Schreddern männlicher Küken bleibt erlaubt

Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster hat heute entschieden: Das „Töten von Eintagsküken ist mit dem Tierschutzgesetz vereinbar“. Es geht darum, dass in Deutschland jedes Jahr fast 50 Millionen männliche Küken gleich nach dem Schlüpfen getötet werden, weil sie später keine Eier legen könnten und als Hähne auch weniger Fleisch ansetzen würden als die Hennen.

Relevant ist § 1 Satz 2 Tierschutzgesetz: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ Die schlechteren wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeiten seien laut Gericht ein vernünftiger Grund zum sofortigen Töten. Das scheint mir ein Fehlurteil zu sein, welches § 1 Satz 1 Tierschutzgesetz verkennt: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen.“ Tierschutz ist jetzt außerdem in Artikel 20a Bestandteil des Grundgesetzes. Es wird auch nicht hinreichend gewürdigt, dass „Tiere aus spezialisierten Fleischrassen eingesetzt werden“, durch Zucht also überhaupt erst der angebliche Grund für die sofortige Tötung geschaffen wurde.

Bei einer anderen Rechtspraxis und -sprechung könnte auch anders gezüchtet werden und wären auf jeden Fall die Hähne wirtschaftlich nutzbar, wenn auch vielleicht nicht ganz so lukrativ wie die Hennen. Wegen dieser Differenz kann der einzelne Betrieb schlecht vom Verfahren der Wettbewerber abweichen, aber eine generell andere Behandlung der Tiere wäre durchaus machbar, wie auch Legebatterien verboten wurde. Nach diesem Urteil ist eine gesetzliche Regelung angezeigt, auch wenn eine technische Lösung das Problem in der Zukunft vermeiden mag, sobald sich das Geschlecht noch vor dem Brüten bestimmen lässt. Im Übrigen würden aufgezogene Hähne wie die Hennen später ebenfalls getötet, aber zumindest nicht gleich als Abfall behandelt.

49 Gedanken zu „Schreddern männlicher Küken bleibt erlaubt

  1. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
    Immer wieder hören wir von „Tierrechten“, die es eindeutig nicht gibt!

    Angebliche Tierfreunde schwingen gerne die Moralkeule:
    Legebatterie = böse,
    Kanarienvogel in kleinem Käfig = gut ???
    Tiertransporte auf engem LKW = böse,
    Großen Hund in kleiner Wohnung halten = gut ???

    Typisch grüne Logik!

    • Was spricht gegen Mitleid, wenn Tiere leiden? Abgesehen davon gibt es inzwischen gesetzliche Tierrechte, auch wenn diese von Menschen verliehen werden und nicht den Menschenrechten entsprechen. Ethisch sind alle leidensfähigen Wesen relevant, wobei es Abstufungen gibt. Menschenaffen sind uns sehr ähnlich. Sie können sogar Gebärdensprache lernen, zum richtigen Sprechen fehlt ihnen der Kehlkopf, was jedoch ethisch völlig irrelvant ist. Hühner sind weit davon entfernt, können aber auch leiden und sollten nicht wie Müll behandelt werden, nur um weniger als einen Cent pro Ei zu sparen.

      • Der Umstand, dass jährlich 50 Mio. (?) Küken geschreddert werden, ist vor allem der Deutschen „Geiz ist geil“ – Mentalität zu verdanken, die ich in erster Linie darauf zurück führe, dass der asoziale Feudalisten-Raubritter „Sozialstaat“ den Menschen viel zu wenig vom Erwirtschafteten zum Leben lässt.

      • Für viele Menschen ist Geiz nicht einfach geil, aber sie können sich eben nicht mehr leisten. Unter Rot/Grün wurde die Zeitarbeit und damit massenweise prekäre Beschäftigungsverhältnisse ausgeweitet, sodass wir inzwischen ähnlich wie in den USA viele „working poor“ haben. Früher war die SPD der Anwalt dieser kleinen, hart arbeitenden Leute. Heute ist die SPD nur noch für Ausländer, Schwule und Tiere da. Daher wird sie nicht mehr gebraucht.

        Rechte können nur vernunftbegabte Wesen, Ebenbild Gottes, haben, jeder Rot/Grünen Ethik-Dusselei um Trotz. Sollen wir keine Blumen mehr pflücken, weil das denen Schmerzen bereitet? Wann wird Rasenmähen verboten….???

      • Rechte im juristischen Sinne hat, wem sie vom Gesetzgeber verliehen wurden, also neben vernunftbegabten Wesen z. B. auch Babies, juristische Personen und (in viel schwächerer Form) auch Tiere. Ethisch relevant ist nicht nur die Vernunft, sondern auch die Empfindungs- und Leidensfähigkeit. Sollten Blumen tatsächlich Schmerzen empfinden könnten, müsste man sie stärker schützen, auch wenn sie wie die zuvor genannten Träger von Rechten kein Wahlrecht haben.

