Schlechtere Evaluation von neuen Kursen?

Diese Woche habe ich meinen Lehrbericht fürs ablaufende Semester erstellt und die studentischen Evaluationen besehen. Es zeigte sich einmal mehr, was schon etliche empirische Studien belegen, z. B. dass größere Veranstaltungen schlechter evaluiert werden als kleinere, freiwillige Kurse bessere Beurteilungen erhalten als Pflichtkurse oder auch die Evaluationsergebnisse mit den Noten korrelieren, selbst wenn diese erst später vergeben werden (was an den Notenerwartungen liegt, siehe ‚Monatliches Diskussionspapier meines Instituts‘).

Mir ist aber noch etwas aufgefallen, was bislang wohl noch nicht systematisch empirisch untersucht wurde (ich vergebe gerne eine Bachelor- oder Masterarbeit dazu): Ein ganz neuer Kurs wird schlechter beurteilt als wiederholt angebotene. Wahrscheinlich ist er beim ersten Mal wirklich noch nicht so gut. Ich habe auch zwei-, dreimal zugegeben, etwas selbst nicht zu wissen, um es dann zur nächsten Sitzung herauszusuchen, was in den Evaluationen überhaupt nicht positiv gesehen wurde. Dabei ist es eigentlich die richtige wissenschaftliche Haltung, die vielleicht explizit vermittelt werden müsste. Wissenschaftler sind nicht im Besitz des Wissens und der Wahrheit, sondern suchen danach.

70 Gedanken zu „Schlechtere Evaluation von neuen Kursen?

  1. Wissenschaftler sind nicht im Besitz des Wissens und der Wahrheit, sondern suchen danach

    Genau darum geht es! Niemand weiß alles. Auch nicht in seinem Fachgebiet. Dafür ist die Wissensfülle viel zu groß. Wichtig ist, dass ergebnisoffen nach der Wahrheit gesucht wird! Unter linken Wissenschaftlern ist es allerdings üblich, „die Wahrheit“ bereits zu kennen und nur die Suche danach noch zurecht zu biegen. Das hat mit Wissenschaft im klassischen Sinn NICHTS zu tun.

    • Warum muss immer als im Links-Rechts-Schema betrachtet werden? Und glauben Sie ernsthaft, dass nur die bösen linken Wissenschaftler glauben, die Wahrheit bereits zu kennen? Ich würde sagen, dass es eher auf die Persönlichkeit ankommt! Es gibt zu allen politischen Richtungen Wissenschaftler, die nicht neutral forschen können und Ergebnisse in ihren ideologischen Sinn zurechtbiegen…ebenso gibt es auch das Gegenteil: Wissenschaftler, die neutral forschen können, da sie es hinbekommen, sich von ihren eigenen ideologischen Vorstellungen bei der Forschung mehr oder weniger zu lösen. Man muss sich bspw. nur mal die Ukrainekrise anschauen: einige Völkerrechtler und Co. haben plötzlich die Krim- Annexion seitens Russland mit den gleichen Gründen gerechtfertigt, mit denen sie zuvor Aktionen der USA in der Vergangenheit noch verurteilt hatten; Quellen wurden einseitig von Russland übernommen, nicht hinterfragt, andere (nicht russische) Quellen ignoriert. Was würden diese Wissenschaftler wohl dazu sagen, wenn die USA in Tschetschenien mal mit kleinen, grünen Männchen zu besucht kommen, um innerhalb von ein paar Tagen „demokratische“ Wahlen durchzuführen?

      • @nationaliberal

        Selten so gelacht!
        Wie viele Staaten wurden von den USA bereits zwangs“demokratisiert“ und mit welch atemberaubenden Ergebnissen?

      • Es gab solche und solche Fälle. Die Bundesrepublik Deutschland hat doch z. B. ganz gut funktioniert, jedenfalls bis zur Wiedervereinigung mit der sowjetischen Besatzungszone.

      • Sie sagen es …
        „… bis zur Wiedervereinigung mit der SBZ“.

        Und wem „verdanken“ wir diese glorreiche Errungenschaft über die wir Bürger der westlichen Alliiertenzone nicht einmal abstimmen durften?
        Der (Ossi-)“Revolution von 1989″ ?
        … Michail Gorbatschow?
        … oder vielleicht doch den USA?

      • @Meister Mein Beispiel sollte lediglich verdeutlichen, dass es sowohl „rechte“ als auch „linke“ Wissenschaftler gibt, die sich die Welt zurechtbiegen…oder kurzum: es gibt zu allen politischen Richtungen Wissenschaftler, die nicht in der Lage sind, ihre ideologischen Ansichten und ihre Forschung zu trennen. Jedenfalls ist Ihre Reaktion typisch deutsch: gleich wieder mit den Finger auf die böse USA zeigen! Wie im Kindergarten…“der andere Junge hat auch…“ Dieses Argument konnte man in der Debatte zur Krim ziemlich oft hören. Und? Die USA haben 2 Atombomben abgeworfen…hat Russland also noch 2 Abwürfe frei? So ein Verhalten ist zwar nicht unbedingt gleich Antiamerikanismus, aber trotzdem eine gewisse ideologische Grundhaltung, wenn man im Zusammenhang mit Russland immer auf die Fehler der USA verweist…

      • Es ist keineswegs so, dass die USA „nur“ zwei Atombomben abgeworfen haben.

        Ich habe auch nichts über angeblich böse „linke Wissenschaftler“ geschrieben.

        ABER:
        In vielen Staaten haben die USA in den letzten 70 Jahren Kriege geführt und in wie vielen Ländern Putschisten untestützt? Wie oft wurde dabei gegen das Völkerrecht und gegen die Menschenrechte vestoßen? Was ist mit Guantanamo?

