Daten über Briefkastenfirmen in Panama veröffentlicht

Heute wurden „Geheimgeschäfte von Hunderten Politikern und Prominenten in Steueroasen enthüllt“. Der Süddeutschen Zeitung wurden von einer anonymen Person 11,5 Millionen Dokumente bzw. 2,6 Terabyte Daten zugespielt über 214.000 Briefkastenfirmen, die von der Kanzlei Mossack Fonseca in Panama betreut wurden und werden (siehe „Das sind die Panama Papers“). Allein aus dem Umfeld vom russischen Präsidenten Wladimir Putin sollen über 2 Milliarden Dollar durch diese Firmen geflossen sein. Der ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko soll persönlich Briefkastenfirmen unterhalten haben, während der isländische Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson eine nach den Unterlagen gemeinsame Briefkastenfirma allein seiner Frau zuschreibt. Es findet sich auch ein Cousin von Syriens Präsident Baschar al-Assad, der argentinische Fußballspieler Lionel Messi und das uruguayische Mitglied der FIFA-Ethikkommission Juan Pedro Damiani in den Unterlagen, wobei Herr Damiani nicht selbst eine Briefkastenfirma betrieb, sondern solche für drei Angeklagte im aktuellen FIFA-Skandal (siehe ‚Korruption der FIFA wird endlich verfolgt‘) einrichtete.

Das alles wirft zahlreiche Fragen auf. So ist das Betreiben von Briefkastenfirmen keineswegs strafbar. Es kann aber genutzt werden, um Steuern zu hinterziehen, Geld zu waschen oder zu verstecken, korrupte Geschäfte zu betreiben oder Sanktionen zu umgehen. Zugleich ist die Weitergabe und Veröffentlichung von vertraulichen Daten ihrerseits nicht unproblematisch. Hinzu kommt, dass nicht alle Daten stimmen müssen oder diese vielleicht selektiv ausgewählt wurden, um bestimmten Personen oder sogar dem Standort Panama zu schaden. Wenn ich eine Briefkastenfirma betreiben wollte, würde ich das inzwischen in den USA tun, was aber vielleicht für Herrn Putin keine Option ist.

56 Gedanken zu „Daten über Briefkastenfirmen in Panama veröffentlicht

  1. Es ist schon lange kein Geheimnis, dass Panamá DIE Steueroase ist, mit stabilen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen und dem US $ als (Zweit-)Währung. Man kann dort sogar eine Stiftung gründen, ohne dass Dein Name auftaucht und eine seriöse, deutschsprachige Rechtsanwaltskanzlei, die bei allem behilflich ist, gibt es auch schon seit 15 Jahren: https://www.internetkanzlei.to/category/wohnsitz_panama/

    Leider habe ich nicht genug, dass dieser Schritt für mich in Frage kommt. Aber bei den aktuellen Verhältnissen in Deutschland kann ich alle gut verstehen, die ihr Geld in Sicherheit bringen und die die illegalen Eindringlinge, die sich ohne Rechtsgrundlage in Deutschland befinden, nicht mitfinanzieren wollen.

    Auch Hoeneß hat ja nur den Fehler gemacht, sein Geld zwar in die Schweiz zu bringen, aber nicht seinen Wohnsitz dort hin zu verlagern. Wer sich weniger als 183 Tage im Jahr in Deutschland aufhält, ist auch als Deutscher Staatsbürger ganz legal Steuerausländer. Und von Zürich oder Bern gibt es mehrmals täglich Flüge nach München.

    Je weniger Merkel und Schäuble an Steuern einnehmen, desto weniger können sie verteilen! Gut, oder!?!

    • Vielleicht liege ich nicht richtig aber bei 183 d Abwesendheit geht es auch ob man ein Wohnsitz in D. hat i.e. eine Immobilie oder wo ist s.g. Lebenszentrum eines Steuerzahlers. 183 d koennen sehr irrefuehrend sein!

      • Ich habe andere Erfahrungen gemacht, trotz beweisbaren 183 d und Auslandswohnsitz und, und. Finanzaemter spielen Tricks und konstruieren Faelle nach belieben. Es tauchen auf einmal viele andere Gesichtpunkte die Finanzaemter gegen sie interpretieren. Deswegen ist es richtig sich NICHT AUF 183 d BLIND ZU VERLASSEN !

