Will Merkel gar nicht mehr kandidieren?

Bei der SPD will niemand aussichtsloser Kanzlerkandidat werden außer Sigmar Gabriel, der deshalb fleißig demontiert wird von den lieben Genossen einschließlich sich selbst. Doch auch bei der Union ist sie noch immer nicht geklärt, die „Kanzlerkandidatur: CSU zwingt Merkel in die Warteschleife“. Jetzt will Angela Merkel ihre Entscheidung, ob sie zum vierten Mal als Bundeskanzlerin antreten will, erst im nächsten Frühjahr bekanntgeben, was erst nach dem CDU-Bundesparteitag liegt, auf dem ihre Wiederwahl als CDU-Vorsitzende ansteht.

Aber ist es tatsächlich so, dass Horst Seehofer einfach nur verzögert, was ohnehin schon feststeht? André Kirsch, der 2013 ebenfalls in der AfD sehr aktiv war, hat eine alternative Erklärung vorgeschlagen. Ich weiß nicht, ob sie stimmt, doch völlig unplausibel ist sie nicht. Sie hätte große Auswirkungen auf die Bundestagswahl und darüber hinaus, aber auch auf die Einschätzung von Frau Merkel und ihren Platz im Geschichtsbuch.

Demnach hat sich bereits entschieden, aber nicht für, sondern gegen eine erneute Kandidatur. Indizien dafür sind nicht nur ihr Rumgeeiere in der K-Frage, die sie doch mit einem Satz klar beantworten und für sich entscheiden könnte, sondern auch die verdächtige Stille der Herren Seehofer und Söder, die jetzt vielleicht einfach nur ruhig auf die versprochene Kanzlerkandidatur bzw. Nachfolge als bayerischer Ministerpräsident warten.

Frau Merkel würde sich damit als weniger machtbesessen und vor allem weitsichter erweisen, als ich sie bislang einschätze. Wenn man von der Flüchtlingskrise absieht, hat sie doch eigentlich gar keine eigenen Akzente gesetzt, sondern nur um des Regierens willen regiert. Deshalb dachte ich, dass sie einfach noch länger im Kanzleramt residieren will als Helmut Kohl. Das ist jedoch kaum zu schaffen, da sie sich zwar 2017 selbst bei einem schlechten Wahlergebnis den Koalitionspartner aussuchen kann, doch 2021 ziemlich sicher abgewählt würde.

Als erste Kanzlerin hat sie ihren Platz im Geschichtsbuch bereits sicher. Sie könnte auch die erste Person sein, die freiwillig aus dem Kanzleramt auszieht. Sie könnte es sogar schaffen, ins Schloss Bellevue umzuziehen, also an die Kanzlerschaft die Präsidentschaft anzuschließen und ins formal höchste, wenn auch nicht mächtigste, Amt des Staates zu wechseln. Noch besser läge ihr vermutlich das Amt der UN-Generalsekretärin. Da könnte sie wirklich noch etwas bewegen, was sie in Deutschland nur einmal versuchte und dabei scheiterte. Ich würde es nicht nur ihr wünschen, sondern vor allem uns, unserem Land und Europa.

61 Gedanken zu „Will Merkel gar nicht mehr kandidieren?

  1. Was will ein Seehofer als Kanzlerkandidat der Union noch retten?

    Von dem Tag der Bekanntgabe seiner Kandidatur an müßte er Merkel an die kurze Leine nehmen und sie dazu zwingen, ihre Politik grundlegend zu ändern und die Politik auszuführen, die er als Kanzler ausführen will. Das anzunehmen, ist weltfremd.

    Nein. Madame will sich bitten lassen. Das Volk möge betteln, daß sie es doch gnädigerweise weitere vier Jahre regiere. Am Sonntag wird wird das Volk sprechen. Und das wird nicht das sein, was Merkel hören will.

    • Wer sagt denn, dass sie bis zur Bundestagswahl Kanzlerin bleibt? Als Bundespräsidentin müsste sie z. B. schon vorher aus dem Kanzleramt ausziehen. Herr Seehofer könnte dann zeigen, was er (nicht) kann. Das muss auch noch nicht fest verabredet sein, sondern könnte von Bedingungen abhängen wie dem Abschneiden der CDU bei den kommenden Landtagswahlen. Von daher wünsche ich mir schon, dass die AfD jetzt in ihrem Heimatland die CDU überholt.

