Bundesregierung hält Türkei für Terrorhelfer und Partner zugleich

Der türkische Präsident Erdogan und seine AKP sind bekanntermaßen Islamisten, da sie einen politischen Islam befürworten und den zuvor säkularen türkischen Staat islamisieren. Sie unterstützen auch ganz offen islamistische Terrorgruppen wie die Hamas, die Israel militärisch vernichten will. Es konnte auch jeder wissen, dass die türkische Regierung in Syrien noch schlimmere Terrorgruppen unterstützte bis hin zu Al-Kaida-Ablegern und dem IS.

Von daher musste der BND keine großartige Geheimdienstarbeit leisten, um das aus öffentlich zugänglichen Quellen zu ermitteln. Trotzdem hat es eine neue Qualität, wenn die Bundesregierung offiziell auf eine Anfrage von Die Linke ausführt, „Wie die Türkei islamistischen Terroristen hilft“. Der Regierungssprecher tut allerdings so, als wäre nichts gewesen (siehe „Bundesinnenministerium kantet gegen Auswärtiges Amt zurück“):

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte in der Bundespressekonferenz die engen Beziehungen zur Türkei, die „aus unserer Sicht ein Partner im Kampf gegen den Islamischen Staat“ sei. Auch für ein Abrücken vom Flüchtlingsdeal der EU mit der Türkei gebe es keinen Anlass.

Faktisch unterstützt die türkische Regierung den IS und damit eine auch hierzulande operierende Terrorgruppe. Das macht den Flüchtlingsdeal mit ihr noch schändlicher. Wer 3.000 Euro für die Unterstützer eine Terrorgruppe überweist, landet im Gefängnis, doch Frau Merkel will gleich drei Milliarden Euro an Steuergeldern überweisen, was sie indirekt selbst zu einer Terrorhelferin macht, die für Anschläge im eigenen Land auch noch bezahlt.

Im Übrigen ist die Türkei längst kein sicheres Land mehr, sondern lässt tatsächlich auf Flüchtlinge schießen, wovon AfD-Funktionäre nur träumen, und sogar auf eigene Staatsbürger, die ansonsten schon für mildere Kritik als in diesem Beitrag ins Gefängnis geworfen werden. Dieser Flüchtlingsdeal und die EU-Beitrittsverhandlungen sind deshalb sofort zu beenden. Doch selbst die NATO-Mitgliedschaft der Türkei gehört auf den Prüfstand, da sie mit aggressiven Feinden von NATO-Partnern gemeinsame Sache macht.

99 Gedanken zu „Bundesregierung hält Türkei für Terrorhelfer und Partner zugleich

  1. Was diese Bundesregierung abzieht ist mit Worten nicht mehr zu beschreiben.
    Warum lassen sich die Deutschen das bieten?

    • Die Deutschen sind im Wachkoma. Die intellektuelle Einsicht in die Misere der Lage ist zwar bei vielen mittlerweile vorhanden, aber die Vitalität zum Widerstand fehlt. Das hat auch damit zu tun, daß wir ein vergreistes Volk sind, das es schon allein mangels Jugend an Tatkraft fehlt. Wo bescheidene patriotischen Kristallisationspunkte sich trotzdem bilden, werden sie wie die IB vom Establishment wie Staatsfeinde bekämpft.

      Das Establishment ist allerdings auch schon langsam an der Bruchgrenze angelangt. Altparteien und Systempresse haben keine Lösungen anzubieten außer den alten Parolen. Sollten Trump oder Le Pen (oder selbst Strache im kleinen Österreich) an die Macht kommen, kann es zum Dominoeffekt in Europa kommen. Vielleicht sogar zum Paradigmenwechsel.

      • Aber glauben Sie wirklich, dass es mit diesen Leuten besser wird? Ich bin nicht einfach nur gegen Frau Merkel, sondern aus einem bestimmten Grund, nämlich wegen ihrer Zersetzung unseres demokratischen Rechtsstaats. Deshalb bin ich aber auch nicht für diejenigen ihrer Gegner, die das Grundgesetz frontal angreifen. Ich will gerade keine Revolution, sondern die Bundesrepublik Deutschland bewahren.

      • @Eurokanadier

        Das sehe ich ein klein wenig anders.
        „DIE Deutschen“ gibt es nicht. Außer einer Handvoll lautstarker und ewig gestriger Ossis (Pegida, Ost-AfD, NPD) kräht daher auch kaum ein Hahn nach „Deutschland“.

        Wer identifiziert sich schon mit einem 80-Millionen-Kunststaat, in dem zusammengezwungen wurde, was nicht zusammen gehört?

        Die Leute lassen es einfach laufen, so lange sie noch auf hohem Niveau jammern. Erst der unweigerlich bevorstehende Crash des so genannten „Sozialstaats“ der einfallslosen Umverteilungsfetischisten wird zum Erwachen führen.

      • Die meisten Deutschen sind trotz linker und vereinzelt wirrer Propaganda wie von Ihnen immer noch für Deutschland und die Bundesrepublik Deutschland mit dem Grundgesetz. Historisch gesehen ging es uns nie besser, doch es gibt viele Gefahren aus ganz unterschiedlichen Richtungen.

      • @Alexander Dilger
        „trotz linker und vereinzelt wirrer Propaganda wie von Ihnen“
        Das ist jetzt wirklich eine ziemlich wirre Ansage (nämlich von Ihnen).
        Seit wann bin ich „links“? Folgen Sie jetzt etwa schon den Wirrungen von Old Grisogono?

        „Historisch gesehen ging es uns nie besser“ ?
        Wen meinen Sie mit „uns“?
        Die Ossis? Dann mögen Sie vielleicht Recht haben.
        Den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland hingegen ging es bis 1990 deutlich besser. Jedenfalls, wenn man unter „besser“ nicht nur Materielles versteht, sondern auch bürgerliche Freiheit.

      • Genaues Lesen hilft beim Verständnis. Ihre Propaganda halte ich nicht für links, sondern zähle sie zu der vereinzelt wirren. Wie kann man sich ausgerechnet bei der Alternative für Deutschland engagieren, wenn man eine Alternative zu Deutschland sucht? Wenn überhaupt irgendwo, dann passen Sie mit Ihren Thesen in die Bayernpartei. Realistisch ist ein souveränes Bayern aber nicht, sondern geht es darum, ob Deutschland souverän bleibt oder eine undemokratische EU dominiert. Glauben Sie wirklich, dass Brüssel Bayern näher ist als Berlin?

      • Weder Berlin noch Brüssel sind Bayern nahe. Beide schröpfen Bayern nur. Aber es gibt sehr viele wesentlich kleinere Staaten als Bayern, die auch souverän sind und nicht annähernd über Bayerns Wirtschaftskraft verfügen. Warum glauben Sie denn, dass Bayern es nicht alleine könnte? Das ist doch absurd!

        Die Bayernpartei ist leider nichts weiter als ein besserer Altherren-Motorradfahrer-Club, der Sternfahrten organisiert wie einst Gabi Pauli als CSU-Landrätin, nur nicht so erfolgreich (der seinerzeit noch sehr hübschen Landrätin folgten Hunderte Biker).

