Börsenfusion soll trotz Brexit durchgedrückt werden

Die Deutsche Börse schreibt mich als einen ihrer (Klein-)Aktionäre wiederholt an, damit ich durch Aktientausch ihrem Zusammenschluss mit der London Stock Exchange Group (LSEG) zustimme. Dafür hat man inzwischen die Umtauschfrist verlängert und das nötige Quorum von 75 % auf 60 % gesenkt (siehe „Deutsche Börse: Zustimmung zur LSE-Fusion fast erreicht“). Dabei war der wirtschaftliche Nutzen dieser Fusion schon immer zweifelhaft. Seit dem Brexit-Votum ist er definitiv nicht mehr vorhanden, jedenfalls nicht für die Aktionäre, aber vielleicht noch für die Vorstände persönlich. Ich werde jedenfalls nicht umtauschen und hoffe, dass hinreichend viele Aktionäre ebenso denken oder sonst einer dagegen klagt, wenn dieser Unsinn nicht von politischer Seite untersagt wird.

9 Gedanken zu „Börsenfusion soll trotz Brexit durchgedrückt werden

  1. Seitdem auch Kursgewinne in Deutschland ordentlich besteuert werden betrachte ich die FRA Boerse als uninteressant. Was spricht gegen Verlagerung der Geschaefte nach London i.e. Fusion ? Jetzige Turbulenzen, falls ueberhaupt, werden in kurze Zeit ueberbrueckt. Erwarten Sie nicht, dass Ihre Aktien in London schneller steigen werden?

    • Die Besteuerung von (im Übrigen bislang nur kurzfristigen) Kursgewinnen ist noch eine der harmloseren Steuerarten in Deutschland. Gemessen an den Risiken von Fremdwährungsgeschäften, die ja die gesamte Substanz betreffen, relativiert sich die Besteuerung der Kursgewinne.

      • Vielen Dank für den Hinweis. Eine Neiddsteuer mehr, mit der auch der kleinste vermeintliche „Kapitalist“ von den Umverteilungsozialisten ausgequetscht wird.

  2. Das Quorum von 60% ist ja mittlerweile erreicht, somit hat ihre Stimme keine Auswirkungen mehr. Der Hauptsitz der Megabörse wurde ja noch nicht festgelegt. Paris wird Hauptsitz der Euro Derivate. Brexit heisst ja nicht Isolierung, und ich finde, die Profilerung wegen dem Brexit kann den Fall der Europäischen Union nur noch weiter beschleunigen, da der Zugriff weiterer Märkte durch den Brexit verhindert werden wird, da hier ein intensiver neuer Markt mit den USA entstehen wird.

  3. Der Börsenplatz ist in der modernen Welt, wo auf Knopfdruck gehandelt wird, leider nicht mehr ganz so wichtig. Schlimmer ist der Hang zu Fusionen, denn dann bleiben am Ende nur noch eine Handvoll Giganten übrig. Marktwirtschaft aber lebt von echtem Wettbewerb, den ich in Gefahr sehe.

    Und ebenfalls ganz grundsätzlich sind mir die Einflussmöglichkeiten der (Klein-)Aktionäre viel zu gering. Ich könnte mir auch hier Abstimmungen zumindest über grundsätzliche Fragen vorstellen. Ein Anteil wäre dann eine Stimme und Briefwahl muss möglich sein. Vielleicht könnte das sogar zu einer neuen Aktienkultur führen.

    • Kleinaktionäre dienen nur der Eigenkapitalbeschaffung und sonst gar nichts. Da dürfen Sie sich als Aktionär keinen Illusionen hingeben.

      • Ich weiß.
        ABER genau wie in der Politik, wo das Volk übe grundsätzliche Fragen abstimmen sollte, müssten auch bei Aktiengesellschaften alle Aktionäre über ihre Stimmanteile an Entscheidungen beteiligt werden. Was lange unzureichend war, muss ja nicht so bleiben! Brechen wir die Macht der Eliten, in Politik UND Wirtschaft!

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