Lucke ist gegen Volksabstimmungen

Die AfD ist 2013 mit zwei Kernforderungen gegründet worden, gegen den Euro und für direkte Demokratie (siehe ‚Direkte Demokratie als Kernforderung‘). Andere Themen wie die Flüchtlingskrise oder pauschale Islamkritik drohen diese Gründungsthemen inzwischen zu verdrängen, doch zumindest gibt es sie noch in der AfD. Bernd Lucke, der die AfD letztes Jahr verließ, um ALFA zu gründen, eiert dagegen schon lange beim Euro herum (siehe ‚Lucke will nur noch Grexit‘ und ‚Lucke lehnt im Gegensatz zu ALFA die D-Mark ab‘), hat sich nun aber wegen des Brexit auch davon verabschiedet, Volksentscheide bei wichtigen Fragen zu fordern oder auch nur zu befürworten. Im „Minutenprotokoll“ von Spiegel-Online steht dazu (auf S. 4 unter 8.24 Uhr):

Bemerkenswerte Aussagen von Bernd Lucke, dem Mitbegründer der AfD, inzwischen Europaabgeordneter für die  Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). Nicht nur das Brexit-Referendum sei eine „schlechte Idee“ des britischen Premiers David Cameron gewesen. „Für komplexe Angelegenheiten sind Volksabstimmungen immer problematisch“, sagte Lucke in Brüssel. In Großbritannien hätten sich Fragen wie die Flüchtlingskrise und die Euro-Problematik miteinander vermischt – „und der Kenntnisstand in der Bevölkerung in diesen Dingen ist überschaubar“, meint der Wirtschaftsprofessor. „Da kann man nicht sicher sein, dass die richtige Entscheidung getroffen wird.“ Auf die Frage, ob nun weitere EU-Referenden in anderen EU-Ländern zu befürchten seien, antwortete Lucke: „Befürchten ist das richtige Wort.

Komplexe Sachfragen mögen für die meisten Wähler, aber auch für professionelle Politiker zu schwierig sein, doch beim Brexit, der Wiedereinführung der D-Mark oder beispielsweise Merkels Willkommenskultur geht es nicht um reine Sachfragen, sondern vor allem um die Artikulation eigener Interessen oder sogar die Identität des Souveräns. Von daher gibt es dabei auch keine falschen Entscheidungen, sondern was immer das Volk mehrheitlich will, ist deswegen demokratisch richtig. Bundespräsident Joachim Gauck meint dagegen ganz elitär: „Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem“ (siehe „ARD-Interview ‚Bericht aus Berlin'“).

53 Gedanken zu „Lucke ist gegen Volksabstimmungen

  1. Bernd Lucke widerspricht sich leider nicht zum ersten Mal. Er ist als Tiger gestartet und als Bettvorleger geendet.

    Wenn nun das United Kingdom aus der EU ausscheidet, kann auch die von den britischen Konservativen angeführt Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer einpacken, der Luckes Vasallen angehören. Sie haben ihre über die AfD-Liste gewonnen Mandate nach ihrem Parteiaustritt unkorrekter Weise nicht zurück gegeben und ich empfinde Freude, wenn Luckes Jünger jetzt politisch heimatlos werden.

    Unlucky Lucke!

    • Alfa mit Bernd Lucke an der Spitze ist völlig unwählbar geworden. Bernd Lucke sollte schleunigst wieder Professor werden und sich auf das konzentrieren, was er kann. Hoffentlich hält er seine Vorlesungungen nicht so missionarisch, wie er in der Politik vorgeht.

  2. Ich halte nichts von „Basisdemokratie“ auf dem Niveau einer Buergerinitiative, wie AfD es propagiert.
    Aber natuerlich ist ein Referendum, wenn es um Zukunft einer Nation geht legitim, wie bei Brexit! Brexit ist zu begruessen als politisches Signal an Bruessel und andere Haupstaedte.