      • Man sollte sich auf gar nichts blind verlassen, aber die Finanzämter können das auch nicht völlig beliebig interpretieren. Richtig ist allerdings, dass Sie das nicht von allen Steuerpflichten hierzulande befreit. Ihre hiesigen Arbeitseinkommen müssen Sie z. B. weiter in Deutschland versteuern, nur nicht mehr ausländische Einkünfte.

      • Ich habe über 25 Jahre in Luxemburg gearbeitet und hatte meinen Wohnsitz immer in Trier. Da ich immer mehr als 183 Tage in Luxemburg gearbeitet habe, habe ich stets meine Steuern in Luxemburg zahlen müssen. Seit 2 Jahren wird auch meine luxemburgische Rente nicht mehr in Deutschland versteuert, da sich das Grenzgängergesetz geändert hat, dafür muss ich jetzt meine Krankenkassenbeiträge in Deutschland zahlen, wobei bei der Berechnung meine luxemburgische Rente mit einbezogen wird.

    • Ich bin kein Steuerexperte, doch der beste Weg zur legalen Steuervermeidung statt illegalen Steuerhinterziehung ist wohl tatsächlich eine Stiftung. Wenn man auf das Stiftungsvermögen keinen direkten Zugriff mehr hat, muss man selbst nur die Erträge versteuern, die man tatsächlich erhält. Eine ausländische Stiftung kann dann steuerfrei Zins und Zinseszins ansparen. Eine inländische Familienstiftung kann dann zumindest dazu dienen, die Erbschaftsteuer zu vermeiden. Der Hauptnachteil ist, dass man eben nicht mehr direkt auf das Stiftungsvermögen zugreifen kann, was jedoch bei einer Familienstiftung sogar von Vorteil sein mag, weil dann nicht ein Erbe alles verprassen kann, was auch für die nachfolgenden Generationen gedacht ist. Ein Kollege von mir in Münster ist tatsächlich Experte für die Besteuerung von Stiftungen, was ihm wohl ein ordentliches Zubrot einbringt, weil der Beratungsbedarf hoch ist.

      • Deutsche Staastsbedienstete geben Tipps zu Steuervermeidung in Deutschland. Na wenn da mal nicht am eigenen Ast gesägt wird. Auf alle Fälle sehr müsant … 🙂

      • Das ganze Fach Steuerlehre befasst sich damit. Das ist umstritten, aber es ist eine Form von Wissen, von dem auch Steuerverwaltung und -gesetzgebung profitieren können.

      • Im Falle der Familienstiftung rettet man sich gerade nicht vor der Erbschaftssteuer; denn die Erbersatzsteuer wird alle 30 Jahre fällig. Sie umfasst das Vermögen der Gesellschaft sowie die Ausschüttungen an die Begünstigten und simuliert einen Erbanfall an zwei begünstigte Kinder. Der Freibetrag beträgt 2 x 400 000 = 800 000 EUR.
        Wegzugsteuer: Außerdem wird bei Verlassen der EU die Abschlagsteuer von rund 25% auf Aktiendepots fällig. Z.B. KG-Beteiligungen werden sofort fällig. Man entkommt also nur als gerupfte Huhn.
        Überblick:
        http://www.stiftungswissenschaften.de/stiftung/stiftungssteuerrecht/was-ist-die-erbersatzsteuer.html

      • Der von Ihnen verlinkte Beitrag zeigt doch selbst auf, dass sich eine ausländische Familienstiftung tatsächlich zum Steuersparen eignet. Auch die inländische Familienstiftung kann je nach Familiensituation deutlich günstiger sein als die direkte Vererbung. Beim Wegzug werden Vermögen so besteuert wie bei einer hiesigen Veräußerung, also z. B. nicht der volle Wert eines Aktiendepots, sondern mit der Abgeltungsteuer der Vermögenszuwachs für ab 2009 angeschaffte Aktien.

  2. Unabhängig von der Existenz dieser Briefkastenfirmen gibt es ein anderes Detail, das mir nicht zum ersten Mal auffällt: „Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung …“

    Besitzen die beiden Staatsrundfunkanstalten und die linksgrüne Süddeutsche eine gemeinsame Redaktion? Unterstützen wir mit unseren GEZ-Zwangsbeiträgen auch die redaktionelle „Arbeit“ der Süddeutschen? Gibt es dafür eine rechtliche Grundlage?

      • Dahinter steht Intenational Consortium of Investigative Journalists (icij.org).