      • Nicht Horst Seehofer ist Vizekanzler, sondern Sigmar Gabriel.

        Ein etwaiger Kanzlerkandidat Seehofer würde daher von einem (natürlich nur rein hypothetischen) vorzeitigen Rückzug Merkels aus dem Kanzleramt wohl tatsächlich profitieren, da ja dann erst einmal das vollgefressene Großmaul aus Goslar unter Beweis stellen könnte, wie man es garantiert nicht besser macht.

      • Herr Gabriel würde höchstens ein paar Tage vertretungsweise die Regierungsgeschäfte führen wie seinerzeit Herr Scheel. Natürlich würde die Union den Nachfolger von Frau Merkel bestimmen. Es könnte höchstens zu vorgezogenen Neuwahlen kommen, denn an eine rot-rot-grüne Regierung für ein paar Monate glauben Sie doch nicht ernsthaft, oder?

      • @Alexander Dilger
        „Natürlich würde die Union den Nachfolger von Frau Merkel bestimmen.“

        Was macht Sie denn so sicher, dass die Unionsparteien, also CDU und CSU sich auf einen Nachfolger einigen würden und nicht CDU und SPD oder – vor dem Hintergrund von Sigmar Gabriels jüngster Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge zumindest theoretisch nicht unwahrscheinlich – SPD und CSU ?

      • SPD und CSU haben gar keine Mehrheit. Traditionell stellt und bestimmt in Deutschland die stärkste Fraktion den Kanzler, während der kleinere Koalitionspartner den Vizekanzler nach eigenem Ermessen bestimmt.

      • Wie „L’Osservatore“ oben schreibt, wird sich „Mutti“ bitten lassen und die regierungsvereinigten Blockparteien werden sie wiederwählen „weil sie die Richtige ist“ …
        Alles bleibt also wie es ist, es besteht kein Grund zur Sorge … Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen und „wir schaffen das!“ *Sarkasmus aus*

      • Ich halte das auch für das wahrscheinlichste Szenario, gerade weil Frau Merkel nicht in Alternativen denkt, sondern sich und ihre Politik für alternativlos hält. Das wiederum ist der Hauptgrund, warum sie gehen muss. Sollte sie dagegen tatsächlich freiwillig gehen, wäre das ein (bzw. der einzige) Grund, ihr etwas hinterherzutrauern.

  2. Moin aus dem Land der Rüstringer Friesen!

    Gestern, spät abends, wurde mal wieder auf einem Spartensender die Zeit vom Beginn des zweiten Weltkrieges bis 6./8. August 1945 dargestellt. Kurz, man wundert sich immer, wie lange Hitler – und seine Unterstützer – ausgehalten haben. Aber auch Moussolini, der dann von eigenen Leuten getötet wurde, und die Japaner, die nur dann aufgaben, als die zweite Atombombe auf Nagasaki fiel.. .

    Merkel ist nicht bereit zugegeben, dass das unkontrollierte Hereinlassen der Flüchtlinge ein Fehler war! Dadurch ist sie der erste Sargnagel zur Demontage der EU – was mich als EX-AfD-Mitglied mit ,klammheimlicher‘ Freude erfüllt.

    Hätte sie dies nicht getan, wären die Briten wahrscheinlich noch in der EU… Wegen der Flüchtlingskrise machen die Visegrad-Staaten mobil, Herr Orban will die EU-Außen-(Schengen-)Grenze höchsteffektiv schützen gegen Hundertausende. Schimmert da evtl. ein ,Schießbefehl‘ durch?

    Bei vielen osteuropäischen Staaten wird die Pfarrerstochter mit ihrer EU wie ein neuer Tyrann empfunden. Hier im Westen glaubt man, mit zig Milliarden die Staaten kaufen, bzw. sturmreif schießen zu können. Die ,Großen‘ mutigen vier haben aber etwas, was es in Deutschland wegen der linksgrünbunten gar nicht mehr geben darf: Nationalstolz!

    Erst 1989/90 haben jene Staaten die sowjetisch-kommunistische Diktatur ablegen können. Und jetzt kommt die nächste Diktatur aus Brüssel? Und zwar wieder eine, die vorwiegend von Deutschen, bzw. einer Deutschen angeführt wird? So schnell lassen sich die stolzen Ungarn, Polen, Tschechen und Slowaken nicht umpolen. Zumal die CDU-EU mit ihrem Nach-Links-Gerutsche den Osteuropäern wie eine neue Besetzung durch sowjetische Truppen vorkommen muss.

