Die Linke will weiter Frau Merkel als Kanzlerin

Kürzlich veröffentlichte die Hauszeitung von Die Linke noch einen Gewaltaufruf (siehe ‚Neues Deutschland veröffentlicht Gewaltaufruf‘), nun wurde sie selbst Opfer von politischer Gewalt, wenn auch nicht der schlimmsten Sorte. Ein Mitglied der angeblich „antifaschistischen Initiative Torten gegen Menschenfeinde“ warf heute beim Bundesparteitag der Linken eine Torte auf deren Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht wie zuvor schon auf Beatrix von Storch von der AfD. Das ist nicht so witzig, wie es sich vielleicht anhört, zumal es in diesem Fall wohl echte politische Konsequenzen hat (siehe „Warum Merkel den Linken sehr dankbar sein kann“).

Eine ernsthafte politische Debatte über die Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik fand dann jedenfalls nicht mehr statt. Frau Wagenknecht wurde kaum noch für ihre Kritik an der undifferenzierten Willkommenskultur kritisiert, diese aber auch nicht weiter hinterfragt. Dabei ist offenkundig, dass genau deshalb die Wähler und z. T. sogar Mitglieder zur AfD überlaufen. Geringverdiener und Hartz IV-Empfänger müssen nämlich keine Rassisten sein, um genau zu erkennen, wie das ihre handfesten Interessen tangiert, die doch angeblich Die Linke am besten vertreten will.

Aber Die Linke will nicht nur in dieser Frage Angela Merkel unterstützen, sondern dafür sorgen, dass sie noch möglichst lange Kanzlerin bleibt, weil es keine andere Regierungsoption gibt, schon gar nicht mit der Linkspartei. Sie will zumindest auf Bundesebene ewige Opposition bleiben, obwohl auch darin die AfD inzwischen viel konsequenter ist. Gregor „Gysi nennt Linke ’saft- und kraftlos'“ und hat recht. Eigentlich sinnvoll wäre sein Vorschlag eines gemeinsamen Kanzlerkandidaten von SPD, Grünen und Linken (siehe „Gysi für gemeinsamen Kanzlerkandidaten“), doch dazu wird es nicht kommen, was allerdings nicht nur an seiner Partei liegt. Denn die SPD ist noch viel saft- und kraftloser geworden. Sigmar Gabriel würde sich freuen, wenn er Vizekanzler von Frau Merkel bleiben dürfte.

59 Gedanken zu „Die Linke will weiter Frau Merkel als Kanzlerin

  1. Eine Gesellschaft die Straftaten opferbezogen bewertet, begibt sich auf den Pfad der Verrohung, mit dem Ziel des totalitären Wahnsinns!

  2. Interessant ist auch die weitergehende Leser-Diskussion in SZ Online:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/ihr-forum-wie-koennte-die-linke-wieder-populaerer-werden-1.3009773

    Faktisch wird die LINKE wohl um darum fürchten müssen, bei der Bundestagswahl 2017 an der 5%-Hürde zu scheitern und somit fortan zu einer ostdeutschen Regionalpartei zu verkümmern, wenn sie ihr Profil nicht schärft. Gysi´s Schmusekurs in Richtung der noch profilloseren SPD und den Grünen dürfte daher gar kein so kluger Schritt sein. Da halte ich die Positionen von Sahra Wagenknecht schon für weitaus erfolgsversprechender. Wagenknecht ist eine weitsichtige Frau, ich hätte sie lieber an Stelle mancher AfD-„Gallionsfiguren“ in der Alternative für Deutschland …

  3. Also eine CDU die von den Linken als optimale Regierung angesehen wird,unterstützt von SPD und den Grünen und den Gewerkschaften und der Kirche und den Medien,die muß richtig gut sein.

    Ich hatte das mal so gesagt,was ist eine Symbiose zwischen Kapitalisten und Kommunisten ?

    Beide brauchen gleiches,Armut und eine Überkapazität von Menschen denen es schlecht geht.
    Deshalb schreien die auch so herum,gegen alle,die dagegen sind.

  4. Übrigens die AfD kann nie erster Sieger sein beim Rechtspopulismus , die können dass RP-Rad nicht neu erfinden.
    Der Gauland höhnt über einen deutschen Fußballspieler der Nationalmannschaft, ach geh, der Mölzer von der FPÖ hat ja schon viel früher über die Ö-Nationalmannschaft gespottet.

    Nanu Wahrheitspointen bringt die AfD über die katholische Kirche, na komm, so was ähnliches hat die FPÖ schon vor 5 Jahren gebracht.

    • Petr Bystrons Kritik an der katholischen Kirche ist berechtigt.
      Für Alexander Gaulands Rassismus (nichts anderes ist das) gegenüber Herrn Boateng hingegen habe ich nicht das geringste Verständnis.

      • Wobei fraglich ist, was Herr Gauland gesagt hat. Die FAZ rudert bereits zurück, angebliche Gesprächsaufzeichnungen sind jetzt nur noch Gedächnisprotokolle.
        Zu den Fakten: Herr Gauland benennt eine Entwicklung, welche zur Folge hat,das in manchen Stadtbezirken die Abstimmung über Nachbarn bereits „mit dem Möbelwagen“ stattgefunden hat. Die gettoartigen Zustände begünstigen die Entwicklung von Parallelgesellschaften. Daraus folgt eine Abwehrhaltung der alteingesessenen bis hin zur Flucht. Herr Gauland thematisiert eine in weiten Teilen gescheiterte Integration.