      • Das „Zuspielen der Daten“ war doch garantiert nicht gratis! Der Informant oder Hacker hat dafür bestimmt auch die Hand aufgehalten, genau wie das schon beim Ankauf diverser Steuer-CDs aus der Schweiz war……

      • Die SZ bestreitet eine Zahlung explizit und ich glaube ihr. Interessanter wäre, wer die anonyme Quelle ist und ob diese die Daten vorher gefiltert hat.

    • Die zum Teil aufwendigen Recherchen der Redaktionen dienen der Wahrheitsfindung und sind als solche anerkennenswert. Qualitätsjournalismus ist auf solche Arbeiten angewiesen. Das Jahresabonnement der SZ kostet über 600 Euro und von daher braucht eine Quersubventionierung durch den öffentlich rechtlichen Rundfunk nicht unbedingt vermutet werden, auch wenn mit gemeinsamen Projekten Kosten bei komplexen Vorhaben gespart werden. Was mich bei der „linksgrünen Süddeutschen“ am meisten stört, ist der ständig zunehmende Papierverbrauch (und die anschließende zentnerschwere Entsorgung).

      • @Alexander Dilger
        Meine Frau bevorzugt die Papierform. Ein zusätzliches Online-Abonnement würde die Zeitung noch teurer machen, was mit der schnelleren Verfügbarkeit begründet wird.

      • ….am Besten auf linksgrüne Zeitungen ganz verzichten!

      • @Dilger
        Richtig! Man sieht es aktuell in Bezug auf die Flüchtlingspolitik: viele Menschen lesen nur noch Junge Freiheit, RT Deutschland und andere entsprechende Beiträge im Internet und glauben deshalb tatsächlich, dass alle Flüchtlinge Vergewaltiger, alle Russlanddeutschen brave deutsche Patrioten etc. sind….und deutsche Frauen in Gefahr sind, als ob es seit Jahrzehnten in deutschen Gefängnissen keine deutschen Gefangenen gibt, die u.a. Sexualstraftaten begangen haben. Wer sich nur einseitig informiert, verlernt die Differenzierung…wie man in den letzten Monaten leider deutlich in der Bevölkerung sehen kann!

      • Ich lese TAZ (zugegebenermaßen mit eher wenig Genuss) bis Junge Freiheit, lediglich offen radikale Blätter an beiden Rändern meide ich. Von Russia Today habe ich nur den vorbildlichen unkommentierten Livestream von der ungarischen Grenze letzten September wahrgenommen.

        Ich glaube nicht, dass alle Russlanddeutsche Patrioten sind, ich glaube aber sehr wohl, dass ihre Integration deutlich besser gelungen ist als jene aus muslimischen Ländern. Das gilt übrigens für die meisten Menschen aus dem christlichen nördlicheren Osteuropa. Auch mit Polen macht man trotz Einbruchskriminalität in Brandenburg überwiegend positive Erfahrungen. Größere Probleme gibt es mit Migranten aus dem Kaukasus, dem östlichen Balkan und den klassischen einheitlichen muslimischen Staaten.

        Aber ja, ich sehe die Gefahr, dass unsere Frauen und vor allem unsere Kinder in Gefahr sind, denn dafür braucht es keinen Björn Höcke. Öffnen Sie heute Focus Online und Sie entdecken einen neuen Fall eines 14-jährigen Mädchen, das in einem Hallenbad von einem Afghanen missbraucht wurde. Diese Fälle finden sie wöchentlich, wenn nicht gar täglich. Wer nicht kapieren will, dass dies eine neue Dimension ist, der muss wohl erst persönliche Negativerfahrungen machen (die ich selbstverständlich niemand wünsche) und es auf die harte Tour lernen. Aber ja, auch diese Leute werden unter den Migranten eine Minderheit darstellen und ich habe persönlich auch schon andere, positive Erfahrungen gemacht. Diese Minderheit ist aber so stark, dass ich meine Tochter nicht mehr alleine ins Hallenbad gehen ließe. Ich kann diese Migranten sogar bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Ihr oberster Prophet hatte mit Mädchen in diesem Alter bekanntlich keine Probleme, nun sind sie selbst in Deutschland, sie sehen zum ersten Mal Massen an Mädchen in jungem Alter nur leicht bekleidet und sie sind zusätzlich auch noch sexuell unbefriedigt. Hier ist der kulturelle Schock und die Versuchung für manche Person schlicht zu groß. Und gerade weil ich das erkenne, macht mir das Angst.

