NRW-Landtagswahl in einem Jahr

In genau einem Jahr, am 14. Mai 2017, wird die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen stattfinden (wenn es nicht vorher völlig überraschend Neuwahlen geben sollte). Es ist die letzte Landtagswahl vor der Bundestagswahl und das im mit Abstand größten Bundesland. Leider ist das Angebot der Parteien hier eher noch trauriger als im Rest der Republik, wobei noch ein Jahr Zeit wäre für substanzielle Änderungen.

Die regierende SPD wird allerdings nichts ändern, sondern auf eine zunehmend lustlose Hannelore Kraft setzen, der es NRW zu verdanken hat, dass es in immer mehr Bereichen zum Schlusslicht im Vergleich zumindest der Flächenländer wird (siehe „Zieht die AfD auch in den NRW-Landtag ein?“). Auch die hier recht ideologischen Grünen haben als Regierungspartei ihren Anteil daran. Die Linke ist in NRW besonders links, was relativ zur ohnehin nach links gerückten Union auch für die CDU unter Armin Laschet gilt, der jede Volte von Frau Merkel unterstützt und ansonsten nur durch das willkürliche Benoten von Studenten auffiel, deren Klausuren er verbummelt hatte (siehe „Ungereimtheiten bei Laschets Noten-Affäre bleiben“).

Christian Lindner von der FDP fehlt leider jede Glaubwürdigkeit, worin er nur noch von Marcus Pretzell übertroffen wird, dessen AfD-Landesverband, obwohl er hier gar nicht wohnt und deshalb auch nicht Mitglied und Funktionär sein dürfte, im Vergleich zum Bundesverband immer weiter zurückfällt, was angesichts des guten Bundestrends aber immer noch für 9 Prozent in der jüngsten Umfrage ausreicht. Da er die Beteiligung der AfD an einer bürgerlichen Koalition völlig unmöglich macht, bleibt momentan nur eine Große Koalition als realistische Option, die NRW aber auch nicht nach vorne bringen wird.

„Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre“, also bereits morgen statt erst in einem Jahr, würde ich wohl meinen Kollegen Ulrich van Suntum wählen, allerdings nicht wegen, sondern trotz ALFA, womit er leider keine realistische Chance hat. Wie wäre es deshalb mit einer (Wieder-)Vereinigung von AfD und ALFA mit ihm als Spitzenkandidaten in NRW? Auf Bundesebene will Bernd Lucke gar nicht mehr ALFA-Vorsitzender bleiben, sondern sich auf seine geplante Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl konzentrieren. Das hätte er doch auch, nur mit weit besseren Aussichten, bei der AfD haben können.

56 Gedanken zu „NRW-Landtagswahl in einem Jahr

  1. Die Rettung der AfD war doch, daß sich die ALFA-Jünger haben wegrufen lassen. Die AfD will doch nicht politischen Selbstmord durch eine Vereinigung begehen. Die ALFA kann sich mit den Piraten vereinigen, Partner (auf jeden Fall in der Bedeutung) müssen doch immer zusammen passen. Zum anderen will die AfD keine weitere Mainstreampartei werden, was die ALFA meiner Meinung nach zweifellos würde wenn sie die entsprechenden Wahlergebnisse hätte.

    • Was für eine Partei möchte die AfD denn sein mit Spitzenpersonal wie Herrn Pretzell? Seinen Auftritt bei Maybritt Illner fasst die FAZ so zusammen: „AfD-Mann Pretzell wirkt wie ein rheinischer Firmling, der in einen zu kleinen Anzug gesteckt wurde. […] Sein Gospel reicht vielleicht für nächtliche Auftritte unter schwelenden Fackeln in Dinslaken.“ Peinlich ist auch für eine von einem Wirtschaftsprofessor begründete Partei: „Ökonomen fürchten die linken Positionen der AfD“.

