Merkels falsches Eingeständnis

Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela „Merkel räumt jahrelange Fehler in Flüchtlingspolitik ein“, doch echte Einsicht oder gar Reue und Umkehr sähen anders aus. „Der Zuzug sei 2015 vorübergehend außer Kontrolle geraten“, meint sie zwar, aber das Aussetzen jeder Kontrolle und die Einladung an alle Welt waren allein ihre willkürliche Entscheidung. „‚Die Wiederholung dieser Situation will niemand, auch ich nicht.'“ Das heißt aber nicht, dass sie in einer ähnlichen Situation nicht wieder so handeln würde. Sie meint, „dass Richtung und Ziel der Flüchtlingspolitik nicht ausreichend erklärt worden seien. Dies wolle sie nun nachdrücklicher als bisher tun.“ Dabei mangelte es nicht an Worten, sondern ihre Richtung und Ziel waren einfach falsch.

„Ihren umstrittenen Satz ‚Wir schaffen das‘ wolle sie ‚am liebsten kaum noch wiederholen‘, weil er ‚zu einem schlichten Motto, beinahe (zu) einer Leerformel geworden‘ sei, sagte sie. Sie habe den Satz ‚übertrieben oft‘ wiederholt.“ Dabei spricht sie doch immer nur in Leerformeln und hat das aussagelose Politikergerede perfektioniert.

„Die Kanzlerin betonte mit Blick auf die Flüchtlingssituation 2015, sie stehe zu ihren Entscheidungen.“ Das ist der Punkt, warum es sich wieder nur um Gerede handelt und keine Einsicht in ihre Fehler. „‚Wenn ich könnte, würde ich die Zeit um viele, viele Jahre zurückspulen, um mich mit der ganzen Bundesregierung und allen Verantwortungsträgern besser vorbereiten zu können auf die Situation, die uns dann im Spätsommer 2015 eher unvorbereitet traf.'“ Im Klartext hätte sie gerne schon viel früher viel mehr Flüchtlinge aufgenommen. Ihr fehlt es sowohl an Voraussicht als auch an Einsicht in bereits gemachte Fehler, so dass sie jeden Moment wieder völlig versagen kann.

Im Grunde handelt sie stets nach einem einfachen Schema. Sie tut immer das, was in dem Moment sozialdemokratischen (und grünen) Wählern am besten gefällt, sei es Euroretterei, Atomausstieg, früherer Renteneintritt, Mindestlohn, Frauenquote oder eben das Durchwinken der Flüchtlinge letzten Sommer. Der SPD gehen dadurch die Wähler und Forderungen aus, während die verbliebenen CDU-Wähler wohl tatsächlich glauben, so würde noch Schlimmeres verhindert. Die sachlichen Probleme werden nie gelöst, sondern nur noch größer. Der einzige Unterschied war diesmal, dass ihr das Chaos gleich selbst auf die Füße gefallen ist, statt damit auf ihren Nachfolger zu warten. Leider reicht es immer noch nicht, um sie zum Rückzug oder andere zu ihrem Sturz zu bewegen.

Weitere absurde Zitate von Frau Merkel finden sich z. B. in der FAZ:

In einer Umfrage hätten 82 Prozent der Befragten einen Kurswechsel gefordert, so Merkel. „Wenn ich dieser schieren Zahl präzise entnehmen könnte, welche Kursänderung sich die Menschen wünschen, dann würde ich darüber gerne in eine Diskussion eintreten.“ Wenn damit gemeint sei, dass die Menschen schlichtweg keine Fremden und speziell keine Fremden islamischen Glaubens in Deutschland wollten, dann könne sie als Kanzlerin dem nicht folgen, weil das Grundgesetz und das „ethische Fundament“ der CDU dem widerspreche, so Merkel. „Wenn die 82 Prozent mir aber sagen wollen, die Situation aus dem vergangenen Jahr soll sich nicht noch einmal wiederholen, dann kämpfe ich genau dafür. Diesem Ziel dienen alle Maßnahmen der letzten Monate.“

Frau Merkel hat offensichtlich das Grundgesetz nicht gelesen. Ihre Politik ist jedenfalls nach Artikel 16a weder gefordert noch überhaupt damit vereinbar. Was das „ethische Fundament“ ihrer CDU noch sein soll, ist ihr Geheimnis. Dafür ist sie von der ganz überwiegenden Mehrheit der Deutschen völlig entfremdet, die sie wohl nicht mehr als ihr Volk betrachtet. 82 Prozent der Deutschen sind keine Rassisten und Fremdenfeinde, sondern wir wollen keine völlig unkontrollierte Grenzöffnung und pauschale Einladung an alle Welt, nach Deutschland zu kommen. Echten Flüchtlingen muss geholfen werden, aber auch das nicht unbedingt in Deutschland, sondern möglichst heimatnah und kostengünstig, auch um möglichst vielen Menschen helfen zu können und nicht nur denen, die sich Schlepper nach Deutschland leisten können und auf dem Weg ihr Leben riskieren. Unverfolgte Migranten sind nach anderen, für die hier lebenden Menschen günstigen Gesichtspunkten auszusuchen, während Kriminelle und Terroristen in keinem Fall ins Land zu lassen sind und schon gar nicht hier frei herumlaufen und schwere Straftaten begehen dürfen, was Frau Merkel alles zu verantworten hat.