        Differenzieren kann ich. Differenzieren heißt für mich, jedem Imdividuum eine faire Chance zu geben. Wenn ich aber in der aggregierten Menge zweier Gruppierungen Unterschiede feststelle, dann ist es nicht undifferenziert diese Unterschiede zu benennen. Diese ständigen Missbrauchsfälle sind schlicht ein neues Phänomen und da könnte mich selbst eine politisch-korrekte Polizeistatistik nicht vom Gegenteil überzeugen, denn ich kann nicht nur lesen, sondern auch richtig einordnen. Das mache ich auch ganz ohne rechte Medien.

      • Ich muss mich korrigieren, ein Junge wurde missbraucht und nicht ein Mädchen, aber das macht es leider nicht besser.

      • @ Peter Burger

        Menschen, die aus Kulturen kommen, wo man noch in Höhlen (Afghanistan) oder in Lehmhütten (Nordafrika) wohnt, wo Frauen in der Öffentlichkeit meistens verschleiert sind und es für junge Männer vollkommen unmöglich ist, gleichaltrige Mädchen ohne Genehmigung der Eltern zu treffen (moslemische Länder), passen nicht nach Mitteleuropa! Diese Leute haben vollkommen andere Wertvorstellungen (Religion, Ehre, Frauen, Sexualität, …), die mit unserer aufgeklärten Gesellschaft und unserem Grundgesetz nicht kompatibel sind. Mit ihnen kann Integration nicht gelingen, was die östlichen EU-Staaten bereits begriffen haben. Wer korangetreu leben will, sollte das in islamischen Ländern tun!

      • @francomacorisano 16:40

        Ähm … wie gut kennen Sie Europa?

        Solche Kulturen gibt es im ‚christlich-abendländischen‘ Kulturraum auch!

        Die Architektur betreffend zum Beispiel in Süditalien (Trulli in Apulien) oder Andalusien (Höhlen von Guadix) und was die Verheiratung junger Männer und Frauen angeht, schauen Sie sich doch nur einmal die diesbezüglichen Gewohnheiten des europäischen „Hochadels“ an …

      • @Peter Burger, 11:57
        Man sollte die Gewaltsituation im Land insgesamt im Auge haben. In Flüchtlingsheimen sind die Probleme derzeit ziemlich groß, was nicht nur mit der dortigen Enge zu tun hat, sondern auch mit unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten. Einen Bericht über Gewalt gegen Christen bringt der Bayerische Rundfunk: http://www.br.de/nachrichten/christen-fluechtlinge-uebergriffe-100.html
        Religionszugehörigkeiten werden normalerweise bei Anzeigen nicht erfasst und sind daher in der Polizeistatistik nicht zu erwarten.

    • „Linksgrüne Süddeutsche Zeitung“ ?

      Selten so einen Unfug gelesen. Die Verlegerfamilie Schaub, deren Medien Union (Ludwigshafen) die SZ gehört kann man sicher alles mögliche vorhalten, aber ganz bestimmt nicht, im Verdacht zu stehen „links“ oder „grün“ zu sein.

      • Herr Meister, Sie Farbenblind und noch so viel Unterwegs? Herr Prandtl ist bester und erschreckendster Beispiel! Ein linker Chaot.

      • Wenn man die Meinungsseite der SZ anschaut, ist das Attribut „linksgrün“ so verkehrt nicht.

      • @ Meister 14:18

        Freundschaften sind egal, auch mit linken Blaettern kann man Geld verdienen. FR ist auch so eine Zeitung.

  3. Es ist nur die Spitze eines Eisbergs. Wenn man nur die Scheintransfers Putins Musik-Freundes betrachtet erinnert man sich an andere aehnliche Vorfaelle (Deutsche Bank in Moskau). Und uns soll jemand erklaeren warum 500er Scheine verschwinden sollen!

    • Das Verwerflichste an diesem neuen Babyrassel-„Skandal“ zur Ablenkung des infantilen Neidvolkes scheint mir offengesagt der Umgang mit vertraulichen Daten zu sein.

      Aber was tut man nicht alles, um von der bevorstehenden Bargeldabschaffung und ihren wahren Gründen abzulenken!

      • Jedenfall war es pure Heuchelei, als sich ausgerechnet Herr Gysi gestern bei Anne Will über das Verschieben von Geldern künstlich aufregte.