    Diesmal kommt die Gefahr in doppelter Funktion aus dem Westen: Deutsche Besatzung mit EU-kommunistischer Begleitung. Nein Danke! Das ist der zweite Sargnagel für die Merkel-EU!

    Im übrigen wissen wir jetzt was uns die Flüchtlinge kosten (werden)! 250.000 Euro Strafgeld pro nicht aufgenommenen Zugereisten stehen im Raum. Bei rund 1,5 Millionen Migranten in Deutschland sind das 375 Milliarden! Das wird viele Wähler hier wohl erschrecken, was noch an Einschnitten auf uns zukommt! Und nicht alles sind sprachbegabte syrische Ärzte und Ingenieure.

    Viele Grüße und eine arbeitsreiche Woche!
    Gerd der Friese aus der Wesermarsch

    TPHÜ 07:43 Uhr — 29. August 2016/Montag

    +++

    • In meisten Ost- und Suedosteuropaeischen Laendern wird man skeptisch gegen „Pfarrerstochter“ bleiben, aber auch genau so gegen nationalchauvinistische Parteien wie AfD.
      Vergessen Sie nicht, Diffamierungen und Hass der Putinversteher und Verschwoerungstheoretiker in der AfD gegen s.g. „Transatlantiker“ und Andersdenkende sind nicht mit Politik der Osteuropaeischer Laender kompatibel. Diese Laender wollen und haben enge transatlantische Bindungen und holen sich keine Ratschlaege und Geld in St. Petersburg ab!

    • Es gibt kein Amt, in dem Frau Merkel mehr schaden könnte als als deutsche Bundeskanzlerin. Denn eine echte EU-Präsidentin gibt es noch nicht und US-Präsidentin darf sie nicht werden (im Gegensatz zur nicht ganz unähnlichen Frau Clinton, die die Trump-Anhänger ja unbedingt ins Weiße Haus befördern wollten).

      • Noch ist nicht aller Tage Abend. Wer weiß, was der Kanzlerin und ihrem treuen Gefolge noch so alles einfällt bis zur nächsten Wahl. Vorturner Erdogan exerziert ja gerade vor, was so alles möglich ist, das vor wenigen Monaten noch niemand für möglich hielt. Und wie war das noch mit Merkels einstigem Ziehvater Walter Ulbricht, als der sagte „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“? (https://www.youtube.com/watch?v=YjgKKOdVRx4) Angela Merkel kommt aus dem gleichen Stall …

      • Als Uno-Generalsekretärin sollte Merkel antreten. Da kann sie nicht viel Schaden anrichten.

      • Um UN-Generalsekretärin zu werden, bräuchte Zonen-Angie eine Mehrheit in der UN-Vollversammlung. Hat sie die?

      • Wichtiger ist die Unterstützung vom UN-Sicherheitsrat. Sie hat Russland mit Vetorecht verärgert, was jedoch viel Potential zur Verbesserung der Beziehungen beinhaltet.

  3. Sie wird natuerlich kandidieren, aber vorher wird noch ein Theater in Medien veranstalltet.

    Ihre einzige nachvollziehbare Position ist Ablehnung der Krim-Annexion und russ. Krieges in der Ostukraine, falls es tatsaechlich ihre Position ist. Fuer mich sind illegalen Migranten genauso wenig „Akzente“ wie AKW-Abschaltung etc. Es sind einfach grobe ad-hoc politische Fehler mit tragischen Folgen fuer Deutschland.

    Ausserdem es waere angebracht die Frage ihres Gesundheitszustandes zu stellen, besonderes was ihre Psyche und Sprachstoerungen betrifft.

    • @Ivan de Grisogono

      Apropos Gesundheitszustand …
      Wo ist denn die derzeitige Position Ihrer Kleinstpartei und Ihres Bundestagsspitzenkandidaten i.S. Recep Tayyip Erdoğan zu verorten?