      • Ich persönlich sehe die zukünftigen maßgeblichen Impulse aus Mitteldeutschland kommen. Innerhalb und außerhalb der AfD. Dort sind die Menschen aufgrund ihrer Erfahrungen mit einer Diktatur viel wacher. Sowieso frei von Gender Mainstreaming und politischer Correctness sowie von einer alles deutsche hassenden 68er und sich daraus entwickelnder Grüninnen Unkultur. Ich bin der Überzeugung, daß in den kommenden fünf Jahren in Deutschland und Europa Veränderungen stattfinden, die man als sich mit Politik Befassender nur mit Grausen erahnen kann. Da wird NRW mit seiner Kölnischen Karnevalskultur mit Sicherheit überfordert sein. Die Hauptpanik im Artikel (WO?) der Ökonomen bezieht sich auf die Euroabschaffung, welche jedoch für Deutschland von Vorteil, nicht jedoch im Sinne der ausländischen Anteilseigner der DAX-Konzerne wäre.

      • Auch wenn es vor unserer Zeit war, so gab es in ganz Deutschland eine ganz schlimme Diktatur, die übrigens ebenfalls den Hass auf eine Religion predigte. Die Bürger der alten Bundesrepublik wollten daraus lernen, während die Menschen in der sowjetischen Besatzungszone und dann DDR gleich in eine neue Diktatur gezwungen wurden, die dann so lange dauerte, bis keine Erinnerung mehr an demokratische Zeiten vorhanden war. Vor allem sind Millionen besonders leistungsfähige und eigenständig denkende Menschen geflohen, bis eine Mauer mit Schießbefehl errichtet wurde. Mit deren Fall endete die Diktatur und sind nochmals Millionen besonders engagierte Menschen weggezogen. Die neuen Bundesländer leiden bis heute darunter, dass die bürgerliche Elite fehlt, weshalb auch die AfD-Prominenz dort aus (Re-)Importen besteht. Interessant ist allerdings, dass es einer FDJ-Funktionärin, die ganz ursprünglich auch aus dem Westen kam, gelungen ist, erst die CDU und dann ganz Deutschland zu beherrschen.

        Die Forderung von der Euroabschaffung war für die AfD von 2013 konstitutiv und ist es heute leider weniger. Diese ist im Interesse der meisten Deutschen, während sich die Manager großer exportstarker Unternehmen endlich wieder ordentlich anstrengen müssten (statt nur von einem unterbewerteten Euro und anderen Manipulationen wie z. B. an Abgaswerten zu profitieren). Gerade ausländische Anteilgseigener würden jedoch von einer starken DM profitieren, da gegebenenfalls etwas sinkende Aktienkurse durch den Währungsanstieg mehr als überkompensiert würden.

      • .–.mich wundert es heute noch, das man diesen Mann in Aschaffenburg hat zum Europa Abgeordneten gewählt.-.-.-.-
        Was antwortet Ihnen den Herr Lucke auf den Gedanken hin, mit der AfD
        wieder ins Bett zu gehen. Unterstützen Sie ihn dabei? Sie sind meiner
        Warnehmung nach für ein politischen Amt geeignet. Vielleicht arbeiten Sie mittels eines „Moderators“ Ihre persönlichen Gegensätze zu Lucke auf. Es wäre bei einer Übereinstimmung sicherlich ein Gewinn.

      • Herr Pretzell wurde in Aschaffenburg gar nicht auf die Europawahlliste gewählt, sondern nach einem kleinen Achtungs(miss)erfolg gegen Herrn Henkel mit immer schlechteren Ergebnissen durchgereicht. Auf den 7. Listenplatz kam er erst eine Woche später in Berlin, wohin kaum noch Delegierte kamen, nicht einmal mehr Herr Lucke selbst, während Herr Pretzell die ganze Zeit kungelte.

        Herr Lucke wird nicht in die AfD zurückkehren und will auch nicht ernsthaft aufarbeiten, was dort tatsächlich schiefgelaufen ist. Daran krankt auch ALFA und scheitert die Klärung unserer politischen Differenzen, während ich gar keine persönlichen Gegensätze sehe.

      • Wenn sie von „Mitteldeutschland“ schreiben, dann passen Sie wunderbar in die neue AfD. Pretzells Mitgliedschaft in der Fraktion mit Front National erreicht da auch eine ganz neue Bedeutungsdimensionen.

        Vielleicht sollten Sie noch Wahlkampf für die Wiederaufrüstung Westfalens betreiben. In dem Zuge könnten Sie ja auch die Schwerindustrie aus China zurück fordern und an die „glorreichen Tage“ des Ruhrgebiets anknüpfen.

