Täuschende SPD-Abgeordnete klammert sich an ihr Mandat

Petra Hinz ist (immer noch) SPD-Bundestagsabgeordnete aus Essen. Kürzlich fanden Lokalreporter heraus (oder wurden darauf gestoßen?), dass sie Abitur und abgeschlossenes Jurastudium in ihrem Lebenslauf einfach erfunden hatte. Sie kündigte daraufhin ihren Rücktritt an, hat ihr Bundestagsmandat aber bislang behalten und kann zur Aufgabe auch nicht gezwungen, sondern höchstens aus der SPD und SPD-Fraktion ausgeschlossen werden (siehe „Warum sich Petra Hinz an ihr Mandat klammert“). Ihre politische Karriere ist ohnehin vorbei (wenn sie nicht bei der AfD NRW anheuert?) und auch sonst dürfte sie schlechte Berufsaussichten haben. Sie wird sich deshalb fragen, warum sie dann nicht einfach abtauchen und noch ein gutes Jahr Diäten kassieren soll. Die Altersversorgung für langjährige Bundestagsabgeordnete ist auch nicht so schlecht.

Abitur, Studium oder gar Promotion sind keine Voraussetzungen für ein Bundestagsmandat oder selbst eine Bildungsministerin. Gravierende Täuschungen darüber sollten jedoch für öffentliche Ämter und Mandate disqualifizieren, zumindest wenn jemand täuschend gewählt wurde. Wenn die Wähler jemanden nach entdecktem und bekanntem Betrug immer noch wählen wollen, was leider überhaupt nicht ausgeschlossen ist, verhält es sich wieder anders. Bezeichnend finde ich es übrigens auch, dass Frau Hinz selbst in der SPD meinte, mit dem Vortäuschen von Abitur und Studium bessere Chancen zu haben als mit einem einfachen und ehrlichen Lebenslauf.

Es stellt sich schließlich die Frage, warum solche Betrügereien nicht stets und schneller entdeckt werden (selbst beim Lebenslauf der Bundeskanzlerin gibt es Unklarheiten, wobei sie eher Sachen weggelassen als hinzugefügt haben dürfte). In der AfD war die Lage 2013 viel schwieriger, trotzdem bemühten wir uns um anständige und ehrliche Kandidaten. Jetzt scheint es leider auch dort vielen völlig egal zu sein, was Parteifunktionäre, Abgeordnete und Kandidaten für öffentliche Ämter so treiben.

12 Gedanken zu „Täuschende SPD-Abgeordnete klammert sich an ihr Mandat

  1. Günter Grimm
    Gesetzeslagen sind häufig nicht mit dem menschlichen Empfinden und menschlicher
    Bewertung gleich – zu – setzen.
    Diese “ Dame “ sollte “ man “ für jedes Jahr, die sie als Abgeordnete tätig war und damit ihre
    Wähler bewußt betrogen hat, je ein Jahr lang im Urwald ausetzen.
    Ausstattung empfehle ich wie folgt: Ein Messer, ein Feuerzeug, einfachste Kleidung,
    einen Kompass, kein Handy, – das war es dann –
    Dann soll diese “ Dame “ einmal beweisen, was sie wirklich – außer Unehrlichkeiten –
    drauf hat.
    Viel Spaß im Urwald, Frau EX – Abgeordnete Hinz – besser Kunz – !!!
    Günter Grimm

  2. Selbst diese unauffällige, ganz sicher „langjährig verdiente“ Hinterbänklerin (ich habe vorher noch nie etwas von ihr gehört) wird ihr Mandat erst abgeben, wenn ihr ein entsprechend dotierter Versorgungsposten, zum Beispiel als Beamtin für irgendwelche „Sonderaufgaben“ bei der EU-Kommission oder beim Land NRW oder als Aufsichtsratsmitglied bei einem „privatisierten“ Kommunalbetrieb geschaffen wurde. Jede Wette! Schließlich kann man sozialistische Genossen doch nicht einfach so fallen lassen – wo kämen wir denn da hin? 😉

    • Günter Grimm Schickt diese “ Dame “ in den Urwald zum Überlebenstraining. Ganz alleine – ohne – politische Lobby – usw. – Dann zeigt sich, ob sie fähig ist – wirklich – zu überleben. Sie gehört in die “ Tonne “ und der Deckel fest verschlossen: politisch gesehen !!! Günter Grimm

