Windschutzscheibe erneut getauscht

Erst letzten November musste ich meine Windschutzscheibe wegen eines Steinschlags austauschen lassen (siehe ‚Neuen Volvo seit einem Jahr‘). Heute wurde sie schon wieder getauscht. Dabei war es diesmal nicht unbedingt nötig. Gestern beim Reifenwechsel empfahl meine Volvo-Werkstatt in Dortmund eine Reparatur des neuen Steinschlags auf der Fahrerseite unten. Bei meiner Versicherung habe ich jedoch keine freie Werkstattwahl, weshalb ich zu A.T.U in Aplerbeck fuhr, wo man einen Scheibenaustausch für nötig hielt, da der Kratzer noch im Sichtfeld sei. Deshalb rief ich noch einmal die Versicherung an, die jedoch lieber den Austausch der Scheibe als ihre Reparatur bei einer anderen Werkstatt bezahlen wollte. Der Austausch wurde dann heute zügig durchgeführt.

Dabei ist mir aufgefallen, wie viel billiger A.T.U ist. Ich musste als Selbstbeteiligung diesmal nur 75 Euro statt 150 Euro bezahlen. Doch die Gesamtrechnung betrug auch nur 364 Euro. Die Volvo-Werkstatt in Bochum, die zu den Vertragswerkstätten meiner Versicherung gehört, berechnete für die gleiche Leistung 775,94 Euro. Allein die gleiche Scheibe kostete knapp 486 Euro. Außerdem musste ich länger auf einen Reparaturtermin warten und dauerte die Reparatur etliche Tage. Während der Zeit entstanden meiner Versicherung zusätzliche Kosten durch einen Leihwagen, übrigens auch einen V60, nur mit Automatikgetriebe. Es ist ein seltsamer Markt.

18 Gedanken zu „Windschutzscheibe erneut getauscht

  1. Von Steinschlägen kann ich als Vielfahrer ein Lied singen.

    Die besten Erfahrungen habe ich dabei mit „Carglass“ gesammelt. Die Reperatur wird i.d.R. aufs Warten durchgeführt und eine Selbstbeteiligung wird auch bei einer Teilkaskoversicherung mit SB nicht in Rechnung gestellt.

    Bei Mercedes hingegen musste ich den Wagen immer für mindestens einen Tag abgeben und entweder ein Mobilitätsfahrzeug in Anspruch nehmen (das der Versicherung dann in Rechnung gestellt wird) oder shutteln, was beides lästig bzw. lästig und zeitraubend ist.

    • Eine Scheibenreparatur übernimmt die Versicherung ohne Selbstbeteiligung, bei einem Scheibenaustausch wird die Selbstbeteiligung verlangt, doch bei A.T.U und Carglass nur zur Hälfte. Wahrscheinlich hätte ich heute auch Anspruch auf einen Ersatzwagen gehabt, aber das war mir nicht wichtig. Die Werkstatt ist fußläufig, zu einem anderen Termin bin ich mit der U-Bahn gefahren und die Abholung haben dann ohnehin meine Schwiegereltern übernommen. Meine Vollmacht mussten sie übrigens nicht vorzeigen. Vermutlich hätte jeder den Wagen plus Schlüssel bekommen.

      • Auf Grund meiner hohen Jahresfahrleistung ziehe ich es vor meine Fahrzeuge in der Teilkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung zu versichern. Das kostet in Verbindung mit Vollkasko meist nur wenige Euro mehr und macht sich schon beim ersten – für Vielfahrer leider unvermeidlichen – Steinschlag bezahlt.

      • Das sollte ich prüfen, wie viel es mich kosten würde, auf die Selbstbeteiligung in der Teilkaskoversicherung, aber auch die Werkstattbindung zu verzichten. Mein Schwiegervater, der selbst Vielfahrer ist und vor allem war, erzählte mir allerdings, dass er noch nie einen Steinschlag hatte, zumindest nicht von der Größe, die eine Reparatur oder gar den Austausch der Scheibe erfordert. Ich frage mich, ob ich vielleicht doch zu dicht auffahre oder umgekehrt nicht dicht genug.

      • So ein Steinschlag muss nicht immer die Scheibe treffen. Oft erwische es auch die Scheinwerfer bzw. Nebelscheinwerfer. Je schneller Sie unterwegs sind, desto höher ist die Energie beim Aufprall meist von Lkw hochgeschleuderter Steinchen (E=mv2). Bei 240 km/h ist der Aufschlag viermal so heftig wie bei 120 km/h.