Meine Politik ist grundsätzlich richtig – es ist diese Botschaft, die Merkel auch an diesem Montag verkündet. Dass es noch mit der richtigen Umsetzung hapert, dafür macht die Kanzlerin vor allem die fehlende Solidarität in der EU verantwortlich. Diese sei „derzeit nicht gut verfasst“. „Wir haben in Europa noch immer kein gemeinsames Verständnis davon, die Flüchtlingskrise als das zu erkennen, was sie ist: als globale und moralische Herausforderung. Daraus müssen wir in Europa die notwendigen Schlussfolgerungen tun.“

Die deutsche Sprache ist auch nicht ihre Stärke, während sich die anderen europäischen Regierungen zum Glück nicht dasselbe gefallen lassen wie die meisten deutschen Wähler. Wenn die EU noch eine Zukunft hat, dann nicht in Gefolgschaft zu Frau Merkel, sondern durch Widerstand gegen sie und ihre falsche Politik.

86 Gedanken zu „Merkels falsches Eingeständnis

      • Ich stimme Ihnen doch 100%ig zu!!! ABER als Einzelkämpfer bewegen Sie gar NICHTS!!! Ohne Plattform geht es in der Demokratie nicht! Kommen Sie in die AfD zurück, vielleicht in einen anderen Landesverband, z. Bsp. Rheinland-Pfalz.

        Parteien in Deutschland waren viel zu lange ideologische Erbhöfe. Das ist im Moment gerade im Umbruch. Nehmen Sie die beiden großen Parteien der USA: Republikaner und Demokraten. In beiden Parteien gibt es höchst unterschiedliche Inhalte und Personen. Die AfD muss Volkspartei sein! Dann haben verschiedene Liberale (Wirtschafts-Liberale, Liberal-Konservative, National-Liberale, Libertäre) UND verschiedene Konservative (Bürgerlich-Konservative, Sozial-Konservative, National-Konservative, Christlich-Konservative) unter einem Dach eine politische Heimat, ohne sich selbst verbiegen zu müssen.

        Politik ist KEINE Liebesheirat. Wer alles will und das sofort, bekommt NICHTS! Geduld, Taktik, auch um die Ecke denken zu können und viel Fingerspitzengefühl für Menschen gehören dazu.

        Mein Mentor hat mir einmal gesagt:
        Die 3 wichtigsten Dinge im Leben lernt man leider nicht in der Schule:
        1. Der Umgang mit Zeit;
        2. Der Umgang mit Geld;
        3. Der Umgang mit sich selbst und anderen Menschen.
        Ja, jetzt bin ich ein bisschen vom Thema abgewichen….

      • Mir ist klar, dass man insbesondere in der Politik alleine nichts erreichen kann. Dagegen ist mir nicht klar, was ich in der AfD bewegen könnte und was die AfD insgesamt in ihrer gegenwärtigen Verfassung gegen Frau Merkel tatsächlich auszurichten vermag. Wenn Sie mich zu einem Vortrag oder zu einer Diskussionsveranstaltung einladen, komme ich gerne einmal nach Rheinland-Pfalz. Eine wirklich breit aufgestellte AfD fände ich wieder interessant.

        Den Umgang mit Zeit hatte ich zumindest für meinen Alltag im Griff. Ein Plan für das ganze Leben ist hingegen schwierig und kleine Kinder wirbeln alles durcheinander. Der Umgang mit Geld ist mein Fachgebiet. Auch privat habe ich damit keine Probleme, was übrigens nicht selbstverständlich ist (ich kenne andere Wirtschaftswissenschaftler, die z. B. alles an der Börse verzocken oder umgekehrt ihr Geld auf dem Sparbuch anlegen). Den Umgang mit sich selbst und anderen Menschen halte ich für zwei verschiedene Themen. Mit mir selbst bin ich im Reinen, wobei ich als Vater auch noch ganz neue Seiten an mir entdecke. Mit den meisten anderen Menschen komme ich ebenfalls gut klar, doch manchmal scheitert das grandios. Als Tit-for-Tat-Spieler streite ich mich gerade mit unangenehmen Menschen, die man wohl besser ganz meiden sollte. Das ist ein Grund mehr gegen Parteipolitik; doch leider betrifft Politik auch die, die damit nichts zu tun haben wollen.

      • Es würde völlig genügen, den „Gutmenschen“ Folgendes klar zu machen:
        „Wer halb Afrika aufnimmt, rettet nicht Afrika, sondern wird selbst Afrika.“
        (frei nach Peter Scholl-Latour, der diese Aussage einst über Kalkutta getroffen hat)

      • @Alexander Dilger:
        „Afrika ist doch so schön bunt…“

        Ja, klar. Und in den meisten Regionen Afrikas ist es auch schön warm. So warm, dass man keine Heizung braucht und das ganze Jahr alles wächst, so dass niemand Vorräte anlegen muss. Diese Voraussetzungen bietet die Natur in Europa nicht. Jedenfalls nicht in Mittel- und Nordeuropa. Leider wissen das Frau Merkels Siedler nicht. Sie müssen es erst lernen … aber „WIR schaffen das!“ 😉

      • Frau Merkel legt doch auch keine Vorräte an, sondern verbraucht die Ressourcen unseres Landes, übrigens nicht nur wirtschaftlich und finanziell, sondern auch sozial und menschlich. Weil Deutschland so reich ist, dauert das eine Weile. Aber sie schafft das und uns.

      • @Alexander Dilger
        „Frau Merkel legt doch auch keine Vorräte an, …“

        ich wusste nicht, dass Sie sich so mit Frau Merkel identifizieren. Ich mache das nicht, denn ich fühle mich nicht mit ostdeutschen Armutsflüchtlingen als ein „Volk“ verbunden …

      • Ich identifiziere mich nicht mit Frau Merkel, bin aber von ihren Entscheidungen negativ betroffen. Im Übrigen sind wir alle Deutsche, ob Sie wollen oder nicht.

