Hohe Steuer- und Abgabenbelastung

Nach der neuen OECD-Untersuchung „Taxing Wages 2016“ liegt Deutschland bei der Belastung mit Steuern und Sozialabgaben auf dem dritten Platz hinter Belgien und Österreich. Das gilt zumindest für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener, der 49,4 % seines Verdienstes (einschließlich Arbeitgeberanteil) an den Staat und vor allem die Sozialkassen abführen muss. Die Grenzbelastung ist noch höher, so dass bei einem Lohn von z. B. 167 % des Durchschnittslohns die Steuer- und Abgabenlast bei 51,3 % liegt. Bei noch deutlich höheren Einkommen sinkt die Belastung dann wieder, weil die Sozialabgaben gedeckelt sind, wie auch Familien etwas niedriger belastet werden und Transfers erhalten, aber natürlich auch höhere Ausgaben haben. Doch wenn vom Erarbeiteten weniger als die Hälfte bleibt, ist für weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen kein Spielraum mehr vorhanden. Der Sozialstaat kann durchaus noch sozialer werden, aber nicht durch weitere Erhöhungen der hohen und auf ihre Weise unsozialen Belastungen, sondern durch eine bessere Verwendung der Mittel. Außerdem würden Wirtschaftswachstum und eine stärkere Währung helfen, dass absolut und real mehr da ist.

32 Gedanken zu „Hohe Steuer- und Abgabenbelastung

  1. Die Aufstellung lässt den Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen sowie unumgängliche Verbrauchssteuern außen vor. Die tatsächliche Abgabenlast ist mithin erheblich höher.

    • Der Arbeitgeberanteil ist explizit einbezogen. Außerdem geht es nur um Arbeitseinkommen sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. Es gibt noch andere Steuern, aber auf andere Einkünfte keine Sozialversicherungspflicht, weshalb die Staatsquote etwas niedriger ist.

      • Wirklich übersichtlich für den betroffenen Bürger ist das deutsche Steuer- und Abgabensystem nicht. Um Transparenz zu schaffen, müssten auch alle indirekten Steuern und Verbrauchssteuern offen gelegt werden. Dann würde sich der „Deutsce Michel“ sicher die Augen reiben, wie wenig ihm tatsächlich netto-netto bleibt …

      • Gerade die indirekten Steuern sind doch besonders transparent. Sie sind nur nicht vom Einkommen abhängig, sondern größtenteils vom Konsum, so dass bei gleichem Einkommen die Steuer- und Abgabenlast unterschiedlich sein kann. Das beste Maß für die Gesamtbelastung aller Bürger ist die Staatsquote, die in Deutschland bei knapp 45 Prozent liegt, davon 19 Prozent(punkte) Sozialversicherungen.

      • Transparent ist nur die Höhe der Mehrwertsteuer, der Grundabgaben und Erwerbsteuern auf Immobilien und der Versicherungssteuer. Andere Steuerarten werden dem Verbraucher gegenüber doch gar nicht ausgewiesen.

        Wie viele Autofahrer wissen denn wohl zum Beispiel schon, dass sie mit jeder Tankfüllung 64,5 Cent je Liter Benzin (zzgl. hierauf 19% Mehrwertsteuer!) als sogenannte „Energiesteuer“ in die gesetzliche Rentenkasse einbezahlen, damit davon die Renten von Leuten bezahlt werden, die nie in das System einbezahlt haben?

      • @Alexander Dilger 13:40

        Auf manchen (sehr wenigen) Zapfsäulen steht zwar, wie viel Steuern in einem Liter Kraftstoff angeblich enthalten sind, aber dieser Wert ist weder aufgeschlüsselt, noch wird angegeben unter welchem Vorwand die Steuern erhoben werden und wofür sie hinterher tatsächlich ausgegeben werden. Mal ganz davon ab, dass der Aufkleber auf der Zapfsäule einen starren Wert suggeriert, der schon auf Grund des mit den schwankenden Benzinpreisen mitschwankenden absoluten Mehrwertsteuerbetrages je Liter allenfalls an einem von dreißig, vierzig Tagen oder so genau zutreffen wird.

        Von echter Transparenz kann ich da nichts erkennen. Aber dafür kann der Pächter der Tankstelle nichts. Der ist selbst nur Knecht dieses asozialen Systems mit der verlogenen Bezeichnung „Sozialstaat“.