        Würde sich die CSU ernsthaft für die Interessen Bayserns einsetzen und für eine Sezession aussprechen, wäre sie tatsächlich eine Alternative zur AfD. Aber so engagiere ich mich eben lieber im Rahmen dessen, was unter gegebenen Umständen realistisch ist, statt von Szenarien zu träumen, die vorerst sowieso nicht eintreten werden (wiez.B. eine bundesweite CSU).

      • Die AfD verfolgt schon vom Namen her gegensätzliche Ziele zu Ihren. Also was soll Ihr Engagement dort? Rein theoretisch könnte Bayern ein zumindest formal souveränes Land sein, doch es gibt keine nennenswerte politische Kraft, die in diese Richtung wirkt.

      • @Alexander Dilger
        „Die AfD verfolgt schon vom Namen her gegensätzliche Ziele zu Ihren.“
        Mag sein. Aber darauf kommt es nicht an. Namen sind Schall und Rauch, wie Sie an den Namen aller etablierter Parteien ersehen können. Oder sehen Sie CDU und CSU etwa als besonders christlich und demokratisch bzw. „sozial“, die SPD als „sozial“ und die FDP als liberal an?

        „… es gibt keine nennenswerte politische Kraft, die in diese Richtung wirkt.“
        Noch nicht. Es ist m.E. aber nur eine Frage der Zeit. Bayern wird sich früher oder später entmerkeln, davon bin ich überzeugt.

        Da sich die AfD auch entmerkeln und entbrüsseln möchte, sehe ich in meinem Engagement bei der AfD keinen nennenswerten Widerspruch zu meinem Wunsch nach einem souveränen Bayern. Im ersten Landesvorstand der AfD Bayern wurde sogar ernsthaft darüber diskutiert, die AfD Bayern als AfB als selbständige Partei zu registrieren. Aber das ist damals natürlich an den Lucke-Jüngern im Landesvorstand gescheitert.

        Ein Austritt Bayerns aus Merkels DDR 2.0 würde jedenfalls zumindest für Bayern viele Probleme lösen, die es ohne Frau Merkel gar nicht gäbe.

      • Sie tun sich wirklich schwer mit der deutschen Sprache. Dass die AfD „schon vom Namen her“ das Gegenteil von Ihnen will, heißt doch nicht, dass sie es „nur vom Namen her“ will. Ihre Spitzenfunktionäre, Basismitglieder und Programmbeschlüsse sind da auch ein Jahr nach Herrn Lucke eindeutig, doch Sie träumen weiter von der bayerischen Weltrevolution. Warum Sie meinen, das unbedingt auf meinem Blog tun zu müssen, gehört zu den weiteren Absonderlichkeiten, für die es wohl keine vernünftige Erklärung gibt. So passen wenigstens Ziele und Mittel in ihrer Hoffnungslosigkeit zusammen.

      • @Alexander Dilger

        Ich will weder eine „bayerische Weltrevolution“, noch sehe ich die „Spitzenfunktionäre“, Basismitglieder und Programmbeschlüsse der AfD als einer solchen dienlich. Differenzieren gehört eben leider nicht zu Ihren Stärken!

      • Doch, genau das gehört zu meinen Stärken, während Sie in der falschen Partei sind, aber diese wenigstens nicht unterstützen, sondern auf Ihre Weise sabotieren.

      • Ja, verschrobene Selbsteinschätzung ist ein weit verbreitetes Professorenleiden.

        Und dass ich (zusammen mit anderen) versuche, die AfD auf einen vernünftigen Kurs zu bringen, verwechseln Sie als inzwischen Außenstehender leider mit Sabotage.

      • Sie sollten nicht von sich auf andere schließen. Mich würde interessieren, wie viele AfD-Wähler oder gar -Mitglieder sie schon geworben haben, insbesondere durch Ihre Kommentare hier.

      • Immerhin funktioniert das deutsche Hochschulsystem in dieser Hinsicht noch, doch vielleicht können Sie sich bei einer privaten FH als Honorarprofesosr einkaufen.

        Wählerstimmen werden rein quantitativ gezählt. Bei den Mitgliedern und Funktionären gibt es tatsächlich qualitative Unterschiede, doch ich sehe leider keine Besserung.

      • Sollte mich dieser Ehrgeiz auf meine alten Tage noch erreichen, kann ich Ihrem Rat ja folgen. Hätte ich ihn früher gehabt, dann hätte ich dafür sicher einen anderen Weg, nämlich den ganz konventionellen und „seriösen“ eingeschlagen.

        Mit den Wählerstimmen haben Sie leider Recht, da in der uns bekannten Form von ‚Demokratie‘ ja jede noch so große Dumpfbacke direkt und indirekt wahlberechtigt ist.

      • Sie haben schon erklärt, dass Sie kein Demokrat sind, sondern z. B. einen Ständestaat bevorzugen. Eigentlich müsste Ihnen die EU doch gefallen, in der deutsche Wählerstimmen weniger wert sind als z. B. österreichische und der Politadel ziemlich losgelöst vom Pöbel agiert.

      • Sie unterstellen mal wieder ganz schönen Unsinn. Ich habe nicht geschrieben, dass ich einem Ständestaat den Vorzug gebe, sondern lediglich zum Ausdruck gebracht, dass die parlamentarische Pseudodemokratie m.E. gescheitert ist und ein Ständestaat oder eine verantwortungsbewusste Aristokratie wahrscheinlich besser regieren würde als die Regierung Merkel. Das ist nicht dasselbe und zeigt einmal mehr, wie es um Ihr Differenzierungsvermögen wirklich bestellt ist.

      • Das habe Sie nicht geschrieben, sondern undifferenziert Folgendes (siehe hier):

        Realistisch gesehen wäre ein Ständesytem oder eine verantwortungsbewusste Aristokratie wahrscheinlich die bessere Regierungsform als unsere heutige ‚Demokratie‘.

      • Ja und?
        Das sagt doch gerade aus, was ich vorhin geschrieben habe.
        Was davon haben Sie nicht verstanden?

      • Nicht nur Ihre Bevorzugung von Ständestaat und Aristokratie, sondern auch Ihre Gleichsetzung von Merkel-Regierung und Demokratie weist Sie als Antidemokraten aus.

      • Was ist denn das nun wieder für eine verschwurbelte Unterstellung?
        Ich bevorzuge Ständestaat und Aristokratie nicht, sondern meine lediglich, dass sie es besser könnten als eine Merkel-Regierung, die sich als ‚demokratisch‘ bezeichnet, es aber nicht ist. Dadurch bringe ich zum Ausdruck, dass ich Merkels Regierung eben gerade NICHT für demokratisch halte.
        Jetzt verstanden?

      • Das hatten Sie nicht geschrieben. Abgesehen davon ist die Bundesregierung durchaus rechtmäßig und demokratisch gewählt worden, nur nutzt Frau Merkel bestimmte Schwächen des deutschen politischen Systems und der etablierten Parteien aus.