      • Als Brite hätte ich für einen Verbleib gestimmt und würde dennoch auch dazu tendieren, das Votum des Volkes -wenngleich nicht verbindlich für das Parlament – zu akzeptieren.
        Auch, wenn ich Volksabstimmungen grundsätzlich befürworte, muss man die Probleme sehen u.a.: 1) Falsche Versprechen, die bereits jetzt wieder einkassiert wurden 2) Unvorhersehbare Ereignisse kurz vor der Abstimmung (hier der Mord an einer Politikerin), die durchaus Einfluss auf das Abstimmungsverhalten haben könnten 3) Selbst der Einfluss des Wetters auf das Abstimmungsverhalten wird ja ernsthaft diskutiert
        Als Gegner der Todesstrafe würde ich z.B. ungern eine Volksabstimmung über die Todesstrafe sehen, wenn kurz zuvor ein weiterer Fall von Kindstötung bekannt wurde

        Ein Gesetz hingegen muss durch mehrere Lesungen, bevor es in Kraft tritt. Allerdings halte ich es auch hier für problematisch, dass diese Lesungen zumeist an ein und demselben Sitzungstag erfolgen und somit durchs Parlament gepeitscht werden. Die eigentlich gewollte Möglichkeit zur Korrektur, Nachbesserung und Erörterung im Parlament wird somit ausgehebelt

      • Das Problem ist nur, dass es in der Bevölkerung lediglich eine relative Mehrheit gab. Die absolute Mehrheit wurde eindeutig nicht erreicht, wenn bei knapp 72 % abgegebene Stimmen lediglich knapp 52 % für einen Brexit gestimmt haben. Sonst wird hier im Forum gern von vielen Kommentatoren die Legitimation von Merkel angezweifelt, weil wegen der geringen Wahlbeteiligung ihre Regierung keine absolute Mehrheit in der Bevölkerung hat…beim Brexit jetzt plötzlich egal. Eine Petition, die ein erneutes Referendum fordert, da keine 75 % abgestimmt und keine 60 % für Pro/Contra erreicht wurden, hat in GB bereits 3 Millionen Unterstützer. Ich bin für Volksabstimmungen, aber bei wichtigen Themen, wo Entscheidungen getroffen werden, die das Land nachhaltig über Jahrzehnte prägen wird, muss es entsprechende Hürden geben (bspw. absolute Mehrheit aller Wahlberechtigten muss dafür/dagegen sein)

        Man merkt, dass Sie mit Herrn Lucke noch eine Rechnung offen haben. Die Überschrift „Lucke ist gegen Volksabstimmungen“ ist purer Populismus und falsch. Herr Lucke hat sich lediglich zum Brexit geäußert, keine Volksabstimmungen pauschal abgelehnt, wie Sie suggerieren! Man kann auch viel hineininterpretieren, wenn man es will… FN, Wilders und Co. haben bereits weitere EU-Referenden gefordert. „Befürchten“ war das richtige Wort, wenn man nicht mit solchen Gestalten und ihren Zielen gleichgesetzt werden will, was bei einer anderen Antwort der Fall gewesen wäre. Meine Meinung zum Referendum habe ich im ersten Absatz bereits geäußert.

      • Mehrheit ist Mehrheit. Der britische Beitritt zur EG erfolgte ganz ohne Referendum durch eine Regierung, die nur 46,4 % der Stimmen bekommen hatte.

        Jedes AfD-Mitglied von 2013 sollte mit Herrn Lucke noch eine Rechnung offen haben. Warum hat er die Partei vor die Wand gefahren und vertritt keine der damaligen Positionen mehr? Er hat sich jetzt nicht einfach zum Brexit geäußert, sondern meinte: „Für komplexe Angelegenheiten sind Volksabstimmungen immer problematisch“.

    • Das stimmt. Eine gewichtige Minderheit träumt von einem EU-Austritt. Die werden noch böse erwachen, wenn sie realisieren, daß das in der AfD keine Mehrheitsmeinung darstellt.

