CSU und Union insgesamt gewinnen durch einen bundesweiten Antritt zur Bundestagswahl

‚Zur bundesweiten Ausdehnung der CSU‘ hatte ich mich bereits positiv geäußert. Alle Umfragen sprechen eigentlich dafür. So ist eine „Mehrheit in Bayern für Auseinanderbrechen der Union“:

57 Prozent der bayerischen Bürger und sogar 77 Prozent der CSU-Anhänger würden eine bundesweite Ausdehnung der CSU begrüßen“. „Das im Gegenzug zu erwartende Antreten der CDU in Bayern würde auf weniger Gegenliebe stoßen: 63 Prozent der befragten 1018 bayerischen Bürger lehnten diese Option ab. Dennoch würde die CDU bei einer Landtagswahl in Bayern auf 11 Prozent kommen – und die CSU mit 43 Prozent ihre absolute Mehrheit verlieren.

Siehe dazu auch „Wählercheck: Wäre eine bundesweite Kandidatur der CSU von Vorteil?“

„Eine bundesweite CSU könnte der AfD Paroli bieten“:

Die CSU würde laut der Umfrage im restlichen Bundesgebiet viele Wähler aus dem Lager der Nicht-Wähler rekrutieren. So würde fast jeder fünfte Nichtwähler der bundesweiten CSU seine Stimme geben. In der Umfrage erreicht die CDU 23,5 Prozent, die CSU 19 Prozent. Und läge damit nur knapp hinter der SPD, die auf 20 Prozent der Stimmen käme. […] Unter einer CSU im Rest der Republik würde vor allem die AfD leiden: Sie ist in dieser Umfrage mit neun Prozent gerade mal fünfstärkste Kraft. Im direkten Vergleich mit der regulären Sonntagsfrage (ohne eine CSU im Bundesgebiet) zeigen sich bei der AfD große Unterschiede. Dort kommt sie auf zwölf Prozent und wäre damit drittstärkste Kraft. Noch deutlicher ist der Unterschied bei der Union: In der regulären Sonntagsfrage kommt die CDU/CSU auf 33 Prozent. Und damit auf fast zehn Prozentpunkte weniger als die 42,5 Prozent, die beide zusammen in der Umfrage mit der bundesweiten CSU erreichen würden.

Bundesweit gibt es „Große Zustimmung für Ausdehnung der CSU“:

Fast die Hälfte der befragten Wahlberechtigten (45 Prozent) gab nach den am Sonntag in Hamburg veröffentlichten Zahlen an, sie fände eine bundesweite Wählbarkeit der Christsozialen „gut“. 40 Prozent fänden dies „nicht gut“. Unter Unionsanhängern betragen die Werte 49 Prozent für und 43 Prozent gegen die deutschlandweite Wählbarkeit. Deutlich wird auch ein Ost-West-Gefälle: In den neuen Bundesländern findet die Idee mehr Befürworter (52 Prozent) als in den westlichen Bundesländern (43 Prozent). Damit einher geht auch folgender Aspekt: Mehr als Zweidrittel der befragten AfD-Anhänger (68 Prozent) sind dafür, dass die CSU künftig in ganz Deutschland wählbar ist.

PrognosUmfragen hat noch ein interessantes Umfrageergebnis für Baden-Württemberg, wenn dort jetzt (bzw. schon vor einem Monat) neu gewählt und die CSU antreten würde: „#GRÜNE 31%; #CDU 14%; #AfD 12%; #SPD 8%; #FDP 8%; #CSU 20%; Andere 7%“. Ohne CSU wäre dort das Ergebnis: „#GRÜNE 34%; #CDU 18%; #AfD 19%; #SPD 9%; #FDP 12%; Andere 8%“. Die CDU würde also durch die CSU im Land 4 Prozentpunkte verlieren, die CSU jedoch 20 gewinnen.

Schließlich kommen Trennungsvorschläge sogar schon von der CDU: „CDU und CSU müssen sich laut Geißler notfalls trennen“. Allerdings macht man sich dort noch Illusionen: „Die Drohung der CSU, möglicherweise bundesweit allein anzutreten, nannte Geißler absurd.“ Das Gegenteil ist der Fall. Sowohl die CSU als auch die Union insgesamt würden viel gewinnen. Zugleich gäbe es endlich wieder Hoffnung, die schlechte Politik von Frau Merkel zu beenden oder zumindest zu beschränken.

