Auf Englisch twittern (und bloggen?)

Seit sechs Jahren twittert mein Institut für Organisationsökonomik auf Deutsch unter dem Namen IO WWU Münster. Heute habe ich zusätzlich IO English eingerichtet, um international relevante Meldungen, also insbesondere solche zur Forschung, auch auf Englisch twittern zu können. Darüber nachgedacht habe ich schon länger. Konkreter Anlass war jetzt die (un)passende Einbindung von Twitter auf der ‚Institutshomepage mit neuem Design‘. Zumindest potentiell ist der Leserkreis dafür viel größer.

Deshalb denke ich inzwischen zur Fortführung dieses Blogs (siehe ‚Trump gewinnt und dieser Blog endet‘ sowie ‚Weiter mit einer Ankündigung‘) bzw. für allgemein politische und ökonomische statt persönliche Beiträge darüber nach, diese zukünftig auf Englisch zu verfassen. Denn weder die Euro- noch die Flüchtlingskrise oder selbst Frau Merkel sind rein deutsche Probleme. Englischsprachige Beiträge würden eine europaweite Diskussion darüber ermöglichen sowie unterstreichen, dass es nicht allein um nationale Befindlichkeiten geht. Schlimmstenfalls droht allerdings eine weitere abgehobene Elitendiskussion über die Völker hinweg, so wie die EU dem mittelalterlichen Europa ähnelt mit einer grenzüberschreitenden Aristokratie und Kirche, die von den jeweiligen Völkern nicht nur, aber auch sprachlich entfremdet waren.

13 Gedanken zu „Auf Englisch twittern (und bloggen?)

  1. Hier auf Englisch zu bloggen und zu diskutieren halte ich persönlich für keine gute Idee. Der Teilnehmerkreis würde schlagartig ein anderer und mit ihm der ganze Charakter Ihres Blogs. Aber das müssen Sie entscheiden.

      • Die Frage ist, woher ihre neuen Leser kommen sollen. Sie haben viele Leser hier wegen Ihrem vormaligen Engagement bei der AfD. Welche internationalen Leser wollen oder können Sie bekommen? Vermutlich relativ wenige. Lesen würde ich sicherlich noch, schreiben hin und wieder auch noch. Aber in einer Muttersprache zu schreiben, die man perfekt spricht, ist dann doch eine andere Sache. Da macht das Schreiben einfach deutlich mehr Spaß.

      • Das Hauptproblem ist wohl, dass es gar keine breite europaweite Öffentlichkeit gibt. Teilbereiche wie die Wissenschaft sind recht international, die Politik oder gar die meisten Wähler aber nicht. Gerade deshalb ist eine Europäisierung über die Europäer hinweg nicht sehr demokratisch.

      • Ich halte es fuer eine ausgezeichnete Idee, Blog zu internationalisieren und zweisprachig zu machen! Auch ohne den ganz privaten Teil aber Sie bleiben als Taktgeber. Damit wird Leserschaft, hoffentlich erweitert, aber Blogcharakter bleibt.
        Ich habe beobachtet, dass nachdem eine Printausgabe von TE startete, TE viel mehr Zulauf bekam (fast gleichzeitig wurde auf Disqus umgeschaltet). Viele neue Stimmen, teilweise schlechtere Kommentare!

      • Es gibt nicht nur keine europaweite Öffentlichkeit, es gibt auch völlig verschiedene Kulturen und Interessenschwerpunkte. Und dem Englischen auf diskussionsfähigem Niveau mächtig sind immer noch die Wenigsten, wenn man mal vielleicht von den skandinavischen Ländern absieht.

        Wenn Sie sich eine europäische Diskussion wünschen, dann ist das begrüßenswert. Ich denke aber nicht, dass das auf dem Rücken der nationalen Sprache geschehen sollte. So würde auch noch dieser Blog zum Elitenprojekt.

