Diskussionspapier zu Vertrauenswürdigkeit und Aussehen

Es gibt ein neues Diskussionspapier von meinen Mitarbeitern Frau Dr. Julia Müller, Herrn Michael Müller (weder verwandt noch verheiratet) und mir mit dem Titel „Is Trustworthiness Written on the Face?“ („Ist Vertrauenswürdigkeit ins Gesicht geschrieben?“) Es geht darum, ob man Personen ihre Vertrauenswürdigkeit ansehen kann, wobei das sogenannte Vertrauensspiel von anderen Studenten gespielt wurde als denen, die später die Vertrauenswürdigkeit anhand von Fotos einschätzten. Im Ergebnis gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Spielverhalten und der Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit nach dem Aussehen, was vielleicht sogar eine gute Nachricht ist. Interessanterweise gibt es jedoch durchaus eine relevante Dimension des Aussehens, nämlich die Einschätzung der Attraktivität. Attraktivere Personen verhalten sich statistisch signifikant weniger vertrauenswürdig (im Sinne des Spiels, was man auch als rationaler oder egoistischer beschreiben kann) als andere, vielleicht weil sie im realen Leben eher damit durchkommen.

15 Gedanken zu „Diskussionspapier zu Vertrauenswürdigkeit und Aussehen

  1. “ ….Vertrauenswürdigkeit nach dem Aussehen und Spiele von Studenten… “ sicher sehr interessant und machen viel Spaß.

    Im Ernst : Professor Alexander Dilger, Ergebniss widerspricht im Berufs / Wirtschaftsleben unserer erlebten täglichen Realität.

    Wir können, werden im Vertrieb – Industrie – einfach keine Frauen oder Männer zu Kunden schicken die nicht eine bestimmte sympathische Ausstrahlung haben.

    In der Regel bedingt durch Äußerlichkeiten, d.h. Aussehen .

    Medien TV entblöden sich nicht junge hübsche Frauen in Sportredaktionen an vorderster , erster Stelle Sportarten zu präsentieren die sie garantiert nicht selbst ausüben können oder wollen. Nicht ausüben können weil sie es u.a. von der Konstitution nicht können.

    Über Männersport – bsp. Bundesliga Fußball, Handball – referierend in Diskussionen eintretend empfinden wir als lächerlich, gleichwohl hübsch anzusehen. Eigentlich lächerlich.

    Analog sieht es bei den Nachrichten aus, hier wird doch ausschließlich nach “ gutem Aussehen “ sortiert, beim weiblichen und männlichen Geschlecht.

    Das Rollenspiel war soo überflüssig theoretisch. Eben Studentenspiele.

    • Sie haben die Studie offensichtlich nicht verstanden, vielleicht weil ich sie zu kurz erklärt habe. Die deutsche Zusammenfassung und der ganze Text auf Englisch sind jedoch verlinkt. Demnach kommt dem Aussehen durchaus eine große Bedeutung zu. Allerdings können Dritte die Vertrauenswürdigkeit allein anhand von Fotos nicht gut einschätzen, die (äußerliche) Attraktivität hingegen schon. Diese ist allerdings negativ mit vertrauensvollem bzw. kooperativem Verhalten verbunden, was vielleicht sogar zu Ihren Beispieln passt.

      • Es gibt eigentlich eine einfache Regel:
        Leere Spardosen sind laut, dies gilt auch für Menschen.

        Laute Menschen haben bei mir grundsätzlich ein Vertrauensproblem. Da spielt das Aussehen zunächst keine Rolle.

  2. Mag sein daß man im langjährigen Berufsleben seine Eindrücke und Bewertungen ändert. Sicherlich geben „schöne“ Menschen vordergründig eine angenehme Atmosphäre. Zum Vertrauen gehört dann aber doch einiges mehr. Kompetenz, Mimik, Gestik und sogar die Stimmlage stehen bei mir noch weit vor der äußeren Erscheinung. Zumindest habe ich über viele Jahre gelernt, daß weniger atraktive Menschen mit besonderen Eigenschaften glänzen müßen um angenehm aufzufallen.

    • Markus Estermeier, ohne Frage und Zustimmung zu Ihrer Beobachtung.

      Bei uns ebenfalls Fakt, Menschen die nicht mit so einem „schönen“ Aussehen oder Figurt gesegnet sind, strengen sich besonders an, sind in Kompetenz, Engagement und Courage anderen überlegen.

      Sind für den innerbetrieblichen Ablauf , Fertigung, Verwaltung etc. ein Gewinn, auch als Führungskräfte.

      Im Vertrieb – Außendienst ist es so daß Kunden nach dem Äußeren , zumindest beim ersten Kontakt, sehen, handeln.

      Und warum gaffen Zuschauer im TV – bei Nachrichten und Filmen kongruent – so gerne und intensiv nach hübschen Frauen, gut aussehenden Männern ? Ist ja wie Schaulaufen im Film.

  3. Man kann auch die Gesinnung am Äußerlichen erkennen.

    So erkennt man tendenziell auf einem Bild recht schnell,wer liberal,sozialistisch,feministisch usw. eingestellt ist,am Gesicht.

    Scheint also eine genetische Veranlagung zu sein,was man wird.
    Zumindestens tendenziell.

    • „So erkennt man tendenziell auf einem Bild recht schnell,wer liberal,sozialistisch,feministisch usw. eingestellt ist,am Gesicht.“

      Obs genetisch ist weis ich nicht. Aber manche Zeitgenossen erkennt man an hängenden Mundwinkeln und verbissenen Gesichtszügen.

  4. Mit dem Diskussionspapier der Mitarbeiter, sollte scheinbar Herr Dilger reingelegt oder gelobt werden.

    Wenn der AD als Heiratsschwindler arbeiten würde, würde es schnell gehen “ Schatzi gib mir deine Sparbücher da gibst zu wenig Zinsen, ich leg es für Dich in Aktien an „

    • Das Diskussionspapier ist von uns gemeinsam. Um mich zu loben, wäre es doch besser, wenn man Vertrauenswürdigkeit an der Attraktivität erkennen könnte… Hier könnte es übrigens relevant sein, dass Studenten Studenten einschätzten. Charaktereigenschaften oder zumindest häufige Gemütszustände hinterlassen vielleicht erst später Spuren im Gesicht. Schließlich habe ich auch meiner Frau Aktien aufgeschwatzt, ganz ohne Heiratsschwindler zu sein.

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