Eigene Steuererklärung fertig

Letzten Monat machte ich eine ‚Fremde Steuererklärung und ihre Vereinfachung‘ zum Thema. Heute habe ich für 2015 unsere eigene ‚Steuererklärung gemacht‘. Das elektronische Formular von Elster half beim Ausfüllen, weil ich viele Angaben übernehmen konnte oder zumindest wusste, wo ich aktuelle Zahlen eintragen muss. Die sich dann ergebene komprimierte Erklärung ist allerdings immer noch elf Seiten lang. Zumindest muss wieder nur ein Teil der Belege beigefügt werden. Dabei hilft es übrigens, dass ich meine elektronischen Kontoauszüge bearbeiten kann, um nicht relevante Angaben zu entfernen, was früher viel Abkleben oder auch Tipp-Ex erforderte. Allerdings könnte ich auch alle Zahlen und sonstigen Angaben ändern, was diese Form von Dokumenten äußerst fraglich macht.

Erstmals habe ich die Anlage S für Einkünfte aus selbständiger Arbeit ausgefüllt, um meine Ausschüttungen von VG Wort korrekt anzugeben. Am spannendsten wird es, ob meine Korrektur bei der Abgeltungsteuer anerkannt wird, da ich meine DAX-Indexzertifikate bereits 2001 kaufte, so dass ich sie steuerfrei hätte verkaufen dürfen (siehe ‚Immer Ärger mit den Banken‘). Außerdem fiel mir auf, dass der Staat (die Stadt) mehr an Kitagebühren nimmt (wobei uns ein weit höheres Einkommen unterstellt wird als vom Finanzamt), als man an Kinderbetreuungskosten überhaupt steuerlich absetzen kann. Dabei beschäftigen wir zusätzlich noch eine Kinderfrau und eine Babysitterin. Ich habe alles eingetragen, auch wenn man es uns nicht anerkennen wird, wobei die Aufteilung der Kosten auf unsere Kinder weitere Fragen aufwirft.

Am meisten Geld gibt es allerdings dafür, dass meine Frau wieder nicht das ganze Jahr vollständig gearbeitet hat. Die Steuerprogression wurde deshalb bei den monatlichen Abzügen viel zu hoch angesetzt. Außerdem führt meine Entfernungspauschale zu ordentlichen Werbungskosten, obwohl ich korrekt angebe, nicht jeden Tag nach Münster zu fahren. Schließlich haben wir nur wirksame Freistellungsaufträge für unsere Kinder eingerichtet, weil von unseren eigenen wohl noch zu viele irgendwo verteilt existieren.

4 Gedanken zu „Eigene Steuererklärung fertig

  1. Elektronisch übermittelte Dokumente (Kontenauszüge, Rechnungen u.a.) werden- soweit nicht mit einer elektronischen Signatur versehen (und damit archiviert) – im Zweifel von der Finanzverwaltung (mit Verfahrens-Regelungen) nicht anerkannt. Im Bereich der Freiberufler- bzw. gewerblichen Tätigkeit können elektronische Kontenauszüge zwar zur Verbuchung/Aufzeichnung herangezogen werden; das Fehlen der Originalauszüge (über Kontendrucker, per Briefpost) kann zu einer Verwerfung der Buchhaltung/der Aufzeichnungen und zur Schätzung von Einkünften führen. Die von Ihnen dargestellte Verfahrensweise der Frisur von Belegen lebt vom Zeitdruck der FA-Sachbearbeiter und der Toleranz gegenüber unselbständig Beschäftigten. Mit Ihrer Anlage „S“ würde ich an Ihrer Stelle jetzt aufpassen.

  2. Pingback: Steuererklärung 2016 erstellt | Alexander Dilger

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