      • Das stimmt so nicht. Die meisten Leute in der AfD wünschen sich weniger EU im Sinne von weniger europäischem Zentralismus, also ein Zurück zu EG oder EWR und vor allem einen Austritt aus dem Euro aber keinen EU-Austritt.

  3. Was kann denn weniger komplex sein als eine Ja-oder-Nein-Entscheidung?

    Gerade bei solchen wirklich großen Fragen ist nicht das detaillierte, erschöpfende Aufzählen von Einzelgründen, sondern der Gesamteindruck entscheidend. Wer geht denn hin und erstellt nach der Vorstellung der Brexit-Gegner penible Pro-und-Contra-Listen bei der Wahl seiner Ehefrau, beim Kauf eines Hauses oder der Wahl seines Lebensmittelpunktes?

    GERADE diese großen Richtungsentscheidungen können letztlich immer nur Bauchentscheidungen sein, bei denen der Kopf die Informationen zwar vorkaut, aber der Bauch die abschließende Entscheidung trifft.

  4. Sehr geehrter Herr Prof. Dilger,
    auch ich befürchte weitere Referenden in anderen EU-Ländern. Eine Befürchtung die von vielen sachkundigen Politikern geteilt wird.
    Meine generelle Ablehnung plebiszitäre Entscheidungen, bezieht sich aber auch auf die damit einhergehende Stimmungsmache, Ängste die geschürt werden. Finanzieller und publizitischer Macht Ausübung.
    Ich kenne keine Forschungsergebnisse in dieser Frage. (..was immer das Volk will ist demokratisch richtig..) Mich würde aber interessieren, sehen Sie eine Mindestwahlbeteiligung zu einer Volksbefragung, wenn sie anerkannt werden soll? Oder akzeptieren sie die Möglichkeiten das Mehrheiten Minderheiten unterdrücken könnten? Wir haben Volksvertreter gewählt, deren Bühne ist der Bundestag, dort sollten entscheidende Debatten stattfinden.

    • Welche sachkundigen Politiker meinen Sie? Bei Volksentscheiden geht es doch gerade darum, die Macht von Politikern und ihre Entfremdung vom Souverän zu begrenzen. Sie bleiben trotzdem mächtig und beteiligen sich an der öffentlichen Diskussion vor den Abstimmungen. Dass Entscheidungen des Volkes demokratisch sind, muss nicht weiter erforscht werden, sondern ergibt sich aus dem Begriff. Minderheiten werden dadurch auch nicht häufiger unterdrückt als durch gewählte Politiker. Mindestbeteiligungen könnte man diskutieren, aber bei Wahlen gibt es diese auch nicht. Schließlich finden die relevanten Debatten nicht mehr im Bundestag statt, sondern öffentlich im Fernsehen und machtpolitisch in Hinterzimmern.

  5. „Für komplexe Angelegenheiten sind Volksabstimmungen immer problematisch“
    Für problematisch halte ich das Informations-/Bildungsdefizit. Wenn das Volk durch Politik und Medien (insbesondere durch die ÖR) bestenfalls mit Halbwarheiten ruhig gestellt wird, braucht man sich nicht zu wundern wenn die Reaktion nicht wunschgemäß ausfällt.
    Wenn ich den beteiligten Entscheidungsträgern bei den Verhandlungen im stillen Kämmerlein und evtl anwesenden handverlesenen Journalisten nicht unbedingt bösen Willen unterstellen will, so sei mir doch der Eindruck erlaubt, daß die „eingeweihte Elite“ bei der Entscheidungsfindung ebenfalls des öfteren im Dunkeln tastet. Um nicht zu sagen: Nach langwierigen Diskusionen blind unterschreiben.

