Wirtschaftsnobelpreis 2016 für Oliver Hart und Bengt Holmström

Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis (bzw. der Gedenkpreis der schwedischen Reichsbank) geht an Oliver Hart und Bengt Holmström für ihre Beiträge zur Vertragstheorie (siehe diese Pressemitteilung). Oliver Hart hat viel zu unvollständigen Verträgen gearbeitet und neben vielen anderen Ideen einen Vorschlag zur Insolvenzrechtsreform unterbreitet, den ich in meiner Dissertation näher analysiert habe. Bengt Holmström modellierte hingegen wichtige Varianten der Prinzipal-Agenten-Theorie, bei welcher dem Prinzipal relevante Informationen fehlen, weshalb er dem Agenten passende Anreize setzen muss, damit dieser trotzdem möglichst das Gewünschte tut. Vorher wurden meist vollständige Verträge angenommen, mit denen durchsetzbare Vereinbarungen für jedes denkbare Ereignis getroffen werden, während alle Beteiligten über alles perfekt informiert sind. Das ist nicht nur unrealistisch, sondern auf die Dauer auch nicht sonderlich spannend, weil dann Märkte hervorragend funktionieren würden, aber auch deren Regulierung und die Führung von Unternehmen, falls man diese dann überhaupt bräuchte (siehe ‚Zum Gedenken an Ronald Coase‘), ganz einfach wären.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s