      • Weil wirklich nicht ganz klar ist, was Herr Gauland (nicht) gesagt hat, habe ich noch keinen Beitrag dazu geschrieben. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass er gerade nicht auf Integrationsprobleme hinweisen wollte, sondern sich hinter den angeblichen Nachbarn versteckend ein Rassist ist, der Menschen nach ihrer Hautfarbe statt ihrem Verhalten beurteilt. Damit hat er die PRO-Parteien rechts überholt und gestaltet die AfD zur NPD 2.0 um.

      • Bis zu einer finalen Beurteilung warte ich den genauen Zusammenhang ab. Ich stelle mir das ungefähr so vor:

        Gauland wird auf die Pegida-Hetze gegen Ferrero angesprochen, die ein Kinderbild von Boateng auf der Kinderschokoladenpackung abgebildet haben. Sie sprechen ihn vermutlich darauf an, wie es dann sein kann, dass diese Menschen trotzdem der Nationalmannschaft und der Person Boateng zujubeln.

        Gauland antwortet lapidar damit, dass die Leute eben eine Doppelmoral haben, ihn für seine fußballerischen Fähigkeiten bejubeln, aber als Nachbarn eine ausländisch aussehende Person nicht haben wollen. Diese Beobachtung würde ich bis zu einem gewissen Punkt teilen. Es gibt viele Menschen mit Doppelmoral und rassistischen Vorurteilen. Das Problem ist, dass er offen lässt, wie er zu einer solchen Einstellung steht. Das hat er wohl nicht getan und damit nun den Eindruck erweckt, dass er für eine solche Einstellung wohlwollendes Verständnis hat. Solche Einstellungen gibt es (sieht man ja an jeder Schulwahl eines Kindes, nur möglichst weit von den Vierteln mit hohem Ausländeranteil weg), sie sind jedoch nicht zu unterstützen, sondern deutlich zu kritisieren.

        Ansonsten finde ich es unglücklich das mit einer Personalisierung zu verbinden, diese Verletzungen braucht niemand. Ohnehin ist Boateng das völlig falsche Beispiel. Er ist mir als zurückhaltender, gewissenhafter und sympathischer Profi in Erinnerung, gegen den nun wirklich nur absolute Rassisten Vorbehalte hegen können. Wenn schon ein solcher Zusammenhang gezogen wird, dann hätte man das allgemeiner halten müssen.

        Gauland muss nun eines tun: Er muss dringend den kompletten Zusammenhang der Zitate veröffentlichen und deutlich machen, was seine persönliche Einstellung zu seiner Beobachtung ist. Er muss dem Eindruck, der entstanden ist, Abbitte leisten und klar sagen, dass das nicht seine Absicht war und er sich für verletzte Gefühle entschuldigt. Und falls die Äußerungen ausreichend verzerrend veröffentlicht wurden, dann muss er den Klageweg beschreiten.

        Es gibt Vorurteile gegen optische Ausländer, aber es muss gerade Ziel der AfD sein, diese abzubauen. Es muss Ziel der AfD sein, hart gegen jene vorzugehen, die solche Vorurteile auch bei anständigen Menschen entstehen lassen. Es muss aber auch Ziel der AfD sein, die Menschen, die zu unserer Gesellschaft gehören wollen und es auch tun, als Paradebeispiel zu loben und nicht rassistische Denke über das Tun der jeweiligen Person zu stellen. Gerade die Familie Boateng zeigt ja, dass Menschen unterschiedliche Wege gehen können. Jérôme ist den Weg in die Gesellschaft gegangen und hat deshalb anders als sein Bruder Kevin-Prince die Herzen der Bevölkerung erobert. Für diesen Kommentar wird die Bevölkerung und auch die Mehrheit der AfD-Wähler kein Verständnis haben. Auch für mich war diese Personifikation von Boateng als Mensch, den man nicht als Nachbarn wolle, ein Schlag ins Gesicht. Ich bejuble nicht nur ihn als Sportler, sondern er gefällt mir auch als Mensch, selbst wenn er bei den ungeliebten Bayern spielt.

        Die FAZ hat das natürlich gerne aufgenommen. Gauland als Medienprofi hätte wissen müssen, dass man ihm als AfD-Politiker die Worte so in den Mund legen wird, wenn er sie ausspricht. Wenn er also lediglich auf eine Doppelmoral hat hinweisen wollen, dann hätte er das mit einer angefügten Kritik und Distanzierung tun müssen.

      • Gerade weil Herr Gauland ein Politprofi mit Medienerfahrung ist, vermute ich, dass er alles absichtlich getan hat. Selbst wenn er nicht korrekt zitiert wurde, hätte er es doch danach richtigstellen können und müssen. Die AfD wird jetzt, wenn sie keine harten Konsequenzen zieht, wozu wohl niemand mehr fähig oder auch nur willens ist, zu einer offen rassistischen und rechtsradikalen Partei. Dass ausgerechnet Herr Gauland das vorantreibt, hätte ich nicht von ihm gedacht.

      • Sollte Herrn Gauland hier tatsächlich eine „Falle“ gestellt worden sein, die er nicht erkannt hat, dann ist das natürlich äußerst unschön.

        Es ändert aber leider rein garnichts an der Außenwirkung der Angelegenheit!

        Statt sich hinzustellen und in bester Lucke-Petry-Storch-Manier herumzuschwurbeln, dass er sich gar nicht zu Herrn Boateng geäußert habe, der Name Boateng aber „schon gefallen sein könne“, hielte ich es für erheblich klüger, wenn Gauland die Aussage in dem Kontext wiederholt, in dem er sie seiner Erinnerung nach tatsächlich gesagt hat und entweder die Größe zeigt, dazu zu stehen und es sachlich begründet oder sich klipp und klar bei Jerome Boateng entschuldigt.