  6. Lucke überrascht mich. Ich dachte es geht ihm darum, mit einer kleinen, aber treuen Schar namens alfa, den Wiedereinzug in das EU-Parlament zu schaffen. Aber mit seinen ständigen Volten verjagt er noch die letzten Getreuen.
    Wie dem auch sei. So wichtig ist diese tragische Figur nicht.

    Wichtiger ist es anders im Zusammenhang mit der Ablehnung von Referenden in der Rest-EU zum Austritt anderer Länder. Die Vorstellung der Eliten nun mit beschleunigter Integration plus Demokratieabbau (z.B. Sozialunion) unumkehrbare Fakten zu schaffen, ist brandgefährlich. Ist ein Austritt aus der EU auf demokratischem Weg nicht mehr möglich, haben wir in einigen Jahren in manchen Regionen der EU bürgerkriegsähnliche Zustände durch Seperatisten, wie in Nordirland oder dem Baskenland.

    • „… bürgerkriegsähnliche Zustände … wie in Nordirland oder dem Baskenland“?

      In welcher Zeit leben Sie?
      In den 1970er oder 1980er Jahren?

      • Weder im Baskenland noch in Nordirland war die EU Anlass der Bürgerkriege. Die Basken wünschen sich – wie auch die Katalanen – die Unabhängigkeit von Spanien und in Nordirland tobte noch Ende des zwanzigsten Jahrhunderts ein Religionskrieg auf dem Niveau des Dreißigjährigen Krieges.

  7. Das Gejaule um die ach so dramatische Verfälschung eines Wahlergebnisses durch die angeblich niedrige Wahlbeteiligung erschließt sich mir nicht. Wer sein Wahlrecht nicht ausübt, darf sich hinterher über ein ihm nicht genehmes Ergebnis nicht beschweren.

    Jeder wahlberechtigte Nichtwähler hätte es schließlich selbst in der Hand gehabt, sein Votum abzugeben.

    Und wem es als Partei oder Interessengruppierung, Wahlverein oder was auch immer nicht gelingt, die Nichtwähler zu mobilisieren, der darf deren Passivität ebenfalls nicht beklagen, da er ja durchaus die Möglichkeit gehabt hätte, sich für die Mobilisierung von Nichtwählern einzusetzen.

    Was außer einem lukrativen Abgeordnetenmandat für sich selbst will dieser kleine Alfa-Bernd Lucke überhaupt? Hat dieser Mann überhaupt eine politische Vision oder ist er nur ein eitler Selbstdarsteller?

  8. Es sollte zu manchen Themen Volksabstimmungen geben, aber nicht zu allen Themen. Es sollte z. B. keine Volksabstimmung über das bedingungslose Grundeinkommen geben. Denn wenn es ein solches gibt, geht möglicherweise niemand mehr arbeiten.
    Es ist sinnvoll, wenn es eine Volksabstimmung gibt betreffend die Hilfen in der Eurozone. Nach dem Brexit muss folgen der Grexit. Schottland wird hoffentlich im zweiten Anlauf unabhängig. Nicht nur die Völker müssen voneinander getrennt werden, sondern auch die Generationen, sofern dies problemlos möglich ist.
    Das Christentum muss durch Wicca ergänzt oder ersetzt werden. Immer mehr Menschen kommen Gott näher durch luzide Träume.

  9. Man sollte schon unterscheiden zwischen Volksentscheidungen und Volksbefragungen. Bernd Lucke ist gegen Volksentscheide. Das ist seine Meinung als Mitglied einer politischen Partei. Warum diese Meinung jetzt so wahnsinnig interessant ist liegt daran, weil viele ihn nicht mögen. Er hat aber den gleichen Mitgliederstatus wie ich, und ihr mögt mich doch, oder? In GB hat es keinen Volksentscheid gegeben.

    • Herr Lucke hat sich gegen Volksabstimmungen ausgesprochen, bei denen es um etwas geht. Das mag für sich genommen eine akzeptable Meinung sein, aber in der AfD hat er noch genau das Gegenteil vertreten. Gibt es überhaupt eine relevante politische Position, die er noch nicht gewechselt hat?

