Deutsche Bank besser abwickeln als retten

Es gibt „Sorgen um die Deutsche Bank“. Ihr Börsenkurs ist im freien Fall („so niedrig wie nie zuvor“ ist er allerdings nur, wenn man Aktiensplits nicht berücksichtigt). Neben vielen anderen Risiken und rechtlichen Auseinandersetzungen droht jetzt eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar in den USA. Diese Bank war an jedem Bankenskandal der letzten Jahre beteiligt. Ihre normale Geschäftstätigkeit wirft dagegen kaum noch etwas ab und ihre strategische Ausrichtung ist unklar. Schlimmstenfalls droht ihr die Insolvenz.

Volkswirtschaftlich und ordnungspolitisch gibt es jedoch noch etwas Schlimmeres als das Ende der Deutschen Bank, die schon lange keine wirklich deutsche Bank mehr ist, nämlich die nächste staatliche Bankenrettung mit vielen Milliarden Euro an Steuergeldern, um den für den Niedergang verantwortlichen Managern ihre Millionenboni zu sichern. Jetzt rächt sich, dass noch immer kein adäquates Insolvenzrecht auch für sogenannte systemrelevante Banken geschaffen wurde. Ein ungeordneter Bankrott könnte tatsächlich zu großem Chaos führen wie seinerzeit die Lehman-Pleite in den USA. Das heißt aber nicht, dass nicht eine geordnete Insolvenz möglich wäre, bei der die Aktionäre alles verlieren und die verantwortlichen Vorstände und Aufsichtsräte sogar etwas zurückzahlen müssen. Die Kleinsparer mögen meinetwegen auch mit staatlicher Hilfe ihre Guthaben zurückerhalten, denn sie können am wenigstens für das Missmanagement.

Wenn man wie Herr Draghi „Overbanking“ für ein echtes Problem insbesondere des deutschen Finanzplatzes hält (siehe „Draghi will es nicht allein gewesen sein“), dann müsste man sich eigentlich über das Ausscheiden einer besonders skandalträchtigen und geldvernichtenden Großbank freuen, statt die bestehende Struktur mit funktionierenden Sparkassen und Genossenschaftsbanken zerschlagen zu wollen. Im Übrigen bin ich selbst Aktionär der Deutschen Bank, hatte als solcher aber wenig Freude. Ich bin dafür, dass ehrlich erfolgreiche Unternehmen und Personen auch ordentliche Gewinne machen dürfen, während erfolglose Unternehmen wieder vom Markt verschwinden sollen und unehrliche Wirtschaftsakteure zu bestrafen sind, so dass Fehlverhalten sich nicht lohnt.

31 Gedanken zu „Deutsche Bank besser abwickeln als retten

  1. Es wird kommen wie zu befürchten. Mit der Begründung, die Deutsche Bank sei ’systemrelevant‘, „too big to fail‘ usw., usf., blablabla, wird die Deutsche Bank auf Steuerzahlers Kosten „gerettet“ werden. Und wenn der Damm erst einmal gebrochen ist, werden weitere Spritzen stillschweigend folgen. Das ist nichts anderes als eine schleichende Enteignung des Mittelstands, dem in kritischen Situationen kein Staat und keine noch so große Bank zur Seite steht.

  2. Moin!

    Was Herr Meister zuvor geschrieben hat, dem kann ich nur zustimmen.

    Möchte aber noch auf den BDA-Präasidenten Kramer hinweisen, der wegen der ,Flüchtlingsdebatte‘ Image-Schäden für deutsche Produkte befürchtet…

    Die Aktien der Deutschen Bank haben in den letzten Jahren 90 Prozent ihres Wertes verloren, zusätzlich drohen Milliardestrafen aus den USA und VW war mit seinen Diesel-Betrügereien auch kein ‚Glanzlicht‘!

    Solche krummen Sachen schädigen ,Made in Germany‘. Und daran haben überwiegend die dick verdienenden Bosse schuld!

