ALFA verliert Namen und Vorsitzende

„Luckes Partei ist jetzt namenlos“. Allianz für Fortschritt und Aufbruch dürfte sie sich zwar weiter nennen, aber nicht mehr ALFA, weil die Aktion Lebensrecht für Alle e. V. (ALfA) den Streit um diese Abkürzung auch in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München gewonnen hat. Jetzt wurde allerdings noch ein Schlag öffentlich: Ulrike Trebesius, die erst im Juni gewählte „Vorsitzende der Lucke-Partei[,] tritt zurück“. Ein neuer Name und eine neue Parteispitze sollen im November bestimmt werden.

Dabei wäre es spätestens jetzt an der Zeit, diese auch bei den Wählern glück- und erfolglose Partei ohne klare Positionierung wieder zu schließen. Sollte Frau Petry über eine ihrer vielen Affären stolpern (ganz aktuell kocht wieder hoch: „Wegen AfD-Mauschelei: Juristen fordern Neuwahlen in Sachsen“), dann könnten eigentlich viele einschließlich Herrn Lucke, die gar nicht aus inhaltlichen, sondern personenbezogenen Gründen die AfD verlassen haben, zu ihr zurückkehren. Andere mögen auf eine echte Läuterung der FDP oder gar CDU hoffen, wenn nicht auf eine ‚CSU-Ausdehnung von unten‘ oder oben. Selbst wenn das alles wahrscheinlich nicht passiert, ist die Zeit jetzt nicht reif für noch eine neue Partei, sondern müsste erst der Niedergang von mindestens einer dieser Parteien wieder Platz schaffen.

158 Gedanken zu „ALFA verliert Namen und Vorsitzende

  1. So grotesk das ist, aber die Landeslisten-Affäre der AfD Sachsen wird dafür sorgen, dass die AfD von einer etwaigen Wiederholung der sächsischen Landtagswahl massiv profitiert. Die AfD kann die Zahl ihrer Sitze im Landtag dadurch voraussichtlich locker verdoppeln.

    Was Herrn Luckes politische Zukunft angeht, sehe ich diese allenfalls in Angela Merkels Schoß, also in der CDU. In der AfD kräht kein Hahn mehr nach Bernd Lucke. Und das ist auch gut so.

    Lucke hat sich durch seinen „Weckruf“ massiv parteischädigend verhalten. Ich bezweifle, dass er überhaupt einen Kreisverband fände, der bereit wäre, ihn wieder als Mitglied aufzunehmen.

    • Herr Lucke wird nicht zurückkehren, jedenfalls nicht in die AfD. Die AfD Sachsen mag von einer Wahlwiederholung profitieren, was wohl ein wesentlicher Grund dafür ist, warum sich die anderen Parteien mit der Aufklärung nicht beeilen. Frau Petry schadet das jedoch erheblich, wenn sie es überhaupt politisch überlebt. Dabei ist das Streichen von Kandidaten für sich genommen nicht das Problem, das steht sogar im Gesetz, sondern es geht um das Warum und Wie.

    • Nicht so überheblich, Herr Meister !
      Ich werde meinem ehemaligen AfD-Kreisverband auch nicht wieder beitreten, denn dort sind strafbare Handlungen vorgekommen und die Mitwisser haben sich von Pretzells Gnaden auch noch in das Landesschiedsgericht wählen lassen. Die Partei AfD ist sicher nützlich- aber viele Parteigänger dort sind eine Zumutung. Dr. Lucke hat beim Aufbau von ALFA das personelle Korrektiv gefällt- deshalb die umständliche Parteigründung, in der die Gunst der Stunde verspielt wurde.

      • @Klaus Wolfgang Berger

        Überheblich? Was ist denn daran überheblich?
        Auf den kleinen Bernd wartet in der AfD wirklich niemand mehr, gleichwohl im Moment viele andere Weckrufer (von Luckes Fußvolk) zur AfD zurückkehren.

      • Leider gibt es in der AfD schlimme Mitglieder und Funktionäre bis hin zu Kriminellen. Doch schon Herr Lucke hat diese gewähren lassen und insbesondere das Pleitepärchen erst stark gemacht. Auch in ALFA gibt es zumindest seltsame Gestalten, so dass ich einen wirklichen Lerneffekt nicht erkennen kann.

  2. Das Konstrukt ALFA war nie eine Partei, denn wenn die Ablehnung der AfD den kleinsten gemeinsamen Nenner ausmacht, kann ein solches Unternehmen nicht erfolgreich sein. Frau Trebesius wirft hier als erste das Handtuch, weitere Funktionäre werden folgen. Mir tut es leid um das Engagement der Basis, so klein sie auch sein mag. Insbesondere denke ich dabei an die Mitglieder die nicht von der AfD kamen, sondern aufgrund von Vorbehalten gegenüber der AfD ( ob berechtigt oder auch nicht), dort eintraten. Spricht man diesen Mitgliedern nicht den guten Willen ab, stellt sich die Frage, wo besagte Menschen nun eine politische “Heimat“ finden sollen? Der Zusammbruch ist unvermeidbar, so das enttäuschte Mitglieder ins “luftleere“ fallen. Es sind zwar mengenmäßig nur wenige, aber auch an die sollte man denken!

    • Mir tun die vielen gutgläubigen bis naiven ALFA-Mitglieder ebenfalls leid, ob sie nun von der AfD Herrn Lucke gefolgt sind oder von außen kamen. Ein guter politischer Anführer sollte seine Leute nicht ins Nirwana führen oder zumindest auf die extremen Risiken hinweisen, statt jetzt noch sozialistische Durchhalteparolen auszugeben, dass man heute große Opfer bringen müsse, um morgen im Paradies anzukommen. Solche Manöver erschweren auch die nächste sinnvolle Parteigründung, weil das Vertrauen insgesamt sinkt.

      • Wie viele Jungfauen warten denn im Paradies auf die Märtyrer von Bernd Luckes Wahlverein? *Ironie aus*

  3. Es geht natuerlich um eine kritische Masse. Diese Masse koennte ALFA nur mit Fusionen und zuendenden Themen erreichen. Offensichtlich erreicht man viele Waehler besser mit wenigen kritischen Themen, wenig Sachverstand und mehr Emotionen.
    Explosive Themen fuer gemaessigte deutsche Buerger waeren sicherlich Bildung, illegale Migration, Sicherheit, Rettungspakette, Enteignung der Sparer! Und dann kommt jemand mit Fragen der Nation, US Besatzungszone, Putin hilf, „Dunklen Kraeften“ und Verschwoerungen und die Waehler folgen brav!
    Tichys Einblick illustriert gut viele kritische Themenbereiche. Keine Partei greifft auf was wichtig ist, eine Erneuerung des Parteisystems!

    • Parallel zur Suche nach „zündenden“ Themen hatte ich technische Instrumente für das regionale Partei-Marketing benannt, die auf eine mitgliederschwache Partei zugeschnitten sind – leider ohne jedes Echo. Die Dominanz der Hochschullehrer im Bundesvorstand und in NRW hat sich nicht bewährt. Über Dr. Lucke wurde mehrfach gesprochen; in NRW – dem wohl mitgliedstärksten Verband – sind dem Prof. van Suntum reihenweise die Vorstandskollegen abhanden gekommen. Diesem Berufsstand scheint ein Hang zur Selbstdarstellung inhärent zu sein, der die Zusammenarbeit mit Kollegen und die Diskussion mit Parteigängern bis zur Lähmung erschwert.

      • Vielleicht bin ich da etwas parteiisch, weil es um meinen eigenen Beruf geht, doch dieser scheint mir nicht das eigentliche Problem zu sein. Herr Professor Lucke war doch trotz aller Fehler ein viel besserer AfD-Sprecher als Frau Petry, für Herrn Professor Meuthen gilt jetzt dasselbe. Das Pleitepärchen war und ist nur in parteiinternen Intrigen überlegen, worauf sie sich auch hauptsächlich konzentrieren, statt die AfD insgesamt nach vorne zu bringen. Auch in ALFA war Herr Professor Lucke doch besser als seine Nachfolgerin, die gleich das Handtuch schmeißt. Dasselbe gilt in NRW für Herrn Professor van Suntum im Vergleich zu seinen Stellvertretern, die hingeschmissen haben. Ob ich ein besserer AfD NRW-Sprecher war als Herr Pretzell jetzt, mögen andere beurteilen.

        Das eigentliche Problem ist, dass es trotzdem nicht gereicht hat. Politik und insbesondere der Aufbau einer neuen und möglichst besseren Partei ist eben sehr schwierig, so dass man allein fast nichts ausrichten kann, sondern immer auf viele gute Mitstreiter angewiesen ist und mit diesen konstruktiv zusammenarbeiten muss. Am Anfang der AfD gab es diese, doch es waren nie genug für die vielen Aufgaben und es gingen mehr und mehr verloren oder wechselten die Seiten.

    • Die Piraten versuchten, das Parteiensystem mit ganz neuen Formen der Demokratie zu erneuern, die sie dann aber nicht einmal intern anwandten. Entsprechend forderte die AfD mehr direkte Demokratie, die aber intern ebenfalls nicht praktiziert wurde. Bei ALFA sehe ich überhaupt keinen neuen Ansatz zur Erneuerung oder zumindest Weiterentwicklung der Demokratie. Dass man für jedes Problem eine programmatische Lösung findet, verspricht die Kanzlerin auch. Ihre Lösungen finden wir schrecklich, aber wer schützt die Wähler davor, dass eine erfolgreichere ALFA alles mittragen würde wie die FDP?

  4. Ganz so wie Herr Dilger es darstellt, ist es nicht, dass Lucke & Co. ohne inhaltliche Differenzen zur AfD die ALFA-Partei gegründet hätten. Folgende wesentliche Unterschiede sehe ich:

    1. Außenpolitik: Westorientierung statt Putinismus bei der AfD
    2. Frauenbild: Vereinbarkeit von Beruf und Familie vs. Frauenrolle an Herd à la 1955
    3. Wirtschaft: Liberale Politik (Ja zu TTIP, Nein zum Mindestlohn) vs. sozialistisch-populistisch (Nein zum Freihandel, Ja zum Mindestlohn und somit Einstieg in eine sozialistische Wirtschaftsplanung; ob sich die AfD noch an das Eurothema erinnert, ist nicht klar)
    4. Demokratie: direkte Demokratie vs. Einschränkung der Bürgerbeteiligung (siehe Hamburg, wo die AfD mit den Altparteien zusammen für die Schwächung des Volksentscheids gestimmt hat)
    5. Und natürlich das Migrationsthema: Differenzierte Sicht mit Lösungen (z.B. laizistische Schule, ReligionsKUNDEunterricht statt Trennung nach Religionen und Förderung von Parallelgesellschaften durch z.B. islamische Bekenntnisschulen) vs. Pauschalverurteilung ohne erkennbaren Lösungsansatz.

