Trump gewinnt und dieser Blog endet

„Donald Trump wird US-Präsident“. Damit hatte kaum  jemand gerechnet, weder die Umfrageinstitute noch die meisten Massenmedien, die Börsen oder auch ich. Einige Kommentatoren hier hofften zwar darauf, aber zu wetten traute sich niemand. Ich ging hngegen so weit, für den Fall seines Wahlsiegs anzukündigen, dass „ich mich nicht mehr politisch äußern und diesen Blog einstellen“ werde. Das tue ich hiermit, zumindest vorübergehend. Denn da ich in einer so wichtigen Frage geirrt habe, wage ich keine Vorhersagen mehr, welche Politik Herr Trump verfolgen wird, was er vielleicht selbst noch nicht weiß, aber auch ob Frau Merkel 2017 wiedergewählt wird (wovon ich bislang fest ausging), wie es mit der EU, dem Euro, der NATO und der ganzen Welt weitergeht. Ich bedanke mich bei meinen treuen Lesern und Kommentatoren. Alles Gute!

51 Gedanken zu „Trump gewinnt und dieser Blog endet

  1. Lieber Herr Dilger,

    dass Sie konsequent umsetzen, was Sie bereits vor ein paar Tagen andeuteten, hätte ich ebenso wenig gedacht, wie ich erwartet hätte, dass die US-Wahl gar so deutlich ausfällt.

    Schade eigentlich … (um Ihren Blog, nicht um Hillary Clinton – da bin ich sehr froh, dass sie der Welt, insbesondere dem Nahen Osten, erspart geblieben ist).

    Nichtsdestotrotz auch Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und hoffentlich auf bald einmal!

    Ihr kritischer Freund
    Michael Meister

    • @ Michi Meister

      Mach da nicht auf Profireinschleimer.

      Du wählts als Piefke in Vorarlberg bei EU-Wahlen die NEOS. ( nicht zu verwechseln mit Neo- Nazi).
      Die werden sich nicht auf Dauer halten können, als liberale Partei hat man es in Ö noch nie geschafft, , da wette ich um 100€ mit Michi , die werde bei den nächsten Nationalratswahlen, nicht mehr die 4% Hürde schaffen.

      NEOS -Parteichef Strolz wirkt etwas speedig , aber das wird nicht auf Dauer reichen, also Michi für die Wette bereit.

      Der ist aber kein Genscher.

      • @Stefan König

        Na Gott sei Dank ist der Matthias Strolz kein ‚Genschman‘.
        Sonst hätten wir irgendwann nicht nur ein „wiedevereinigtes“ Österreich-Ungarn, sondern die VSE (Vereinigte Staaten von Europa). 😉

        Nichtsdestotrotz leisten die NEOS mit ihrer vorbildlichen Transparenzpolitik einen wichtigen Beitrag nicht nur zur österreichischen Innenpolitik. Der korrupte Sumpf hat doch im Übrigen in Österreich längst nicht nur ÖVP, SPÖ und FPÖ, sondern auch die Grünen erfasst.

  2. Das Ende Ihres Blogs -nur wegen einer nicht zutreffenden Vorhersage? – Das dürfen Sie Ihren treuen Lesern nicht antun. Ihr Blog gab immer wieder Sichtweisen und Denkanstöße, die in die richtige Richtung deuteten und häufig das formulierte, was ich selbst im Ungefähren dachte. Sie haben dann die Position mit grundsätzlichen (liberalen) und wissenschaftlichen Argumenten hinterlegt.
    Ich bedaure Ihren Abschied und setze ganz stark auf Ihr politisch sehr korrektes Hintertürchen „…vorübergehend“.
    Danke!

  3. Die Wahl Trumps habe ich relativ gelassen hingenommen, aber das hier? Herr Dilger, Ihre Entscheidung würde doch bedeuten, dass Herr Meister mit seinen ständigen Provokationen gesiegt hätte, was wohl die allermeisten Leser niemals wollten – auch wenn man Ihnen für diese Aufrichtigkeit und Konsequenz nur Respekt zollen kann. Doch „einpacken“ müssten eigentlich ganz andere, die viel näher am US-amerikanischen Geschehen dran waren und trotzdem so fürchterlich schief lagen mit ihren Prognosen.

