NRW ist 70

Heute vor 70 Jahren wurde Nordrhein-Westfalen gegründet. Es gab keinen historischen Vorläufer dafür, wenngleich das nördliche Rheinland und Westfalen zuletzt zu Preußen gehört hatten (im Gegensatz zum Land Lippe, welches 1947 noch zu NRW hinzugefügt wurde). Preußen sollte zerschlagen werden, doch zugleich wollte die britische Besatzungsmacht das Ruhrgebiet zusammenhalten und in ein größeres Bundesland (wobei es die Bundesrepublik Deutschland noch nicht gab) integrieren, während Frankreich und Russland je eigene und schlechtere Pläne damit hatten. Denn Bergbau und Industrie machten damals das Ruhrgebiet trotz Zerstörung zur wirtschaftlich wichtigsten Region Deutschlands.

Doch bereits in den 1950er Jahren gab es erste Probleme und in den 1960er Jahren setzte der Niedergang von Kohle und Stahl ein. Insbesondere anfangs bemühte man sich um die Ansiedlung neuer Industrien, die aber teilweise wie Opel und Nokia auch schon wieder weg sind. Außerdem wurden Universitäten gegründet und der Freizeitwert enorm gesteigert. Insbesondere der Süden des Ruhrgebiets ist recht schön und wohlhabend, während der Norden teilweise ärmer und schlechter ausgestattet ist als die neuen Bundesländer. Nordrhein-Westfalen insgesamt ist nur bei der Bevölkerungszahl und damit zusammenhängenden Kennzahlen das mit Abstand größte Bundesland, doch bei vielen Indikatoren pro Kopf eher im hinteren Bereich oder sogar Schlusslicht beim Ländervergleich. Beim Länderfinanzausgleich gehörte NRW lange zu den Nettozahlern, nun ist es jedoch ein Nehmerland geworden.

Für die Probleme ist teilweise die Politik verantwortlich. Die dominierende Partei ist seit 1966 meistens die SPD (nur Peer Steinbrück verlor 2005 gegen Jürgen Rüttgers), was die langfristige Entwicklung hemmt(e), insbesondere jetzt mit grüner Regierungsbeteiligung und Hannelore Kraft als Merkel Nordrhein-Westfalens. Die wirtschaftlichen Umwälzungen beruhen jedoch auf viel größeren Kräften als die hiesige Politik und beeinflussen umgekehrt auch diese. Gerade durch die große Zahl und Dichte an Menschen haben das Ruhrgebiet und ganz Nordrhein-Westfalen auch Chancen, die nur besser genutzt werden müssten. Insbesondere Dortmund als inzwischen größte Stadt des Ruhrgebiets entwickelt sich gar nicht so schlecht.

24 Gedanken zu „NRW ist 70

  1. Der Klassiker eben – wenn zusammengefügt wird, was nicht zusammen gehört und so künstlich große Länder geschaffen werden, geht es nicht nur mit der regionalen Identität, sondern damit auch mit der Leistungsfähigkeit bergab.

    • Preußen war viel größer und heterogener. 1946 waren die Alternativen schlechter. Jetzt gibt es keine politische Kraft, die NRW zerschlagen will. Es würde schon helfen, die Regierungspräsidien neu zu ordnen, da das Ruhrgebiet eine wirtschaftliche und soziale Einheit bildet, die politisch zerteilt ist.

      • Darin sehe ich nicht unbedingt einen Widerspruch. Dass die Pferdegegend in Westfalen besser zum ehemaligen Preußen passt und das Ruhrgebiet besser zum Rheinland mag gut sein. Aber der erhebliche Mentalitätsunterschied zwischen Ostwestfalen und rheinischen „Frohnaturen“ dürfte auch für Sie nicht zu leugnen sein.

      • Auch das Rheinland gehörte zu Preußen, nur Lippe nicht. Das östliche und mittlere Ruhrgebiet gehört historisch zu Westfalen, hat jetzt aber zusammen mit dem westlichen Ruhrgebiet am Rhein eine eigene Identität. Dementsprechend besteht NRW aus drei großen Teilen, nämlich Rheinland, Westfalen (einschließlich Lippe) und Ruhrgebiet. Aber auch andere Bundesländer sind nicht homogen, z. B. Bayern und Franken oder Baden und Württemberg.