    Viele Grüße aus Nordenham!
    Gerd Taddicken

    27.Se.16/Di._gg. 09:17 Uhr (TPIÄÄ)

    xxx

  3. Wirtschafts- und finanzpolitisch ist es für mich ein UNDING, Unternehmen oder Banken durch den Staat, also den Steuerzahler zu retten! Unternehmen und Banken, die schlecht gewirtschafteten haben oder nicht mehr konkurrenzfähig sind, sollten zumachen! DAS ist Marktwirtschaft!!!

    Warum ist ein Großkonzern, der ohnehin fast immer viel zu wenig oder gar nichts zum Gemeinwesen beiträgt, „systemrelevanter“ als der Bäcker oder der Metzger um die Ecke (die eben keine legale Möglichkeiten haben, Gewinne in Drittstaaten zu verschieben!)???

    SOZIALE Marktwirtschaft heißt VORRANG für den Mittelstand und NICHT Vergünstigungen für Multis (unter Schröder von der SPD „Heuschrecken“ genannt…..).

    • Wenn eine Bank sehr groß, mit anderen Banken und Unternehmen sehr verflochten und das auch noch auf intransparente Weise ist, dann kann ihre ungeordnete Pleite tatsächlich viele weitere Banken und Unternehmen mit sich reißen. Allein die Angst davor kann das Interbankengeschäft zum Erliegen bringen. Die langfristige Lösung wäre, gerade nicht immer größere und intransparentere Banken zu schaffen, die häufig gar nicht effizienter sind, sondern nur von der im Krisenfall zu erwartenden Staatshilfe profitieren. Kurzfristig würde es helfen, abgeschwächte Insolvenzverfahren durchzuführen, bei denen die Eigentümer alles verlieren und die verantwortlichen Manager nicht auch noch Boni für ihr Versagen erhalten, während nicht nur die Guthaben von Kleinsparern, sondern auch die Forderungen von großen Geschäftspartnern geschützt werden. Das mag ungerecht wirken, weil bei kleineren Unternehmen anders verfahren wird, doch rational ist das Abwägen der Kosten mit dem Nutzen.

      • Das Druckmittel „Wir sind so groß, dass die Regierung uns nicht fallen lassen kann“ darf nicht mehr zählen! Marktwirtschaft bedeutet, dass es viele kleine und mittlere Anbieter gibt, die einen echten Wettbewerb garantieren. Wenn durch Krisen Großkonzerne zerfallen, ist das positiv für das Gemeinwesen, auch wenn einzelne Eigentümer Geld verlieren. Auch ich habe schon Geld an der Börse verloren und unsere Regierung hat mir nicht ausgeholfen.

        Ein Gewitter reinigt die Luft, sagt man. Wenn die Deutsche Bank baden geht, weine ich dieser arroganten Großbank keine Träne hinterher. Ein Teil ihrer Anteile befindet sind in arabischer Hand, die Mehrheit sowieso im Ausland. Soll der deutsche Steuerzahler dafür geradestehen???

      • Es ist eine eigentümliche Mischung aus Vollkaskomentalität und Profitgier des ‚Deutschen Michel‘ (in diesem Falle meine ich damit realitätsferne Kleinanleger), die es überhaupt möglich macht, dass diese Rettungspakete für Großbanken und Großkonzerne von den Wählern und Steuerzahlern auf so breiter Front toleriert werden. Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Risikominimierung gibt es aber in einer reellen Marktwirtschaft nicht.

      • Wenn es einfach nur um die Größe ginge, würde ich Ihnen zustimmen. Bundeskanzler Schröder wollte z. B. nur deshalb Holzmann medienwirksam retten, weil dort mehr Arbeitsplätze betroffen waren als in kleinen Baufirmen. Bei systemrelevanten Banken geht es aber nicht nur um die Arbeitsplätze in der Bank oder das Eigenkapital der Aktionäre, sondern um große Teile der Volkswirtschaft. Stellen Sie sich vor, die Pleite eines Energieversorgers würde dazu führen, dass flächendeckend der Strom ausfällt. Dort lassen sich allerdings finanzielle Insolvenz und realer Weiterbetrieb trennen. Das Geschäft der Banken besteht jedoch im Wesentlichen nur aus Forderungen und Verbindlichkeiten. Wenn dabei keine Differenzierung gelingt, drohen große volkswirtschaftliche Verluste. Eine akute Bankenrettung halte ich deshalb für sinnvoll. Gar nicht sinnvoll ist jedoch, dass man diesen Zustand dauerhaft toleriert oder sogar noch befördert. Wir brauchen nicht noch größere Banken, sondern viele kleine, die transparent sind und eine geordnete Abwicklung erlauben.