      • @Alexander Dilger
        „Im Übrigen sind wir alle Deutsche, ob Sie wollen oder nicht.“

        Wir sind auch alle EU-Bürger, ob Sie wollen oder nicht.
        Aber bezeichnen sie die EU-Bürger deshalb als „EIN Volk“?

      • Wenn die EU aufgelöst wird, sind wir keine EU-Bürger mehr. Nach dem Brexit sind die Briten keine EU-Bürger mehr, aber weiter Europäer. Wir gehören europäischen Völkern an, aber es gibt nicht nur eines davon.

      • So kommen wir der Sache schon näher.

        Wenn Bayern aus der Bundesrepublik Deutschland austritt, sind wir Bayern keine „Deutschen“ mehr, sondern Bayern, wie jetzt auch schon.

        Es gibt zwar viele deutschsprachige Völker, aber kein „Deutsches Volk“. Außerdem leben nicht alle deutschsprachigen Völker in „Deutschland“, weshalb es m.E. schon von daher ziemlich großer Unfug ist, die deutschsprechende Bevölkerung als „ein Volk“ zu bezeichnen oder ein (gar nicht existierendes) „Deutsches Volk“ daran fest zu machen, welches die gemeinsame Muttersprache es zu „einem Volk“ mache.

        Deutsch als Sprache ist im Übrigen regional so unterschiedlich, dass sich viele „Deutsche“ (Muttersprachler) gar nicht ohne Dolmetscher mitenander verständigen könnten, wenn es keine gemeinsame Schriftsprache gäbe.

      • Wenn Bayern aus der Bundesrepublik Deutschland austreten sollte, was außer Ihnen (fast) niemand will (die CSU tritt doch nicht einmal aus der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU aus), dann sind Sie kein deutscher Staatsbürger mehr, aber weiterhin Deutscher. Dasselbe gilt, wenn Sie ihren deutschen Pass gegen einen österreichischen eintauschen. Privat können Sie sich auch mit Ihren Eltern oder Kindern überwerfen, bleiben aber trotzdem Teil der Familie.

        Im Übrigen gibt es nur ein deutsches Volk und es können sich auch alle ohne Dolmetscher miteinander verständigen.

      • @Alexander Dilger
        „Im Übrigen gibt es nur ein deutsches Volk und es können sich auch alle ohne Dolmetscher miteinander verständigen.“

        Nach dieser Logik dürfte es auch nur „ein europäisches Volk“ geben.
        Und waren Sie schon einmal im finstersten Bayerischen Wald, im Erzgebirge oder der Oberpfalz? ;-)))))

      • Es gibt viele europäische Völker und Sprachen, doch da Sie den Volksbegriff nicht verstehen (wollen), lohnt die Diskussion mit Ihnen darüber nicht. Ich kann jeden Deutschen verstehen, wenn er verstanden werden will.

      • @Alexander Dilger
        „Ich kann jeden Deutschen verstehen, wenn er verstanden werden will.“

        Auch dagegen würde ich wetten, wenn es eine Methode gäbe, mit der sich feststellen lässt, ob jemand verstanden werden will oder nicht. Ich glaube, es gibt Regionen in „Deutschland“ von denen Sie sich gar nicht vorstellen können, wie dort umgangssprachlich gesprochen wird.

      • Sie können sich nicht vorstellen, was ich mir alles vorstellen kann und auch schon erlebt habe. Ich behaupte doch gar nicht, dass ich jeden verstehen kann, wenn er vor sich hinbrabbelt (selbst meinen eigenen Sohn verstehe ich dann oft nicht) oder Insider unter sich sind. Es geht um gesunde erwachsene Deutsche, die an mich gerichtet sprechen und ein Interesse an Verständigung haben.

      • @Alexander Dilger:
        „… Es geht um gesunde erwachsene Deutsche, die an mich gerichtet sprechen und ein Interesse an Verständigung haben.“

        Ihr Sohn wird das Sprechen schon noch lernen, da seien Sie mal ganz unbesorgt.

        Was hingegen die „gesunden erwachsenen Deutschen“ angeht, stützen Sie damit – wohl ohne es zu wollen – meine Auffassung, dass eben nicht alle „Deutschen“ ein Volk sind. Ich bin mir sehr sicher, dass es „Deutsche“ gibt (und ich meine damit jetzt ausdrücklich nicht die mit einem Migrationshintergrund aus jüngerer Zeit, wohl aber Menschen, die nicht unbedingt zum Bildungsbürgertum zählen), deren Sprache Sie auch bei noch so großer Bemühung nicht verstehen. Das geht mir im Übrigen in manchen Gegenden Deutschlands auch nicht anders.

      • Mein Sohn kann für zweieinhalb Jahre schon sehr gut sprechen, auch Dritte können ihn gut verstehen – wenn er mit ihnen redet und nicht mit sich selbst. Vielleicht ist er besonders kreativ oder das ist für Kinder seines Alters sogar üblich, dass sie eine Art Privatsprache erfinden.

        Dagegen behaupten Sie das mit den unverständlichen Dialekten einfach nur, zumal die meisten Deutschen durchaus Hochdeutsch verstehen und selbst sprechen können, wenn auch vielleicht mit einem bestimmten Klang.