      • Sie sind wirklich ein extrem anstrengender Diskussionspartner und ich bezweifle sehr, dass Sie den Sinn meiner Aussagen tatsächlich nicht verstehen, sondern glaube vielmehr, dass Sie nicht verstehen wollen, was Ihnen nicht in den Kram passt bzw. nicht ihrem Theoretiker-Idealbild entspricht.

        Dass Merkel das System unserer Pseudodemokratie geschickt zum Machterhalt ausnutzt, macht das System nicht besser, sondern beweist doch nur, dass repräsentaitive ‚Demokratie‘ eben genau nicht geeignet ist, wirkliche Demokratie praktisch (nicht theoretisch!) zu leben.

      • Ich möchte gar nicht mit Ihnen diskutieren, sondern nur Ihre antidemokratischen Trollattacken nicht unkommentiert in meinem Blog stehen lassen. Viel lieber wäre es mir, wenn Sie hier nur noch vernünftige Sachen oder gar nichts mehr schreiben würden.

      • Das was wir hier gerade diskutieren, war weder „antidemokratisch“ noch eine „Trollattacke“. Die ganze Diskussion um diese Sache fußt viel mehr auf Ihrer beharrlichen Rechthaberei und der Tatsache, dass Sie als Professor offenbar keine anderen Ansichten als Ihre eigenenen dulden oder akzeptieren, ja nicht einmal tolerieren. Jedenfalls nicht hier in Ihrem Blog. Da muss man schon froh und dankbar sein, wenn man seine Beiträge nicht für Ihren virtuellen Papierkorb formuliert. Ganz besonders ausgeprägt ist das bei Themen, die sich um die Rolle der NATO und der USA als selbst ernannter Weltpolizist drehen.

        Aber wie schon mehrfach von mir geschrieben – es ist selbstverständlich Ihr Blog, Sie sind der Hausherr und als solcher müssen Sie nicht neutral sein. Ich respektiere das. Also machen Sie daraus, was Sie wollen und für richtig halten. Ich werde ab übermorgen erst einmal ein paar Tage zum Fahrradfahren gehen. 🙂

      • Mich würde einmal ernsthaft interessieren, ob es auch nur einen weiteren Leser gibt, der Ihren ursprünglichen Kommentar nicht als demokratiefeindlich, sondern nur als Kritik an Frau Merkel verstanden hat. Ansonsten gehe ich davon aus, dass auch Sie wissen, was Sie da schreiben, dann aber nicht dazu stehen wollen.

      • Es ging doch in meinem Kommentar gar nicht um die Person Merkel, sondern darum, dass die Demokratieform „repräsentative Demokratie“ Demokratie ad absurdum führt und so undemokratische Regierungen wie die Regierung Merkel überhaupt erst ermöglicht.

        Sie schreiben im Übrigen an anderer Stelle ja selbst, dass Sie Frau Merkel für faktisch nicht mehr abwählbar halten.

        Was ist daran nun besser als an einer verantwortungsbewussten Ständegesellschaft, Aristokratie oder Monarchie?

        De facto ist die einzige ehrliche Demokratie die direkte Demokratie in überschaubaren Einheiten, in denen die Menschen auch füreinander einstehen können. Große Staaten lassen sich nicht wirklich demokratisch regieren. Zu groß sind die Versuchungen des Machtmissbrauchs, zu groß ist die Anfälligkeit für Korruption.

      • Auch das ist viel zu pauschal. Repräsentative Demokratie ist natürlich demokratisch und selbst in kleinen Gemeinwesen notwendig, weil nicht immer alle alles gemeinsam entscheiden können. Kein vernünftiger Demokrat fordert die Abschaffung von Repräsentation, sondern nur deren Ergänzung durch direktdemokratische Elemente, was in Deutschland auf Bundesebene verweigert wird, obwohl es sogar im Grundgesetz steht.

      • Jetzt kommen wir der Sache schon näher.

        Sicher stimmen Sie mir zu, dass kleine politische Einheiten für den Bürger überschaubarer sind als Superstaaten mit 50 Millionen Einwohnern oder mehr oder selbst mittelgroßen Staaten mit mehr als 10 Millionen Einwohnern (das soll jetzt keine wissenschaftliche Klassifizierung sein, damit ob es für die Begriffe „Superstaat“, „großer Staat“ oder „mittlerer Staat“ eine solche überhaupt gibt, ist mir nicht bekannt).

        Direkte Demokratie zur Ergänzung und auch zur Kontrolle der repräsentativen Demokratie findet, wie auch Sie zutreffend schreiben, in Deutschland – zumindest auf Bundesebene – schlicht und ergreifend nicht statt, obwohl sie theoretisch zulässig wäre. Aber Papier ist eben sehr geduldig …

      • @ Alexander Dilger

        „Ich will gerade keine Revolution, sondern die Bundesrepublik Deutschland bewahren.“

        Ich ebenfalls! Allerdings als Nationalstaat der Deutschen und nicht als multikulturelles Produkt, bei dem nur noch das Etikett deutsch, aber der Inhalt internationalistisch, kosmopolitisch oder einfach nur noch beliebig ist.

        Ich teile mit Höcke die Einschätzung, daß die AfD die letzte evolutionäre Chance für Deutschland ist.

        Ferner glaube ich, daß der heutige Liberalismus alleine keine hinreichende Handhabe bietet, Deutschland als Nation und die Bundesrepublik als demokratischen Rechtsstaat zu bewahren. Dazu läßt er sich zu leicht vom Islam und anderen archaischen Ideologien als Vehikel für die Durchsetzung der eigenen Ziele mißbrauchen. Der liberale Staat war seit 1789 immer an die Idee der Nation gekoppelt. Das Individuum konnte sich gerade deswegen vor allem in homogenen Nationalstaaten politisch und wirtschaftlich entfalten, weil der Staat dort seine ethnischen, kulturellen und religiösen Rechte mit Selbstverständlichkeit garantierte und wahrnahm.

        In Vielvölkerstaaten wie Österreich-Ungarn, Rußland oder mittlerweile auch Merkel-Deutschland, wo antagonistische Gruppen mit antagonistischen Werten und Zielen um die Vorherrschaft ringen, hat der Liberalismus dagegen noch nie wirklich funktioniert. Wo Gruppenegoismen herrschen, geraten individuelle Freiheitsrechte ins Hintertreffen.

        Nennen Sie mir einen liberalen Vielvölkerstaat auf der Welt. Mir fällt nur die Schweiz ein, die in vielerlei Hinsicht einen Sonderfall darstellt (die USA und die anderen ehemaligen britischen Kolonien zehren von ihrer angelsächischen, europäischen Substanz). Liberalismus und Multikulturalismus schließen sich – zumindest auf lange Sicht – aus.