      • Ich habe mir die Sendung mal angeschaut, weil ich den Herrn Pretzell mal live sehen wollte. Ich muss sagen, dass ich angenehm überrascht war. Er mag unseriös und wendehalsig sein, das bemerkt man allerdings nicht sofort beim ersten Treffen, auch wenn ich mir das gut vorstellen könnte. Allerdings hat er sich in der Talkshow wirklich gut geschlagen. Er wirkt keineswegs abstoßend wie ein Björn Höcke, er wirkt nicht unsympathisch wie eine Frauke Petry, sondern hat vielmehr einen harmlosen Spitzbubencharme, dem man auch so manche Zote verzeihen kann. Für die AfD sicherlich nicht die schlechteste Talkshowvertretung. Hinter der Fassade mag er inkompetent und intrigant sein, sein Ersteindruck ist aber so schlecht nicht. Für die AfD kann er ganz gut die Rolle als Blender einnehmen, die gibt es doch in jeder Partei.

      • Ich denke nicht, dass sich Herr Pretzell gut geschlagen hat, aber vielleicht bin ich inzwischen voreingenommen. Wenn ich mich zurückerinnere, dann war mein allererster Eindruck von ihm auch eher positiv. Sonst hätte ich ihn damals nicht gefördert. Von daher bin ich mitverantwortlich dafür, dass er überhaupt mächtig geworden ist. Wir hätten damals noch genauer recherchieren müssen, statt uns auf eine Empfehlung und den ersten persönlichen Eindruck zu verlassen.

        Es ist übrigens ein generelles Problem der Massenmedien und von deren Sendeformaten, dass diejenigen punkten, die einigermaßen gut aussehen und zwei halbwegs vernünftige Sätze fehlerfrei aussprechen können. Mehr wird nämlich meistens gar nicht gesendet. Was Menschen wirklich wissen, können und wollen, bleibt so im Dunkeln.

      • @ Peter Burger

        Richtig! Egal ob man Pretzell mag oder nicht, aber beim Auftritt bei Maybritt Illner hat er seine Sache richtig gut gemacht. Besseres Führungspersonal wächst eben nicht auf Bäumen und Politik ist keine Liebesheirat!

      • Was ist denn Ihr Maßstab für „richtig gut gemacht“? Er hat keinen Skandal produziert, doch alle anderen waren ihm rhetorisch weit überlegen. Innerhalb der AfD punktet er durch kurze Reden, die er abliest und die ihm vermutlich andere schreiben nach Recherchen, was innerparteilich ankommt. In offenen Diskussionen zeigen sich seine Schwächen, so dass man ihn zu viel mehr davon einladen sollte, um ihn zu entzaubern.

      • Lieber Herr Dilger, es ist ja bekannt, dass Sie Herrn Pretzell nicht ausstehen können und Sie mögen gute Gründe dafür haben. Auch ich bin kein Fan von ihm, weil ich befürchte, dass er für keine echten Inhalte steht. Aber es ist hier inzwischen wirklich auffällig, dass Sie keine Chance auslassen, verbal auf ihn einzuprügeln. Als Wissenschaftler sollten Sie aber bedenken, dass hasserfüllte Verblendung Ihnen die objektive Sicht raubt.

      • Haben Sie irgendwelche Belege für „hasserfüllte Verblendung“ meinerseits? Im ersten Kommentar hatte ich einfach die FAZ zitiert und ansonsten kenne ich seine schlechten Seiten besser als viele andere. Aus Schaden wird man klug.

    • Pretzell saß in einer Runde mit gewieften Rednern. Lafontaine gehört nun wirklich zu den erfahrensten Rendnern auf der politischen Bühne und auch Wowereit versteht die Show. Söder ist ebenfalls nicht auf den Mund gefallen und weiß sich entsprechend in Szene zu setzen. In dieser illustren Runde hätten nicht wenige Politiker schlechter ausgesehen. Natürlich hat er die Runde nicht an die Wand geredet, aber er hat die Stunde relativ souverän abgespult und kam weder angsteinflößend (Höcke), unsympathisch (Petry) noch verschroben (Lucke) rüber.

