Friedensnobelpreis für kolumbianischen Präsidenten Santos

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos bekommt den Friedensnobelpreis 2016 (siehe „The Nobel Peace Prize for 2016“). Als Verteidigungsminister unter seinem Vorgänger Álvaro Uribe ging er recht erfolgreich gegen die FARC vor, die seit 1964 den bewaffneten Kampf gegen die Regierung führte, anfangs mit marxistischer Begründung und am Ende fast ausschließlich kriminell. Seit 2010 ist er Präsident und verhandelte einen Friedensvertrag, der letzten Sonntag mit knapper Mehrheit von 50,22 Prozent abgelehnt wurde.

Es wäre interessant zu wissen, ob das Nobelpreiskomitee ihn schon vor dem Scheitern des Referendums nominierte. Eine Annahme hätte ziemlich sicher zu Frieden geführt, der jetzt aber immer noch erreichbar ist. Denn die Kolumbianer sind natürlich nicht gegen Frieden, sondern wollen mehr Gerechtigkeit, wobei ein Kompromiss nötig ist, um beides zu erreichen. Der Preis soll vermutlich dazu anreizen.

In jedem Fall hat sich Herr Santos ernsthaft für Frieden eingesetzt, was man nicht von allen früheren Preisträgern behaupten kann. Teilweise haben sie erst die Konflikte angeheizt, für deren Beilegung oder Begrenzung sie später den Preis erhielten, wenn nicht allein für schöne Worte vor jeder Tat wie Barack Obama 2009. Deshalb ist es auch gut, dass Frau Merkel den Friedensnobelpreis nicht erhalten hat, da sie eher Konflikte schafft und verschärft statt löst.

3 Gedanken zu „Friedensnobelpreis für kolumbianischen Präsidenten Santos

  1. Auch Herr Santos verdient den Nobelpreis nicht! Er hat sich viel Muehe gegeben aber seine Aufgabe nicht zu Ende gebracht. Natuerlich kann die Aufgabe der wichtigen Positionen und Roten Linien als Erfolg verkauft werden, ist es aber wirklich? Wer bezahlt dafuer?

    Was man nicht uebersehen soll!
    Gestern vor 10 Jahren ist Frau Politkovskaja in Moskau aus politischen Gruenden ermordet! Boris Nemtsow war der naechste.
    Russland hat Atomkopffaehige Iskander Raketten nach Koenigsberg verlegt!
    Russland und Iran duerfen italiaenische Militerhaefen benutzen.
    Russland kuendigte Plutonium Vertrag und stellte unerfuellbare Forderungen an den Westen!
    Volksbanken wechseln am Tag nicht mehr als zwei 500-er Euro Scheine !
    Postbank akzeptiert nur Schecks ausgestellt auf Euro, keine anderen Waehrungen!
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    • Welche wichtigen Positionen hat Herr Santos denn aufgegeben? Geständige Verbrecher der FARC sollen nicht mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden, denn dann gibt es keinen Frieden mit ihnen, aber im Gegensatz zu anderen Ländern mit schrecklicher Vergangenheit sollen sie auch nicht völlig straffrei bleiben. An dieser Stelle wird nun wohl nachgebessert und die Ereignisse in Russland und Deutschland haben damit gar nichts zu tun.

  2. Man darf nicht vergessen, dass die FARC eine kommunistische Rebellenorganisation ist, die ihr schmutziges Geschäft mit Rauschgift finanziert hat, ähnlich der islamistischen Taliban in Afghanistan. Wird sie nun den Rauschgifthandel aufgeben?

    Ich habe da begründete Zweifel….!

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