  4. Günter Grimm
    Nur einen einzigen Satz wie folgt:
    Je schnelle Merkelchen verschwindet … desto besser !!!
    Günter Grimm

  5. Sie vergessen einen wichtigen Punkt: Den Nachfolger. Sie gehen davon aus, dass diese Rolle automatisch Seehofer zufiele. Da bin ich mir nicht so sicher. Die CDU ist im Kern eine linke Partei und Seehofer hat sich in der CDU viele Feinde gemacht und Merkel-Kritiker die Union längst verlassen. Auch wenn Seehofer in der Bevölkerung Rückhalt hätte, ob er in der CDU tatsächlich vermittlungsfähig wäre? Ich befürchte da viel eher Kandidaten, die, man wagt es kaum zu sagen, noch schlimmer als Merkel wären: Supermutter Ursula und Kramp(f)-Karrenbauer.

    Meine Theorie ist eine andere: Momentan ist Merkel in der CSU noch nicht vermittlungsfähig, weshalb man wartet und hofft, dass sich die Lage irgendwie ändert (was freilich sehr unwahrscheinlich ist). Die CSU würde momentan mit Merkel als Spitzenkandidatin gnadenlos abstürzen, ich sähe sie deutlich unter 40 %. Merkel und Seehofer liefern sich daher momentan eher einen stillen Machtkampf. Je länger Seehofer Merkel die Zustimmung versagt, desto besser ist seine spätere Verhandlungsposition. Ich glaube nicht, dass Merkel bereits begriffen hat, dass die Bevölkerung sie nicht mehr möchte.

    • Wenn Frau Merkel etwas kann, dann ist es das Lesen von Umfragen. Zumindest momentan sind mehr Deutsche gegen eine vierte Amtszeit von ihr als dafür (siehe „Zustimmung für Merkel bröckelt“). Das kann sie missachten, aber für die Union insgesamt wäre Herr Seehofer als Kandidat besser. Innerhalb der CDU kommt niemand an Frau Merkel vorbei, so dass jemand (Frau von der Leyen?) glücklich wäre, erst einmal den CDU-Vorsitz zu bekommen, um dann vielleicht sogar auf eine Niederlage von Herrn Seehofer zu spekulieren. Auch die SPD hätte wieder eine kleine Chance auf die Kanzlerschaft (allerdings kaum mit Herrn Gabriel), wenn Frau Merkel nicht mehr antritt. Das Hauptprobleme könnte sein, wie Frau Merkel den Wechsel in ein anderes Amt absichern kann. Sobald sie den Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt, ist sie eine lahme Ente.

  6. Ich denke, jetzt ist nicht der günstigste Zeitpunkt, darüber zu diskutieren., Es stehen in den nächsten drei Wochen zwei Wahlen an, bei denen die CDU wahrscheinlich nicht gut aussehen wird. Wenn es tatsächlich zu dem Desaster kommt, würde es auch Müdigkeit der Deutschen gegen Frau Merkel interpretiert. Sie läuft allerdings auch in Gefahr, dass man zu der Erkenntnis kommt, mit Merkel kann man keine Wahlen gewinnen. Dann gibt es auch meist gnadenlose Mechanismen in den Parteien.
    Eine Kanzlerkandidatur wird sie erst verkünden, wenn die Umfrageergebnisse für sie und die CDU wieder besser sind und vor allem die Verbesserung der CDU auf sie zurückgeführt wird. Ohne die CSU dümpelt die CDU in Restdeutschland ohne Bayern ja um die 27% herum.

    • Gerade das spräche für eine schneller Erklärung. Wenn sie Kanzlerkandidatin ist bzw. sich dazu erklärt, gibt es kein Zurück mehr. Das Warten macht sie schwächer, wenn es nicht tatsächlich den Abgang vorbereiten soll, da das Erklären einer Nichtkandidatur sie noch viel schwächer machen würde.

  7. Ich stimme Peter Burger in dem Punkt zu, daß die potentielle
    Nachfolge ungeklärt ist.

    Wenn Merkel nicht antreten wollte, so hätte sie inzwischen
    angefangen, für einen ihr genehmen Nachfolger zu werben.

    Nach wie vor – 1 Jahr vor der Bundestagswahl – hält sie aber
    sämtliche CDU/CSU-Politiker neben sich klein.

    Ich sehe ebenfalls den Grund für die Zurückhaltung in den
    anstehenden Wahlen.

    Wenn die AfD in MeckPomm stärkste Kraft werden würde,
    so bestünde möglicherweise in Kürze der Zwang dort für
    die CDU mit der Linken zu koalieren.

    Ich denke, daß Merkel erst abwarten will, wie sich dann
    ein solcher „Versuchsballon“ entwickelt und wie er in der
    eigenen Partei aufgenommen wird.