Nun sind die CSU-Funktionäre feige und fürchten einen Einzug der CDU in Bayern, der sie die absolute Mehrheit kosten würde. Aber diese ist ohnehin in Gefahr, während die Union insgesamt, also CSU und CDU, auch in Bayern gemeinsam stärker wären als allein. Die CDU-Abgeordneten in Bayern kämen wohl auch größtenteils aus der CSU. Umgekehrt könnte die CSU bei einer bundesweiten Ausdehnung auf viele jetzige CDU-Mitglieder und -Funktionäre zurückgreifen oder zumindest am Anfang sogar Kandidaten aus Bayern schicken.

Das führt mich zu einer Überlegung, die wohl bisher noch keiner angestellt hat, die aber der CSU-Führung die Ausdehnung noch schmackhafter machen dürfte: Ein bundesweiter Antritt der CSU bei Bundestagswahlen müsste gar nicht dazu führen, dass die CDU bei Landtagswahlen in Bayern antritt. Die Entsprechung wäre erst einmal ein Antritt der CDU bei Bundestagswahlen in Bayern. Das muss die CSU aber wirklich nicht schrecken, weil sie bundesweit viel mehr Mandate hinzugewinnen als in Bayern verlieren würde und diese zumindest beim ersten Mal mit Kandidaten aus Bayern besetzen könnte. Um den Antritt der CDU auch bei den Landtags- und Kommunalwahlen in Bayern zu verhindern, sollte die CSU auf entsprechende Antritte außerhalb Bayerns erst einmal verzichten, sich diese Option aber als mögliche Vergeltung offenhalten. Denn auch dabei würde die CDU viel mehr verlieren als die CSU, während die Union insgesamt gewinnen könnte.

47 Gedanken zu „CSU und Union insgesamt gewinnen durch einen bundesweiten Antritt zur Bundestagswahl

  1. Die CSU ist feige und träge. Sie verhält sich wie ein dicker, fetter Hund, der allenfalls laut bellt, aber letztlich zu bequem ist, seinen dicken Hintern zu bewegen, um Entschlossenheit zu zeigen. Nach ein bisschen Gebelle fällt der dicke Hund als Bettvorleger in sich zusammen.

    Das Loch rechts der CDU wird nicht die CSU füllen, sondern die AfD.

    • Dazu müsste die AfD wieder zurückrudern in bürgerliche Gewässer, statt rechtsaußen zu fischen. Doch selbst wenn sich Herr Meuthen gegen Frau Petry & Co. durchsetzen sollte, dauert es noch viele Jahre, bis die AfD koalitionsfähig wäre. Die CSU ist nicht ideal, aber doch die schnellere und seriösere Alternative.

      • Die CSU wäre ohne Zweifel die bessere Alternative, schon alleine wegen der Reputation. Aber die CSU wird es nicht tun. Vermutlich wird sie sich erst aufraffen, wenn der Niedergang endgültig feststeht.

        Die AfD gibt kein gutes Bild ab und die Medien hetzen und demontieren eifrig.

        Allerdings bin ich über die Verantwortungslosigkeit und das schlechte Bild, was die Medien über sich selbst mit ihrer Hetze abliefern, derart verärgert, dass ich die AfD schon alleine deshalb wählen werde.

      • @Reinhard E.R. Wilhelm

        „Bad news are good news“ also …
        In der Tat hat die häufig nicht gerade schmeichelhafte Berichterstattung über die AfD der Partei bislang erstaunlich wenig geschadet. Allerdings muss man den Medien zu Gute halten, dass die meisten AfD-Granden im Umgang mit den Medien bei weitem nicht so erfahren sind wie ihre Kollegen von den etablierteren Parteien und daher viele Anfängerfehler gemacht haben bzw. immer noch machen.

  2. Die nächste Bundesregierung wird Union/SPD + Grüne und/oder FDP. Wenn die CSU bundesweit antritt, dann steigt die Chance auf a) einen SPD-Kanzler (wenn CDU schwächer als SPD) und b) eine Nichtbeteiligung der CSU an der Regierung, einschließlich totalen Linksrucks der CDU. Warum rühren Sie dafür (noch mehr Quoten, Transferunion etc) die Werbetrommel? Soll zukünftig Herr Gabriel oder Frau Kraft die Griechenland-Pakete aushandeln? Außerdem wäre die CSU sowieso von der CDU abhängig. Merkel könnte auch mit der Linkspartei regieren (hat Gysi schon signalisiert), sie braucht die CSU nicht, umgekehrt braucht die CSU die CDU, denn ohne diese hat sie keine Machtoption.