      • -.-.es ist immer gut wenn Politiker dazu lernen. Gilt auch für Lucke, wenn er denn relevante politische Positionen gewechselt hat und dies ordentlich begründen konnte.-.-.-

      • Welche ordentliche Begründung gibt es denn? Wie Frau Merkel wechselt Herr Lucke ständig seine Positionen, bleibt aber Begründungen schuldig oder überhaupt nur das Zugeständnis, dass die Positionen jetzt andere sind.

      • Prof. Lucke kann seine alte Meinung nicht wiederholen, um Sie gluecklich zu machen. ALFA ist eine andere Partei mit schlaueren Mitgliedern und er gibt wider nur die Meinung dieser Partei .

        Ausserdem, jeder weiss wie solche Entscheide manipulierbar sind. Deswegen sind Vorsicht und Zweifel angebracht aber von Fall zu Fall sind Volksentscheide zu begruenden.

      • Selbst wenn es stimmen würde, wäre das reiner Opportunismus. Sollte Herr Lucke nicht zu seiner eigenen Meinung stehen? Tatsächlich wurden die ALFA-Mitglieder doch gar nicht gefragt, während andere Funktionäre ganz andere Meinungen vertreten, z. B. dass auf den Brexit auch ein Austritts Deutschlands aus der EU zu folgen habe. Bei Volksentscheiden geht es schließlich um das demokratische Prinzip, nicht um eine fallweise Befürwortung oder Ablehnung, wenn man sich gerade einen taktischen Vorteil davon erhofft.

  10. Pingback: Merkel fürchtet plötzlich Migranten | Alexander Dilger

  11. „Bemerkenswerte Aussagen von Bernd Lucke, dem Mitbegründer der AfD, inzwischen Europaabgeordneter für die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). “

    Damit ist eigentlich Alles gesagt, was es zu Alfa und Herrn Lucke zu sagen gibt.

    „In Großbritannien hätten sich Fragen wie die Flüchtlingskrise und die Euro-Problematik miteinander vermischt“

    Als Wirtschaftsprofessor, der Andere für zu uninformiert hält, um politische Entscheidungen zu treffen, sollte man eigentlich auch wissen, dass GB keinen Euro hat.
    Und als hochdotierter EU-Parlamentarier sollte man wissen, dass GB nicht nennenswert von so genannten Flüchtlingen betroffen ist.

    Das Volk wird sicherlich auch alle möglichen Fehlentscheidungen treffen (können)
    Im Gegensatz zu Politiker muss es aber auch jede Suppe auslöffeln, die es sich einbrockt – und ob Politiker mehr Ahnung haben, als das Volk, wäre tatsächlich einer näheren Betrachtung wert.

  12. Herr Lucke, der im Übrigen nicht für ALFA, sondern für die AfD, mithin ausdrücklich für Volksabstimmungen über den Verbleib in der EU, ins sogenannte Europäische Parlament gewählt wurde, müsste spätestens jetzt sein Mandat zurückgeben.

    • Hätten Sie sich solche Kommentare schon vor einem oder – noch schlimmer (wie ich) – vor zwei Jahren erlaubt, wären Sie von Luckes treuer Gefolgschaft dafür geteert und gefedert worden. Inzwischen erkennen zum Glück immer mehr ehemals unbedarfte AfD- und auch ALFA-Mitglieder das wahre Gesicht des opportunistischen Politkarrieristen Bernd Lucke und seiner Aktentaschenträger. Allerdings stellt er mit diesem feinen Charakterzug leider keine unrühmliche Ausnahme in der Parteienlandschaft dar, sondern eher so etwas wie den Normalfall.

