AfD-Austritt vor gut einem Jahr und Ausblick

Schon wieder habe ich einen Jahrestag verpasst (nach ‚AfD-Gründung vergessen‘). Bereits vor einem Jahr und zwei Tagen trat ich aus der AfD aus (siehe ‚Petrys Pyrrhussieg und mein AfD-Austritt‘). Es passiert aber auch gerade sehr viel, z. B. vorgestern ‚Farage tritt als UKIP-Vorsitzender zurück‘ und gestern ‚AfD-Fraktion in Baden-Württemberg gespalten‘.

Auch im Rückblick bereue ich es nicht, die AfD verlassen zu haben, obwohl sich meine Vorhersage vom Niedergang der AfD nur teilweise erfüllt hat. Bei öffentlichen Wahlen ist die AfD erfolgreicher als zuvor. Der Hauptgrund dafür ist die falsche Flüchtlingspolitik von Frau Merkel, die wohl auch zum Brexit geführt hat. Eine echte Opposition ist also weiterhin sehr nötig, doch die AfD droht immer extremer zu werden. Islamfeindlichkeit ist dort inzwischen durchgesetzt, nun ringt man um den Antisemitismus. Gerade eine Opportunistin wie Frauke Petry erweist sich dabei als noch extremer als die Ideologen. Sie kungelt mit jedem, wenn sie sich einen minimalen Vorteil davon verspricht.

Sollten die Mitglieder das endlich merken und Frau Petry bremsen, dann gibt es für die AfD noch Hoffnung. Diese Frau könnte aber auch gewinnen und wie vor einem Jahr Herrn Lucke so diesmal Herrn Meuthen als Ko-Sprecher entsorgen. Vielleicht gewinnt die AfD dann weitere Wahlen unter ihr, doch inhaltlich würde sie gar nichts mehr bewegen wollen und damit auch nicht können. Um Frau Merkel zu stoppen, darf man nicht auf eine noch größere Opportunistin setzen, sondern auf vernünftige inhaltliche Alternativen:

Der Euro muss abgeschafft und die EU grundlegend reformiert werden. Die undifferenzierte Willkommenskultur und Energiewende sind zu beenden, stattdessen braucht Deutschland eine Steuerreform und bessere, nicht teurere Sozialsysteme. Volksentscheide stärken den Souverän und bessere Bildung sowie Medien machen ihn klüger, während der Staat den Menschen ihre Freiheit lässt. Einer solchen Partei würde ich mich gerne anschließen, doch leider gibt es sie nicht mehr. Wenn AfD, FDP oder auch eine ganz neue Partei in diese Richtung gingen, wäre ich (wieder) dabei.

71 Gedanken zu „AfD-Austritt vor gut einem Jahr und Ausblick

  1. Guten Morgen!

    Als ebenfalls ausgetretenes AfD-Mitglied (per 09. Mai 2016 = 95. Geburtstag von Sophi(e/a) Scholl) sage ich, wie und was hinter verschlossenen Türen in Stuttgart gelaufen ist, da können wir nur mutmaßen.

    Zweieinhalb Jahre Mitarbeit im Vorstand eines OV in Niedersachsen sagen mir auch: Es gibt zur Zeit in Merkls Ländle keine Alternative zur Alternative für Deutschland! Frau Petry und Herr Meuthen sind eine gute Führung im Bundesvorstand der AfD

    Zum Thema der sogenannten Islamfeindlichkeit seitens der AfD ist folgendes anzumerken: Der ,religiös-politische Islam (RPI)‘ strebt die Einführung der Scharia in Deutschland/der EU an. Das heißt, er will/wird die Freiheitlich demokratische Grundordnung (FdGO), und damit das Grundgesetz, unsere Rechtsordnung, beseitigen. Er will also die ,Deutsche Verfassung‘ abschaffen!

    Wer die Verfassung Deutschlands, unsere Rechtsordnung, abschaffen will, handelt verfassungsfeindlich, ist eine verfassungsfeindliche Organisation! Da stehen sich RPI und Antifa in nichts nach.

    In Absatz vier des Artikels 20 Grundgesetz (GG) ist – wie allgemein bekannt – das Widerstandsrecht eines jeden Deutschen gegen Verfassungsfeinde dokumentiert. Somit ist der Parteitagsbeschluss der AfD vom 30.4./1.5.2016 zu diesem Thema nur billig.

    Diese letzteren Gedanken sollten sich einige DGB-Fuzzis in Bezug auf ihre Schlägertruppe sowie die grünwählenden Mainstream-Journalisten einmal durch den Kopf gehen lassen.
    .

    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd Taddicken – Unterweser

    • Warum sind Sie erst kürzlich aus der AfD ausgetreten, wenn Sie diese immer noch so toll finden einschließlich ihrer verfassungsfeindlichen Bestrebungen? Der Islam selbst und die meisten Muslime wollen nicht unser Grundgesetz abschaffen, wogegen Sie auch kein individuelles Widerstandsrecht hätten, solange unser Staat noch halbwegs funktioniert.

      • Das kann man unterschiedlich interpretieren, immerhin ist der Staat nicht Gott. Nicht so schlecht sind doch die folgenden Zahlen: „70 Prozent wollen sich ‚unbedingt und ohne Abstriche‘ in die deutsche Gesellschaft integrieren.“ „87 Prozent fühlen sich mit Deutschland sehr eng oder eng verbunden“ (aber „85 Prozent sagen dies auch über die Türkei“). „84 Prozent sagen, man müsse die Gesetze in Deutschland beachten, um gut integriert zu sein.“ „61 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, der Islam passe durchaus in die westliche Welt.“ „In ihren Einstellungen entsprechen die Angehörigen der zweiten und dritten Generation stärker der Gesamtbevölkerung als den Türkeistämmigen der ersten Generation“.