      • Rechte im juristischen Sinne hat, wem sie vom Gesetzgeber verliehen wurden…

        Für Sie gilt also nur formal-juristisch positives Recht, also durch Gesetzgebung zustande gekommenes Recht!?! Menschenrechte haben wir also nicht von Natur aus (Naturrecht!), sondern nur weil ein Parlament sie uns zugesteht?!? Ist DAS ihre Auffassung von Liberalismus??? Denken Sie noch einmal nach…..

      • Sie sollten genauer lesen, bevor Sie sich künstlich aufregen. Ich habe explizit zwischen „Rechte im juristischen Sinne“ und „Ethisch relevant“ unterschieden. Menschenrechte sind beides, während „Naturrecht“ eine nicht so einfache Idee ist, insbesondere da Sie zuvor meinten: „Rechte können nur vernunftbegabte Wesen, Ebenbild Gottes, haben“, was beides mit Natur wenig zu tun hat.

      • Vielleicht muss ich Ihnen als Wirtschaftswissenschaftler nachsehen, dass Sie sich mit Philosophie noch recht wenig beschäftigt haben. Beim Naturrecht geht es ausdrücklich NICHT um die Natur (die die Grünen angeblich im Sinne der „Umwelt“ schützen wollen), sondern um die Natur des Menschen. Besonders gut hat das Papst Benedikt XVI. bei seiner historischen Rede im Deutschen Bundestag erklärt.

      • Sie irren nicht nur in der Sache, sondern auch in Bezug auf meine Person. Ich habe Philosophie studiert, und zwar komplett bis auf die Magisterarbeit. Naturrecht kann theologisch begründet werden, ist aber gerade nicht unmittelbar göttliches Recht, wie auch eine reine Vernunftethik nach Kant etwas anderes als eine Naturrechtslehre ist.

  2. Man biegt halt in Deutschland Tierschutzgesetze immer so hin, wie es gerade „opportun“ ist. Gilt gerade auch für das „Schächten“.

    • Der Tierschutz ist gegen andere Rechtsgüter abzuwägen und gilt nicht absolut wie die Menschenrechte. Das Schächten ist in Deutschland grundsätzlich verboten, wobei es aus religiösen Gründen Ausnahmegenehmigungen geben kann. Richtig durchgeführt ist das Schächten auch nicht grausamer als andere Schlachtmethoden.

      • …wobei es aus religiösen Gründen Ausnahmegenehmigungen geben kann.“

        Es ist schon interessant, dass sie als Liberaler bereit sind, für religiös motivierte Schlachtrituale Ausnahmen in Gesetzen unseres säkularen Staat zu akzeptieren……?!?

      • Dann gehören zu ihrer „Religionsfreiheit“ bald auch Vielehen, Ehrenmorde, Ziegenfickerei, Handabhacken und Steinigungen….

      • Es ist nicht meine Religionsfreiheit, sondern die des Grundgesetzes und der Aufklärung, welche die AfD ablehnt. Die Religionsfreiheit rechtfertigt wie die Meinungsfreiheit (fast) jeden Glauben, aber nicht jedes Tun. Sie dürfen natürlich auch glauben, dass der Islam ganz schrecklich ist, doch das ist kein Thema für eine seriöse politische Partei, die danach handeln will.

        Was die islamfeindlichen AfDler noch gar nicht gemerkt haben, ist, dass deutsche Gerichte durchaus bereits jetzt in bestimmten Familien- und Erbsachen gemäß der Scharia urteilen, nämlich wenn entsprechendes ausländisches Recht anwendbar ist. Vielehe wird hier unter bestimmten Umständen ebenfalls anerkannt, wenn sie im Land der Eheschließung legal ist.

      • @francomacorisano 23:08

        Nach meinem liberalen Verständnis sind Vielehen Privatsache. Jedenfalls so lange sie auf freiwilliger Basis geschlossen und nicht von einem Feudalsystem namens „Sozialstaat“ von einer unfreiwillig dazu verdonnerten Allgemeinheit alimentiert werden.

        „Ziegenficken“ ist vermutlich nicht so weit verbreitet, wie Sie vielleicht annehmen. Dürfte also eher ein Randproblem darstellen. Im konkreten Fall käme es zur Beurteilung, ob es sich um eine strafbare Handlung handelt wohl darauf an, ob die Ziege damit einverstanden war oder nicht. Aber wollen Sie derart geschmacklose Themen ernsthaft hier diskutieren?

        Ehrenmorde, Handabhacken und Steinigungen sind in unserem Rechtssystem eindeutig schwere Kapitalverbrechen und werden entsprechend bestraft.

        Wo ist also das Problem mit der Religionsfreiheit?

      • @Alexander Dilger 23:25

        Es gibt schon auch noch Säkulare in der AfD. Wahrscheinlich sogar mehr als wirkliche Islamhasser. Nur leider schreien manche Minderheiten eben immer sehr laut. 10 bis 15% einer Gruppe können die ganze öffentliche Wahrnehmung beeinflussen. Leider! Im Falle der AfD sind das Ossis, Islamhasser und völkische Rassisten. Wobei die Überschneidung dieser drei Gruppierungen sehr hoch ist.