    Besonders problematisch finde ich, dass die AfD nicht nur in der Rhetorik, sondern auch scheinbar in der Wirtschaftspolitik den Weg der Front National geht, nämlich von einer liberalen zu einer typisch sozialistisch-populistischen Politik. Alleine schon deshalb braucht es ALFA, um der sozialdemokratischen Einheitsfront etwas entgegen zu setzen.

    • Einige Unterschiede mögen heute deutlicher sein, insbesondere weil viele gemäßigte Mitglieder aus der AfD ausgetreten und radikalere dafür eingetreten sind, doch im Sommer 2015 waren nur die Differenzen hinsichtlich des Islam unverkennbar, wobei es auch in der ALFA Mitglieder und Funktionäre gibt, die von der Religionsfreiheit nichts halten, während Herr Lucke nichts von der Meinungs- und Kunstfreiheit gegenüber Herrn Erdogan hält. Auch die AfD ist bis heute kein monolithischer Block, sondern es gibt zu den meisten Themen sehr unterschiedliche Positionen und gar keine so extreme Beschlusslage. In der Eurokritik ist die AfD dagegen viel klarer positioniert als die ALFA oder gar Herr Lucke. ALFA fehlt es an einer klaren Positionierung und damit Unterscheidung, und zwar sowohl von der AfD als auch CDU.

      • ALFA fehlt es jetzt vor allem an einem Namen. Und wie ich die Kreativitätsgranaten um Bernd Lucke einschätze, lauert da schon das nächste Desaster …

    • Voellog richtig!
      Mindestens die Differenzen # 1,3 und 4 waren von Anfang an eindeutig. ALFA hat auch nie voelkische, nationalchauvinistische Extrempositionen vertreten wie AfD. Rechtsruck fand bei AfD weit vor 2015 statt! Sie brauchen sich nur die Texte aus dem AfD Migliederforum und Foren der entsprechenden Fluegel und Initiativen anzuschauen.
      Und wenn Prof. Dilger einen „Satiriker“ Boehmmermann fuer einen Kuenstler haelt….? Frau Trebesius handelte aus bester Ueberzeugung und fair. Hat Prof. Dilger in NRW nicht aehnlich gehandelt, statt mutig fuer seine Meinungen und gegen das “ Paerchen“ in der Partei zu kaempfen?

      Fest steht, deutsche Parteisystem braucht mehrere echte Oppositionsparteien wenn man sich eine Demokratie nennen moechte! Diese Rolle wird AfD nie erfuellen koennen.

      • Der Rechtsruck der AfD begann bereits 2013, und zwar unter und z. T. sogar durch Herrn Lucke.
        Ich halte Herrn Böhmermann für keinen guten Künstler und würde ihn nicht aus Zwangsabgaben finanzieren, doch er sollte nicht strafrechtlich verfolgt werden (was die Justiz trotz Frau Merkel auch nicht tut) oder gar selbst beleidigt werden, wie Herr Lucke das gefordert und getan hat.
        Ich habe in der AfD mutig für meine Meinung und mehr noch für die Einhaltung des Rechts und demokratischer Prinzipien gekämpft, was leider z. T. auch gegen Herrn Lucke nötig war, der lieber mit Frau Petry zusammen- und zumindest nicht gegen Herrn Pretzell gearbeitet hat, was schließlich zu seiner Abwahl führte.
        Im Gegensatz zur ALFA ist die AfD eine echte Oppositionspartei, wenn auch leider nicht völlig entschieden, ob sie „nur“ gegen die Regierung opponieren will, was ich begrüße, oder gleich gegen das ganze „System“, während ich für die Bundesrepublik Deutschland und das Grundgesetz bin.

      • @Ivan de Grisogono

        Ach, Old Grisogono … wer hat denn die NPD-Anhänger in die AfD eingeladen?
        Erinnern Sie sich nicht mehr?

        Magnesiumkapseln sollen gegen Gedächtnisschwund helfen …

    • 1.Die AfD steht zum Westbündnis – macht aber die Verteufelung Russlands nicht mit
      2. Die AfD will den Familien die Entscheidung überlassen, wie sie ihre Kinder erziehen, Entscheidungsfreiheit düngt mir eine moderne Komponente
      3. JA – zu TTIP ist (für mich) keine liberale Position, sondern eine dumme. Wie will man etwas vertreten, das man nicht kennt. Außer beim Mindestlohn, dem ich auch kritisch gegenüber stehe, sehe ich wenig Veränderung
      4. Ausgerechnet Hamburg ist ein ganz schlechter Vergleich, denn hier führt Prof. Kruse – und der ist eher Alfa als AfD
      5. Richtig – wir vermischen nicht Migration mit Flüchtlingen. Und bei Einwanderung favorisieren wir immer noch das kanadische Punktesystem.

      Einen Schwenk in eine eher national-sozialistische Richtung (eben FN) wird es mit den allermeisten Mitgliedern nicht geben – Herr Pretzell hatte seine diesbezügliche Wahl zur Entscheidung auf dem Parteitag in Stuttgart vorgelegt – und niemand war bereit dies auch nur ernst zu nehmen.

      • Danke Erwin!

        Ich schätze die Situation auch so ein wie Du und bin ja nicht gerade einer, der keinen Eiblick in das Innenleben der AfD hat …

      • Es kommt nicht stets darauf an, was man sagt, sondern es genügt häufig schon, was man durch Handeln ausdrückt.

        Wenn BuVo-Mitglieder mit dem russischen Botschafter kuscheln, Elsässer in den Parteiführungskreisen ein und aus geht, EU-Abgeordnete in der Fraktion der von Russland bezahlten Front National gehören, Weltverschwörungskongresse mit einem positivistischen Russlandbild und einem US-Hassbild als Wahrheitskongresse abgehalten werden, dann wird der Eindruck von ideologischer und finanzieller Nähe zu Russland suggeriert, die anderlautende Worte dann doch eher als Makulatur erscheinen lassen.

        Fahnenmärsche, Pegida-Märsche, NPD-Nähe, Hogesa-Sympathien, martialische Ausdrucksweisen, Islamhass pp. nähren doch den Verdacht, dass die emotionalen Vorbehalte gegen Fremden höher wiegen als die rationale Interessenabwägung, wie sie dem liberalen Weltbild zugrunde liegt.

      • @Reinhard E. R. Wilhelm

        Was Sie beschreiben, trifft weder auf alle Bundesvorstände der AfD noch auf die meisten Gliederungen der AfD zu. Und Idioten gibt es heutzutage leider überall. Auch in anderen Parteien.

      • Naja, immerhin ist der Landesverband wohl der mitgliederstärkste Verband. Immerhin gibt es die größten Wahlerfolge im Osten. Dort wird nicht mit liberalen Werten geworben, sondern der Die Linke Konkurrenz gemacht.

      • Nicht nur die AfD tickt in den neuen Bundesländers anders als im Westen. Das trifft auf große Teile der Bevölkerung zu. Aber der Osten ist mit seinen knapp 15% der AfD-Mitglieder bzw. der Gesamtbevölkerung ja zum Glück weder repräsentativ, noch ausschlaggebend. Der Schwanz wedelt nun mal nicht mit dem Hund. Auch dann nicht, wenn der Hund nicht knurrt.

      • Der Landesverband NRW tickt doch auch wie die Ostverbaende. Immerhin turnt der dortige gipsy-king in der Fraktion mit Front National herum. Es kommt nur als Bonbon eben noch die prezellische Asozialen-komponente hinzu.

      • Was ich bei Leuten wie Ihnen wirklich nicht verstehe, Herr Wilhelm:
        Warum sind Sie nicht einfach geblieben und haben versucht gegen zu steuern?

  5. Dass die AfD in Sachsen von einer Wahlwiederholung profitieren würde, Herr Meister, ist ein Trugschluss. Die anderen Parteien werden, im Falle einer Neuwahl, geschätzt über 10 Millionen Euro Wahlkampfkostenersatz von der AfD fordern.

    • Das mit Ihren 10 Mio. € ist reine Mutmaßung, lieber Herr Krebs. Deutlich mehr Stimmen als bei der letzten Landtagswahl bekommt die AfD Sachsen hingegen mit Sicherheit.

  6. Bei der neuen Namensgebung für die Partei ALFA haben die Mitglieder jetzt das Wort. Das Gerichtsurteil ist übrigens noch nicht veröffentlicht. ALFA wird die Möglichkeit bekommen, den Namen ALFA zu belassen mit dem Wort „Partei“. Also „ALFA Partei“. Ob das im Sinne der Mitglieder ist, wird bei einem kleinen Delegiertenparteitag im November in Frankfurt entschieden werden.

      • Sie vergessen so viel. Nach der Trennung gab es kaum Organisation um Mitglieder sofort einzubeziehen. Spaeter wurden Mitglieder schon einbezogen.
        Sicherlich war, wie Herrn Wilhelm richtig sagt, die Namensgebung dilletantisch. Auch in punkto Innovationen kam nichts! ALFA transportierte keine Botschaften wie „Alternative“. Heute sind vielleicht die Begriffe wie „Opposition“ , „Widerstand“, „Zurueck zur Demokratie“ angebrachter?

      • Ich habe gar nichts vergessen, aber Sie haben wohl verdrängt, dass es den Weckruf als Vorläuferorganisation gab. Dieser war aber nicht demokratisch und basisnah organisiert, wie auch die Gründung von ALFA überhastet war und extra nicht jeder Gründungswillige einbezogen wurde.
        „Widerstand“ ist kein guter Begriff für eine gemäßigte bürgerliche Partei, sondern noch viel radikaler als Alterantive für Deutschland.

      • Prof. Dilger 21:05

        Es gab Weckruf kurz vor BPT Essen, korrekt.
        Sie koennen aber Chronologie und lange Zeitraeume, mit spalterischen Aktivitaeten von Platformen, Fluegeln, Initiativen etc., nicht ausblenden. Ein grosser Teil dieser Aktivitaeten war Diffamierung von Lucke, Henkel und Gemaessigte sowie ein Hexenjagd auf Putins Kritiker und „Transatlantiker“.
        Hr. Elsen irrt! AfD Putinisten sind ein Risikofaktor fuer Deutschlands Westbindung, genau wie Wagenknecht!

      • Wenn die AfD mit Die Linke regieren würde, hätten Sie recht. Aber tatsächlich regiert und ist der größte Risikofaktor Frau Merkel.

      • @Old Grisogono

        Ich lese bei Ihnen immer etwas von „Putinisten“ in der AfD. Wer sollen diese Menschen sein? Ich habe noch keinen einzigen Putinisten in der AfD getroffen. Aber es gibt natürlich schon Leute, die nicht alles gut finden, was die USA so machen. Deshalb ist man aber noch lange kein „Putinist“.