      • Schon klar. Wobei sich Franken und Altbayern von der Mentalität und daraus resultierender Identität näher stehen dürften als Westfalen und Rheinländer. Auch Bayern und Tiroler oder andere Österreicher stehen sich näher als Bayern und Preußen. Je weiter die Gegenden auseinander liegen, desto fremder sind sich oft auch die Menschen. Hinzu kommen natürlich die strukturellen Untrschiede. Es ist eben ein Unterschied, ob eine Region eher von der Pferdezucht oder vom Bergbau und der Stahlindustrie geprägt ist. Aber das sind nur die Hauptfaktoren. Darüber hinaus spielen viele weitere Aspekte eine Rolle.

        Bemerkenswert finde ich übrigens auch diese Studie:
        http://www.t-online.de/lifestyle/besser-leben/id_78776350/iq-tests-ausgewertet-hier-leben-die-cleversten-deutschen.html
        (was 45 Jahre Sozialismus so alles anrichten … 😉 )

      • Das ist wohl so. Ämusant finde ich es trotzdem.

  2. NRW ist das mit Abstand am meisten „bereicherte“ Bundesland mit nicht integrierbaren Moslems. Kriminalität, Belästigungen, No-Go-Areas. Es ist das Bundesland, in dem ich am ehesten NICHT leben wollte!

    • Es gibt Gegenden in Hamburg, Berlin und sogar in den neuen Bundesländern, da würde ich mich viel mehr fürchten als in den übelsten Ecken von NRW. Abgesehen davon hat Herr Dilger Recht, dass es Problemgegenden und schönere Viertel gibt. Der Kontrast mag in manchen Städten größer sein als in anderen, aber die Grundtendenz gibt es überall. Nicht nur in Dortmund oder anderen Ecken Nordrhein-Westfalens, sondern praktisch überall auf der Welt.

      • Früher gab es in der Bundesrepublik Deutschland keine No-go-Areas. Das kippt gerade. Ich selbst würde immer noch überall hingehen, doch mit meinen Kindern würde ich es mir bereits überlegen. Meinem Neffen aus dem USA wurde es verboten, den Bahnhof in Dortmund nach Norden zu verlassen, weil in amerikanischen Reiseführern bereits entsprechende Warnungen stehen.

      • Das stimmt alles. Ich selbst möchte in keiner Großstadt mehr leben. Weder in Deutschland noch anderswo. Egal ob mit oder ohne Kinder. Es bereitet mir schlicht sehr schlechte Laune, ständig überlegen zu müssen, wo man überhaupt sein Auto abstellen kann, ohne riskieren zu müssen, dass es aufgebrochen wird oder auch nur das Fahrrad ohne fürchten zu müssen, dass es beschädigt oder gar gestohlen wird. Leider sind gerade Fahrraddiebstähle auch in kleineren Gemeinden mit afrikanischen „Flüchtlingen“ sehr weit verbreitet (ich habe das bereits vor Jahren in der Schweiz intensiv miterleben dürfen). Den Unterschied zwischen „Mein“ und „Dein“ kennen viele dieser maximal pigmentierten Zuwanderer offenbar überhaupt nicht.

      • Das hat doch nichts mit der Hautfarbe zu tun, sondern einer scheinbar sehr sozialistischen Sozialisation, die unsere Linken so lieben. Allerdings sollten Sie nicht versuchen, diesen Herren ein Fahrrad wegzunehmen, selbst wenn es vorher einmal Ihres war.

      • @Alexander Dilger
        Fahrraddiebe sind abber auffallend oft maximal pigmentiert, da in ihren Herkunftsländern eine völlig andere Einstellung zu Eigentum kultiviert wird. Es wächst ja sowieso alles ganzjährig auf dem Baum. Wozu also Vorräte anlegen und sich um irgendetwas selbst kümmern?

        @francomacorisano
        Die wenigsten Schwarzafrikaner sind Muslime. Der größte Teil wurde in der Prä-Kolonialzeit und Kolonialzeit „christlich“ missioniert und lebt heute nach irgendwelchen Vorgaben alter Natursekten gepaart mit wenigen Elementen eines igenwillig interpretierten „Christentums“. Betrachten Sie sich doch nur die vom südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma (Christ) gelebte Moral etwas genauer. Südafrika ist wohlgemerkt weder ein muslimisches Land, noch (@Alexander Dilger) „sozialistisch“, sondern gilt als der fortschrittlichste Staat in Schwarzafrika.