      • @Alexander Dilger
        „Dagegen behaupten Sie das mit den unverständlichen Dialekten einfach nur, zumal die meisten Deutschen durchaus Hochdeutsch verstehen und selbst sprechen können, wenn auch vielleicht mit einem bestimmten Klang.“

        Eben. „Die meisten“. Aber nicht alle.

      • Im Gegensatz zu Ihnen kann ich alle Deutschen verstehen. Vielleicht liegt es daran, dass Sie ein engstirniger Bayer sind, während ich aus dem Schmelztiegel Ruhrgebiet komme und auch schon in anderen Gegenden gelebt habe.

      • Was wissen Sie schon darüber, wo ich gelebt habe?

        Dass das Ruhrgebiet ein Schmelztigel ist, das stimmt natürlich. Ich habe übrigens mehrere Jahre zeitweise in Ihrer Nähe gewohnt (in Hagen-Dahl) und kenne Ihre Gegend daher auch ein wenig.

        Desweiteren habe ich zusammengerechnet schon vor meiner Auswanderung nach Österreich (2006) zusammengerechnet gute fünf Jahre im nicht-deutschsprachigen Ausland gelebt, davon etwa vier Jahre in Spanien und Lateinamerika.

        Ein „engstirniger Bayer“ bin ich ganz bestimmt nicht. Wohl eher ein weltoffener Bayer. Weltoffen, wie es – im Gegensatz zu vielen anderen Deutschen – ohnehin die meisten Bayern sind.

        Libertas Bavariae ist eben genau keine „Engstirnigkeit“.

      • Vielleicht verstehen Sie ja die Spanier besser als die Deutschen. Spanier und Lateinamerikaner sind tatsächlich an Verständigung interessiert, selbst wenn man nicht so gut ihre Sprache spricht. Viele Franzosen sind hingegen beleidigt, wenn man ihre Sprache nicht perfekt beherrscht. In Paris ist es zum Glück nicht mehr so schlimm, zumal man es dort häufig gar nicht mehr mit ursprünglichen Franzosen zu tun hat.

      • Was die Franzosen angeht, hätte ich Ihrer Aussage vor zwanzig Jahren noch uneingeschränkt zugestimmt. Aber da hat sich sehr viel geändert. Wie Sie wissen, war ich gerade erst wieder in Südfrankreich. Es ist meines Erachtens das Beste, was wir Helmut Kohl zu verdanken haben, dass uns die Franzosen heute nicht mehr behandeln wie ihre schlimmsten Erzfeinde.

      • Falls Sie überhaupt kein Wort französisch sprechen, mag das sein. Aber wenn die Franzosen erkennen, dass Sie sich zumindest ein klein wenig bemühen und nicht gleich sofort auf Englisch loslegen, sind Franzosen inzwischen in den meisten Fällen äußerst entgegenkommend. Meistens hilft schon ein „ça va“ oder ein “Bon jour“ zur Einleitung und das Eis ist gebrochen.

      • Ich muss zugeben, dass mein Französisch sehr schlecht ist. Doch in anderen Ländern kann man sich sogar mit Händen und Füßen verständigen, selbst wenn man kein einziges Wort versteht.

      • Ja, das stimmt. Mein Französisch ist auch nicht gerade verhandlungssicher. Aber es ist einfach auch eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, nicht gleich in einer (für den Autochtonen) Fremdsprache mit der Tür ins Haus zu fallen. So schwer ist es nun wirklich nicht, sich für Länder, die man bereist, wenigstens eine Grußformel in der Landessprache zurecht zu legen. Das schaffen sogar die meisten „Siedler“, die gerade voller unrealistischer Erwartungen nach Europa einwandern.

      • Natürlich kann man jeden Deutschen verstehen, wenn sich dieser halbwegs Mühe gibt. Ein wenig Dialekt ist da auch kein Hindernis. Allerdings haben wir ja auch die Schriftsprache, sodass eine gewisse Grundlage da ist, an die man sich orientieren kann. Ohne diese Grundlage hätten sich die echten Dialekte auch niemals so an den jetzigen Zustand angeglichen. Die Urdialekte sind sicherlich sehr unterschiedlich und eine Person aus Südbaden hätte sicherlich durchaus Probleme mit einem Norddeutschen und umgekehrt.

      • @Peter Burger

        Wahrscheinlich sind Sie zu jung, um sich an den Werbespot für „Flensburger“ (Bier) zu erinnern, in dem ein großstädtischer Schickimicki mit BMW Z1 und Surfboard-Anhänger sich nach dem Weg zum Strand erkundigt … 😉

      • Das war doch ein typisches Beispiel dafür, wie Verständigung nicht klappt, wenn eine Seite nicht will. Haben Sie die Friesen etwa nicht verstanden, als der Wagen weg war?

      • @Alexander Dilger
        „Haben Sie die Friesen etwa nicht verstanden, als der Wagen weg war?“

        Nö. „Plopp“. 🙂

      • Alexander Dilger „Eine wirklich breit aufgestellte AfD fände ich wieder interessant.“

        Die Frage ist nur, wie das gelingen kann, wenn die kritischen Bürgerlichen austreten oder von außen zuschauen/kommentieren. Und – falls die AfD es aus sich selbst heraus wieder schaffen könnte – ob das ganze in einer der Dringlichkeit der Probleme angemessenen Zeit geschehen kann, oder ob es dann nicht schon zu spät ist.

        Die Frage ist also, ob es – angesichts der Dringlichkeit der Probleme – eine Alternative (und sei es nur in Form einer hinreichend begründeten Hoffnung) zum Versuch gibt, die AfD aktiv von innen heraus zu beeinflussen.

