Neues Diskussionspapier zum „Euro aus Unternehmensperspektive“

Mein erstes ‚Diskussionspapier zu Währungsfragen‘ mit dem Titel „Which Currency Is Best for Business in a Small Country?“ blieb wie vermutet nicht das letzte zu dieser Thematik. Direkt anknüpfend an das zweite Diskussionspapier zu diesem Thema (außerdem gab es noch mein ‚Diskussionspapier aus dem Vortrag zu EU-Problemen‘), ‚“Welche Unternehmen profitieren vom Euro?“‚, inzwischen erschienen in der Festschrift „Internationales Management und die Grundlagen des globalisierten Kapitalismus“ für Herrn Kollegen Johann Engelhard zum 65. Geburtstag, habe ich heute „The Euro from a Business Perspective“ fertiggestellt, und zwar wieder als echtes Diskussionspapier mit der Bitte um Diskussion, Verbesserungsvorschläge etc. Auf Deutsch lautet die Zusammenfassung:

Der Euro aus Unternehmensperspektive

Die Eurozone hat zahlreiche Probleme. Trotzdem gibt es nicht nur große politische Unterstützung für sie, sondern befürworten auch die meisten Unternehmen den Euro oder beklagen sich zumindest nicht. Es lohnt sich zu analysieren, welche Unternehmen vom Euro profitieren und warum die meisten anderen nicht gegen ihn opponieren. Exportierende Unternehmen in den nördlichen Ländern der Eurozone haben Vorteile vom Euro und der Eurorettungspolitik, selbst wenn ihre Länder und Völker leiden. Andere Unternehmen, insbesondere in den südlichen Mitgliedsstaaten, leiden selbst, fürchten jedoch ein Zerbrechen der Eurozone noch mehr als ihre Fortsetzung. Für kleine Unternehmen lohnt es sich nicht, für einen Politikwechsel Lobbyismus zu betreiben, während die am schlimmsten betroffenen Unternehmen gar nicht mehr existieren. Alle Unternehmen müssen sich mit dem Euro arrangieren, sollten sich aber auch auf ein mögliches Ende der Eurozone vorbereiten. Unternehmen in anderen europäischen Ländern sollten überlegen, ob sie wirklich möchten, dass ihre Länder der Eurozone beitreten.

13 Gedanken zu „Neues Diskussionspapier zum „Euro aus Unternehmensperspektive“

  1. In dem Abschnitt: „Der Euro als Unternehmensperspektive“ wird ja dargestellt, dass sich alle Unternehmen mit dem Euro arrangieren müssen. Nach Professor Sinn gehört der Euro wieder in die Schublade, dann würde der Euro als Unternehmensperspektive wegfallen oder sich zumindesten ändern. Deshalb gehört meine Anmerkung, dass man die Rede von Professor Sinn sich mal anhören sollte, sicher zur Argumentation ihres vorgegebenen Themas. Und gerade, weil die Euroargumente sehr komplex sind für viele Menschen, bekommt man durch Professor Sinn endlich mal Hilfe angeboten, nicht, weil er es sagt, sondern weil er es auch einfach erklärt

    • Ich habe doch schon viel früher und klarer als Herr Kollege Sinn die Ansicht vertreten, dass der Euro abgeschafft gehört. Unsere Politiker hören aber weder auf Wissenschaftler noch auf Unternehmer, wenn diese nicht sagen, was sie hören wollen. Für jedes einzelne Unternehmen ist der Euro ein gegebenes Datum. Wenn er irgendwann abgeschafft wird, gilt für die Abschaffung dasselbe. Nur durch Parallelwährungen erhalten Unternehmer wie alle anderen auch ein Wahlrecht.

      • Prof. Dilger, vielleicht lesen mehr Menschen Prof. Sinn als bei Ihnen nach Erklaerungen zu suchen? Prof. Sinns Interviews sind sehr lesenswert, muessen Sie zugeben!

      • Es lesen und schauen mehr Menschen die Interviews von Herrn Sinn. Das ist doch auch in Ordnung. Aber dann kommentieren Sie und Herr Krebs doch bitte dort, statt hier das Thema zu verfehlen.

  2. „während die am schlimmsten betroffenen Unternehmen gar nicht mehr existieren. “
    Das wirkt komisch. Für Unternehmen gibt es kein Leben nach dem Tode.

    Zur Sache selbst:
    Ich denke, das Problem „Euro aus Unternehmensperspektive“ lässt sich auf die Fragestellungen

    „Lohnsenkungen aus Unternehmensperspektive“
    und
    „Lohnerhöhungen aus Unternehmensperspektive“

    zurückführen. Und dazu gibt es sich reichlich Literatur.

    Für Länder wie Deutschland wirkt der Euro wie eine Lohnsenkung, ohne den Euro hätten wir höhere Löhne gemessen an der weltweiten Kaufkraft.
    Für Länder wie Griechenland wirkt der Euro umgekehrt wie eine Lohnerhöhung.

    • Was wirkt komisch daran, dass einige Unternehmen nicht mehr existieren? Sie leben dann nicht weiter, sondern sind einfach weg. Im Übrigen können Unternehmen eher nach ihrem Ende noch fortexistieren als Menschen, z. B. als Teil eines anderen Unternehmens bzw. Konzerns nach einer Fusion.

      Die Wirkungen auf die Löhne sind eine wichtige Folge des Euro, wenn auch nicht die einzige. Unternehmen profitieren ceteris paribus (also unter sonst gleichen Bedingungen) von niedrigeren Lohnkosten. Selbst wenn man makroökonomisch berücksichtigt, dass niedrigere Löhne zu niedrigerer Kaufkraft der Arbeitnehmer führen, ist der kostensenkende Effekt für die Unternehmen stärker, insbesondere wenn sie in andere Länder exportieren, deren Nachfrage nicht sinkt.

  3. Der Euro hat einen erheblichen Systemfehler: Vereinfacht ausgedrückt, ist er ist für Nordeuropa zu weich und für Südeuropa zu hart. Dieses Problem ist nur durch die Auflösung des Euro oder eine Aufspaltung in einen Nord-, bzw. Süd-Euro zu lösen.

    • Die Auflösung des Euro würde das Problem lösen, die Aufspaltung nur lindern, da es in abgeschwächter Form innerhalb des Nord- und Süd-Euro fortexistieren würde. Nationale Parallelwährungen zum fortbestehenden Euro wären politisch wohl die beste Lösung, die auch den Übergang abfedern würde.

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