      • Sie haben sehr seltsame Vorstellungen von Afrika. Wenn es tatsächlich ein Schlaraffenland wäre, würde wohl kaum jemand von dort fliehen. Tatsächlich sind viele Gegenden verödet. Wer sich nicht einfach nimmt, was er kriegen kann, hat schlechtere Überlebenschancen und schlägt sich nicht bis Deutschland durch.

        Südafrika ist wirklich am weitesten entwickelt, was aber ganz sicher nicht am derzeitigen Präsidenten liegt, der auch alles (Macht, Geld, Frauen) zusammenrafft.

      • @Alexander Dilger
        Afrika ist ein sehr großer Kontinent und nicht jedes Land auf diesem Kontinent ist gleich. Nichtsdestotrotz hätte der größte Teil Afrikas auf Grund seiner naturgegebenen Reichtümer (ganzjährig bewirtschaftbare fruchtbare Böden, Bodenschätze, genügend Humankapital) die allerbesten Chancen auf Wohlstand. Da in großen Teilen Schwarzafrikas eigentlich immer von allem, was man zum Leben braucht, mehr als genug da war, musste die indigene Bevölkerung aber nie lernen nach unseren Maßstäben zu haushalten und kann es bis heute nicht. So lange sich das nicht grundlegend ändert, wird es in Afrika niemals einen einigermaßen fair verteilten Wohlstand nach westlichen Maßstäben geben. Und durch ‚Entwicklungshilfe‘ in Form von Daueralimentierung sowie Auswanderung der „Besten“ schon zwei mal nicht.

      • Es hat nicht nur, aber auch mit dem Islam zu tun! Im Koran steht, dass man „Ungläubige“ belügen, bestehlen, schlagen und töten darf.

      • Im Alten Testament gibt es vergleichbare Aussagen, nach denen die christlichen Kirchen z. T. tatsächlich gehandelt haben. Nach dem Neuen Testament sollten Sie dagegen allen Besitz verschenken und die andere Wange hinhalten.

      • Nicht jeder Satz der christlichen Bibel ist Gottes Wort.
        Aber für Moslems ist jedes Wort des Koran Allahs Wort.
        Ein riesiger Unterschied!

        Wir Christen geben heute zu, dass wir auch im Namen unseres Glaubens Falsches und Verwerfliches getan haben (Ablasshandel, Zwangsmissionierung, Raub von Goldschätzen, …). So ein Eingeständnis kommt Moslems nicht über die Lippen. Darum geht es!

      • Für die meisten christlichen Konfessionen ist die Bibel sehr wohl Gottes Wort. Es läuft immer wieder auf dasselbe hinaus: Sie und andere Islamgegner wollen das Christentum mit dem Islam vergleichen, beziehen sich jedoch tatsächlich auf den Unterschied zwischen aufgeklärter oder zumindest abgeklärter Religion und Fundamentalismus. Es gibt durchaus aufgeklärte Muslime und fundamentalistische Christen, nur die Verteilung ist hier und heute recht ungleich.

      • @francomacorisano

        Diese Argumentation wird von „Islamkritikern“ gerne ins Feld geführt. Stimmt so aber nicht, da dem Grunde nach auch der Islam eine friedliebende Religion ist und sogar so weit geht, Mitgliedern die sich versündigen eben nicht zu „vergeben“, sondern sie aus der Religionsgemeinschaft auszuschließen. Was Organisationen wie der IS abziehen, wird vom Koran ganz gewiss nicht gedeckt.

        Es ist ohnehin nicht angemessen, sich aus dem Koran immer nur irgendwelche Horrorpassagen heraus zu greifen und damit alle Muslime pauschal zu Extremisten zu erklären, das Alte Testament und Schandtaten die heute noch von Christen oder Juden begangen werden, zu negieren.

        Meines Erachtens wäre es am besten, wenn kein Mensch seine Religion zu wörtlich nimmt. Die drei Buchreligionen jedenfalls sind dafür allesamt ungeeignet. Es sollte immer das einzelne Individuum an seinem Handeln und Tun gemessen werden. Religion darf kein Vorwand für Kriminalität und Kriege sein.