      • Der Weckruf und die ALFA wurden aus der schlechten Laune heraus gegründet. Eine vernünftige, besonnene und arbeitsintensive Parteigründung war gar nicht gewollt. Es hätte eine Analyse gegeben, warum die AfD als bürgerliche Partei scheiterte und Herr Lucke wäre dabei nicht gut weggekommen. Die überhastete Parteigründung sicherte dem Lucke-Netzwerk die Pfründe, war aber letztlich Selbstbetrug. Die personellen Fehler und die persönlichen Defizite dieses Netzwerks sind nunmehr die Sargnägel der ALFA.

        Das ärgerliche ist, dass die schlampig, fundamentlos und aus der Laune heraus gegründete ALFA einer substantiellen und handwerklich ordentlichen Parteigründung im Weg stand und steht. Der Wähler hat nunmehr die Wahl zwischen Protest und etablierten Parteien, aber kein überzeugendes solides Angebot zu den etablierten Parteien. Er hat letztlich die Wahl zwischen verschiedenen Pestsorten.

        Die ALFA ist letztlich auch nur ein Sargnagel für unsere Demokratie. Und die Wurzelsünde, die den Sargnägeln zugrunde liegt, ist letztlich überall die gleiche: Gefallsucht, Macht- und Habgier.

      • Jetzt noch genauer die Fehler bei der AfD-Gründung oder gar von Herrn Lucke und ALFA aufzuarbeiten, finde ich nicht mehr so richtig spannend. Viel interessanter ist es, sich darüber Gedanken zu machen, wie eine bessere Parteistruktur aussehen könnte. Wie lassen sich denn „Gefallsucht, Macht- und Habgier“ aus einer Partei fernhalten? Wie viel Wille zur Macht ist nötig, wann wird er zu groß und wie lässt sich das verhindern? Soll das überhaupt verhindert werden oder besser zum Wohle der Partei und letztlich des Staates kanalisiert werden?

      • @Alexander Dilger
        „Wie lassen sich denn „Gefallsucht, Macht- und Habgier“ aus einer Partei fernhalten?“

        Eine richtig wirksamse Maßnahme wäre die Beschränkung der Ämter und Mandate auf zwei Legislaturperioden.

      • Sie sprechen ein riesiges Problem an, das ja nicht nur Parteigruendungen, -fortsetzungen betrifft, sondern auch Unternehmungen, Vereine, ( z.B. staatliche Gebiets.-) Körperschaften jeglicher Art.

        Auffallend ist, dass der Niedergang einer jur. Person von Fuehrungskraeften aus stark autoritären oder kollektivistischen Netzwerken ausgeht.

        Entweder baut sich die ggf. schlechte Führungskraft eine für den Verein ggf. qualitativ schlechte, aber gut vernetzte, autoritaere Fuehrungspyramide auf ( Kohl, Honnecker, Merkel ), um seine Macht zu sichern, insb. um die eigene Unfähigkeit zu kaschieren, oder erhielt die Führungsposition aufgrund eines Netzwerkes und muss dieses beglücken ( z.B. Pretzell und sein Bodensatznetzwerk ).

        Im Grunde genommen ist die Lösung im strukturellen Bereich zu suchen:

        1. Eine strukturell starke Basis schränkt die Macht der Führungskräfte ein.

        Eine Basis ist viel schwieriger zu korrumpieren als ein Zirkel. Ein hohes Maß an Transparenz und Mitbestimmung stärken die Basis.

        2. Führungspositionen und Mandatskandidaturen sollten mit einem Anforderungsprofil ( für erstere verbindlich, für zweitere als Empfehlung ) versehen werden.

        Personen wie Roth gehören nicht ins Parlament, Personen wie Gabriel, Nahles nicht in die Ministerien.

        Inländische Flüchtlinge, die vor dem Rechtsstaat auf der Flucht sind, sollte die Möglichkeit verwehrt werden, die Partei als Flucht- und Piratenmittel anzuvisieren. Sie mögen gefälligst ihre Schulden bezahlen, ggf. über einen Gesamtschuldnerausgleich.

        3. Es müssen unabhängige Kontroll- und Rechtinstanzen bestehen.

        Pretzell hätte z.B. abberufen und sogar aus der Partei geworfen werden müssen, weil er nicht in NRW gemeldet war und den Parteitag zumindest Incident belog . Mangelnde Rechtstreue, mangelnde Weitsicht und Feigheit des damaligen Bundessprechers haben dem entgegen gestanden.

        4. Dem schädlichen Kollektivismus muss immer ein starker Individualismus als Korrektiv gegenüber stehen können.

        5. Trotz der mächtigen Instrumente der Basis muss die Führung strukturell stark sein. Es muss vermieden werden, dass sich Machtinstitute gegenseitig aufreiben.

        Es ist z.B. besser, Landesverbandsvertreter in den Bundesvorstand stimmberechtigt zu kooptieren als jenseits der Basis weitere Veto-Institute zu schaffen.

    • Lieber Herr Krebs,
      leider zeigt der „Lösungsweg“ zum Namensdebakel, dass man das eigentliche Problem (immer noch) nicht erkannt hat.
      I. Ein Parteiname ist eine Marke. Eine Marke dient der Imagebildung und sollte eine starke Stütze im Vertrieb/Marketing im Wettbewerb um Stimmen und im corporate-identity sein.
      Leider ist man nach 1,5 Jahren ALFA immer noch zu blöd, den Stellenwert einer Marke zu begreifen:
      Vor 1,5 Jahren ging Lucke davon aus, dass die Namensgebung seiner persönlichen Befindlichkeit geschuldet sei, heute soll sie einer kollektiven Befindlichkeit geschuldet sein, frei nach dem Motto: Wenn der Führer zu doof ist, dann soll es halt die Masse (hin-)richten. Insofern hat Lucke immerhin von Cameron (fehl-)gelernt. Wenn es hinterher mehr (was in diesem Fall im Gegensatz zum Brexit eher wahrscheinlich ist) oder weniger erwartungsgemäß schief geht, dann war die Masse ja doch nicht klüger als der Führer.
      II. Letztlich kommt es aber auf diese Dummheit auch nicht mehr an.
      Eine Partei, die nach 1,5 Jahren immer noch nicht weiß, wofür sie inhaltlich steht, hat im Grunde genommen auch keine Botschaft, die sie mit Hilfe der Marke transportieren könnte.
      Ich hatte im Vorfeld der Parteigründung deutlich darauf hingewiesen, dass erst die ideologische Ausrichtung und die Kernaussagen stehen müssen. Dann kommt die Markenbildung durch absolute Fachleute. Damit das Corporate Identity funktioniert, habe ich angeraten, sämtliche Entwicklungsschritte im höchsten Maße transparent und demokratisch ablaufen zu lassen und sich entsprechend zu benennen.
      Die wichtigen Schritte: Ideologie/Grundausrichtung/Kernaussagen, Markenbildung unter strengen marktstrategischen Aspekten und vorbildlich Demokratie und Transparenz mussten unsinnigen Schritten weichen:
      Lucke-Kult/seine Profilneurose/ausbleibende inhaltlich Ausrichtung (mit peinlichen Anti-AfD-Statements, peinlichen Pro-Erdogan-Statements, die den endgültigen Niedergang für die Lucke-Partei bedeutet haben dürften), unterlassene Markenbildung (völlig inhaltsleere Markennamenbildung, die sich selbst eine drittklassige Werbeagentur nicht geleistet hätte) und völlige Innovationslosigkeit im Bereich Demokratie und Transparenz.

      Wäre Lucke wenigstens eine solche Leuchte, wie er sich selbst hält, dann wäre das ganze vielleicht aufgegangen, aber er ist nun einmal bei weitem keine Leuchte und kein Heilsbringer.
      III. Das wunderbar Paradoxe an der gegenwärtigen Situation ist, dass von den schlechten Perspektiven auf der Grundlage des maroden Gründungsfundaments die Besinnung auf den Urheber die am wenigsten schlechte Lösung in der gegenwärtigen Situation darstellt. Die Besinnung auf das Übel stellt das kleinste Übel dar. *lol*
      Die ALFA steht in der öffentlichen Wahrnehmung jenseits von Lucke personell und inhaltlich komplett mit leeren Händen dar. Mit den Demokratiedefiziten in der Gründungsphase und der Erdogan-Liebhaberei hat die ALFA die liberale Fraktion komplett vergrault. Luckes Auftritte sprechen Konservative ohnehin nicht an, aber das Erdogan-Statement hat sie nunmehr auch vergrault. Die Fürsprache für TTIP dürfte bei Konservativen ebenfalls wenig auf Gegenlieb stoßen. Populismus-Versuche haben eher der AfD als der ALFA genutzt, denn erstere kann es schlichtweg besser als der Altherrenstammtisch um Lucke herum.
      Mangels Alternativen bleibt der ALFA nur das Coming-Out als Lucke-Partei. Führerkult lässt sich einfach erklären und zelebrieren. [Hier einen Satz und das nicht zwingend notwendige Ende sowie die separate Antwort an mich gestrichen und zuvor insbesondere Leerzeichen bei den Klammern gestrichen, um die Höchstzahl von 500 Wörtern nicht zu überschreiten, AD.] Den Spagat, warum man für TTIP, Erdogan, Rechtsstaat und Vernunft (was auch immer das sein soll) sei, kriegt man dem Wähler in den nächsten 6 Monaten so wenig erklärt wie in den nächsten 50 Jahren.

      • In den wesentlichen Punkten stimme ich vollständig zu: Zuerst müsste man politische Grundüberzeugungen haben, aus denen man dann eine Marke ableitet. Der Name ergäbe sich am Ende fast von selbst.
        Die Gründungs- und einzig verbindende Idee von ALFA ist die Gefolgschaft zu Bernd Lucke, so dass Lucke-Partei tatsächlich der angemessene und in der Presse auch schon eingeführte Name ist. Allerdings legt dieser Name auch die großen Schwächen der Partei offen, insbesondere wenn Herr Lucke demnächst ganz abspringen sollte. Entsprechend schlage ich vor, die CDU in Merkel-Partei umzubenennen und nach ihrem Abgang abzuwickeln.