    Ich wage dann auch mal eine Prognose: Dieser Blog wird in wenigen Tagen oder Wochen seine Wiederauferstehung feiern, weil es dem Inhaber einfach in den Fingern juckt – und so viele Leser dankbar sind für diese klugen und prägnanten Analysen des politischen Geschehens (auch wenn es mit den Prognosen nicht immer klappt…)!

    • @GL

      Warum meinen Sie, dass ich „gesiegt“ hätte?
      Ich halte Herrn Dilgers Blog für eine gute Sache und betrachte mich auch nicht als seinen Gegner, gleichwohl ich immer wieder mal anderer Meinung bin als er. Kontroverse Positionen schärfen doch erst den Blick für das politische Geschehen. Daher freue ich mich auch keineswegs darüber, wenn Herr Dilger seinen Blog einstellt.

      Aber wieso sollte sich Herr Dilger nicht vielleicht einfach eine Pause gönnen? Das ist doch sein gutes Recht.

      • Alles gut. Aber Sie beide sind doch zugegebenermaßen immer wieder reichlich aneinandergeeckt. Wie dem auch sei – gönnen wir beide Herrn Dilger eine wohlverdiente Pause. Ich fand es ohnehin immer bewundernswert, dass er neben dem Arbeits- und Familienleben noch so viel Zeit und Mühe für diesen Blog verwendet hat.

        Ich werde seine Einschätzungen und Gedankengänge, die mir die Einordnung politischer und wirtschaftlicher Ereignisse sehr erleichtert haben, auf jeden Fall vermissen.

  4. Nun wird sie doch noch aktuell, meine Frage, die ich vor längerer Zeit an dieser Stelle stellte: „ Gibt es ein Leben nach dem Dilger-Blog?“ Das wird es nun geben müssen, aber um eine Facette ärmer.
    Der Dilger-Blog, von einigen Zeitgenossen auch abschätzig „Dilger-Pranger“ genannt, war mehr wert als der überbordende Facebook- und Twitter-Hype, mit dem wir es heute zu tun haben. Nochmals Dank für Ihre Pionieraktivitäten in Sachen Währungsunion und AfD-Geburtshilfe!
    Alles Gute weiterhin!

  5. Na, ich hoffe doch, dass die Abstinenz nicht lange dauern wird. Sich in Vorhersagen zu irren passiert jedem – den Dümmeren in 51% der Fälle, den Klügeren immerhin noch in 49% der Fälle. Nur sehr wenige Leute haben den Wahlsieg von Trump vorhergesehen.

    Viel Spaß also im Privatleben und sicher bis bald
    fs

    • Nun offensichtlich haben sie auch nur das gelesen was Sie wollten. Es ist ja auch viel einfacher sich mit einer Mehrheit zu irren als gegen eine Mehrheit anzutreten. Nur kann ich Ihnen zu unsere aktuellen Politiik eines garantieren (aus meiner Sicht) was hier die Mehrheit will und auch noch wählt ist falsch.
      Und nein auch die AfD ist nicht die richtige Antwort es geht bei gutem Willen ansaztsweise in die richtige Richtung.

      • „Ansatzweise in die richtige Richtung“ ist doch ein erheblich besserer Ansatz, als weiter nur mit Vollgas richtung Wand. Finden Sie nicht?

  6. Niemand ist ohne Fehler. Und so sind sicher auch die Leser dieses Forums bereit, Ihnen Ihre Prognose nachzusehen. Ich schlage vor, wir unterstellen einfach, Sie hätten mit jedem stammleser hier um die vielfach vorgeschlagene Flasche Champagner gewettet und verloren.

    Davon abgesehen kann ich der trump Wahl positives abgewinnen. Ich hoffe, dass die schreckensszenarien – analog brexit – sich als falsch erweisen und so zu mutigeren Entscheidungen bei politischen fragen beitragen. Die Angst vor den „schrecklichen populisten“ im Gegensatz zu den „seriösen“ Politikern muss abgebaut werden.

