Olympischer Medaillenspiegel

Die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro sind (so gut wie) vorbei. Nach allen sportlichen Wettbewerben liegen wieder (zum Vergleich siehe 2012) die USA im Medaillenspiegel auf Platz 1. Vor vier Jahren in London errang China den zweiten Platz, nun hat es mit Großbritannien den Platz getauscht. Auf dem vierten Platz befindet sich erneut Russland trotz der Sperre in der Leichtathletik. Deutschland schafft diesmal den fünften Platz nach dem sechsten in London hinter Südkorea. Im „Ewige[n] Medaillenspiegel der Olympischen Sommerspiele“ liegt Deutschland hinter den USA und Russland weiterhin auf dem dritten Platz, auch wenn man die aktuellen Medaillen einrechnet, während es bei den Winterspielen sogar der erste Platz vor Russland, Norwegen und den USA ist. Ich gratuliere allen Olympiateilnehmern und vor allem -siegern, die nicht gedopt waren.

11 Gedanken zu „Olympischer Medaillenspiegel

    • DDR und BRD könnte man noch trennen, doch dann läge Deutschland ohne DDR immer noch vor Norwegen und Russland ganz vorne, bei dem die Norweger aber auch die Wechsel in der Staatlichkeit nutzen, um es kleinzurechnen.

      • Naja, die Norweger rechnen da ganz clever, die trennen zwischen Deutschland, der DDR und der vereinten deutschen Mannschaft unter olympischer Flagge (und dem Saarland, was aber keine Medaille gewonnen hat). Das Deutsche Reich rechnen sie nicht noch extra (das ist bei Deutschland mit drin), das war nicht notwendig da Norwegen auch so vorn liegt 😉
        Aber es stimmt schon, dass die einfache Addition der Medaillen von DDR und BRD der deutschen Medaillenbilanz einen gewissen Vorteil gibt. Wenn man wirklich fair rechnen wollte, müsste man alle Fälle korrigieren wo BRD und DDR zusammen mehr Medaillen in einem Wettbewerb hatten als Deutschland überhaupt hätte Teilnehmer stellen können, wäre es ein Land gewesen.

      • In der Regel kann ein Land immer drei Teilnehmer stellen (zumindest in den Individualsportarten) und damit alle drei Medaillen abräumen. Wenn man davon ausgeht, dass immer die drei besten Sportler geschickt werden und konstante Leistung zeigen, ergibt sich durch Aufspaltung von Ländern kein Vorteil. Tatsächlich dürfte die Leistung nicht deterministisch, sondern stochastisch sein, so dass man durch mehr Sportler am Start einen kleinen Vorteil hat. Bei Mannschaftssportarten eröffnen mehr Mannschaften auch mehr Chancen, zugleich sind die einzelnen Mannschaften jedoch schlechter, so dass gemeinsame deutsche Teams eher noch mehr Medaillen geholt haben dürften. Was der DDR am meisten genützt haben dürfte, ist jedoch das hinterher nachgewiesene systematische Staatsdoping.

      • Wenn mann von den 136 Wintergold die 39 Goldmedaillen der DDR abzieht sind die Deutschen in Ihrer Tabelle aber nicht mehr vorne. Platzierungen sind nach der Anzahl der gewonnenen Goldmedaillen sortiert.

        Diese Rechnungen ist auch deshalb schwierig, weil das IOC überhaupt keine offiziellen „ewigen“ Medaillenspiegel publiziert. Diese Medaillenspiegel enstehen wenn Dritte die IOC-Statistiken der jeweiligen Spiele zusammenzählen und zusätzlich auch die Medaillen unter verschiedene Ländercodes addieren. Das IOC führt „deutsche“ Teams unter vier verschiedenen Codes (GER, bis 1952 und seit 1992, EUA, 1956-1946, und FRG und GDR, jeweils von 1968 -1988). Auch das Saarland hat einmal separat teilgenommen (Code SAA) aber keine Medaillen gewonnen.

        Die Tabelle in der Norwegischen Wikipedia fasst schlicht die Medaillen zusammen die unter den jeweiligen IOC Länder Codes gewonnen wurden. Das gleiche gilt im übrigen auch für den englischsprachigen Wikipedia Eintrag: https://en.wikipedia.org/wiki/All-time_Olympic_Games_medal_table

      • Die Ländercodes sind aber nicht die Länder. Die Bundesrepublik Deutschland ist Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches und mit sich vor und nach der Wiedervereinigung identisch, während die DDR auch ganz klar zu Deutschland gehörte. Die DDR-Goldmedaillen hatte ich in der Tat falsch gezählt, ohne diese würde Deutschland hinter Norwegen zurückfallen. Doch wenn Sie die Größenordnungen vergleichen, sind diese für zwei getrennte deutsche Mannschaften nicht wesentlich höher als für eine gemeinsame, was auch nicht unplausibel ist, da die besten Sportler nicht dadurch besser werden, dass noch mehr nicht ganz so gute antreten.

      • Olympia ist eine Veranstaltung des IOC und daher ist es schon nicht ganz verkehrt nach deren Einteilung zu addieren.

        Es gibt auch schon einige Vorteile mehrere Starter zu schicken aber sie haben recht dass die Folgen wohl nicht dramatisch wären.

        Zum einen gewinnen die auf dem Papier stärksten ja nicht immer und wenn dann ein weitere Starter „einspringen“ kann steigen die Medaillenchancen. Z.B. wenn die Topfavoriten einen schlechten Tag haben, krank werden, einen Material defekt erleiden oder mit den Wetterbedingungen Pech haben. Das meinten Sie wahrscheinlich mit stochastisch.

        Außerdem gibt es Wettkämpfe (heutzutage z.B. Skispringen, Langlaufsprint) mit direkten Duellen bei denen sich bei ungünstiger Konstellation Starter aus dem selben Verband gegenseitig vor den Finals eliminieren können.

        Und zu guter letzt gibt es doch einige Teamwettbewerbe bei denen eben nicht ein Land alle drei Medaillen gewinnen kann. Beim Weltcup in Lillehammer letztes Jahr gab es sogar zum ersten Mal einen norwegischer Dreifach-Staffel-Sieg über die 4×7,5 km. Norwegen I siegte vor Norwegen III sowie Norwegen II. Das wäre bei Olympia nur möglich wenn Nord, Mittel und Südnorwegen separat starten dürften 🙂

      • Zumindest bei einigen Teamwettbewerben darf ein Land auch bei Olympia mehrere Team schicken. Nach welchen Kriterien das (nicht) möglich ist, weiß ich allerdings auch nicht genau (das legen wohl die Weltverbände der einzelnen Sportarten nach je eigenen Kriterien fest). Unabhängig davon ist ein Team der besten Sportler eines Landes in der Regel besser als getrennte Teams von getrennten Landesteilen. Am eindrucksvollsten belegt das Großbritannien im Fußball, wo England, Nordirland, Schottland und Wales alle antreten und verlieren dürfen.

    • Guter Punkt!

      Letztendlich sind die Vergleiche ja eh schief. Am ehesten könnte man noch Medaillen pro Kopf oder GDP vergleichen aber selbst dass berücksichtigt nicht, dass die Bedingungen zum Skifahren lernen in Norwegen geringfügig besser sind als in Belgien. Und außerdem gewinnen Länder wie Deutschland beim Bob und Rodeln oder Norwegen beim Langlaufen Medaillen in Sportarten die in wenig Ländern überhaupt ernsthaft betrieben werden aber viele Medaillen bringen.

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