      Dass er anderweitig ein zwielichtiger Charakter zu sein scheint, ist mittlerweile ja bekannt. Man sollte ihm aber auch nicht jenes absprechen, was er tatsächlich kann.

      Der Ersteindruck ist leider sehr häufig irreführend. Deshalb bin ich auch ein starker Befürworter von schriftlichen Prüfungsleistungen. Nur wer da ausführlich (und nicht nur in kurzen Stichworten) komplexe Zusammenhänge erklären kann, ist auch tatsächlich fachwissend.

      • Ersteindruck ist am wichtigsten! Pretzell strahlt Unsicherheit aus. So ein Eindruck machte er schon in Bremen. Wer bei Personal zu viele Kompromisse macht und Standards senkt wird eine boese Ueberraschung erleben. Natuerlich ist das groesste Teil des AfD Vorstandes keine erste Wahl und dann ist einer mehr oder weniger auch egal.

      • Lieber Herr Dilger, Sie lassen in vielen Kommentaren einfach keine Möglichkeit aus, irgendeinen Seitenhieb auf Pretzell & Petry loszuwerden. Das ist in der Tat auffällig.

      • Ich lasse doch auch keine Gelegenheit aus, die Kanzlerin zu kritisieren. In beiden Fällen ist die Kritik jedoch berechtigt und auf Fakten gestützt. Im direkten Vergleich ist die Kanzlerin nur deshalb viel schlimmer, weil sie viel mächtiger ist. Das Pleitepärchen wäre an der Staatsspitze eine absolute Katastrophe, Frau Merkel ist „nur“ eine mittlere.

      • @Alexander Dilger 13:52

        Merkel „nur“ eine mittlere Katastrophe?

        Na ich weiß nicht. Ich würde die Staatsratsvorsitzende als schleichenden Super-GAU bezeichnen. Sie kommt zwar auf relativ leisen Sohlen daher, richtet jedoch größtmöglichen Schaden an. Die von IM Erika ausgehende Gefahr ist viel subtiler, als Bonnie & Clyde es jemals vermögen würden. Darin liegt die eigentliche Katastrophe.

  2. Die AfD kann einen Pfosten als Spitzenkandidaten aufstellen und kommt trotzdem in den Landtag. Kandidaten (und Parteiprogramme) werden völlig überschätzt: Kannte irgendjemand die Spitzenkandidaten bzw. das Programm der Piraten?

    • Ohne Migrationskrise und Islamisierung waere auch AfD auf dem Piratenniveau! AfD hat keine charismatische und /oder kompetente Spitzenkandidaten mehr.

      • Das sehe ich anders. Frau Weidel und Herr Meuthen sind kompetent und vorzeigbar. Auch der Rest des AfD-Bundesvorstands besteht nicht nur aus zweifelhaften Personen. Dass sich auch hochnotpeinliche Vertreter darunter befinden, ist zwar leider wirklich nicht von der Hand zu weisen, aber zeigen Sie mir erst einmal auch nur eine politische Partei, in der das besser ist!

    • Das gilt vermutlich für alle Parteien, dass die Programme und Kandidaten bei Landtagswahlen oder auch auf den Landeslisten bei Bundestagswahlen kaum jemand kennt. Gewählt werden Parteien insgesamt, doch wenn sie keine guten Leute und Ideen haben, fällt das irgendwann jedem auf. Bei den Piraten ging das recht schnell, während die SPD wegen ihrer Größe etwas länger zum Abschmelzen braucht.

      Hinzu kommt noch, dass ein Parteivorsitzender nicht nur die Aufgabe hat, nett in Kameras zu lächeln. Ich darf daran erinnern, dass Herr Pretzell als Kreissprecher von Bielefeld den Antritt zur Kommunalwahl vermasselt hat. Der Landesparteitag in Siegen genügte in keinster Weise demokratischen Mindestanforderungen. Von daher wird es überhaupt keine NRW-Landeslisten zur Landtags- und Bundestagswahl geben, wenn Herr Pretzell sich so unfähig wie bisher anstellt und nur einen Bruchteil des Gegenwindes erlebt, den es 2013 gab. Betrachtet sich Herr Knobloch eigentlich noch als AfD-Mitglied?