        Alles andere wirkt höchst unprofessionell und bringt nur unnötig Menschen gegen die AfD auf, die sonst vielleicht mit ihr sympathisieren würden. Auch wenn Alexander Gauland selbst wahrscheinlich kein Fußball-Fan ist, sind Anhänger der Fußballnationalmannschaft nun mal keine zu vernachlässigende Minderheit.

        Das die Aussage selbst (wenn sie so gefallen ist) offen rassistisch ist, ist mit nichts von der Hand zu weisen und eine Schande für die AfD.

      • Heutzutage wird jeder Furz als „rassistisch“ eingestuft. Aussagen, die noch vor 20 Jahren CDU-Programm waren, werden plötzlich als „rechtradikal“ hingestellt. Nur nach links wird weniger kritisch geschaut. Merkt ihr eigentlich nicht, wie wir mundtot gemacht werden sollen…..???

      • Es gab nie ein CDU-Programm, in dem Deutsche dunkler Hautfarbe diskriminiert wurden. Vielleicht wollen Sie nicht 20, sondern 80 Jahre zurück. Ich warte noch auf die Bemerkung von Herrn Höcke, dass Menschen vom „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“ gar keine Deutschen wären. Nur so zur Erinnerung: Herr ‚Höcke setzt sich und Rassismus in der AfD durch‘, worin er von Herrn Gauland seinerzeit unterstützt wurde.

  5. Tolles aufreger Thema. Aus der Schießbefehl Debatte habe ich den eindruck gewonnen, dass die Empörung der afd wohl nicht sehr schaden wird. Was an der Aussage „Leute wollen Boateng nicht als Nachbarn haben“ schlimm ist, kann ich auch nicht verstehen. Offenbar habe ich dicke Haut über meinem Rassismus Sinn. Rassismus wäre für mich zu sagen „schwarze mag ich nicht “ oder „schwarze sind faul“. Gauland mag eine rassistische Stimmung beschreiben, aber er schließt sich in dem Zitat nicht ein („die Leute „). Daher ist sein Zitat für mich nicht rassistisch.

    • Wenn das Zitat richtig wiedergegeben wurde, ist es natürlich rassistisch, insbesondere da der Inhalt empirisch falsch ist. Es gibt keine Nachbarn, die ein Problem mit Herrn Boateng hätten, sondern das trifft allein auf Herrn Gauland und seine Klientel zu. Aber auch diese können kein sachliches Problem benennen; Herr Gauland gibt zu, ihn überhaupt nicht zu kennen, während Herr Boateng Deutscher, Christ und wohlerzogen ist sowie sich gut benimmt. Herr Gauland knüpft allein an die Hautfarbe an. Wenn das kein Rassismus ist, was dann?

      • Woher wissen Sie, dass es in D keine Leute gibt, die ein problem mit Hr. Boateng hätten?
        Ich gehöre nicht dazu, aber ich kann mir vorstellen , dass es solche Leute gibt.

      • Natürlich gibt es solche Leute, z. B. Herrn Gauland und seine Anhänger. Aber Herr Gauland sagte nicht, dass es irgendwelche Leute gibt (was wohl stets zutrifft), sondern dass „die Leute“ Herrn Boateng nicht als Nachbarn wollten. Außerhalb von AfD-Kreisen kenne ich niemanden, der so denkt. Selbst innerhalb der AfD denken viele nicht so und müssen sich langsam entscheiden, ob sie da noch lange mitmachen wollen, denn weitere Tabubrüche werden sicher folgen.

      • @Stefan
        Natürlich gibt es Leute, die damit ein Problem hätten. Keine Frage. Entscheidend ist für mich aber die Frage, was genau der Grund ist, dass sie damit ein Problem hätten. Wenn es die Hautfarbe ist, dann sind diese Leute Rassisten. Daran kann kein Zweifel bestehen. Wenn es der Promi-Status oder neureiches Gehabe mancher Proll-Promis ist (zu denen mir Jerome Boateng im Gegensatz zu manch hellhäutigen Profifußballern eher nicht zu gehören scheint), dann ist das schon etwas anderes. Aber seine Nachbarn kann man sich eben nicht aussuchen, außer man ist ihr Vermieter. So ist das nun mal.

      • Erfreulich, das Sie den Star Boateng und seine Umgebung so gut kennen! Im ernst mir scheint es alle wollen reden und zeigen wie korrekt sie sind, keine Rassisten, gute rechtschafende Menschen, ernst besorgt ( ja besorgte Buerger sind nicht nur in Pegida) und alle sind toll informiert und bereit alles zu erklaeren. Es ist ein Kindergarten, aehnlich wie es mit dem Schiessbefehl war!

