Asymmetrische Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente

Der „EuGH kippt[e schon gestern die] Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente“. Die Preisbindung gilt zwar noch in Deutschland, aber nicht mehr für ausländische Versandapotheken wie DocMorris (die früher schon einmal Rabatte und Rückerstattungen der Rezeptgebühr anboten, bis ihnen das verboten wurde). Der freie Warenverkehr geht vor. Die Begründung der Preisbindung über angeblich niedrigere Preise ist ökonomisch ohnehin nicht haltbar. Eher relevant ist sie für eine flächendeckendes Apothekennetz in Deutschland, wobei allerdings auch die Versandapotheken an jeden Ort liefern.

Paradoxerweise dürfen Preisnachlässe ab sofort Anbietern aus anderen EU-Staaten nicht mehr verboten werden, aber für den Medikamentenversand insgesamt wäre ein Verbot möglich, welches jetzt auch schon von Apothekerverbänden gefordert wird. Dabei wird sich kurzfristig nicht viel ändern, wie die Erfahrung mit den früheren Preisnachlässen zeigt. Langfristig macht jedoch die ungleiche Preisbindung die ausländischen Versandapotheken immer stärker, bis innerhalb Deutschlands die Preisbindung ebenfalls fällt. Als Ökonom begrüße ich das. Als Mann einer Apothekerin sehe ich allerdings auch mögliche Nachteile.

4 Gedanken zu „Asymmetrische Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente

  1. Reisebüros sterben, seit man viel billiger im Internet den Urlaub bucht. Bäckereien und Metzgereien sterben massenweise, seit Aldi, Lil & Co. auch Frischfleisch anbieten und Backstraßen eingerichtet haben. Jetzt sind die Apotheken dran. Wegen der Apotheken-Preise bin ich über diese Marktbereinigung gar nicht traurig.

  2. Warum sollten Apotheken/Apotheker nicht in Konkurrenz stehen?
    Meine Krankenkasse hatte, bis zum Verbot, ein Abkommen mit einer niederländischen Versandapotheke. Den gesetzlich Versicherten wurde die Zuzahlung erlassen, privat Versicherte zahlten einen gereingen Preis für Medikamente als in Deutschland, für Medikamente des gleichen Hersteller und identischen Namens. Es gab ergo keinen einen Qualitätsunterschied und auch auf Wechselwirkung diverser Medikamente wurde hingewiesen, da die diversen Medikamente für ein und den selben Patienten anscheinend abgeglichen wurden.

    IMHO führt die in Deutschland gültige Preisbindung, neben der höheren Mehrwertsteuer fauf Medikamente in Deutschland, nur zu erhöhten Krankenkassenbeiträgen.
    .

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