    Erst wenn der Ärger darüber abgekühlt und verstummt
    ist, wird sie ihre Kandidatur erklären.
    Schließlich will sie ja – nach der Bundestagswahl –
    gegebenenfalls auch mit den Grünen koalieren.

    • In den Umfragen liegt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern auf dem dritten Platz. Sie kann die CDU noch gut überholen, die SPD nur schwer. Doch selbst dann reicht es noch für eine kleine Große Koalition, jedoch nicht für CDU-Linke, was auch sonst völlig unplausibel ist.

      • Umfragen sind geduldig. Sie müssen nicht wieder so falsch sein wie im März, können es aber durchaus. Ein Wahlerfolg der AfD ist unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Eine schwierigere Situation als in S-A dürfte sich aber weder in M-V noch in Berlin ergeben. Kenia geht in M-V auf jeden Fall und falls es die Grünen und/oder die FDP nicht schaffen, reicht es für SPD/CDU oder SPD/CDU/FDP auf jeden Fall. In Berlin wird ohnehin Rot-Rot-Grün kommen.

        Die AfD hat aber sowohl in M-V als auch in Berlin minimale Chancen darauf stärkste Partei zu werden, was einem Paukenschlag gleich käme. Realistisch sind 20-25 Prozent in M-V und 15+ in Berlin. Beides wäre ein herber Schlag für Merkel.

      • Ein Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern ist sicher. Es fragt sich nur, wie groß dieser wird. 20 Prozent sind bereits eingepreist. Wenn die CDU in Merkels Stammland auf den dritten Platz verdrängt würde, wäre das gut. Ein erster Platz für die AfD wäre noch besser. Denn das Umdenken muss jetzt einsetzen, nicht erst in einem Jahr.

      • Auf jeden Fall freue ich mich, dass die Mär, die besagt, dass wer sich von Merkel distanziere, erfolglos sei, der Vergangenheit angehören wird. Erwin Sellering macht genau das und erfährt einen Aufwärtstrend,der ihn zumindest vor die CDU bringen dürfte.

        Leif Erik Holm gefällt mir übrigens. Er steht für eine freundliche AfD und ein großer Wahlerfolg von ihm dürfte der AfD in Berlin weitere Wähler der Mitte verschaffen. Die Menschen werden dann sehen, dass die AfD doch gar nicht so eklig ist.

      • Herr Holm ist sicherlich ein Gewinn für die AfD und ganz Mecklenburg-Vorpommern. Hinter ihm finden sich jedoch auch einige gruselige Kandidaten auf der Liste.

      • Gruselige Kandidaten finden sich bei genauerer Betrachtung auf den Listen aller Parteien. Es stimmt zwar, dass die AfD hier leider keine Ausnahme darstellt, aber besser ist es diesbezüglich gerade um die „etablierten“ Parteien auch nicht bestellt.

  8. Die Süddeutsche titelt: Fünf Gründe, warum Merkel in der K-Frage alles richtig macht
    Die ZEIT schreibt: Kanzlerkandidatur: „Angela Merkel ist die Richtige“

    Sie ist halt der Liebling der linken Schickeria, doch als ?DU-Wähler würde mir vor dieser Frau grauen.

  9. Ich denke hier an den theoretischen Fall, daß
    1. die AfD mit 27+x % stärkste Kraft wird.
    Sie wird mglw. dann auch die meisten Direktmandate haben.

    2. die NPD erneut einzieht.

    3. die sonstigen Parteien 6+x % erzielen

    Dann nämlich müßten CDU, SPD und Linke zusammenrücken,
    um eine Regierung bilden zu können.

      • Zwischen Grünen und CDU in MVP scheint das Klima recht
        nachhaltig vergiftet zu sein. Ich erinnere an die Plakat-Affäre.

        Wenn CDU-Abgeordnete Strafanzeigen gegen Grüne-Abgeordnete
        schalten und die Staatsanwaltschaft ermittelt, ist der örtlichen
        CDU-Basis eine Koalition mit der Linkspartei mglw. leichter
        vermittelbar als ein Bündnis mit den Grünen.

  10. Hallo!

    Ich möchte nach dem Lesen der bisherigen Ansichten/kommentare noch eines nachreichen:

    Es sollte bei allem eines nicht vergessen werden: 2017 tritt die AfD bei der Bundestagswahl auch in Bayern an. Bei den vergangen Landtagswahlen hatte sie sich (vornehm?!) zurück gehalten.