        Für problematisch halte ich die folgenden Werte: „Der Aussage, ‚Muslime sollten die Rückkehr zu einer Gesellschaftsordnung wie zu Zeiten des Propheten Mohammed anstreben‘, stimmen 32 Prozent zu“. „20 Prozent sagen, die Bedrohung des Islam durch die westliche Welt rechtfertige Gewalt“. „7 Prozent sagen, Gewalt sei gerechtfertigt, wenn es um die Verbreitung und Durchsetzung des Islam gehe.“ „Studienleiter Detlef Pollack sieht den Anteil der Türkeistämmigen, die ein verfestigtes fundamentalistisches Weltbild haben, bei 13 Prozent.“

      • Für gläubige Christen ist die Befolgung der Gebote ihrer Religion ebenso wichtiger als die Gesetze des Staates. Fast jeder Bürger hat schon mal Gesetzte gebrochen. Die Frage ist, ob die Befragten damit auch Delikte wie Mord im Namen ihrer Religion gemeint haben, was wegen der pauschalen Frage nicht beantwortet werden kann. Unter Links- und Rechtsextremisten gibt es auch jeweils einen Teil, der ein fundamentalistisches Weltbild hat (bspw. bei Reichsbürgern, Linksautonomen). Ebenso gibt es christliche Fundamentalisten. Alle Fundamentalisten sind eine Gefahr. Leider kooperiert die AfD sogar teilweise mit anderen Fundamentalisten. Hinzu kommt, dass man sich nicht nur allein auf muslimische Fundamentalisten einschießt, man verurteilt dabei vielfach pauschal alle Muslime als Islamisten.

        @Dilger
        Meuthen kooperiert mit allen Kräften (gemäßigt bis radikal), die gegen PP sind. Darunter sind einige Mitglieder, die radikaler und gefährlicher als PP sind, da sie aus Überzeugung handeln. Mir ist deshalb ein Rätsel, warum Sie über die AfD wieder nachdenken würden, wenn PP gestürzt werden sollten, obwohl es inhaltlich keine Veränderungen geben würde? Meuthen würde mit Hilfe von den Radikalen gewinnen…wie bei Petry vs. Lucke. Es ist doch unwahrscheinlich, dass Meuthen danach die AfD auf einen gemäßigten Kurs ausrichten könnte…

      • Vor einem Jahr hatte ich auch gedacht, dass die Mitglieder und Funktionäre mit radikalen Überzeugungen gefährlicher sind als die reinen Opportunisten wie und um PP. Spätestens das Instrumentalisieren des Antisemitismus durch PP aber zuvor auch schon ihre Wahlfälschungen und vielen Lügen zeigen jedoch, dass dem nicht so ist. Sie sind völlig hemmungslos, während die anderen durch ihre Überzeugungen begrenzt werden, selbst wenn wir diese Überzeugungen nicht teilen oder sogar ablehnen. Von daher ist die AfD mit PP auf jeden Fall keine Alternative mehr, ohne sie würde ich die Lage neu bewerten.

      • PP sind Opportunisten in Reinform. Politische Visionen und Ziele kommen bei ihnen eher zufällig vor, das stimmt. Jedoch halte ich Brandstifter wie Höcke, Tillschneider und Poggenburg für weitaus, gefährlicher, da sie ganz gezielt die Karte der Radikalisierung spielen. Ich habe von Anfang an nicht verstanden, warum sich Alexander Gauland auf dieses Spiel einlässt. Dass jetzt aber auch noch Herr Meuthen mit dem Feuer spielt, ist auch für mich nicht nachvollziehbar und erinnert ein wenig an Bernd Luckes NPD-Fehltritt vom Mai 2013 (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlkampf-afd-chef-will-npd-waehler-gewinnen/v_detail_tab_print/8209858.html). Dieser Schuss kann für Jörg Meuthen noch gewaltig nach hinten losgehen.

        Allzu gerne übersehen einmal gewählte AfD-Bundesvorstände auch (ganz nach dem Muster der Unionsparteien), dass nicht sie der Souverän der Partei sind …

      • Die AfD-Basis lehnt jede Art von autoritärer Selbstherrlichkeit entschieden ab. Daran und NICHT an Inhalten ist schon Lucke gescheitert! Wenn Petry und Meuthen nicht aufpassen, könnte die Basis BEIDEN die Wiederwahl verweigern………!

    • Ich bin gespannt wie Herr Taddicken seine etwas wiederspruechlichen Statemants erklaeren wird? Herr Taddicken passte mit seinem Forum, als harte Gegner der „Transatlantiker“ und Andersdenkenden, sonst gut zur AfD.

  2. Lieber Herr Dilger,

    es gibt in der AfD nach wie vor viele Mitglieder, die Ihre Positionen

    „Willkommenskultur und Energiewende sind zu beenden, stattdessen braucht Deutschland eine Steuerreform und bessere, nicht teurere Sozialsysteme. Volksentscheide stärken den Souverän und bessere Bildung sowie Medien machen ihn klüger, während der Staat den Menschen ihre Freiheit lässt.“

    teilen. Viel mehr als Ihnen wahrscheinlich bewusst ist.

    Warum kommen Sie nicht einfach zurück und setzen sich mit uns dafür ein, dass die AfD endlich auch öffentlich die Vernunftkarte zieht?

    Die Zeit des blanken Populismus geht ganz sicher in nicht all zu ferner Zukunft zu Ende. Jedenfalls, wenn genügend Mitglieder aufstehen und sich dafür einsetzen, statt sich nur beschämt über Höcke, Tillschneider, Poggenburg, Petry usw. abzuwenden. Davonlaufen ist keine Lösung!

    • Solange Herr Pretzell in NRW das Sagen hat, stellt sich die Frage eines möglichen Wiedereintritts überhaupt nicht. Er würde meine Aufnahme sicher verhindern, wogegen nur Tricks helfen, die ich nicht anwenden möchte. Wenn er über kurz oder lang Geschichte ist, werde ich schauen, wie sich die AfD dann darstellt. Die AfD ist nicht statisch und wäre eine andere, wenn sie solche Leute nicht mehr an der Spitze dulden würde.