      • @Dilger Ja…eine Schande, dass die Moderatorin nicht in der Lage ist, diesbezüglich bei Gsyi mal nachzufragen! Zusätzlich gibt man ihm dann sogar noch die Möglichkeit, seine Ansichten zu anderen politischen Themen abzugeben, bspw. durfte natürlich nicht die Verteufelung der westlichen Sanktionen gegen Putin fehlen. Und es gibt tatsächlich noch Foristen, die sich wegen angeblich russlandfeindlichen Medien beschweren…

  4. Das Steuerrecht ist viel zu kompliziert und bietet viel zu viele legale Schlupflöcher. Das Steuersystem muss endlich umfassend reformiert und solche Möglichkeiten geschlossen werden. Über das Wie kann ich nicht urteilen, dafür braucht es Experten (man muss aber auch mal zu einer radikalen Lösung bereit sein und nicht immer von einer Alternativlosigkeit ausgehen), aber es wäre doch mal ein großer Verdienst von Steuerrechtsexperten, den Beruf des Steuerberaters obsolet zu machen.

    Es zeigt sich auch die viel zu enge Verflechtung der Politikerkaste, der Vermögenselite und der restlichen Finanzwelt. In einer solchen Gemengenlage kann keine gute Politik gedeihen und sinnvolle Projekte wie die Euro-Abschaffung niemals umgesetzt werden. Wir brauchen endlich einen Bürgerabgeordneten und ein System wie in der Schweiz ohne Regierungs- und Parlamentsallmacht. Regierungsmitglieder und Parteien kann man bestechen, das Volk kann sich selbst nicht bestechen. Unser System ist völlig verkommen und verrottet, die Elite muss schleunigst abgesetzt werden und das Volk Entscheidungsbefugnisse bekommen.

    @francomarisano
    Hier geht es doch nicht um den kleinen Mann, der sein hart erarbeitetes Vermögen vor dem gierigen Zugriff des Staates schützen möchte. Der vielleicht Angst hat, dass der Staat ihm z B. im Zuge der Euro-Rettung alles nimmt, um fortbestehen zu können. Dafür hätte ich vollstes Verständnis. Hier geht es aber um die Elite selbst, die nur regiert, um ihren eigenen Wohlstand zu vermehren.

    • Steuerschlupflöcher gibt es vermutlich immer. Es ist jedoch sinnvoll, dass Steuerrecht wesentlich zu vereinfachen und an allgemeinen Prinzipien auszurichten.

      Die politische Elite ist nicht nur hierzulande ein Problem. Allerdings kann sie nicht einfach abgesetzt werden. Bestenfalls kann sie friedlich abgewählt und durch eine andere ersetzt werden. Aber glauben Sie wirklich, dass die Pleitiers an der AfD-Spitze weniger an sich selbst denken? Volksentscheide können helfen, sind aber auch kein Allheilmittel, zumal auch das Volk bzw. viele Wähler durchaus bestochen oder zumindest manipuliert werden können.

      • Das sollte jetzt auch kein Plädoyer für die AfD sein, auch wenn da jetzt zufällig vergleichbare Dinge im Programm stehen. Eine Petry habe ich nie gemocht, mag ich nicht und werde ich nie mögen. Sie schätze ich so sehr wie Kanzlerin Merkel, also gar nicht. Eigeninteressen, welcher Art auch immer, haben in der Politik nichts zu suchen. Weder darf der Steuerzahler missbraucht werden, um eine Privatinsolvente zu sanieren, noch darf das de facto höchste politische Amt in einem Staat als Alternativtherapie dazu benutzt werden, um tiefsitzende persönliche Unzulänglichkeiten zu kompensieren.

        Die politische Elite ist überall ein Problem, da haben Sie völlig Recht. Sie unterschätzen jedoch die Urteilskraft des Volkes. In einer repräsentativen Demokratie scheint Manipulation zu funktionieren, die Schweiz scheint immuner dagegen. Jedenfalls hat sie in ihrer langen Geschichte bewiesen, dass das Volk stets besser entscheidet als Berufspolitiker und so das wohlhabendste Land (wenn man mal absolute Kleinstaaten oder ressourcenverwöhnte Ölstaaten missachtet) der Welt geschaffen, in dem selbst die Unter- und Mittelschicht am Wohlstand partizipieren, was letztendlich auch in Volksabstimmungen stets zur Ablehnung von sozialistischem Gedankengut führt. Warum die Bevölkerung so wenig manipulierbar ist? Vermutlich weil die gesellschaftliche Kultur aufgrund der direkten Demokratie eine ganz andere ist und sich anders als in Deutschland keine Eliten bilden konnten, denen man stets vertraut, und welche somit leicht eine unheilvolle Koalition mit der freien Presse und Staatspresse eingehen können. Das Diskursniveau in der Schweiz ist jedenfalls von deutlich höherem Niveau.