      • @ Herr Dilger

        Religionsfreiheit soll garantieren, dass jeder glauben darf was er will und dafür nicht verfolgt wird. Mehr nicht! Es hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun, dass wir einen der Bundesbauordnung widersprechenden arabischen Baustil von Moscheen mit Minaretten und Muezzin, finanziert und kontrolliert von ausländischen Diktaturen tolerieren müssen!

        Es ist nicht logisch, dass die rechtlich korrekte Kükentötung Ihr Gemüt erregt, die tierschutzbedenkliche Schächtung für Sie aber unter die „Regionsfreiheit“ fällt, obwohl Sie richtigerweise ja zwischen „Glauben“ und „Tun“ differenzieren.

        Erschreckend aber ist Ihre Toleranz gegenüber der Scharia. Sie leben nicht in Nigeria, Pakistan oder Saudi Arabien und lernen die „Wohltaten“ der Scharia nicht in der Realität kennen. Wieso kann der deutsche Rechtsstaat überhaupt ausländisches Recht anwenden? Weil wir den Krieg verloren haben….?!?

      • Lesen Sie einfach einmal Artikel 4 Grundgesetz, insbesondere Absatz 2: „Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“

        Im Übrigen habe ich nur berichtet, wie die deutsche Rechtspraxis ist. Warum unterstellen Sie mir deshalb, die Scharia zu befürworten?

      • Sie sprechen den skandalösen Umstand an, dass deutsche Gerichte ausländisches Recht sprechen und verlieren kein kritisches Wort darüber. Ich bin die Sonderrechte für Randgruppen und die damit einhergehende Diskriminierung der Mehrheitsgesellschaft wirklich leid! Wenn der Islam einmal das Sagen in Deutschland haben sollte, werden kritische Querdenker wie Sie und ich als erstes an Baukränen hängen. Die AfD wehrt sich auch mit meiner Unterstützung gegen eine Ausbreitung des Islam. Das Grundgesetz gewährleistet die ungestörte Religionsausübung nur solange diese Religion mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Keine Toleranz der Intoleranz!

      • Die Anwendung der Scharia in Deutschland ist natürlich ein großes Problem, auf welches die AfD bei ihrer pauschalen Islamhetze aber noch gar nicht gestoßen ist. Dass ganz grundsätzlich im Zivilbereich bei grenzüberschreitenden Angelegenheiten auch ausländisches Recht berücksichtigt wird, ist jedoch völlig normal und beruht auf Gegenseitigkeit. Rein formal haben sich die betreffenden islamischen Länder auch verpflichtet, im Gegenzug deutsche Rechtsregeln zu akzeptieren, was faktisch jedoch wohl kaum geschieht.

        „Die AfD wehrt sich auch mit meiner Unterstützung gegen eine Ausbreitung des Islam.“ Wie wehrt sie sich denn tatsächlich dagegen? In Wirklichkeit ist bessere Werbung für Islamisten doch kaum vorstellbar.

        „Das Grundgesetz gewährleistet die ungestörte Religionsausübung nur[,] solange diese Religion mit dem Grundgesetz vereinbar ist.“ Das haben Sie bzw. AfD-Funktionäre sich so ausgedacht. Im Grundgesetz gibt es keinen solchen Vorbehalt, nicht einmal bei der Religionsausübung und schon gar nicht hinsichtlich der Religion selbst.

        „Keine Toleranz der Intoleranz!“ Deshalb bin ich jetzt nicht mehr in der AfD.

  3. Verbieten geht nur solange TTIP noch nicht unterzeichnet ist. Danach könnte ein ausländicher Investor gegen das Gesetz klagen und vor einem dieser geheim tagenden, nicht demokratsich legitimierten Schiedsgerichte recht bekommen.

    • Wie das TTIP-Abkommen in dieser Hinsicht ausgestaltet wird, steht doch noch gar nicht fest. Gegebenenfalls müsste der ausländische Investor schon vorher in einen solchen Betrieb investiert haben. Betrieben im Ausland können wir auch nicht vorschreiben, wie sie ihre Hühner aufziehen, wobei eine EU-weite Regelung denkbar wäre. Als Konsumenten wäre uns schon geholfen, wenn wir wüssten, wie der Betrieb arbeitet, von dem wir Eier und Geflügel kaufen.

      • „Geiz ist geil“ sag ich dazu nur … (siehe auch Beitrag weiter oben)

        In der Tat liegt die Verantwortung schon auch beim Konsumenten. Als Landbewohner weiß ich genau, wie der Bauer, bei dem ich Eier kaufe seine Hühner hält. Gerade in meiner Region („Genussregion Vorarlberg“ https://www.genuss-region.at/genussregionen/vorarlberg/index.html) wird selbst in Supermärkten sehr genau darauf geachtet, dass der Anteil regionaler Produkte möglichst hoch ist und das wird von den Verbrauchern trotz hoher Preise auch honoriert. Allerdings liegen die Lebensmittelpreise hierzulande auch 20 bis 50% über denen im benachbarten Geizland Deutschland, wo der Liter Milch halb so viel kostet, der Liter Super aber 20 Cent teurer ist als in Österreich.