      • Es ist nicht richtig, dass der Liberalismus homogene Nationalstaaten voraussetzt. Die USA sind viel liberaler als Deutschland. Ihre angelsächsische Substanz steckt in den Institutionen, nicht einer homogenen Bevölkerung oder auch nur Mehrheit. Wichtig war ihre starke Integrationskraft, die jedoch bei den meisten Schwarzen nicht wirkte und zunehmend auch bei Lateinamerikanern nicht mehr funktioniert. Deutschland hat nach anfänglichen Schwierigkeiten z. B. viele Polen integriert, was jedoch bei Türken viel schlechter gelingt. Echte Vielvölkerstaaten waren häufig auch recht liberal, dabei aber selten demokratisch. Eine gute Demokratie setzt mehr Gemeinsamkeiten der Bürger voraus bzw. Wahlentscheidungen nach poliltischen Fragen statt nur ethnischen Grenzen. Man kann auch schlecht miteinander diskutieren, wenn man keine gemeinsame Sprache spricht.

    • Wobei Michael Meister teilweise schon Recht hat. Mir persönlich ist „Deutschland “ im Sinne von „deutsch“ ziemlich unwichtig. Das formale Gebilde ist mir persönlich relativ egal. Nicht egal ist mir aber meine und unsere Lebensart, unsere Kultur, unsere Werte und selbstverständlich auch unser materieller Wohlstand. Jedes demokratische Gebilde, die das schützt, unterstütze ich. Die alte Bundesrepublik hat das getan, die jetzige nicht mehr. Ob besagte Personen das garantieren, bin ich mir vor allem bei LePen und Trump aufgrund deren Wirtschaftsvorstellungen unsicher. Aber wenn es keine anderen Alternativen gibt, dann sind sie trotzdem wertvoll, weil so dennoch ein hilfreicher und wertvoller Druck auf die Gegenseite ausgeübt wird.

      Sie sollten mMn. besser nicht von Bewahrung sprechen, ich glaube nicht, dass wir diese Bundesrepublik, die Sie sich vorstellen, noch haben. Die existiert noch in Ihren Gedanken, aber nicht mehr in der Realität. Nicht einmal die Gewaltenteilung funktioniert noch, das Papier hat sich leider als geduldig erwiesen. Einzig Wahlen haben wir noch und auch diese funktionieren durch eine verheerende Selbstselektion und selbsterlegten Sprechverboten der Presse nur noch suboptimal. Immerhin: Auf diesem Gebiet begegne ich in letzter Zeit gewissen Verbesserungstendenzen und zarte Anzeichen für Selbstkritik.

      Wir in Europa haben anders als in der Türkei noch die Möglichkeiten uns selbst zu helfen, wir müssen nur aufwachen. Wenn wir nach Großbritannien und Österreich schauen, dann haben wir auch bereits Vorbilder, die den richtigen Weg gehen. Die Demokratie ist noch nicht verloren.

      • Mir geht es vor allem um die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die in einigen Ländern vielleicht nicht auf dem Papier, aber in der Praxis besser verwirklicht ist als hierzulande. Die Gefahren beschreibe ich doch deutlich in diesem Blog, insbesondere die Abdankung des Bundesverfassungsgerichts, aber auch die faktisch fehlende Möglichkeit, Frau Merkel abzuwählen. Herr Trump übt doch gleichfalls keinen Druck auf die Gegenseite aus, sondern garantiert den Wahlsieg von Frau Clinton, die er nicht ganz zu Unrecht als Frau Merkel der USA bezeichnet.

      • Die freiheitlich-demokratische Grundordnung fällt für mich unter meine Werte und ist selbstverständlich ganz oben auf meiner Liste. Sie sind auch ein ganz großer Kämpfer für diese, das dürfte Ihnen niemand in Abrede stellen. Allerdings wird diese Grundordnung nicht nur von Merkel, Junker und Konsorten in Frage gestellt, sondern auch von zahlreichen Menschen, die nach Deutschland strömen, um einzig und allein an unserem Wohlstand zu partizipieren, uns in Wahrheit aber verachten. Und gegen diese Gefahr werden Ihre ansonsten nicht hoch genug anzusehenden Rezepte und Leitlinien nicht genügen.

        Trump und Le Pen mögen vielleicht ebenso gefährlich sein, aber zumindest erkennen sie diese Gefahr und sprechen sie aus.

        Ansonsten bin ich ja kein Trump-Fan und habe definitiv keine große Meinung von ihm. Aber offensichtlich bin ich so enttäuscht von der Elite, dass Emotionen kühle Abwägung überwiegen und mir fast alles egal ist, solange Leute wie Clinton oder Merkel gehen müssen. Würde Trump Präsident, es wäre nicht unwahrscheinlich, dass ich hier gegen ihn in ähnlicher Manier anschreiben würde. Vielleicht wäre dann die Opposition aber endlich wirklich vielversprechend und aus Clintons würden wieder redliche Politiker, die den Menschen tatsächlich dienen.

      • Dass Millionen Menschen unkontrolliert nach Deutschland gelassen werden, ist doch auch ein „Verdienst“ von Frau Merkel. Leider weiß ich nicht, wie sie gestoppt werden kann. Vielleicht könnten unerwartet große AfD-Erfolge bei den kommenden Landtagswahlen noch etwas bewirken. Eine starke AfD bei der Bundestagswahl macht sie hingegen eher noch stärker, weil sich keine Koalition mehr ohne sie bilden lässt. Ebenso stärkt Herr Trump Frau Clinton, weil er viel bessere und aussichtsreichere Kandidaten verhindert hat.

      • Eine starke AfD wird das Bündnis der Blockparteien auf jeden Fall schwächen, da diese dann ihre menschenverachtende DDR 2.0-Fratze immer offensichtlicher zu Tage tragen werden.

      • Es geht aber zumindest mir gar nicht darum, die etablierten Parteien zu schwächen, sondern Frau Merkel zu stoppen, die ihrerseits diese Parteien einschließlich ihrer eigenen schwächt, um an persönlicher Macht zu gewinnen.

      • Ich weiß nicht, ob Frau Merkel das wirklich alles alleine ist. Es ist auch ziemlich egal, ob ihre Macht und ihr Machtmissbrauch „nur“ auf eine Art Wachkoma der CDU als Ganzes zurückzuführen ist oder nicht. Wer diesen Dauerzustand einem Stasi-Lehrling wie Merkel ermöglicht, der wird auch andere Zombies walten lassen. Wenn ich mir da zum Beispiel den Bundesfinanzminister so ansehe, weiß ich wirklich nicht, was das „kleinere Übel“ ist. Merkel oder Schäuble?

      • Bei Schwachmat Gabriel und Rosa Wagenknecht bin ich bei Ihnen. Bei Schäuble ganz sicher nicht. Dieser sichtbar alkohol- und medikamentenabhängige kranke alte Mann ist eine völlig unberechenbare tickende Zeitbombe.

        Sehen Sie doch nur einmal, was die „Boston Consulting Group“ schon vor dreieinhalb Jahren zur Eurorettung empfohlen hat http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/22/boston-consulting-euro-krise-muss-mit-radikaler-enteignung-geloest-werden/ (der IWF sowieso) und dann erinnern Sie sich an Schäubles Worte „So etwas muss man am Wochenende machen …“

        Noch Fragen?

