Kaufsubventionen für Elektroautos

Es gibt von Bundesregierung und Autoindustrie eine „Einigung auf 4.000 Euro Kaufprämie für Elektroautos“. Für Hybridautos soll es ab Mitte Mai 3.000 Euro geben. Für die Prämien sind 1,2 Milliarden Euro vorgesehen, was für 300.000 bis 400.000 Autos reicht, deren Listenpreis nicht über 60.000 Euro liegen darf. Gegenwärtig gibt es nicht einmal 10 Prozent davon, wobei das politische Ziel von einer Millionen Elektroautos im Jahr 2020 halbiert wurde. Die Prämie soll jeweils zur Hälfte vom Staat und der Autoindustrie bezahlt werden, was die Frage aufwirft, warum die Autokonzerne nicht einfach ihre Preise senken.

Tatsächlich handelt es sich um einen „ordnungspolitischen Sündenfall“, der weder ökologisch noch ökonomisch etwas bringt, während es sich in sozialer Hinsicht um eine Umverteilung von unten nach oben handelt. Richtig wäre es, mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren, damit die Autokonzerne effizientere, billigere und vor allem durch bessere Batterien weiter fahrende Elektro- und Hybridautos anbieten können, die die Kunden dann zu fairen Bedingungen kaufen werden oder auch nicht.

9 Gedanken zu „Kaufsubventionen für Elektroautos

  1. Die Entscheidung ist eine absolute Frechheit und auf Lobbyismus pur zurückzuführen. Wir brauchen endlich wieder eine richtige Marktwirtschaft und müssen diese Regierung schleunigst zum Teufel jagen. Wenn man aber sieht, dass Angela Merkel beim Walter-Eucken-Institut als Ehrengast frenetisch begrüßt und bejubelt wird und der Vorsitzende des Instituts, Lars Feld, Euro-Bonds bis zu einer Staatsverschuldung von 60% befürwortet, dann muss man sich über den erbärmlichen Zustand der Ordnungspolitik in Deutschland nicht wundern.

  2. Die Regierung will mehr die Akkumobilität fördern als die Elektromobilität. Bei der mit Oberleitungen betriebenen Bahn könnte man noch einiges verbessern, z.B. den Service oder man könnte die Autoreisezüge wieder einführen. Im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren hapert es bei den Elektroautos vor allem an der geringen Energiedichte der Akkus, die beim Benzin etwa 50 Mal höher ist. Fortschritte in den Naturwissenschaften oder hier bei der Akku-Entwicklung lassen sich nur bedingt erzwingen. Die unerfüllten Erwartungen an die Hochtemperatur-Supraleiter vor 30 Jahren sollten uns das gelehrt haben. Vermutlich wird man sich mit Steigerungsraten der Akku-Energiedichte im zweistelligen Prozentbereich begnügen müssen. Ob das für eine breite Akzeptanz der Akku-Autos ausreicht, darf bezweifelt werden.
    Sinnvoller als Akkus, Photovoltaik-Panels oder Windräder zu fördern wäre es meines Erachtens, den Weg dafür zu ebnen, dass wieder mehr Familien in den eigenen vier Wänden leben könnten.

  3. Ich finde so ein Elektroauto sehr reizvoll.
    Allerdings mag ich z.B gar nicht,das der Akku nicht mir gehört und das ich jeden Monat dafür Miete bezahlen soll.Für meinen Tank muß ich ja auch keine Lebenslange Miete bezahlen.

    Solange solche Knebelbedingungen bestehen ist das keine Alternative.

    Pfiffiger wäre gewesen den Städtischen Nahverkehr meist Diesel zu elektrifizieren.

    Ein E-Car habe ich mir dann aber doch noch zugelegt….

  4. Diese Maßnahme ist vom gleichen blinden Aktionismus geprägt wie die Abwrackprämie und das EEG. Den Nutzen haben eine handvoll Automobilkonzerne, aber nicht die Bürger, mit deren Steuergeldern diese fragwürdige Prämie finanziert wird.

