US-Militärschlag in Syrien

Donald Trump bleibt als US-Präsident unberechenbar. Bislang hat er immer verkündet, sich aus dem Syrien-Krieg heraushalten zu wollen bzw. sich allein auf die Bekämpfung des IS zu konzentrieren. In der letzten Nacht ließ er einen Militärschlag gegen das Regime von Baschar al-Assad bzw. konkret den Militärflughafen durchführen, von dem der letzte syrische Chemiewaffeneinsatz am Dienstag ausgegangen sein soll (siehe „Luftangriff in Syrien Die überraschende Wandlung des US-Präsidenten“).

Wirklich bewiesen ist die Verantwortung der syrischen Regierung für den völkerrechtswidrigen Giftgaseinsatz nicht, doch es gibt Indizien. Tatsächlich macht es Trumps Willkür möglich, auf konkrete Beweise und rechtsstaatliche Verfahren verzichten zu können. Wirklich stärker werden die USA dadurch aber nicht im Vergleich zur Durchsetzung klarer Regeln. Allerdings hatte sein Amtsvorgänger Barack Obama darauf in umgekehrter Richtung verzichtet, als er nach dem Überschreiten der von ihm selbst so bezeichneten roten Linie durch einen noch massiveren Giftgaseinsatzes 2013 nicht intervenierte, sondern sich mit dem Versprechen einer Vernichtung der syrischen Chemiewaffen abspeisen ließ, die dann zwischenzeitlich noch mehrfach eingesetzt wurden.

Die Hauptfrage ist nun, wie es weitergeht. Vermutlich gibt es keine Syrien-Strategie der neuen US-Administration. Vielleicht bleibt es deshalb bei dem einen Militärschlag, der dann verpufft. Alternativ könnten weitere Kampfhandlungen folgen bis hin zu einem kompletten Kriegseintritt mit dem Ziel des Regimewechsels. Entscheidend wird dann sein, wie Russland reagiert, welches inzwischen auf der Seite Assads kämpft. Präsident Putin handelt rationaler und vorsichtiger, weshalb er eine direkte Konfrontation vermeiden wird. Aber von einem neuen, vor allem besseren Verhältnis zwischen den Regierungen der USA und Russlands kann keine Rede mehr sein. Ob man es im Kreml bereits bereut, wen man da beim Einzug ins Weiße Haus unterstützt hat?

65 Gedanken zu „US-Militärschlag in Syrien

  1. Ich denke für Trump war das vor allem ein innenpolitischer Befreiungsschlag. Er hat sich damit Sympathien im Kongress und in den Medien verschafft, lenkt von den innenpolitischen Problemen ab und er demonstriert Handlungsfähigkeit. Ich denke nicht, dass jetzt noch mehr folgen wird. Folgt mehr, wird er seine treuesten Anhänger verlieren.

    • Die Alt Right steht auf den Barrikaden, wie ich es noch nicht erlebt habe. Die Befürchtung ist, daß Trump sich von den Neokonservativen und der Kriegsmaschinerie des Washingtoner Sumpfs in einen weiteren Nahostkrieg hineinziehen läßt. Das wäre das sichere Ende von seiner Reformpräsidentschaft unter dem Leitgedanken von America First.

      In Deutschland kriegt Trump Beifall von seinen größten Hassern aus der Systempresse, das ist ein ganz schlechtes Zeichen. Die Israel-Lobby von Die Welt findet sogar, erst jetzt wo er bombt, ist er ein richtiger Präsident geworden. Also die altbekannte Kriegsrhetorik der Globalisten und humanitären Kriegstreiber, die wieder Frieden und Demokratie aus den Bombenschächten abwerfen möchten.

      Es sieht allerdings derzeit nach einem begrenzten Schlag aus. Jede Schwächung Assads stärkt nur ISIS. Amerika hat in dem Konflikt nichts zu gewinnen, das hat Trump selbst immer wiederholt – bislang.

      • Donald Trump geht es eben nicht um America First, sondern Trump Only. Das erinnert mich an P&P in der AfD, die doch auch keine politischen Überzeugungen haben.

  2. Die Mehrheit der Amerikaner steht zwar treu und patriotisch zu ihrem Militär, ist aber kriegsmüde und lehnt die gefährliche und sündhaft teure Rolle als „Weltpolizist“ entschieden ab. Donald Trump hat die Präsidentschaftswahl auch deshalb gewonnen, weil er genau diese Position vertreten hat, während Hillary Clinton sogar als interventionistischer als Barak Obama galt.

    Ich habe enge verwandtschaftliche Verbindungen in die USA, war oft dort und kenne die USA von innen. Viele Amerikaner hatten in der Schule nie Geografie und wissen nicht einmal, wo Syrien liegt. Präsident Trump sollte vorsichtig sein.

    Natürlich ist Assad kein Saubermann, so wie mehr als 80% der Regierungen in Drittwelt Ländern. Aber im von außen angeheizte Bürgerkrieg in Syrien findet leider kein Kampf von Gut gegen Böse statt. Wenn Assad weg ist, geht der Bürgerkrieg erst richtig los zwischen nicht ganz so radikalen Islamisten und Al-Kaida-ähnlichen Terrorbanden. Die Minderheiten, orientalische Christen, Kurden und Atheisten kommen dann vollständig unter die Räder.

    Dieser Konflikt ist so kompliziert, dass der Westen sich besser heraus hält. Wenn er unbedingt militärisch etwas tun will, sollte er eine sichere Schutzzone (nicht wie damals in Srebrenica!) einrichten, in der echte Flüchtlinge Schutz finden, statt nach Europa zu kommen! Das hätte aber schon vor Jahren passieren können!

    • Sehr schön ausgedrückt. Die Kriegsmüdigkeit unter den Amerikanern ist sehr ausgeprägt, aber in Washington sitzen immer noch viel zu viele Interventionisten an den Schalthebeln der Macht, die das Land in das nächste Nahostdesaster ziehen würden, wenn man ihnen dafür den Spielraum lassen würde. Leider hat Trump diese Leute teilweise in wichtige Posten gehievt (etwa UNO-Botschafterin Haley), anstatt sie ausnahmslos vom Hof zu jagen. Auch die Nähe zu Israel wirkt sich negativ aus. Dem Vernehmen nach war sein Schwiegersohn Kushner an der Entscheidung führend beteiligt – gegen Bannon, den schärfsten Kopf in Trumps Beraterstab.

      • Was haben Sie eigentlich gegen Israel? Gerade weil es in der Region liegt und ganz klein ist, kann es die Risiken besser abschätzen als viele außerhalb. Die Morde des IS werden spektakulärer inszeniert, aber das syrische Regime ist viel tödlicher und der Iran nochmals deutlich stärker und gefährlicher.