    • Und dabei dystopisch, nicht eutopisch.

      Sollten die arrivierten Parteien die Kriminalisierung Deutschlands (Islamisierung ist Quatsch, von muslimischer Missionierung und nennenswerter Unterwanderung ist mir noch nichts bekannt geworden, vom unkontrollierten Zuzug böswilliger und unzivilisierter Klientel dagegen schon) alsbald endlich mal wirksam und sichtbar angehen, ist das Platzen der AfD-Blase absehbar. Meine Hoffnung konzentriert sich allerdings auf die Post-Merkel-Ära, aber für deren Beginn bedarf es wohl noch einer heftigen Erschütterung im Land oder in Europa, die ich mir konkret hinsichtlich Art und Umfang nicht ausmalen will.

      Als Protest-Vehikel hat die AfD gegenwärtig eine Funktion und ich kämpfe mit mir selbst, ob man sie dabei weiter stärken oder bestätigen sollte. Neben den bereits erkennbaren indirekten positiven Wirkungen (die regierenden Parteien kommen ins Schlingern, innere Opposition ist leise aber zunehmend präsent) besteht allerdings auch die Gefahr einer sich selbst verstetigenden Entwicklung, bei der immer mehr Menschen die AfD schlicht deswegen als „konservative Option“ für wählbar halten, „weil es ja auch viele andere tun“. Andererseits hat die AfD ihr gewaltiges Potential an Selbstdemontage noch nicht einmal angerissen, die Höckes, Poggenburgs und Schlimmeren scharren ja längst mit den Füßen, können mit ihrer eigentlichen verqueren Ideologie kaum noch hinter’m Berg halten. Frau Dr. Petry verbraucht derweil Ihre Energie zunehmend in inneren Glaubens- und Grabenkämpfen. Die Revolution verschlingt peu-a-peu ihre eigenen Kinder.

      • Eine funktionierende Demokratie benötigt eine echte Opposition und Wahlmöglichkeiten, also gerade nicht Alternativlosigkeit. Wenn die bestehenden Parteien das nicht leisten (was vor allem an Frau Merkel liegt, da sie die Union extra so weit nach links gerückt hat, dass es keine wesentlichen Unterschiede zur SPD und den Grünen mehr gibt), hat eben eine neue wie die AfD Erfolg. Ich hoffe, dass sie sich erst dann selbst zerlegt, wenn die Union sich auf ihre Wurzeln besinnt. Was nutzt das Ausstechen der SPD, wenn man dafür all ihre Inhalte umsetzen muss?

  3. Hannelore Kraft ist in der Tat eine besonders farblose Landesmutter, die mit Nichtstun, insbesondere bei der inneren Sicherheit und durch verfassungswidrige Haushalte auffällt. Ich weiß nicht, wie einige Leute darauf kommen, dass sie eine geeignete Kandidatin für eine SPD-Kanzlerkandidatur wäre.

    Unser Wahlsystem in Deutschland ist leider nicht sehr flexibel. Ich kenne andere Länder, in denen Listenverbindungen möglich sind. Da kann ein und derselbe Kandidat über verschiedene Parteien gewählt werden. Die Stimmen werden am Ende zusammengezählt. Damit ist auch transparent, welche Partei wie viel zum Erfolg beigetragen hat und bestimmt ihr politisches Gewicht bei Entscheidungen.

    Solche Listenverbindungen werden in der Regel nur auf Zeit (für die jetzt aktuelle Wahl) und teilweise auch nur in einzelnen Wahlkreisen oder Regionen geschlossen. Somit könnten AfD und ALFA vor Ort kooperieren, ganz unabhängig davon was die jeweiligen Bundesparteien tun. Auch das wäre ein Schritt in Richtung echter Basisdemokratie, was doch der Grundgedanke beider Parteien ist.

    • Das deutsche Wahlrecht lässt solche Listenverbindungen von verschiedenen Parteien nicht zu, doch es gäbe andere Möglichkeiten. Es fehlt allerdings auf beiden Seiten am politischen Willen und der Einsicht, über diese weiter nachzudenken.