      • Ich sehe die Aussagen von Herrn Gauland als Beschreibung von Tatsachen, der Doppelmoral der deutschen Gesellschaft. Viele Deutsche jubeln Sportlern mit afrikanischen und arabischen Wurzeln zu, solange sie für Deutschland erfolgreich sind. Dagegen ist es nun mal leider eine Tatsache, dass viele Deutsche eben ungern einen „normalen“ Mitbürger mit entsprechenden Wurzeln als Nachbarn haben wollen, bspw. Asylanten aus Afrika oder den Nahen Osten. Überall gab es die letzten Monate bei Flüchtlingsheimen von den direkten Nachbarn Proteste, dass die Flüchtlinge nicht ins Viertel passen (bspw. auch von Millionären mit der Begründung, dass sich die Flüchtlinge in ihren Stadtteil gar nichts leisten können). Ich sehe die Formulierung „ein Boateng“ nicht dahingehend, dass Gauland sagen wollte, dass die Menschen ihn nicht als Nachbar haben wollen… vielmehr als Synonym für normale afrikanisch/arabische Mitbürger, die viele Menschen nicht als Nachbar haben wollen, sobald sie keine erfolgreichen Sportler oder Professoren sind. Bevor von bestimmten Foristen gleich wieder die typischen Anschuldigungen von „die dummen Ossis sind nur so“ kommen: ich hatte bspw. allein während meiner Studienzeit in Bayern 3 Vermieter (Familienvater, alte Frau, alter Mann), wo mir jeder deutlich gemacht hat, dass ich mir nur Mitbewohner ohne Migrationshintergrund suchen darf, weil er/sie in der Vergangenheit angeblich schlechte Erfahrungen gemacht hat. Es kam auch vor kurzem eine gute Reportage, wo man mit versteckter Kamera gezeigt hat, wie Vermieter plötzlich erstaunliche Ausreden erfanden, wo sich der Bewerber mit deutschen Namen bei der Besichtigung als Deutscher mit Migrationshintergrund herausstellte.
        Es ist bezeichnend, dass sich jetzt alle auf das Motto „Gauland ist ein Rassist“ einschießen, statt das geschilderte gesellschaftliche Problem zu diskutieren. Natürlich ist nicht auszuschließen, dass Gauland sich zu den „vielen Menschen“ zähl. Die AfD wird eher einen Stimmenzuwachs erfahren und Petry ihre Chancen gesteigert haben, bald gestürzt zu werden. Die Medien treiben noch mehr Wähler zur AfD, wie schon in der Flüchtlingskrise. Die AfD hat bestimmt von Rassisten Applaus bekommen, aber es wird auch viele Menschen geben, die sich mit Gauland solidarisch zeigen, weil sie eben seine Aussagen als Schilderung von Tatsachen sehen. Hätten die Medien einen grünen Politiker als Rassisten bezeichnet…oder vielleicht doch eher eine Debatte über Alltagsrassismus geführt, der in der Gesellschaft leider weit verbreitet ist?

      • Es ist rassistisch, rein auf die vermeintliche Rasse bzw. reine Äußerlichkeiten abzustellen. Dagegen ist es nicht rassistisch, sondern vernünftig, auf relevante Verhaltensunterschiede von Menschen zu achten. Das Zusammenleben mit schlecht integrierten Ausländern oder auch gewaltbereiten Deutschen kann sehr anstrengend sein und vielleicht sogar den eigenen Wegzug erzwingen. Gerade Vermieter müssen darauf achten, wen sie sich ins Haus holen. Doch (fast) jeder wird gerne an Herrn Boateng vermieten und nicht so gerne an hohe AfD-Funktionäre.

      • @nationalliberal

        Die Doppelzüngigkeit ist ja da, die bestreite ich nicht. Auch ist mit „ein“ Boateng vermutlich nicht die Person Boateng gemeint. Nur fragt danach jetzt leider niemand. Gauland hätte als Medienprofi zumindest erklären müssen, dass er eine solche Doppelmoral nicht für gut heißt, denn dieser Eindruck entsteht leider immer mehr.

        Ich habe auch schon ein entsprechendes Erlebnis gehabt. Ich stieg in einen überfüllten Zug ein, wo im Eingangsbereich bereits viele Menschen standen. Weiter hinten erblickte ich aber dann doch noch einen Vierersitz, der nur von einer Person besetzt war. Vorne angekommen bemerkte ich, dass es sich dabei um einen Schwarzafrikaner handelte. Er sah nicht besonders vertrauenserweckend aus und man konnte durchaus mutmaßen, dass sein Nebenverdienst im Marihuanahandel zu finden ist. Nun gut, ich setzte mich trotzdem schräg gegenüber, allenfalls meinen Rucksack umklammerte ich etwas enger. Der Zug wurde noch voller, die 2 letzten freien Plätze neben uns blieben unbesetzt. Nach dieser Zugfahrt habe ich mir auch nur „was eine verlogene Gesellschaft“ gedacht.

        Ein anderes Beispiel war als ein übergroßer Bierkrug herumgereicht würde. Zufälligerweise hatten Helfer arabische Flüchtlinge (die sich wirklich ausgezeichnet benahmen) dabei, denen man auch den Bierkrug reichte, woraus sie auch tranken. Ein Mädchen, das ich sehr gut kenne und sonst dem Alkohol und einem solchen Spaß niemals abgeneigt ist, wollte aber plötzlich nichts mehr trinken und hielt Abstand. Welchen Grund ich dahinter vermute, können Sie sich denken.

        Wenn also Gauland diese Doppelmoral ansprechen wollte, dann war es furchtbar dumm sich eine reale und so bekannte Person für seinen Vergleich auszusuchen und er müsste jetzt entschiedener in die Offensive gehen, denn das man das Schlechte in seinen Worten suchen wird, müsste ihm klar sein. Diese Aufmerksamkeit ist nun endgültig keine gute mehr, denn der mediale Eindruck, der entstanden ist, ist verheerend. Ich würde jedenfalls in der Öffentlichkeit entschiedener und lauter auftreten, wenn diese mich zum Rassisten abstempeln würde, der ich gar nicht bin.

      • Was soll diese Legendenbildung? Herr Gauland hat ganz bewusst provozieren wollen. Das Zitat (dem er nicht wirklich widersprochen hat, selbst wenn es nicht aufgezeichnet wurde) lautet: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Da geht es nicht um irgendwelche Ausländer, sondern ganz konkret um einen Deutschen mit dunkler Hautfarbe, nämlich den Nationalspieler Jerome Boateng. Herr Gauland hat sich eindeutig rassistisch geäußert, ob er nun selbst Rassist ist oder nur Populist, der den Rassismus anderer bedienen will.

