Wahl-O-Mat Saarland

Seit gestern ist der „Wahl-O-Mat 2017 Saarland“ online. Meine Ergebnisse lauten (wie üblich ohne Gewichtung):

Familien-Partei 65,8 %
AfD 61,8 %
DBD (Demokratische Bürger Deutschland) 61,8 %
FDP 61,8 %
LKR 60,5 %
BGE (Bündnis Grundeinkommen) 59,2 %
NPD 56,6 %
Piraten 56,6 %
Die Einheit 51,3 %
Freie Wähler 50,0 %
Reformer 50,0 %
CDU 48,7 %
Die Linke 47,4 %
Grüne 36,8 %
SPD 35,5 %

Da die AfD im Saarland besonders extrem ist, so dass sogar schon ein Bundesparteitag die Auflösung des Landesverbandes beschloss (was vor dem Bundesschiedsgericht scheiterte), die Bundessprecher forderten, die AfD soll nicht bei Saar-Wahl antreten“, und der Spitzenkandidat mit dem Gesetz in Konflikt geriet (siehe „AfD-Spitzenkandidat für Saarland-Wahl verkauft ‚KZ-Geld‘ und Hakenkreuz-Orden“), würde ich sie nicht wählen, wenn ich im Saarland leben würde. Am Ende kommt es ohnehin zu einer Großen Koalition, doch der Einzug der FDP in den Landtag würde zumindest zu einer bürgerlichen Oppositionspartei im Landtag führen, weshalb ich ihr dort meine Stimme geben würde.

Ich habe noch etwas anderes Interessantes gemacht, was sich natürlich auch für andere Parteien durchführen lässt. Ich habe die Antworten der AfD eingegeben, um die Übereinstimmung mit den anderen Parteien festzustellen:

LKR 85,5 %
Reformer 67,1 %
Freie Wähler 64,5 %
CDU 63,2 %
DBD 63,2 %
NPD 63,2 %
Familien-Partei 61,8 %
Die Einheit 60,5 %
FDP 57,9 %
BGE 50,0 %
Piraten 44,7 %
SPD 44,7 %
Die Linke 43,4 %
Grüne 35,5 %

Insbesondere LKR stimmt größtenteils mit der AfD überein, was die Abspaltung umso zweifelhafter macht.

21 Gedanken zu „Wahl-O-Mat Saarland

  1. Der von der Bundes/Landeszentrale für politische Bildung eingerichtete Wahl-o-mat zur saarländischen Landtagswahl macht bei der Beschreibung der zur Wahl stehenden Parteien negative Wertungen bei AfD, FBU und NPD. Das stellt eine unzulässige Beeinflussung der Teilnehmer dar und verletzt die Neutralität der Bundes/Landeszentrale für politische Bildung. Der Rechtsweg sollte geprüft werden!

    Da AfD, LKR, Reformer, DBD, FBU, Familienpartei und Freie Wähler mit ähnlichen Themen um die gleichen Wähler werben, ist zu befürchten, dass keine dieser bisher nicht im Landesparlament vertretenen Parteien den Sprung über die 5%-Hürde schafft.

    Es ist ein schlimmes Versagen des AfD-Bundesvorstandes, wie auf die dubiosen Vorgänge im saarländischen Landesverband viel zu spät, taktisch falsch und vollkommen unprofessionell reagiert wurde. Wenn die AfD an der Saar unter 5% bleibt, ist der Auftrieb erst einmal gebremst und die Erfolgsaussichten für die folgenden Landtagswahlen in NRW und Schleswig-Holstein werden geringer. Zerstrittene Parteien werden nicht mit Stimmen belohnt.

    Politik ist keine Liebesheirat! Lernt aus Euren Fehlern! Erst denken, dann reden!
    Reißt Euch endlich zusammen!