      • @francomacorisano:

        In den meisten Fällen würde es völlig genügen, wenn die Menschen ihre Prioritäten ein klein wenig anders setzen. Also beispielsweise den Konsum von Elektronikartikeln, Konsolenspielen oder Zigaretten zurückfahren. Auch beim Auto, beim Handy oder bei der Stromrechnung lassen sich die Mehrkosten für eine gesunde Ernährung leicht einsparen. Das setzt aber ein gewisses Maß an Willen und zumindest ein klein wenig Selbstdisziplin voraus. Daran fehlt es den Couchpotatoes unserer Zeit.

      • @ Michael Meister

        Prinzipiell haben Sie nicht Unrecht, aber Sie könnten schnell Beifall von der falschen Seite erhalten, denn die Grünen wollen ja stets mit allerlei Verboten und Strafen den Menschen ihr Leben bis ins Detail vorschreiben.

      • @francomacorisano

        Natürlich muss jeder Mensch selbst entscheiden dürfen, was er ißt und trinkt oder wofür er sonst sein Geld ausgiebt. Aber er sollte auch die Folgen selbst ausbaden und nicht eine erzwungene „Solidargemeinschft“ für das gesundheitliche Ergebnis seiner Idiotien bezahlen lassen.

  4. I. Das Kernproblem liegt nicht im Töten ohne vernünftigen Grund. Das Kernproblem läge allenfalls im Ausbrüten ohne vernünftigen Grund.

    1. Masttiere sind letztendlich nicht anderes als biologisch-industrielle Fleischproduktionsanlagen. Könnte man das Fleisch ohne diese biologische Prozesse, z.B. in großen Laboranlagen herstellen, dann würden diese Masttiere gar nicht bestehen.

    Ein Masttier wird wirtschaftlich völlig vernünftig vorzeitig getötet, wenn es die Produktionsziele erkennbar nicht erreichen wird. Sein ausschließlicher Lebenszweck ist nun einmal die Fleischproduktion.

    2. Wer sich nicht damit abfinden will, dass Tiere industriell als Fleischproduzenten gehalten werden, sondern die Auffassung vertritt, dass Tiere ein „würdiges“ Leben verdienen, der sollte entweder seinen Fleischkonsum reduzieren oder das Fleisch aus anderer Quelle kaufen.

    II. Wenn die geschredderten Küken im Tierfutter landen, dann wird der Zweckwidmung des Tieres ebenso entsprochen. Letztlich stellen auch Eintagsküken Fleisch dar und können als solches ebenso verspeist werden, auch wenn sich aus so einem Küken nur eine kleine Portion Fleisch im Verhältnis zum ausgemästeten Hühnchen ergibt.

    Meinen Hunden ist es vermutlich egal, ob sich in einer Portion Hundefutter ein Masthähnchen oder drei Eintagsküken tummeln. Vermutlich tun sich auch geschmacklich keine großen Unterschiede auf.

    III. Wenn die Eintagsküken einfach nur entsorgt werden, dann ist die Entsorgung auch nicht der „ethische Anknüpfungspunkt für Kritik“. Wenn sich ein Masttier für die Mast als ungeeignet erweist, dann gibt es für den Halter nur einen wirtschaftlich vernünftigen Grund, nämlich die Tötung und die anschließende Entsorgung.

    Wer so etwas nicht will, der muss – ich wiederhole mich – auf den Fleischkonsum verzichten oder andere Hersteller aussuchen.

    IV. Wenn gefordert wird, dass andere Hühnerrassen verwandt werden sollen, so lautet die inzidente Forderung, man möge einfach weniger Hühnerleben produzieren. Die ethische Qualität der Hühnerhaltung und Verwertung ändert sich dadurch nicht. Die Hühner bleiben auf Fleischproduktionsanlagen „reduziert“.

    V. Immerhin gibt die freie Natur Anlass, sich seines schlechten Gewissens zu erleichtern:

    In der freien Natur – soviel Realitätssinn muss leider auch sein – erweisen sich die Eintagsküken ( und auch sonstige Küken ) für Krähen als ausgesprochen schmackhaft. Die schreddern die Küken, indem sie diesen erst einmal die Augen auspicken und dann das Gehirn verspeisen. Wenn das Hirn ausreichend geschädigt ist, dann darf das Küken auch sterben. Im Anschluss wird der Rest verspeist.

    Ich finde, das Vergasen und Schreddern durch Menschen doch ein wenig „humaner“ als die Art und Weise des Zerlegens von Krähen oder anderen Raubtieren, die häufig genug sogar an dem Quälen der Beute grausame Freude empfinden ( z.B. die gesättigte Katze, die eine Maus aus reiner Freude mit viel Spieltrieb tötet oder z.B. Marder oder Füchse, die im Blutrausch in Hühnerställen Massaker anrichten ).

    VI. Im Ergebnis verhält es sich mit dem Masthuhn wie mit dem Strom oder dem Auto. Es muss in einer schönen Verpackung aus dem EDEKA, der schicken Steckdose oder aus einem repräsentativen Autohaus mit viel Öko-Werbung [ Selbst Kretschmer fährt eine „umweltbewusste“ S-Klasse. ] kommen. Alles, was sich dahinter abspielt, das will der Verbraucher entweder nicht wissen oder am besten gar nicht erst haben ( was leider nicht möglich ist ). In dieser Denk- und Handlungsweise steckt ziemlich viel Selbstbetrug.