    Es ist wirklich ermüdend, dass dieses pinkfarbene Nutztier (will mich höflich ausdrücken) immer wieder durchs Dorf getrieben wird. Erinnert stark an die dauerhaften Gedankenspiele, wie man Trump mit irgendeinem aus dem Hut gezogenen Drittkandidaten das Handwerk legen will. Ähnlich albern ist die Bettelei danach.

    Die sachlich richtigen Ausführungen verkennen einen entscheidenden Punkt: Die CSU ist wie die CDU eine Partei, die primär den Interessen des Großkapitals hörig ist – mehr EU, offene Grenzen, Euro usw. Das liegt einfach daran, dass beide Parteien von dem Geld abhängig sind. Auch die SPD ist nicht für TTIP, weil Sozialdemokraten neuerdings begeisterte Anhänger von Freihandelsabkommen sind, sondern weil sie dafür bezahlt wird – wess‘ Brot ich ess‘ usw. Und bitte jetzt nicht sagen, dass die linke Politik der Regierung gegen diese Ausführungen spricht – sind Soros und Zuckerberg Rechte?

    Die CSU erfüllt seit ihrer Gründung eine wichtige Funktion im deutschen Parteiensystem. Ursprünglich war das, Bayern bei der Stange (im Bund) zu halten. Heute sind es primär konservative Wähler (v.a. in Bayern, aber auch im Rest der Republik), die durch die CSU bei der Stange gehalten werden: Die Partei poltert herum, bekommt entsprechend Stimmen, und trägt dann die Merkel-Politik mit. Das ist alles Theater; und so viel sollte man von Politik verstehen. Während der Legislaturperiode muss das Theater natürlich irgendwie aufrecht erhalten werden, und nur weil Schauspieler manchmal einen erbärmlichen Job machen heißt das nicht, dass es keine Schauspieler sind.

    Die CSU würde dann bundesweit antreten, wenn die CSU-Geldgeber, die alle für den Euro sind, entschieden haben, dass dies EU-Zentralisierungsbestrebungen mehr nutzt als schadet. Es wäre dann also eben kein Grund, die CSU zu wählen. Im Gegenteil:

    Dort, wo CDU und CSU gemeinsam antreten, werden sie die Erststimme splitten. Das gilt gerade dann, wenn die FDP umgeht (plus AfD). Also würde die SPD massenweise Direktmandate gewinnen, die Union dagegen verlieren. Anders als jetzt wären CSU-Abgeordnete in erster Linie Listenkandidaten und Parteisoldaten. Diese werden sich dann enstprechend verhalten und bei einer CDU-CSU-Koalition etwa Euroretterei mittragen. Wahrscheinlich würden bisherige CDU-MdBs sogar für die CSU kandidieren. Was war dann der Sinn der Übung?

    Auf einen Nichtantritt der CDU in Bayern könnte sich die CSU nur verlassen (!), wenn sie einen Pakt mit der CDU hätte, der jedoch die CSU nicht als glaubwürdigen Gegespieler der CDU erscheinen ließe. Dass etwas von Ihrer Warte her gut für die CDU wäre ist ja nun nachweislich kein Grund anzunehmen, dass die CDU sich so verhalten würde. [Nach 501 Wörtern 207 weitere abgeschnitten, AD.]

    • Die CSU bietet echte Aussicht auf Änderung der Reigerungspolitik, während die AfD alle übrigen Parteien nur noch enger zusammenschweißt. Die CDU mag jetzt damit drohen, bei einem bundesweiten Antritt der CSU zur Bundestagswahl in Bayern zur Landtagswahl anzutreten. Doch wirklich glaubwürdig ist die Drohung nicht, wenn die CSU die Option behält, (nicht) zu den Landtagswahlen im Rest der Republik anzutreten. Ein Antritt der CDU in Bayern zur Bundestagswahl muss die CSU nicht schrecken.

      • Die CDU würde aber mit Sicherheit bei den Landtagswahlen in Bayern antreten, das ist das einzige Drohmittel, das sie hat. Wie bereits geschrieben, gehe ich davon aus, dass die CDU hinter die CSU im weiteren Verlauf zurückfallen würde. Damit könnte die CSU den Kanzler stellen und die CDU wäre erledigt, wenn es für Grüne, SPD und CDU zusammen nicht mehr reichen würde. CSU, AfD, FDP und Linke müssten zusammen auf knapp 50 Prozent kommen, das ist zumindest vorstellbar, wenn die CSU 25 realistische 25 Prozent erreicht.