      • Mir ist wirklich nicht klar, was Sie sich unter Transparenz von Steuern vorstellen. Die Energiesteuer ist doch ziemlich transparent, die Mehrwertsteuer auch, wenn man von den Ermäßigungstatbeständen einmal absieht. Die Einkommensteuer ist durch die Ausgestaltung der Progression und zahlreiche Absetzungsmöglichkeiten und Ausnahmen viel komplizierter, weshalb es überhaupt solcher Modell- bzw. Beispielrechnungen wie von der OECD bedarf.

      • @Alexander Dilger 18:34

        1.) Wird auf die einst als „Ökosteuer“ eingeführte ‚Energiesteuer‘ nicht auf jeder Zapfsäule hingewiesen.

        2.) Wird diese Steuer zur Quersubventionierung der maroden Rentenkassen ver(sch)wendet und kommt somit weder der Umwelt (um deret Willen sie ja vorgeblich eingeführt wurde) noch dem Straßenbau oder in sonstiger Weise den Autofahrern, die sie aber berappen müssen, zu Gute. Diese Steuer müsste eigentlich „Sondersteuer für DDR-Rentner, die keine Beiträge zur Rentenversicherung bezahlt haben“ heissen und nicht „Energiesteuer“ oder „Ökosteuer“.

        3.) Was ist denn ein „Ermäßigungstatbestand“? Das hört sich ja direkt so an, als ob Sie Hoteliers, Floristen, Bäcker, Lebensmittel- und Buchhändler für Schwerverbrecher halten …

        4.) Was den Steuerdschungel um Einkommensteuern, ‚Soli‘ etc. angeht, bin ich bei Ihnen. Richtig fände ich einen linearen (nicht progressiven!) Einkommensteuersatz ohne Zusatzabgaben, der ab einer ein vernünftiges Existenzminimum sichernden Freibetragsgrenze greift. Die Freibetragsgrenze muss dabei kopfbezogen sein und ist nur um mitversorgte, noch in Ausbildung befindliche Kinder oder pflegebedürftige Personen zu erhöhen. Der Unfug durch „Ehegattensplitting“ kinderlose Paare nur auf Grund eines Trauscheins steuerlich zu privilegieren muss ebenso ein Ende haben wie die unzähligen Steuermodelle für Kapitalanlagen. Insbesondere muss aber der leistungsfeindlichen Steuerprogression en Ende gesetzt werden, die immer mehr Spitzenkräfte ins Ausland vertreibt und zugleich verhindert, dass wirklich Hochqualifizierte nach Deutschland einwandern. Für potentielle Leistungsträger sind – wie auch die von Ihnen hier thematisierte OECD-Untersuchung zeigt – so gut wie alle Länder der ersten Welt erheblich attraktivere Einwanderungsziele als Deutschland.

  2. Doch wenn vom Erarbeiteten weniger als die Hälfte bleibt, ist für weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen kein Spielraum mehr vorhanden

    Das sehen die Sozialisten von rot bis schwarz offenbar etwas anders. Wir haben das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Das Geld für die Renten der geburtenstarken Jahrgänge wird irgendjemanden weggenommen werden müssen und die Alimentierung der vielen Millionen Gäste, die Frau Merkel ins Land geholt hat bzw. durch Familiennachzug noch holen wird, will auch irgendwie bezahlt werden.

    • Sozialisten würden gerne eine Steuer- und Abgabenquote von 100 % durchsetzen, wenn nicht sogar noch höher. Dass mindestens die Hälfte, besser mehr, bei denen verbleiben sollte, die die Einkommen verdienen, ist jedoch nicht nur normativ relevant. Auch rein faktisch dürfte der deutsche Staat bereits ein Aufkommensmaximierer sein, also bei höheren Belastungen absolut weniger einnehmen.

  3. Die Akzeptanz von Abgaben hängt auch von der Mittelverwendung durch den Staat ab. Unabhängig von politischen Ideen, bekommen wir es immer wieder zu lesen: Der Bund der Steuerzahler benennt den Wahnsinn der Verschwendung immer wieder aufs neue!
    Lobbyisten nehmen massiven Einfluss um Geldquellen anzuzapfen und eine persönliche Haftung für Entscheider gibt es nicht.
    Das weckt die Unzufriedenheit und führt zur Ablehnung dieser Demokratie, nicht so sehr die Abgabenhöhe. Denn diese sind vom Empfinden her, immer zu hoch!