      • Herr Meister, bevor sie die Kerzen ausblasen, sollten sie erst mal Luft holen. Diesen ständigen Ärger, den sie gegen Lucke nun schon seit 3 Jahren provozieren muss sie doch selber langweilen. Versuchen sie mal, auch gute Dinge über Lucke zu finden, politisch und persönlich. Vielleicht gelingt es ihnen dabei, Verständnis zu finden. Nein, eigentlich mag ich sie ja wegen ihren kontroversen Ansichten, so etwas braucht das Land. Aber vielleicht geben sie meinem Freund Bernd auch mal die Zeit, sich von ihren Schlägen zu erholen.

      • Manche Spitzfindigkeiten ueber Prof. Lucke sind nur duemmlich und als langweilige AfD Propaganda und Ablenkung gedacht. Am Ende es entlarvt nur diese Schreiber. Es ist ein Selbstbetrug der AfDler so zu machen als ob sie nicht wissen wie unterschiedlich innerhalb AfD ueber Brexit und Volksbefragungen gesprochen wird.
        Vielleicht sollen sich die selbsternannten Liberale und treue AfDler ueber nationalistische, chauvinistische und faschistoide Zuege innerhalb AfD mehr Kopf zerbrechen als ueber eine gemaessigte und serioese ALFA! Fuer Deutschland ist es wichtiger in EP vorzeigbare und vernuenftige ALFA Abgeordnete zu haben als suspekte und unsolide Figuren die AfD in vielen Positionen anzubieten hat.

      • Es sind keine Spitzfindigkeiten, dass Herr Lucke wie Frau Merkel ständig seine Meinung zu zentralen Fragen ändert, ohne das inhaltlich zu begründen oder auch nur auf Kursänderungen hinzuweisen. Für ihn mag diese Willkür bequem sein, aber warum lassen Sie und andere ALFA-Anhänger sich das gefallen? Haben Sie keine eigenen Überzeugungen?

      • P.S. Erfreuliche Nachricht, Azzuri haben mit 2:0 gesiegt! Bravo!

        ALFA Programm fordert de facto Volksentscheide und leichtere Bedingungen fuer Volksbegehren. Offensichtlich macht sich bemerkbar, dass „Brains“ AfD verlassen haben!
        Bei ALFA duerfen die Mitglieder differenzierte und auch abweichende Meinungen haben. Ich kann mich ueber Brexit freuen und trotzdem Referenden fuer eine Dummheit halten. Ich kann ein Referendum ueber Dexit fordern und Referenden z.B. ueber TTIP oder Russland-Sanktionen als zu spezifisch i.e. reine Fachfragen ablehnen.
        Politik ist nicht Eisenbahn wo es ohne Schinen nicht geht!

      • Die AfD hat sich leider nicht gut entwickelt, aber sie ist trotzdem noch viel näher an der ursprünglichen AfD als ALFA.

        Herr Lucke hat doch gerade nicht differenziert, sondern pauschal geurteilt: „Für komplexe Angelegenheiten sind Volksabstimmungen immer problematisch“. Für ganz simple Fragen, bei denen sich alle einig sind, braucht man sie nicht.

      • @Horst Krebs

        Oh je, oh je, ist der arme kleine Bernd Lucke jetzt schon so tief gefallen, dass ihm sogar meine gelegentlichen kleinen Seitenhiebe so zusetzen, dass er sich davon wochenlang erholen muss?

        Aber Spaß beiseite – so sehr ich mich auch bemühe, ich kann wirklich nichts Gutes an Bernd Luckes Aktionen der letzten drei Jahre finden. In der Gründungsphase der AfD war ja auch ich noch sehr von ihm geblendet. Aber der selbst ernannte kleine Messias hat sich nun mal sehr schnell selbst entzaubert.

        Dass Sie noch immer so begeistert von ALFA und Bernd Lucke sind, erstaunt mich indes.

      • @Old Grisogono

        … und Island hat soeben den EM-Brexit vollzogen. Vielleicht jagen bald die Eskimos Juncker aus dem Amt. Sonst noch was?