      • Herr Wilhelm, der Name ALFA war ausgewählt fertig. Es hilft ja nicht jetzt festzustellen, dass man sich hätte mehr Zeit und eine bessere Kürzelqualität nehmen müssen. Der Name ALFA wird also jetzt rechtlich ausgeschlossen werden. Der Name ALFA war bislang auch kaum bekannt, aber jetzt, wo die Regionsverbände alle gegründet sind und sich mit dem Volk allmählich verbinden, müssen wir einen neuen Namen finden. Dass so ein neuer Name wirklich Sinn macht für die kommenden Wahlen ist eher unwahrscheinlich. Das wird beim Wähler nicht mehr ankommen. Alle Mitglieder wurden aufgerufen, einen neuen Parteinamen einzureichen, die Frist ist gestern abegelaufen, ein Parteitag im November wird nun entscheiden. Das Gericht hat uns die Option gegeben den Parteinamen „ALFA-Partei“ nutzen zu dürfen. Ich persönlich hoffe, dass es so kommt, viele andere wollen jetzt einen anderen starken Namen. Die Probleme, die sie angesprochen haben mit Machtansprüchen usw haben sich durch die Abspaltung von der AfD nicht wesentlich verändert. Für Neuparteien ist das im Zuge der heutigen Kommunikationsmöglichkeiten auch recht schwierig.Gehen sie auf die Straße, stellen sie fest, dass die Leute die „Lucke Partei“ kennen, den Namen ALFA allerdings weniger. All diese Dinge müssen wir bis zur BTW nutzen, eine Umkehr der Ideologie wäre zeitlich schlechter als keine Umkehr. Frau Trebesius hat nun das Handtuch aus privaten Gründen werfen müssen, sie war aber schon ein guter Schritt in der Umsetzung unseres Parteiprogramms und der erste Filter zu Lucke. Wir stehen jetzt so langsam alle auf dem Sprungbrett, müssen aber noch etwas warten bis das Wasser sich erwärmt hat. Und, Herr Wilhelm, wie sie es ja am Schluss ihres Berichtes sagten, kriegen wir das in den nächsten 6 Monaten nicht hin und den Zeitraum, den sie anpeilten, werden sie selbst nicht mehr erleben, deshalb war das Unsinn. Leider sind sie und Herr Dilger nicht mitgekommen, das macht es natürlich noch schwieriger.

      • Das liest sich wie der letzte Schwanengesang, lieber Herr Krebs!

  7. Es ist gekommen, wie es kommen musste. Kurz vor der Abspaltung nach Essen hatte Herr Prof. van Suntum noch in einer Videobotschaft erklärt, es wäre für den Lucke-Kreis sinnvoller in der AfD zu verbleiben, als eine neue Partei zu gründen. Warum er sich danach in dieser Frage um 180 Grad gedreht hat, wird sein Geheimnis bleiben. Der Misserfolg ist Ex-Alfa durch die Mandatsmitnahme jedoch schon in die Wiege gelegt worden.

    • Mandatsmitnahme war politisch korrekt und nicht kontraproduktiv fuer ALFA .
      BPT in Essen waere in November 2015 von Migrationsskandal dominiert und anderes ausgegangen . In Juli war die Trennung „Alternativlos“.

      • Herr de Grisogono,

        warum reflektieren Sie nicht einfach einmal meinen Kommentar? Wer sich als Abgeordneter einer Partei wichtig macht, die bei Wahlen gar keine Mandate errungen hat, betreibt automatisch Anti-Werbung. Wer würde so einen Berufspolitiker („mein Mandat ist beliebig“) schon wählen? Aber man kann natürlich träumen, dann ist die Realität nicht so bitter …

      • Herr Schlegel,

        aber natuerlich , es gibt potenzielle ALFA Waehler die wie Sie denken.
        Die 5 MdEPs sind ganz normal gewaehlt worden bei EU Wahlen vor AfD-Kurswechsel. Diese Mandate sind einfach weiter gueltig! Es zeigt sich nur dass die kompetentesten Mitglieder AfD verlassen haben und wie wir sehen ordentlich arbeiten. Machen die zwei AfD MdEPs auch gute Arbeit?

        Sie haetten also diese Mandate zurueck haben wollen um sie an nicht gewaehlte , weitere „Beduerftige „, AfD Funktionaere zu verteilen? Ich bin sicher es gibt bei AfD eine lange Warteschlange!

      • Herr de Grisogono,

        man kann natürlich alles irgendwie erklären und für sich selbst plausibel erscheinen lassen. Das ändert aber nichts an dem Faktum, dass niemand eine „Alfa“-Partei gewählt hat und auch nicht gewählt hätte. Das Argument, die Leute hätten die Personen wählen wollen und diese hätten als Zugpferde angeblich die Stimmen gebracht, ist empirisch widerlegt. Erstens handelte es sich um eine Listenwahl und zweitens konnten dieselben Personen für „Alfa“ tatsächlich gerade nichts erreichen. Spätestens nach den ersten grandios verlorenen Wahlen wäre die Mandatsrückgabe eine Frage des Anstandes gewesen. Berufspolitiker als Selbstzweck gibt es in Deutschland schon genug.

      • Das zweite Argument finde ich recht überzeugend. Herr Lucke war wesentlich für den Wahlerfolg der AfD bei der Europawahl. Wenn er an diese Wahlerfolge mit ALFA hätte anknüpfen können, wäre das eine Rechtfertigung für das Behalten der Mandate gewesen. So bleibt es politisch und moralisch zweifelhaft, auch wenn es juristisch natürlich völlig in Ordnung ist.

  8. wartet nicht auf bessere zeiten
    keine der parteien in deutschland hat einen plan, ein konzept oder ein programm für die lösung der globalen probleme. noch in diesem jahrhundert wird sich entscheiden ob, oder wie, die menschheit auf unserem planeten überleben wird. ich kenne auch keinen einzigen unserer über 10.000 wirtschaftswissenschaftler, der sich mit einer sozialverträglichen transformation unseres selbszerstörenden und unsozialen wirtschaftssystems befasst und eine dringend notwendige lösung erarbeitet. mehr hierzu: https://campogeno.wordpress.com/2016/10/13/wartet-nicht-auf-bessere-zeiten/

    • Viele Wirtschaftswissenschaftler, darunter die meisten Volkswirte, befassen sich mit Verbesserungen unseres Wirtschaftssystems. An der ganz großen Transformation bzw. Revolution sind allerdings nur wenige interessiert, z. B. ein paar verbliebene Marxisten. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler wissen, dass unser Wirtschaftssystem nicht perfekt ist, aber doch das beste in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Nie ging es dem größten Teil der Menschheit so gut wie heute. Am schlechtesten geht es den Menschen, aber auch der Umwelt dort, wo es am wenigsten Recht, Markt und Demokratie gibt.

    • Das Wirtschafts-„System“ zerstört die Menschheit nicht. Sie wird überleben, wenn die Verantwortlichen der Nuklearmächte nicht gerade durchdrehen oder eine kosmische Katastrophe eintritt. Die Frage ist allerdings, ob die Bevölkerungszahl weiterhin kontinuierlich ansteigen wird, oder ob sich irgendwann ein Maximum einstellt mit einem anschließenden Knick nach unten. Hungersnöte wie früher durch fehlende Transportmittel gibt es nicht mehr, Informationen fließen reibungslos und die Medizin hat große Fortschritte gemacht.

      • Bei Fortschreibung der gegenwärtigen Trends erreicht die Menschheit noch dieses Jahrhundert ihr Maximum und wird dann ganz ohne größere Katastrophe wieder etwas kleiner. Das ist doch gar nicht so schlecht, wie auch Deutschland eigentlich überbevölkert ist und keine Masseneinwanderung braucht, die die Sozialsysteme auch nicht rettet, sondern viele Probleme noch vergrößert.

      • Mit eintretendem Wohlstand, insbesondere aber mit der Verbesserung der medizinischen Versorgung und dem damit einhergehenden signifikanten Anstieg der Lebenserwartung, gehen die Geburtenraten von selbst zurück. Das war in den Industrieländern so und Sie können es auch in den heutigen Schwellenländern sehr gut beobachten. Es besteht daher kein Grund zur Sorge, dass sich die Überbevölkerung einzelner Regionen auf die ganze Erde ausbreiten könnte. Experten gehen viel mehr davon aus, dass das Maximum bei etwa 9 Mrd., maximal 10 Mrd. Menschen erreicht sein wird und danach relativ schnell zurück gehen wird. Langfristig dürfte sich die Erdbevölkerung bei fünf bis sechs Milliarden Menschen einpendeln. Den Anschluss der heute noch armen Regionen, insbesondere in Afrika, an menschenwürdige Lebensbedingungen vorausgesetzt.

    • hurra – die arbeit wird verschwinden!
      habt ihr gestern im tv „Schichtwechsel – Die Roboter übernehmen“ gesehen? oder „Wie uns künstliche Intelligenz entmündigt“ vor einiger zeit? selbstlernende maschinen sind heute schon schlauer als die mehrheit der menschen. roboter werden die hälfte aller jobs übernehmen. rund 18 millionen arbeitsstellen gehen bald verloren und nur noch ein drittel der heutigen beschäftigten wird seine arbeit behalten können. weiterlesen: https://campogeno.wordpress.com/2016/10/18/hurra-die-arbeit-wird-verschwinden/

  9. @Prof. Dilger
    „Vielleicht bin ich da etwas parteiisch, weil es um meinen eigenen Beruf geht, doch dieser scheint mir nicht das eigentliche Problem zu sein“ . . .
    Zu einer Solidaritätsbekundung besteht ja nun wirklich kein Anlass.
    Die Führungseigenschaften von Prof. Lucke sind bekannt, insbesondere die Unzugänglichkeit gegenüber abweichenden Vorstellungen. Sie sollten hier auch Ursache und Wirkung beachten. Gegen die Wahl von Frau Trebesius gab es an der „Basis“ erheblichen Widerstand, der durch den Einsatz von Lucke überwunden wurde.
    Schließlich wollte Frau Trebesius das Amt ja auch eigentlich nicht übernehmen.
    Die Abgänge aus dem LaVo NRW haben nach meiner Beobachtung (ich kenne einige Abgänger persönlich) ihre Ursache in einem ähnlichen Verhalten des Sprechers. Meine Kollegen aus einem Kreisverband i.Gr. haben sich mehrfach über das herabwürdigende Verhalten seitens der Professoren in Arbeitskreisen beschwert (was auch in den Beiträgen im Weckruf-Forum bis zum Gesprächsabbruch führte). Es stimmt schon, dass der Parteiaufbau nicht nur an einer Person hängen kann; weshalb das bei der AfD besser gelaufen ist, könnten Sie uns als Beteiligter mal beschreiben.

    • Wir sollen nicht vergessen, unter den neuen Mitgliedern scheint mir als ob mehrere Menschen ALFA mit AfD verwaechseln und ordentlich spinnen! Ich habe laenger den Widerstand, oder sogar Diffamierungen, gegen Frau Trebesius beobachtet. In gewisser Weise wiederholt sich die Geschichte! Viele Kritiker stammen aus dem Sueden und fallen durch sachliche und vernuenftige Kritik nicht auf. Man braucht sich nur anzuschauen wie eine rel. kleine Gruppe mit unsachlicher Kritik Stimmung macht.

      • Das ist doch genau mein Hauptkritikpunkt: Die Geschichte wiederholt sich (vom fehlenden Wahlerfolg abgesehen), weil aus alten Fehlern nichts gelernt wurde.