      • Der CDU-Antritt bei der Lanstagwahl 2918 in Bayern ist jetzt in der Tat ihr Drohmittel. Aber die Drohung halte ich nicht für glaubwürdig, wenn die CSU 2017 im Bund antritt, aber bei keiner der Lanstagswahlen. Denn die CSU behielte dann die Drohung, sich auch in den Ländern auszudehnen, was die CDU ebenfalls viel mehr Mandate kosten würde als in Bayern überhaupt zu holen sind.

        Langfristig stellt sich eher die Frage, ob die CSU-Führung in MÜnchen andere Landesverbände hinreichend unter Kontrolle halten könnte, so dass diese nicht einfach von sich aus überall antreten. Aber in vielen Jahren würden die Karten ohnehin neu gemischt, insbesondere wenn die AfD weiter wachsen sollte. Auch dagegen dürfte die CSU-Ausdehnung das beste Mittel sein.

      • Die CDU würde bei einer CSU-Ausdehnung höchstwahrscheinlich den Kanzler verlieren, entweder an CSU oder gar an die SPD (selbst die Grünen sind nicht völlig ausgeschlossen). Es gibt keinen Grund, warum sich die CDU auf einen so friedlichen „Deal“ einlassen sollte. CDU und CSU sind doch längst Feinde, alleine der gemeinsame Gegner (AfD) und drohende Machtverluste durch Turbulenzen halten sie noch zusammen.

        Für eine bundesweite CSU-Ausdehnung ist die Existenz der AfD jedenfalls ideal. Rechte Spinner und Verschwörungstheoretiker werden dort bleiben, während die CSU sonst dafür auch Sammelbecken wäre.

      • Was soll die CDU denn machen, wenn die CSU bundesweit zur Bundestagswahl antritt? Die Bayernwahl ist erst ein Jahr später. Die CSU könnte doch sogar in Berlin Zugeständnisse dafür anbieten, dass man sie in München in Ruhe lässt. Mit bundesweit 19 % oder mehr wäre sie auf jeden Fall stärker als mit 7 % oder weniger.

      • Würde die CDU tatsächlich zur Landtagswahl in Bayern antreten, würde sie krachend an der 5%-Hürde scheitern wie schon die FDP bei der letzten Landtagswahl. Aber was soll´s – die AfD als künftige Regierungspartei (natürlich nur als Koalitionspartner) in Bayern wird es freuen. 🙂

  3. Ihr Kommentar klingt so als ob Sie eine bundesweite Ausdehnung der CSU begrüßen würden. Was konkret würde das verändern? Ok die merkel Gegner hätten mehr Gewicht, wobei sich die merkel Ablehnung insbesondere aus der flüchtlingspolitik speist. Eine erneute Öffnung der Grenzen wird es wohl nicht geben, weswegen ich hier die Vorteile nicht klar sehe. Auf der anderen Seite hat die CSU viele idiotische politik Projekte weitgehend mitgetragen, zb Eurorettung oder Energiewende. Vielleicht wäre die einzige Veränderung, dass die cdu CSU kombiniert wieder soviele Anteile hätte wir vor der Flüchtlingskrise und auch die gleiche politik fortsetzen würde. Na vielen Dank. Woher ihr Optimismus?

    • Ja, eine bundesweite Ausdehnung der CSU würde ich begrüßen. Diese würde Frau Merkel zumindest einhegen und idealerweise zum Rückzug bewegen. Was macht sie denn z. B., wenn ihr schmutziger Flüchtlingsdeal mit der Türkei endgültig platzt? Auch sonst kann sie jeden Tag auf eine neue wahnwitzige Idee kommen. Je stärker die CSU im Bundestag vertreten ist, desto eher kann sie dagegenhalten. Ich halte es sogar für möglich, dass sie stärkste Partei wird.