        Noch gibt es einen Grundstamm an vernünftigen, auf eine breite Aufstellung zielenden Mitgliedern, auf den man bauen kann; noch ist die Gesamtmitgliederzahl gering genug, um mit einer „freundliche“ Übernahme bzw. Gewichteverlagerung Erfolg haben zu können. Ließe sich ein „Katalysator“ finden oder herstellen, der einen bedeutenden Teil der heimatlosen Liberalen und Konservativen in diesem Land dazu bewegen könnte, der AfD beizutreten, würde sich in kurzer Zeit die Mehrheit dieser Bürgerlichen in der AfD wiederfinden und deren Politik und va Personal entsprechend prägen. Und vor allem wäre auf der Basis der aktuellen und zukünftigen (BT-Wahl) Verankerung in den Parlamenten direkt ein politischer Machthebel gegeben, um die dringlichen Probleme wirksam in Angriff zu nehmen. Und da nur der Wiederanschluss an die bürgerliche Mitte das Wählerpotential über die aktuellen 15-25% an Protest-und-kleine-Leute Partei-Potential hinaus in den 30er Bereich erhöhen kann, angesichts der gegenwärtigen Unzufriedenheit aber auch durchaus wird, wird sich das Lager derer, die eine feindliche Übernahme wahrnehmen, auf diejenigen beschränken, die grundsätzlich keine breite Aufstellung, sondern „grundsätzlich gestimmte“ Fundamentalopposition wollen – zumindest sofern die Neumitglieder nicht a la Essen-Lucke durchmarschieren/regieren wollen, sondern eine Integration aller grundgesetz-verpflichteten Strömungen.

        In einer bundesweiten CSU dagegen – als einzige alternative Utopie eher denn Hoffnung – rechne ich nicht damit, dass die Basis so direkt und schnell nach außen wirken kann, schon weil ich mit Gegenfeuer aus der bayrischen Parteizentrale rechne und es um eine 7x größere Organisation geht.

      • Im Grunde handelt es sich, wie so oft im Bereich des Politischen, um ein Koordinationsproblem. Wenn hinreichend viele seriöse Mitglieder der AfD beitreten und die dort durchaus noch vorhandenen vernünftigen Mitglieder verstärken würden, wäre die AfD für sie alle und noch viel mehr Wähler wieder interessant. Doch wenn nur einzelne Mitglieder kommen, können sie dort wenig bewegen und unterstützen letztlich einen Kurs, den sie nicht wollen. In der CDU gilt das doch noch viel stärker, allerdings sind dort die Mitgliedszahlen auch viel höher.

        Ich denke, in der AfD könnten bereits 1.000 (dann auch zumindest halbwegs aktive) Personen einen echten Unterschied machen. Diese Größenordnung wäre bereits erreicht, wenn die Hälfte der ALFA-Mitglieder zur AfD käme, wo sich viel mehr bewegen lässt als in einer Kleinstpartei, die maximal noch ein Mandat im Europaparlament erzielen kann. Mein Blog hat wohl nicht genügend Leser, die nicht (mehr) in der AfD sind, sich das aber grundsätzlich vorstellen könnten. Doch wenn sich hier 1.000 Personen zu einem gemeinsamen Beitritt verpflichten würden (also nur, wenn entsprechend viele mitmachen), würde ich mir das auch ernsthaft überlegen. Es bliebe das Problem, dass ich in NRW wohl nicht mehr aufgenommen würde, doch eine Wohnsitzverlagerung könnte helfen.

        Nur wenn die AfD ihren Kurs anpasst und keine Fundamentalopposition mehr sein will, hilft sie übrigens gegen Frau Merkel. Wer hingegen alles will, erreicht häufig gar nichts. Entsprechend wäre eine CSU-Ausdehnung auch kein Allheilmittel. Die CSU ist z. B. für den Euro, aber klar gegen den Flüchtlingskurs von Frau Merkel.

    • Dass die Zahl der Straftaten von jugendlichen Migranten besonders hoch ist, ist eine Tatsache. Aber warum müssen wir das akzeptieren? Es wäre die Aufgabe insbesondere der Bundeskanzlerin, ihre Bürger und gesetzestreue Migranten davor zu schützen, statt jeden unkontrolliert ins Land zu lassen und selbst überführte Straftäter weiter frei herumlaufen zu lassen.

  1. Frau Merkel sozialisiert Ihre Fehler, denn Sie wechselt beim Einräumen von Fehlentwicklungen stets in den Plural. Vielleicht ist es aber auch nur hochherrschaftliches Gehabe (Majestätsplural). Egal wie, die Frau hat jede Bodenhaftung verloren und kann gar nicht schnell genug des Amtes enthoben werden.

  2. Lieber Herr Dilger,
    Einen hervorragend documentierte und begrundete Volltreffer.!. Ein Beitrag zum Einrahmen!
    Olof Wullink

    • Es ist schon irgendwie zum Wegschmeißen, wie sich SPD und CDU noch immer als „Volksparteien“ feiern, obwohl sie nur noch einen hauchdünnen Vorsprung vor der AfD haben und noch nicht einmal mehr zusammen (also als sogenannte „große Koalition“) mehrheits- und regierungsfähig sind. Diese Dinosaurier haben vor lauter Blähungen jede Bodenhaftung verloren und ihr Hirn ist offenbar zu klein, um zu realisieren, wie akut sie vom Aussterben bedroht sind.