    • Es gibt Situationen, in denen die Bürger auch deutlich höhere Belastungen akzeptieren, z. B. in Kriegszeiten. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn Herr Kohl die Wiedervereinigung nicht als umsonst verkauft hätte. Für die Euroretterei und Flüchtlingskrise dürfte jedoch die Zahlungsbereitschaft deutlich geringer sein als die wirklichen Kosten, weshalb diese verschleiert werden.

  4. Sie beschreiben die Abgabenverhältnisse weitgehend zutreffend, auch wenn ich die Steuerlast jetzt schon für zu hoch halte.

    Es ist zwar richtig, dass die Familien etwas Steuererleichterung erhalten, aber diesen kleinen Vorteil negieren sie über den zwangsläufig höheren Konsum und die damit verbundene Verbrauchssteuer-Besteuerung.

    Außerdem sind Familien pro Kopf steuerlich stärker belastet als die Single-Haushalte.

    Die Progression schlägt mit voller Wucht zu, obwohl in der Familie pro Kopf weniger Einkommen generiert wird als in einem Single- oder in einem kinderlosen Haushalt. Es ist eben ein Unterschied, ob sich eine fünfköpfige Familie 2.500,00 EUR netto zzgl. Kindergeld durch fünf teilen muss oder ob ein Single 2.000,00 EUR netto alleine verbraten kann.

    Außerdem erbringen Eltern viel höhere Sozialleistungen als Nichteltern.

    Während sämtliche Arbeitnehmer rechnerisch lediglich Bruchteile für ihrer Arbeits- und damit Lebenszeit für die Sozialausgaben ( ca. 20 % ) erbringen müssen, müssen Eltern zusätzliche Lebenszeit zu 100 % aufbringen, damit die Kinder als zukünftige Leistungsträger heranwachsen.

    Die tatsächliche Sozialleistung der Eltern ist somit um ein Vielfaches höher als bei den Single-Haushalten.

    • Der „Generationenvertrag“ wird eben vom Staat einseitig nur in eine Richtung erzwungen. Die alte Generation wird durch Zwangsbeiträge kollektiv versorgt, die junge Generation muss weiterhin individuell auf eigene Kosten, vor allem auch zeitlicher Art, versorgt werden. Ist es da wirklich verwunderlich, dass es immer weniger Kinder gibt?

      • Chapeau!

        Sehr treffend zusammengefasst, Herr Dilger.

        Nein, es ist wahrlich kein Wunder, dass diese Form von Knechtschaft immer weniger Kinder hervorbringt. Schon beim bloßen Gedanken an die Steuer- und Abgabenlast sterben die Spermien der potentiellen Erzeuger und Versorger nämlich reihenweise ab … 😉

        Jede Art von unfreiwilligen Zwangsabgaben und Zwangsbesteuerung verleitet diejenigen, die sie verwalten dürfen dazu, völlig gedankenlos mit dem Geld der anderen umzugehen. Der sogenannte „Sozialstaat“ hat nicht bedacht, wie asozial und verantwortungslos sich seine eigentlichen Diener verhalten und scheitert damit an sich selbst.

        Warum wird Steuer- und Abgabenverschwendung bis heute nicht bestraft?

  5. Darf ich mal fragen, warum wir die höchste Steuer- und Abgabenbelastung in Europa haben? Hinzu kommt noch die lockere Einstellung vieler Politiker für einen grieschichen Schuldenschnitt und immer noch mögliche Reparationszahlungen aus dem letzten Krieg. Warum sind wir das wirtschaftlich stärkste Land Europas, obwohl alle unter der monetären Steuerlast stöhnen. Was haben wir, was unsere Nachbarn nicht haben? Sind es diese hohen Abgaben?

    • In Belgien und Österreich ist die Steuer- und Abgabenlast noch etwas höher. Deutschland ist vor allem groß. Größe ist für die einzelnen Bürger nicht unbedingt ein Vorteil (aber auch nicht zwingend von Nachteil, wie Herr Meister meint), für die Macht der Politiker schon.