  4. Mathematisch ist das alles gut und schön, aber: Die Union käme dann nicht mehr so monolithisch rüber wie jetzt. Das war bislang ihre Stärke, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wo es schon immer mehrere konservative Parteien gab und diese sich sozusagen gegenseitig zerfleischten. Und in der Tat, die CSU riskiert den Verlust ihrer Hausmacht. Auch weil die CDU dann ggf. Regierungsoptionen im Bund (und in Bayern!) ohne die CSU hat. Der letzte (zugegebenermaßen halbherzige) Versuch der CSU außerhalb Bayerns scheiterte 1990 kläglich, allerdings war damals wohl auch die Zeit dafür nicht reif: Die CSU-gestützte DSU schaffte es weder in den Bundestag noch in einen ostdeutschen Landtag und verschwand darauf praktisch aus der Parteienlandschaft. Ein massiver Erfolg der AfD in Bayern könnte hier allerdings ein Umdenken bewirken.
    Soll doch ALFA mit der CSU fusionieren 😉

    • CDU und CSU kommen doch gar „nicht mehr so monolithisch rüber“, sondern wirken total zerstritten. Herr Seehofer muss seinen vielen Worten endlich Taten folgen lassen, um nicht völlig unglaubwürdig und schwach zu werden. Die CDU ist auch definitiv keine konservative Partei mehr, die Union insgesamt würde hingegen stärker und konservativer (wie auch liberaler). Die CSU müsste mit niemandem fusionieren, sondern viele Mitglieder wie Wähler von ALFA, aber auch der AfD kämen von selbst zu ihr.

      • Mitglieder von der AfD würde die CSU aber höchstwahrscheinlich ablehnen. Selbst seriöse Leute wie Kruse oder Meuthen. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass die CSU sich zur Zielscheibe der Medien machen würde. Die CSU würde das gesellschaftliche Spiel der Ausgrenzung weiterhin mitspielen, wenn dann auch bundesweit. Wähler würden von der AfD dagegen freilich kommen.

      • Es ist eine Frage des Selbstbewusstseins. Wenn die CSU unsicher ist, wird sie wie die FDP Ex-AfDler ablehnen. Wenn sie groß und stark ist, wird sie durch diese noch größer und stärker, während die AfD zusätzlich geschwächt würde, wenn sie z. B. Herrn Meuthen verliert.

  5. Ein guter Vorschlag! Ohne CDU/CSU gibt es keine Loesung. Wo sind die Putschisten in beiden Parteien und eine Erklaerung , dass jetzige Politik falsch ist? Mit Merkels verkrusteten Strukturen ist keine Aenderung machbar. Ein Neuanfang mit Der Union waere fuer viele Waehler die sicherste und aussichtsreichste Option.

    • @Ivan de Grisogono

      Putschisten in CDU und CSU?
      Ich weiß nicht, wie lange Sie schon in Deutschland leben. Aber bis jetzt wurde noch jeder „Putschist“ in den Unionsparteien weggemobbt.

      Im Übrigen wird die CSU wohl tatsächlich ihre Hausmacht in Bayern nicht für einen bundesweiten Antritt riskieren, so sehr das wechselwilligen CDU-Mitgliedern auch gefallen könnte.

      Umgekehrt würde die CDU in Bayern allenfalls „Zugroaste“ als Wähler erreichen. Ein echter Bayer käme im Leben nicht auf die Idee CDU zu wählen und kaum ein CSU-Mitglied oder CSU-Mandatsträger würde zur CDU wechseln. Eine CDU in Bayern müsste ihre Gurkentruppe also bei verhinderten Ex-CSU Möchtegernkarrieristen genereieren, wie sie heute zum Beispiel bei ‚ALFA‘ ihr frustriertes Dasein fristen. Na dann mal viel Erfolg – das wird der nächste Lacher!

      • CSU muss verstehen, in Formation wie bis jetzt gibt es nur Untergang!

        Sie geben sich gerne als Bayer und Unternehmer aus! 😅 Wenn ich manchen Quatsch hoere von Ihnen schent es mir als ob ich laenger in Deutschland lebe als Sie. Regel Nr. 1 „Echte Bayern waehlen AfD nicht“ !

      • Lieber Herr de Grisogono,

        ganz davon abgesehen, dass ich in Bayern geboren bin und sehr lange in Bayern gelebt habe, nehme ich jede Wette an, dass in Bayern – so die CDU dort separat antreten sollte – bei der nächsten Wahl mehr Menschen AfD wählen werden als CDU und ALFA (sofern es diese Splitterpartei dann überhaupt noch geben sollte) zusammen.

  6. Übrigens sehr interessant, dass die AfD in B-W schon vor der CDU steht… Es ist auch klar erkennbar, dass in B-W die Menschen die CSU der CDU bevorzugen. Das Problem an der CSU ist aber: Sie redet viel, tut aber nichts. Deshalb wäre sie für mich vorerst unwählbar. Außerdem hat die CSU die Europolitik nie ernsthaft kritisiert.