      • Wenn es nach Israel und der neokonservativ-jüdischen Lobby in Washington ginge, würde Amerika nicht nur Assad bombardieren, sondern auch gleich den Iran mit. Solange die USA israelische Luftwaffe spielen, um Israels Gegner auszuschalten, geht der Flächenbrand in Nahost weiter.

        Auch auf die Einflüsterungen und Forderungen Erdogans und der Saudis sollte Trump nicht hören. Syrien ist ein sunnitisch-schiitischer Stellvertreterkrieg, bei dem westliche Interventionsmächte nur verlieren können. Assad garantiert die Rechte der christlichen und anderen Minderheiten noch am Besten. Ohne ihn werden die Christen wie schon im Irak ins Meer getrieben.

        Den Israelis ist das egal, denn sie nehmen ohnehin keine Flüchtlinge auf. Uns sollte es das aber nicht sein.

      • Ich bin Kroate, genauer Dalmatiner, von Einstellung Jugoslawe. Nur, und es ist keine Seltenheit , in meiner Familie gibt es mehrere Nationalitaeten, es werden 3-4 Sprachen gesprochen und katholische wie orthodoxe Ostern gefeiert. Man schreibt lateinische Schrift aber auch cyrilisch. Meine Grosseltern sind in Wien-Klagenfurt-Zadar-Belgrad geboren.

        Demokratie wird heute ziemlich verwaessert und misinterpretiert. Schon die manche Interpretationen in Deutschland weichen ab von UK etc. Nur eine wehrhafte Demokratie ist ueberlebensfaehig. Jugoslawien fing an ziemlich demokratisch an, als parlamentarische Monarchie. Zentralistisch, ja aber mit rund 40 Parteien inkl. Kommunisten und Muslime, und im Parlament gab es lebhafte Opposition und auch Pistolenschuesse. Regierungen wechselten, es gab Terror aber kein Chaos, es herrschte Ordnung. Nach der Diktatur und Mord am Koenig gab es in den Jahren vor dem 2.WK Fortschritte und eine Konsolidierung des gemeinsamen Staates war in Sicht. Radikale Nationalisten, hauptsaechlich in Kroatien, waren erst zufrieden waehrend des Krieges, war es die Mehrheit der Kroaten? Mitnichten!

        In den Jahren nach der Gruendung gab es keine Mehrzahl der Kroaten fuer ein eigenes Staat. Auch nicht bei den Wahlen 1921. Vergessen wir auch nicht in wie vielen Teilen des neuen Staates viele Serben seit Jahrhunderten lebten, z.B in Kroatien und Bosnien. Sie waren laengst kroatische Staatsbuerger.
        Sie koennen jetzt schoen ueber Demokratie und Selbstbestimmungsrechte reden. Wie sah Europa 1918 oder 1938 aus?

        Jugoslawien war Westbalkan aber frei entstanden und kein „Voelkergefaengniss“. Mit Schwierigkeiten und Chancen. Generation meiner Eltern und Grosseltern erinnerten sich gerne an dieses Jugoslawien. Erst mit Kommunisten verschwanden alle Chancen !

      • Gerade wenn Sie Kroate sind, sollten Sie sich genauer mit der Geschichte Ihres Landes und Volkes beschäftigen. Es mag sein, dass Ihre Familie vor 100 Jahren für Jugoslawien war, die Mehrheit der Kroaten war es nachweislich nicht und wurde bei der Staatsgründung nicht gefragt. Bei den ersten Wahlen stimmte die absolute Mehrheit der Kroaten für Parteien, die für Unabhängigkeit und auf jeden Fall gegen den Zentralismus unter einem serbischen König eintraten. Schüsse im Parlament sind gerade kein Zeichen von lebhafter Demokratie. Die Gewalt nahm noch zu, weil es keine friedlichen und demokratischen Optionen gab. Die erste echte Chance auf Unabhängigkeit bot sich erst 1991 und wurde sogleich ergriffen. Auch da wäre es besser gewesen, dass friedlich und demokratisch statt blutig in einem Bürgerkrieg zu regeln.

    • Barack Obama war doch gerade nicht besonders interventionistisch, insbesondere wenn Sie ihn mit seinem Vorgänger vergleichen. Das Regime in Syrien ist ganz besonders mörderisch und nicht mit Regierungen in den meisten ärmeren Ländern zu vergleichen, sondern eher in einer Liga mit Nordkorea. Trotzdem hätte sich der Westen wohl besser ganz herausgehalten – oder die Opposition von Anfang an richtig unterstützen sollen. Donald Trump steht jetzt vor dem gleichen Dilemma, dass er besser gar nicht militärisch interveniert hätte oder jetzt richtig eingreifen muss. Das Ziel muss auch nicht unbedingt ein Regimewechsel sein, sondern könnte auch in einer Befriedung durch Teilung des Landes bestehen, z. B. in Form einer dauerhaften Schutz- oder zumindest Flugverbotszone.

      • Alles schon ausprobiert, Ergebnis in Jugoslawien und Irak bekannt.

      • Das ehemalige Jugoslawien ist doch jetzt nach der Aufteilung in mehrere Staaten im Wesentlichen befriedet. Die Aufteilung selbst erfolgte gewaltsam, war aber ihrerseits nur eine Folge der vorhergehenden Gewalt. Für die Menschen im Irak wäre eine Teilung des Landes vermutlich auch besser, doch man fürchtet die Außenwirkung.

      • Frieden und Gerechtigkeit sieht für mich anders aus. Hunderttausende von Serben bleiben aus der Kraijna und anderen traditionellen Siedlungsgebieten in Kroatien vertrieben. In Bosnien-Herzegowina wurden die ethnischen Grenzen entlang der innerstaatlichen Entitäten neu gezogen. Das Kosovo-Problem ist völlig ungelöst und erfordert ein veritables EU-Protektorat, das die Probleme mit Geld zuschüttet.

        In Afghanistan, Irak und Libyen sieht es noch schlechter aus.

      • Meinen Sie, durch Serben wurde niemand vertrieben? Also wollen Sie nun eigentlich National- oder Vielvölkerstaaten? Bei der Aufteilung von Vielvölkerstaaten sollte man vielleicht weniger auf vorherige Verwaltungsgrenzen geben und sich mehr an der Verteilung der Volksgruppen orientieren. Ganz ohne Umsiedlungen wird es jedoch nicht gehen, wobei kleine verbleibende Minderheiten unproblematisch sind. Große Minderheiten, die dann wieder Teilgebiete majorisieren, sollten jedoch vermieden werden.

      • Ich kann nicht glauben, daß Sie hier Vertreibungen rechtfertigen. Natürlich haben die Serben auch kräftig Minderheiten vertrieben, gerade aus dem serbischen Kanton in Bosnien, aber auch die Wojwodina wurde eigentlich einer kalten ethnischen Säubering unterzogen. Umgekehrt haben die Albaner die verbliebenen Serben aus dem Kosovo herausschikaniert. Und so weiter.