      • Es gibt Bereiche des Lebens, da wäre die Gemeinschaft gut beraten, von einer Privatisierung ganz abzusehen. Herzu gehören nach meiner Auffassung der Handel mit den elementarsten Grundnahrungsmitteln (nicht mehr als beispielsweise Brot, Reis, Nudeln und Gemüse), die Versorgung mit Wasser und Energie sowie eine medizinische Grundversorgung.

        Bei Banken kann man leidlich streiten, ob sie tatsächlich „systemrelevant“ sind oder nicht. Auf jeden Fall wären viele kleine, transparente Banken wohl der sicherere und für die Gemeinschaft insgesamt bessere Weg.

        Mein Mitleid mit Anlegern, die als Kunden einer Großbank Geld verlieren, hält sich indes in Grenzen. Es hat sie ja niemand gezwungen, dort Kunde oder Aktionär zu werden.

      • Sie sind mir ein schöner Liberaler! Glauben Sie wirklich, dass Sie der Staat besser mit Brot versorgen könnte als die vielen selbständigen Bäcker? Wollen Sie ernsthaft ein Netz an staatlichen Reis-Nudel-Gemüse-Läden aufbauen? Natürlich müssten dann auch staatliche landwirtschaftliche Betriebe geschaffen werden. Ich freue mich schon über die Subventionierung des Reisanbaus in Deutschland.

        Die Privatwirtschaft kann durchaus auch lebensnotwendige Produkte in guter Qualität und Quantität bereitstellen, während der Staat sich auf die Rahmengesetzgebung und Kontrolle beschränken sollte. Gerade die staatlichen Banken waren keine Vorbilder in der Finanzkrise.

      • Bitte genau lesen, lieber Herr Dilger. Ich habe in meinem Vorschlag nur von einem staatlichen Handel mit rudimentären Grundnahrungssmitteln geschrieben, nicht davon, dass der Staat in Deutschland selbst Reisbau betreiben soll! 😉

        Mit dem Beispiel der Bäcker haben Sie zwar im Grunde Recht, aber gerade das Bäckersterben zeigt doch, dass die tatsächliche Entwicklung eben gerade nicht kleinunternehmerfreundlich ist. In vielen Gegenden gibt es gar keine Bäcker mehr, die selbst backen, sondern nur noch als „Bäckerei“ etikettierte Verkaufsketten, die in fernen Ländern massenindustriell vorgefertigte Teiglinge aufwärmen.

      • Glauben Sie denn, dass es den privaten Bäckern hilft, wenn eine staatliche Grundversorgung mit Backwaren und anderen Grundnahrungsmitteln aufgebaut wird? Dann glauben Sie wohl auch, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hervorragend für die privaten Massenmedien ist, weil sie im Vergleich besonders glänzen können? Der Staat sollte bei natürlichen Monopolen und öffentlichen Gütern zumindest regulierend oder finanzierend tätig werden, aber doch nicht private Güter selbst herstellen, die die Privatwirtschaft besser und günstiger anbietet.

      • Grundsätzlich bin ich ja bei Ihnen, dass sich der Staat am besten überall heraus halten sollte.

        Aber man kann Missstände, die sich über Jahrzehnte, und teilweise sogar über mehr als hundert Jahre (siehe Rentensystem) eingeschliffen haben, leider nicht von heute auf morgen abbauen. Jedenfalls nicht „sozialverträglich“.

        Wieviele Kleinbäcker – ich meine solche, die noch selbst backen – haben Sie denn in der Reichweite Ihres Wohnhauses oder Ihres Arbeitsplatzes?

      • Ich habe einen solchen Bäcker direkt gegenüber von meinem Haus. Aber auch die privaten Ketten von Bäckerläden und Backshops sind doch auf jeden Fall besser und billiger, als es ein staatlicher Konzern je sein könnte.