      • Wenn Frau Petry, wie ich erwarte, entsorgt ist, wird sich auch ihr Lover aus Bielefeld nicht mehr lange halten.
        Gegen Prof. Lucke konnte sich Frau Petry durchsetzen, weil es sich Lucke nahezu alle relevanten früheren Mitstreitern verscherzt hatte. Prof. Meuthen hat dagegen, wie berichtet wird, die Mehrheit des Vorstandes auf seiner Seite. Deshalb wird die (ehemalige) Pastorenfrau aus dem Osten nicht dem Beispiel der Pastorentochter aus dem Osten folgen können und sich die Partei nicht unterwerfen können.

      • Die Sache ist noch nicht entschieden. Frau Petry und Herr Pretzell kämpfen ohne jede Skrupel mit aller Härte und jedem Trick. Wenn der Rest des Bundesvorstands sie gewähren lässt, werden sie wieder gewinnen. In der ersten Jahreshälfte 2015 war es ähnlich. Herr Lucke hatte durchaus noch die Mehrheit im Bundesvorstand und wir hatten ihm mehr als genug Material geliefert, um Herrn Pretzell zumindest des Amtes zu entheben oder gleich ganz aus der AfD auszuschließen. Er machte sich aber Sorgen, dass das nicht gut aussehen würde, als wenn der Rücktritt von Herrn Henkel und dann seine eigene Abwahl besser ausgesehen hätten. Auch heute noch könnte Herr Pretzell jederzeit seines Sprecheramtes enthoben werden wegen seines auf jeden Fall zwischenzeitlich und vermutlich immer noch fehlenden Wohnsitzes in NRW.

      • Ihren Parteiaustritt nach dem BPT in Essen hielt ich schon damals für überstürzt. Schade, dass Sie Lucke „gefolgt“ sind, obwohl Sie eigentlich gar nicht zu seinen Anhängern gehören und sich daher klugerweise auch nicht seiner neuen Splitterpartei angeschlossen haben.

        Ihre Einschätzung, was die etwaige Verhinderung eines Wiedereintritts durch Herrn Pretzell angeht, ist wohl leider realistisch, obwohl es m.E. keinen objektiven Grund gäbe, Sie nicht aufzunehmen. Ein Parteischädling sind Sie in meinen Augen jedenfalls nicht, auch wenn wir nicht immer in allen Punkten einer Meinung sind (bin ich mit anderen AfD-lern aber auch oft nicht).

      • Herrn Lucke bin ich nicht gefolgt, sondern deutlich vor ihm ausgetreten, nämlich sofort nach dem Wahlerfolg von Frau Petry, während ich bei einem Kompromisskandidaten vermutlich geblieben wäre. Ich habe gewusst, dass die AfD mit ihr nichts werden kann, was sich jezt mit etwas Verspätung auch bewahrheitet. Wählen Sie sie ab und wir sehen weiter.

      • Ich alleine kann Frau Petry natürlich nicht abwählen und es macht auch wenig Sinn Frauke Petry abzuwählen, wenn dann ein Nachfolger vom Kaliber Björn Höcke, Hans-Thomas Tillschneider oder André Poggenburg nachrückt. Daher ist mir auch das Zweckbündnis Meuthen/Gauland/Höcke(sic!) suspekt. Am liebsten wäre mir von den derzeitigen Bundesvorständen Alice Weidel als Sprecherin.

      • Ist Herr Prezell somit der „Hauptknackpunkt“ für sie? Es gibt eine Menge an Mitgliedern, die zwar nicht unbedingt ihre Positionen teilen, jedoch sie als Person schätzen.

      • In NRW ist Herr Pretzell das Hauptproblem, im Bund Frau Petry. Mit Herrn Renner stimme ich in vielen Punkten nicht überein, aber er hat wenigstens Überzeugungen und diese in den letzten Jahren auch nicht geändert. Selbst Herr Höcke ist inzwischen weniger radikal als diese Opportunisten, die auf friedliche Flüchtlinge schießen wollen und mit Antisemiten kungeln.

      • @Dilger
        Frau von Storch, die noch einen Schritt weiter gegangen ist und auf Kinder schießen lassen will, gehört zum Meuthen/Gauland/Höcke Lager. Bei den Neuen Rechten, die sich in den neuen Bundesländern um Höcke scharen, gibt es sehr viele Antisemiten. Usw. Mag sein, dass Petry gerade aus Machtkalkül die Hardliner in Schutz nimmt, aber mit ihrem Sturz werden diese Gestalten trotzdem in der AfD bleiben. Meuthen wusste um die dubiosen Ansichten von Gedeon seit 2013, aber er hat erst gehandelt, als die Medien aufmerksam wurden. Warum hat er wohl nicht schon bei der Nominierung der Kandidaten zur Landtagswahl mit Konsequenzen gedroht, wenn Gedeon aufgestellt werden sollte? Ihnen sind also die Radikalen lieber, die ihre radikalen Überzeugungen offen zeigen, gleichzeitig (wie ein Teil der Gemäßigten) die Antisemiten und Co. heimlich decken oder sogar unterstützen, solange sie nicht entdeckt werden? Wenn PP gestürzt werden, werden doch nicht die dubiosen Gestalten plötzlich mit verschwinden… In BW haben 9 Abgeordnete gegen einen Ausschluss von Gedeon gestimmt, 13 Abgeordnete haben sich dafür entschieden. Zufall? Wie wäre die Wahl ohne Machtkampf ausgefallen? Wie wäre die Wahl in den neuen Bundesländern ausgefallen? Politische Überzeugung bei den 9 Abgeordneten oder einfach Petry Anhänger? Glauben Sie, die 9 Abgeordneten ruinieren ihren Ruf allein deshalb, um Petry zu unterstützen? Meine Erfahrung ist, dass die Abstimmung über Gedeon sehr gut das Kräfteverhältnis zwischen dubiosen, radikalen Gestalten (Antisemiten, Verfassungsfeinden und Co.) und den Rest (gemäßigt, radikal) wiedergibt. Man muss sich doch auch bspw. die Entscheidung zur Auflösung des Landesverbandes von Saarland anschauen, wo es um NPD Kontakte ging, aber die Zustimmung zur Auflösung trotzdem nur sehr knapp war. Was ist mit mehrheitsfähigen Positionen wie Nato-Austritt (oder sogar Forderung nach Auflösung der Nato), die man mit der Linkspartei teilt, EU-Austritt, usw. ?