    • Jetzt mal ganz ehrlich:

      Das gesamte soziale Leben dieser Frau steht (wenn auch selbstverschuldet) in den Trümmern. Freunde wird sie in der SPD keine mehr haben (die sind in diesem Geschäft alle ganz schnell weg)’und neben der Politik scheint sie ohnehin kein Leben gehabt zu haben. Gelernt hat sie auch nichts, Jobalternativen sind mit diesem Image also rar. Was liegt da näher, wenn man nun ohnehin bereits der Pariah ist, zumindest noch die Kohle abzuziehen? Gewinnen kann sie durch einen Abtritt nämlich nicht (Moral und Glaubwürdigkeit hat sie ohnehin bereits verloren oder nie gehabt), nur an Wohlstand verlieren.

      Eine Person, die vermutlich aus Geltungsbedürfnis und Minderwertigkeitskomplexen das ganze Leben auf Lügen aufbaut, ist doch ohnehin eher ein Fall für den Psychologen und sicherlich niemand, bei der man Dinge wie Einsicht oder Reue erwarten könnte, auch wenn diese geboten und angebracht wäre. Leider geht es in der Politik nicht um Moral, sondern nur um den eigenen Vorteil. Inhalte und Werte sind doch ohnehin völlig austauschbar in der heutigen Politik. In diesem Sinne kann ich mich über Frau Hochstaplerin nicht mal empören, sondern kann für diese arme Irre fast schon Mitleid empfinden.

  3. Die Lügen & Erfindungen der Frau Hinz sich selbst betreffend können doch einen AfD-Mann nicht erschüttern: wurde(n) da doch regelmäßig über die eigenen Partei“freunde“ die skrupellosesten und ehrabschneidensten Geschichten erfunden, Lügen erzählt und den Betroffenen in schamlosester Weise die Worte im Mund verdreht. Ich kann mir gut vorstellen, wie genau diese „ehrenwerten Bürger“ und ihre „gutbürgerlichen“ Mitläufer und Opportunisten sich jetzt über Hinz ereifern. Die natürlich eben so wenig wie jene zu entschuldigen ist.

  4. Ich rate der AfD dringend, ALLE ihre Kandidaten zur Bundestagswahl VOR der Nominierung ganz genau zu durchleuchten und sie außerdem für öffentliche Auftritte zu trainieren. Wir müssen uns auf eine der größten je dagewesenen Schmutzkampagnen einstellen! Die Altparteien werden sich nicht kampflos die Butter vom Brot nehmen lassen. Moral kennen Sozialisten sowieso nicht, wie das Beispiel Petra Hinz zeigt. Und Sozialisten gibt es heute auch schon in der CDU……

    • Was ist mit Landtagskandidaten und Mitgliedern in Landesvorständen und selbst dem Bundesvorstand? Schmutzkampagnen hätte es in jedem Fall gegeben wie 2013 schon, doch jetzt sind diese leider nicht völlig unbegründet (wie auch in den USA Donald Trump sich immer schlimmer gebärdet).

      • aber, aber Herr Dilger – wir wollen doch jetzt nicht so tun als sei der erste Lavo oder gar die Lister zur BTW frei von ‚Irrtümmern‘ gewesen.

        Die einzige gültige Ausrede: Wir glaubten noch, wir seien anders.

      • Für den Deutschen Bundestag hängt die Latte höher als bei einem Landtag oder einem Parteiamt!

  5. Bei der Beurteilung des Vorganges muß man auch das Alter von Frau Hinz berücksichtigen. Zu ihrer Schulzeit gab es selbst in NRW noch einen Unterschied zwischen dem Abitur und dem Abschluß einer Förderschule. Damals hätte sie das Abitur sicherlich gerne erworben, aber bei ihr hat es leider nur für eine SPD-Parteikarriere gereicht.
    Wäre sie dreißig Jahre jünger, hätte ihre Vortäuschung des Abiturs das Kaliber eines Diebstahls einer Rolle Klopapier. Bei ihrem Jahrgang ist der Vorgang deutlich schwerer zu gewichten.

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