        Deswegen sage ich ja auch, daß Clintons Intervention auf dem Balkan nur einen Scheinfrieden gebracht hat. Trump sollte daraus lernen und gerade in Syrien die Dinge vom Ende her denken, denn der Haß zwischen den Volksgruppen ist dort noch unversöhnlicher. Die Vergangenheit hat gezeigt, daß die Amerikaner zwar Drittweltregime aus dem Amt fegen können, aber keine stabile politische Ordnung bringen können. Das kann nur aus Syrien selbst heraus erfolgen.

      • Ich rechtfertige keine Vertreibungen, aber die möglichst friedliche und faire Aufteilung von Staaten, die sich als nur mit Gewalt zusammengehaltene Völkergefängnisse erwiesen haben. Von daher ist die Situation im ehemaligen Jugoslawien jetzt viel besser. Sind Sie nun für Nationalstaaten oder nicht?

      • Jugoslawien war ein in Folge des 1. Weltkrieges von außen errichteter Kunststaat, der nur als Diktatur funktionieren konnte. Auch die Grenzen der neuen Staaten nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches wurden von Politikern willkürlich am Reisbrett gezogen. In Afrika war das ähnlich. Wenn man aber jedem Stamm in Afrika seinen eigenen Staat geben wollte, hätte Afrika etwa 2000 Staaten. Wir sollten uns damit beschränken, Europa zu organisieren. Andere Regionen dieser Welt müssen ihren eigenen Weg gehen, auch wenn er in unseren Augen noch so falsch ist. Und wer mit seiner Führung unzufrieden ist, sollte sie stürzen, aber nicht nach Europa fliehen!!!

      • In Europa und insbesondere Deutschland hat doch auch nicht jeder Stamm seinen eigenen Staat, auch wenn Herr Meister das gerne so hätte. Es sollten die Menschen zusammenleben, die sich zusammengehörig fühlen, sei es über eine Sprache, Kultur, Ethnie, Geschichte oder Religion. Dagegen sollte die Menschengruppen möglichst getrennt werden, die sich hassen und bekämpfen wollen.

      • @Prof. Dilger, francomacorisano

        Ueber Koenigreich SHS (nach 1918) und Koenigreich Jugoslawien ( nach 1929) schreiben Sie manchen Unsinn. Es war weder eine von aussen aufgezwungene kuenstliche Konstruktion, noch eine Diktatur noch einer “ mit Gewalt zusammengehaltenes Voelkergefaengnis“. Das ist nur wiederholen von kommunistischen und extremnationalistischen Parolen!

        1. Die Vereinigung der Suedslawen war durch Illyrismus und Garaschanins Program schon im 19. Jh. vorbereitet. Lesen Sie auch die Deklaration v. Korfu am 20.7. 1917. Am 24.11.1918 proklamierte Nationalrat der Suedslawn der Donaumonarchie in Zagreb die Vereinigung mit Serbien und Montenegro zur gemeinsamen Monarchie. In den Pariser Vorvertraegen konnten 1919/20 noch die suedl. Steiermark um Maribor , Vojvodina sowie westbulg. und makedon. Gebiete gewonnen werden.
        Zwischen 6.1.1929, bis zur Ermordung Koenigs Alexander I am 9.10.1934 durch kroatische und mazedonische Extremisten, galt die „Koenigsdiktatur“. In Mai 1935 wurden freie Wahlen abgehalten was zu Staerkung der Opposition und zu einem Ausgleich mit den Kroaten am 26.8.1939 fuehrte.

        2. Es war ein Wunsch der Suedslawen zusammen zu leben und es funktionierte. Immer mehr Menschen -bis heute- empfanden sich als Jugoslawen und nicht als Kroaten, Serben etc. Was frueher eine Sprache war, serbo-kroatisch, sind heute vier Sprachen! Ein Paradox!

        3. Wenn man die Vorgaenge bei Vertreibung der hunderttausende Serben aus Kroatien betrifft ist es richtig dieses Ereignis als eine Schande fuer kroatische Nation hervorzuheben! Auch die Tatsache, dass glorreiche Soldaten und Verteidiger die serbische Rentner und Greise in Ihren Doerfern, in Ihren Betten, wo sie seit Generationen lebten, ermordeten! Wer hier relativiert weiss nicht was er tut

        4. Die Aufteilung Jugoslawiens war keine Folge des vorherigen Gewalts! Es ist naiv an so etwas zu glauben. Schuld daran war kommunistische Einparteidiktatur, marxistisch-wirtschaftliche Zusammenbruch und radikale Nationalisten!
        Was aus Mazedonien, Bosnien und Kosovo wird ist offen? Welche Rolle die Albaner noch spielen werden ist auch offen? Das gilt auch fuer Putins Russland!

      • Zumindest ich hatte gar nichts über das Königreich Jugoslawien geschrieben. Doch auch dieses wurde nach dem 1. Weltkrieg nicht von allen beteiligten Völkern begrüßt, wie Sie es suggerieren. Nach dem Kalten Krieg stimmten alle Teilrepubliken mehrheitlich für einen Austritt aus dem Bundesstaat (nur das dominante Serbien stimmte gar nicht darüber ab und viele Serben boykottierten die Abstimmungen). Das schließt nicht aus, dass sich eine Minderheit vor allem als Jugoslawen fühlt. Sollte irgendwann eine Mehrheit so denken, kommt es vielleicht wieder zum Zusammenschluss zumindest von einigen heute souveränen Staaten. Staaten und ihre Grenzen sind nicht für die Ewigkeit, nur ihre gewaltsame Veränderung ist völkerrechtlich verboten.

      • Korrekt ist:
        7.10.91 Kroatien und Slowenien erklaeren ihre staatliche Unabhaengigkeit
        15.10.91 Bosnien und Herzegowina erklaert gegen Willen der Serben Unabhaengigkei. Serben bilden aber ueber 31% der Bevoelkerung.
        Bosnien bleibt bis heute ein failed state,
        27.4.92. Bundesrepublik Jugoslawien bestehend aus Serbien und Montenegro wird gegruendet
        18.4.93 Mazedonien wird UNO- Mitglied

        Jugoslawien als Staat beginnt ab 1918 und nicht erst ab Ende des Kalten Krieges. Und ich suggeriere es nicht, die Gruendung des Koenigreichs SHS ist im Einvernehmen zwischen den Teilnehmern geschehen. Diese Teilnehmer waren die politische Vertreter der Voelker. Zwang und Gewalt bei dieser Gruendung sind nicht bekannt! Welche Quellen benutzen Sie?
        Und vergessen wir nicht, weitere friedliche Entwicklung Koenigreichs Jugoslawien wurde am 6.4.41 durch Ueberfall Deutschlands auf neutrale Jugoslawien und Bombardierung Belgrads unterbrochen; kroatische Ustasche proklamierten Unabhaengigen Staat Kroatien -NDH und annektierten Bosnien und Teile Serbiens. In diesem Staat waren von 6 Mio Einwohner rund 2 Mio Serben und 1 Mio Muslime. Rund 300000 orthodoxe Serben wurden ermordet.