    • Klingt alles ziemlich rational und logisch, Herr Wilhelm.

      Allerdings werden geschredderte Küken nicht nur zu Hundefutter verarbeitet sondern meines Wissens auch zu Hühnerfutter. Sicher erinnern Sie sich an die BSE-Hysterie in den 1990er Jahren. Wissenschaftler haben seinerzeit herausgefunden, dass die Verfütterung von Tierkadavern der eigenen Gattung BSE auslösen kann und insbesondere seine Verbreitung fördert. Bei Hühnern wird es mit derartigen Effekten vermutlich nicht anders sein.

      Fakt ist, dass Massentierhaltung und industrielle Vernichtung von Küken schon gravierendere Eingriffe in die Natur sind als wenn eine Krähe hin und wieder ein einzelnes Küken brutal tötet.

      Was die Bedrohung heimischer Vogelarten durch die von Menschen verursachte Katzenüberbevölkerung angeht, handelt es sich auch hier längst nicht mehr um ein natürliches Gleichgewicht.

      • Sie verbreiten unqualifiziert neue Theorien.
        Bei BSE ging es um Saeugetiere, auch hat es etwas mit Schafen zu tun, wir reden hier ueber Gefluegel. Haben Sie wiss. Quellen, dass BSE auch bei Gefluegel auftretten kan?

        Massentierhaltung um Menschen zu ernaehren ist kein Eingriff in die Natur, diese Tiere sind nicht in freier Wildbahn und werden von Menschen kontrolliert auf begrenztem Raum.

      • @Grisogono

        Ich habe nicht behauptet, dass Hühner BSE bekommen, sondern halte „derartige Effekte“ (also Vergleichbares) auch bei Hühnern für möglich. Es gibt schließlich auch Geflügelkrankheiten, bis hin zur Pest. Oder glauben Sie ernsthaft, Tiere, die Eier legen seien immun gegen Erreger?

    • Wobei ich jetzt nicht ganz verstehe, warum in der Natur vorkommendes grausames Verhalten (das von jedem Einzelraubtier bei weitem nicht in industriellem Umfang erfolgt), Maßstab für menschlich ethisches Verhalten sein soll. Hebt es uns nicht gerade hervor, dass wir andere Maßstäbe ansetzen (können)?

      • Die Menschen sind viel grausamer und mörderischer als jedes Tier. Wir bringen uns auch gegenseitig um und eine größere Menge an anderen Arten, als jede andere Spezies zuvor.

      • Das Gegensatzpaar Natur und Mensch in Hinblick auf Grausamkeit ist Unfug.

        Der Mensch ist nicht grausamer als Raubtiere. Aufgrund seiner Intelligenz ist er einfach nur effektiver und seine Schäden sind größer.

        Ein zivilisierter Mensch weiß von der grausamen Natur des Menschen und stellt mit Hilfe seines Verstands Kultur und Ethik über das Handeln. ( Umgekehrt ist der Mensch, der sein unzivilisiertes Verhalten mit Moral begründet, eben trotzdem nicht zivilisiert, weil gerade die Art und Weise des Handelns den Beweis erbringt, ob jemand zivilisiert ist oder nicht. [ Wenn die AntiFa Gewalt auf politische Gegner ausübt, dann ist diese unzivilisiert, egal ob der Gegner tatsächlich ein Rechtsextremist ist oder nicht ist. ) Dazu sind im übrigen die anderen Tiere nicht imstande.

        Aber es gibt eben auch leider Grenzen in Bezug auf die Ethik. Wenn 7 Mrd. Menschen versorgt werden sollen, dann werden Massentierhaltungen durchgeführt, Tiere tot gemäht, pp. Dass ist eben die grausame und auch natürliche Kehrseite des Menschseins.

        Im übrigen stimmt das Gegensatzpaar Mensch und Natur auch so nicht. Der Mensch ist Bestandteil der Naturkreisläufe wird sich daraus niemals komplett befreien können.

        Der Mensch kann seine Umwelt, aber nicht die Natur verändern. Das ist ja gerade das Dilemma. Selbst wenn sich der Mensch durch Krieg oder Infektionen komplett vernichten würde, er würde sofort verwertet und durch andere Player ersetzt werden. Das Rad der Natur dreht sich stets weiter.

        Die Umweltpolitik ist nichts anderes als das eigennützige Interesse des Menschen an seiner eigenen Existenz und an seinem Wohlstand.

        Wenn die Katzen die Vögel im Übermaß fressen, dann ist das für die meisten Menschen eine Art unerheblicher „Schönheitsfehler“. Wenn die Industrieanlagen ein Wohngebiet verseuchen, dann wird das Problem existentiell und der Umweltschutz kommt auf die Tagesordnung. Dies gilt im übrigen auch für die Massentierhaltungen. Weil diese auch viel Dreck verursachen, gibt es eben zahlreiche Gegenkräfte. Allerdings sind diese natürlich nicht altruistisch, allenfalls vorgeblich, sondern dem eigenen Intesse am Wohlstand und Überlebensfähigkeit.