    Ich denke aber, dass sie langfristig sogar mit ungefähr 25 Prozent stärkste Partei werden und knapp vor der SPD liegen würde. Wichtig wäre, dass dann eine Koalition von CDU, SPD und Grünen nicht möglich wäre, als Folge also nur CSU, CDU und SPD zusammen regieren könnten, dann aber mit einem Kanzler Seehofer. Dann müsste er endgültig liefern.

    Warum es die AfD braucht, sieht man am folgenden Artikel:

    http://www.badische-zeitung.de/angeklagte-geben-vergewaltigung-in-silvesternacht-zu

    Bewährungsstrafen für eine bestialische Gruppenvergewaltigung, mir fehlen schlicht die Worte. Die Jungs lachen uns doch aus, in Syrien könnten sie froh sein, wenn sie überhaupt noch einen einzigen Finger hätten. Dazu noch ein Zeitungsartikel, der diese Verbrecher (was man aufgrund der lächerlichen Strafen vermutlich nicht mal sagen darf) beinahe als Opfer darstellt. Es ist unglaublich, was in diesem Land passiert. Da muss schlicht zu 180 Grad dagegen gesteuert werden. Ohne klare und öffentlichkeitswirksame Worte kommt man da nicht mehr weit.

    • Wenn die CSU nichts tut, werden Sie sie außerhalb Bayerns ohnehin nicht wählen können. Dehnt sie sich hingegen bundesweit aus, dann hat sie wirklich etwas getan und nicht nur geredet. Herr Seehofer hat es in der Hand, ob er als erfolgloser Schwätzer oder tatkräftiger Staatsmann und vielleicht sogar Kanzler in die Geschichte eingehen will.

      • Das ist ein gutes Argument. Jetzt kommt allerdings erst einmal der Brexit und alles wird auf dem Kopf stehen. Die restlichen Staaten werden dann angeführt von Merkel und Schäuble rasch die politische Union verwirklichen wollen. Die CSU wird sich spätestens dann entscheiden müssen. Entweder sie zieht mit und gibt sich endgültig auf oder sie wird sich trennen müssen. Ich sehe CSU und Merkel-CDU ehrlich gesagt nicht mal mehr als Koalitionspartner. Die CSU konnte und wollte nie mit dem Grünen, wie soll sie dann mit den Grünen 2.0 (umgetauft in CDU) können, die dann ihre letzten vernünftigen Kräfte auch noch an die CSU verloren hätten?

        Der Brexit wird die innenpolitische Diskussion beleben – gut so. Hoffentlich mit dem richtigen Ausgang.

      • Große Teile der CDU sind eigentlich gegen Frau Merkel und vor allem ihre erratische Politik, trauen sich aber nicht, das öffentlich zu äußern. Wenn diese alle zur CSU gehen, wird der Bruch unvermeitlich. Andernfalls könnte sich aber die CDU auch wieder auf ihre Grundwerte besinnen.

        Der Brexit wird vor allem UK schaden. Die restliche EU wird noch enger zusammenrücken, aber eine echte politische Union will außerhalb Deutschlands niemand.

      • Die CDU ist längst verloren, da sollten Sie keine Hoffnungen mehr haben. Es ist doch nicht nur Merkel. Alle! Kronprinzen sind doch ebenfalls vom selben Schlag, ob nun Von der Leyen, Laschet, Tauber, etc. Da kommt nichts mehr. Die verbliebenen ehrhaften Mitglieder sind doch längst reine Hinterbänkler.

        In der CSU gibt es noch eine gewisse Personaldecke, aber auch die CSU ist massiv gefährdet durch den Zeitgeist und gute Leute wie Friedrich oder Ramsauer sind auch eher auf dem Altenteil. Von den EU-Leuten à la Weber müssen wir erst gar nicht reden. Gauweiler hat sich nicht ohne Grund zurückgezogen.

      • Alle Parteien haben Personalprobleme, auch und gerade die AfD. Wenn Frau Merkel weg ist, werden in der CDU neue Leute zum Zuge kommen und ihre alten Kampfgefährten plötzlich ganz andere Meinungen vertreten.

    • Die CSU hat in brüssel auch eine Reihe von EP Veteranen, die sich da offenbar mittlerweile ganz gemütlich eingerichtet haben. Ob von der Seite eine aufgeklärte Europapolitik frei von rettungsschirmen und euro-„solidaritätsmasnahmen“ zu erwarten ist wage ich zu bezweifeln.