    • Erinnern wir uns doch an das Jahr 1981, als Ronald Reagen US-Präsident wurde. Seinerzeit der Schrecken aller Linken. Die Welt ist unter Reagens US-Präsidentschaft aber allen Unkenrufen zum Trotz enger zusammen gerückt und der Kalte Krieg fand nach mehr als vier Jahrzehnten ein Ende. Warum sollte es mit Donald Trump nicht ähnlich laufen? Nicht immer sind die vermeintlich „Bösen“ wirklich die schlechtere Wahl.

  7. Ich verabschiede mich dann nun auch von Ihnen. Wir hatten ja vieles gemeinsam, vor allem zu AfD Zeiten. Natürlich werden sich unsere Wege wieder kreuzen, wenn ALFA nicht mehr ALFA ist. Ich freue mich nicht, dass sie jetzt gehen, aber sie werden die verlorene Zeit sicher ihrer Familie zukommen lassen.
    Ihr Horst Krebs

  8. Es wäre schade, wenn Sie aufgäben. Die meisten von uns hatten wohl einen anderen Ausgang der Wahl erwartet. Insofern sind Sie in guter Gesellschaft. Anscheinend liegt den Amerikanern das Cowboytum immer noch am nächsten. Denselben Effekt konnte man ja auch eine Zeit lang in Italien mit Berlusconi beobachten.
    Ich setze auf Ihr „zumindest vorübergehend“. Bis dann!

  9. Das mit dem Recht haben ist so eine Sache – nehmen Sie es sportlich Herr Dilger! Aber darum ging es für mich in Ihrem schönen Blog gar nicht – interessant waren immer die verschiedenen Blickwinkel und Argumente. – Geben Sie sich einen Stoss – und werfen Sie weiter Steine in unsere zu ruhigen Gewässer …

  10. Vielleicht gewinnt Frau Merkel doch noch im Lotto und beschließt, mit dem Geld einen schönen Lebensabend zu verbringen. Abseits von Konferenzstress und aufmüpfigen Sachsen.
    Wenn es ums Danebenliegen ginge, müsste eigentlich auch die Süddeutsche Zeitung ihren Betrieb einstellen. Die SZ-Redaktion konnte sich im Streiflicht vom 21.11.2015 nicht vorstellen, dass von Menschen, die vor dem IS fliehen, ein Sicherheitsrisiko ausgehen kann.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute und bedanke mich für die vielen Stunden, die Sie mit uns verbracht haben. Für manchen von uns wird das www nun eine gewisse Leere aufweisen.

  11. Machen Sie bitte weite, sehr geehrter Herr Prof. Dilger! Nur wer oft in den USA ist und dort Freunde/Verwandte hat, konnte das ahnen. Wir wurden hier im Sinne des sozial Erwünschten falsch informiert! Es haben sich mehr geirrt, als nur Sie. Selbst mein Bruder, der seit 53 in den USA lebt, dort studiert und in der Werbung gearbeitet hat, hat es vor 8 Wochen nicht für möglich gehalten, dass Trump gewinnen könnte. Allerdings ist bei den wohlhandenden Weissen der gehobenen Mittelschicht sowohl Obama als auch Clinton nicht vermittelbar. Man hält Trump für einen Proleten, aber am wählt ihn, weil HRC geradezu als hochkorruptes Geschöpf des politisch korrekten Establishments abgelehnt wird. Es sind nicht nur die alten weißen Männer ohne College-Abschluss! Allein diese Interpretation ist hoch-arrogant!

  12. Schade um den interessanten Blog – hoffentlich bleibt es nur eine vorübergehende Schließung. In der Zwischenzeit können wir ja mal wieder eine Partie Schach spielen.