      • Herr Gauland hat gestern Abend eine „Klarstellung“ des Vorfalls an die Mitglieder der AfD verschickt.

        Da die E-Mail der AfD-Bundesgeschäftsstelle keinen Sperrvermerk oder Vertraulichkeitshinweis enthielt und die Sache ohnehin von großem öffentlichen Interesse ist, bin ich mal so frei, Ihnen den Wortlaut an dieser Stelle ungekürzt wiederzugeben:

        [Gemäß den ‚Regeln für Kommentare‘, insbesondere der 4. und 6., gelöscht, AD.]

    • Nach FAZ sagte Gauland korrekt „einen Boateng“ etc. Fuer mich bedeutet es viele Menschen wollen nicht gegen Auslaender wohnen. Das kann man jetzt weiter belibig interpretieren. Ich moechte weder neben Boris Becker noch Boateng wohnen aben noch weniger neben eine Zigeuner Sippe.Und so geht es weiter, eine daemliche Fantomdiskussion. Spitzfindig und voll Verlogenheit! Gibt es in Deutschland keine echte Probleme als sich ueber „Bullshit“ zu empoeren?

      • Da Sie schon Völkermord nicht so nennen wollen, haben Sie natürlich mit ein wenig Rassismus überhaupt kein Problem. Doch Vorsicht, die AfDler könnten sich irgendwann auch gegen Sie wenden!

      • Prof. Dilger, seien Sie nicht kindisch!

        “ Wo sind die Erwachsenen?“

      • Im Gegensatz zu Ihnen halte ich Rassismus für eine ernste Sache. Allerdings ist es nicht die erste Entgleisung der AfD, weshalb ich solchen Sachen auch keinen eigenen Blogbeitrag mehr widme.

      • Dieser Artikel auf der Website des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des garantiert nicht im Verdacht sonderlicher AfD-Nähe stehenden Deutschen Journalistenverbandes DJV lässt die Angelegenheit in einem neuen Licht erscheinen: http://djv-bb.de/der-shitstorm-der-nach-hinten-los-ging/

        Sollten sich die beiden Redakteure der FAS tatsächlich derart verstiegen haben (worauf nunmehr alles hindeutet), kann man allenfalls Herrn Gaulands miserables Krisenmanagement, also seine Reaktion auf den Shitstorm, kritisieren.

        Ein bitteres „Gschmäckle“ bleibt allerdings allemal zurück.

      • Schlussendlich hat die Diskussion eher Petry geschadet, wogegen der Flügel um Höcke/Gauland aus der Diskussion gestärkt hervorgeht. Petry ist wegen ihrer Entschuldigung, die ein direkter Angriff gegen Gauland war, im Bundesvorstand und der AfD noch mehr isoliert. Pretzell wird ihr kaum helfen können. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Petry gestürzt wird…vielleicht nach den Wahlen im Herbst? Jedenfalls ist es nicht mehr unmöglich, dass sich der Flügel um Meuthen (ohne Petry/Pretzel) bei einer Niederlage mit ALFA vereint, wo Herr Lucke bald nicht mehr Vorsitzender ist, was bisher für viele (Ex-) AfDler ein wichtiger Grund war, ALFA nicht beizutreten.

      • Herr Pretzell schadet Frau Petry. Ich hoffe, dass er mit ihr politisch untergeht. Die AfD wird das aber auch nicht mehr retten. Herr Meuthen kann doch ganz dicke mit Herrn Gauland. Zu einer Austrittswelle wird es frühestens dann kommen, wenn die Behörden aufwachen und feststellen, dass die AfD inzwischen radikaler ist als die PRO-Parteien.

      • Das sind doch abstruse Gedankenspilele!

        @nationalliberal:
        Warum sollte sich die AfD (15%) mit der Mikorospurenpartei ‚ALFA‘ (heissen die überhaupt noch so?) „vereinigen“? Natürlich wollen viele ALFA-Leute (wie wird sich diese Partei eigentlich fortan nennen, nachdem ihr die Verwendung dieses Namens inzwischen gerichtlich untersagt wurde?) zurück zur AfD, das erleben wir jeden Tag – aber aus der AfD wird nun mal keine CDU 2.0 mehr, vergessen Sie´s! Und das ist auch gut so. Die glücklosen Lucke-Jünglinge müssen schon direkt bei ihren Herkunftsparteien CDU und CSU anfragen, ob die sie nach dem Scheitern ihres großartigen Gurus Alfa Bernd Lucke noch haben wollen. Aber nachdem die meisten dieser Parteienhopper-Karrieristen ja äußerst flexibel sind, kommen sie vielleicht auch in SPD oder FDP unter.

        @Alexander Dilger:
        Ich sehe Meuthen und Gauland nicht in einer Linie. Sie bilden allenfalls eine Zweckallianz gegen die reine Opportunistin Petry. Das haben inzwischen aber auch viele andere erkannt. Nicht nur im Bundesvorstand. Meuthen-Weidel-Junge ist eine Linie und Gauland-Höcke-Storch die andere. Welches Lager sich auf Dauer durchsetzt, bleibt abzuwarten. Ich hoffe Ersteres, da sich Ihre negativen Prophezeiungen sonst wohl tatsächlich einstellen dürften.

