Gabriel schustert Fratzscher Auftrag zu

Es gab schon wieder (nach ‚Gabriel blamiert sich durch Ministererlaubnis und Gerichtsschelte‘) eine „Mauschelei in Sigmar Gabriels Ministerium“. Vermutlich er selbst hat dafür gesorgt, dass das von seinem „Hausökonom“ (bzw. „Gabriels Geheimwaffe“) Marcel Fratzscher geleitete Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) als fünftes Institut bei der Gemeinschaftsdiagnose der Konjunkturforschungsinstitute beteiligt wird, obwohl nur vier Aufträge ausgeschrieben wurden. Beides ist rechtswidrig, die Auftragsvergabe ohne entsprechende Ausschreibung und nach sachfremden Kriterien.

Das wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf den Minister, der gerade erst am Montag mit einem Kompromiss hinsichtlich CETA seine politische Karriere gerettet hat (siehe „SPD stimmt für Ceta-Abkommen“), sondern auch auf das DIW und dessen Präsidenten. Herr Fratzscher hat zweifelsohne sehr gut wissenschaftlich publiziert (siehe seine Publikationsliste), doch er ist kein unabhängiger Wissenschaftler (schon zuvor arbeitete er für die EZB, Weltbank und andere Institutionen), sondern eher ein für seine Verlautbarungen bezahlter Politikberater. Entsprechend sind seine politischen Äußerungen zu verstehen, die die Ansichten von Herrn Gabriel nicht bestätigen, sondern spiegeln.

11 Gedanken zu „Gabriel schustert Fratzscher Auftrag zu

  1. Roter Genossensumpf. Das sozialistische Pendant zur Vetternwirtschaft der Unionsparteien. Bananenrepublik Deutschland eben. Aber Österreich als „Operettenstaat“ bezeichnen …

    Einfach nur lächerlich, wie sich die ehemligen „Volksparteien“ auf der untergehenden Titanic gebärden.

  2. . . .und für den politischen Umwelt-Alarmismus ist seine Mitarbeiterin Prof. Claudia Kemfert – in Fachkreisen viel belächelt – stets gefragt.
    Prof. Fratzscher hat in der Diskussion mit Prof. Lucke zu „Neustart oder Zerfall – Was wird aus Europa“ – Phoenix – Unter den Linden vom 27.06.2016 doch einen recht erbarmungswürdigen Eindruck gemacht – aber eben im Sinne der offiziellen Politik diskutiert. Da lässt er sich – eiskalt lächelnd und unbeeindruckt – an die Wand spielen.
    So ist eben das Spiel. Ihr Kollege Prof. van Suntum hat in Stuttgart beklagt, dass er seit seiner herausragenden Funktion bei ALFA keine Gutachten-Aufträge mehr bekäme. Es ist gewissermaßen eine Lose-Lose-Situation – kein Erfolg für ALFA, keine Berater-Honorare.

      • So etwas war doch zu erwarten. Reine Opportunisten eben. Hinzu kommt, dass Bernd Lucke höchstselbst mehr als zwei Jahre lang eine rechtsextreme Rassistin und bekennende Islamhasserin in seinem Vorzimmer im Europaparlament beschäftigt hat.

      • Es war ein großer Fehler der jungen AfD sich mit zu geringer, eigener Personalstärke schon an der Kommunalwahl 2014 zu beteiligen. Es wurden Personen mit langem politischen Vorleben „angeheuert“, um diesen Klimmzug zu schaffen. Die Betreffenden sind sehr kurzfristig in die Partei aufgenommen worden und waren in kürzester Zeit dominierende Funktionäre. Sie haben dann das getan, was auch zu erwarten war, nämlich die AfD als Vehikel benutzt, um als Trittbrettfahrer das zu erreichen, was ihnen in zehn oder fünfzehn Jahren vorher in anderen Parteien nicht gelungen ist. Nachdem sie ihr Mandat „im Sack“ hatten, haben sie sich umgehend vom Markenkern verabschiedet. Einige haben die Partei sehr schnell wieder verlassen, andere praktizieren das Gegenteil von dem, was sie den Wählern vor der Wahl beim Sammeln der Stützunterschriften versprochen hatten. Eine erhebliche Zahl der kommunalen Mandatsträger, die unter der Flagge der AfD ihre Pöstchen ergatterten, haben die Partei anschließend bis auf die Knochen blamiert. Im Vordergrund steht dann z. B. die Bildung zweifelhafter Mini-Koalitionen um ein paar Euro „Staatsknete“ abzugreifen und sich den Titel „Fraktiongeschäftsführer“ um den Hals zu hängen. Das ist nicht der Duktus von 2013 und erst recht nicht alternativ. Wehe, wenn´s der Wähler merkt!

      • Es wurde doch niemand angeheuert, sondern wer wollte, konnte kandidieren. Die Aufstellung der Landeslisten läuft ähnlich und der größte Pöstchenjäger steht in NRW auf Platz 1.

      • @Rolf Werle

        … und wem darf die AfD dafür „danken“ ? 😉

    • Es gibt zum Glück noch Kompetenzen jenseits der Professoren Fratzscher und Kemfert. Ich denke, solche Sendungen wie „Neustart oder Zerfall – Was wird aus Europa“ interessiert die Leute. Ein gut vorbereiteter Bernd Lucke hat durchaus etwas zu bieten. Ich habe mir die Diskussion gerade auf YouTube angeschaut.
      Frau Kemfert wünscht sich laut Wiki die Einführung eines Energieministeriums in Deutschland. Mit ihr als Energieministerin wären wir bedient. „Das Beste an den erneuerbaren Energien ist, dass ihre Preiskurve nicht wie beim Öl und Gas zwangsläufig nach oben geht, sondern seit vielen Jahren rapide sinkt.“, schrieb sie im Jahr 2014 (siehe http://www.claudiakemfert.de/wp-content/uploads/2016/03/Su__ddeutsche_05.08.2014.pdf). Der hiesige Stromverbraucher sieht davon nichts. Ich kann mir nicht vorstellen, wieso Akkus oder Pumpspeicherwerke als Stromspeicher besonders billig sein sollten.

      • Bei den erneuerbaren Energien gibt es tatsächlich technischen Fortschritt, der die Kapazitätsbereitstellung billiger macht. Das Hauptproblem sind jetzt die fehlenden Energiespeicher, wodurch der Grenzpreis kurzfristig sogar negativ werden kann, was aber gar nicht gut ist.

  3. Sozen sind bekannt dafür, ihre Amigos zu versorgen.
    Amigo-Versorgung kommt zwar auch in konservativen und liberalen Kreisen vor.
    ABER unter Sozen gibt es weniger Skrupel und noch weniger Anstand!
    Denn bei Sozen gilt ideologisch bedingt: DER ZWECK HEILIGT DIE MITTEL!

  4. Pingback: Draghis Unterstützer kritisieren ihn | Alexander Dilger

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