        Übrigens sind zwar Teilbereiche der Wissenschaft recht international. Dennoch ist das sprachliche Niveau auch dort reichlich bescheiden. Selbst wenn dort fehlerfreies Englisch geschrieben wird, ist es doch teilweise auch dort eine verkümmerte Sprache. Diskussionen auf fortgeschrittenem muttersprachlichen Niveau sind doch etwas ganz anderes. Nur auf diesem Niveau kann man wirklich alle Feinheiten einbringen. Manchmal sind es Nuancen, die zählen. Vor allem bei politischen Diskussionen, die Emotionen bewegen.

      • Das ist richtig, trotzdem haben die verschiedenen europäischen Völker viel gemeinsam. Sie haben nichts gegeneinander, sondern gemeinsam etwas gegen eine politische Elite, die ständig von Europa, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit spricht, diese aber schwer beschädigt. Das muss auch ausgesprochen werden, aber vielleicht wirklich von jedem in seiner Sprache.

  2. P.S. So ein Blog wird aus Erfahrung bei AfD nicht auf viel Zustimmung stossen!
    In Niedersachsen wurden schon Angaben ueber englische Quellen sehr unfreundlich kritisiert. Man fragt sich was suchen eigentlich bildungsfremde und auslaenderfeindliche Schichten in einer „Professorenpartei“?

    • @Old Grisogono

      Was ich Sie schon lange einmal fragen wollte …

      Was sucht eigentlich ein bekennender Islamhasser wie Sie bei den „Liberal-Konservativen Reformern“ (LKR?), die sich ja wohl inzwischen als die eigentliche „Professorenpartei“ sehen?

      Kleiner Hinweis:
      „… Mitglieder können ausgeschlossen werden, wenn sie „erheblich“ den Grundsätzen der Partei widersprechen. Dies bezieht sich auch auf Äußerungen, die vor Parteieintritt gefallen sind. So lehne sie ausdrücklich Positionen „ausländerfeindlicher, rassistischer, nationalistischer, antisemitischer, islamfeindlicher, islamistischer, homophober, rechts- oder linksradikaler“ Natur innerhalb und außerhalb der Partei ab. Des Weiteren werden Personen, welche noch im Dezember 2015 Parteimitglied bei der AfD waren, regulär nicht mehr aufgenommen.“

      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liberal-Konservative_Reformer

      • Wie immer, Sie lenken ab weil ich die Wahrheit ueber AfD sage!

  3. Wenn es Ihnen um maximale Reichweite geht, so gilt die Faustregel, daß 50% der Inhalt und 50% dessen Bewerbung vor allem mithilfe sozialer Medien ausmacht. Dazu brauchen Sie eine zweite Person, die diese Plattformen betreut.

    Außerdem sollten Sie bereit sein, eine kleine vierstellige Summe in die optische Gestaltung des Blogs zu investieren, denn das zählt auch. Besser wäre es allerdings, wenn der Webdesigner sich aus eigener Überzeugung engagieren würde; ehrenamtliche Programmierer liefern oft die bessere Arbeit ab.

    Um weiteres Publikum anzulocken, sollten Sie überdies Flagschiffbeiträge auf größeren Blogs zuerst veröffentlichen.

    Und wenn Sie ein ganz großes Faß aufmachen wollen, holen Sie weitere Autoren an Bord, etwa aus Ihrem universitären Umfeld. Das erfordert allerdings Redakteursarbeit.

    PS: Kleiner Korrekturvorschlag: The Institute for Organisational Economics TWEETS in English here.

    • Maximale Reichweite im Sinne von so vielen Lesern wie möglich ist nicht mein primäres Ziel. WordPress bietet noch viele Gestaltungsoptionen an, doch die Beschäftigung damit gehört nicht zu meinen Lieblingsaktivitäten. Für konkrete Verbesserungsvorschläge bin ich allerdings dankbar. Das aktive Einwerben und Betreuen von weiteren Autoren und deren Beiträge sollte auch lieber ein anderer machen. Schon bei der Bürgerlichen Alternative habe ich mich darum zu wenig gekümmert. Schließlich sind „to tweet“ und „to twitter“ beides englische Verben, die im Zusammenhang mit Twitter verwendet werden können, dessen Name doch direkt vom Zwitschern kommt.

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