    • Die Wähler wollen nicht dieses ewige Hin und Her, sondern entdlich Taten sehen. Die absolute Mehrheit der CSU in Bayern ist jedenfalls weg und die Unterstützung für eine ewige Kanzlerin Merkel gering (siehe hier).

      • Ob die absolute Mehrheit der CSU in Bayern weg ist, wird sich erst bei der Landtagswahl im September 2018 zeigen. In zwei Jahren fließt viel Wasser Spreee und Isar hinab.

        Fatal wäre natürlich, wenn die CSU bei der Bundestagswahl 2017 an der 5%-Hürde scheitert. Aber dafür müsste ihr Ergebnis in Bayern auf etwa 32 oder 33% fallen und davon ist die CSU noch sehr weit entfernt. Da ist noch viel Luft nach unten.

      • Die Fünf-Prozent-Hürde ist für die CSU nicht relevant, weil sie trotz allem weit mehr als drei Direktmandate erzielt. Die Bildung einer eigenen Fraktion wäre dann jedoch nicht mehr möglich. Das ist ein Grund mehr, bundesweit anzutreten.

      • So sehr Sie sich das als Nichtbayer auch wünschen (was durchaus verständlich ist) – die CSU müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn sie bundesweit antritt. Die CSU würde ihre absolute Mehrheit in Bayern damit höchstwahrscheinlich für alle Zeiten verspielen.

        Mit den Direktmandaten haben Sie natürlich Recht. Die CSU holt in Bayern bislang selbst dann noch alle Direktmandate, wenn sie in ihren Wahlkreisen nur Kühe oder Schweine aufstellt.

      • Sie irren sich. Bayerische Wähler sind sehr wohl in der Lage, zwischen CDU und CSU zu differenzieren. Nicht zuletzt werden Horst Seehofer, Markus Söder und Andreas Scheuer auch nicht müde, die Unterschiede tagaus, tagein zu betonen. Daher würde ich glatt gegen Ihre These wetten.

        Tut mir schon leid, für den Rest „Deutschlands“, dass es dort keine CSU gibt.
        Es bleibt Ihnen aber immer noch die AfD.

      • Wogegen wollen Sie wetten? Ich sage vorher, dass die CSU 2018 keine absolute Mehrheit der Stimmen mehr holt in Bayern (2017 bei der Bundestagswahl auch nicht). Warum sind Sie eigentlich in der AfD, wenn Sie die CSU oder Bayernpartei viel besser finden?

      • Zur AfD bin ich Anfang 2013 – wie wahrscheinlich auch Sie – über die unsinnige „Euro-Rettungspolitik“ gekommen. Von der CSU war dazu nichts zu vernehmen.

        Die Bayernpartei ist zur Zeit ein ziemlich unengagierter, lahmer Haufen Motorrad fahrender älterer Herren, vorwiegend aus dem Spektrum der Gastronomie und somit leider ein zahnloser Tiger.

        Die Wette können wir gerne eingehen, wobei ich unter „absoluter Mehrheit“ aber nicht 50% + 1 Wählerstimme verstehe, sondern die absolute Mehrheit im bayerischen Landtag.

        Mein Wettvorschlag lautet also wie folgt:

        Meine Positionen:
        1.) Sofern die CSU 2017 bundesweit zur Bundestagswahl antreten sollte, verspielt sie dadurch bei der Landtagswahl 2018 ihre absolute Mehrheit im bayerischen Landtag.
        2.) Wenn sich die CSU bei der Bundestagswahl 2017 darauf beschränkt in Bayern anzutreten, behält sie bei der Landtagswahl 2018 ihre absolute Mehrheit im bayerischen Landtag.

        Ihre Positionen:
        1.) Sofern die CSU 2017 bundesweit zur Bundestagswahl antritt, behält sie bei der Landtagswahl 2018 ihre absolute Mehrheit im bayerischen Landtag.
        2.) Wenn sich die CSU bei der Bundestagswahl 2017 darauf beschränkt in Bayern anzutreten, verliert sie bei der Landtagswahl 2018 ihre absolute Mehrheit im bayerischen Landtag.

        Genau genommen handelt es sich dabei allerdings um zwei Wetten. Wollen wir 1.) und 2.) trennen oder darüber wetten, wessen zusammenhängende Gesamtprognose eintritt?

      • Wir sollten das trennen und nur hinsichtlich 2.) wetten (wieder eine Flasche Champagner oder mehr?). Ich behaupte entgegen 1.) nicht, dass die CSU bei einem bundesweiten Antritt ihre absolute Mehrheit in Bayern behält, sondern nur, dass ihr dieser auch in Bayern weniger schadet als ein Verzicht darauf. Da aber ein Teil in dem Vergleich notwendigerweise kontrafaktisch ist, lässt sich darüber schlecht wetten.

      • Ich glaube nicht, dass ihr das Seehofer durchgehen lässt. Seehofer will keine Worte über die Vergangenheit (die ja, wie richtig bemerkt, immer noch uneinsichtig sind), sondern Taten für die Zukunft. Wenn er ihr das dagegen durchgehen lässt, dann weiß endgültig jeder Wähler, warum es das Original AfD braucht.

        Es braucht einen effektiven Grenzschutz (erst in Deutschland, dann in Europa), effektive Abschiebehaftanstalten (sonst hauen die gleich wieder ab), das australische Asylmodell und vieles mehr. Dafür müssen auch Gesetze geändert werden. Wenn Merkel dazu bereit ist, dann brauch ich auch keine Entschuldigung. Nur will sie all das nicht, das ist das Problem.