      • Ich denke dabei nicht daran, dass ein Staatskonzern die ganze Kette von der Herstellung bis zum Verkauf an den Endverbraucher bedienen soll. Eher an eine bewusst sehr klein gehaltene, also beschränkte Auswahl subventionierter Grundnahrungsmittel für wirklich arme Menschen wie Rentner mit wenig Rente usw.. Also eine Art soziale Dienstleistung vom Staat.

        Alternativ könnte der Gesetzgeber Bäckereien und dem Lebensmittelhandel aber auch einfach vorschreiben, dass sie mindestens eine Brotsorte, Nudelsorte, Reissorte, vielleicht noch Kartoffeln, Milch, Salz und bestimmte Gemüsearten zu einem vorgeschriebenen Höchstpreis in ihrem Sortiment haben müssen und diese ggf. auch etwas subventionieren. Das wäre auch für Liberale hinnehmbar, damit niemand hungern muss.

        Was die Bäckereien angeht, haben Sie offenbar großes Glück. Am Fuße meines Berges gibt es (im Nachbarort) auch noch so eine Bäckerei und ich kaufe wann immer es geht, meine Backwaren dort ein. Auch unser örtlicher Lebensmittelladen, der nur vormittags geöffnet hat, wird von einem lokalen Bäcker aus einem Nachbarort täglich frisch beliefert. In Österreich funktioniert so etwas. Warum nicht auch in Deutschland?

        Was die sich vor allem in urbanen Gegenden zunehmend zu einem Oligopol entwickelnden Backwaren-Ketten angeht, ist leider zu beobachten, dass sich die Preise stetig nach oben entwickeln, wenn der letzte unabhängige Bäcker erst einmal in Grund und Boden ruiniert und vertrieben worden ist. Mit einem gesunden Wettbewerb hat das leider nicht mehr viel zu tun. „Backbude“ & Co. bedienen die einfacheren Leute und die anderen Ketten vor allem Kunden, die nicht so sehr auf den Preis achten (müssen). Da kostet dann ein Schokohörnchen in manchen Gegenden schon mal 2,50 € … mehr als drei Stangen Baguette in Frankreich.

      • Liberale Sozialpolitik gibt bedürftigen Menschen Geld. Wenn sie damit nicht umgehen können, sind z. B. Gutscheine für Nahrungsmittel eine bessere Lösung als staatliche Läden und subventionierte Produkte. Abgesehen davon pumpt die EU immer noch den größten Teil ihres Budgets in die Landwirtschaft, was ich aus zahlreichen Gründen ablehne.

      • Die Intransparenz von Bankgeschäften zum Anlass zu nehmen, Großbanken auch noch eine Sonderbehandlung auf Steuerzahlers Kosten zu gewähren, um deren Scheitern abzufedern ist nicht nur sozial ausgesprochen ungerecht, also asozial, sondern unter martwirtschaftlichen Gesichtspunkten völlig kontraproduktiv für die Wirtschaft insgesamt. Durch diese ‚Rettungsaktionen‘ fallen nämlich nicht nur höhere Kosten und mithin höhere Steuern an, sie schwächen durch diese Zusatzausgaben und höheren Steuern zudem den gesamten Mittelstand vom kleinen Einzelunternehmer bis zu nach Auffassung der durchkorrumpierten Regierungskaste ’nicht systemrelevanten‘ Großbetrieben. Derartige Aktionen sind kommunistische Planwirtschaft zu Gunsten weniger Privilegierter, keine Marktwirtschaft.

      • Wenn sich durch zehn Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung ein Schaden von einer Billionen Euro abwenden lässt, ist eine Bankenrettung durchaus vernünftig. Der Skandal ist, dass wir überhaupt und wiederholt in eine solche Situation geraten.

      • Das ist rechnerisch zwar richtig, aber nur wenn die Relationen so sind wie von ihnen im Beispiel beschrieben. Kein normaler Mensch weiß, um welche Beträge es tatsächlich geht und vor allem nicht, wo genau diese von den Banken verzockt wurden und nach wie vor werden. Das Zockergeschäft muss endlich durch einschlägige Vorschriften vom normalen Bankgeschäft getrennt werden, dann entstehen auch keine „volkswirtschaftlichen“ Risiken in derartigen Größenordnungen, die ja erst durch die Vergemeinschaftung der Schulden zu einem solchen werden.

