalition ist, hängt auch von den Alternativen ab. Eine Ampelkoalition ist z. B. weniger schlimm als eine rot-grüne oder gar rot-rot-grüne Koalition ohne FDP, während ich im Bund jede Koalition präferiere, bei der Frau Merkel nicht Bundeskanzlerin bleibt.

      • Zum Thema Direktmandate: Solange die AfD bundesweit einstellig ist, halte ich es für ausgeschlossen, dass sie irgendwo ein Direktmandat bekommt. Anders als bei der Linken sind die Wählerstimmen relativ gleichmäßig im Bundesgebiet verteilt, da die AfD von allen Parteien (vielleicht abgesehen von den Grünen) Wähler zieht. Für ein Direktmandat braucht man erfahrungsgemäß mindestens 25 Prozent der Erststimmen. Ich schätze, dass man bei 15 Prozent der Zweitstimmen bundesweit anfängt, Chancen dafür zu bekommen.

      • Die Stimmen der AfD sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern es gibt große regionale Unterschiede mit der Hochburg in den neuen Bundesländern und den schwächsten Werten in NRW und Niedersachsen. Diretkmandate sind möglich, aber keineswegs sicher. Am schönsten wäre eines von Herrn Holm gegen Frau Merkel, was jedoch sehr unwahrscheinlich ist, weil sie ihren Wahlkreis durchaus materiell begünstigt.

      • Ich nehme die Europawahl in den Bundesländern als Grundlage. Bei der AfD: Bestes Bundesland Sachsen 10,1 %, schlechtestes Bundesland für die AfD: NRW/Niedersachsen 5,4 %. Bei der Linken: Bestes Bundesland Thüringen 22,5 %, schlechtes Bundesland Bayern 2,9 %. Siehe https://wahl.tagesschau.de/wahlen/2014-05-25-EP-DE/bundeslaender.shtml. Das ist die aktuellste Datenbasis, die wir haben (Landtagswahlen sind wegen der verschiedenen Zeitpunkte nicht so einfach vergleichbar), und hier sind die Stimmen für die Linke deutlich ungleicher verteilt. Wie es bei der Bundestagswahl aussieht, werden wir sehen.

      • Die Europawahl ist bereits zu lange her und die AfD nun eine andere. Ein besserer Vergleich sind die länderspezifischen Umfragen für die Bundestagswahl (siehe hier). Da gibt es auch nicht zu allen Ländern aktuelle Werte, doch wo es sie gibt, schwankt die AfD zwischen 6 Prozent und 20 Prozent. Die Linke schwankt stärker, doch die Tendenz ist die gleiche.

  9. Sie haben mehr Zustimmung für die AfD als ich!

    Ich komme auf:
    AfD 72,4
    LKR 71,1
    CDU 68,4
    FDP 63,2
    Piraten 36,8
    SPD 30,3
    Grüne 22,4
    Linke 21,1

  10. Herr Dilger, was halten Sie denn von dem Zukunftsantrag von Frauke Petry und der Nachricht, dass die AfD-Spitze Höcke mit Hitler vergleicht? Wird der Bundesparteitag in Köln so wie der in Essen 2015 verlaufen und sich die Partei danach spalten?

    • Der „Zukunftsantrag“ ist unglaubwürdig und der Hitler-Vergleich völlig verfehlt. Die Stimmung ist mit Sommer 2015 vergleichbar, doch es gibt einen wesentlichen Unterschied: In Köln findet ein Delegierten- und kein Mitgliederparteitag statt. Insbesondere Herr Pretzell hat in der Vergangenheit sein Talent zum Auskungeln gezeigt und schreckt mit und für seine Frau auch nicht vor Wahlfälschungen zurück. Wenn sie trotzdem unterliegen, rechne ich nicht mit einer erneuten Spaltung der Partei. Selbst nach einer Niederlage bleiben sie vermutlich in ihren Ämtern und in der Partei. Falls sie gehen, wird kaum jemand folgen, da ihre opportunistischen Anhänger die Chancenlosigkeit von noch einer Neugründung zumindest erahnen.

      • Petry wird einen deutlichen Denkzettel bekommen. Vielleicht heult sie wieder, denn die Hormone spielen im Moment verrückt. Aber hinscheißen wird sie nicht! Sonst kommt sie nicht in den Bundestag!!!

      • Sie steht doch schon vorne auf der sächsischen Landesliste zur Bundestagswahl. Aber vielleicht bleibt sie auch lieber in Sachsen, wenn sie nicht bundesweite Spitzenkandidatin mit Aussicht auf den Fraktionsvorsitz wird. Dabei geht es nicht nur ums Ego, sondern auch ums Geld. Ich traue ihr allerdings auch zu, was Herr Pretzell jetzt doch nicht versucht, nämlich zugleich im Land- und Bundestag Diäten zu kassieren.

      • Es könnte sein, dass die gleichzeitige Ausübung von Bundestags- und Landtagsmandat rechtlich gar nicht möglich ist. Sinnvoll wäre es auf gar keinen Fall!

      • Es ist rechtlich zulässig, zugleich im Bundestag und einem Landtag zu sitzen, auch wenn das nicht sinnvoll ist. Dagegen ist es nicht zulässig, gleichzeitig im Europaparlament und dem Bundestag und/oder einem Landtag Abgeordneter zu sein.

  11. Eine interessante Aussage: FDP in Schleswig-Holstein wählen, damit Kubiki gegen Lindner Boden gut macht. Grade die Konzentration auf Einzelpersonen zeigt doch die Defizite unserer Demokratie in der Argumente hinter Gesichtern zurück bleiben.

    • Wenn es mehrere Spitzenpersonen nebeneinander gibt, die für verschiedene Positionen stehen, ist das doch für die Demokratie und das Ringen um Sachpositionen besser, als wenn eine(r) alles dominiert, sei es in der FDP, AfD, Union oder Bundesregierung.

  12. Pingback: Freiheit vor Grünen sichern | Alexander Dilger

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s