      • Niemand weiß, wie eine AfD nach PP aussieht, weshalb man sie sich dann erneut genauer anschauen sollte. Opportunisten ganz ohne Überzeugungen sind eben nicht besser als Menschen selbst mit problematischen Ansichten, weil erstere noch viel extremer werden können, wenn es ihnen (vermeintlich) nutzt. Vor einem Jahr dachte ich noch, Frau Petry würde sich vor allem an den Wahlchancen der AfD orientieren, was zur Mäßigung führen würde. Inzwischen sind ihr diese aber wie Herrn Pretzell völlig egal, sondern beide spielen rein innerparteiliche Machtspiele ohne Rücksicht auf Verluste.

        Es ist nicht so einfach, problematische Kandidaten zu verhindern, wie ich aus Erfahrung weiß. Viel leichter wäre es gewesen, Herrn Gedeon gar nicht erst in die AfD zu lassen, zumal er seine Vormitgliedschaft in der KPD/ML angeben musste (wenn er es nicht tat, könnte er noch heute dafür sofort ausgeschlossen werden). Dafür ist aber nicht Herr Meuthen verantwortlich, sondern vermutlich Herr Lucke und Frau Petry oder bei einem späteren Beitritt Herr Kölmel.

    • Hallo Herr Meister,

      wenn ich Ihre Kommenare in den vergangenen 2 Tagen richtig interpretiert habe, zeigen Sie sich als typisches AFD-Mitglied ohne klare Kante.

      Einerseits müssten Sie in Sachen Gedeon ja auf Frauke Petrys Seite stehen.Für Sie ist es ja auch nicht so klar, ob Herr Gedeon ein Antisemit ist oder nicht.

      Andererseits müssten sie Herrn Meuthen feste die Daumen drücken. Vertreter der vernünftigen Leute in der AFD scheint Herr Meuthen zu sein. Anfangs dachte ich, er wäre nur ein liberales Feigenbaltt im BuVo. Er hat sich zu meiner Überraschung doch gegen etwas Petry behauptet und Einfluss im Bundesvorstand gewonnen. Wenn er nun rasiert wird, sehe ich schwarz für den vernünftigen Rest. Wie lange wollen Sie noch U-Boot spielen? Sie reden immer, dass es noch viele Vernünftige gibt, aber alle tauchen ab und warten passiv ab, wie sich die AFD entwickelt. Sie können doch nicht auf Hilfe von außen warten, dass die Vernunftkarte gespielt wird. Sie müssen die Vernunftkarte von innen spielen. Wenn es Ihnen und ihren anderen Abtauchern nicht gelingt, Meuthen zu halten, dann haben die beschämenden Populisten und Opportunisten gewonnen.

      • @Ein Rheinländer

        Ich spiele doch gar nicht „U-Boot“. Ich sage meine Meinung auch in der AfD frank und frei heraus und Sie können sich sicher sein, dass die AfD-ler mit denen ich in erster Linie vernetzt bin, auch weiterhin alles tun werden, um die AfD auf einen Kurs der Vernunft zu bringen.

        So einfach, dass man sich nur zwischen Gedeon/Petry/Pretzell und Meuthen/Gauland/Höcke(!) entscheiden müsste, ist die Gemengelage allerdings nicht. Die Vorgänge sind schon sehr viel komplexer.

        Sie werden jedoch verstehen, dass ich hier im Blog von Herrn Dilger, in dem sich nicht nur ernsthaft interessierte AfD-Mitglieder oder -Sympathisanten tummeln, keine halb gegorenen Interna vorab bekannt geben kann.

  3. Vor allen Dingen braucht die AfD Menschen, die nicht nur von außen, sondern im Inneren mithelfen, eine demokratische, wirksame Partei zu sein. Ich kann Ihre Kommentare nicht ernst nehmen, weil Sie beim kleinsten Wind ausgetreten sind und im nötigen Sturm nicht helfen.

    • Sie haben die Ereignisse vor einem Jahr offensichtlich nicht verfolgt, sonst würden Sie diese nicht als „kleinsten Wind“ bezeichnen. Die AfD war dem Untergang geweiht und nur Frau Merkel hat sie gerettet. Das unterstreicht allerdings, dass man die Zukunft nicht sicher vorhersagen kann und eine ernsthafte Opposition unbedingt nötig ist.

    • Und diese Menschen an welche Sie denken waeren verueckt sich fuer eine AfD zu exponieren und dabei von „Parteifreunden“ noch gemobbt zu werden. Mit dieser Basis, Fuehrung und JA kann AfD nicht eine solide buergerliche liberal-konservative Partei werden! Es ist so einfach.

      • Mobbing gehört wohl – wie auch ich erst erkennen musste – in politischen Parteien zum alltäglichen Handwerkszeug. Da ist die AfD leider keine Ausnahme. Allerdings sind einige der größten ehemaligen Mobber der AfD ja jetzt zum Glück in der Splitterpartei ‚ALFA‘ vereint. 😉

  4. Eine seriöse , Merkel-kritische Partei gibt es sehr wohl bereits , nämlich ALFA , Bernd Luckes , Hans Olaf Henkels und Joachim Starbattys neue Partei. Belege dafür sowie Beitrittsformulare gibt es auf den Homepages alfa.nrw sowie alfa-bund.de.