    Und wenn CSU-Wähler bei den Bajuwaren sehen, es tut sich nichts in der Flüchtlingsfrage, so werden einige bei der AfD ihr Kreuzchen machen. Das ist auch zu bedenken.

    Zuerst ein Link: Wenn in Bayern demnächst Landtagswahl wäre =
    http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/bayern.htm

    Und hier noch einer aus der Zeitung DIE WELT vom 08. Juni 2016 =
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article156054320/Umfrage-Schock-fuer-die-CSU-AfD-bei-zehn-Prozent.html

    Viele Grüße aus Niedersachsen

    2016-08-29, Montag, gg. 15:21 h – TPHÜ

    • Natürlich freut es mich, wenn die AfD 2018 endlich in den bayerischen Landtag einziehen wird, nachdem seine Scheinheiligkeit Bernd I. das 2013 per Dekret von 11.05.2013 („Ingolstadt I“) verboten hat. Nichtsdestotrotz sind FORSA-Umfragen mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Die absolute Mehrheit der CSU in Bayern dürfte vorerst nicht so sehr gefährdet sein. Jedenfalls so lange nicht, wie Horst Seehofer und Markus Söder IM Erika zumindest pro forma Paroli bieten.

      • Forsa ist ziemlicher Unsinn. Güllner will Stimmungsmache betreiben, deshalb ignoriere ich die Umfragen von Forsa und bevorzuge Infratest Dimap. Prinzipiell schreibt er die AfD nieder, aber die CSU ist ihm im Zweifel ein noch größerer Feind.

        Dass es 2013 keinen Antritt bei der Bayern-Wahl gab, das war mMn. richtig. Damals war die AfD noch nicht stark genug, um über die 5-Prozent-Hürde zu springen, insbesondere bei einer Landtagswahl in einem Bundestagswahl, wo es die CSU statt der CDU gibt und mit den FW ein weiterer eher bürgerlicher Konkurrent existiert. In Bayern hätte die AfD allenfalls 2-4 Prozent geholt und damit Wähler davon abgeschreckt bei der Bundestagswahl für die AfD zu stimmen, weil sie ihre Stimme ohnehin verschenkt gesehen hätten. Den Umfragen hat man misstraut, einem offiziellen Wahlergebnis nicht.

      • Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der bloße Antritt der AfD Bayern bei der bayerischen Landtagswahl 2013 der AfD bei der eine Woche darauf stattgefundenen Bundestagswahl zum Sprung über die 5%-Hürde verholfen hätte. Nämlich schon alleine durch die drastische Erhöhung des seinerzeit noch sehr geringen Bekanntheitsgrades der AfD. Ob es allerdings wirklich so ein Segen für Deutschland wäre, wenn heute als Folge einer erfolgreichen AfD-Bundestagswahl 30 oder 50 ALFA-Abgeordnete vom Kaliber eines André Wächter oder Bernd Kölmel unter der Fraktionsführung von Bernd Lucke im Bundstag säßen, ist eine andere Frage.

      • Die AfD hätte in Bayern nicht punkten können. Schauen Sie sich die Landtagswahlergebnisse in Hessen an. Zumindest hätte man dann einen klaren Schuldigen für die Wahlniederlage. Die fehlenden 0,3 Prozentpunkte wären am ehesten dadurch erreichbar gewesen, dass Herr Lucke schon damals einen öffentlichkeitswirksamen Beitritt von Herrn Henkel zugelassen hätte. Mit der AfD im Bundestag hätte sich nicht nur diese Partei völlig anders entwickelt, sondern ganz Deutschland. Ich denke nicht, dass Frau Merkel sich dann erlaubt hätte, alle Welt nach Deutschland einzuladen.

      • Warum hat Bernd Lucke einen früheren Beitritt von Henkel nicht zugelassen? Henkel ist und war eine klasse Persönlichkeit, die allenfalls ein wenig zu sehr von sich selbst überzeugt ist (seine Attacken gegen Adam und Co. in dieser Form waren wohl wenig hilfreich) Seine liberalen und mutigen Ansichten (Er hat schon vor Jahren beispielsweise öffentlich Thilo Sarrazin verteidigt) und vernünftigen Ansichten waren jedoch für die AfD ein Gewinn.

      • Natürlich war Herr Henkel für die AfD ein Gewinn, insbesondere anfangs. 2013 hätte er ihr noch mehr nützen können, doch vermutlich fürchtete Herr Lucke damals die Liberalen deutlich mehr als diejenigen, die ihn schließlich gestürzt haben.