  13. Sehr geehrter Prof. Dilger,
    auch wir waren nicht immer einig in der Bewertung politischer Situationen. Jedoch waren sie immer auch “Motor“ der Debatte und haben somit gegen ein kulturelles Defizit unserer Gesellschaft gewirkt.
    Diese Arbeit von einer nicht zutreffenden Prognose abhängig zu machen, halte ich für falsch. Im Gegenteil, Menschen die auf jede Problemstellung die zutreffende Antwort finden, finde ich “irritierend“.
    Es wäre schade aber auch respektabel, wenn sie sich zurückzogen.
    Beste Grüße
    Wolfgang Kempkes

  14. Bedauerlich aber es ist vielleicht eine gute Zeit bei Rotwein nachzudenken!
    Ich habe den Eindruck, dass Sie in neuere Zeit bei Themenauswahl in Defensive waren. i.e. mehr Softthemen behandelten. Wie immer, es ist schwierig immer auf der Hoehe zu bleiben. Ich las neuerdings mehr Tichys Einblick bis ich so gesaetigt und gelangweilt wurde und hoerte auf. Ich habe den Eindruck auch Tichy muss neue Themen finden! Warten wir es ab. Alles Gute und viel Erfolg!

  15. Wenn die Ergebnisse einer Analyse nicht mit der Realität übereinstimmen, kann das wohl an den analytischen Fähigkeiten und Methoden liegen. Allerdings führen auch die besten analytischen Fähigkeiten und Methoden dann zu einem falschen Ergebnis – und zwar notwendigerweise – , wenn die Ausgangsdaten falsch sind. Die Demoskopie hat bei dieser Wahl – mit einigen wenigen Ausnahmen wohl, die die Demoskopie als Ganzes hoffentlich gründlich analysiert – auf ganzer Linie versagt, und entsprechend waren auch die darauf aufbauenden Analysen fehlerbehaftet. Wenn jeder, dessen Analyse bzgl dieser Präsidentenwahl daneben lag, sich öffentlicher Äußerungen enthalten – also Ihre Konsequenz ziehen – würde, dann hätten wir in der westlichen Welt von nun an eine sehr ausgedünnte Medien-, Politik- und (Politik-)Wissenschaftslandschaft

  16. Sehr geehrter Herr Professor Dilger,

    als treuer Leser bin ich sehr traurig, dass Ihr Blog eingestellt werden soll. Nicht nur Sie haben sich in der Voraussage geirrt, auch die meisten Meinungsinstitute weltweit. Bitte betreiben Sie Ihren Blog auch in Zukunft weiter, vielleicht zum Thema Deutschland/Europa. Aber auch Informationen über Ihre Familie sind sehr interessant. Unabhängig davon danke ich Ihnen für den jahrelangen täglichen Blogeintrag.

  17. Lieber Herr Dilger!

    Wir können alle mal irren, denn wir sind nur Menschen!
    Das ist KEIN Grund, Ihren niveauvollen Blog aufzugeben!
    Hier wird meistens sehr sachlich argumentiert und gerade andere, sachlich gut begründeten Meinungen, sind zumindest für mich befruchtend!

    Auch ich mag Donald Trump nicht, denn er hat wenig Manieren und ein Konservativer ist er schon gar nicht. ABER um den Sumpf in Washington trocken zu legen, braucht es einen Hund (wie man in Bayern sagt). Mit Samthandschuhen geht das leider nicht!

    Trump wird von seiner Wahlkampf-Rhetorik Abstand nehmen müssen und in manchem zurück rudern. Garantiert! Interessant ist, wer sein Außenminister, sein Verteidigungsminister und seine wichtigsten Berater, vor allem wer Sicherheitsberater wird. Warten wir seine ersten 100 Tage einfach einmal ab.

    Ich bitte Sie, Herr Dilger, dringend, jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken! Die Aufgabe Ihres Blogs wäre nach Ihrem Austritt aus der AfD Ihre zweite große Fehlentscheidung. Politik ist das Bohren dicker Bretter! Wer zu dünnhäutig ist oder keine Geduld hat, taugt für die Politik nicht! Veränderungen erreicht man leider nur in kleinen Schritten und mit viel Diplomatie.

  18. Clinton hat mehr Stimmen bekommen als Trump – das ist doch eine schöne Brücke zurück zur Rolle des politischen Kommentators. Es muss ja nicht mehr täglich sein. Aber die Zeiten sind für jemand wie Sie, Herr Dilger, doch zu bewegt, um nur Beobachter des Geschehens zu sein, oder?