        Steuerschlupflöcher wird es vermutlich immer geben, aber in unserem jetzigen System müssen wir erst gar nicht versuchen, bestehende zu schließen. Dieses Katz-und-Maus-Spiel kann man mit dem jetzigen System nicht gewinnen, denn das ist schlicht unreformierbar. Wir brauchen endlich den großen Wurf und ich würde mir aus dem Kreise der deutschen Ökonomen mal einen Ökonom wünschen, der medienwirksam nicht nur partielle Verbesserungen fordert, sondern mal eine umfassendes und allumfassendes Konzept vorschlägt, das die Sozialversicherungen umfasst. Steuern und Sozialleistungen darf man gedanklich nicht voneinander trennen. Jedenfalls scheint da medial seit rund 10 Jahren Stillstand zu herrschen.

    • Das Steuerrecht gehört vereinfacht. Setzt aber voraus, dass der Staat bereit ist, sich am Riemen zu reissen und mit dem was er einnimmt auch auszukommen, also endlich verantwortungsbewusst zu haushalten.

      So lange Steuerverschwendung ein Kavaliersdelikt ist, das nicht geahndet wird, wird sich der Staat immer neue Zusatzsteuern einfallen lassen, um seine Gier zu befriedigen. Nur die konsequente Ahndung, also Bestrafung, von Steuervergeudung in Verbindung mit einem einfachen Steuermodell kann da Abhilfe schaffen.

  5. Jetzt kann man wieder überall pauschal von unmoralischen Verhalten lesen, auch wenn es rechtlich erlaubt ist. Allerdings gibt es auch die umgedrehten Fälle. Bspw. in Bezug auf das deutsche Erbrecht: es gibt durchaus Menschen, die eben nicht, wie in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, jeden Kind oder ihren Eltern(teil) (wenn es keine Kinder gibt) ein Teil ihres Vermögens (zwangsweise) vererben wollen…eine Enterbung ist so gut wie unmöglich. Ich finde es im Einzelfall moralisch vertretbar, wenn Menschen zu einer Briefkastenfirma greifen, um bspw. ihren Rabenvater, Kuckuckskind etc. indirekt zu enterben. Ich weiß, dass solche Menschen klar in der Minderheit sein werden…es soll ein Beispiel sein, warum ich gegen die pauschale Verurteilung von Briefkastenfirmen bin. Es muss jeder Einzelfall betrachtet werden!

    • Zu unserer Sicherheit muss nicht nur das Bargeld, sondern müssen auch alle Briefkästen verboten werden. Und zwar weltweit! Von diesen hinterhältigen Einwurfschlitzen geht höchste Terrorgefahr aus: Alarmstufe Rot!

      Am besten erkundigen Sie sich bei Herrn Gabriel und Herrn Schäuble. Die beiden kennen sich aus mit so etwas: http://www.t-online.de/wirtschaft/id_77451972/sigmar-gabriel-will-anonyme-briefkastenfirmen-verbieten-sz-will-panama-papers-nicht-herausgeben.html

      Schönen Abend noch!

    • Mir geht es gar nicht um eine moralische Diskussion. Es wird gemacht, was legal ist. Solange Briefkastenfirmen legal sind und sie nicht dazu benutzt werden, Steuern zu hinterziehen, sehe ich den Schuldigen nicht bei ihnen. Jeder Bürger (ich auch) würde das wohl tun, wenn er denn könnte. Ich kritisiere aber den Staat, der so etwas ermöglicht, wovon nur die ganz Reichen profitieren, während die Mittelschicht dann proportional deutlich höher zur Kasse gebeten wird, weil diese solche Möglichkeiten nicht hat. Der Staat ist der Skandal und nicht die Person, die ein legales Steuerschlupfloch verwendet, um Steuern zu sparen.

      Wenn aber Regierungsmitglieder bis Staatschefs (Island, Aserbaidschan, Ukraine oder indirekt Russland) so etwas verwenden und ihre Macht missbrauchen und auch illegale Tätigkeiten nicht fern erscheinen, dann kommt allerdings doch wieder die moralische bzw. zumindest gesetzeswidrige Komponente ins Spiel.