  2. Bei A.T.U. habe ich die Erfahrung gemacht, dass die vor allem verkaufen wollen, statt zu reparieren. Ein Bekannter, der vor Jahren bei A.T.U. gearbeitet hat, bestätigt mir dies. Die Monteure sind Verkäufer. Bei Vertragswerkstäten ist das leider auch nicht anders.

    Ich habe mir als Kfz-Werkstatt einen leistungsfähigen Ein-Mann-Betrieb gesucht. Der repariert noch und besorgt auch schon mal günstige gebrauchte Teile. Es herrscht Transparenz und ich zahle nur seine Leistungen und keinen Wasserkopf. Steinschlag repariert der genau wie Carglass ganz einfach und preiswert mit einen Gel.

    • Leider werden solche Kleinstbetriebe von der ausbordenden Bürokratie und den immer höheren Hürden an Vorschriften und administrativen Verpflichtungen systematisch von unserem Staat kaputtgemacht. Solche Unternehmen wird es also nicht mehr lange geben. Spätestens mit der Bargeldabschaffung sterben die letzren von ihnen aus.

      • Kleine Autowerkstätten werden weniger vom Staat als von den großen Autokonzernen und der technischen Entwicklung bedroht. Moderne Autos sind viel zu kompliziert, um alles noch selbst reparieren zu können. Auch die großen Werkstätten tauschen meist nur noch vorgefertigte Komponenten aus.

      • Weil ich überzeugter Marktwirtschaftler bin, unterstütze ich mit meinem Kaufverhalten gezielt kleine Firmen. Ich will nicht, dass wir irgendwann von einigen wenigen Multis beherrscht werden, die uns dann in der Hand haben.

      • @Alexander Dilger 14:14

        Das stimmt nur bedingt. Der Staat erlässt immer mehr Gesetze und Vorschriften, die für kleine Betriebe einen unverhältnismäßig hohen Grundaufwand darstellen. Denken Sie z.B. nur an die „ISO-Zertifizierung“. Wer braucht so etwas, wenn er nur einen Ölwechsel durchführen lassen möchte?

        Was die modernen Autos selnbst angeht, haben Sie zwar Recht, aber auch kleine Wekstätten bilden ihre MItarbeiter weiter und haben oft pfiffigere Mechaniker als die Markenvertretungen, wo der „Annahme-Meister“ mit weißem Hemd und Krawatte einen Capuccino serviert und erst einmal einen Vertrag ausdruckt.

  3. Mit A.T.U. habe ich negative Erfahrungen gemacht. Nach einer Reklame „50 Euro für Service, egal welche Marke (Ersatzteile extra)“ bin ich da hin und wartete bei Zeitschriftenlektüre auf das Ende des Service, wurde dann aber vom Mechaniker zu meinem Auto geholt, und da stak ein Nagel im Reifen, der mir vorher nie aufgefallen war. Gleich vier neue Reifen wollte der mir aufschwatzen, aber ich ließ es bei einem bewenden. – Zurück zu den Zeitschriften, las ich darin einen Test freier Werkstätten; einer berichtete von A.T.U., man habe ihm einen Nagel im Reifen gezeigt, der ihm vorher nie aufgefallen sei … 😉

    Ein Bekannter ließ seinen defekten Auspuff bei A.T.U. richten und bekam Dinge auf der 600-Euro-Rechnung präsentiert, die nie ausgeführt worden waren …

    Finger weg von A.T.U.! würde ich summa summarum sagen, auch wenn’s offenbar Leute mit positiven Erfahrungen gibt.