      • @Alexander Dilger

        Welche Vorteile hat „Größe“ denn für den einzelnen Bürger?
        Weniger Grenzkontrollen? – die EU beweist uns gerade das Gegenteil.
        Kein Geldwechsel an der Grenze zum Nachbarstaat? – teuer erkauft! (siehe Euro)

        Dass „Größe“ vorteilhaft sei, ist das Geschwätz der Eurokraten und wird gerade von diesen selbst ad absurdum geführt. Die „Bundesrepublik Deutschland“ ist letztlich nicht viel anderes als eine EU im Maßstab ca. 1:6 …

        Ach klar, da wäre dann ja noch die Zwangsalimentierung der Umverteilungsempfänger. Zum Beispiel durch den Länderfinanzausgleich … diese bringt dann so vorteilhafte Geschenke wie den Großflughafen BER für die Bürger hervor! 😉

  6. Ein sehr großes Problem bei den zu hohen Steuren wird immer übersehen.
    Sie sind notwendig,um das Geld anschließend geregelt rückfließen zu lassen.

    Der Staat muß a.) Dienstleistungen mit 19% besteuern und der Dienstleister b.) nur geringe Löhne zahlen damit b.) die Dienstleistungen bezahlbar bleiben und a.) der Staat den Geringverdiener nach besten Wissen und vorheriger Notwendigkeitsprüfung und hohem bürokratischen Aufwand den Fehlbetrag zu seinem Lebensunterhalt bezuschußen kann.

    Man könnte es einfach gestalten und hier den Steuersatz auf 7% senken,dann bleibt dem Dienstleister mehr Netto,was er in seinen Lohnverhandlungen an die Arbeitnehmer weitergeben kann und worauf die Gewerkschaften sicher auch achten würden.

    Nur kann der Staat so weniger regeln und das ist halt sein Kernanliegen.

    Ein großes Problem ist ein Staat,der sogar den Mindestlebensunterhalt berechen und korrigieren will,mit Geld,das er ausgerechnet dem vorher abgenommen hat,den er dann damit bezuschußt.

    Schäuble würde Antworten: Das muß so sein !!

    Das muß natürlich nicht so sein und ist vollkommen hirnrissig.

      • Das Grundeinkommen ist ein Minusgeschäft für die Mehrheit und ein nettes Zubrot für liberale Apotheker und Rechtsanwälte.

        Auch das ist hirnrissig und verleitet Dummköpfe noch zusätzlich nicht zu arbeiten.

      • Eine Grund- bzw. Mindestrente halte ich für überlegenswert, aber nicht ein Grundeinkommen für alle unabhängig von ihrer Arbeitsfähigkeit, sonstigem Einkommen und Vermögen.

  7. Durch allerlei Gebühren (Müllentsorgung, TV-Haushaltsabgabe,…) ist die eigentliche Belastung ja noch höher. Die CDU/CSU verspricht seit vielen Jahren eine große Steuerreform, Westerwelle hatte sogar verbindlich gesagt, dass die FDP keinen Koalitionsvertrag ohne ein einfacheres und gerechteres Steuersystem unterschreiben werde. Aber gegen Merkel traut sich scheinbar keiner der Weicheier. Was hat die nur gegen die alle in der Hand…….???

      • Ich hatte die FDP 2009 doch auch erst- und letztmalig gewählt.

      • Jetzt stellen Sie sich vor, die FDP hätte ihr Wahlversprechen umgesetzt oder das zumindest erkennbar versucht und hätte dann auch beim Euro nicht alle Prinzipien über Bord geworfen. Zumindest ich hätte sie dann weiterhin gewählt und wäre immer noch Mitglied dieser anderen, auch jetzt im Bundestag vertretenen FDP, während die AfD gar nicht gegründet worden wäre.

      • Das sehe ich genau so! Die FDP hätte gegenüber Merkel klare Kante zeigen müssen, gerade beim Thema Steuerreform, auch auf die Gefahr hin, dass die Koalition geplatzt wäre.

        Hätte sich Frau Scheffler bei dem Mitgliederentscheid gegen den Euro-Rettungsschirm durchgesetzt, wäre es in der Tat vielleicht gar nicht zur Gründung der AfD gekommen.

      • Stimmt! Ich war wohl einen Moment auf der falschen Hochzeit……

  8. Für den AK Finanzen NRW (2013) erstellte ich mal eine Tabelle, die die Grenzbelastung von abhängig Beschäftigten in der freien Wirtschaft darstellt.

    Also: Was muss ein Arbeitnehmer an Abgaben (Steuern und Versicherungen + Soli ex Kirchensteuer) aufbringen, wenn er 100 € Brutto mehr erhält?

    Dabei habe ich nur die Basis eines Singles betrachtet (Stkl I) und in recht großen Sprüngen (500 €) berechnet.