      • Steuerhinterziehung geht viel einfacher: Ausländische Tochtergesellschaften schreiben (überhöhte) Rechnungen (für Waren, Lizenzgebühren, Beratung,…). Somit werden künstlich Kosten produziert und Gewinne fließen ganz legal aus Hochsteuer-Staaten in Niedrigsteuer-Staaten ab. Fast alle internationalen Konzerne machen das so und drücken damit ihre „Steuerlast“ gegen Null.

        Als Herr Juncker noch Premierminister und zugleich Finanzminister von Luxemburg war, hat er multinationale Firmen ganz ungeniert dazu ermutigt, dieses Steuersparmodell von der Steueroase Luxemburg aus zu praktizieren. Und heute will er den Griechen erzählen, wie sie ihren Haushalt sanieren sollen…..

  6. Das grundsätzliche Problem ist ein menschliches: die Habgier!
    Menschen tendieren scheinbar dazu in einer sinnentleerten Welt sich auf das zusammenraffen von Geld zu konzentrieren und verdrängen dabei ihre begrenzte Lebenszeitspanne. Bekanntlich heisst es: Das letzte Hemd hat keine Taschen!
    Damit möchte ich jedoch nicht zum Ausdruck bringen, das Armut für eine bessere Moral steht.

    • Sie sollten auch die Habgier des Staates nicht außer Acht lassen. Solange der Staat Steuern auf Zinsen erhebt, die auf bereits versteuertes Einkommen anfallen, ist es legitim, sein Vermögen zwecks Vermögenserhalt vor diesem Großräuber in Sicherheit zu bringen.

      • Sehr geehrter L’Osservatore,

        so ganz verstehe ich Ihren Einwand nicht.
        Das Vermögen bleibt doch erhalten und vermehrt sich auch noch, nachdem die Zinsen durch Steuern geschmälert wurden

        Besteuert werden nur die Zinseinkünfte, nicht aber das Vermögen.

      • Kapitaleinkünfte sind nicht besser oder schlechter als Arbeitseinkünfte. Idealerweise würden sie gleich besteuert. Es gibt aber doch ein paar Unterschiede. So droht bei Inflation, auch wenn diese gerade kein großes Thema ist, die reale Vermögenssubstanz besteuert zu werden. Die Besteuerung von echten Risikozuschlägen ist ebenfalls problematisch. Umgekehrt können Kapitalerträge leichter der Besteuerung entzogen werden, sei es legal oder illegal. Es ist aber auch fraglich, ob die Erträge aus reinen Auslandsanlagen tatsächlich im Inland besteuert werden sollten, insbesondere wenn sie selbst im Ausland verbleiben.

      • Sehr geehrte Frau Kunze,

        wenn man den Einfluß des Ölpreises herausnimmt, haben wir zur Zeit eine Inflationsrate, die deutlich über den Zinsen liegt, die seriöse Banken bieten. Von diesen marginalen Zinserträgen raubt sich der Staat mehr als ein Viertel. De Fakto ist das eine Besteuerung des Vermögens, wobei das Wort Vermögen einen falschen Eindruck erweckt, wenn es sich dabei um die private Altersvorsorge handelt.

      • Wenn Sie gar keine Zinsen bekommen, nimmt Ihnen der Staat davon auch nichts weg, jedenfalls nicht durch Steuern (sondern höchstens indirekt über Inflation). Allerdings beteiligt er sich auch nicht an Negativzinsen.

      • Die Frage ist ob ein (betrogener) Buerger noch motiviert ist als Sparer oder Anleger sich am Geldkreislauf in Deutschland zu beteiligen. Ich behaupte , nein! Fast negative Zinsen und Besteuerung von Kursgewinnen vernichten Interesse am privatem sparen und Altersabsicherung. Die Buerger werden einfach frecht enteignet. Weitere Schritte sind wie wir sehen geplannt. Gleichzeitig betreibt Politik Hass- und Neidkampagnen gegen Menschen die Wirtschaft noch funktionsfaehig halten und sich ein Wohlstand erarbeitet haben, beginnend mit Rentnern und Einfamilienhausbesitzern.
        Deswegen ist fuer Politiker und Parteifunktionaere mit offshore accounts Lebenslaenglich die einzige moegliche Warnung, fuer alle andere sind offshore accounts eine legitime Option.

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