  19. Danke für alles, Herr Dilger. Sie haben ein gutes Händchen für das Bloggen bewiesen und ich habe die fruchtbaren Diskussionen mit ihnen genossen.

    Sehen Sie mir meine gelegentliche Spitzen Richtung Liberalismus nach. Sie waren immer so souverän, darauf nicht anzuspringen. Viel Erfolg bei Ihrem nächsten Projekt!

    Dieser Blog endet, wenn es so richtig beginnt.

  20. Als erstes mal vielen Dank für Ihre Arbeit den blog zu betreiben. Ihr blog war immer sehr „liberal“, weil auch abweichende Meinungen veröffentlicht wurden. Das ist nicht überall so.
    Aber ich glaube und hoffe, Sie kommen wieder. Warten Sie nicht zu lange damit, bevor die Kundschaft sich verlaufen hat.

    Zum Thema:
    Trump ist zu krass, um nur ein zufälliger Ausschlag des Seismographen zu sein. Ich halte ihn für ein Vorbeben. Im Untergrund hat sich die Tektonik verschoben, es haben sich Spannungen aufgebaut, die zur Entladung drängen. Auf meiner facebook Seite ist zu lesen, dass ich Trump deshalb für möglich hielt (55% Clinton, 45% Trump).

    Es wäre falsch Trump, nur mit wirtschaftlichen Entwicklungen zu erklären. Strukturwandel gab es schon immer. Bayern hat sich vom Agrarland zu einer der leistsungsfähigsten Industrieregionen wer Welt entwickelt.

    Das Phänomen Trump, das ja nicht nur auf die USA beschränkt ist, kann nur erklärt werden, wenn man eine wichtige Triebfeder historischer Entwicklungen beachtet- die Transzendenz.

    Der moderne Staat, gelenkt von der Klasse der Globalisten, will nicht nur weltliche Macht, er will auch an die Stelle der Religion treten und den Menschen Ethik und Moral vorgeben.

    Dazu hat die Klasse der Globalisten, keine anderen Götter neben sich duldend, alles zerstört was ihr bei der Herrschaft über Ethik und Moral widersprechen könnte. Allerdings war die Globalisten nicht potent genug an die Stelle des Zerstörten etwas von gleicher Wirkmächtigkeit zu setzen.
    Wofür soll der Geringverdiener, der Angehängte, Opfer in Kauf nehmen? Wofür soll der gut situtierte Bürger sich weiter anstrengen unter der Sonne?

    Für Gott, Familie, Vaterland?

    Alles zerschlagen und zerstört im Namen einer neuen, höheren Moral.

    Und der gemeine Bürger ahnt zu recht, dass hinter all dem Gutmenschen-Getue der blanke Wille zur Macht hervor lugt . Das ist es was meinen Widerwillen gegen diese Gesellschaft begründet. Sie reißt unsere Wurzeln um der eigenen Macht willen aus der Erde. Sie werden grandios scheitern damit.

    Das Böckenförde-Diktum besagt:
    „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“

    Doch genau die hat er zerschlagen. Wir stehen am Vorabend gewaltiger historischer Umwälzungen. Als Optimist sehe ich Trump in der Rolle Gorbatschows udn Merkel in der Honeckers.

    Bis bald Herr Prof. Dr. Dilger und nochmals vielen Dank für Ihre Mühe.

  21. Sie brauchen die Flinte nicht ins Korn zu werfen. Letzten Endes hatten Sie ja recht, Herr Trump hat weniger Stimmen bekommen, sogar deutlich weniger als Frau Clinton. Dass er durch die Eigenschaften des amerikanischen Wahlsystems rechtmäßig President elect geworden ist, haben Sie nicht zu vertreten. In derartigen Wahlsystemen – ich denke insbesondere hier an das englische Mehrheitswahlrecht in einzelnen Wahlkreisen – kann man ja mit 13% der Wahlberechtigten durchaus die Mehrheit im Unterhaus gewinnen, wie es Maggie Thatcher mit 33% Stimmen auch gelungen ist.
    Vielleicht überlegen Sie sich Ihre Entscheidung noch einmal, und starten erneut, vielleicht mit fokussierteren Themen.