  7. Gibt es für Bayern eigentlich getrennte Umfragen für Bundestagswahl und Landtagswahl? Ich kann mir vorstellen, dass die Unterschiede hier beträchtlich sein werden. Bei der Landtagswahl sehe ich durchaus knapp 50% für möglich, bei der Bundestagswahl dürfte es auch für die CSU nicht einfach werden, 40% zu erreichen.

      • Forsa lese ich nicht mehr, Güllner kann man nicht für voll nehmen. Ich bin gespannt. Auf Länderebene kann man sich die CSU vielleicht vorstellen, auf Bundesebene wählt man de facto aber Merkel. Das kann eigentlich kein treuer CSUler wollen.

      • Eine stärkere CSU wäre für Frau Merkel zumindest deutlich unangenehmer. Allein schon deswegen würde sich das Projekt lohnen.

      • Ihr Wort in Gottes Ohr. Ich kann mich an die Diskussion im letzten Herbst erinnern. Ich setzte damals auf Seehofer, Sie rieten mir dazu jede Hoffnung aufzugeben. Sie hatten Recht, er hat nicht geliefert. Selbst die schlimmsten Wahlergebnisse der CDU haben nichts verändert und gerettet hat uns die Stärke der FPÖ und ein junger, mutiger Außenminister namens Kurz. Ich habe meinen Ansichten angepasst, jetzt schenken Sie um. Ich würde mich freuen, wenn Sie recht behielten, allein mir fehlt der Glaube. Wenn man aber die Ereignisse auf Deutschland überträgt, dann dürfte ein Anstieg der AfD in Richtung 30% erfolgsversprechender sein. Ob das realistischer ist, das ist freilich zu bezweifeln.

      • Ich würde da differenzieren. Ich hatte mich doch schon letzten Herbst für eine bundesweite Ausdehnung der CSU ausgesprochen. Es ist nur leider so, dass Herr Seehofer nicht einmal dazu den Mut hat, obwohl es ihm direkt nützen würde. Seine Merkel-Kritik ist leider auch nur Gerede, welches er jede Woche wiederholt, um es dann gleich wieder zu widerrufen.

        Die AfD wird auf absehbare Zeit keine 30 % bekommen, doch auch diese würden nichts nützen, sondern die anderen Parteien nur noch enger an Frau Merkel binden.

      • @Alexander Dilger 17:47

        Sie lassen bei Ihrer Betrachtung außer Aucht, dass auch die AfD nicht in Stein gemeißelt ist. Es werden noch Häutungsprozesse stattfinden und als Insider sehe ich die AfD auf einem relativ guten Weg, gleichwohl dieser natürlich noch immer sehr holprig ist.

        Gestern hatte unser AfD-Kreisverband einen Info-Abend in einem Ortsteil einer der wohlhabendsten Städte der Republik. Die Stadträte der Grünen waren mit einem Gefolge von einem guten Dutzend Jünger der „Grünen Jugend“ (Vertretern der ‚Antifa‘ optisch in nichts nachstehend) im Schlepp angerückt, um die Veranstaltung mit unqualifizierten Zwischenrufen und lauter Geräuschkulisse zu stören sowie mit wirklich dämlichen Fragen zu torpedieren. Dennoch ist es uns nach etwa eineinhalb Stunden geduldigen Nichtprovozierenlassens gelungen, diese Leute für eine sachliche Diskussion zu gewinnen. Sie waren dann regelrecht erstaunt, dass wir auch inhaltliche Gemeinsamkeiten haben und in vielen Anlegen ähnliche Ziele verfolgen. Einige der jungen Teilnehmer aus dem grünen Spektrum haben sich nach der Veranstaltung sogar noch persönlich für den konstruktiven Dialog bedankt.

        Eine differenzierte Betrachtung und gegenseitiger Dialog an der Basis führen eben weiter, als anhand von Vorurteilen nur unfundierte Phrasen zu dreschen.

