Verträge und Erklärung von Rom

Heute vor 60 Jahren, am 25. März 1957, wurden die Verträge von Rom abgeschlossen. Sie begründeten zum 1. Januar 1958 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) und schufen gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften, zu denen außerdem die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, Montanunion, seit 1952 durch den Vertrag von Paris von 1951) gehörte. Insbesondere die EWG war Vorläufer der Europäischen Union (EU).

Heute saßen deshalb die Staats- und Regierungschefs von 27 EU-Mitgliedern (Theresa May aus Großbritannien fehlte wegen des Brexits, obwohl sie noch nicht einmal förmlich den Austritt erklärt hat) zusammen und unterzeichneten eine „Erklärung von Rom“. Die meisten hehren Worte darin sind in Wirklichkeit ziemlich nichtssagend oder sogar reine Formelkompromisse. Wirklich neu und gewichtig ist folgender Einschub: „Wir werden gemeinsam – wenn nötig mit unterschiedlicher Gangart und Intensität – handeln“. Das ist erstmals ein offizielles Bekenntnis zu einem Europa unterschiedlicher Geschwindigkeiten bzw. einem ‚Europa à la carte‘. Dafür wurde man noch vor kurzem als schlechter Europäer geschmäht, obwohl es tatsächlich die beste Lösung für alle europäischen Völker ist. Es ermöglicht z. B. auch die weitere Kooperation mit Großbritannien nach dem Brexit.

5 Gedanken zu „Verträge und Erklärung von Rom

  1. Es ermöglicht vor allem, dass Deutschland jeden Unfug umsetzt und bezahlt, den die anderen wegen dieser Erklärung nicht umsetzen müssen, weil sie angeblich noch nicht soweit sind und es faktisch nie vorhaben. Aber das ist ja eh schon so.

    • Die deutschen Steuerzahler und Sparer müssen doch schon jetzt für jeden Unfug bezahlen, den sich unsere Regierung ausdenkt. Momentan muss man andere Länder sogar dafür bezahlen, dass sie bei etwas nicht mitmachen, was dann hoffentlich entfällt. Außerdem hoffe ich, dass die europäische Integration dann keine reine Einbahnstraße oder sogar Sackgasse ohne Wendemöglichkeit mehr ist. Der Brexit sollte nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang für die Zusammenarbeit von Großbritannien mit dem Rest Europas sein, vielleicht sogar ein Modell für andere. Auch ein Fehler wie die Eurozone muss korrigierbar sein.

  2. Ihr Wort in Gottes Ohr. Ja, die deutschen Steuerzahler müssen jetzt schon für jeden Unfug bezahlen. Leider scheint es aktuell so zu sein, dass alles als Argument für eine Vertiefung und Verfestigung der EU (inkl. des Euro) dient und nie als Anlass zu einer Reform mit echter Subsidiarität. Auch der Brexit führte doch nur zu eingeschnappten „Ganz oder gar nicht“-Reaktionen ohne Berücksichtigung der Eigeninteressen der einzelnen Länder an Zusammenarbeit und Handel mit GB. Und nach meinem Eindruck scheint sich das auch in der Bevölkerung zu verfestigen. Ich bin, was die EU anbelangt, sehr pessimistisch. Ich fürchte, es werden noch viele Euros aus Deutschland rausfließen, bis es irgendwann krachend scheitert. Leider spürt man viele Verluste gar nicht, weil sie sozusagen entgangene Gewinne aufgrund der zu niedrigen Zinsen sind, und man das Alternativszenario nicht kennt. Dann ginge es sicher schneller.

    Sorry, hat vielleicht gar nicht so viel mit dem eigentlichen Thema zu tun, es kam so über mich ;-).

  3. An der Uni in Dortmund kann man jetzt sogar Master of Refugee studieren, vorausgesetzt man hat einen Migrationshintergrund. Das ist Apartheid umgekehrt…..

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