  13. Herr Dilger 19.29 Uhr
    Ich kann Ihre Meinung nicht teilen. Im übrigen denke ich, das die ALFA Anhänger schon eigene Überzeugungen haben, wenn sie auch nicht immer deckungsgleich mit den Ihrigen sind. Also das Lucke und Merkel soviel gemeinsam haben und ständig ihre Kehrtwendungen ohne Begründungen vollziehen, sollte sicherlich nocheinmal überdacht werden. Aber viele der Begründungen sind gerade von Frau Merkel nicht mehr mehrheitsfähig. Das denke ich schon.

    • Welche Begründung gibt es denn von Herrn Lucke? Sie sollten Ihre abweichende Meinung schon begründen können. Auch Frau Merkel pflegt ihre Wendungen und Windungen nicht zu begründen.

      • -.-zu umfangreich darauf zu antworten, erspare ich mir.-.-.- heute auf Phönix gab es noch Erläuterungen von Lucke zu Sachfragen.-.-.

      • So sehen die Argumente der Lucke-Fans aus. Seine heutigen Argumente habe ich nicht gehört, weil ich mir lieber den EM-Brexit durch die Isländer angeschaut habe. Doch ich habe diesen Satz von ihm in einer Meldung über die Sendung gefunden: „Die politischen Entscheidungsbefugnisse müssen wieder näher an den Bürger heran.“ Wie passt das zu seiner Ablehnung von Volksentscheiden? Viele Einzelaussagen führen noch nicht zu einem konsistenten Standpunkt.

      • Mich wundert wirklich, dass Luckes Geschwurbel überhaupt noch im Fernsehen ausgestrahlt wird. Und wenn es nur auf einem Spartenkanal und parallel zum EM-Achtelfinale ist.

      • @Dilger
        Gute Entscheidung…“Áfram Ísland“! 🙂

  14. Bei dem Gespräch heute mit Prof. Fratscher und Professoer Bernd Lucke im Phönix TV muss man eingestehen, dass hier ein Fachgespräch stattgefunden hat. Kein Blabla, 2 Professoren haben argumentiert, wir konnten dabei nur zuhören. Professor Fratscher war mit allem, was Lucke sagte, nicht einverstanden und argumentierte das auch. Aber Lucke legte ihn stets aufs Kreuz, sachlich und unaufgeregt. Es hat mir dieses mal sehr gefallen, dass Lucke einen kompetenten Gegenpartner hatte. Dieses erhöhte die Kompetenz dieses ALFA Mitgliedes im allerhöchsten Maße. Ich bin mal gespannt, ob ich in FB jemand finde, der Kritik an Lucke ausübt. Ihr werdet das Schweigen im Walde erleben. Hier im Blog glaube ich, dass auch niemand das Gespräch kommentieren möchte, es war ja perfekt.

  15. Auftritt von Prof. Fratzscher wirft mehrere Fragen auf.
    Soll es ein kompetenter, anerkannter Wirtschaftsprof. sein? Beraet er zufaellig Frau Merkel?
    Hat er vielleicht noch ein Parteibuch?
    Viele Falschbehauptungen die er aeusserte zeigen, dass er nicht wegen seiner fachlichen Kompetenz ausgesucht wurde sondern nur als EU-Joker! Eine Art Altmeyer02!
    Wer fuer Niedrigzinspolitik, Eurozone und einen europaeischen Wirtschaftsminister ist kann nicht ernst genommen werden!

    Es war noch ein Beweiss, dass Fachkompetenz bei ALFA zu finden ist.

    • Fratzscher wirkt manchmal ähnlich wie Enderlein wie ein Lobbyist. Bei Enderlein verstehe ich es ja, sein Institut wird meines Wissens zu grossen teilen von KOM oder nahestehenden Institutionen finanziert. Als Diw Chef sollte fratzscher hingegen unabhängig sein. Ob er seine Überzeugungen vertritt oder andere strategische Interessen vertritt wäre mal interessant zu wissen.

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