      • Mit Herrn Schäuble als Kanzler hätte es z. B. den Grexit gegeben. Wenn noch jemand ähnlich verbohrt ist wie Frau Merkel, dann ist es Frau von der Leyen. Doch auch sie wäre zumindest anfangs besser, da schwächer.

      • Grexit hin, Grexit her. Die Kosten zur Rettung der Euro-Zugehörigkeit Griechenlands sind ja noch vergleichsweise harmlos. Die Zwangsenteignung kommt mit Schäubler als Finanzminister so oder so. Darauf wette ich!

      • Das wäre doch ein Grund mehr, für Herrn Schäuble als Kanzler statt Finanzminister zu sein. Am Grexit hängt mehr als nur Griechenland.

      • Da gäbe es weitaus mehr Gründe für Sahra Wagenknecht als Bundeskanzlerin. Auch unter dem Gesichtspunkt der Euro-Rettungsfrage …

      • „Ebenso stärkt Herr Trump Frau Clinton, weil er viel bessere und aussichtsreichere Kandidaten verhindert hat.“

        Das ist richtig, lässt sich aber nicht mehr (und von mir ohnehin nicht) ändern. Jetzt stellt sich eben die Frage Clinton oder Trump, also Pest oder Cholera. Für eine Seuche wird man sich entscheiden müssen.

      • Wir müssen da gar nichts entscheiden, das tun die Wähler in den USA. Es ist bereits absehbar, dass sie das mit großer Mehrheit zwar nicht für Hillary Clinton, aber gegen Donald Trump tun werden.

      • Abwarten. Den US-Amerikanern traue ich so manche Torheit zu. Mich würde nicht überraschen, wenn Donald Trump tatsächlich US-Präsident wird. Allerdings halte ich Hillary Clinton auch nicht wirklich für eine bessere Wahl. Letztlich ist es aber wohl völlig egal, wer gewinnt, denn eine jüngere bayerische Erkenntnis (aus dem Jahr 2010) lautet: „Diejenigen die entscheiden, wurden nicht gewählt und diejenigen die gewählt wurden, haben nichts zu entscheiden“. https://www.youtube.com/watch?v=19asrm-S4i0 (beachte insbesondere 1’10“ bis 1’30“)

      • Worum wollen wir wetten, dass Frau Clinton gewinnt? Im Übrigen sollten Sie lernen, zwischen Satire und Ernst sowie nach Themen zu differenzieren.

      • Großer Lehrmeister Dilger, ich kenne den Unterschied zwischen Satire und Ernst sehr wohl. Aber dass etwas in einer Satiresendung gesagt wird, bedeutet meist gerade nicht, dass kein Ernst der Sache dahinter steckt. Es gibt in anspruchsvollen Satiresendungen (zu denen „Pelzig hält sich“ zweifellos zählt) nämlich nicht nur komischen Humor, da ist durchaus auch Platz für Sarkasmus. Wissen Sie denn was Sarkasmus ist? 😉

        Zum Wettangebot:
        Die Clinton-Trump-Wette ist derzeit eine reine Lotterie. Da bin ich momentan noch unentschieden. Fragen Sie mich das bitte kurz vor der Wahl noch einmal … 🙂

      • Ich frage mich manchmal, ob nicht all Ihre Kommentare hier Realsatire sind.

        Gerade bei einer Lotterie kann man wetten. Ich bin sogar bereit zu einem 2:1 Wetteinsatz, also z. B. zwei Flaschen Champagner für Sie bei einem Trump-Erfolg und sonst eine für mich.

      • Na wenigstens besitzen Sie noch einen Funken Resthumor! 😉

        Eine Wettquote ist zwar eine sehr schöne Idee, aber es ist bezüglich der US-Präsidentschaftswahl noch zu früh, diese festzulegen.

      • Was soll denn heißen, dass es dafür zu früh sei? Nach der Wahl ist das Ergebnis bekannt, dann ist es zu spät für eine Wette. Zu jedem vorherigen Zeitpunkt gibt es subjektive Wahrscheinlichkeiten, deren Differenz Wetten ermöglicht. Man könnte deshalb jetzt sogar schon über den Wahlausgang 2020 wetten.

      • Ja, das könnte man schon.
        Aber ich will jetzt noch nicht auf diese Wette eingehen.
        Bitte fragen Sie mich einfach eine Woche vor der US-Präsidentenwahl noch einmal.

        Mein Vorschlag:
        Wir legen die Wettquote Anfang November fest.
        Einverstanden?

      • Nein, 2:1 ist schon ein Zugeständnis, auf 100:1 werde ich mich nicht einlassen. Wenn Sie dann 2:1 akzeptieren sollten, sehen wir weiter.

      • Es ist Ihr Wettangebot. Auf 2:1 gehe ich zur Stunde nicht ein. Aber vielen Dank für das Angebot. 🙂

  2. Die NATO ist in erster Linie eine Verteidigungsgemeinschaft. Für die Mitgliedschaft ist der innere demokratische Zustand der Mitgliedstaaten allenfalls zweitrangig. Das NATO-Mitglied Türkei hat 1955 hunderttausende Griechen in einem Pogrom aus Konstantinopel in das Nato-Partnerland Griechenland vertrieben. Keinen hat es in Washington, Paris oder London damals gestört, genauso wenig wie die Folter in türkischen Gefängnissen oder die brutale Kriegsführung gegen die PKK. Also warum diese Welle der Antipathie gegen den trotz alledem wesentlich humaneren Erdogan?

    Die Türkei kann auch gerne bei der EM und dem Eurovision weiter teilnehmen. Nur in der EU hat sie als orientalisches Land nichts verloren.

    • Im Gegensatz zur EU hält sich die NATO tatsächlich aus den inneren Angelegenheiten ihrer Mitglieder heraus und ist nicht notwendigerweise ein Club nur von Demokratien. Es betrifft sie aber als Verteidigungsbündnis, wenn ein Mitglied äußere Feinde unterstützt, die nicht nur NATO-Soldaten in Syrien und Irak töten, sondern auch Zivilisten in Frankreich und Bayern.

      Der Flüchtlingsdeal ist keine Sache der NATO, sondern der EU und vor allem der deutschen Bundeskanzlerin, denen es doch offiziell um die Menschenrechte geht. Wie kann man da schwerste Menschenrechtsverletzungen und die Förderung von Terrorismus ignorieren bzw. sich indirekt sogar daran beteiligen?

    • @Eurokanadier
      „Die NATO ist in erster Linie eine Verteidigungsgemeinschaft.“

      Ja, das glauben Viele. Stimmt aber nicht!
      Übersetzen Sie doch nur einmal mal „North Atlantic Treaty Organization“.