    • Für ALFA sehe ich im Moment nur eine Perspektive, wenn es ihr gelingt, mit einer bundesweit antretenden CSU zu fusionieren.

      • Wenn die CSU sich ausdehnen will, braucht sie ALFA nicht dafür. Interessanter ist die Möglichkeit einer CSU-Ausdehnung ganz ohne Geheiß der CSU-Führung, die sich offensichtlich nicht traut. Dazu schreibe ich demnächst einen Beitrag.

    • Dann muss sich aber erst Bernd Lucke aus der Spitze zurückziehen, denn der ist nicht nur verbrannt, sozial völlig inkompetent, sondern mittlerweile auch inhaltlich untragbar.

      Ein HOH ist eine großartige Persönlichkeit, doch leider kein Politiker. Er ist zu herrisch und zu sehr selbstüberzeugt. Er hat Lucke im Fühtungsstreit doch völlig falsch beraten und die Spaltung mindestens mitverursacht.

      Prof. Starbatty ist hochrespektabel und ein sehr guter Mann. Trotzdem kann er in seinem Alter keine Hoffnung mehr sein.

      Wenn Alfa was werden will, dann braucht sie neue Gallionsfiguren wie Gauweiler oder Sarrazin. Sie muss jehne bürgerliche Reizfiguren anziehen, für die die AfD mittlerweile keine Alternative mehr darstellt. Als zweite CDU wird sie keine Stimmen bekommen, das geht nur über glasklar formulierten Protest, der dann hoffentlich Format hat. Nur so lässt sich die notwendige Euphorie, so wie sie es auch 2013 bei der AfD gab, erreichen.

      • @Peter Burger

        Die ach so geniale Idee, erst den seine eigenen Wurzeln übersehenden Hugenotten- und Mauren-Nachfahren Thilo Sarrazin (Sarrazin bedeutet im Mittelhochdeutsch „Der Mann aus dem Morgenland“) und dann das politische CSU-Schwergewicht Peter Gauweiler an Bord zu holen, hatte der klein gewachsene, aber um so größenwahnsinnigere Selbstüberschätzer Alfa Bernd Calvin Lucke schon zu AfD-Zeiten. Beide haben dankend abgelehnt. M.E. ein klarer Fall von Realitätsverlust.

      • Was nichts daran ändert, dass sie Personen sind, die Alfa in Richtung 5-Prozent-Hürde bringen können. Als reine wirtschaftsliberale Partei hat Alfa keine Zukunft. Da reicht ein alleiniges Thema nicht aus. Und als neue Partei kommt man ohne ein klares Protest- und Dagegenimage auch nicht weit. Ich glaube ja auch nicht, dass sich ein Gauweiler oder ein Sarrazin vereinnahmen lassen. Beides sind aber Personen, die dieses Image sehr glaubwürdig verkörpern und trotzdem absolute Bürgerlichkeit und Intellektualität ausstrahlen. Das würde Alfa sichtlich von der AfD abheben, aber der Bevölkerung trotzdem signalisieren, dass man eine klare Alternative sein möchte. Ohne diesen Markenkern hat Alfa aber keine Zukunft. Warum begreift das dort niemand?

  5. Ich bezweifle, dass es noch aktive Mitglieder gibt die Frau Petry bremsen i.e. austauschan wollen. Und wenn Sie ueber Alternativen nachdenken, betrachten Sie ALFA einmal objektiv.

  6. Ich denke, dass die AfD im Rechtsaußen enden wird. Die ALFA bekommt es mangels Professionalität nicht auf die Reihe. Herr Seehofer hat Angst vor der bundesweiten Ausdehnung der CSU.
    Es wird Zeit, in den 15 Bundesländern außerhalb Bayern eine CSU in den jeweiligen Ländern zu gründen. Alternativ, wenn die Angst vor der CSU in Bayern e.V. zu groß ist, eine neue Partei gründen. Vielleicht wartet ja Seehofer nur auf jemanden, der ihm die Kohlen aus dem Feuer holt.
    Den Anfang müsste im Saarland, in Schleswig Holstein und in NRW gemacht werden. Die LTW 2017 als Testlauf für die BTW 2017.
    Es gibt genug Gründungserfahrung ,Erfahrung die in den letzten Jahren gesammelt wurden.
    Bürgerlich Soziale Union- BSU- mit einem liberal konservativen Programm. Das Wichtigste in einer neuen Partei ist die Mitglieder Auswahl. Der Vorteil, die problematischen Mitbürger sind alle in der AfD gebunden.
    Wie Herr Dilger richtig schreibt, gibt es genug Themen mit denen eine BSU Punkten kann.
    – Steuervereinfachung z.B. nach Kirchhoff oder Merz
    – EURO endlich abschaffen, der Grexit (wenn er denn kommt) und seine Folgen werden die EURO- Bekämpfung erleichtern.
    – Volksabstimmungen
    – geregelte Einwanderung
    – Wohnungsbau
    – Bürokratieabbau
    – Renten Probleme lösen
    Es gibt reichlich seriöse Themen mit denen eine neue Partei Punkten kann. Es steckt allerdings viel Arbeit dahinter.

      • Ich habe mich schon Ende der 70er/Anfang der 80er zu meiner Zeit in der Schüler-Union und der Jungen Union für eine bundesweite Ausdehnung der CSU stark gemacht und hatte daher in meinen ganzen 20 Jahren als Mitglied in der „progressiven“ rheinland-pfälzischen CDU nichts zu lachen.