  4. Wenn man die Stundenverrechnungssätze zwischen den sog. „Freien“ Werkstätten und den Fabrikatsgebundenen Werkstätten vergleicht kann man schon nachdenklich werden. ATU, BOSCH, AUTOMEISTER und Co. rechne ich mal zu den „Freien“. Instandsetzungen, bei denen man nicht nachdenken muss, weil sie Routine sind, bekommt man bei den Freien wesentlich günstiger. Weshalb? Um einen Vertrag für eine Markenwerkstatt zu bekommen, muss man beispielsweise bei Daimler Standards erfüllen, die eng beschrieben mindestens 200 Seiten DIN A4 umfassen. Das ist bei den anderen nicht anders. Bei VW müsste man beispielsweise eine ganz bestimmte Hebevorrichtung zum Ausbau des Motors im Pheaton vorhalten, obwohl dieser Fall kaum eintritt. So geht das mit der Zwang-Schulung für Alles und Nichts. Dann kommen sinnfreie und unproduktive Positionen, wie z.B. „Service-Assisteninnen“ dazu, die dann durch ihren zarten Hinweis auf die Tasse Kaffee, den teuren Kaffeeautomaten rechtfertigen müssen. Das Ganze wird dann durch ein QM-System nach DIN ISO 9000 ff. mit einer Dauerrendite für den Auditor ergänzt und abgefangen. Dann hat man eben Stundenverrechnungssätze von ca. 90 € in den Großstädten. Normalerweise würden die Kunden in Scharen davonlaufen. Aber die Garantiebedingungen sind so ausgelegt, dass Wartungen und Reparaturen in den Fabrikatswerkstätten des Netzes erfolgen müssen. Das gleiche gilt für das Leasing. Dann ist man gefangen und zahlt für einen Ölwechsel bei Audi ( tatsächlich NUR Ölwechsel beim A3) schon mal 247 €. Um sich die Kulanz für evtl. Steuerkettenschäden oder Ähnliches zu erhalten bezahlt man dieses Schutzgeld, damit die Service-Biographie schon markenrein ist. Ja – die Werkstätten holen sich die Kosten, die ihnen der Hersteller/Importeur oktroyiert schon wieder. Nur bei den Flottenmanagern von Telekom, DHL, Blendax, Henkel und Co. klappt das nicht. Die handeln auch für die Reparaturen der geleasten Flotten kräftige Rabatte heraus. Zu den Flotten gehören natürlich auch die Zulassungen im Premium-Segment, die inzwischen 60% des Gesamtmarktes ausmachen.
    Insofern ist die 1%-Regel bei Dienstfahrzeugen tatsächlich für den Berechtigten äußerst vorteilhaft. Ja – und bei dem Rest holen sich dann die Fabrikatswerkstätten den Gewinn, der insgesamt wegen der Auflagen gar nicht so hoch ist. Und da Volvo auch Premium sein will, zahlen Sie, sehr geehrter Herr Prof. Dilger dann auch entsprechend. Es gibt allerdings Reparaturen, da müssen die Freien schlicht passen.
    Gleichzeitig tun die Hersteller alles, um die Autos so kompliziert zu machen, dass es den Freien ohne die zentrale technische Unterstützung immer schwerer fällt.

  5. Bei Tarifen mit Werkstattbindung können Sie im Schadenfall immer noch eine Werkstatt Ihrer Wahl aufsuchen – haben dann allerdings eine Eigenbeteiligung von ca. 15% auf den Rechnungsbetrag. Dass das eine oder andere (Werkstattbindung vs. freie Werkstattwahl) generell besser oder schlechter wäre, vermag ich nicht zu sagen. Was nur immer ärgerlich ist, wenn der Versicherungsvermittler die Optionen nicht anspricht, sondern für den Kunden entscheidet.

  6. Ich bin auch Vielfahrer und musste in der Vergangenheit feststellen das die Qualität derScheiben immer schlechter wird. 4x Frontscheibe in 2 1/2 Jahren !

    • Na das halte ich aber für eine sehr gewagte These …

      Für sehr viel wahrscheinlicher halte ich, dass der flache Neigungswinkel der Front und Frontscheibe moderner Autos einfach zu mehr Glastreffern hochgeschleuderter Steinchen führt als dies bei früheren Autos mit einem schlechteren cw-Wert der Fall gewesen ist. Früher sind diese hinterhältigen Objekte einfach schon vom Kühlergrill oder an der Frontmaske abgefangen worden. Da hat es dann statt der Frontscheibe öfter mal den Lack oder ein Scheinwerferglas erwischt.

      • Früher wurden Frontscheiben und andere Autoscheiben durch Gummidichtungen gehalten und durch sie befestigt.
        Heute sind Autoscheiben eingeklebt. Autoscheiben sind als tragendes Element der Karosserie starr mit der Karosserie verklebt.
        Autoscheiben müssen heute viel größeren Belastungen standhalten und sind stärker Schadenseinflüssen ausgesetzt.
        Stahlblech wird so eingespart.
        Nach meiner praktischen Erfahrung sind Autoscheiben heute qualitativ besser als in der Vergangenheit.

      • Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Und obwohl Stahl eingespart wird, werden die Autos immer schwerer und (im Verhältnis zu gleicher Motorisierung) immer träger, schwerfälliger und unsportlicher. 😮

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