      • Henkel hin, Henkel her. Natürlich wäre der medial seinerzeit sehr präsente Hans Olaf Henkel vor der Bundestagswahl 2013 ein großer Bekanntheitsgewinn für die AfD gewesen. Sehr wahrscheinlich wären durch seinen frühzeitigen Beitritt auch tatsächlich 120.000 Stimmen mehr zusammengekommen und die AfD hätte die 5%-Hürde genommen.

        Die Rechtsextremisten hat Bernd Lucke aber schon im Mai 2013, also vier Monate vor der Bundestagswahl, medienwirksam in die AfD eingeladen (zur Erinnering: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlkampf-afd-chef-will-npd-waehler-gewinnen/8209858.html). Die bekannte Rechtsradikale und Islamhasserin Eva Kahlmann (https://afdwatchafd.wordpress.com/2014/12/22/eva-kahlmann/) arbeitet zudem noch heute in seinem Vorzimmer (http://www.europarl.europa.eu/meps/de/124820/BERND_LUCKE_assistants.html – einfach „örtliche Assistenten“ öffnen). Das verstehe wer wolle, für mich persönlich ist es nicht nur ein Zeichen von deutlicher Doppelzüngigkeit, sondern es zeigt auch, dass Bernd Lucke die AfD früher oder später von innen zerstört hätte (ob vorsätzlich oder aus Dummheit kann dahin gestellt bleiben). Der Weggang dieses Scheinheiligen und seiner intriganten Jüngerschar hat der AfD trotz aller noch bestehenden Probleme auf jeden Fall sehr gut getan.

      • Ich selbst habe doch gar kein Problem mit Herrn Lucke. Ich möchte nur denen, die immer noch nicht begriffen haben, was für ein windiger und prinzipienloser Opportunist er ist, die Augen öffnen, damit sie ihre Wählerstimme nicht an ihn verschwenden. Mehr nicht.

      • Ich habe noch einige Bekannte in Mecklenburg-Vorpommern. Keiner davon möchte ALFA wählen. Bei der AfD gibt es Sorgen, dass sie zu stark werden könnte, was ich für kein ernsthaftes Problem halte. Gerade wenn die AfD jetzt besonders stark ist, ist sie nächstes Jahr vielleicht weniger wichtig.

      • Eine starke AfD ist überhaupt kein Problem. Es gibt genügend vernünftige, kluge Köpfe in der AfD (zum Beispiel im Konvent), die schon zu verhindern wissen, dass sich die AfD nicht noch weiter zum Sammelbecken ewiggestriger Montags-Spaziergänger und anderer rechter Irrlichter entwickelt. Das Problem ist doch längst erkannt.

  11. Der Diskussion über Merkel Kanzlerkandidatur unterstreicht nur, dass ein Bundeskanzler maximal 2 normale Wahlperioden im Amt sein dürfte. Um sich Alternativlos zu machen, hat sie alle potentiellen Nachfolger bzw. Konkurrenten abrasiert. Dies würde man nicht so konsequent machen, wenn klar wäre, dass nach 8 Jahren ein starker Nachfolger parat stehen müsste.

    • Stimmt. Selbisges sollte m.E. allerdings auch für Abgeordnetenmandate gelten. Dem lebenslangen Berufspolitikertum ohne Bezug zum realen Leben muss nämlich ebenfalls endlich ein Riegel vorgeschoben werden.

  12. Noch besser läge ihr vermutlich das Amt der UN-Generalsekretärin. Da könnte sie wirklich noch etwas bewegen, was sie in Deutschland nur einmal versuchte und dabei scheiterte. Ich würde es nicht nur ihr wünschen, sondern vor allem uns, unserem Land und Europa.

    Um Gottes Willen, NEIN! Diese Zonenwachtel würde bei der UNO die ganze Welt mit ihrer Flüchtlingsmasche vergiften!

    Merkel ist nur (noch) so stark, weil die anderen so schwach sind. Unter den Blinden ist der Einäugige König!

    Es gibt in Merkel-Zitat aus ihrer Anfangszeit, das ich leider auf die Schnelle nicht mehr finde. Darin sagt sie selbst, dass sie niemals 16 Jahre regieren wolle wie Kohl.

    MERKEL MUSS WEG!

