Negativzinsen für Kleinsparer bei steigender Inflation

Seit November 2014 verlangen einige Banken Strafzinsen von ihren Kunden für größere Geldanlagen (siehe ‚Wie sind negative Nominalzinsen möglich?‘), weil sie selbst Negativzinsen an die EZB zahlen müssen. (Warum zahlen Sie dann eigentlich nicht auch ihren Kreditnehmern etwas aus?) Dass dies nie Kleinsparer und -kunden treffen könne, war gelogen: „Die erste Bank verlangt Strafzinsen von jedermann“. Ich würde aus Prinzip sofort die Bank wechseln (was ich für meine Kinder übrigens noch nicht geschafft habe, siehe ‚Consorsbank verbietet vernünftige Geldanlage‘), zumindest solange es durch Wettbewerb zwischen den Banken noch welche ohne Negativzinsen für Geldanlagen gibt. Sonst hilft nur noch Bargeld, weshalb dieses von politisch interessierter Seite stark eingeschränkt oder sogar ganz abgeschafft werden soll (siehe ‚Bargeld schützt Freiheit und Eigentum‘).

Dabei werden die Sparer nicht nur von nominal negativen Zinsen bedroht, sondern vor allem von zunehmender Geldentwertung, also real negativen Zinsen in substanzieller Größe. Die „Verbraucherpreise ziehen kräftig an“, in Deutschland um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und in der gesamten Eurozone um 2 Prozent, während das selbstgesteckte Inflationsziel der EZB bzw. ihre Auffassung von Geldwertstabilität knapp darunter liegt. Damit entfällt die offizielle Begründung für die ultralockere Geldpolitik, nämlich dass die Inflation zu niedrig sei oder sogar Deflationsgefahr bestehe. Aber vermutlich fällt Herrn Draghi schnell eine neue Rechtfertigung ein (so schiebt man die Inflation jetzt auf steigende Energiepreise, während zuvor fallende Energiepreise kein Argument gegen Deflationsängste sein sollten), weil der wahre Grund für seine Politik ein anderer ist, nämlich die Unterstützung hochverschuldeter Krisenländer, die ohne Anleihenaufkäufe der EZB und bei marktgerechten Zinsen inklusive angemessener Risikoaufschläge schon längst insolvent wären.

5 Gedanken zu „Negativzinsen für Kleinsparer bei steigender Inflation

  1. Ich habe mir einen Tresor gekauft und fest in der Wand verankert. Meine genossenschaftliche Hausbank erhebt noch keine Negativzinsen, zahlt beim Geldmarktkonto sogar noch 0,1% Zinsen. Wenn die Negativzinsen kommen, räume ich rechtzeitig das Konto ab und stecke es in den Tresor. Was spricht dagegen….???

    • Man sollte dann wenigstens nicht verraten, in welchem Haus sich der Tresor befindet. Das Euro-Geld arbeitet nicht mehr (oder nur noch schwarz). Diebe und Räuber (ich meine jetzt nicht Draghi) hingegen sind sehr agil.

    • „Was spricht dagegen?“ Z. B. daß man dann kein Auto mehr halten kann, denn man kann heutzutage keins mehr zulassen ohne Bankverbindung, Barzahlung ist (leider) nimmer zugelassen; und bei manch anderen Dingen, hauptsächlich Behördenkram, wird es (leider) nicht anders sein.

  2. Der Niedrigzins ist eine Beraubung der Menschen mit eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten (durch Alter, Krankheit, Bildungsdefizite z.B) oder die sich aus Einfalt zu obskuren Investments (Mittelstandsanleihen aus dem Energie- und Agrarsektor z.B.) verleiten lassen -also da könnte die AfD den stoppelbärtigen Messias der SPD mal richtig nageln.
    Ich selbst habe mein Vermögen bis auf Dispositions-Beträge in einem breitgefächerten dividendensorientierten Aktienbestand angelegt und verzichte zu Gunsten plausibler Geschäftsmodelle auf spekulative Anlagen. Die relativ hohen Dispositionsbeträge bereiten mir wegen des Zinsverlustes keine Reue. Das müssen die nächsten Investments kompensieren. Soweit überschaubar, profitieren solche Investments derzeit von Druckis Politik.

  3. Der Punkt ist,das ohne diese jetzige Zinspolitik zu viele Eurostaaten die Zinslast ihrer Kredite nicht mehr stemmen könnte – sie gingen im Freien Fall in die Zahlungsunfähigkeit.

    Das liegt sicher nicht nur am Euro,dieser verstärkt aber nicht gerade unwesentlich den Grund und die Ursachen für deren desolate wirtschaftliche Situation in der sie sich befinden.

    So zahlt dann auch der gemeine Sparer hintenrum für diese Euro Fehlkonstuktion,damit sich der Kreis irgendwie doch wieder schließt.

    Die BRD GmbH & Co KG macht als solches und einzigstes aber ordentlich Gewinn,an allen anderen vorbei.

    Klasse finde ich die Sozis der SPD mit ihren Forderungen Aktienerlöse höher zu besteuern.
    Wegen der Gerechtigkeit der fleißig arbeitenden Bevölkerung gegenüber den bösen Kapitalisten.
    Es ist aber die fleißig arbeitende Bevölkerung,die dort ihre Altersversorgung versucht noch irgendwie abzusichern,alles andere wurde ja schon zerstört.

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