        Eloquent war Merkel übrigens noch nie. Ihre Reden haben schon immer an einen nervösen Schüler erinnert, der nervös und hilflos nach den richtigen Worten sucht.

      • Ja, wenn Frau Merkel nicht mehr Frau Merkel wäre, sondern eine grundsätzlich andere Politik machen würde, dann könnte sie meinetwegen auch Kanzlerin bleiben. Doch es gibt nur wenige Politiker, die sich ganz neu erfinden können. Frau Merkel gehört definitiv nicht dazu. Rhetorisch war sie auch schon immer sehr schwach. Nur machtpolitisch war sie unschlagbar, bis sie sich in der Flüchtlingskrise völlig verrannt hat.

      • Machtpolitisch war auch ihre Scheinentschuldigung nicht dumm. Die linken Leitmedien werden jetzt Druck auf Seehofer aufbauen, dass er jetzt doch endlich aufhören möge, Merkel hätte doch begriffen und geliefert.

      • Es war wieder ein typisches kurzfristiges Manöver von ihr bzw. ihren Beratern. Große Teile der Presse klatschen Beifall, weil sie die Aussagen gar nicht verstehen (wollen). Aber es gibt immer mehr Merkel-Kritiker. Lesenswert ist z. B. diese CDU-Austrittserklärung mit folgenden Spitzen:

        Nun ist die CDU das Übel. […]
        Nach ihrem Grundsatzprogramm und ihrem Anspruch will die CDU konservative, liberale und christlich-soziale Strömungen unter einem Dach vereinen. Diese „Willkommenspolitik“ aber ist nicht konservativ, weil sie das Recht bricht und unsere Gesellschaft kulturellen, sozialen und ökonomischen Verwerfungen aussetzt. Sie ist nicht liberal, weil sie in unser freies, offenes Land rückständige bis mittelalterliche Wertvorstellungen, Frauen- und Gesellschaftsbilder importiert. Sie ist nicht einmal christlich oder sozial, weil sie Schutz und Hilfe nicht denen gewährt, die sie am nötigsten brauchen, sondern denen, die die stärksten Ellenbogen haben, um sich nach Deutschland durchzuschlagen – und das Geld, den Schlepper zu bezahlen.
        Deutschlands Charakter als europäisches, liberales, friedliches Land steht auf dem Spiel. Es ist auf dem Weg, unsicherer, ärmer, unsolidarischer und rückständiger zu werden. Die Verantwortung für diese Politik und alle ihre Konsequenzen liegt letztlich allein bei der CDU und ihrer Vorsitzenden Angela Merkel, die diese Politik durchgesetzt hat. […]
        Die Masse der Funktionäre ist von der Mitgliederbasis wie vom Volk völlig entkoppelt. Diese Funktionäre orientieren ihre Politik an den politischen und medialen Eliten statt an denen, die zu repräsentieren sie gewählt sind. […]
        Mit ihnen und mit dieser Bundesvorsitzenden wird es keinen Kurswechsel geben. Sie ignorieren, dass die CDU eine Wahl nach der anderen verliert. Sie ignorieren, dass die europäischen Nachbarn und Partner sich von Deutschland abwenden. Sie ignorieren, dass die Schwesterpartei CSU diese desaströse Migrationspolitik nicht mitträgt. Wenn aber weder das Volk noch die europäischen Partner und auch nicht der bayerische Ministerpräsident eine Korrektur herbeizuführen vermögen, wie soll es dann den einzelnen Mitgliedern gelingen?
        Mit der Entscheidung der Bundesvorsitzenden, trotz der Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an ihrer Politik der offenen Grenzen festzuhalten und Obergrenzen für Zuwanderung abzulehnen, muss jedem, der aus christdemokratischer Überzeugung und demokratischem Patriotismus in der CDU für eine andere Politik streitet, eines klar sein: Es ist vorbei. Der Kampf ist aussichtslos. Er ist nur mehr ein Feigenblatt für eine Politik, die seinen Werten und Interessen widerspricht.

      • Bei Landtagswahlen traue ich der CSU durchaus noch die absolute Mehrheit zu, dazu können ja durchaus 45 Prozent reichen (vielleicht sogar weniger, FW sind Wackelkandidaten). Bei Bundestagswahlen wird die CSU allerdings mitabstürzen, da weiß jeder konservative Wähler, dass Merkel mitgewählt wird.

        Allerdings verliert die CSU nicht nur nach rechts, es gibt durchaus auch in der CSU einige Gutmenschen, die Merkel toll finden, selbst die katholische Kirche ist ja mittlerweile verseucht. Auch hier sind Verluste denkbar. Die CSU ist also in einem ziemlichen Dilemma. Sie verliert auf jeden Fall, die Frage ist nur an wen.

      • Es wäre für die CSU am besten, wenn Frau Merkel einlenken würde. Deshalb versucht es Herr Seehofer ja auch wieder und wieder, sie dazu zu bewegen. Denn dann wäre der Streit weg, die Politik wieder gut oder zumindest besser und sein Kurs bestätigt. Doch er benötigt ein Druckmittel und muss dies notfalls auch einsetzen. Mangelnde Unterstützung im Bundestagswahlkampf reicht da nicht aus und verlängert nur den unproduktiven Streit. Die Ausdehnung der CSU würde diese richtig mächtig machen und der CDU enorm schaden. Wenn er damit beginnt, würde Frau Merkel vielleicht doch noch aus den Reihen der bedrohten CDU gestürzt, so dass Herr Seehofer die Aktion wieder abblasen könnte. Wenn er hingegen nur redet und nichts tut, schadet er Deutschland, Bayern, der CSU und sich selbst.