    • Dien Renten-Probleme lassen sich nur durch einen höchst unpopulären (weil der Anteil der Betroffenen das größte Wählervolumen darstellt) Schnitt lösen, den sich keine etablierte Partei machen traut. Diese Feigheit wird Deutschland in spätestens 20 Jahren massiv auf die Füße fallen, aber dann sind die heutigen Verantwortliichen ja längst im Ruhestand oder unter der Erde.

      Einzig die AfD als Noch-nicht-Volkspartei könnte es theoretisch wagen dieses Thema ernsthaft anzupacken und ausgerechnet Frauke Petry hat vor ein paar Wochen sogar schon einmal einen entsprechenden öffentlichen Vorstoß gewagt, sich danach aber auch nicht mehr zu diesem Thema geäußert. Vermutlich ist auch hier der Widerstand aus der sie umgebenden Rentner-Gang im Bundesvorstand zu hoch.

    • Herr Hecker, warum noch eine Partei gründen, die wiederum mit ALFA praktisch identisch ist? Durch die fortwährende Selbstdemontage der AfD kommt ALFA mehr in den Fokus.

      • ‚ALFA‘ hat außerhalb Ihres eigenen Dunstkreises überhaupt niemand „auf dem Schirm“ …

  7. und wieder wird die Zeit vergehen – alles wird beim altem bleiben – Politik ist und bleibt ein schmutziges Geschäft – nicht umsonst heißt es Feind – Todfeind – Parteifreund.
    Ein richtiges Miteinander aller liberalen Kräften in einer Partei wird nicht gefunden werden.
    Die ALFA ist viel zu anständig um daraus etwas großes werden zu lassen.
    Die Wurzel des Übels bei der AFD ist und war Petry und Pretzel.
    Denk ich an Deutschland bei der Nacht, werde ich um den Schlaf gebracht.
    Mit Wut denke ich, welch ein Chance der Veränderung durch interne Streitigkeiten,
    gestern, heute und morgen bei der AFD verschenkt werden.
    Auch ein Jahrestag für mich Austritt aus der AFD.

  8. Wir erinnern uns an manche ehrliche und nachvollziehbare Kommentare , z. B. Herrn Henkels, ueber auffaellige Miglieder ! Jeder der weiss was gemaesigt und solide bedeutet muss sich fragen warum eigentlich Prof. Meuten in diesem Vorstand und Partei bereit ist seine Reputation aufs Spiel zu setzen. Herr Meuthen wird nie diese Partei fuehren, er hat nur eine Alibi-Funktion!

  9. Seien wir einmal ehrlich, Herr Dilger. Der letztendliche Grund, warum Herr Lucke, Herr Henkel, Sie und andere Mitglieder mit Rang und Namen ausgetreten sind, ist, daß die etablierten Kräfte ihre individuelle Sagungsgrenze erreicht hatten und unter dem starken öffentlichen Druck um ihren bürgerlichen Ruf und ihre Karriere fürchteten.

    Gerade bei Islam und Einwanderung gibt es nicht sowas wie ‚ein bißchen Kritik‘, sondern man sticht sofort in ein Wespennest totalitärer 68er-Ideen, das heftige Gegenreaktionen der politischen und medialen Linken auslöst.

    Deswegen bewegt sich bei CDU und FDP schon lange nichts mehr gegen die Vorgaben der politischen Korrektheit, und deswegen war klar, daß die AfD im Laufe ihrer Entwicklung die eine oder andere Häutung vornehmen mußte, bevor sie sich zu einer echten Alternative auf allen Politikfeldern entwickeln konnte (wo sie immer noch nicht ist).

    Verstehen Sie mich nicht falsch. Alle, die ausgetreten sind, verdienen aufrichtigen Respekt für das, was sie gegen heftigen Gegenwind an Pionierarbeit geleistet haben, gerade an Eurokritik. Aber jetzt braucht es Leute, die bereit sind, ihr Kreuz bei den echten Tabuthemen in den Sturm zu drehen. Jeder, der eine politische oder historische Revolution studiert hat, weiß, daß diejenigen, die sie begonnen haben, selten diejenigen sind, die sie zuende führen. Das liegt in der Natur einer Revolution. Hoffen wir nur, daß die Nachrücker soviel Verstand wie Mut besitzen.

    • Der Zusammenhang ist anders. Für die wissenschaftliche Karriere war die AfD gleich in mehrfacher Hinsicht schädlich, aber das kann ich mir als Lebenszeitbeamter leisten. Die Verbeamtung gerät erst in Gefahr, wenn die AfD offiziell vom Verfassungsschutz beobachtet wird, was bislang nicht der Fall ist. Aber von Inhalten und Stil hat sich die AfD viel zu weit von mir entfernt. Selbst wenn es erlaubt ist, möchte ich als Liberaler nicht überwiegend illiberalen Positionen und Personen unterstützen. Frau Petry ist viel schlimmer als Frau Merkel, nur noch nicht so mächtig, weshalb ich ihr beim weiteren Machterwerb nicht helfen will. Mit ihr und Herrn Pretzell wird die AfD auch sicher keine Revolution wagen, sondern eine besonders korrupte Partei werden. Was Ihre inhaltlichen Vorstellungen angeht, werden diese dann nicht besser von der NPD vertreten?

      • Petry scheint sehr macht- und koalitionsflexibel zu sein, was mich aber bislang nicht störte, weil sie die Entwicklung der Partei in eine Richtung förderte, die ich ausdrücklich unterstütze.

        Die NPD war nie interessant für mich. Unterbelichtetes Personal, sozialistische Wirtschaftspolitk.

        Ich fühle mich bei den Identitären besser aufgehoben. Modern, selbstbewußt, aufgeklärt, national und abendländisch.