    Aus dem Wahlsieg Trumps lernen wir, dass es den Menschen offensichtlich an erster Stelle um die Zuwanderungsproblematik geht, der vierte Apokalyptische Reiter nach dem Buch „Why the West rules – for now“
    An zweiter Stelle geht es den Menschen sicher um den eher abnehmenden Massenwohlstand und Arbeitsplätze, dies werden wohl die Themen sein, die auch die kommende Bundestagswahl entscheiden.
    Besorgniserregend ist in der Tat die Reaktion der Linken in den USA mit Massenaufmärschen, Trump sei nicht ihr Präsident. Zusätzlich kommt die Reaktion der Medien in Deutschland, wo man nur von Prawda-Presse reden kann.
    Insbesondere aufgestoßen ist mir die Reaktion unseres Vizekanzlers und Wirtschaftsministers Herr Gabriel, der sich nun zu Beschimpfungen hinreißen ließ, sowie das Verhalten des obersten Diplomaten, des Außenministers Steinmeier, der es nicht einmal über sich brachte, Mr. Trump zur Wahl zu gratulieren, was sowohl Obama als auch Hillary hinbekommen haben. Derartiges Verhalten hat im Kaiserreich zu Kriegen geführt.
    Dieser Trend lässt für die Zukunft schlimmes befürchten, ohne Prophetie wünsche ich Herrn Trump bis zu seiner Inauguration und darüber hinaus eine besonders tüchtige Leibwache. Bei dieser Stimmung ist gerade in den USA alles möglich.

    • Noch sind nicht alle Bundesstaaten ausgezählt. Eines zeigt das Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Gesamtstimmen aber schon, nämlich dass ein Wahlmännersystem á la USA nicht unbedingt den tatsächlichen Mehrheitswillen widerspiegelt.

      Nichtsdestotrotz bleibe ich dabei, dass ich Donald Trump für das geringere Übel halte als Hillary Clinton. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation im Nahen Osten und in der Ukraine wäre unter Clinton erheblich größer als unter Trump und ein Dritter Weltkrieg ist wirklich das Allerletzte, was Europa jetzt braucht.

  22. Sehr geehrter Herr Professor,

    ich sage dazu nur: „Schade!“

    Denn wenn unsere Einschätzungen (und insbes. die Wortwahl) auch nicht immer übereinstimmten, so war doch die Lektüre Ihres Blogs stets höchst informativ!

    Nun, es gibt ein Leben neben (und daher wohl auch nach) jedem Blog, das stimmt schon. Wobei ich eine Neugründung oder Wiederbelebung gerade Ihres Blogs durchaus zu schätzen wüßte!

    Daher nochmals: Schade!“ – und jedenfalls: „Vielen Dank“ aus der Alpenrepublik.

    • Ich schließe mich meinem Vorredner an und ersetze lediglich die Worte „aus der Alpenrepublik“ durch „aus NRW“.

  23. Pingback: Weiter mit einer Ankündigung | Alexander Dilger

  24. „um jemand gerechnet, weder die Umfrageinstitute noch die meisten Massenmedien, die Börsen oder auch ich. Einige Kommentatoren hier hofften zwar darauf, aber zu wetten traute sich niemand. “

    Ich habe es beweisbar getan und es auch so aufgeschrieben:
    „Also Frau Clinton soll > 47 % bekommen. Ich persönlich drehe die Zahlen für Herrn Trump und Frau Clinton. Herr Trump wird eher > 47 % bekommen als Frau Clinton. Wahrscheinlichkeit dafür für mich um die 55 – 57 %. Ich denke inzwischen das Ergebnis wird als „überraschend“ dargestellt werden. Ich gehe nicht mehr davon aus, daß die Befragten auf die Frage nach Ihrem Wahlverhalten die Wahrheit sagen werden. Ich denke viele werden erst mal gar nicht antworten und bei denen die Antworten geben ca 10 % falsche Daten an. Somit denke ich, sind die Zahlen für Frau Clinton auf jede nur erdenliche Art geschönt worden. In etwa einer Woche werden wir es wissen…“

    Sogar vor mehr als 2 Monaten habe ich schon geschrieben daß ich davon ausgehe, daß Herr Trump gewinnt.