    • „Eine akute Bankenrettung halte ich deshalb für sinnvoll.“

      Es erschreckt mich, wie ein Liberaler so denken kann! Staatliche Ordnungspolitik könnte dafür sorgen, dass eine Bank erst gar nicht so groß und mächtig wird, dass sie „systemrelevant“ ist. Ich verachte die Arroganz der Deutschen Bank, nach dessen ex-Chef Ackermann Kleinanleger ja nur „Peanuts“ waren. Sollen doch die arabischen Anteilseigener deren Finanzsumpf retten……!

      • Das habe ich schon begründet. Wenn sich durch eine staatliche Zahlung ein viel größerer volkswirtschaftlicher Schaden abwenden lässt, ist diese sinnvoll, auch wenn sie ansonsten nicht gerechtfertigt wäre. George W. Bush wollte erst wie Sie aus Prinzip keine Bank retten, hat dann aber gesehen, welche Folgen die Pleite von Lehman Brothers hatte, die nicht einmal übermäßig groß waren. Bei einer ungeordneten Pleite von AIG wäre das Weltfinanzsystem vielleicht völlig zusammengebrochen.

        Der Peanuts-Spruch stammte von Hilmar Kopper und bezog sich auf Handwerkerrechnungen in Höhe von 50 Millionen DM bei der Milliarden-Pleite von Jürgen Schneider.

      • In der Tat habe ich Ackermann mit Kopper verwechselt. ABER auch Ackermann hat kleine Privatkunden geringschätzig gesehen. Ich finde das passende Zitat gerade nicht.

        Als überzeugter Marktwirtschaftler bleibe ich dabei: Der Staat sollte sich so wenig wie möglich in die Wirtschaft einmischen, ABER einen klaren Ordnungsrahmen vorgeben. Das Retten von Unternehmen, Banken sind auch Unternehmen, gehört nicht zu seinen Aufgaben. Der Staat darf einzelne Marktteilnehmer niemals so groß werden lassen, dass sie „systemrelevant“ sind, denn dann hat seine Ordnungspolitik versagt. So stolpert der Staat von einer Krise zur nächsten und muss immer wieder eingreifen. Ein Teufelskreis in dem wir uns gerade befinden. Ende offen.

        Über die Jahre hinweg hatten die Landesbanken die größten Probleme. Dort haben die Politiker mit am Tisch gesessen. Einigen müsste man den Prozess machen! Die wenigsten Probleme hatten wir mit genossenschaftlichen Banken, die schon immer ihr eigenes Sicherheitssystem durch den gemeinsamen Aufbau von Rücklagen hatten. Ich bin überzeugter Kunde und Anteilseigner einer Raiffeisen-Volksbank und ich kann nur hoffen, dass nicht durch die EU die von uns über Jahrzehnte angesparten Rücklagen für die Rettung der maroden Banken im Club Med verbrannt werden, für die Rücklagen und Stabilität stets Fremdworte waren. Der Umgang mit Geld hat auch mit Mentalität zu tun. Daher passen Nord- und Südeuropa überhaupt nicht zueinander!

      • Im Grundsatz sind wir einig, nur in einer akuten Krise würde ich Ausnahmen zulassen. Natürlich sollte man vorher versuchen, eine solche Krise zu verhindern, und danach alles gegen ihre Wiederholung unternehmen. Beides ist leider nicht zus sehen.

      • Man könnte ja auch eine Bank kontrolliert „Pleite gehen“ lassen und anschließend aus der „Konkursmasse“ einzelne Teile davon „retten„, z. Bsp. Pensionsfonds von Arbeitnehmern. ABER wer investiert, muss auch verlieren können!

      • Darum geht es, eine kontrollierte Pleite. Momentan nehmen die Manager und Eigentümer die Gläubiger und das Finanzsystem in Geiselhaft. Sie verlangen einen Anteil, damit die Bank nicht chaotisch zerbricht. Die Politiker geben ihnen dann, was sie wollen, statt die Regeln zu ändern.