    • Die UN-Führung hat andere Aufgaben als die Bundesregierung. Jemand muss sich um die Belange von Flüchtlingen kümmern, aber als Kanzlerin wäre es ihre erste Pflicht, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden. Im Übrigen meinte sie wohl, nicht bloß 16 Jahre wie Herr Kohl regieren zu wollen, sondern länger.

    • @francomacorisano
      „Es gibt in Merkel-Zitat aus ihrer Anfangszeit, das ich leider auf die Schnelle nicht mehr finde. Darin sagt sie selbst, dass sie niemals 16 Jahre regieren wolle wie Kohl.“

      In dem Zusammenhang fällt mir ein Walter Ulbricht – Zitat ein:
      „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.“

      Aber vielleicht erzählt uns Zonen-Angie ja demnächst auch, dass die Erde eine Scheibe sei und sie nur dafür Sorge trage, dass niemand herunterfällt? Nichts ist unmöglich …

  13. Schröder hat 2005 Neuwahlen ausgerufen, als die SPD selbst ihr Kernland NRW verloren hatte und nur noch in einem Bundesland den MP stellte, wenn ich mich recht entsinne. So weit unten ist die CDU noch lange nicht, denn die SPD schwächelt als einzig ernstzunehmender Konkurrent noch mehr. Stärke ist eben immer relativ.

    Zudem hat Seehofer seinen markigen Ankündigungen bislang noch nie Taten folgen lassen. Zwar ist der CSU das Hemd (Macht in Bayern) näher als der Rock (Macht in Berlin), aber sein wendisches Charakterprofil gibt einfach nicht den prinzipientreuen Königsmörder her. Wenn es darauf ankommt, wird er Merkels Kanzlerkandidatur im Interesse der Parteiunion unterstützen.

    Und nicht zuletzt ist Politik auch eine Frage der Alternativen. Die CDU weiß, daß es in der Partei weit und breit keine Kandidaten von ähnlicher politischer Statur gibt (außer Schäuble, der aber aus gesundheitlichen und Altersgründen kein echter Konkurrent ist). Wer sollte denn Merkel ersetzen?

    Deshalb: Geht die CDU in das nächste Jahr in den Umfragen als größte Partei mit über 30 %, wird Merkel die Kandidatur angetragen und sie wird sie annehmen, so sicher wie die Antifa ‚Deutschland verrecke‘ krakeelt.

    • Die CDU liegt bundesweit schon länger unter 30 Prozent, nur mit der CSU zusammen kommt sie noch darüber. Allerdings fürchte ich auch, dass die CSU nichts daraus macht und Frau Merkel einfach weiter das Land und die Union ruinieren lässt.

      • Und irgendwann kommt der Punkt, an dem die ersten Mainstream-Intellektuellen erkennen, daß Merkel nicht das eigentliche Problem ist, sondern der multikulturalistische, universalistische und globalistische Grundstrom, auf dem sie mit der gesamten restlichen Linken reitet. Man kann Deutschlands Niedergang unter Merkel nur verstehen, wenn man ihn im Kontext der geistigen und demographischen Krise betrachtet, die die ganzen westliche Zivilisation erfaßt hat.

        Das ist dann der Umschlagpunkt, an dem die Neue Rechte (oder Alt-Right) zur ersten geistigen Kraft aufsteigt und die Spät-68er aufs Altenteil schickt. Aber bis dahin werden noch sehr viele Krisen Deutschland erschüttern, denn der Michel lernt leider nur durch Schmerz am eigenen Leib.

        Wie der Sozialismus wird auch der Multikulturalismus letztlich an den eigenen Widersprüche scheitern, was ein langer Prozess ist, der anders als bei der Wende 1989-91 aber leider nicht unblutig verlaufen wird.

      • Der Universalismus geht viel tiefer. Er findet sich bereits im antiken Griechenland und im Christentum. Er ist wesentlich für die Aufklärung, den Liberalismus und die Menschenrechte. Alle Menschen haben sehr viel gemeinsam und sind ethisch gleichwertig. Dazu ist es kein Gegensatz, wie sowohl Linke als auch Rechte meinen, dass sich die Menschen in Familien, Gemeinschaften, Völkern und Staaten organisieren. Diese benötigen Grenzen, die durchlässig sind, aber nicht willkürlich völlig aufgehoben werden.

  14. Pingback: Merkel will Kanzlerin bleiben | Alexander Dilger

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