        Letztlich bewegen sich Industrie- und Umweltpolitik immer in dem Spannungsfeld. Es ist aber nicht der Krieg zwischen Gut und Böse, sondern im Regelfall das Ausloten des Machbaren, also das Optimieren von Wohlstand und Überlebensfähigkeit.

      • „Der Mensch ist nicht grausamer als Raubtiere. Aufgrund seiner Intelligenz ist er einfach nur effektiver und seine Schäden sind größer.“ Damit ist der Mensch im Ergebnis eben doch viel grausamer, selbst wenn er bessere Absichten haben mag. Die Zivilisation steigert die Effektivität noch einmal ungemein, weshalb dasselbe auch für den Vergleich zwischen zivilisierten Menschen und Barbaren gilt. Der Mensch ist Teil der Natur, verhält sich aber nicht rein instinktiv, sondern kann sich mittels Intelligenz und Kultur sehr eigenständig verhalten und alle Tiere dominieren, selbst wenn diese eigentlich viel stärker und schneller sind.

      • Grausamkeit ist nach überwiegender Ansicht ein Gesinnungsmerkmal:

        „Grausamkeit (Adjektiv: grausam: mittelhochdeutsch: grūwesam; daraus Ableitung zu grūwe: Schauder)[1] ist eine seelisch-mentale Haltung, die eine Täter-Opfer-Beziehung herstellt, und zwar dergestalt, dass der Täter dem Opfer aus gefühlloser unbarmherziger Gesinnung besondere körperliche oder seelische oder seelisch-körperliche Qualen zufügt. Anders als Brutalität, die sich eruptiv in Einzelereignissen auf der körperlichen Ebene äußert, ist Grausamkeit eine mental-seelische Grundhaltung des Täters seinem Opfer gegenüber, die das Opfer auf allen Ebenen seines Seins, durch die täterseitige geistig-seelische Haltung und durch täterseitige brutale Handlungen beschädigt. […]

        Im juristischen Bereich ist Grausamkeit eine Entscheidungskategorie bei der Definition einer Straftat als Kapitalverbrechen: Mord, („Mord ist eine Tötung, bei der der Täter besonders verwerflich handelt“,[4] „besonders verwerflich“ gilt als Unterscheidungsmerkmal zwischen Totschlag und Mord. „Grausam tötet derjenige, der seinem Opfer in gefühlsloser, unbarmherziger Gesinnung Schmerzen oder Qualen körperlicher oder seelischer Art zufügt, die nach Stärke und Dauer über das für die Tötung erforderliche Maß hinausgehen. Beispiel: Verhungern-lassen, Verbrennen, Folterung usw.“[5])

        Psychologisch gesehen ist der unmittelbare Auslöser für Grausamkeit die Abwesenheit von Empathie, sei es durch Erziehung, Sozialisation, eingeübte Abstumpfung oder neurotische oder psychotische Vorgänge ausgelöst (Psychopath).

        Eine Steigerungsform zur umgangssprachlichen Bezeichnung von Grausamkeit mit blutigem Körperschaden ist die Kombination mit dem Begriff der Bestialität: bestialische Grausamkeit (synonym auch: tierische Grausamkeit). Beispiel: mittelalterliche Foltermethoden.[6] “

        https://de.wikipedia.org/wiki/Grausamkeit

        Die Steigerungsform selbst bezieht sich auch eher auf die Qualität und Intensität der Grausamkeit, nicht auf den Umfang.

        Die Wortschöpfungen deuten darauf hin, dass man – zumindest bis zur Postmoderne – die Grausamkeit als etwas ansieht, dass aus dem unkultiviert Tierischem kommt. Die heutige Psychologie geht davon aus, dass angeborene Empathie entweder krankhaft oder durch „Erziehung“ abgeschliffen ( verroht ) wurde.

        Letztlich ist es aber egal, Grausamkeit ist ein Gesinnungsmerkmal, das in der Natur häufig auftritt. Ein Raubtier kann sich gegenüber der Beute keine Empathie leisten. Die Rudelwesen brauchen hingegen innerhalb des Rudels die Empathie, damit der Rudel fortbestehen kann.

        Ein grausamer Mensch kann natürlich viel mehr Schaden anrichten als eine grausame Katze, weil er mental, psychologisch, technisch und motorisch viel mehr Möglichkeiten hat.

        Das in der Natur auch häufig anzutreffende „Blutrausch-Phänomen“ gehört im übrigen tatsächlich nicht zur Grausamkeit, weil dieses Phänomen letztlich die Lust am Morden im quantitativen Umfang ist. Es geht nicht um das Quälen, sondern „nur“ um das Töten, das hemmungslose Jagen, Töten von Beute.