        Nach dem Krieg kamen die Kommunisten an die Macht! Parlamentarische Monarchie wurde durch Einparteidiktatur ersetzt.

      • Bosnien und Herzegowina funktioniert tatsächlich am schlechtesten von den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken, weil die Aufteilung der verfeindeten Volksgruppen dort am wenigsten gelungen ist, was meine These unterstreicht, dass verfeindete Gruppen möglichst getrennt werden sollten. Auch im Kosovo ist das größte Problem, dass dort noch viele Serben leben. Diese sollten natürlich nicht vertrieben, sondern ihre Hauptgebiete abgetrennt werden und wieder zu Serbien gehören (ggf. mit Gebietstausch).

        Es ist ziemlich egal, wie verschiedene Völker einmal in einen gemeinsamen Staaten gelangten, wenn sie mehrheitlich nicht mehr darin leben wollen. Tatsächlich entstehen die meisten Staaten durch Krieg. Das war bei Jugoslawien nicht anders, welches aus dem Ersten Weltkrieg hervorging. Insbesondere unter den Kroaten gab es von Anfang an starke Vorbehalte, doch ein eigener kroatischer Staat war damals nicht durchsetzbar.

      • Wir müssen hier nicht die Einzelheiten der Geschichte des Vielvölkerstaates Jugoslawiens mit den unterschiedlichen Religionen (Orthodoxe, Katholiken, Moslems, u.a.), unterschiedlichen Schreibweisen (Latein, Kyrillisch) und unterschiedlichen Mentalitäten aufarbeiten. Fakt ist, nach Ende des Kommunismus bracht das Experiment zusammen! Wenn in Serbien nicht der korrupte Beton-Kommunist Milosevic an der Macht gewesen wäre, hätte Bosnien-Herzegowina entsprechend seiner Volksanteile aufgeteilt können, das Kosovo als autonomer Landesteil von Serbien bestehen bleiben und vielleicht sogar ein loser Staatenbund, zumindest aber ein gemeinsamer Binnenmarkt zum Wohle aller Beteiligten funktionieren können.

        Gewonnen haben das stets Österreich orientierte Slowenien (kenne ich gut, denn ich war oft dort), das touristisch geprägte Kroatien und das kleine, und wilde Montenegro. Serbien ist ein Armenhaus, Kosovo eine EU-Kolonie regiert von der Mafia und Bosnien-Herzegowina und Mazedonien sind gescheiterte Staaten. Es wurde nie darüber abgestimmt, was die Menschen wirklich wollen, nicht früher und heute auch nicht!

      • Doch, in allen Teilrepubliken außer Serbien wurde abgestimmt und fand sich jeweils eine deutliche Mehrheit für die Unabhängigkeit. Auch seither gab es viele recht freie Wahlen, die stets in diese Richtung gingen.

      • Bedingungen des Entstehungs des Koenigreichs SHS waren mehr als kompliziert aber sind bekannt. Die Idee ueber einen gemeinsamen Staat war nicht ad hoc 1918 gekommen. Unzufriedenheit der Vorlker innerhalb Donaumonarchie war eindeutig schon laenger vorhanden. Dabei waren Kroaten und Slowenen noch ziemlich belanglos.
        Schon etablierte, souveraene Koenigreich Serbien war, mit schweren Verlusten, unter den Siegern des 1.WKs. Suedslawen innerhalb Donaumonarchie waren nach 1918 politisch organisiert und fuer einen gemeinsamen Staat, staatliche Strukturen gab es keine mehr. Hier duerfen wir die Rolle Italiens (grosse Gebietsansprueche, D’Annunzio in Fiume etc.) in Dalmatien nach 1918 als Quelle der Unzufriedenheit nicht vergessen.

        Nein, bleiben wir bei Fakten, Koenigreich der SHS i.e. Jugoslawien ist nicht gegen Willen der Kroaten entstanden!

        Mir ist es sogar nicht bekannt dass es in Kroatien in dieser Zeit eine Massenbewegung fuer einen unabhaengigen Staat gab. Auch die faschistische NDH -Konstruktion waehrend des 2.WK entstand nur durch Gewalt und wurde nicht von einer Mehrheit der Kroaten unterstuetzt.

        PS. Ihre Gedanken ueber Trennung der “ verfeindeten“ Voelker ist in vielen Situationen absurd. Solche Voelker leben seit Jahrhunderten zusammen, sprechen die selbe Sprache, sind familiaer verbunden und leben nicht in Parallelgesellschaften. Weder in Koenigreich noch in Kommunismus.
        De facto Sie propagieren durch s.g. Trennung nur „ethnische Saeuberungen“? Und wer sollte diese Voelker trennen und wie?

      • Sie predigen hier doch ständig Gewalt. Ich lehne ethnische Säuberungen strikt ab, bin aber für Volksentscheide auch und gerade über Souveränitätsfragen wie z. B. in Schottland oder zuletzt den Brexit. Wenn es eine friedliche und demokratische Option gibt, muss doch auch niemand zur Gewalt greifen, sondern diskreditiert dadurch nur sich selbst und seine Sache. Außerdem ist der Umgang zwischen den Völkern besser, wenn sie freiwillig kooperieren und nicht gezwungenermaßen. Individuen sollen erst recht immer ein Land verlassen dürfen, wenn sie es wollen, was das Unterdrückungspotential eines Staates beschränkt (die DDR hat nicht ohne Grund eine Mauer mit Schießbefehl gebaut). Umgekehrt darf kein angestammter Einwohner zum Verlassen des Landes und vielleicht sogar seines eigenen Grund und Bodens gezwungen werden, muss dann aber gegbenenfalls eine Minderheitenposition akzeptieren, falls sein Land geteilt werden sollte.

      • @francomacorisano 2:36

        Richtig………..und wenn ein anderer rechter populist Franjo Tudjman mit HDZ in Kroatien nicht fuer Unruhen und Angst sorgte…….und wenn Deutschland nicht mit Anerkennung Kroatiens und Sloweniens vorgeprescht waere…und wenn Europa entschlossen und einstimmig reagiert haette…….Vielleicht gaebe es eine demokratische Jugoslawien noch heute?

        Experiment war es nicht, sondern Gang der Geschichte, wie heute die fuer Migranten offene Grenzen Deutschlands. Koenigreich Jugoslawien ist gescheitert, nicht weil es nicht laebens- und entwicklungsfaehig war sondern durch Nationalsozialismus , wie auch die grossen Teile Europas. Titos Jugoslawien war eine aufgezwungene kommunistische Diktatur und verurteilt zum scheitern. Und ja, zwischen beiden Ereignissen muss man gut unterscheiden, und nicht alles vermischen, es ging und geht immer um Menschen die keine Rettung wollen aber auch nicht gehindert werden wolle fuer ein besseres Leben zu kaempfen.