      Die NATO dient der Durchsetzung zahlreicher Interessen und sie greift, wie wir gerade in der jüngeren Vergangenheit wiederholt erleben durften, zur Durchsetzung dieser Interessen Nichtmitglieder auch militärisch an. Auch stimmt es nicht, dass die NATO sich aus inneren Angelegenheiten heraushält. Das trifft nur für die inneren Angelegenheiten ihrer MItglieder zu, nicht jedoch für innere Angelegenheiten der von der NATO unter Druck gesetzten oder besetzten Staaten. Da die NATO Hand in Hand mit der UN arbeitet, ist auch diesbezüglich eine scharfe Trennung der Interessen ihrer Mitgliedsstaaten und ausgeübter UN-Mandate nicht möglich.

      • Natürlich ist die NATO in erster Linie ein Verteidigungsbündnis. Es gibt zwei Beispiele, wo sie militärisch darüber hinaus tätig wurde, nämlich in Ex-Jugoslawien und Libyen, letzteres mit UN-Mandat, ersteres ohne und völkerrechtswidrig, woran sich die rot-grüne Bundesregierung aktiv beteiligte. Insbesondere die Grünen wandelten sich binnen Wochen von Pazifisten zu Kriegstreibern.

      • @Alexander Dilger

        Gerade die beiden von Ihnen zitierten Beispiele (Libyen und Jugoslawien) zeigen doch sehr deutlich, dass die NATO eben genau kein Verteidigungsbündnis ist!

      • @Alexander Dilger
        „„in erster Linie“ heißt nicht „ausschließlich“ “

        Schon klar. Aber diese beiden Fälle sind schon zwei zu viel, um noch von einem „Verteidigungsbündnis“ sprechen zu können. In Libyen wurden die Verträge von Ölkonzernen „verteidigt“ und sonst gar nichts. Und in den allermeisten anderen Kriegen und Bürgerkriegen, in die sich die USA eingemischt haben, ging es ebenso um Öl, Gas oder andere Rohstoffe. Das wissen Sie ebenso gut wie ich.

      • Man kann nicht wissen, was nicht wahr ist. In beiden Kriegen ging es um humanitäre Aspekte, während es in Ex-Jugoslawien keine nennenswerten Ölvorkommen gibt. Muammar al-Gaddafi ließ wie Baschar al-Assad seine eigene Zivilbevölkerung bombardieren, weshalb eine Flugverbotszone durchgesetzt wurde. Nebenziel war eine Stabilisierung der Region, was in Ex-Jugoslawien gelang und in Libyen völlig scheiterte.

      • @Alexander Dilger

        Die Einrichtung einer Flugverbotszone hört sich vielleicht harmlos an, ist aber eine faktische Kriegserklärung:
        http://orf.at/stories/2046413/
        http://www.spiegel.de/forum/politik/libyen-ist-die-flugverbotszone-eine-richtige-entscheidung-thread-31721-102.html
        http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/kurz-erklaert-was-ist-eine-flugverbotszone_aid_610031.html
        http://www.taz.de/!5125234/

        Das verharmlosende NATO-Vokabular ändert nichts daran, dass die NATO Angriffskriege im Auftrag mächtiger Oligarchen führt. Das mögen Sie noch immer für eine „Verschwörungstheorie“ halten, ist aber leider seit Jahrzehnten praktizierte Realität.

        Auch rechtfertigen innerstaatliche Verfehlungen von Diktatoren keine Kriege mit noch viel schlimmeren Auswirkungen. Bei diesen Kriegen ging es noch nie um ‚Demokratie‘ oder Menschenrechte. Wenn es so wäre, hätte die NATO nämlich in anderen Fällen durchaus eingreifen und Konflikte, die sinnfrei Millionen von Menschenleben gekostet haben, beenden können und auch müssen. Denken Sie doch beispielsweise nur an das Gemetzel zwischen Hutu und Tutsi 1994.

      • Es bestreitet doch niemand, dass in Libyen militärisch eingegriffen wurde, aber nicht so weitreichend oder gar böswillig, wie Sie unterstellen. Ihre abstrusen Verschwörungstheorien möchte ich hier nie wieder diskutieren und lösche weitere Kommentare dazu. Man kann durchaus manchmal humanitär eingreifen, ohne es immer zu tun. Gerade bei einem Bürgerkrieg wie in Ruanda hätte man aus der Luft gar nichts tun können, sondern hätte zahlreiche Soldaten am Boden einsetzen und gefährden müssen. Angesichts der vielen Opfer wäre das vielleicht die bessere Option gewesen, aber gerade Sie hätten doch die USA auch dafür beschimpft und verleumdet.

      • In Libyen wurde nicht „eingegriffen“, Libyen wurde militärisch aus der Luft angegriffen. Das ist ein deutlicher Unterschied! Sie verniedlichen die Situation mit Ihrer Wortwahl.

        Was ist denn außerdem heute in Libyen besser als vor Gaddafis Sturz?
        Können Sie diese Frage beantworten?

      • Sind Sie der deutschen Sprache wirklich nicht mächtig? Militärischer Eingriff ist der weitere Begriff und Luftangriff fällt darunter. Außerdem habe ich nicht behauptet, dass es heute in Libyen besser ist, sondern es ging um die Motivlage vor fünf Jahren.

      • Sie versuchen sich unter Vorwänden und mit leicht durchschaubaren Ablenkungsmanövern heraus zu lavieren. Eine Antwort geben Sie indes nicht.

      • Sie sind einer echten Antwort ausgewichen.
        Was ist denn nun so gut an den heutigen Verhältnissen in Libyen, dass es sich dafür gelohnt hat militärisch „einzugreifen“ ?

      • Das habe ich schon beantwortet, nun noch einmal deutlicher: Ihre Frage enthält eine Unterstellung, die ich nicht teile. Wer behauptet denn, dass die Verhältnisse heute in Libyen besser seien als vor fünfeinhalb Jahren? Zur Beurteilung der damaligen Handlungen sind die damaligen Informationen heranzuziehen, nicht die heutigen. Im Übrigen hat sich gar nicht die ganze NATO an dem Einsatz beteiligt, Deutschland z. B. explizit nicht.

      • Ich habe doch gar nicht behauptet, dass sich alle NATO-Staaten am Libyen-Schlag militärisch beteiligt hätten. Das ist ohnehin nie der Fall. Aber es dürfen natürlich alle NATO-Staaten mitbezahlen. Im Übrigen haben Sie mir immer noch nicht geantwortet, was der durchschlagende Erfolg dieser sinnfreien Aktion gewesen sein soll. Etwa, dass jetzt mehr Bimbos Europa über die zentrale Mittelmeerroute erreichen als vor fünfeinhalb Jahren? Toller Erfolg! Super Laden, diese NATO!

  3. Sie haben mit jedem Wort Recht. Die veröffentlichte Meinung sieht das allerdings mehrheitlich anders und kritisiert gar die Veröffentlichung dieser Selbstverständlichkeit.
    Gegen solche Ungeheuerlichleiten gibt es nur eine Möglichkeit: Im September in M-V und Berlin die AfD wählen. Die jüngsten Umfragen zeigen in die richtige Richtung. Selbst in Berlin gibt es mittlerweile eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die AfD stärkste Kraft wird. Mit dem Erdogandeal hat sich Merkel ein Eigentor geschossen, denn dadurch straft der Wähler sie für die innenpolitischen Probleme der Türkei automatisch mit ab. Hoffen wir, dass es die Schweigespirale immer noch gibt und die Umfragen deshalb erneut falsch sind. Denn dann haben wir nächsten Monat Wahlergebnisse, die die anderen Parteien von den Wahlergebnisse im März träumen ließen.