      • Natürlich ist die AfD nicht mehr zu retten. Vermutlich wird Pretzell sofort gestürzt, wenn Petry abgesägt wurde. Der rechte Flügel um Gauland/Höcke wird immer stärker, so dass die AfD bald insgesamt sozialistisch und nationalistisch sein wird. Die Mitte um Petry/Pretzell/von Storch passt sich an, wobei Petry trotzdem gestürzt wird, weil sie mit Gauland trotz inhaltlicher Übereinstimmung einen Machtkampf führt. Pretzell ist einfach unbeliebt und kann sich wahrscheinlich eh nur deshalb halten, weil er mit der Vorsitzenden ein Bett teilt. Allerdings gibt es in der AfD noch einen kleinen „linken“ Flügel um Meuthen/Kruse, der die restliche (geringe) Kompetenz der AfD verkörpert. Meuthen versteht sich zwar scheinbar wirklich mit Gauland gut, aber seine Mitstreiter dagegen sind eher nicht vom Höcke/Gauland Flügel begeistert. Vielleicht wachen jene Mitglieder noch auf und treten aus…aber eine Austrittswelle wird es wohl eher nicht geben, da zu wenig Vernünftige noch in der AfD sind. Ohne den „linken“ Flügel könnte es vielleicht dazu kommen, dass der AfD die Wählerschaft mangels Kompetenz teilweise den Rücken kehrt und sich die Wähler auf zwei Parteien aufteilen, die bundesweit jeweils 5 bis 8 % erreichen: 1. eine AfD, die als braune Linkspartei auf Protest setzt und ehemalige Linkspartei, NPD und Co. Wähler anzieht (in den neuen Bundesländern würde die AfD trotzdem weiterhin 10 bis 20 % schaffen, dafür in den alten Bundesländern keine 5 % mehr) 2. ALFA, eine konservativ-liberale Partei, die Verantwortung übernehmen will (koalitionsfähig ist) und enttäuschte Union, FDP und SPD Wähler anzieht. Es wäre wünschenswert, wenn es endlich nach einer erneuten Spaltung der AfD eine weitere bürgerliche Partei geben würde, was mit der AfD einmal angestrebt wurde, aber nun mehrheitlich bei der aktuellen AfD nicht mehr der Fall ist!

      • @nationalliberal:

        „ALFA“ 5 bis 8%?
        Wovon träumen Sie eigentlich nachts?

        Sie haben im Übrigen leider meine Frage nicht beantwortet, wie die Partei, die sich bislang „ALFA“ nannte künftig eigentlich heissen soll?
        Wie wär´s mit BMW?
        B kommt im Alphabet gleich nach A und in memoriam Ihres großen Parteigründers könnte man BMW als „Bernd´s Mega-Wahlverein“ ausschreiben. Es sei denn der völlig unbedeutende gleichnamige Bayerische Automobilhersteller versucht das zu verhindern …

        Größenwahn?
        Mitnichten. Die Erde ist doch eine große Scheibe, da ist für Alles Platz.
        Oder? 😉

      • @Meister
        Meine letzte Nachricht war als Antwort an Herrn Dilger gerichtet. Ihre Nachricht war da noch gar nicht freigeschalten, auch wenn sie vor meiner Nachricht verfasst wurde…
        Auf polemische Kommentare antworte ich nicht (mehr)!

      • Alfa hat sich spätestens durch die jüngsten Ausfälle von Lucke doch völlig verunmöglicht. Es sind doch auch ganz viele Alfa-Leute wieder ausgetreten (Yorulmaz z.B.), weil sie die Alfa zu zahnlos fanden und bereuen die Neugründung von Alfa bereits. Jetzt ist Lucke vordergründig abgetreten, vielleicht wird es dann doch noch was. Jedenfalls muss Alfa wieder klare Kante zeigen, das sehe ich momentan nicht. Auf Youtube gibt es noch Videos von HoH zum Thema Islam. Sie sind einige Jahre alt und er verteidigt Thilo Sarrazin und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Warum schafft er das heute nicht mehr? Eine Partei, die sich in Wirtschaftsfragen auskennt, ist schön und gut. Als zukünftiger Ökonom weiß ich das zu schätzen. Aber eine Partei muss sich auch trauen zu unbequemen, aber ebenso wichtigen Themen zu positionieren. Die ganze Parteispitze von Alfa hat doch die soziale Ächtung, die sie erfahren haben, nicht verkraftet. Das ist verständlich. Aber eine Partei, die die Probleme nicht offen anspricht, braucht man nicht. Davon haben wir bereits genug. Da nutzt selbst eine unseriöse AfD mehr, weil die treibt immerhin die etablierten Parteien vor sich her. Opposition ist momentan sicherlich mehr gefragt als Koalitionsfähigkeit. Was wir brauchen, das ist der große Wurf. Wir brauchen das System der Schweiz in Deutschland, dafür genügen keine kleinen Schritte. Die AfD mag dafür sicherlich nicht die ideale Partei sein, aber sie verkörpert das Misstrauen gegen die Elite besser als jede andere Partei. Deswegen hat sie alleine schon einen symbolischen Wert. Lucke hält doch nichts von direkter Demokratie. Wäre er in einer Koalition mit der CDU, er würde morgen noch seine Vorstellungen diesbezüglich opfern.

      • @nationalliberal

        Ihre Unlogik ist wirklich nicht zu toppen. Wie kann Ihr Beitrag noch gar nicht freigeschaltet gewesen sein, als ich meinen Beitrag verfasst habe in dem ich explizit auf dort von Ihnen aufgestellte Prognosen Bezug nehme?
        Glauben Sie, Herr Dilger spielt mir Ihre Beiträge exklusiv zu, bevor er sie freischaltet?

        Über Fremdwörter, deren Bedeutung Sie offensichtlich gar nicht kennen (in diesem Fall „Polemik“) sollten Sie wohl besser nicht so viel fabulieren.