        Jugoslawien ist kein von aussen errichteter Kunststaat! Jugoslawien hat als parlamentarische Monarchie vernuenfig funktioniert.

      • Sie dichten sich das Königreich schön, während Jugoslawien unter Josip Broz Tito nicht zum Scheitern verurteilt war, sondern erst nach ihm mit dem Ende des Kalten Krieges, wobei es gerade nicht demokratisch war.

      • @Prof. Dilger 19:46

        Sie sind weder ein Historiker noch, wie ich sehe, Kenner des Balkans. Ich bin mindestens auf dem Balkan geboren und erwachsen und habe eine Reihe Vorfahren und Verwandten die politisch aktiv und respektiert waren und diese Zeiten mitmachten. Ich brauche mir bestimmt weder Koenigreich schoen zu dichten noch Tito schlecht zu reden! Was fuer absurde und unserioese Unterstellungen!

        Apropos, Titos System scheiterte schon waehrend seines Lebens. Alles anderes sind Maerchen. Warum behaupten Sie faelschicherweise, dass Jugoslawien unter Tito nicht zum scheitern verurteilt war? Auf was beziehen Sie sich? Wissen Sie wie verschuldet Jugoslawien war?

        De facto springen Sie von Thema zum Thema um ohne zum Ausgangspunkt der Debatte zurueckzukommen. Koenigreich SHS wurde doch gemeinsam gegruendet und nicht aufgezwungen, weder durch Siegermaechte noch Serbien! Lesen Sie am besten in Ruhe Holm Sundhaussen, Mischa Glenny, Imanuel Geiss etc.

      • Sie sind einfach parteiisch und zu einer neutralen Einschätzung Jugoslawiens nicht bereit. Wenn alle so begeistert vom Königreich Jugoslawien waren, warum hat denn dann bei den ersten Wahlen 1920 die Kroatische Bauernpartei, die für Unabhängigkeit eintrat, unter den Kroaten die absolute Mehrheit gewonnen? Wie passt die Königsdiktatur ab 1929 zu einer vorbildlichen parlamentarischen Monarchie? Wieso wurde der König 1934 von Nationalisten ermordet?

        Jugoslawien ist unter Tito offensichtlich nicht zusammengebrochen, sondern erst deutlich nach ihm, als der innere und äußere Druck nachließen. Schließlich wechsle nicht ich dauernd das Thema, sondern Sie. Der Ausgangspunkt ist keineswegs das Königreich Jugoslawien gewesen, sondern mein Blogbeitrag zu Syrien. Was sagen Sie denn zu der These, dass verfeindete Völker besser getrennt als in einem Staat zusammengezwungen werden? Das ist doch z. B. auch für Israel relevant oder die EU, die noch gar kein Staat ist, aber insbesondere über den Euro inzwischen mehr Spannungen erzeugt als abbaut.

      • Das Auseinanderbrechen von Jugoslawien mag verschiedene Gründe haben. Aber die Hauptschuld dafür und die nachfolgend entstandenen blutigen Konflikte bis heute, trägt der kommunistische Despot Milosevic!

      • Wegen Slobodan Milošević verlief das Auseinanderfallen Jugoslawiens so blutig, doch auch ohne ihn hätte es sich nicht verhindern lassen, wäre aber vielleicht jetzt eine Wiederannäherung leichter.

      • 1. Ausgangspunkt sind Statements ueber Koenigreich Jug. wie ich es beschrueben habe um 10:27 am 9.4.

        2. Koenig Aleksandar I wurde in Marseille am 9.10.34 von kroatischen (Ustase) und mazedonischen (VMRO) Extremisten (Terroristen) ermordet durch Vlado Tschernozemski. Beide Gruppierungen vertraten keine Mehrheiten aber dafuer rassistische und faschistische Positionen. Attentat in Marseille sind nur zwei Morde in einer Reihe von Morden begangen durch beide Organisationen in den 30er Jahren. Auch nach 1941 vertraten Ustase keine Mehrzahl der Kroaten!

        3. Koenigsdiktatur ab 6.1.1929 war kein jugoslawisches Spezifikum. Alle Balkanlaender beschritten frueher oder spaeter einen aehnlichen Weg, was auch ein europaeischer Trend war. Die Hintergruende waren schwache „Buergergesellschaft“ und Instabilitaet der demokratisch-parlamentarischen Systeme nach dem 1. WK.
        Es waren keine totalitaeren sondern autoritaere und nationalkonservative Systeme. Ich habe die parlamentarische Monarchie nicht als vorbildlich bezeichnet aber es war damals eine gerne akzeptierte und vernuenftige Loesung.

        4. Koenigreich SHS und etwas spaeter Koen. Jugoslawien ist aufgrund Verhandlungen der pol. Vertretern aller Voelker gegruendet.
        Bei den Wahlen am 28.11.1920 waren nur drei Parteien nicht eng national definiert, Demokratische Partei, Jug. Muslimische Org.(JMO), Kommunistische Partei Jugoslawiens.
        Staerkste Fraktion war die Demokratische P. mit 92 von 419 Abgeordneten. Die zweitstaerksten waren die Radikalen mit 91 Abgeordneten. Drittstaerksete Partei waren die Kommunisten mit 59 Abgeordneten. Vierstaerkste war Kroatische Bauernpartei mit 50 Sitzen. Diese Partei betonte in Programm pazifistische und sozialutopische Elemente und war fuer eine kroatische Bauernrepublik im Rahmen einer suedslawischen Konfoederation. Slowenische Volkspartei kam auf 27 Sitze und JMO auf 24.
        Kroatische Bauernpartei mit 50 Sitzen bedeutet keinesfalls, dass dadurch Mehrheit der Buerger Kroatiens vertreten war. Kroatische Buerger befanden sich auch unter KPJ, Demokratische Part. und Waehlern von weiteren 14 kl. Parteien!

        5. Wenn Sie Wirtschaftszahlen weit vor Titos Ende sehen, z.B ab 1974 werden sie verstehen ,dass Zerfall frueh anfing und viel spaeter explodierte!

      • Das ist offensichtlich nicht der Ausgangspunkt, sondern die Antwort auf zwei andere Diskussionsbeiträge. Ausgangspunkt ist mein Blogbeitrag. Wenn Sie die Themen vorgeben wollen, sollten Sie einen eigenen Blog betreiben.

        Wenn Sie die Beschränkungen der Demokratie auf die Zeit zwischen den Weltkriegen schieben, dann sollten Sie den Nationalismus der Zeit nicht übersehen. Jugoslawien war von Anfang an ein Kunststaat und wird so nie wiederkehren.

      • Gemeint war selbstverstaendlich unser Austausch ueber Jugoslawien und sonst nichts! Ich habe nie Ihre Themen bestimmen wollen, wie kommen Sie darauf?