  4. 1. NATO Mitgliedschaft wird sicherlich in Frage gestellt falls Incirlik auch eine russische Basis wird! Sind da keine Attomwaffen stationiert ? Es ist aber ein Thema fuer NATO.

    2. Ja, die Verhandlungen ueber EU Beitritt sollen endlich als eine grosse Luege beendet werden.

    3. Dass Tuerken an den Grenzen schiessen ist legitim und kein Thema fuer Deutschland. Meiste Laender schiessen an den Grenzen i.e. schuetzen die Grenzen und eigene Bevoelkerung! Russen schiessen an den Grenzen auch gerne und keiner in Deutschland findet es merkwuerdig.Was unternimmt Deutschland einen Kriegsverbrecher wie Assad zu stoppen? Redet freundlich mit Assads Freund Putin!

    4. Was syrische Fluechtlinge betrifft soll status quo mit der Tuerkei behalten werden , „dont’t rock the boat“, bis man besseren und effektiveren Grenzenschutz implementiert!

    • Es ist nicht legitim, dass die Türkei auf friedliche Flüchtlinge aus Syrien schießt. Vor allem zeigt es, dass die Türkei kein Partner für ein humanitäres Abkommen sein kann, sondern bestenfalls harte Realpolitik betreibt und versteht.

      • Nun denn, die USA dürfen demnach aber auch kein „kein Partner für ein humanitäres Abkommen sein“. Auch sie morden mit ihren Bombenangriffen immer und immer wieder unschuldige Zivilisten. Nicht nur in Libyen und Jugoslawien. Aber wen interessiert das schon, geht es um unsere selbst ernannten lupenreinen Demokraten und Weltpolizisten, wird ja immer mit anderem Maß gemessen …

      • In Ihrem Antiamerikanismus übersehen Sie ständig, warum die USA militärisch aktiv werden, ohne ihre volle Feuerkraft zu gebrauchen, und was die Alternativen wären. Ein wirklich ungerechter Krieg mit üblen Folgen war nur der letzte Irakkrieg.

      • @Alexander Dilger

        Was wären denn „die Folgen“ gewesen, wenn Muammar al-Gaddafi nicht gestürzt und gemeuchelt worden wäre? Glauben Sie ernsthaft, dass wir in Europa davon profitiert haben? Bitte wachen Sie auf, Herr Dilger!

      • Darum geht es! Harte Realpolitik ist die einzige Politik im Interesse der Bevoelkerung und eines Landes. Alles anderes ist ein Betrug.

        Aprops Schiessen! Wenn Menschen auf Befehle nicht reagieren und sich nicht festnehmen oder ausweissen lassen wird geschossen! In einem Kriegsgebiet koennen es IS oder PKK Terroristen sein, auch syrische oder rrussische Diversanten sein!

      • Harte Realpolitik ist nicht optimal, z. B. nicht gegenüber echten Verbündeten, wie man auch im Privatleben Familie und Freunde anders behandelt als Fremde.

      • Da lieben Sie richtig. Unter Freunden kann man auch großzügiger sein. Allerdings nur unter Freunden, die sich auch wie Freunden verhalten. Das tut die Türkei nachweislich nicht. Wenn man allerdings Freunde freundlicher behandelt, als es unbedingt notwendig wäre, dann stellt sich die Frag, ob man gegenüber Feinden strenger agiert, als es von der Sache her notwendig wäre. Vermutlich ist auch das richtig, weshalb man gegenüber der Türkei besonders hart auftreten müsste.

      • Ja, Freundschaften muss man schlimmstenfalls beenden. Interessanterweise geht das mit Verwandtschaftsbeziehungen nicht, da kann man sich höchstens aus dem Weg gehen.

  5. Herr Meister,

    Sie teuschen sich! Es gab immer viele anstaendige Deutsche, und so wird es bleiben trotz Verraetern wie Sie! Und ich muss es Ihnen sagen als Auslaender. Sie sind offensichtlich ein in AfD eingeschleusster Troll.

    • Ich denke nicht, dass Herr Meister von einer anderen Person oder Organisation eingeschleust wurde. Er ist so, wie er ist. Sonderlinge mit seltsamen Ansichten sind auch interessant, solange sie nicht so penetrant auftreten wie er.

      • @Dilger & de Grisogono:

        Möchten Sie beide sich nicht als Nachfolger von Waldorf und Statler bei der Muppet Show bewerben? 😉

      • Das stimmt. Also, worauf warten Sie? Greifen Sie zu! 🙂

  6. In der Vergangenheit wurden immer wieder Unrechtstaaten vom Westen hofiert, wenn es dem Zweck diente. Ansonsten müssten wir auch Saudi-arabaien boykottieren.
    Die Enthüllungen sind nichts Neues. Warum sich die Linke so darüber aufregt, verstehe ich nicht, da größere Teile der Partei sehr antisemitisch sind und ebenfalls die Hamas als humanitäre Organisation ansehen.
    Wohin eine moralische Politik bzw. Politik des humanitären Imperativs uns hinbringt, kann man an Merkels Flüchtlingspolitik sehen. Realpolitik erfordert manchmal harte Entscheidungen und fördert damit miese Bilder. Es gilt abzuwägen, ob ich weiter die Türkei für die Bekämpfung gegen den IS benötige und was ich dafür bereit bin zu akzeptieren. Wenn nun die Unterstützung der Türkei zur Bekämpfung des IS ein übergeordnetes Ziel ist, ist man auch bereit, manch eine Kröte zu schlucken. Auch halte ich nicht viel davon, jetzt durch Kurzschlußhandlungen die Beziehungen zur Türkei völlig zu zerstören. Zum Piesacken haben wir ja Österreich. Ein Ausscheiden der Türkei aus der NATO ist ebenfalls sehr gut abzuwägen. immerhin sind die Türken ja in alle NATO-Pläne eingeweiht. Hier müsste dann vieles neu entwickelt werden.

    • Ich halte viel von Realpolitik. Zur Realpolitik gehört zum Beispiel, dass man mit offen faschistischen Staaten keine Deals eingeht, weil diese unzuverlässig sind. Die Türkei bekämpft keinen Terror, sondern die Türkei schafft Terror und exportiert seine innenpolitischen Probleme nach Deutschland. Die Türkei ist kein Partner, sondern momentan unser größter Feind, der in unsere Innenpolitik eingreifen möchte und Menschen gegen uns aufhetzt. Genau deshalb müssen wir die Beziehungen beenden, nicht aus irgendeinem moralischen Imperativ.