      • Wollen wir zusätzlich wetten, ob die CSU 2017 bundesweit zur Bundestagswahl antritt oder nicht?

      • Wahrscheinlich vermuten wir beide dasselbe, nämlich dass sie es eher nicht tun wird. Der Unterschied ist nur, dass ich das bedauere und für einen Fehler halte, während Sie es begrüßen und damit Frau Merkel unterstützen.

      • Ich unterstütze Frau Merkel nicht. Aber Merkel bliebe auch Kanzlerin, wenn die CSU bundesweit antreten würde, da die CSU deshalb noch lange nicht stärkste Partei würde. Die meisten „Deutschen“ (außerhalb Bayerns) haben sehr große Vorbehalte gegen alles was aus Bayern kommt (ausgenommen gegen Adidas, Puma und Audi vielleicht, da wissen die Leute oft gar nicht, dass auch diese Produkte aus Bayern kommen), ganz besonders gegen die CSU.

      • Laut Umfragen ist es durchaus möglich, dass eine bundesweite CSU die Merkel-CDU überholt. Wenn diese deshalb ihren Kurs ändert, umso besser. Zusammen bleibt die Union die stärkste politische Kraft, als Einzelpartei wäre es dann vielleicht die noch mehr geschwächte SPD. Die Vorbehalte gegen Bayern sind keineswegs so groß, wie Sie glauben, zumal nicht grüne Reporter zu überzeugen sind, sondern bürgerliche Wähler.

      • Auch dagegen würde ich wetten, wenn die CSU 2017 bundesweit anträte. Wird sie aber nicht.

      • Dann lassen Sie uns doch die Wette zur Bayernwahl finalisieren. Ich sage, dass die CSU 2018 keine absolute Mehrheit im Landtag mehr erreicht. Die Wette gilt nur für den Fall, dass die CSU 2017 nicht bundesweit antritt, wovon wir beide allerdings ausgehen.

      • Also gut. Wenn die CSU Ihre absolute Mehrheit im bayerischen Landtag verliert, ist es mir das auch wert, die Wette zu verlieren. Über die Definition „absolute Mehrheit“ (es zählen nur die tatsächlichen Sitze im Landtag) sind wir uns einig?

      • Ja, Sie gewinnen, wenn die CSU im nächsten bayerischen Landtag wieder mehr Sitze hat als alle anderen Parteien zusammen, sonst ich.

      • Die Wette gilt.
        Hoffentlich können wir uns die Wette zwei Jahre lang merken …

      • Das ist in der Tat ein Problem. Falls Sie gewinnen, müssen Sie mich gegebenenfalls daran erinnern. Ich begleiche natürlich meine Wettschulden, betrachte sie jedoch als Holschulden (im Sinne des Erinnerns, nicht des Abholens des Wetteinsatzes, den ich natürlich zuschicke). Falls ich gewinne und es vergesse, ist es okay. Ehrlos ist es nur, trotz Aufforderung seine Wettschulden nicht zu begleichen. Das kommt leider vor, bei Ihnen aber nicht.

      • Ich werde einfach einen Ordner „Wetten mit Alexander Dilger“ auf meinem Laptop anlegen. Hoffentlich übersehe ich ihn nicht.

      • Die CSU wird in Bayern aller Voraussicht nach an die AfD verlieren, wenn sich die AfD Bayern im Wahlkampf 2018 nicht völlig ungeschickt anstellt. Sollte die Bayernpartei wider Erwartens rechtzeitig aus ihrem bereits Jahrzehnte anhaltenden Dornröschenschlaf erwachen, könnte die CSU aber auch sehr viele Wähler an die Bayernpartei verlieren.

      • Für die Union insgesamt wäre es ein Gewinn, für die CDU nicht, doch vielleicht liebäugelt Herr Koch mit einem Wechsel zur CSU.

    • Sehr geehrter Prof. Dilger!
      Sie raten der AfD zu einem Kurs, weg von der “Fundamentalopposition“. Wohin soll dieser Weg den führen? Die etablierten Parteien schließen doch bisher jegliche Kooperation aus und somit ist eine aktive Teilnahme an der Verantwortung zur Zeit kaum möglich.

  3. Pingback: Merkels falsches Eingeständnis (https://alexanderdilger.wordpress.com/) | Des katholischen Kirchfahrters Archangelus unbotmäßige Ansichten – ob gelegen oder ungelegen.

      • Noch traut sich kein Widersacher aus der Deckung. Logisch! Vögel die zu früh zwitschern, werden schnell von der Katze geholt. Merkel geht aufs Ganze und ihre Hofschranzen klammern sich noch an sie. Der Druck im Kessel muss noch weiter steigen. Wann kommen Negativzinsen durch die EZB? Ein neues Rettungspaket für Portugal oder das strauchelnde Italien? Widerstand in (Ost-)Europa? Die NRW-Wahlen? Rot/Rot/Grün im Bund???

        Wir müssen einfach mit viel Druck dafür sorgen, dass Berlin und Brüssel so sehr mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie fürs Regieren keine Zeit mehr haben! Um so weniger Unsinn können sie verzapfen!!!

  4. @ Franco
    So schlau ist Fr.Merkel leider auch und wird versuchen alle negativen events bis 2017 hinauszuzögern. Würde mich nicht wundern, wenn die grosse rettungssause erst nach der Wahl weitergeht, oder eben nicht. Weitere Munition für die afd wird sie jedenfalls mit allem politischen Kapital, das ihr noch verbleibt, verhindern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s