      • Die Geschichte wiederholt sich insofern als ein Teil der Mitglieder glaubt, AfD muss man kopieren um erfolgreich zu sein. Und weil sich die Parteifuehrung an einem abgesprochenem Programm ( kein Ueberlappungen mit AfD in wesentlichen Punkten) und Stil haelt, wird versucht durch laute Diffamierungen einen Wechsel herbeizufuehren.

      • @Ivan de Grisogono

        Wie groß ist denn eine „kleine Gruppe“ innerhalb des Bernd-Lucke-Wahlvereins? Eine Person?

    • Herr Berger, die Abgänge der drei ALFA NRW Stellvertreter Pott, Rommel und Jungbluth sind wohl kaum auf irgendein Fehlverhalten des Prof. van Suntum zurückzuführen, sondern primär auf inhaltliche Differenzen. Sie forderten eine „scharfe Kante“. Nur hatte der letzte Parteitag ihnen eine Absage erteilt und alle ihre Kandidaten zur Vorstandsnachwahl durchfallen lassen, so dass sie schließlich ziemlich isoliert waren.

      Übrigens gehört es zum Standartrepetoir, dem jeweiligen Vorsitzenden mangelnde Führungsqualitäten vorzuhalten, insb. dann, wenn nichts Besseres einfällt. Das musste sich Prof. Dilger anhören, Prof. Lucke (s.o) und nun halt Prof. van Suntum. Übrigens sagt man das ja auch Petry nach…

      • Lieber H.S., wenn ideologische Grundsatzfragen nicht vor, spätestens mit der Gründung geklärt werden, dann kommt es zu derartigen Unruhen und Unfrieden.

        Eine vernünftige Gründung hätte der ALFA diesen Unfrieden erspart, außerdem jede Menge inhaltliche Substanz, z.B. auch für Wahlkaempfe, geliefert. Oberflächliche Besserwisserei, Anti-AfD-, -merkel, -EU-bashing überzeugen nicht, wenn nicht klar ist, wofür eine Partei substantiell steht.

      • Eigentlich ist doch klar, wofür ALFA zumindest am Anfang stand, nämlich für Bernd Lucke. Er hat doch betont, dass es ihm um gesunden Menschenverstand (= seinen Verstand) statt Ideologie geht, was sich bei einem rein negativen Ideologieverständnis sogar gut anhört. Er wollte außerdem nicht nur die liberalen und konservativen Strömungen zusammenführen, sondern auch noch die sozialdemokratischen (und grünen?). Wenn man systematisch von den Ideen her denkt, zeigt sich jedoch, wie hoffnungslos das ist. Reine Willkür ist dann kein Zufall, sondern die notwendige Folge.

      • Eigentlich ist doch klar, wofür ALFA zumindest am Anfang stand, nämlich für Bernd Lucke. Er hat doch betont, dass es ihm um gesunden Menschenverstand (= seinen Verstand) statt Ideologie geht, was sich bei einem rein negativen Ideologieverständnis sogar gut anhört. Er wollte außerdem nicht nur die liberalen und konservativen Strömungen zusammenführen, sondern auch noch die sozialdemokratischen (und grünen?). Wenn man systematisch von den Ideen her denkt, zeigt sich jedoch, wie hoffnungslos das ist. Reine Willkür ist dann kein Zufall, sondern die notwendige Folge.

    • Bei der AfD lief es meiner Ansicht nach anfangs besser, weil sie nicht als reine Lucke-Partei gestartet ist, sondern viel mehr eigenständige Persönlichkeiten hatte. Deshalb gab es auch nicht einen Vorsitzenden, sondern drei formal gleichberechtigte Sprecher. Herr Lucke war ein echter Primus inter Pares. Ohne ihn wäre die AfD nicht erfolgreich gewesen, ohne seine Mitstreiter aber auch nicht. Hätte er es dabei belassen, wäre er vermutlich immer noch Sprecher einer gemäßigteren AfD. Er wollte aber die ganze Macht für sich allein, wodurch er selbst seine anfangs größten Unterstützer wie Herrn Adam gegen sich aufbrachte. ALFA ist gleich als zentralistische Lucke-Partei gegründet worden, doch trotzdem gibt es viel Streit.

      • „Gleichberechtigte Sprecher“ ist an sich eine Einladung zum Chaos!
        Ein Fehler war es, zu lange mit dem Programm zu warten sowie Prof. Luckes schlechte Menschenkenntnisse und Fuehrungsqualitaeten. Das merkte man in Berlin wie auch in Kreisverbaenden!
        Es ist falsch diese Spaltung als Prof. Luckes Fehler darzustellen. Diese Partei wurde einfach benutzt von bestimmten radikalen, unserioesen pol.Kraeften um unter einem Mantel i.e. „professoren Partei“ Fuss zu fassen.

      • Ich bin auch kein Freund von unklarer Kompetenzverteilung und war deshalb für nur einen Sprecher in NRW. Aber in der Bundes-AfD hat Herr Lucke selbst das Prinzip von drei Sprechern eingeführt, um es dann nicht zu leben, sondern einen sehr persönlichen Machtkampf zu führen, statt sich und andere an Prinzipien zu orientieren.

  10. Herr Lucke ist, was seine Fachkompetenz angeht, bestimmt ein guter Mann. Inhaltlich ist an ihm nichts auszusetzen. ABER von Taktik, Strategie und vor allem Menschenführung hat er KEINE Ahnung. Das alleine wäre nicht besonders schlimm, ABER schlimm ist, dass er beratungsresistent ist…..!!!

  11. ALFA ist eigentlich ein sehr klarer Name. „Fortschritt und Aufbruch“ steht wörterbuchlich für Liberalismus. Die konservativen Pendants sind „Ordnung und Stabilität“. Nach dem wirtschaftspopulistischen Schwenk der AfD nach links, ist ALFA die letzte Partei in Deutschland, die noch offen für liberale Prinzipien wie Freihandel und Markt statt Staat steht (auch die FDP hat bekanntlich dem Mindestlohn zugestimmt). Prof. Lucke wurde deshalb ja sogar von der Uni Düsseldorf wieder ausgeladen. Was ist daran unklar? Nur weil die (linke) Presse nicht darüber berichtet, heißt das ja nicht, das die Position unklar ist.

    • Aufbruch und Fortschritt sind nicht liberaler als Ordnung und Stabilität. Liberal ist die individuelle Freiheit, selbst darüber zu entscheiden und sich das nicht vom Staat oder einer Partei vorschreiben zu lassen.

      Meines Wissens nach hat sich die FDP nie für den flächendeckenden Mindestlohn ausgesprochen und ihm mangels Vertretung im Bundestag auch nicht zugestimmt.

      Die Universität Düsseldorf ist vor linksradikalen Gewaltdrohungen eingeknickt, was einer Universität unwürdig ist, aber nicht daran lag, dass Herr Lucke zu liberal wäre.

    • “ „Fortschritt und Aufbruch“ steht wörterbuchlich für Liberalismus.“

      „Fortschritt“ ist eher ein linker Begriff und wurde von Kommunisten gern verwendet: zB „die fortschrittlichen Kräfte“

      • Auch ‚Aufbruch‘ klingt ein wenig wie „Vorwärts“. Aber die Experten von ‚ALFA‘ haben ja auch schon bei „Weckruf“ und bei „ALFA“ kreativ in die Mottenkiste bereits bekannter Markennamen gegriffen …

      • Ja „Aufbruch“ ist ja auch ein linker Begriff.

        “ 1.300 angemeldete und tausend teilnehmende Menschen bei der Aktionskonferenz am 3./4. Juni 2016: Das kann als der seit langer Zeit mit Abstand gelungenste Versuch einer neuen Sammlung des linken Spektrums in Österreich gesehen werden und auch als deutliches Zeichen für großes Interesse und hohe Erwartungen an ein Projekt mit dem symbolträchtigen Namen »Aufbruch«.“
        http://www.kpoe.at/innenpolitik/bundespolitik/2016/der-aufbruch-eine-beobachtung

        Lucke wird aber kaum als Gastredner eingeladen gewesen sein. Was für ein neuer, dämlicher Parteiname wird dem wohl einfallen.

  12. Mich amüsieren die vielen Kommentare hier über eine absolute Totgeburt wie Alfa. Der Kuchen ist nach den 0,x-Prozentergebnissen der letzten Landeswahlen, dem erzwungenen Namenswechsel und der bevorstehenden Fahnenflucht von Frau Trebesius nach der ihres Vorgängers Lucke endgültig gegessen. Es war von Anfang an eine grandiose Fehleinschätzung der Leute um Lucke zu glauben, mit den fünf Ex-AfD-Europaparlamentarieren wäre man im Fokus der deutschen Politik und man würde das Gros der AfD-Mitglieder schon zu sich herüberziehen. Niemanden interessiert aber hierzulande, was in Straßburg passiert. Da ist noch jede Landtagsfraktion wichtiger. Mit der AfD haben wir jetzt trotz aller unbestreitbaren, auch personellen Schwächen die historische Chance, dass sich eine primär an deutschen Interessen orientierte konservativ-demokratische Partei etabliert und im nächsten Jahr zweistellig im Bundestag sitzt. Das darf nicht verspielt werden, darauf wartet Deutschland seit Jahrzehnten. Deshalb ist jeder der Disputanten hier aufgefordert, die AfD besser zu machen und sich dort zu engagieren.

    • a. Kommende BTW in 2017 kann leicht eine vertane Chance werden wenn man sich nur auf AfD konzentriert.
      b. Deutschland braucht vernuenftige, wahre Oppositionsparteien um eine liberal-konservative Demokratie noch zu retten.
      c. AfD duerfte als „Protestpartei“ aus heutiger Sicht rund 15% Waehlerstimmen gewinnen, nicht genug um Mehrheiten zu organisieren und eine diktatorische Regierung zu korrigieren. Ausserdem ist AfD vom Programm und Mitgliedschaft her keine Partei der buergerlichen Mitte.
      d. Deswegen ist es wichtig alle Kraefte zu mobilisieren um noch 1-2 neue buergerliche Parteien der Mitte in Bundestag zu waehlen. Parteien die aus mehreren kleineren, sonst aussichtslosen Parteien gebildet werden! Zielsetzung, eine breitere und solidere Aufstellung der wahren Opposition in Parlamenten. Waehlbar fuer Nichtwaehler und auch fuer Menschen die wenig Vertrauen in AfD haben.
      e. AfD alleine kann und wird Deutschland vielleicht wecken aber nicht retten! Das koennte nur mit gemeinsamen Kraeften gelingen, wenn man sich auf wichtige Ziele entschlossen konzentriert und gut zusammenarbeitet! Vergessen wir es nicht, bisherige AfD Erfolge sind auch eine Folge fehlender Alternativen. Und diese Alternativen muessen wir schaffen und den Waehlern anbieten.

      • @Grisogono

        Sie wollen eine zweite Weimarer Republik?