        Außerdem haben Sie meine Frage nach dem künftigen Namen dieses komischen Bernd Lucke Wahlvereins, dem Sie angehören, immer noch nicht beantwortet. Daran, dass mein Beitrag noch nicht freigeschaltet war, als sie ihn gelesen haben, wird es wohl nicht liegen, oder? *Ironie aus*

      • @Meister
        Sie wollen es scheinbar nicht verstehen? Mein letzter Kommentar von 19:52 war die Antwort auf Ihren Kommentar von 18:02, wo Sie sich beschweren, dass ich Ihre Frage nicht beantwortet habe. Hierzu habe ich festgehalten: 1. Mein Kommentar von 16:25 war eine Antwort auf den Kommentar von Herrn Dilger (15:29), nicht auf Ihren Kommentar von 16:12. Ihr Kommentar war 16:25 noch nicht freigeschalten, so dass ich ihn nicht lesen und beantworten konnte. 2. Ich werde auf Ihre polemischen Kommentare, bspw. von 16:12, nicht (mehr) eingehen.

        polemisch:
        – Bedeutung: in der Art, in der Form einer Polemik; als Polemik gemeint; scharf, unsachlich
        – Synonyme: aggressiv, angriffslustig, feindselig, giftig, usw.
        Jetzt lesen Sie sich nochmal Ihre Kommentare durch…

  6. Man müsste den genauen Kontext kennen um die Aussage bewerten zu können. Wenn Gauland meint
    a) „die bevölkerung= die Leute“, dann unterstellt er der bevölkerung einen Rassismus, der so sicherlich nicht da ist
    b) „es gibt Leute, die …“, dann hat er meines Erachtens recht. Es gibt leider solche Leute.

    Sie unterstellen Gauland a). Ich denke er ist zu intelligent a) zu sagen und meint b).

    • Herr Gauland wurde mit folgender Aussage zitiert: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Das bedeutet eindeutig a), nicht b). b) wäre auch völlig trivial.

      Herr Gauland legte auch noch nach (siehe „Merkel empfindet Zitat über Boateng als ’niederträchtig'“): „Auf die Frage, ob denn Menschen, die Vorbehalte gegen Nachbarn mit ausländischen Wurzeln haben, Rassisten seien, sagte er: ‚So weit würde ich nicht gehen.'“ Das hängt von den Vorbehalten ab, doch wenn diese sich allein an der Hautfarbe festmachen wie bei Herrn Gauland, dann handelt es sich um Rassismus in Reinform.

      • Herrn Gauland und der AfD wenig wohl gesonnene politische Mitstreiter unterstellen ja inzwischen reihenweise, dass solche Äußerungen „nur“ gewollte Provokation seien, um sich einmal mehr in Szene zu setzen (also das, was man früher als „Bauernfängerei“ bezeichnet hätte, ich würde dazu heute ‚Dumpfbacken-Fängerei‘ oder ‚Fischen in braunen Gewässern‘ sagen, vielleicht auch ‚Ossi-Fängerei‘. Jedenfalls sollten Bauern nicht grundlos beleidigt werden).

        Das mag auch durchaus so sein. Aber heiligt dieser (PR-)“Zweck“ wirklich jedes Mittel? Ich meine nein.

  7. @MM:
    Stimme Ihnen völlig zu. Aber die Frage ist doch ob Gauland nur rassistischen denken benennt (die leute) oder ob er sich rassistisches denken zu eigen macht. Zu sagen dass andere Menschen rassistisch denken gibt noch keinen Hinweis auf das eigene denken.

    • Herr Gauland behauptet doch wie Sie, dass es gar nicht rassistisch wäre, was er da im Namen der Leute von sich gibt. Seine Aussage ist also gerade nicht, dass es Rassisten gäbe, sondern dass die Ablehnung von Menschen allein nach ihrer Hauptfarbe oder auch Herkunft völlig in Ordnung wäre. Privat muss übrigens niemand seine Nachbarn mögen, doch als öffentliche politische Äußerung ist es völlig inakzeptabel. Die AfD und Herr Gauland sind damit in meinen Augen endgültig diskreditiert.

      • Herr Gauland ist ebensowenig „DIE AfD“ wie Herr Höcke oder Frau Storch.

        Nicht nur Herr Meuthen, sondern ausgerechnet auch Frau Petry haben sich übrigens sehr schnell von Gaulands Äußerung distanziert. Es scheint sich also doch durchaus noch gesunder Menschenverstand im Bundesvorstand der AfD durchzusetzen zu können.

        Es ist daher voreilig, die ganze AfD für Herrn Gauland in Sippenhaft zu nehmen.

    • @Stefan

      Wenn Herr Gauland es so gemeint hätte, dass er sich dieses Denken selbst nicht zu eigen macht, dann hätte er das sicher auch so zum Ausdruck gebracht. Intelligent genug, seine Formulierungen entsprechend zu wählen, ist er ja. Dass er es nicht getan hat und auch bis heute nicht nachgeholt hat, lässt tief blicken.

      Entweder fährt Herr Gauland jetzt die ultimative Provokations-Strategie oder er ist wohl tatsächlich Rassist. Was davon zutrifft, spielt aber im Ergebnis keine Rolle. Die Außenwirkung ist dieselbe.

      • Wie auch immer es zu diesem Zitat kam und wie es zu werten ist, die afd tut sich keinen gefallen damit sich immer weiter rechts zu positionieren. Sie müsste sich im Gegenteil eher bürgerlich positionieren um wähler der etablierten Parteien zu gewinnen. Da es rechts von der afd ohnehin fast nichts mehr an stimmen zu holen gibt, muss man weiter links (aber immer noch rechts von der cdu) um wähler buhlen. Insofern ist mir das strategische Kalkül der gaulands und storchs dieser Welt unklar. Ein stimmenmaximierender Kurs sähe m.E. Anders (bürgerlicher und liberaler) aus.