    • ALFA ist eine politische Nullnummer und ein reiner Wahlverein für Herrn Lucke und vielleicht noch einmal Herrn Henkel. Diese Kleinstpartei wird sicher bald wieder aus der politischen Landschaft verschwinden. Für eine derartige Kooperation kann ich beim besten Willen weder einen Nutzen für die AfD noch für die Wähler erkennen. Der Nutzen wäre einseitig zur Absicherung einer Wahl Luckes, der sich längst als gnadenloser Egomane und Opportunist geoutet hat. Cui bono?

  4. Oh man, keine Frage Sie sind nicht zu beneiden in NRW . Die allesundjedermussgefördertwerdenmutti Kraft ist ebenso unerträglich wie Laschet, bei dem ich mich nur frage wo Merkel diese ganzen gesichtslosen EU-besessenen Pudel herbekommt.

    • Frau Merkel geht vermutlich umgekehrt vor. Wer halbwegs selbst denken kann oder sie gar zu kritisieren wagt, wird politisch kaltgestellt. Übrig bleiben dann solche Kompetenzbolzen wie Herr Laschet.

      • Ich erinnere an Friedrich Merz aus dem Hochsauerlandkreis. Ein fähiger und kluger Kopf, rhetorisch und intellektuell Merkel überlegen, wurde ebenfalls weggejagt. Traurig aber verständlich, dass er sich aus der Politik verabschiedet hat. Heute ist er als erfolgreicher Wirtschaftsanwalt in Düsseldorf tätig.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Merz

      • Ich bin schon aus der CDU ausgetreten, als Merkel den von mir sehr geschätzten Friedrich Merz („Deutsche Leitkultur“) demontiert hat. Es war der berühmte Tropfen, der mein Fass zum Überlaufen gebracht hat. Und sie hat noch zahlreiche andere gestandenen Männer weggebissen. Was hat dieses Teufelsweib nur gegen die alle in der Hand…….???

      • Nichts. Es ist ein Fehler unserer Art von Parteiendemokratie, dass nicht die mit den besseren Ideen und Charakter sich durchsetzen, sondern die mit am meisten Machtgier und Skrupellosigkeit.

  5. Sehr geehrter Herr Dilger, das sind interessante Kombinationen, die Sie da vorschlagen. Aber was die nächsten Landtagswahlen betrifft, tue ich mich schwer. Frau Kraft mit ihrer ganzen kraftlosen Mann(Frau-)schaft gehört natürlich in die Wüste geschickt. Diese Frau hat ihren SPD-Anteil am Niedergang NRW’s. Nur noch die Peripherie ( Nördliches und östliches Westfalen, Lippe, bergisches Land und Südliches Rheinland ) halten NRW zusammen. Die industrielle Mitte ist leider heruntergekommen.
    Den lausigen Oppositionsführer Laschet haben Sie mit seiner unbedingten Gefolgschaft zu Merkel gut beschrieben. Sein Klausuren-Desaster will ich noch ergänzen. Die alte, ehrwürdige RWTH hat ja ihren Nimbus über die technische Kompetenz. Im Laufe der Jahre hat man in Form akademischer Girlanden andere nicht-technische Fachbereiche an die RWTH angelagert. Darunter auch Politologie. Einmal abgesehen von der grundsätzlichen Reputation dieses Faches: Da wäre es für die RWTH angemessen gewesen einen guten Politologen anzuheuern. Man hat Laschet genommen, weil man sich für kommende Zeiten einen guten Anker in der NRW-Regierung versprochen hat. Und Laschet hat zugegriffen, weil ihm eine Honorarprofessur sicher gewesen wäre. Das macht sich in Talk-Shows gut. Die Studenten mussten herhalten, in dem Ihnen ein Polit-Onkel ohne größere Vorbereitung etwas aus dem vermeintlichen Nähkästchen der Politik erzählt hat. Das ist in meinen Augen ohnehin billig genug. Wenn ich nun bedenke, dass er als Folge der verbusselten Klausuren, die Noten nach Gutsherrenart vergibt bzw. würfelt, dann ist das für mich URKUNDENFÄLSCHUNG.
    Der Mann hätte sofort zurücktreten – die RWTH hätte ihm den Lehrauftrag entziehen und das per Pressemitteilung öffentlich machen müssen.
    Dieser Laschet ist für einen Konservativen nicht wählbar. Genau so wenig wählbar ist der Ober-Opportunist Lindner. Der peppt sich nicht akademisch auf sondern mit Hilfe seines Friseurs. Und nach dem Genscher nun tot ist, kommt er ohne größere Schamfrist auf einmal mit dem Grexit daher.
    Was bleibt denn noch zu wählen? Herrn Pretzell sehe ich nach seiner Affaire mit der Finanzverwaltung sehr kritisch. Seine dreiste Art auf dem Bundesparteitag in Aschaffenburg bei der Wahl der Liste für die EU-Abgeordnten entsprach nicht dem kooperativen Geist der damaligen AfD.
    Nun gut – Frecheit siegt. ALFA zu wählen bringt nichts. Die kostbare Stimme ist weg.
    Hätten wir doch nur einen Vertreter, wie Sie es sind oder Prof. Meuthen in einer bürgerliche AfD..
    Ich bin immer noch erschüttert über den Tod von Niclas P. aus Bad Breisig, der in Godesberg totgeschlagen wurde. Noch ein bis zwei Fälle von der Qualität „Silvester in Köln“ oder „Rhein in Flammen“ in Bonn, dann wähle ich AfD – auch wenn ich es dem Pretzell nicht gönne.
    Irgendwann ist die Wahl der AfD so etwas, wie Notwehr!