  13. Was wären den Namensvorschläge statt ALFA. Naja irgendwas langweiliges LKPD (Liberalkonservative Partei Deutschlands).
    Man muss aber zugeben für eine Parteiabspaltung einen guten Namen zu finden, ist nicht leicht. Jörg Haider,ein politischer Gigant zum Vergleich zu Lucke, fiel bei der Abspaltung von der FPÖ auch nur der dämliche Parteiname ein: BZÖ ( Bündnis Zukunft Österreich). Da gab es gleich den Spott: Bienenzüchter Österreichs.

    Liberalkonservativ ist aber ein Widerspruch, wenn dann wirtschaftsliberalkonservativ. Der Ausdruck „Nationalliberal“ wird heutzutage eigentlich nur mehr selten verwendet, nicht so oft wie vor 100 Jahren.

    • Liberalkonservativ ist kein Widerspruch, schon gar nicht mehr als wirtschaftsliberalkonservativ, sondern die Verbindung von zwei politischen Ausrichtungen. Herr Lucke würde am liebsten alle Hauptströmungen miteinander verbinden, wofür SLKG der passende Name wäre: Sozialliberalkonservative Grüne.

      • Liberal gilt ja in einigen Ländern, wie in der USA oder Polen, überspitzt formuliert, schon an der Grenze zum Linksextremismus.

        Mal ein lustiger Spruch von Norbert Hofer, wie sich ein USA-Abgeordneter anbiedern wollte.
        „Hofer bemühte sich im APA-Gespräch um eine Distanzierung von radikalen Positionen.
        „Wenn die FPÖ in den USA antreten würde, dann würde sie als linksextreme Partei scheitern“,
        http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/bundespraesidentenwahl/art199104,2365159

        SLKG das hört sich ja an, wie ein neues Einsatzkommando, dass auf der Suche ist, nach den RAF-Rentnern, die noch einige Überfälle machen
        um ein finanziell gesichertes Leben im Alter zu haben. Oder sollen die vielleicht zum Rentenamt gehen und einen Antrag stellen. “ Ich beantrage Terroristenpension“.

        Die leben mit Sicherheit nicht in Niedersachsen, vielleicht in Holland oder auch in der Ostslowakei oder in der Nähe von Prag, da kann man leicht Fahndungsbilder veröffentlichen, wer kriegt es dort mit.

        LKPD oder SLKG, naja beides nicht gut, vielleicht wäre Weckruf-Partei doch nicht schlecht.
        Egal ob Weckruf an Zeugen Jehovas erinnert, egal ob so einen Namen Nazi-Zeitung hatte oder ob die erste Tageszeitung der KPÖ diesen Namen hatte.
        Weckruf ist einprägsam, muss man neidlos anerkennen.

      • @Stefan König

        Die FPÖ ist doch eine sozialistische Partei. Wenn auch eine nationalsozialistische. Liberalismus kann ich bei der FPÖ nicht mehr erkennen. Jedenfalls nicht seit H.C. Strache am Ruder ist. Von daher kann man die FPÖ durchaus als linksnational verorten.

        Wäre die parlamentarische Sitzordnung ein Kreis, dann würden Kommunisten und Nationalsozialisten ohnehin nebeneinander sitzen. Kommunisten und Nationalsozialisten unterscheiden sich nur dadurch, dass die einen ihren Kommunismus für eine Nation und die anderen gleich für die ganze Welt anwenden wollen. Die Ideologie an sich ist aber dieselbe.

      • Nationalsozialismus war der Name des schlimmsten Verbrecherregimes aller Zeiten. Die (illiberale) Idee, Sozialismus und Nationalismus zu verbinden, ist viel allgemeiner und kann damit nicht gleichgesetzt werden. Wie wäre es mit dem Namen Sozialnationalismus dafür?

      • Ja, die einen sind eben Linksnationale und die anderen international orientierte Kommunisten. Natürlich will ich die FPÖ nicht in die Nähe der Ur-Nazis rücken. Heutige Nationalsozialisten wollen immerhin keine anderen Menschen ausrotten. Aber der (national)sozialistische Ansatz ist trotzdem nicht mehr zu übersehen.

      • @Stefan König

        Über die ALFA-Namensfindung wurde ja schon viel gewitzelt. Da es sich bei dieser Kleinstpartei tatsächlich um so etwas wie eine Sekte um den Calvinisten Lucke handelt, passt eigentlich alles, was dessen Zentrierung als unersetzbare Gallionsfigur unterstreicht. Also zum Beispiel BLW (Bernd-Lucke-Wahlverein) usw., usf..

        Da sich diese Truppe aber ohnehin allerspätestens nach der nächsten Europawahl endgültig auflösen wird, lohnt es für Außenstehende nicht wirklich, sich weiter damit zu befassen.

      • Ich finde es schon interessant, wie ansonsten sehr vernünftige Menschen bei solch einer hoffnungslosen Sache mitmachen oder sogar den Großteil ihrer freien Zeit dafür investieren. Jedenfalls fehlt es an jedem politischen Realismus, den ALFA doch eigentlich für sich beansprucht.

      • Jetzt haben Sie den pathologischen Aspekt angesprochen, Herr Dilger … 😉

      • Es ist doch auffällig, dass nicht nur bei ALFA, sondern überall in der Politik seltsames Verhalten zu beobachten ist, welches für alle Außenstehenden verrückt, für die Beteiligten aber völlig normal wirkt. Wie kann man erklären, dass erwachsene Menschen dem Pleitepärchen, Frau Merkel oder Herrn Trump hinterherlaufen?

      • Interessante Frage. Wobei ich mir bei Donald Trump nicht sicher bin, ob er wirklich das größere Übel darstellt als Hillary Clinton. Und immerhin besitzt er einen gewissen Unterhaltungswert.

      • „Liberal-Demokratische Partei“ gibst ja eh, dort ist Schirinowski der Anführer.

      • Die Regierungspartei in Japan heißt auch so, außerdem noch einige Parteien weltweit und früher eine in den Anfangsjahren der DDR und vor der FDP in Hessen.

      • Die LDPD, die für DDR-Verhältnisse zuletzt unter Gerlach durchaus liberal war und auch Kontakte zur West-FDP hatte, gab es bis 1990. Danach ging sie wie die National-Demokratische Partei Deutschlands in die FDP auf.

      • @Maerchen-Meister

        Sie entlarven sich immer wieder. Natuerlich ist Prof. Lucke ein Demokrat mit liberalen Zuegen. Das gilt auch fuer ALFA insgesamt. Liberal-konservativ.
        AfD Mitglieder verstehen wenig was Liberal bedeutet wie man bei Ihnen sieht.

      • @Old Grisigono

        Ihr großer Held Alfa Bernd Calvin Lucke ist ungefähr so sehr „Demokrat mit liberalen Zügen“ wie ALFA eine politische Zukunft hat. Aber träumen Sie ruhig weiter.

    • Mir ist es mittlerweile völlig egal, wie sich die Partei künftig nennt. Wenn diese Partei bei den kommenden Wahlen im Saarland unter 1 % bleibt, (was zu erwarten ist,) dann wird es auch keinen Sinn mehr machen in NRW anzutreten oder gar bei der Bundestagswahl. Dann ist Schicht.

      • Richtig, allerdings sehe ich schon jetzt keinen Sinn darin, warum sich Tausend Mitglieder für ein paar Promille anstrengen, solange diese nicht ausschließlich Frau Merkel abgenommen werden.

  14. Leider hatte Frau Ulrike Trebesius nie ein eigenes Profil, sondern war immer nur ein Abbild ihres Übervaters Lucke. Das hat sie wohl jetzt sogar selbst gemerkt und wirft die Brocken hin. ALFA, auch mit neuem Namen hat KEINE Zukunft, was für alle abzusehen war! Lucke & Co. wurden von Hans-Olaf Henkel und mit dessen Geld auf den Irrweg mit dem „Weckruf“ und der anschließenden Spaltung gebracht. Solche Leute haben KEINE Ahnung, wie Politik funktioniert, keine Ahnung von Strategie, Taktik und Menschenführung!

    • Diese Ulrike, war aus meiner wiener Sicht, eine norddeutsche blonde Spröde.

      “ Solche Leute haben KEINE Ahnung, wie Politik funktioniert, “

      Ja, schöne Bilder auf der Zuspitze machen, wie Petry und Strache, so geht es.

      Ulrike denkt sich. ich haue es hin, ich hab das nicht drauf, wer will sich aber auch mit einer 0,4% Partei auf der Zugspitze treffen, da würde ich mich ja lächerlich machen, auch nur anzufragen.

    • Dilettantismus und Karakterlosigkeit sind keine Hindernisse in Deutschland gewaehlt zu werden. Letzter Politiker mit Charisma war in Deutschland Helmut Schmidt!
      Auch ALFA Politiker haben Charisma und Humor nicht, dafuer Kompetenzen , Ehrlichkeit und Seriositaet! Und das gilt auch fuer Frau Trebesius! Kritik die ich hier meistens lese ist unter der Guertellinie, unsachlich und wichtigtuerisch. Wichtige Punkte hat Herrn Wilhelm genannt und umfangreich erklaert, sonst sind es viele kleine Stiche. Ich bezweifle ob die erprobten Kritiker wie Herr Meister, mit seiner Kalvin-Phobie, wissen und lesen was ALFA macht und welche Aussagen ALFA trifft.
      ALFA hat Potenzial als Kern einer Allianz kleinen Parteien zu werden. Erfahrung, Prominenz, Soliditaet, intellektuelle Faehigkeiten. Meistens alles was AfD schon lange nicht mehr vorzeigen kann.

      • Gerhard Schröder hatte auf seine Art auch Charisma, selbst Joschka Fischer, obwohl ich ihn schrecklich finde. Interessant ist, dass Bernd Lucke 2013 in der AfD wie ein charismatischer Führer gefeiert wurde, obwohl er das nicht war. Im Übrigen halte ich es für kein Zeichen von Kompetenzen, Ehrlichkeit und Seriosität, eine Promillepartei als großen Erfolg und realistische Alternative zu allen anderen Parteien hinzustellen. Man muss keinen Erfolg haben, sollte dann aber auch dazu stehen.

      • @Ivan de Grisogono:
        „ALFA hat Potenzial als Kern einer Allianz kleinen Parteien zu werden. “

        Haben Sie immer noch nicht das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Christian Andersen gelesen? Das kann ich allen Mitgliedern der ‚ALFA‘-Sekte als Basislektüre für die bevorstehende Therapie nur wärmstens empfehlen.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Des_Kaisers_neue_Kleider

      • Ganz am Anfang war es nicht völlig ausgeschlossen, dass ALFA die AfD ablöst. Dieser Traum war jedoch nach wenigen Wochen ausgeträumt, zumal Frau Merkel die AfD mit ihrer Flüchtlingspolitik aktiv gefördert hat. Dann gab es einmal die Chance, dass ALFA eine Vereinigung mit zahlreichen weiteren Klein- und Kleinstparteien hinbekommt. Aber auch das wurde versemmelt. Jetzt hofft man auf einen neuen Namen und Vorsitzenden. Ich sage einen weiteren Einbruch bei den Wahlergebnissen voraus, obwohl diese schon im Promillebereich sind. So wird das nicht einmal etwas mit wenigstens noch einem Sitz im nächsten Europaparlament.