        Besonders lächerlich ist, wenn sich Atheisten auf angeblich „christlich-abendländische“ Werte oder eine „christlich-jüdische Leitkultur“ berufen. Mich würde beispielsweise brennend interessieren, wie hoch der Anteil von Christen und Juden unter den so genannten „Montagsspaziergängern“ tatsächlich ist …

      • Mit säkularen Moslems haben wir KEINE Probleme! Einige davon sind Arbeitskollegen von mir und auch sie wollen von den korangetreuen Angriffen auf „Ungläubige“ nichts wissen. Die Türken unter ihnen lehnen Erdogan als „kleinen Hitler“ ab!

        Strenggläubige Moslems, die den Koran wörtlich nehmen und deren Moscheen aus dem islamischen Ausland gesteuert werden, sind allerdings eine Bedrohung für Europa. Die sind die Vorhut einer geplanten moslemischen Eroberung Europas, die unseren Kontinent schon seit über 1.000 Jahren angreift. Der Islam gehört weder zu Deutschland, noch zu Europa!!!

      • Die AfD würde viel Verständnis gewinnen, wenn sie entsprechend differenzieren würde. Viele Muslime fliehen vor ihren eigenen fanatischen Glaubensbrüdern. Sie suchen hier ebenso wie Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften einschließlich Christen sowie Atheisten Schutz, nicht weitere Verfolgung z. B. in Flüchtlingsunterkünften oder sogar auf der Straße.

      • Das sehe ich sehr ähnlich wie Herr Dilger.

        Unsere politischen Ziele müssen ganz andere sein als das Wiederaufleben von Religionskriegen und Nationalstaatsgeschwurbel. Nämlich das Ende des Missbrauchs der Auswüchse des Bürokratie- und Umverteilungsmonsters Staat, ganz besonders des Nationalstaats und des sich abzeichnenden europäischen Zentralstaats.

        Es genügt auch nicht, die Diskussion über Einwanderung und den weit verbreiteten Missbrauch des Asylrechts auf der emotionalen Ebene zu führen, wie dies schon unsere politischen Gegner so zu gerne tun (wenn auch aus einer anderen Perspektive). Insbesondere ist es völlig verkehrt, davon auszugehen, es handele sich bei der derzeitigen Masseneinwanderung um ein Problem mit dem Islam. Religionsfragen sind bei der zu führenden Migrationsdebatte ein völlig unwichtiger Nebenkriegsschauplatz, wenn nicht gar ein gezieltes Ablenkungsmanöver.

        Deutsche Gesetze gelten inzwischen offenbar nur noch für treudoofe deutsche Steuerbürger und Autofahrer, das dafür aber mit aller Härte!

        Dabei ist mittlerweile sogar Stinkefinger-Gabriel für eine Obergrenze der aufzunehmenden“Flüchtlinge“:
        http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_78820742/gabriel-fordert-obergrenze-fuer-fluechtlinge-herausforderung-unterschaetzt-.html

        Das Schlimme ist, dass unsere gewählten Volksvertreter nur noch auf ihren eigenen hausgemachten Bockmist RE-agieren und überhaupt nicht mehr vorausschauend agieren.

        Wussten Sie, dass die syrische Botschaft in Amman inzwischen Jedermann für 400 US $ einen syrischen Pass ausstellt, ohne groß nach seiner tatsächlichen Herkunft zu fragen?
        Quelle: Paul Collier – „Exodus“ (Erstauflage 2012), aktuelle Ausgabe von 2016, S. 291 ff

        Da ist es doch überhaupt kein Wunder, dass es u.a. auffallend viele Schwarze unter den „syrischen Flüchtlingen“ gibt … zudem unsere von allen möglichen Staatsbehörden eiligst herbei zitierten „Einwanderungsexperten“ in den verantwortlichen Ämtern und Behörden Ihr Übriges tun, wenn Sie nicht den geringsten Zweifel an der angeblich syrischen Identität eines offensichtlichen Subsahara-Wirtschaftsflüchtlings oder zwielichtigen Hütchenspielers vom Balkan hegen.

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