        Alles Werte, die auch der Liberalismus lange vertreten hat. Zitat seines Vordenkers John Stuart Mill:

        „Free institutions are next to impossible in a country made up of different nationalities. Among a people without fellow-feeling, especially if they read and speak different languages, the united public opinion, necessary to the working of representative government, cannot exist…It is in general a necessary condition of free institutions that the boundaries of governments should coincide in the main with those of nationalities.“

        Quelle: Considerations on Representative Government (1861) Kapitel 16: https://ebooks.adelaide.edu.au/m/mill/john_stuart/m645r/chapter16.html

      • Die Identitären sind doch nicht aufgeklärt, sondern islamfeindlich, z. T. rassistisch und unter Beobachtung vom Verfassungsschutz. Das Zitat von John Stuart Mill spricht gegen Vereinigte Staaten von Europa, aber nicht für die Identitären.

  10. Lieber Herr Dilger
    Sie schreiben; “ Der Euro muss abgeschafft und die EU grundlegend reformiert werden. Die undifferenzierte Willkommenskultur und Energiewende sind zu beenden, stattdessen braucht Deutschland eine Steuerreform und bessere, nicht teurere Sozialsysteme. Volksentscheide stärken den Souverän und bessere Bildung sowie Medien machen ihn klüger, während der Staat den Menschen ihre Freiheit lässt. Einer solchen Partei würde ich mich gerne anschließen, doch leider gibt es sie nicht mehr. Wenn AfD, FDP oder auch eine ganz neue Partei in diese Richtung gingen, wäre ich (wieder) dabei.“
    Als Landesvorsitzender der „ganz neuen“ DBD ( http://www.dbd-partei.de/) und als Leiter der DBD Programmkommission kann ich Ihnen versichern, dass es diese Partei gibt. Sie heisst DBD und hat Ihre Geschäftsstelle in Dortmund. Wohin darf ich Ihnen einen Mitgliedsantrag senden?

  11. Eine Doppelspitze gab es noch nie bzw. gibt es nicht bei einer rechtspopulistischen Partei, da ist die AfD die absolute Ausnahme. So was kann nicht funktionieren, außer einer von den beiden will freiwillig der Kofferträger sein. Man stelle sich vor die Nationale Front, die Lega Nord, die UKIP oder die FPÖ hätte eine Doppelspitze, das würde maximal 1 Woche funktionieren. Einer muss der Anführer sein, wie geht es eigentlich bei der UKIP weiter, wetten nicht mit einer Doppelspitze.

    Aber der einzige der rechtspopulistisch begabt ist bei der AfD ist der Höcke, nur hat der manchmal so einen irren Blick, aber sonst zum Beispiel dieser Meuthen wirkt zu dröge ( wie der Piefke sagen würde).

  12. Zunächst mal, Herr Dilger, möchte ich mein Bedauern zu Ihrem Austritt aussprechen.

    Selbst Mitglieder, die nicht auf Ihrer Linie waren zollen Ihnen immer noch Respekt, was Ihre Durchsetzungsfähigkeit auch in Ihrer Postsprecherzeit auf LPT angeht, aber eben auch, dass Sie immer Rückgrat bewiesen.

    Natürlich ist es eine ureigene Entscheidung, wie lange man in einer Partei bleibt. Dennoch – Ihr Verbleib hätte eine Änderung in NRW ungleich leichter gemacht, als es jetzt der Fall ist.

    Die AfD profitiert momentan von den ‚Fehlern‘ Merkels und noch mehr von einer fehlenden Opposition. Nichts davon ist der Parteiführung zuzuschreiben – im Gegenteil.

    Vermutlich aber haben sie Recht, Sie würden einfach nicht mehr auf genommen. Denn – der LAVO hat auch hier die Macht an sich gerissen und die Kreise entmündigt.
    Dennoch hielte ich es für spannend, wenn sie denn einen Antrag stellten 🙂

    Vielleicht nehmen Sie ja mal als Gast an LPT teil. Der letzte hätte sich angeboten – das hätte eine spannende Diskussion auf Ihrem Blog geben können.

    Ironischerweise sind ausgerechnet Ultrakonservative auf Petry Seite, wie auch die nationalsozialistischen.

    Die große Mitte steht überwiegend hinter Meuthen.

    Wobei demokratische Mehrheiten nicht zwingend zu entsprechenden Ergebnissen führen.

  13. “ Zunächst mal, Herr Dilger, möchte ich mein Bedauern zu Ihrem Austritt aussprechen.“

    Naja machen Sie nicht auf Reinschleimer, der Herr Dilger wirkt zu höflich, nett, ein bisserl unsicher, an einem Angriffsschmäh muss auch noch gearbeitet werden, aber scheinbar auch viel zu wenig Ellbogentaktik.
    Habe mir mal eine Rede von Dilger auf youtoube angesehen. Naja positiv zu vermerken Selbstironie hatte er drauf, das ist sympathisch, aber nicht wichtig für einen Politiker, 1 Jahr in Wien war er ( als Wiener sag ich, die wiener Schachcafes gibst nicht mehr, wir konnten uns nicht treffen).
    Schaut aus wie ein Tanzschullehrer und harte Brandreden auf Marktplätzen zu halten ist nicht sein Stil, aber er schreibt interessant auf seinen Blog.

    • nun – ich bin es gewohnt, dass man mich als Querulanten bezeichnet, das mit dem Reinschleimen ist mir neu 😉

      Als Herr Dilger noch Sprecher NRW war, musste er sich durchaus kritisches von mir anhören, besonders nach der BTW 2013. Damals wussten andere noch nicht, wie sie ihm noch besser die Füße küssen konnten.

      Und – ja – ich bedauere es ausdrücklich, dass Herr Dilger austrat – eben weil er neben einem enormen Fachwissen auch Rückgrat bewies.

  14. Lieber Alexander,
    es freut mich, dass auf deinem Blog so lebhaft diskutiert wird.

    Dein Austritt aus der AfD war sicher konsequent. Du bist eben unbequem und lässt dich nicht verbiegen. Das ist gut so und muss so bleiben. Vielleicht hättest du heute innerhalb der AfD tatsächlich Chancen, die Leute hinter dich zu bringen. Nach wie vor trauern etliche der Aufbruchphase nach, die in NRW unter deiner Führung einen guten Verlauf hatte.