        Fuer Sie war es ein Kunststaat (?), fuer Millionen Menschen die zufrieden in diesem Staat zusammen lebten, nach Krigen, Okkupationen und 1.WK war es ein Neuanfang mit Perspektiven.
        Mir waere es lieber gewesen, waere dieser Staat nicht durch deutsche Bomber ueber Belgrad am 6.4. 41 „gescheitert“. Mir koennen Sie Inkompatibilitaet und Unfaehigkeit fuer Zusammenleben der Voelker Jugoslawiens nicht beweisen! Das ist auch nicht der Sicht deutscher Historiker.

        PS.
        @Prof. Dilger 9:13

        Kroatische Bauern Partei hat nicht die absolute Mehrheit fuer gesamt Kroatien gewonnen. Ihre Zahl bezieht sich auf Kroatien mit Slawonien. Dalmatien wurde nicht beruecksichtigt , diese Partei tratt in Dalmatien nicht auf.
        Ivo Banac, The National Question in Yugoslavia, Cornell University Press 1984

      • Auch bei Jugoslawien ging es mir nicht um die Gründung, auf der nur Sie warum auch immer herumreiten, sondern um den Zerfall. Wollen Sie ernsthaft bestreiten, dass alle anderen Volksgruppen mehrheitlich die Gemeinschaft mit Serbien aufkündigen wollten?

      • Prof. Dilger, Serbien (Jugoslawien)- Bashing , aus welchem Gründen immer, führt zu nichts!
        Sie müßen schon die ganze Axe Milosevic-Tudjman-Izetbegovic betrachten um näher an die Wahrheit in den neunziger Jahren zu kommen. Ihre Theorien über Kunststaat etc. fuehren zu nichts. Nur die Spaltung nach den neuesten Kriegen als Erklaerung fuer Inkompatibilitaet der Balkanvölker zu nehmen, ohne Vorgeschichten zu honorieren, ist einseitig und führt zu Denkfehlern. Genau so wie auch äussere Einflüße zu leugnen.

        Apropos, nur Balkanesen verstehen wie Balkanesen denken und funktionieren! Das wussten und verstanden auch die Deutschen mit Wurzeln in Banat, Siebenbürgen etc. sehr gut.

      • Es geht nicht um Bashing, sondern die historische und zeitgeschichtliche Wahrheit. Vermutlich sind Sie Serbe und wollen nicht sehen, dass andere Balkanvölker mit der serbischen Dominanz Probleme hatten und haben. In der EU ist doch z. B. auch die deutsche Dominanz (wieder) ein Problem, selbst wenn viele hierzulande das nicht sehen wollen, zumal die normale Bevölkerung meist gar nichts davon hat.

      • Ich muss Sie enttaeuschen, aus mich spricht nicht serbischer „Nationalismus“. Sonst waere es eine simple Erklaerung fuer abweichende Meinungen wie meine? Serben zu demonisieren und Schuld immer bei Serben zu suchen, wie es die Tendenz ist, besonderes in Deutschland, wird nicht zu „Wahrheit“ fuehren. Sie muessen parallel mindestens die zwei Hauptakteure im Inland plus die Akteure in Ausland studieren und Aktionen und Reaktionen folgen um zu verstehen, dass es eine singulaere Geschichte und einen Schuldigen nicht gibt!
        Dominanz der Serben ist nonsense, vielleicht eine Ausrede aber nebensaechlich. Serbien ist Zahlenmaessig etwas groesser und hat Souveraenitaet eher erkaempft als andere Voelker des Westbalkans. Erster serbischer Aufstand gegen Tuerken war schon 1804-13!

        Allerdings ich glaube, dass eine demokratische Jugoslawien ohne Kommunismus wie es anfing eine gute und vernuenftige Loesung gewesen waere. Und so denkt auch heute ein Teil der Bevoelkerung. Auch in den zwei EU Mitgliedern ist die Stimmung nicht so pro-europaeisch. Erwartungen wurden weitgehend nicht erfuellt.

      • Sind Sie nun ursprünglich Serbe oder nicht? Kroatien gehörte schon lange zu Österreich-Ungarn, wovon man sich Schutz vor den Türken versprochen hatte, so wie viele Kroaten 1918 auf Serbien setzen, um sich vor Italien zu schützen. Doch die Mehrheit der Kroaten wollte eigentlich eine unabhängige Republik und keine Unterwerfung unter einen serbischen König in einem zentralistischen und zeitweise sogar absolutistischen Staat. Offensichtlich sind mir Demokratie und das Selbstbestimmungsrecht der Völker wichtiger als Ihnen.

  3. Hallo Alexander,

    der Giftgaseinsatz diente zur lokalisierung des provisorischen Krankenhaus, welches dann im nachgang von der syrischen Luftwaffe bombardiert wurde. Das Assad-Regime wendet diese Taktik schon seit 2012 an, anfangs wurde dazu noch Weissen Phosphor und später dann Barrelbombs eingesetzt. Allerdings dürfte mit dieser perfiden Vorgehensweise jetzt wohl eher schluss sein, viel mehr sollte man da politisch auch erstmal nicht hinein interpretieren.

    mfg

    • Die militärischen Vorteile durch solche Giftgaseinsätze sind doch verschwindend gering gegenüber den Risiken. Ging es nicht doch eher um ein Austesten, ob die USA sich jetzt alles gefallen lassen?

      • Ich denke eher das die vorige Stellungnahme seitens der US Administration bzgl. der Situation in Syrien, von Assad neunmalklug als weiterer Freifahrtschein ohne „Rote Linie“ fehlinterpretiert wurde, obwohl Donald Trumps position was den Einsatz von Chemischen Kampfstoffen anbelangt mit seiner Kritik an Barack Obama eigentlich unmissverständlich klar war. Im übrigen hat das Assad Regime als Reaktion auf den US-Luftschlag wiederum am Freitag Luftangriffe auf Werweißwen geflogen, diesmal allerdings ohne einen Giftgaseinsatz und bisher gibt es dazu noch keine Stellungnahme seitens der USA. Hier das „Official Statement“ zum US-Luftschlag:

        Wie schon gesagt, das eigentliche Ziel des Giftgaseinsatz bestand nicht darin möglichst viele Menschen zu töten, sondern das aktuell besetzte Krankenhaus zu und die behandelnden Ärzte vor Ort auszuschalten. Schau dir mal den Vor-Ort Videobericht von VICE „Groundzero:Syria“ hier an, darin wird u.a. dieser Sachverhalt thematisiert.