    Schon bei 1.500 € ergibt sich eine Spitzenbelastung von 49,02 %; während ab einem herangezogenen Einkommen von 6.000 € die Belastung auf 48,09 % fällt (wg. Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung) und bei 5.500 seinen höchsten Stand mit 56.66 % erreicht (bei dem angenommenen 500 er Intervall)

    Diese Belastung ist jeweils OHNE den Arbeitgeberanteil.

    Ganz anders kann es bei anderen Einkommensarten aussehen.

    Aktienbesitz wurde erheblich schlechter gestellt weil im Gegensatz zu früher die Körperschaftssteuer nicht mehr angerechnet wird und Kursgewinne besteuert werden.

    Schröder und seine Rot-Grüne Regierung hat ausgerechnet das Zinseinkommen deutlich besser gestellt – hier gelten nur noch Abgeltungssteuer 25 % + Soli (Kirchensteuer).

    Selbständige unterliegen einer sehr unterschiedlichen Betrachtung – so hat Nazideutschland bei der Einführung der Gewerbesteuer die Freiberufler ausgenommen – obwohl diese ihre Ausbildung vom Steuerzahler finanziert bekommen, während der Meisterbrief selbst finanziert werden muss.
    Als ich mich 1981 selbständig machte lag der Hebesatz der Gewerbesteuer in meiner Kommune bei 260 %, heute liegt er in Köln nahe der 500 %.
    (Anmerkung: Der Hebesatz wird auf den Basissatz von 5 % erhoben – und Achtung: Bemessungsgrundlage ist nicht der Betriebsgewinn, vielmehr wird die Steuer auch auf Zinsaufwendungen erhoben)

    Wieder andere Bedingungen gelten für Immobilien – bei denen hat man nur die Spekulationsfrist auf 10 Jahre für vermietete Immobilien erhöht. Verkaufsgewinne und die Kaufpreissenkenden Abschreibungen blieben aber erhalten.
    Die Eigennutzer wurde aber um eine wichtige Förderung ‚betrogen‘ den aus dem 7b hervorgegangenen 10 e.

    Erbschaften werden in Deutschland im Mittel mit ~ 11 % belastet – es gibt für die direkte Erblinie sehr hohe Freibeträge.

    Mehr als die Hälfte der weltweiten Steuerliteratur ist in deutscher Sprache – gut für Steuerberater und gut für sehr einkommensstarke Personen, da diese mittels entsprechender Masse und hochqualifizierter Beratung ihre prozentuale Steuerbelastung erheblich reduzieren können.

    Somit haben wir die paradoxe Situation, dass Jemand der seinen Lohn leicht über den Mindestlohn angehoben bekommt fast 50 % Abgaben auf dieses ‚Mehr‘ zahlen muss, während ein Einkommensmillionär durchaus in den einstelligen Belastungswert kommen kann.

    Die AfD hatte einmal eine Steuergesetzgebung nach Prof. Kirchhof im Programm – auch ein Grund meines Beitritts. Wir planten einmal ein beschlussfähigen Programm Ende 2013 den Mitglieder zur Entscheidung legen zu können – auch ein Grund, dass alleine in NRW mehr als 200 Mitglieder in den unterschiedlichen Arbeitskreise mitwirkten.

    Mittlerweile ein eher stiefmütterlich behandeltes Thema – und doch hat die FDP mit ähnlichem Steueransatz einmal 15 % bekommen

    • Der Arbeitgeberanteil ist immer einzubeziehen. Unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze erhöht sich dann die Belastung um gut 16 Prozentpunkte, so dass die Spitzengrenzbelastung bei über 70 % liegt, und zwar bei gehobenen, nicht Spitzeneinkommen. Beim Übergang vom Transferempfänger zum Beitragszahler (und bei bestimmten anderen Schwellen, bei denen staatliche Leistungen nicht mehr gewährt werden) kann jedoch die faktische Belastung durch einen zusätzlichen Euro bei weit über 100 % liegen.

      Das mit der absoluten Mehrheit von deutscher oder deutschsprachiger Steuerliteratur ist allerdings eine Legende, zumal das Hauptproblem für Normalverdiener eben nicht die Steuern, sondern die Sozialabgaben sind.

      Ich fürchte, dass in der AfD inzwischen nicht nur die Kompetenz für und das inhaltliche Interesse an solchen Fragen fehlen, sondern auch das simple materielle Interesse von vielen Mitgliedern und Wählern ein anderes ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s