    • Hoffentlich tut sich in dem verbleibenden Jahr noch etwas. Gerade die AfD muss doch nicht an Herrn Pretzell festhalten, sondern könnte mit besseren Kandidaten viel mehr erreichen, sowohl hinsichtlich des Wahlergebnisses als auch der politschen Gestaltung nach der Wahl. Das gilt übrigens auch für die CDU, sei es in Bezug auf Herrn Laschet oder Frau Merkel.

      • Ich möchte Herrn Pretzell ja nichts unterstellen, aber die Beziehung zur Parteivorsitzenden dürfte seine machtbasis eher ausgebaut als geschwächt haben.

      • @Alexander Dilger 15.05. 23:53

        Wenn Petry jetzt abginge, stünde zu befürchten, dass die Bahn frei ist für Höcke, Poggenburg, Tillschneider & Co..

        Leider liegt der Aktivitäts- und Organisationsgrad der Gemäßigten in der AfD nämlich weit unter dem der völkischen und fundamentalchristlichen Krakeeler, gleichwohl Letztere nur eine besonders laute Minderheit sind.

        Der Kardinalfehler der Säkularisten in der AfD ist es, dass sie kein öffentlich vernehmbares Contra geben.

      • @francomacorisano

        Alle westlichen Landesverbände müssten diesbezüglich klare Kante zeigen. Tun sie aber leider (noch) nicht. Das „Geschlossenheit“ um jeden Preis – Gedöns überwiegt zur Zeit leider immer noch.

    • Ihre Stimme für die AfD wäre vermutlich eine verlorene Stimme, weil sie die Chance erhöht, dass Frau Kraft entweder in rot-(gelb)-grün oder in GroKo wieder gewählt wird. Die einzige Chance auf Wechsel besteht darin, dass die CDU einen vernünftigen Koalitionspartner findet. Deshalb entscheidet sich die Wahl daran, ob ALFA in den Landtag kommt.

      • Man kann es auch einfacher sagen: Jede Stimme für ALFA ist eine verlorene Stimme für die CDU, da ALFA auch in NRW krachend scheitern wird.

      • ALFA kommt nicht in den Landtag. Außerdem ist überhaupt nicht klar, ob die CDU von Herrn Laschet wirklich besser ist als die SPD von Frau Kraft, insbesondere wenn es um die Ablösung oder zumindest eine Kurskorrektur von Frau Merkel geht.

  6. M.E. nach zündet die ALFA erst bei der übernächsten BTW, wenn es bis dahin noch genügend Akteure gibt. Was will Herr Lucke uns denn mit seiner “ Spitzenkandidatur“ für den BTW sagen?
    Rückzug auf Raten? durch Aufgabe des Parteivorsitzes? Die ALFA hat nicht die wirtschaftliche Kraft sich einen aufwendigen Wahlkampf zu leisten. Das Wahlergebnis kann man sich doch heute schon ausrechnen. Nur ist die AFD jetzt viel zu borniert, um über einen Gedanken einer Wiedervereinigung nach zu denken. So wird auch das Schicksal der AFD seinen lauf nehmen, wie alle Protestparteien bisher.