        Das politische Kalkül seitens Assad liegt „business as usual“ wie immer darin, die anstehenden politischen Lösungsgespräche zwischen syrischen Systempolitikern und der Syrisch-islamischen Opposition (exkl. Al-Nusra u. ISIS/JRTN bzw. ehem. irakische Baathpartei) zu tangieren.

        mfg

  4. Seit Georgien manipuliert Putin westliche Demokratien beliebig und versuchte Europa zu destabilisieren! Es geht von einer voelkerechtswiedrigen Annexion Krims bis Kriegen in Ostukraine und Syrien. Donald Trump zeigt, dass er nicht bereit ist Obamas Fehler zu wiederholen.
    Kriegsverbrecher Assad muss lernen, Putin wird seine Regierung nicht retten koenen/ wollen um jeden Preis! Russischer Raketenschirm ueber Syrien war entweder abgeschaltet oder sind es nur Potemkinische Doerfer in der Wueste?

    Angegriffen wurden, mit Recht, Assads Truppen. Russen waren informiert und nich Ziel der Angriffe!
    Apropos, Putin ist nicht weniger unberechenbar als Trump!

    • Natürlich ist Präsident Putin berechenbarer als Präsident Trump, da er selbst viel berechnender, weniger impulsiv und vor allem auch schon viel länger im Amt ist. Er weiß, dass er in einer direkten militärischen Konfrontation hoffnungslos unterlegen wäre, zumal er weder für die Krim noch gar Syrien einen Weltkrieg riskieren würde.

  5. Zu kurz gedacht: Trump saß während des Angriffs mit dem chinesischen Staatschef freundlichst bei Dinner („Beginn einer wunderbaren Freundschaft“). Durch den Angriff zeigte Trump, dass er wie angekündigt bereit wäre, einseitig gegen Nordkorea vorzugehen, wenn China es nicht tut.
    Sein wichtigstes weltpolitisches Ziel ist der Stopp der nuklearen Aufrüstung Nordkoreas. Syrien ist ihm recht egal. Ich glaube, dass Xi Ping verstanden hat, was ein konventioneller aber vernichtender Angriff auf das nordkoreanische Atomzentrum für China bedeutet. Alternativ kann Trump mit der atomaren Aufrüstung Japans gegen Nordkorea drohen.

    • Das ist ein Zusatzaspekt, aber sicher nicht die ganze Erklärung. Das Regime in Nordkorea könnte vermutlich binnen Tagen gestürzt werden, doch erstens ist die chinesische Reaktion darauf zumindest unklar und zweitens würden vorher Millionen Südkoreaner in akuter Lebensgefahr sein.

  6. Die chinesische und amerikanische Außenpolitik begegnen sich in dem Punkt, dass es gar keinen Atomkrieg / möglichst keinen Krieg im pazifischen Raum, derzeit der Mittelpunkt der Weltwirtschaft, geben darf.
    China betreibt seit dem Abgang Maos konsequent eine reine extrem konservative Realpolitik. Man mag keine Unruhestifter wie Assad oder Kim Jong Un. China weiß jedoch, dass die Entfernung solcher Führer extrem destabilisierend sein kann. Beispiel: arabischer Frühling.
    Ich glaube, dass Trump Xi Ping zeigen wollte, dass er willensstark, entschlossen und bereit ist, kleine kalkulierbare Risiken wie in Syrien einzugehen. Er fordert damit China indirekt auf, in Nordkorea selbst für Ordnung zu sorgen.
    Sun Tzu lächelt bei den Gelben Quellen.

    • Kein vernünftiger Mensch und auch kein vernünftiger Staat will einen Atomkrieg irgendwo auf der Welt. Bei Kim Jong-un und Nordkorea ist leider nicht klar, wie vernünftig sie sind und welchen Einfluss die chinesische Führung wirklich auf sie hat.

  7. Es gibt Länder,in denen mit Demokratie kein Frieden zu schaffen ist.
    Sie sind nur durch eine Diktatur wie seinerzeit im Irak und ähnlichen Ländern in einigermaßen geordneten Bahnen zu halten.

    Wer die Diktatur wegbomt,bekommt keine Demokratie sondern Anarchie bis zum abwinken.

    Abgesehen davon hat der Befriedungsproßes gegen Assad wieder einmal mehr Opfer gekostet,als wenn man sich dort rausgehalten hätte.

    • Angeblich sind beim amerikanischen Schlag Zivilisten umgekommen. Aber das ist ok, denn diese Kinder wurden ja durch Bomben und nicht Giftgas getötet. Die ethischen Wertvorstellungen der humanitären Interventionisten sind einfach nur absurd. Die ganze Moralisiererei auf dem Fernsehsofa, die die westliche Interventionspolitik der letzten 20 Jahre auszeichnet, beruht auf reflexartiger Flachdenkerei ohne analytischen Tiefgang. Die Folgen des eigenen Tuns werden einfach nicht durchgedacht. Bislang hat noch jede militärische Intervention der USA mehr Menschenleben gekostet als gerettet.

      • Es macht durchaus Sinn, bestimmte Waffengattungen grundsätzlich zu ächten, selbst wenn auch durch andere Waffen oder normale Gegenstände Menschen getötet werden.

        Warum waren denn Zivilisten auf einem Militärflughafen im Krieg, insbesondere da der Militärschlag angekündigt wurde? Krieg ist immer tödlich, doch die USA versuchen die Zahl der Opfer zu minimieren, während die syrische und auch russische Regierung eher an einer Maximierung arbeiten. Woher wissen Sie denn, dass „noch jede militärische Intervention der USA mehr Menschenleben gekostet als gerettet“ hat?

      • Weil die Kriege in Irak und Afghanistan Jahre oder sogar Jahrzehnte nach dem offiziellen „Mission completed“ einfach weiterliefen.

        Die Kinder wurden angeblich durch fehlgeleitete Tomahawk-Raketen getötet. Ich habe die Meldung zwar nicht weiterverfolgt, aber solche Kollateralschäden passieren bekanntlich bei jeder „humanitären Intervention“ und gehören damit zu jeder Opferkalkulation dazu.

        Im übrigen dürfte das syrische Regime gar keine Giftgaswaffen mehr besitzen. Es ist erstaunlich, wie leicht sich die Öffentlichkeit durch ein paar Bilder von Kindern beeinflussen läßt. Derlei Gräuelgeschichten gehören seit den Brutkästen von Kuwait-Stadt zum festen Bestandteil jeder Kriegspropaganda, ob von West oder Ost. In Syrien waren aber diesmal besonders schlechte Schauspieler dabei.

        Die Amerikaner tun gut daran, sich nicht in den Konflikt mit Assad weiter reinziehen zu lassen. Sonst fließen die Milliarden für den Wiederaufbau von Detroit wieder in Bomben auf orientalische Städte.

  8. Das ist mir zu pauschal und einseitig.
    Erstens, vergleichen Sie Anzahl der Opfer vor und nach einer Intervention! Z. B in Syrien vor und nach Intervention durch Russland!
    Zweitens, Ziel einer Intervention ist nicht unbedingt Menschenleben zu retten, z.B. Antiterror- oder Antiguerilla-kampf etc.
    Drittens, es gab auf dieser Welt z.B. nach 1945 nicht nur Interventionen/Kriege mit USA Beteiligung. Wie ist es mit den Opfern anderer Maechte?