        „Blutrausch steht für:

        – allgemein einen psychischen Ausnahmezustand, in dem besonders wilde und hemmungslose Mord- und Gewalttaten verübt werden können
        . insbesondere eine Art Trancezustand, in den sich germanische Krieger angeblich versetzen konnten, siehe Furor Teutonicus bzw. Berserker für eine mittelalterliche Entsprechung

        https://de.wikipedia.org/wiki/Blutrausch

        Letztlich bleibe ich doch bei meiner Überzeugung, dass die Natur keine ethischen Maßstäbe kennt und „Grausamkeit“ und „Blutrausch“ ihr nicht fremd sind. Ethische Maßstäbe sind kulturelle Merkmale. In einer funktionierenden Kultur sind „Grausamkeit“ und „Blutrausch“ kein erhebliches Problem. Verfallen Kultur, entweder auf gesellschaftlicher Ebene oder auf subjektiver Ebene, dann ist das Fass für das Ausleben derartiger Gesinnungen geöffnet und der fatale Lauf der Dinge nimmt seinen Gang.

        Und – um auf das Thema zurück zu kommen – die Kultur betrifft in erster Linie das Zusammenleben von Menschen. Tierquälerei stört deshalb, weil dort Grausamkeit ausgelebt wird, was wiederrum eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt. Es ist eine Frage der Zeit, wann der Tierquäler anfängt Menschen zu quälen.

        Das Degradieren von Tieren zu industriellen Fleischproduktionskörpern stellt für die Gesellschaft an sich keine Gefahr dar, weshalb das Thema eher ein abstraktes Thema ist. Aus diesem Grunde juckt es die Verbraucher recht wenig, wo das Fleisch herkommt.

      • Bitte halten Sie sich auch an die Wortbeschränkung (optimal bis 300, maximal 500).

        Wenn man Grausamkeit als „Gesinnungsmerkmal“ definiert, stellt sich schon die Frage, ob diese Kategorie überhaupt auf Tiere anwendbar ist. Haben Raubtiere eine Gesinnung? Wenn man von grausamen Naturkatastrophen spricht, unterstellt man der Natur jedenfalls keine Gesinnung, sondern stellt auf die schlimmen Folgen ab. Tiere wie Erdbeben sind weder moralisch noch unmoralisch, sondern tatsächlich amoralisch. Wenn ein Mensch so ist, ist das besonders schlimm und fehlt ihm eine wichtige menschliche Qualität.

        In gewisser Weise fällt die gesamte Massentierhaltung auch in diese Kategorie. Die Kunden essen Produkte, denen man ihre tödliche Entstehung nicht ansieht, die Bauern machen nur ihren Job und die Richter wenden abstrakte Normen am Schreibtisch an. Jeder verhält sich völlig zivilisiert, doch das Ergebnis ist eine Schande für die Menschheit, die kaum jemand bemerkt.

      • Bei Säugetieren findet man schon Emotionen, feindliche und freundschaftliche Gesinnung vor. Am deutlichsten wird dies bei den Hunden, weil sie Rudelwesen sind. Sie kommunzieren ihre Gesinnung im Regelfall sehr deutlich. ( Bei Katzen ist dies z.B. weniger der Fall. )

        Grausame Gesinnungen sind wohl auf den Machttrieb zurück zu führen. Und diesen findet man bei allen höher entwickelten Tieren, u.a. weil sich daran die Reproduktionsmöglichkeiten anschließen. Bei den Rudeltieren kommt der Dominante zum Zug. Es gibt entsprechende Kampfrituale ( Klassiker: Rotwild ).

        Bei den Einzelgängern findet häufig die Kopulation nicht nur auf der Grundlage von Balz, sondern auch im Wege der Vergewaltigung statt.

        Enten, Hähne, Katzen, z.B. fragen das Weibchen nicht danach, ob es will. Entenweibchen wehren sich regelmäßig ( erfolglos ) gegen das Ansinnen und werden unsanft unter Wasser gedrückt. Hühner und Katzen lassen den Geschlechtsakt einfach über sich ergehen.

        Die bestialische Freude einer Katze, eine Maus zu quälen, ist unübersehbar ausschließlich mit dem Machttrieb verbunden; insb. wenn die Maus im Anschluss ungefressen liegen bleibt. Wenn eine Krähe einem Küken die Augen auspickt und das Hirn frisst, dann aber von dem Tier ablässt, dann war das „Spiel“ wohl schöner als der Hunger groß war.

        Auch finden sich bei (Rudel-)Tieren durchaus auch eine Art ethische Grenze. Ein Hund, der seine Dominanz beweisen will, greift mit Freude und Eifer seinen Gegner an und legt ihn auf den Rücken und genießt und demonstriert den Augenblick. Der gegnerische Hund bleibt im Regelfall unverletzt. ( Ein verletzter Rüde wäre für das Rudel auch schädlich. )

        Die „asozialen“ Hunde machen nicht Schluss, sondern töten den gegnerischen Hund und demonstrieren so die Macht.

        Letztlich findet man in der menschlichen Gesellschaft das im Großen wieder, was im Kleinen auch in der Natur stattfindet. Der Mensch dreht aber das viel größere Rad, weshalb sowohl Ethik, als auch Verbrechen viel stärker als bei anderen Lebewesen ausgeprägt und sogar institutionalisiert sind.

        Der Mensch ist damit auch nicht grausamer oder weniger grausam als andere Lebewesen, aber eben sehr viel effektiver.