    • Wiederholt habe ich darauf verwiesen, dass die AfD nicht völlig einmalig ist, sondern schon früher neue Parteien in etliche Landtage einzogen und bei Umfragen zweistellig waren, um es dann doch nicht in den Bundestag zu schaffen. Geschafft haben das nur die Grünen, bei denen die Realos gegen die Fundis gewonnen haben und nicht umgekehrt. Die bisherigen Erfahrungen sprechen aber auch nicht dafür, dass eine Abspaltung wie ALFA irgendwann später erfolgreich sein wird.

    • ALFA Mitglieder waeren nicht bereit einer Wiedervereinigung Zustimmung zu geben. Das ist sicherlich kein Thema. In wichtigen Punkten sind auch die Programme nicht kompatibel!

      • ALFA-Mitglieder fragt doch sowieso keiner. Weder der ALFA-Vorsitzende, noch sonst irgendwer. Wovon träumen Sie eigentlich nachts so, Herr de Grisogono?

    • @ Jürgen Gerlach

      Das Geld bei ALFA besorgt doch Herr Henkel! Zum Glück aber kann man mit Geld nicht alles kaufen…….

  7. Die Idee einer Wiedervereinigung ALFA – AfD macht inhaltlich keinen Sinn und wäre für beide Beteiligte unglaubwürdig. Was sollen die Russlandverschwörer der AfD mit den Transatlantikern der ALFA anfangen? Und die TTIP-Gegner der AfD mit den Freihandelfreunden der ALFA? Und die Vertreter eines vergangenheitsorientierten Frauenbilds in der AfD mit den Forderungen der ALFA nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch U3 Krippenausbau? Usw., usw.

    ALFA hat viel mehr Überschneidungen mit der CDU. Derem Wahlprogramm ist vollständig im ALFA Eahlpogramm 2017 enthalten. Bei ALFA kommt dann aber noch die direkte Demokratie hinzu, z.B. die Forderung, dass ein defizitärer Haushaltsentwurf zu einem obligatorischen Referendum führt.

    Fazit: ALFA muss es alleine schaffen oder NRW bleibt auch in den nächsten Jahren auf dem letzten Platz.

    • Mit Bernd Lucke als Vorsitzendem und Bernd Kölmel als seinen Adlatus hat ALFA natürlich die glaubwürdigsten Kämpfer für direkte Demokratie überhaupt an Bord. Na dann mal viel Glück mit dieser CDU „plus“ … :-)))))

      • Das gesamte Wahlprogramm NRW ist dirch Mitgliedervotum entstanden. Übrigens war es ja gerade Lucke der den Mitgliederentscheid Geiger unterstützt hatte. Frau Petry wusste ihn zu verhindern, wodurch für die Basisdemokratisch orientierten Mitglieder der Wechsel zur ALFA nötig wurde. Was soll das, Mitgliederentscheide zu verhindern? Sind Mitglieder nur zum Plakateaufhängen da?

      • Herr Lucke hat zusammen mit Frau Petry meine Urabstimmungsinitiative gegen den Euro unterlaufen, indem ihr Bundesvorstand eine Gegeninitiative gestartet und massiv beworben hat. Basisdemokratie sieht anders aus.

      • Der „Mitgliederentscheid Geiger“ war eine Aneinanderreihung von Suggestivfragen mit der Möglichkeit nur zwischen Formulierungsnuancen zu wählen. Also ein Manipulationsversuch für gaaaaaanz Dumme. Das hat doch mit innerparteilicher Demokratie nichts zu tun.

    • In NRW gibt es bereits Möglichkeiten direkter Demokratie bis hin zum Volksentscheid, wenngleich die Hürden recht hoch sind. Allein dafür wird also keine Alternative zur Laschet-CDU gebraucht, zumal die ALFA-Satzung viel autoritärer und zentralistischer ist als die der CDU.

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