  8. Der Erfolg der CSU zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich knallhart ausschließlich für Bayern einsetzt. Bei Verteilung der Bundesgelder achtet die CSU in der Regierung darauf, dass Bayern nicht zu kurz kommt. Erst Bayern, dann Deutschland. Bei einer Ausweitung über ganz Deutschland würde der bayrische Kern immer mehr verschwinden. Bei einer Machtbeteiligung in anderen Ländern müsste man dann auch für deren zusätzlichen Mittel kämpfen und Bayern schwächen. Eine Schwächung des bayrischen Kerns würde auch die Wahlaussichten in Bayern mittelfristig senken. Das Modell CSU funktioniert nur in Bayern.
    Es gab ja früher auch den Versuch, sich in Ostdeutschland über die DSU zu etablieren. Vielleicht wäre jetzt eine neuer Versuch möglich, in dem ein konservativen Ableger bundesweit unterstützt wird.
    Eine bundesweite Ausbreitung der CSU macht nur Sinn, wenn man damit die AFD eingrenzen will. Es scheint ja im Moment nur in Bayern zu klappen. Es wäre aber auch ein Armutszeugnis für alle anderen Parteien, die damit zugeben würden, dass sie keine geeigneten Argumente gegen die AFD hätten.

    • Die CSU würde bei einer bundesweiten Ausdehnung stärker und auch Bayern davon profitieren, wenn bundesweit wieder bessere Politik gemacht würde und die anderen Länder ebenfalls stärker wachsen und z. B. ihre Landeskinder besser bilden würden.

      AfD-Anhänger wird man nicht damit überzeugen, dass all ihre Ansichten falsch und die Politik von Frau Merkel großartig ist, sondern man muss ihre berechtigten Anliegen aufgreifen, ohne Rassismus und Radikalismus zu bedienen. Die CSU wäre dafür am besten geeignet.

      • Vielleicht wäre bundesweite csu am besten um merkel loszuwerden. Seehofer wird sich wohl bald entscheiden müssen denn der Aufbau einer Partei in 15 Bundesländern samt Wahlkampf dürfte etliche Monate dauern. Vielleicht hat er noch Zeitfenster von 3-4 Monaten. Spätestens dann muss er den Absprung eigentlich geschafft haben.

      • @Stefan

        Sorry erst einmal, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, die verlorene Wettschuld zuzusenden. Wird aber in den nächsten Tagen erledigt.

        Die AfD hat sich im Februar/März 2013 erst zusammengefunden (offizieller Gründungsparteitag war dann am 14.04.2013) und wäre trotz vergleichsweise geringer Bekanntheit bereits im September 2013 beinahe in den Bundestag eingezogen. Und das ganz ohne Geld.

        Die CSU soll auf einem Barvermögen von mehr als 450 Mio. € gebettet sein und hat etwa die fünf- bis sechsfache Mitgliederzahl der AfD vom Sommer 2013. Zudem hat die CSU heute schon jahrzehntelange bundesweite Bekanntheit und auch viele Sympathisanten außerhalb Bayerns.

        Warum sollte also ausgerechnet die CSU keinen bundesweiten Wahlkampf stemmen können?

    • @Rheinländer

      So einen Unsinn kann wohl nur ein außerbayerischer Alien, also zum Beispiel ein Rheinländer behaupten. Bayern finanziert nicht nur den so genannten „Länderfinanzausgleich“ nahezu im Alleingang, sondern stopft auch etliche weitere Löcher im innerdeutscen Umverteilungskommunismus.
      Sehen Sie hier: http://freiheit-fuer-bayern.de/

      • Lieber Herr Meister,

        ich habe lange in Franken gewohnt, dort studiert und kenne die dortigen Verhältnisse. Aber auch ohne bayrische Vergangenheit weiß ich, dass es Unterschiede zwischen der Verteilung von Bundesgeldern und Umverteilungen zwischen Bundesländern gibt. Vielleicht ist dieses Wissen ja bei Ihnen in Österreich verloren gegenangen. Der Länderfinanzausgleich und andere Umverteilungsmechanismen sind Sache unter den Bundesländern und hat nichts mit dem Bundeshaushalt zu tun. Bei der Verteilung der Mittel aus dem Bundeshaushalt, gerade bei Investitionen in die Infrastruktur, achtet Bayern immer darauf, dass es nicht zu kurz kommt.

      • Lieber Rheinländer,

        ist es nicht Aufgabe jedes Ländervertreters / Ministerpräsidenten, darauf zu achten, dass sein Bundesland nicht zu kurz kommt? Die Ministerpräsidenten sind schlielich Ländervertreter und nicht Merkels Nickmännchen in der Bundes-Duma!

        LG
        MM

  9. Pingback: CSU-Ausdehnung von unten | Alexander Dilger

  10. Pingback: Nur die Ausdehnung rettet die CSU vor der AfD | Alexander Dilger

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s