  9. Das war schlimmer als ein Verbrechen, das war ein Fehler.
    Joseph Fouché, franz. Polizeiminister, anlässlich eines Justizmordes Napoleons 1804

    Der erste Fehler war die Brüskierung der AltRight-Bewegung. Einige Tage vor dem Luftangriff wurde Steve Bannon entmachtet. Zahlenmässig mögen diese Anhänger gering sein, aber es sind die Engagiertesten. Wendet sich die AltRight-Bewegung nicht nur von Trump ab, sondern unterstützt eine dritte Partei, wird es ihn die Mehrheit im Kongress und in vier Jahren die Wiederwahl kosten. Das kann die USA und die Welt verkraften, aber vielleicht wird einer nachkommen, der nicht nur verbal radikal ist. AltRight und die frustierten Wähler, die Trump in’s Amt brachten werden nicht resignieren – der Geist ist aus der Flasche!

    Es war zu befürchten, dass Trump bei innenpolitischen Misserfolgen aussenpolitische Erfolge sucht. Nur begibt er sich damit total in die Abhängigkeit seines Apparates. CIA, Militär und hochrangige Diplomaten können ihm erzählen was sie wollen. Bei wirtschaftspolitischen Fragen dagegen kann er unabhängige Fachleute einladen und deren Meinung hören.
    Trump hätte mit aussenpolitischen Abenteuern warten müssen, bis er loyale und kompente Gefolgsleute an Schlüsselstellen positioniert hat.
    Das nicht zu tun war sein zweiter Fehler.

    Der dritte Fehler war die Aktion selbst. Vermutlich hat Trump keinen Plan wie er reagieren sollen, wenn das nächste Mal Giftgas in Syrien eingesetzt wird, von wem auch immer. Den militärischen Konflikt mit Russland kann er nicht riskieren, den neuerlichen Einsatz von Giftgas niedrigschwelliger als mit einem Luftangriff zu beantworten auch nicht. Letztlich verlängert die Aktion nur den Bürgerkrieg in Syrien und das Leiden der Menschen dort.

    • Ich denke nicht, dass Herr Trump jetzt an seine Wiederwahl denkt. Er hat ganz andere Sorgen. Die republikanische Mehrheit im Kongress nützt ihm auch nicht viel, wie sein vergeblicher Versuch gezeigt hat, Obamacare abzuschaffen. Dafür gibt es nicht nur Wirtschaftsberater, sondern auch solche zu außenpolitischen und militärischen Fragen. Das Problem ist, dass Herr Trump wohl ziemlich beratungsresistent ist und sich selbst für den Allergrößten in jeglicher Hinsicht hält. Wenn es ab jetzt keine Giftgaseinsätze in Syrien mehr gibt, wäre immerhin etwas erreicht. Wenn der Bürgerkrieg dort nicht durch einen Kompromiss, sondern den Sieg einer Seite endet, egal welcher, dann gibt es noch viel mehr Tote als während aller Kampfhandlungen.

      • Gerade weil Trump ein Egomane ist, denkt ständig daran, wie er es verhindern kann in vier Jahren mit Schande aus dem Amt gewählt zu werden.

        CIA und Militär haben die Informationen, die sonst niemand hat. Berater zu zu außenpolitischen und militärischen Fragen können klug sein. Aber wenn es um die Antwort auf Fragen geht wie:“Wer hat Giftgas eingesetzt?“. „Wie stark ist die russische Luftabwehr in Syrien?“ muss Trump sich auf CIA und Militär verlassen. Ich habe keine Zweifel, daran das die ihn auflaufen lassen, wenn es dem eigenen Machtzuwachs dient, auch wenn es ein paar Menschenleben kostet.

        Jede Friedenslösung in Syrien wird wohl in einer Aufteliung enden wie in Jugoslawien. Assad will nur noch überleben, der will kein Syrien haben, in dem er ständig Ärger hat mit unzufriedenen Minderheiten. Vermutlich will er nur noch die Filetstücke aus Syrien rausschneiden und der Rest soll von der Weltgemeinschaft in Flüchtlingslagern in nichtlebensfähigen „Autonomie-Gebieten“ oder Ministaaten auf unabsehbare Zeit durchgefüttert werden. Aber das will die Türkei nicht wegen den Kurden, der Irak und Saudi-Arabien nicht wegen den Schiiten und Israel nicht, weil es den Iran stärkt.

      • Donald Trump muss erst einmal die nächsten vier Jahre überstehen. Ich halte es durchaus für möglich, dass er dann gar nicht mehr antreten will oder sogar vorher zurücktritt. Mit den Geheimdiensten hat er es sich doch bereits gründlich und grundlos verscherzt.

        Baschar al-Assad hat es doch nicht nur mit unzufriedenen Minderheiten zu tun, sondern die Mehrheit der Syrer ist gegen ihn. Schiiten gibt es hingegen kaum in Syrien, von ausländischen Kämpfern einmal abgesehen. Die friedliche Teilung der Macht wäre am besten, wozu nicht zwingend der Staat in mehrere Staaten zerlegt werden muss.

      • Assad gehört wie die meisten Angehörigen der syrische Elite zu den Alawiten, die zu den Schiiten gehören.
        Innerhalb Syrien sind die Alawiten eine Minderheit und Assad hat, wie schon sein Vater, viele wichtige Posten mit Alawiten besetzt, weil er weiß das diese um des eigenen Überlebens willen loyal zu ihm stehen. Wenn Assad fällt oder flieht wird es wohl Massaker an Alawiten gehen.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Alawiten
        Zitat daraus: In den 1980er Jahren forderten in Syrien Vertreter der sunnitischen Opposition auf Grundlage des religiösen Gutachtens von Ibn Taimīya die Liquidation der Alawiten

        Die Lage ist nicht einfach. Westliche Staaten sollten sich aus dieser Gemengelage aus ethnischen und religösen Konflikten raus halten und dafür sorgen, diese nicht in das eigene Land zu importieren.

      • Die Alawiten sind keine Schiiten, jedenfalls nicht im engeren Sinne. Für viele Sunniten sind sie nicht einmal Moslems. Wenn das Regime ganz fällt, wird es Massaker geben, wenn es ganz gewinnt, aber auch.

      • Syrien zu teilen wird schwer. Es ist ein Versäumnis aus dem Ende des 1. Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches, keinen eigenen Staat für das mit 25 bis 30 Millionen große Volk der Kurden geschaffen zu haben. Stattdessen haben den Siegern treu ergebene Fürsten mit Kuwait und Jordanien selbstständige Monarchien bekommen, obwohl man hier nicht wirklich von ethnischen Völkern sprechen kann. Schon seit den 1960er Jahren hat sich der Islam weltweit radikalisiert und die orientalischen Christen werden seit dem vertrieben oder sogar ermordet.

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