    Überlegungen zu einer bundesweiten CSU, einer veränderten FDP usw. sind spannend. Mir kommen allerdings Zweifel, ob Parteien nach herkömmlichen Muster künftig überhaupt noch Chancen haben, als mandatierte Vertreter der Bürger Regierungsverantwortung zu übernehmen.

    Möglicherweise stehen wir vor einem politischen Paradigmenwechsel. Sollten sich künftig verstärkt die jungen kreativen Köpfe in die Politik einmischen, wie nach dem Brexit-Votum in Großbritannien, könnte das der Anfang vom Ende des politischen Establishments sein. Indizien für diesen Trend sehen wir bereits in den unerwarteten Erfolgen von Spaniens „Unidos Podemos“ und Italiens „Movimento 5 Stelle“.

    Temporäre Bündnisse, die sich aus Protest oder wegen politischer Notwendigkeiten zusammenfinden, wirken allemal glaubwürdiger als Parteien, mit starren Machtstrukturen und internen Profilierungskämpfen.

    Herzliche Grüße
    Martin

    • Die größten „internen Profilierungskämpfe“ gibt es doch gerade bei der AfD, die von Regierungsfähigkeit oder gar -beteiligung noch weit entfernt ist und von der einige Vertreter völlig unglaubwürdig sind.

  15. Herr Dilger, Sie beschreiben in ihrem letzten Absatz das Programm der ALFA. Warum sagen Sie dann, eine solche Partei gäbe es nicht?

    • Derartige Kommentare (der Kommentar von Herrn Heinsberger ist ja nicht der erste mit dieser Botschaft) lassen deutlich erkennen, dass es sich bei ‚ALFA‘ eher um eine Sekte handelt, als um eine politische Partei.

      • Woran erkennen Sie denn, dass ALFA eine Sekte ist, Herr Meister? Sie werden wohl nicht bestreiten, dass es keine Partei in D gibt, mit ähnlich fundiertem Programm wie ALFA. Oder laden Sie sich Mal die ca. 190 Folien des NRW Wahlprogramms der ALFA herunter. Immer analysebasiert und völlig konsistent zu den Werten der Partei. Das ist ja der Hoffnungsschimmer: es gibt die seröse Alternative mit Lösungen. Ind je mehr sich Pertry & Co zersägen, desto mehr kommt die Stunde der ALFA. Und: fass sich die AfD zersägt ist doch wohl kaum zu vermeiden. Sls ob Meuthrn und Höcke jenseits von Opüortunismus sich irgend eteas zu sagen hätten. Wenn sie Perty entfernt haben sollten, gehen sie aufeinander los. Und danach Höcke auf Gauland usw. Problem: da die AfD nur durch das „contra“ zusamnen gehalten wird, aber kein „pro“ formulieren kann, treten persönliche Machtwünsche in den Vordergrund.

      • @Heinsberger
        „Woran erkennen Sie denn, dass ALFA eine Sekte ist, Herr Meister?“

        Ihre messianischen Formulierungen und die Ihrer Mitstreiter hier in Herrn Dilgers Blog reichen mir dafür schon. Ihr doppelt prädestinierter Spitzenkandidat ist mir zudem aus seinen Zeiten als AfD-Sprecher nachhaltig in Erinnerung geblieben. Ähnlichkeiten mit freikirchlichen Sekten im Geschäftsgebaren und an den eigenen Jüngern praktizierte Gehirnwäsche sind für Selbstdenker, die sich schon einmal näher mit Sekten befasst haben nicht zu übersehen.

      • @Meister 22:17

        Sie sind sich offensichtlich nicht schade Bloedsinn zu schreiben!
        Sie trauen sich ueber messianische Formulierungen zu reden obwohl Sie einer echten, extremen Verschwoerungstheoretischen -Partei gehoeren?

      • @Old Grisogono
        „Sie trauen sich ueber messianische Formulierungen zu reden obwohl Sie einer echten, extremen Verschwoerungstheoretischen -Partei gehoeren?“

        Um welche Partei soll es sich denn dabei handeln?
        Etwa um die Partei, um deren Wähler Ihr Messias im Mai 2013 öffentlich buhlte? (zur Erinnerung: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlkampf-afd-chef-will-npd-waehler-gewinnen/v_detail_tab_print/8209858.html )
        Dieser Partei gehöre ich nicht an und habe ich nie angehört.

  16. „An seinen Jüngern praktizierte Gehirnwäsche“: Da würden mich doch Belege interessieren. Was meinen Sie damit, Herr Meister? Und inwiefern behindern Mitgliederbefragungen zur Erstellung des Parteiprogramms Selbstdenker?
    Ich denke eher, als Selbstdenker kommt man zum Ergebnis, dass die Altparteien keine Alternative sind (man denke an deren Reaktion auf den Brexit – kritische Hinterfragung von Ideologien sieht anders aus). Das Intrigantenstadel ohne programmatischem Kern erübrigt sich wahrscheinlich für Nicht-Anti-Semiten. Bleibt also nur a) Zeitung abbestellen und Gedichte schreiben oder b) sich bei einer seriösen Alternative zu engagieren. Bei letzterer fällt mir nur ALFA ein.

    • @Heinsberger

      Wenn Ihnen da (nur) ‚ALFA‘ einfällt, dann gehören Sie wahrscheinlich auch zu den frenetischen Jublern, die auf den Tischen tanzen, wenn der doppelt prädestinierte Messias und Verfasser Ihres Parteiprogramms den Saal betritt. Mich stoßen Unterwürfigkeit und blinder Personenkult grundsätzlich ab. Mal ganz davon ab, dass Herr Lucke seine Positionen wechselt wie andere Leute ihre Unterhemden – immer getreu dem Motto „was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s