      • Tiere haben Instinkte und Emotionen, aber wohl größtenteils (Primaten einmal ausgenommen) keine Moral. Wir neigen zur Vermenschlichung. Wenn sich ein Mensch wie ein Raubtier verhalten würde, wäre das schlimm, doch an Tiere sind andere Maßstäbe anzulegen. Interessanter finde ich, ob das nicht auch für menschliche System gilt. Auch der Markt oder Staat hat im Gegensatz zu den einzelnen Marktteilnehmern und Politikern keine Moral, so dass wir sie vorrangig nach ihren Ergebnissen beurteilen sollten.

      • „Jeder verhält sich völlig zivilisiert, doch das Ergebnis ist eine Schande für die Menschheit, die kaum jemand bemerkt.“

        „Schande“ halte ich für Übertrieben. Von Schande kann man dann sprechen, wenn man die Möglichkeit hat, Fleisch ohne Tiere herzustellen.

        http://www.rp-online.de/panorama/wissen/fleisch-der-zukunft-aus-dem-labor-aid-1.1861348

        Es ist zwar schade, dass Fleischfresser bis auf weiteres Tiere verzehren müssen, es ist aber nicht vorwerfbar. Es ist auch dem Fleischfresser nicht vorzuwerfen, dass er sein Fleisch erzeugt, weil es für ihn einfacher und ergiebiger ist.

      • Mein Vorwurf ist nicht, dass Menschen Fleisch essen und dafür Tiere töten, sondern wie die Massentierhaltung (aber z. B. auch Hochseefischerei) abläuft. Das wäre auch anders möglich. Zumindest sollten wir die Wahl haben, klar erkennbar auch andere Produkte kaufen zu können, selbst wenn diese dann teurer sind.

      • @AD 16:49

        Na, ob wirklich alle Politiker eine „Moral“ haben?
        Ich denke, dass die meisten Politiker eher ihrem Selbsterhaltungstrieb (ran an die Futtertröge!) folgen, als moralischen oder ethischen Ansprüchen …

    • Gut gesagt! Realitaet ist vielleicht brutal aber oft nicht zu umgehen. Manchmal scheinen Kueken oder Bruno wichtiger zu sein als Menschen! Macht sich jemand auch Sorgen wie 10 Milliarden Menschen zu ernaehren sein werden?

      • So jedenfalls nicht. Im Zweifel gehen Menschen vor, doch darum geht es hier doch gar nicht, sondern die Massentötung von Küken ohne hinreichenden Grund.

      • @Grisogono
        „Macht sich jemand auch Sorgen wie 10 Milliarden Menschen zu ernaehren sein werden?“

        Jedenfalls nicht, indem die Hälfte aller produzierten Lebensmittel wieder vernichtet werden. Wenn Sie so wollen, können Sie auch die des schnöden Mammons zu Liebe geschredderten Küken dazuzählen.

    • „Masttiere sind letztendlich nicht anderes als biologisch-industrielle Fleischproduktionsanlagen.“ Wirtschaftlich trifft das zu, doch der wirtschaftliche Zweck dominiert nach der deutschen Rechtsordnung nicht zwingend das Tierwohl, wie das Gericht richtig ausführt, sondern hier ist eine Abwägung zu treffen. Auch meiner Sicht wurde diese Abwägung nicht richtig getroffen, während Sie gar keinen Abwägungsbedarf sehen. Interessant ist allerdings, ob die männlichen Küken mehr leiden würden, wenn man sie am Leben ließe.

      • Das Leben eines Masttieres als Fleischproduktionskörper ist doch nur formal Leben. Das Masttier lebt weder Triebe noch Instinkte aus, u.a. weil es diese auch schon gar nicht mehr hat. Das Leben eines solchen Tieres hat letztlich keinerlei eigenständige Wertigkeit. Das Tier lebt formal, weil es einfach nur noch nicht tot ist. Das ist der einzige Unterschied.

        Die Frage ist letztlich nur, ob der Verbraucher das billige Schnitzel und diese Art von „Leben“ will oder eben nicht. Die meisten Verbraucher wollen lieber das billige Fleisch und wie es entsteht ist denen halbwegs egal.

        Ob ein solches Tier ein paar Tage länger „lebt“, das ist völlig belanglos. Der „Lebens“-inhalt würde doch nur aus einem industriellen Mästen bestehen, mehr nicht. Es wird ein paar Tage länger mit „Fressen“ und „Trinken“ vollgepumpt. Es wird deshalb nach keinem Wurm mehr scharren, sich keinen Tag mehr der Balz widmen, sich keinen Tag mehr dem Wettstreit mit anderen Hähnen, pp. liefern.

        Ob die Massentierhaltung Tierquälerei ist, das ist auch fraglich. Wenn die Natürlichkeit weggezüchtet und diese Tiere in der Natur ohnehin nicht mehr überlebensfähig sind, die Instinkte und Triebe entfallen, dann kann man das natürliche Leben auch nicht mehr als Maßstab heranziehen. Ein solches Huhn ist letztlich dann doch mehr Industrie- als Naturprodukt.

        Ob man diese Form von Proteingewinnung gut findet, das kann jeder mit jedem Einkauf neu entscheiden ( oder auch einfach sein lassen, was wohl der Regelfall ist ).

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