    Zudem ist der Elektroantrieb für den Individualverkehr nicht nur ineffizient (der Primärenergieverbrauch bezogen auf das ganze Autoleben von der Herstellung bis zum Recycling ist erheblich höher als bei einem konventionellen Auto), sondern schafft auch neue Abhängigkeiten.

    Und was soll ich als Mensch, der mehrmals wöchentlich Strecken von ca. 500 km und mehr an einem Tag fahren muss, mit einem Fahrzeug, das nach spätestens 300 km für ein paar Stunden an die Steckdose muss, überhaupt anfangen?

    Die Elektroautoprämie zeugt nur einmal mehr von der Inkompetenz und Käuflichkeit unserer Bundesregierung und unserer Parlamentarier.

    • Nicht ganz,als reine Cityautos finde ich die Idee eigentlich gut.
      Mich stört das der Akku nur gemietet werden kann.
      Also eine monatliche Zusatzsteuer direkt an den Hersteller zu entrichten ist.

      Das geht gar nicht.

      • Konventionelle Autos mit Ottomotor sind bereits seit Jahrzehnten so sauber, dass es auch in den Innenstädten keiner Elektromobilität bedarf.

        Man sollte sich lieber vor Augen halten, dass die zwanzig (!) größten Frachtschiffe der Welt mehr Abgase p.a. produzieren, als alle (!) Autos – auch solche mit Dieselmotor – des Planeten zusammen. Es fahren aber mehr als 60.000 große Frachtschiffe über die Ozeane …

        Der Umwelt wäre also in Wahrheit weit mehr gedient, keine kurzlebigen Billig-Konsumartikel wie Smartphones, Elktrogeräte aller Art usw. aus Fernost zu kaufen und auch keine Lebensmittel, die um den halben Globus geschickt werden, sondern lieber heimische Lebensmittel und langlebige Artikel, insbesondere aus regionaler oder wenigstens europäischer Herstellung, als über die Abgaswerte von Autos zu lamentieren.

        Der Hype um Elektroautos und immer strengere Abgasnormen für Autos generell ist nichts weiter als eine Absatzhilfe für die Automobilindustrie

  5. Natürlich ist die Milliarde mit grosser wahrscheinlichkein versenkt. Aber angesichts der hunderten von Milliarden, die für andere sinnlose grossprojekte a la Energiewende und eurorettung verpulvert werden, hat diese massnahme nicht das Potenzial mich aufzuregen. Ich frage mich ja ob elektromobilität außerhalb von Asien überhaupt der Durchbruch gelingen kann. Die chinesischen Millionenstaedte leiden unter massiven unweltproblemen und sind hinreichend dicht besiedelt. M.E. Wäre das das Umfeld, in dem elektromobilität gelingen könnte wenn sich eine clevere Regierung ein tragfähiges Konzept ausdenkt und ein cleveres chinesisches unternehmen anfängt die Dinger in millionenstückzahl zu vernünftigen Preisen anzubieten. Mit ein paar tausend e-Autos in Deutschland wird jedenfalls kein deutsches Unternehmen die kritische Masse erreichen, die nötig ist um wirklich preislich mit ottomotoren wettbewerbsfähig zu sein.

    • Die Technologie ist noch nicht ausgereift genug und es würde besser in weitere Forschung investiert als in verfrühte Massenproduktion. Bei der Solarenergie hat Frau Merkel denselben Fehler gemacht.

      Wahrscheinlich haben Sie es nicht gelesen, doch Sie haben die ALFA-Wetten gewonnen, doch Ihre hinterlegte Mailadresse funktioniert nicht. Bitte mailen Sie Herrn Meister und mir Ihre Postanschrift, damit wir Ihnen jeweils die gewonnene Flasche schicken können.

    • Hier ein paar Milliarden, da ein paar Milliarden … wen juckt´s? Die knapp 8 Mio. Menschen in Deutschland, die tatsächlich noch Netto-Leistungsträger sind und den so genannten „Sozialstaat“ finanzieren müssen, sind eine wahltechnisch nicht weiter relevante Minderheit. Also kann man ihr sauer erwirtschaftetes Geld ja ruhig mit der Gießkanne verteilen, um Linksideologen und Dummvieh zufrieden zu stellen und sich so die Mehrheit für die nächste Wahl zu sichern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s