      • Mein Reden. Bernd Lucke wird sogar sein gestohlenes Mandat im Europaparlament versemmeln und danach ist sein sektiererischer Wahlverein endgültig Schnee von gestern. Das genügt nicht einmal für eine Randnotiz in künftigen Gechichtsbüchern.

      • Er wird immer als AfD-Gründer in den Geschichtsbüchern stehen. Von daher müsste er doch eigentlich an einem AfD-Erfolg interessiert sein, und zwar nicht nur an der Wahlurne, sondern auch bei der politischen Entwicklung.

      • Na ja, Sie wissen selbst, dass Bernd Lucke zwar medial stets als „Gründer der AfD“ gefeiert wurde, in Wahrheit aber gar nicht der Initiator und Gründer der AfD gewesen ist.

      • Die AfD ging aus der WA 2013 hervor, der Bernd Lucke meines Wissens nie angehört hat. Erst als sie von Mitgliedern der WA 2013 gegründet wurde, stieß Lucke, der kurz zuvor sein Glück noch vergeblich als Landtagskandidat der Freien Wähler in Niedersachsen versucht hat, dazu. Die Initiative zur Gründung der AfD kam aber nicht von ihm. Ich würde Bernd Lucke vielleicht gerade noch als „Trittbrettfahrer-Mitbegründer“ durchgehen lassen, aber als mehr auf keinen Fall. Selbes gilt im Übrigen auch für die von ihm (Lucke) aufgebaute weibliche AfD-Gallionsfigur Frauke Petry, die sich aber immerhin bis heute erfolgreich gehalten hat.

      • Ich war nicht bei der WA 2013 und kann es daher nicht aus eigener Beobachtung beurteilen. Zwei mir gut bekannte tatsächliche AfD-Initiatoren haben es jedoch anders geschildert als Sie es darstellen. Aber das spielt heute ohnehin alles keine Rolle mehr. Bernd Lucke war eine politische Eintagsfliege und das ist wohl auch besser so.

      • Ich weiß es aus erster Hand und es gibt auch noch Dokumente darüber (Google hilft). Herr Lucke war auch keine „politische Eintagsfliege“, sondern entscheidend für die AfD. ALFA war und ist ein Fehler. Mal sehen, ob er noch einmal über seinen Schatten springen kann.

      • Meines Erachtens wurde Bernd Lucke von Anfang an völlig überbewertet. Gleichwohl seine ersten Auftritte in Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens natürlich erheblich zu Bekanntheit der AfD (und seiner eigenen Bekanntheit) beigetragen haben, was nicht von der Hand zu weisen ist.

        Die AfD hat es verstanden, sich auch ohne Bernd Lucke weiter zu entwickeln. Bernd Lucke hingegen hat allenfalls in der CDU (also als reuiger Rückkehrer in den Schoß Angela Merkels) noch irgendeine politische Zukunft – womit sich im Übrigen eine meiner frühesten Prophezeiungen zum Politiker Lucke bewahrheiten würde.

      • Herr Lucke war sehr wohl auf seine Weise eine Art eine gewinnbringende Charakterfigur in und für die AfD, nämlich die Verkörperung des durchaus respektablen Antihelden. Gleichwohl hat er sich selbst nie als solchen gesehen, sondern als tatsächlicher Held, was ihm vom Primus inter Pares dann im Ergebnis zur tragischen Figur werden ließ.

      • Naja Herr Meister, Sie beweisen immer wieder, dass Sie ein Banause sind.

        Der stümperhafte Kaiser vermochte seine Kleider lediglich festzustellen. Die Mitglieder der Alfa diskutieren immerhin auch über Farbe, Schnitt und Ausrichtung.

        Es ist schon ein Kunststück, über nichts ( Phrasen von der Vernunft statt erkennbare Grundausrichtung, Wort-Phrasen als Namensersatz, jetzt sogar Diskussion über ein neues, möglichst inhaltsloses Kürzel,… ) soviel zu plaudern, zu diskutieren und zu streiten. Da machen sie locker den von LSD- und Haschisch berauschten linken Diskussionszirkeln Konkurrenz.

        Bleibt natürlich die Frage, ob eine farbenblinde Partei, die ganz gerne mal braune Kleider als schwarze oder gar als gelb-blaue zu verkaufen sucht, der richtige Kritiker ist….

      • „Der stümperhafte Kaiser vermochte seine Kleider lediglich festzustellen. Die Mitglieder der Alfa diskutieren immerhin auch über Farbe, Schnitt und Ausrichtung.“

        Lieber Herr Wilhelm,

        wer der stümperhafte Kaiser ist, steht ja wohl außer Frage. Was sein niederes Fußvolk angeht, bewundert dieses – ebenso wie das Volk in Christian Andersens Märchen – sehr wohl Farbe, Schnitt und Ausrichtung, die des Kaisers unsichtbares Gewand (Promillepartei) gar nicht hat. Also ist der Vergleich zu „Des Kaisers neue Kleider“ doch völlig zutreffend. 🙂

        Was die Ihrer Meinung nach farbenblinde andere Partei angeht, so bin ich zwar dort aktives Mitglied, äußere mich hier im Blog aber weiß Gott nicht im Namen der Partei, sondern lediglich als Privatperson mit meiner Privatmeinung. Dass auch ich durchaus noch ein gewisses Verbesserungspotential in meiner Partei sehe, dürfte ihnen sicher nicht entgangen sein. Aber seien Sie beruhigt – die AfD ist im Gegensatz zur völlig bedeutungslosen Selbstüberschätzerpartei ‚Allianz für Fortschritt und Aufbruch‘ auf einem guten Weg!

    • . . . Bernd Lucke ist nicht an Frauke Petry gescheitert, sondern durch Ulrike Trebesius verraten worden. Zuerst verkauft man Lucke den WECKRUF und dann blockieren Trebesius & Co die Zugänge zum WECKRUF und Einladungen der Anhänger nach Essen. In Essen hat es keine qualitative Niederlage gegeben, sondern eine rein quantitative. Petry hat es verstanden, Stückzahlen (Wähler) zu präsentieren – Trebesius hat es verstanden, Wähler durch deutlich geplante Pannen bei der Mitglieder- und Einladungssoftware fernzuhalten. Mein Hilfsangebot, die Softwareblockaden zu beseitigen, wurde erfolgreich abgewehrt – ja selbst der Hinweis auf die Sabotage hat Lucke nicht erreicht. Ein klarer Sieg der Logistik des Petry-Flügels – dem ich inzwischen auch angehöre, denn nur so kann ich unsere 2013-er Ideale einer alternativen Politik umsetzen. Zum Glück ist es mir gelungen, einen Teil austrittswilliger AfD-Mitglieder, und inzwischen vielen Rückkehrwilligen eine Anlaufstelle und Übergangsheimat zu bieten – um wenigstens die Wählerstimmen zu retten.

      • Immer wieder spannende und überraschende Beiträge auf diesem Blog. Jeder Ansatz, konstruktiv seriöse Kräfte (wieder) zu aktivieren, wäre zu begrüßen!

  15. Ende dieser Diskussion finde ich schon fast kleinkarriert und zu wenig sagend. Deswegen die Fragen.
    Glaubt jemand dass AfD die Oppositionspartei ist? Und, dass man mit dieser Truppe in BT etwas erreichen kann, auch mit 15%?
    Glaubt jemand dass FDP als Oppositionpartei einzustufen ist?
    Glaubt jemand, dass kleinere <<4% Parteien "weiter so" bis BTW 2017 machen werden oder sich zusammentun um eine kritische Groesse zu erreichen und waehlbar zu werden?
    Wenn nicht ALFA, welche andere kleine Partei koennte Kern einer neuen Oppositionspartei werden?

    • Die AfD ist eine echte Oppositionspartei. Die Frage ist nur, wie radikal sie sich aufstellt, also nur gegen die Regierung oder gegen den ganzen Staat. Da sie auch keinerlei Regierungsoption hat, macht sie Frau Merkel sogar eher stärker als schwächer. Die FDP ist keine echte Oppositionspartei, sondern wieder bedingungslose Merkel-Gehilfin in Wartestellung. Die kleineren Parteien wie ALFA werden so weitermachen, als hätte sie damit eine Chance, die sie genau deshalb nicht haben. Von daher würde ich die Bundestagswahl 2017 eigentlich schon verloren geben, wenn Frau Merkel nicht von selbst aufgibt. Wir sollten bereits über die Post-Merkel-Zeit spätestens ab 2021 nachdenken.

      • Bis 2021 fließt nicht nur viel Wasser die Spree hinab. Niemand weiß, wie sehr die Lage im Nahen Osten eskaliert und wie viele (echte) Flüchtlinge uns diese Eskalation hier in Europa noch bescheren wird. Niemand kann vorhersagen, welche Terroranschläge daraus resultieren und welche Trittbrettfahrer vom Balkan, aus Vorderasien und auch aus Afrika, das dadurch entstehende Chaos für ihre Zwecke nutzen werden. Neben Angela Merkel sind auch Hillary Clinton und die Folgen der EU-Osterweiterung ganz reale Risiken für Deutschland und das gesamte „alte Europa“, das endlich zu seinem alten Selbstbewusstsein zurückfinden muss.

      • Gerade weil die Probleme und Risiken so groß sind, brauchen wir bessere Politiker und Parteien, aber auch bessere inhaltliche Ideen und Debatten.

        Da die AfD auf absehbare Zeit bleibt, sollten wir hier zukünftig weniger diskutieren, ob sie gut ist oder schlecht, sondern wie sie sich besser machen lässt, um zum Ende der Regierungszeit von Frau Merkel und einer besseren Nachfolge beizutragen.

    • Es wird darauf ankommen, wer in der Fraktion das Sagen bekommt und wie er sich durchsetzt. Herrn Meuthen traue ich schon eine vernünftige Opposition zu. Frau Petry, Herrn höcke und Herrn Poggenburg allerdings nicht. Herr gauland ist aus meiner Sicht zu alt.
      Ich habe mich immer gefragt, was aus der AFD geworden wäre, wenn sie in den BT gekommen wäre. Zumindestens hätte dann über die Fraktion auch innerparteilich mehr geleistet werden können. Der Focus der Öffentlichkeit wäre mehr auf die Fraktion gerichtet gewesen. Ob Mandat geklaut oder nicht, die ALFA-EP-Abgeordneten machen eine gute Parlamentsarbeit. Dies wäre auch BT zu erwarten gewesen.