      • Dann sagen Sie ihrer geliebten AFD, dass man auch keine Deals mit Putin respektive Russland machen darf. Von der Machtstruktur gibt es kaum Unterschiede zwischen Erdogan und Putin. Dieser mischt sich auch über russische Minderheiten in die Politik anderer Länder ein.
        Die Türkei ist noch lange nicht unser größter -wenn überhaupt- Feind. Kühlen kopf bewahren. Es gibt Unstimmigkeiten und Reibereien mit der Regierung in der Türkei, aber die Beziehung auf Ebene der Bevölkerungen ist sehr herzlich. Es fahren immer noch sehr viele Deutsche in die Türkei in den Urlaub und kommen mit positiven Feedback wieder. Nach Gesprächen mit türkischen Arbeitskollegen kann ich nicht feststellen, dass diese gegen uns aufgehetzt waren.Sie haben mir vielmehr die Mentalitätsunterschiede zwischen den Kulturen aufgezeigt. Sie übersehen, dass sich viele Türken bzw. türkisch stämmige Leute hier bestens integriert haben und hier leben wollen. Da gibt es kaum Unterschiede zu zugewanderten Italienern, Griechen oder Spaniern. Man kann auch die Ohren auf Durchzug stellen, wenn in Ankara wieder paar auf der Jammerschiene unterwegs sind. Erdogan benötigt die Wirtschaftsbeziehungen zur EU, um seine Machtbasis in der Türkei, der wirtschaftliche Wohlstand für die Mittelschicht, zu erhalten. Der kann ganz pragmatische Wendesprünge machen. Er benötigt allerdings einen konsequenten Gegenüber, der nicht vor ihm einknickt. Wenn die Voraussetzungen für die Visafreiheit nicht gegeben sind, darf sie nicht kommen, auch wenn der kritisierte Flüchtlingsdeal scheitert.

      • @Rheinländer:
        „Sie übersehen, dass sich viele Türken bzw. türkisch stämmige Leute hier bestens integriert haben und hier leben wollen. Da gibt es kaum Unterschiede zu zugewanderten Italienern, Griechen oder Spaniern.“

        Was schreiben Sie da?
        Das meinen Sie doch nicht ernst?
        Wie viele Türken, Griechen und Spanier kennen Sie?

        Sowohl Türken als auch Griechen leben in Deutschland ganz bewusst in ihren Parallelgesellschaften und wollen sich überwiegend gar nicht integrieren. Sie verachten die „Deutschen“ und fühlen sich als das was sie immer geblieben sind, nämlich als Türken und als Griechen.

        Spanier leben nur noch sehr wenige in Deutschland. Sie fallen gar nicht ins Gewicht. Spanier werden unter den zehn häufigsten Ausländergruppen in Deutschland nicht einmal mehr aufgeführt: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1221/umfrage/anzahl-der-auslaender-in-deutschland-nach-herkunftsland/
        (nach anderen Quellen leben derzeit etwa 108.000 Spanier in Deutschland)

  7. „Dann sagen Sie ihrer geliebten AFD, dass man auch keine Deals mit Putin respektive Russland machen darf. Von der Machtstruktur gibt es kaum Unterschiede zwischen Erdogan und Putin.“

    Doch, die gibt es. In der Türkei haben wir Zustände wie in den Anfangsjahren der Nazizeit. Die Türkei ist nicht einfach nur eine Diktatur, sondern es gibt marodierende Straßenmobs, die bis in den Familienkreis hinein bespitzeln und im rechtsfreien Raum agieren. In Russland werden Morde im Verborgenen durch den Geheimdienst ausgeführt, in der Türkei die Bevölkerung zum Lynchmord aufgerufen. Die Türkei ist durch und durch faschistisch, Russland „lediglich“ führungsbezogen diktatorisch und undemokratisch. Und die Personen Erdogan und Putin sind ohnehin nicht vergleichbar. Erdogan wirkt oder ist durchgedreht, Putin ruhig, berechnend, rational und eiskalt.

    „Es gibt Unstimmigkeiten und Reibereien mit der Regierung in der Türkei, aber die Beziehung auf Ebene der Bevölkerungen ist sehr herzlich. Es fahren immer noch sehr viele Deutsche in die Türkei in den Urlaub und kommen mit positiven Feedback wieder. “

    Das ist doch nicht Ihr Ernst. Natürlich gibt es herzliche Beziehungen zwischen Deutschen und Türken, aber grundsätzlich herrscht Misstrauen und Ablehnung und das auf beiden Seiten. Übrigens nicht nur in Deutscchland, schauen Sie nur mal einen einzigen Tag in österreichische Medien.

    „Sie übersehen, dass sich viele Türken bzw. türkisch stämmige Leute hier bestens integriert haben und hier leben wollen. Da gibt es kaum Unterschiede zu zugewanderten Italienern, Griechen oder Spaniern.“

    Es wäre ja auch schlimm, wenn der Mensch kein Individuum wäre und sich niemand integriert hätte. Grundsätzlich ist die Integration von christlichen Südeuropäern aber mehr gelungen. Es gibt weniger Parallelgesellschaften und sie werden auch von der Bevölkerung besser aufgenommen.

    „Erdogan benötigt die Wirtschaftsbeziehungen zur EU, um seine Machtbasis in der Türkei, der wirtschaftliche Wohlstand für die Mittelschicht, zu erhalten.“

    Dieser Gedanke ist naiv. Putin haben die Sanktionen auch nicht geschadet. Erdogan wird sich und die Türkei als verfolgtes Opfer inszenieren und damit noch beliebter und noch mächtiger werden. Der ausbleibende Wohlstand wird anderen Staaten in die Schuhe geschoben werden und die türkische Bevölkerung sich noch enger hinter Erdogan scharen.

    • „In Russland werden Morde im Verborgenen durch den Geheimdienst ausgeführt,“

      Na dann sind ja unseren europäischen Werte noch voll im Einklang mit Russland. Hoch lebe der lupenreine Demokrat. Das war die Beste Empfehlung, die AFD nicht zu wählen.

      • Ihre Interpretation meines Beitrages ist bösartig und verzerrend. Ich halte diese Methoden keinesfalls für richtig oder gar menschlich. Ich sehe aber sehr wohl, dass eine versuchte Geheimhaltung zumindest noch ein gewisses Unrechtbewusstsein erkennen lässt. Dieses fehlt in der Türkei hingegen komplett, hier gehört öffentliche Gewalt gegen vermeintliche Putschisten zum guten Ton. Ein Staat, der jede Hemmung verloren hat und sichtbar misshandelte Häftlinge offen präsentiert, ist definitiv bereits eine Stufe weiter.

      • @Peter Burger
        „Ein Staat, der jede Hemmung verloren hat und sichtbar misshandelte Häftlinge offen präsentiert, ist definitiv bereits eine Stufe weiter.“

        Sehe ich auch so und gilt nicht nur NATO-Partner Türkei, sondern auch für den Weltpolizisten USA. Das wollen nur die unterwürfigen Transatlantiker nicht wahr haben.

  8. Pingback: Bundesregierung hält Bundestagsresolution für irrelevant | Alexander Dilger

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