      • Es wird drei bis fünft Sitze geben für die AfD. Viel bewegen wird man damit nicht

    • Zum Glück ist das Saarland klein und kaum in der medialen Wahrnehmung. Das wird vermutlich sogar für die Wähler im Saarland gelten. Demnach ist ein Ergebnis zwischen 5 und 10 Prozent realistisch (einen Teil der AfD-Wähler wird mit Sicherheit noch Lafontaine abziehen), vermutlich eher im 5-8 Prozentbereich.

      Trotzdem dieses schwache Wahlergebnis wird von den Medien natürlich gefeiert werden und man wird überall lesen, dass die AfD den Bundestag doch noch verpassen könnte.

      Ansonsten sind die Gestalten der Saar-AfD eine Schande. Aber auch hier waren viele vorher in der CDU. Warum sind sie dort noch nicht aufgefallen?

      • Die meisten Umfragen liegen immerhin bei rund 10 Prozent. Unter 10 Prozent sollte die AfD nicht fallen, das würde der medialen Wahrnehmung schwer schaden. Ich könnte mir vorstellen, dass der Schulz-Effekt in NRW schwächer ausfällt, da die Ausgangswerte der SPD bereits deutlich höher waren und Kraft (wieso auch immer) bereits relativ beliebt ist. Daher dürfte der Rückgang sich auf den Höcke-Effekt beschränken.

        Die AfD ist in NRW ein ziemliches Chaos, trotzdem sehe ich 10-15 Prozent als möglich an. Die Probleme sind schlichtweg zu groß, insbesondere in NRW, und die vielen eingedeutschten Migranten durchaus Wähler der AfD. Allerdings hängt das arg von der medialen Wahrnehmung ab. Diese muss sich wieder verbessern. Leider droht hier Gefahr von der Saar-AfD und auch die Diskussion um Höcke kann jederzeit wieder aufflammen.

        Ich habe außerdem auch folgende Theorie: Die Skandale der AfD (die Rede von Höcke jetzt, Gauland zu Boateng im Sommer usw.) sorgen für einen Einbruch in den Umfragen, aber nicht unbedingt, zumindest nicht im vollen Ausmaß, an der Wahlurne. Diese Skandale machen es den Menschen einfach schwieriger sich zur AfD zu bekennen, selbst bei Online-Umfragen wie bei Insa. Man fühlt sich nach solchen Ereignissen einfach unwohl und „schlecht“. Niemand möchte öffentlich gerne als schlecht gelten. In der Wahlurne kommen dann aber vor allem wieder die Sorgen und Nöten hervor und eben die Wut auf Merkel.

  2. @ Dilger

    Interessant wäre es zu wissen, warum Sie die Familienpartei ablehnen,
    mit der Sie ja die größte Übereinstimmung erzielen.
    Ausgehend von den letzten Wahlen dort (FamP: 1,7%, FDP nur 1,2%)
    ist diese ja sogar der aussichtsreichere Kandidat für einen Einzug ins
    Parlament.
    Zudem war der Absturz der FDP dort darauf zurückzuführen, daß sie
    von parteiinternen Intrigen völlig zerrüttet ist.
    Was macht für Sie die Saar-FDP so attraktiv?

    @ alle
    Allgemein würde mich interessieren (wg. dem vorherigen Lucke-Beitrag),
    wieso die LKR sich nicht überlegt, mit der FamP (zweifellos wäre LKR
    dort nur Juniorpartner) zu fusionieren.
    Im Europaparlament arbeiten sie doch bereits zusammen.

    • Die Familienpartei hat keine realistische Chance, in den Landtag einzuziehen, sonst würde ich sie vermutlich wählen. Die FDP hat, nicht zuletzt durch strategische Fehler der AfD, ihren Tiefpunkt überwunden und kämpft in Umfragen mit der Fünf-Prozent-Hürde. Aus Sicht der AfD sollte sie besser scheitern, doch sie ist wie geschildert im Saarland besonders übel.

      LKR hat mit allen möglichen Kleinparteien verhandelt, konnte aber keine überzeugen. Vielleicht sollten alle anderen kooperieren und zukünftig gemeinsam antreten.

