Holger Schiele zur Demographie beim Hayek-Club Ruhrgebiet

Letzten Monat war ‚Frank Schäffler beim Hayek-Club Ruhrgebiet‘ zu Gast, nächsten Donnerstag, den 20. Oktober 2016, wird es Herr Prof. Dr. Holger Schiele sein. Er kommt um 19 Uhr nach Duisburg, und zwar ins Café Museum. Das Thema seines Vortrags mit Diskussion ist „Demographies Konsequenzen“. Er schreibt dazu und zu sich selbst:

Die deutsche Bevölkerung geht zurück. Damit geraten unsere Sozialsysteme unter Druck. Gibt es Alternativen? Migration, Geburtensteigerung? Oder macht die „Vierte Industrielle Revolution“ mit Automatisierung und Maschine-zu-Maschine Kommunikation die demographische Frage irrelevant?
Prof. Dr. Holger Schiele studierte in Maastricht und Hannover Ökonomie, wo er auch promovierte und habilitierte. Nach Stationen in der Industrie (Preussag AG), Beratung (PricewaterhouseCoopers und h&z) und Universität (Jacobs University Bremen) ist er seit 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Technologiemanagement an der Universität Twente in Enschede (NL). Parallel engagiert er sich als Landesvorstand für den Verein Mehr Demokratie sowie als Vorstand Programmatik bei der Allianz für Fortschritt und Aufbruch. Der Vater von drei Kindern ist Autor von drei Fachbüchern und zahlreichen wissenschaftlichen Artikeln.

Die Einladung dürfen Sie gerne weiterverbreiten sowie Freunde und Bekannte mitbringen. Eine kurze Zusage wäre nett, gerne auch bei Facebook. Absagen sind nicht nötig.

7 Gedanken zu „Holger Schiele zur Demographie beim Hayek-Club Ruhrgebiet

  1. Facts: Der letzte Geburtsjahrgang, der sich in Deutschland selbst reproduziert hat, war der Jahrgang 1881. Das ist 135 Jahre her. Und das ist sicher nicht auf Pillenknick etc. zurückzuführen. Dies wird als „demographic paradox“ bezeichnet. Es gilt übrigens für ganz West-Europa. (Gregory Clarc, A Farewell to Alms, Chapter 11, S. 226).

    Die Sozialsysteme sind bedroht, weil sie von vornherein Fehlkonstruktionen waren. Zumindest hingen sie wie ein riesiges „Ponzi scheme“ von immer mehr Einzahlern mit immer mehr Beiträgen ab. Letzten Endes ist es auch absurd, Systeme so zu konstruieren, dass sie auf ein stetiges Bevölkerungswachstum und ein immerwährendes BSP – pro-Kopf-Einkommen angewiesen sind.

    Da nützen auch Anreize zu vermehrtem Gebären nichts, da die Mütter der heute fehlenden jungen Frauen bereits nicht geboren wurden. Es würde mindestens 60 Jahre dauern, das sind zwei Generationen – bis nennenwerte Effekte erzielt würden. Dann läge jedoch ein wesentlicher Teil der Rentenproblematik hinter uns. Indessen sind jetzt die Kosten für die Erziehung der jungen Menschen zu leisten.
    Letzten Endes muss jede Generation für ihre eigene Altersversorgung aufkommen. Und die Zeiten jahrzehntelanger üppiger Altersversorgung sind vorbei.

    • Noch in den 1960er Jahren hatte eine Frau in Deutschland durchschnittlich 2,5 Kinder, jetzt sind es 1,5, was sogar als Anstieg gefeiert wird.

      Volkswirtschaftlich gesehen muss immer die mittlere Generation für die ältere und jüngere arbeiten und sorgen, was sich nur unterschiedlich organisieren lässt. Die Kosten für Kinder bleiben in Deutschland privatisiert, für Alte wurden die Kosten sozialisiert mit erwartbaren Folgen.

  2. Konrad Adenauer sagte einmal „Kinder kriegen die Leute immer„, als ein Berater ihn einmal auf Risiken bei der Rentenberechnung ansprach.

    Es waren die 68er, die jungen Frauen eingetrichtert haben, dass nur berufstätige Frauen auch „gleichberechtigte Frauen“ seien. Fortan gingen vermehrt auch Frauen arbeiten, was automatisch zu weniger Zeit für Kinder führte. Früher hat ein Gehalt (des Mannes) ausgereicht, eine Familie zu ernähren. Mit gestiegenen Kosten und Ansprüchen reichte das nicht mehr aus. Dann mussten beide Ehepartner arbeiten gehen und die Großeltern haben sich um die Kinder gekümmert. Spätestens seit die ihre Erbschaften und Lebensversicherungen verleben und mit Weltreisen und Yoga-Kurse auf den Ego-Trip kamen, war das vorbei. Heute kommen die Kleinen wieder in die Hände des Staates, wie zu „DDR“-Zeiten, also in die Krippe, den Ganztagskindergarten oder in die Ganztagsschule. Der Sozialismus lässt grüßen, bzw. gesteigerter Egoismus führt heute automatisch leider direkt zum neuen Sozialismus………!

  3. Das Interessante ist folgendes: wie ich auf dem Vortrag zeigen werde, hat es eine Änderung im Verhalten gegeben. In der Vergangenheit gab es in den Ländern mehr Geburten, in denen die Arbeitsbeteiligung der Frauen niedrig war. In den 1980ern folgte eine Umkehrung des Zusammenhangs, plötzlich gab es just in den Ländern mit höherer Frauenarbeitsbeteiligung mehr Geburten, als in den Ländern mit geringer Beteiligung!

    • Ja, das ist interessant, gilt aber nur für entwickelte Länder. Am meisten Kinder gibt es immer noch in völlig traditionellen Gesellschaften (wo faktisch aber auch die Frauen die meiste Arbeit erledigen).

  4. Pingback: Demographie und steigende Produktivität | Alexander Dilger

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