      • Genau das ist das Problem. Echte Wirtschaftshilfe in Krisensituationen wäre, die Forderungsausfälle von KMUs und mittelständischen Unternehmen abzufedern, für die diese nichts können. Stattdessen werden alle naselang Spekulanten „gerettet“, die mit frenden Geldern zocken. Und das nennt sich dann „Sozialstaat“ …

      • Warum soll der Staat überhaupt für private Forderungsausfälle und Verluste aufkommen, sei es von Unternehmen oder Spekulanten? Ich sehe nur dann einen vernünftigen Grund dafür, wenn sich dadurch viel höhere Verluste an anderer Stelle vermeiden lassen. Dass es zu solchen Situationen überhaupt und dann auch noch wiederholt kommt, sollte jedoch vermieden werden.

      • Im Grundsatz bin ich ja bei Ihnen. Allerdings ist der volkswirtschaftliche Schaden durch die unumgängliche Freistellung von abhängig Beschäftigten wegen Forderungsausfällen in KMUs beträchtlich. Vom Schaden für die Unternehmer einmal ganz abgesehen.

        Warum also wird KMUs nicht vom Staat unter die Arme gegriffen, wenn sie von Schuldnern im Stich gelassen werden, Zockerbanken hingegen werden ihre Verluste auf Kosten eben dieser KMUs und ihrer Mitarbeiter aus Steuergeldern ausgeglichen.

        Was für eine Sinnhaftigkeit steckt da dahinter?

        Das entsprechende Gebaren der durchkorrumpierten Bundesregierung hat nichts mit einer Vermeidung von „noch viel höheren Verlusten an anderer Stelle“ zu tun, sondern auschließlich damit, dass Großbanken und Großkonzerne jedem Bundestagsabgeordneten und jedem Europaparlamentarier rund um die Uhr zwei Lobbyisten an die Seite stellen. Da kann der Mittelstand nicht mithalten.

  4. @ Michael Meister

    „Das Zockergeschäft muss endlich durch einschlägige Vorschriften vom normalen Bankgeschäft getrennt werden“

    Diesen Idealzustand hatten wir bis etwa Mitte der 1970er Jahre. Dann kamen unsere Bänker auf die Idee mit den großen Hunden der internationalen Finanzwelt pinkeln gehen zu wollen. Als sie merkten daß sie dazu das Bein nicht hoch genug bekamen, wurden peu a peu die gesetzlichen Regeln gelockert.
    Trennbankensystem:
    Hypothekenbanken refinanziert durch Pfandbriefe
    Geschäfts-, Spar-, Kredit-, Girobanken als eine Einheit (Geschäftsbanken)
    Investmentbanken als Zockereldorado (wer hier investiert genießt den Schutz eines Spekulanten)

    mfg
    Markus Estermeier

  5. Wenn die deutsche Bank untergeht bzw mit Steuergelder gerettet wird könnte man im Gegenzug ja wenigstens die europäische bankenaufsicht in der ezb sowie die neue Behörde von Elke könig wieder abschaffen. In beiden Behörden sitzen etliche hochbezahlte Bürokraten, d in offensichtlich nicht viel hilfreiches zu Papier bringen.

    • Das Problem allerorten ist, dass gut dotierte Flaschen über die Ver(sch)wendung der Steuergelder entscheiden, die wenige Leistungsträger sehr hart erarbeiten. Dieses asoziale Feudalsystem kann aber auf demokratischem Wege nicht abgeschafft werden, da nicht einmal 30% der Wahlberechtigten Netto-Leistungsträger sind und die anderen mehr als 70% von der Umverteilung, also vom Geld der Netto-Leistungsträger leben. 2/7 Leistungs-Sklaven rackern für 5/7 Feudalisten und per Daueralimentierung gekaufte Wähler (nicht wahlberechtigte Transfergeldempfänger kommen auch noch dazu). So lange der Laden nicht frontal an die Wand fährt (was zumindest in Top-„Wohlfahrtsstaaten“ wie Deutschland und Österreich nicht mehr lange dauern dürfte), wird sich an diesem System nichts ändern.

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