      • In Bezug auf öffentliche Wahlen stimmt das, doch innerparteilich gewinnt immer noch, wer besonders radikal redet. Deshalb hat sich Herr Gauland auch nicht klar von dem Zitat distanziert, selbst wenn er es ursprünglich vielleicht gar nicht so sagte oder meinte.

      • @Stefan

        Genau so sehe ich das auch, jedenfalls bezogen auch Gesamtdeutschland, also die nächstes Jahr anstehende Bundestagswahl. In Dunkeldeutschland mag das allerdings etwas anders aussehen. Hier fürchten sich die Menschen noch vor allem, was sie nicht kennen, ganz besonders vor Ausländern.

      • @Meister
        Sie wissen, dass Ihr Putin-Russland, Ihre „Kulturnation“, die sie so gern verteidigen, gegenüber Homosexuellen, Ausländern und sonstigen Minderheiten noch viel radikaler als das böse Dunkeldeutschland ist? Ihr irrationaler Hass auf „Ossis“ scheint wie auf die USA grenzenlos zu sein… Merken Sie überhaupt, dass Sie sich ebenso verhalten, was sie anderen Menschen vorwerfen: pauschale Vorverurteilung von ganzen Gruppen?
        Zur Info: Wenn man in den alten Bundesländern die Deutschen mit Migrationshintergrund von der Bevölkerung abzieht, hat man ungefähr den gleichen Bevölkerungsanteil, der Ausländer ablehnt, was auch der häufig verbreiteten Theorie widerspricht, dass die Menschen nur mit Ausländern zusammenleben müssen, um nicht mehr ausländerfeindlich zu sein. Dunkeldeutschland gibt es überall, es fällt nur nicht so sehr in Gebieten auf, wo es einen großen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund gibt. Der größte Unterschied ist, dass in den neuen Bundesländern die Nationalisten gleichzeitig zum Großteil auch sozialistisch eingestellt sind.

      • @nationalliberal
        „Ihr Putin-Russland“ …
        „Ihre ‚Kulturnation‘ “ …

        Schon interessant, was Sie alles über mich zu wissen glauben.

        Und dann diese völlig aus der Luft gegriffenen Thesen über die Bevölkerung der alten Bundesländer.
        Was glauben Sie eigentlich, wie viele Menschen das an der Zahl genau sind, die keinen Migrationshintergrund haben und woran machen Sie das fest?
        Wann hat man einen Migrationshintergrund und wann nicht?

        Nun erklären Sie das erst einmal, bevor Sie hier solch absurde Thesen aufstellen.

  8. Frau Kuhlmann, eine renomierte Kommentatorin in FAZ die In USA lebt, sagte es sehr treffend:“Was fuer eine aufgeheitzte Stimmung. …….Wo sind die Erwachsenen?“
    Perfekt beibachtet!

  9. Fassen wir uns mal an die eigene Nase: Spielt für uns bei einem Umzug das menschliche und soziale Umfeld eine Rolle? Ist ein Anteil an ausländischen Kindern ein Kriterium für die Schulauswahl unseres Nachwuchs? Lassen uns die Verbrechen der Silvesternacht völlig unbeeindruckt? Niemand wird sich ganz von einer Skepsis gegenüber gesellschaftlichen Veränderungen freisprechen können.

    • Ich bin für gute Verändungen und gegen schlechte. Viele intelligente und gut erzogene Kinder sprechen unabhängig von ihrer Herkunft für eine Schule, während verantwortungsvolle Eltern ebenfalls unabhängig von ihrer Herkunft eine verwahrloste Schule mit vielen Problemen bis hin zur Gewalt ihren Kindern nicht antun wollen.

    • Sehen Sie doch einmal auf den wenigen „International Schools“ in Deutschland um. Dort finden Sie sehr viele ausländische Schüler und nur ein paar wenige ohne Migrationshintergrund. Aber fast alle mit Top-Niveau. Noch Fragen?

  10. Frau Merkel ist schon wirklich ein guter Mensch.
    Lesen Sie doch nur hier:
    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_77997928/angela-merkel-wuerde-die-grenze-fuer-fluechtlinge-wieder-oeffnen.html

    Was Frau Merkel aber offenbar nicht weiß:
    Selbst die großen Hilfswerke sprechen inzwischen ganz offiziell von 800.000 bis 1,2 Mio. wartenden Schwarzafrikanern alleine an den Küsten Libyens. Und da sind die, die sich noch nicht auf den Weg gemacht haben, natürlich noch gar nicht mitgerechnet.
    Mindestens 2 Mio. Glücksritter sollen in den letzten Jahren auf dem Weg durch die Sahara in Richtung Mittelmeerküste ums Leben gekommen sein.
    Und das alles nur, weil Politiker wie Angela Merkel diesen Menschen im Internet vorgaukeln, hier erwarte man sie und hier hätten sie Wunder was für Perspektiven!

    Das ist doch blanker Zynismus, dieses Gutmenschentum unserer pseudo-sozialen Politiker.

    Als ich in den 1990ern wiederholt in Libyen war, warteten schon zig Tausende Schwarzafrikaner in den Küstenorten auf ‚Mitfahrgelegenheiten‘ nach Europa. Auch als blinde Passagiere auf Fracht- und Tankschiffen. Bis 2011 hat Muammar al-Gaddafi dafür gesorgt, dass sie nicht einfach in Boote steigen und das Meer zu überqueren versuchen. Jetzt ist Gaddafi Geschichte und die Völkerwanderung hat begonnen.

    Was für ein humanitärer Irrsinn!

  11. Pingback: Durch welche Partei lässt sich Merkel noch verhindern? | Alexander Dilger

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