    • Sie haben das nicht hier geschrieben, sondern auf Ihrem eigenen Blog (der übrigens zu Fehlermeldungen führt, weil sie https verwenden, aber sich das Sicherheitszertifikat selbst ausgestellt haben). Hier wollte niemand auf einen Sieg von Herrn Trump wetten, auch Sie nicht. Tatsächlich hat bundesweit übrigens Donald Trump 47,5 % der Stimmen bekommen und Hillary Clinton 47,7 %. Er gewann jedoch 306 Wahlmänner in 30 Staaten und sie nur 232 in 20.

    • Herr Blüm ist doch ganz wesentlich verantwortlich dafür, dass die Probleme in der Rentenversicherung nicht angegangen, sondern noch verschärft wurden. Er übergeht auch einfach, dass sein „Generationenvertrag“ die arbeitende Bevölkerung nur gegenüber den Rentnern verpflichtet, nicht gegenüber (potentiellen) Kindern. Für die Alten muss jeder kollektiv bezahlen, Kinder werden hingegen als Privatvergnügen behandelt. Der Geburtenrückgang ist damit zumindest partiell auch eine Folge seines Rentensystems. Durch die Dynamisierung der Rente und rein relative Armutskonzepte helfen Produktivitätsgewinne im bestehenden System auch nicht viel weiter, weil die Ansprüche mit den Löhnen steigen. Ansonsten sind Wirtschaftswachstum und dazu Produktivitätssteigerungen natürlich trotzdem entscheidend (siehe ‚Demographie und steigende Produktivität‘), doch unsere Regierung tut kaum noch etwas dafür, aber sehr viel dagegen.

      • Irgendwie fast Übereinstimmung.

        Neben den Gesellschaftlichen Problemen bräuchten wir also auch einen finanziellen Anreiz für mehr Kinder.

        Ich wäre für Rentenpunkte und mehr Kindergeld,aber meist sollen das Kinderlose bezahlen,die oft gar nicht dafür können.Das wäre also nicht hilfreich,ebenso wie alt gegen jung zu versuchen auszuspielen.

        Jedenfalls gönne ich meinen Eltern ihre Rente,sie haben sie auch verdient.

      • Der einzige sinnvolle finanzielle Anreiz für’s KIndermachen ist die Befreiung von der erdrückenden Steuer- und Abgabenlast.

        Umverteilungssozialismus haben fertig. Nur leider haben es die Verantwortlichen noch nicht geschnallt.

      • @Michael Meister
        Es entzieht sich meiner Kenntnis, seit wann Sie nicht mehr mit dem deutschen Steuer- und Abgabensystem vertraut sind.
        Von einer erdrückenden Last für Familien kann keinesfalls gesprochen werden.
        Der Steuerfreibetrag liegt bei Erwachsenen bei 8.652 Euro (17.304 Euro pro Paar) plus 7.248 Euro pro Kind.
        Eine Familie mit zwei Kindern hat per se einen Steuefreibetrag von 31.800 Euro p.a. = 2.650 Euro/Monat (im Jahr 2016). Mit jedem Kind steigt der Freibetrag um 604 Euro/Monat.
        Familien erfahren in Deutschland eine durchaus üppige Entlastung.

        Wo ich Ihnen zustimmen könnte, ist der zu niedrige Steuerfreibetrag für Erwachsene.

      • @Melanie Kunze

        Ihre Angaben stimmen. Jedoch ist, wie Sie bereits selbst richtig bemerken, der Freibetrag für Erwachsene deutlich zu niedrig, er sollte m.E. auf 15.000 € p.a. p.P. angehoben werden.

        Zudem bin ich oberhalb der Freibeträge für einen linearen Einheitssteuersatz von maximal 15%, besser 10% oder weniger auf alle Einkommensarten (und nein, @Herr Dilger, Erbe ist kein Einkommen). Damit kann ein schlanker Staat gut zurechtkommen.

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