      • @ Dilger
        „Die Familienpartei hat keine realistische Chance…“
        Vermutlich haben Sie Recht.
        Das Problem hierbei ist der letztendlich doch große Einfluß
        von Meinungsumfragen auf das Wahlverhalten der Bürger.
        Die FamP erzielte bei den Saar-Wahlen zuvor 2,0% bzw. 3,0%.
        Trotzdem wird sie bei den Umfragen nie eigenständig aufge-
        führt.
        So wird dann dem Bürger suggeriert, tatsächlich nur zwischen
        den Etablierten wählen zu können, alles andere sei für den
        Papierkorb. So wählt man dann „das kleinste Übel“.
        Würde der Bürger die tatsächlichen Wahlergebnisse kritisch
        würdigen, dann würden solche Suggestionen ihrer Wirkung
        beraubt, und wir könnten uns über frische, unverbrauchte
        Kräfte in den Landtagen freuen.

      • Die Meinungsumfragen sind nicht völlig willkürlich, sondern meistens recht genau, was trotzdem zu großen Fehleinschätzungen führen kann (so hatte Donald Trump wie vorhergesagt viel weniger Stimmen, wurde aber trotzdem Präsident).

      • @ Dilger

        Ich wollte darauf hinaus, daß die Meinungsforscher etwa
        wie folgt fragen:
        „Wen würden Sie bei der nächsten LTW wählen? CDU?
        SPD? Grün? PDS? AfD? FDP? Sonstige?“
        Wenn Sie dann mit „Sonstige“ antworten, so müssen Sie
        die gewünschte Partei selbst nennen.
        Meistens weiß der Bürger jedoch gar nicht, welche
        sonstigen Parteien überhaupt zur Wahl stehen, und dann
        auch insbesondere im eigenen Wahlkreis.
        So wird das Umfrageergebnis von vornherein zugunsten
        der Etablierten beeinflußt.
        Nehmen Sie sämtliche Umfragen der letzten BTWs und
        LTWs. Fast immer ist das tatsächliche Wahlergebnis für
        die „Sonstigen“ (mitunter deutlich) oberhalb der Umfragen.

        Diese manipulative Umfragetechnik führt zu sich selbst
        erfüllenden Prophezeiungen.
        Würden einfach alle zur Wahl stehenden Parteien vom
        Umfrageinstitut genannt, mit der Anschlußfrage „welche
        davon wählen Sie?“,
        so würden sich die Umfragen – und in Folge auch die
        Wahlergebnisse schlagartig verändern, weil dann der
        Bürger nicht „das kleinste Übel“ – sondern die seiner
        Einschätzung nach – beste Partei wählen würde.

        Der von Ihnen vorgeschlagene gemeinsamer Wahlantritt
        aller kleinen bürgerlichen Kräfte (ÖDP, FamP, TierSP, PdV,
        LKR, AUF) wäre eine tolle Sache und mal eine echte
        Bereicherung der eher drögen BTW-Wahlen.

      • Das Ergebnis für die Sonstigen liegt in Umfragen wie Wahlen meist um 5 Prozent. Alle gemeinsam hätten also sogar Chancen, zumal mit echten Chanen auch mehr Wähler kämen. Die meisten Kleinstparteien sind jedoch unbekannt, so dass ein Verlesen der Namen nicht reichen würde.

  3. Herr Dilger, wenn sie schreiben, dass die LKR mit allen möglichen Kleinparteien verhandelt hat, so ist das falsch. Die LKR hat mit keiner Kleinpartei verhandelt. Sie hat mit zwei Vereinen verhandelt und ist eine Kooperation mit einem Verein eingegangen. Das war ja auch sinnvoll. Ihre negative Einstellung zur LKR kann ich ja auch verstehen, ist ihr Erzfeind Bernd Lucke ja auch schon als unser Spitzenkandidat für den Bundestag bestimmt.

    • LKR hat mit etlichen Parteien verhandelt, einmal war ich sogar dabei. Herr Lucke ist nicht mein Erzfeind, ich habe ihm jeden Erfolg gewünscht. Doch man muss auch einsehen, wenn es vorbei ist.