      • Ja, wenn die AfD 2013 in den Bundestag gekommen wäre, gäbe es dort jetzt eine echte und ernsthafte Opposition. Es hätte auch ein paar komische AfD-Abgeordnete gegeben, doch die Mehrheit wäre ganz vernünftig und die AfD nicht gekippt.

    • Ja. Das ist wichtig und ich habe das schon mehrfach geschrieben, aber eine zusammenhängende Darstellung der Argumentation ist vielleicht hilfreich, weshalb ich heute meinen Blogbeitrag dazu schreiben werde, wenn nicht noch etwas ganz Wichtiges passiert.

    • Ja, lieber maximal vier Jahre rot-rot-grüne Cholera als noch länger die schwarze Pest. Selbst der Versager aus Würselen kann es nicht schlechter machen als IM Erika!

      • @AD MM
        Ihre Frustration über Frau Merkel teile ich uneingeschränkt. Ein rot rot grünes Kabinett hat allerdings durchaus seine Schrecken. Eine migrationsministerin Göring-eckart? Claudia Roth als Verkehrsministerin? Bartsch oder Kipping als Innenminister? Wagenknecht als Finanzminister? Trittin vor der triumphalen Rückkehr ins Umweltministerium? Stegner als arbeitsminister?
        Wow…

      • Eine rot-rot-grüne Regierung wäre alles andere als schön, aber ganz klar das kleinere Übel. Vor allem gäbe es dann wieder Hoffnung auf eine bessere Regierung 2021.

      • Das sehe ich ganz genauso. Ein Finanzminister Schäuble schächtet den Mittelstand bis zum völligen Ausbluten. Ein Verkehrsminister Dobrindt schießt auch nur einen Bock nach dem anderen. Und ein Wirtschaftsminister Gabriel? Pffffff …

      • Die ALFA Partei wird ihren Namen behalten und wir werden einen neuen Vorsitzenden wählen. Ich tippe mal auf Herrn Christian Kott aus Bremen. Ja, ihr habt viel geschrieben über ALFA, alle Richtungen waren vertreten. Dabei kam euch die Vergangenheit zu Nutze. Schauen wir mal nach vorne.

      • Über die Vergangheit gibt es Faktenwissen, für die Zukunft nur Vermutungen, wobei sich die früheren Vermutungen der Zweifler an ALFA bewahrheitet haben. Warum glauben Sie, dass es 2017 für ALFA besser läuft? Der Landesverband im Saarland scheint in Auflösung zu sein und hat keine eigene Internetpräsenz mehr. Dabei könnte eine kleine Partei gerade dort ihre Kräfte bündeln und einen Achtungserfolg erzielen. Was erwarten Sie denn für Ergebnisse in NRW und bei der Bundestagswahl?

      • Das habe ich auch gelesen, aber noch keine Bestätigung. Letztlich spielt es auch keine Rolle. Wer jetzt noch an Wahlerfolge von ALFA glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann, der immerhin Geschenke bringt.

  16. @MM was veranlasst Sie denn zu glauben, dass ein grüner Verkehrsminister und ein roter Finanzminister einen besseren Job machen würden?

    Allgemein scheint sowohl rrg als auch eine Koalition mit Union dem politischen Kollaps entgegen zu steuern. Es bleibt uns wohl nur auf eine wahl 2021 zu hoffen und unseren Kindern frühzeitig Sprachkenntnisse zu vermitteln…

      • Wenn Merkel mit ihrer linken politik bis 2021 scheitert kann sie eigentlich nur von rechts abgelöst werden. Bis dahin müsste sich eine regierungsfähige Alternative geformt haben (ggfs mit Union oder fdp als juniorpartner). Vielleicht wäre das einem rrg Wahlsieg 2017 vorzuziehen.

      • Solange Merkel regiert, kann sie nicht von rechts abgelöst werden, weil sie die CDU in der Tasche hat. Für eine bürgerliche Regierung muss sie deshalb von links abgelöst werden.

      • Manche träumen ja von einer absoluten Mehrheit der AfD bei der Bundestagswahl 2017 …
        (ich selbst halte das für ungefähr so wahrscheinlich, wie dass die ‚Allianz für Fortschritt und Aufbruch‘ fünf Promille erreicht)

    • Natürlich traue ich grünen und roten Ministern genauso wenig zu. Aber wenigstens könnte die Staatsratsvorsitzende dann endlich in den wohlerdienten Ruhestand gehen.
      12 Jahre sind genug – Danke, Angela Merkel!

  17. Wieso sollte Frau Merkel nicht von rechts abgelöst werden können? Bis 2021 und mit Hilfe von Frau Merkel kann die afd durchaus aus 35% kommen.

  18. “ Auch ALFA Politiker haben Charisma und Humor nicht, dafuer Kompetenzen , Ehrlichkeit und Seriositaet!“

    Naja das haben die Freien Wähler auch.

    Die Charisma-Frage ist natürlich interessant. Wer hatte weit rechts der Mitte in der BRD so was, angeblich Franz Schönhuber und Michael Kühnen.

    Das mit dem Kühnen-Gruß gibst nur mehr selten bei der FPÖ.

    “ FPÖ-Geschäftsführer Hans Weixelbaum spreizt auf einem Foto drei Finger – laut FPÖ ein „Victory-Zeichen“.

    https://kurier.at/politik/inland/wieder-wirbel-um-angeblichen-kuehnen-gruss/27.468.269

  19. Alfa ist als politisches Projekt gescheitert. Trebesius war eine der letzten Überzeugten. Die Partei fungiert eigentlich nur noch zur Postenabsicherung der Europaparlaments-Sitze. Ich gehe davon aus, daß die Führungsfiguren ihre berufliche Karriere für die Zeit danach schon lange geplant haben.

    • Die Herren Henkel und Starbatty brauchen keine weitere berufliche Karriere. Herr Lucke kann an die Universität Hamburg zurückkehren, wenn er nicht zu einer internationalen Einrichtung wechselt. Herr Kölmel und Frau Trebesius dürften hingegen in ein Loch fallen, weshalb sie sich bis jetzt noch am meisten für ALFA engagierten, inzwischen aber wohl auch die Aussichtslosigkeit eingesehen haben.

      • Kölmel wird als Landesbeamter sicher gebettet sein, Frau Trebesius ist ebenfalls dem öffentlichen Dienst entsprungen. Es besteht also kein Grund zur Sorge um diese beiden typischen Berufspolitiker. Sie gehören einer Politikergattung an, die auch in den Altparteien dominiert.

  20. ALFA sei tot, die Partei nicht mal eine Randnotiz in späteren Geschichtsbücher liest man hier. Viele Kommentare für eine angeblich so unwichtige Partei. Was man aus den Kommentaren auch herauslesen kann ist, dass viele es einfach bis heute nicht akzeptieren wollen, dass Teile der AfD sich eben für einen moderaten, seriös anständigen Kurs entschieden haben und plumpen Populismus nicht folgen wollten. Die Gründer von ALFA sind auch deshalb besonders glaubwürdig, weil sie durch den Austritt bei der AfD erhebliche Nachteile erlitten haben und wieder von vorn anfangen mussten. Politische Grundüberzeugungen waren ihnen und den Neuhinzugekommenen wichtiger als sofort mit über 5 % Wählerstimmen durchstarten zu können.
    Die Wählerschaft von ALFA unterscheidet sich fundamental von der der AfD. Dies können Sie an bei den ALFA-Treffs in Land sehen, bei der eben auf hohem Niveau diskutiert wird und bei der plumpe Ausländerfeindlichkeit und Fundamentalopposition keine Unterstützer findet.
    Kennen Sie Skandale unsere ALFA- Europaabgeordneten oder skurile Auftritte in Talkshows ?
    Kennen Sie ALFA Funktionsträger die bei PEGIDA mitmachen ?
    Ich nicht.

    • ALFA ist durchaus interessant, aber nicht als relevante politische Kraft, sondern als Fallstudie für fehlenden politischen Realismus bei Menschen, die sich für besonders vernünftig und seriös halten. Es gibt leider viele ALFA-Funktionäre, die PEGIDA liken und sich nicht weniger islamfeindlich äußern als AfD-Funktionäre. Es gibt auch öffentliche Schlammschlachten auf mittlerer Ebene, die zum Glück keine große Beachtung finden. Wäre ALFA hingegen ähnlich erfolgreich wie die AfD, wären dieselben Probleme wieder vorhanden, weil weder strukturell noch inhaltlich oder personell wirklich Konsequenzen gezogen wurden und schon die Analyse der Fehler in der AfD viel zu oberflächlich blieb. Es wurde eben nicht der große Vorsitzende ohne jeden Fehl und Tadel durch böse Neumitglieder völlig überraschend gestürzt, sondern Herr Lucke beging zu viele und zu schwere Fehler, so dass ihn seine 2013 engsten Verbündeten im Bundesvorstand 2015 nicht mehr als Alleinherrscher haben wollten.

      • Man sollte das Wirken Hans-Olaf Henkels nicht außer Acht lassen. Ohne diesen Herrn hätte es die Abspaltung gar nicht gegeben. Und zum Thema Glaubwürdigkeit: Bis zuletzt haben die Protagonisten von „Weckruf“ und Alfa herausgestellt, dass es gerade keine politisch-inhaltlichen Unterschiede zu Petry, Gauland und Adam gegeben hat.

      • Herr Henkel hat einen anderen Ansatz verfolgt, der durchaus hätte erfolgreich sein können. Weil Herr Lucke zauderte und sich für keinen richtigen Weg entschied, hat er die Mehrheit in der AfD verloren und völlig falsch erst auf den Weckruf und dann ALFA gesetzt. Bis zuletzt wollte man insbesondere Frau Petry noch herüberziehen, was nicht geklappt hat. Die Legende von den riesigen inhaltlichen Unterschieden kam erst später auf.

      • Sehr treffend geantwortet, Herr Dilger. Ergänzend sei noch der kleine Hinweis erlaubt, dass es Bernd Lucke war, der zwar die Rechtsextremen in die AfD eingeladen, aber leider nur einen kleinen Teil von ihnen wieder mitgenommen hat. Inzwischen hat sich Lucke ja auch vom ALFA-Vorsitz zurückgezogen. Dieser selbst ernannte Messias hinterlässt überall verbrannte Erde.

      • Herr Lucke ist ein Seriengründer, der immer neue Organisationen schafft, dann aber nicht dauerhaft zu führen versteht. Die AfD führen jetzt andere zum Erfolg, seine übrigen Initiativen schlafen wieder ein oder sind schon verschwunden.

      • Wie ein kleines Kind, das noch kein großes Durchhaltevermögen hat und das mit Bauklötzchen Geschaffene immer wieder einreisst, bevor es fertig gestellt ist. Von seiner ebenfalls sehr kindisch anmutenden Rechthaberei und Beratungsresistenz einmal ganz abgesehen.

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