      • Jemanden Erfolg zu wuenschen sieht anderes aus. Ihre Worte sind intelligenter als Herrn Meisters Diffamierungen aber sollen das gleiche bewirken? Ueberhaupt, es ist nicht viel sagend aufgrund des Wahlomats zu argumentieren! Man verliert Hauptthemen leicht aus dem Blick, besonderes wo charismatische Persoenlichkeiten sind und Durschnitt der Mitglieder! Emotionen spielen eine wichtige Rolle!

      • Ich habe Herrn Lucke tatsächlich Erfolg gewünscht und wichtige Ratschläge gegeben, die er jedoch meist ausschlug. LKR ist hingegen nicht mehr zu helfen. Was sind denn die Hauptthemen und wer sind die charismatischen Persönlichkeiten bei der Saarlandwahl?

  4. Ich habe mir mal die mir völlig unbekannte LKR angesehen.
    Was soll das werden,ein Pendant zu den Violetten im politischen Promillebereich ?

    Wer ( das gilt gerade für die AFD ) eine wirklich ernstzunehmende Partei mit einer entsprechenden prozentualen Rückendeckung werden möchte,der…

    …sollte glaubhaft auch große Teile der Bevölkerung vertreten können.
    Mit Islambashing und CO ist das nicht getan,mit etwas Eurokritik auch nicht.

    Wir brauchen eine vernünftige von allen Bürgern getragene Hartz 4 Reform.
    Nicht dieses dümpelhafte Schulz Geplänkel.
    Richtig ist,wer an einer einjährigen Fortbildungsmaßnahme teilnimmt und dafür mit erfolgreichem Abschluß sofort in Hartz 4 rutscht,der wurde verarscht.
    Die Fortbildung sollte rausgerechnet werden,er war ja tätig allerdings ohne Bezahlung und seine Fortbildung ist auch eine Ausbildung und kommt damit der Volkswirtschaft letztendlich auch zugute.

    Desweiteren ist es ok nach einem Jahr allen Bürgern nur noch eine Grundleistung zu zahlen,sofern man denn von diesen teilweise schon beschämenden Sanktionen einmal absieht.
    Da werden Zimmer verplombt,Lebensgemeinschaften konstruiert,Kraftfahrzeuge bewertet,Krankenhaustage vom Essensbedarf abgezogen und ähnlich schäbiges.

    Ganz zu schweigen vom erwirtschafteten Vermögen,das eben nur vorher fleißige ( vorgeschrieben ) verbrauchen müssen und eben nicht so fleißige gar nicht erst besitzen.
    Auch hier gilt,das das erwirtschaftes Vermögen nur dazu dient,den Staat zu entlasten.

    So wie Riestern ab 5 Euro im Monat nur den Staat entlastet,da es mit der Mindestrente als Einkommen bei Geringverdienern verrechnet wird – glatter Betrug bei Leuten die ohnehin nichts haben.

    Übrigens verdient ein Gebäudereiniger,der wenn er fleißig ist bei 180 Stunden im Monat glatte 1200 Euro Netto.Entsprechend bin ich bei Dienstleistungen für einen Steuersatz von 7%,damit hier Spielraum für bezahlbare Dienstleistungen bleibt,aber auch für höhere Löhne in diesem Sektor.Da braucht es keine 19% und einen bürokratischen Molloch um diese Leute dann als Aufstocker durch Staates Gnaden finanziell bezuschußt von einem Amt zum anderen zu jagen.

    Ähnlich sieht es mit der Rente aus,wer mag der darf sich gerne mal das Model in Österreich ansehen – klappt wunderbar und selbst die dortige Industrie hat es tatsächlich überlebt.
    Unsere wäre nach ihren jetzigen Aussagen schon mindestens drei mal komplett dadurch zusammengebrochen.

    MT

  5. Pingback: CDU legt im Saarland noch zu | Alexander Dilger

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