        Glauben Sie wirklich, dass die USA „harmloser“ und friedfertiger sind als Russland?

        Und um die Frage einmal umzukehren:
        Warum verweisen Transatlantiker immer auf die (deutlich wenigeren) Verfehlungen Russlands, wenn man auf die Fehler der USA aufmerksam macht?

      • Die USA haben schwere Fehler gemacht, aber auch viel Gutes bewirkt und nicht nur unmittelbare Eigeninteressen verfolgt. Können Sie dasselbe ehrlich von Russland oder auch Deutschland behaupten? Wäre die Welt ein besserer Ort, wenn sich die USA aus allem heraushalten würden? Ich denke nicht, während ich diese Frage für Russland und Deutschland bejahen würde.

      • Wenn die USA nicht in den 2. Weltkrieg eingegriffen hätten, wäre ein Hitler-Nachfolger womöglich heute noch an der Macht.

      • Ich denke nicht, dass man das so pauschal vom Tisch fegen darf. Bei genauerer Betrachtung geht es ja gar nicht um die Interessen von Staaten (die efüllen nur ihren Zweck), sondern um wirtschaftliche Interessen und damit zusammenhängende Machtgefüge.

      • @francomacorisano:
        „Wenn die USA nicht in den 2. Weltkrieg eingegriffen hätten, wäre ein Hitler-Nachfolger womöglich heute noch an der Macht.“

        Ja, aber das ist 75 Jahre her. Das ist ein ganzes Menschenleben bzw. sind drei Generationen bzw. 19 Legislaturperioden und 12 US-Präsidenten. Und es hat mit der Fratze, die die USA in den letzten sieben Jahrzehnten weltweit gezeigt haben nicht viel gemein.

        Wir können die US-Geschichte aber natürlich auch anders betrachten und noch weiter zurück gehen. Ist vielleicht insbesondere vor dem Hintergrund der derzeitigen Migrationsbewegung gar nicht uninteressant:

        😉

      • @ Michael Meister

        Natürlich haben die USA nicht alles richtig gemacht! In der Außenpolitik fehlt oft das Fingerspitzengefühl für andere Kulturen und man ist immer wieder auf falsche Freunde hereingefallen. Ich habe Verwandtschaft in den USA, war sehr oft dort und kenne das Land von innen. An der konservativen Basis sind es inzwischen auch viele Leute leid, dass in der Heimat die Brücken wegrosten, aber neue Brücken irgendwo in Absurdistan auf Kosten amerikanischer Steuerzahler gebaut werden, die dann von „Gotteskriegern“ selbst wieder weggesprengt werden.

        Sehr viele Amerikaner haben keine Lust mehr auf die unbezahlbare Rolle als Weltpolizist. Aber die Handelswege und andere geostrategische Fragen sind auch im Interesse der Exportnation Deutschland. Wenn die USA weniger tun, werden wir Deutsche mehr in die Pflicht genommen, oder unser Wohlstand wird sinken. Das habe ich jetzt in der Tat sehr verkürzt dargestellt, aber so ist es leider.

        Eine Alternative wäre noch eine Teilung der Welt, bei der die Moslems unter sich bleiben. Es muss allerdings noch viel passieren, bis das möglich ist…….

      • Das sehe ich ein wenig anders. Niemand (außer ihren eigenen Oligarchen, vorallem denjenigen, die auf der ganzen Welt Öl, Gas und Rohstoffe abbauen) hat die USA gebeten, die Rolle des „Weltpolizisten“ zu übernehmen und entsprechend „beliebt“ sind die USA nun mal im Rest der Welt. Und zwar nicht nur in der muslimischen Welt. Hören Sie sich doch zum Beispiel einmal im erzkatholischen Lateinamerika um …

        Nur in Deutschland und im „neuen Europa“ (also den neuen EU-Staaten im Osten) ist man offenbar zu dumm zu erkennen, welch perfide merkantile Interessen hinter der Außenpolitik der USA stecken.

        Was die Kosten der US-Operationen angeht, liegen sie auch nicht ganz richtig. Die USA bitten die NATO-Verbündeten hierfür kräftig zur Kasse und ihre Waffenindustrie sowie ihre ganzen Miltär-Subunternehmen verdienen prächtig an den Kriegen, die die USA „im Namen der Demokratie“ in aller Welt anzetteln.

        Was die US-Politik ihren eigenen Bürgern als amerikanische Heldentaten verkauft, um vom innenpolitischen Versagen abzulenken, dient nicht der Demokratisierung, sondern ist knallhartes Business und sonst gar nichts.

        Wäre es anders, hätten die USA zum Beispiel längst die feudalistischen Regime ihrer Sharia-Kumpels in Saudi Arabien und Katar stürzen müssen, was ja gemessen an anderen Aktivitäten der US-Streitkräfte nur ein Handstreich wäre. Wo ist da das US-Interesse an mehr Demokratie?

        Die USA immer nur an ihrer Gut-Tat vom Eingreifen in den Zweiten Weltkrieg zu messen, ist im Übrigen genauso unpassend, wie die Deutschen von heute für die Gräueltaten des Dritten Reiches verantwortlich zu machen. Beides hat mit der Gegenwart nichts mehr zu tun. Wann befreiet sich Deutschland endlich von seiner unrühmlichen Vergangenheit und tritt aus Hitlers Schatten?

      • Welche „Demokratie hier“?
        Meinen Sie damit die ‚demokratischste‘ Staatsratsvorsitzende aller Zeiten und ihren Bargeldabschaffer Wolfgang Schäuble?

      • Ich halte die repräsentative Demokratie nicht eben für die demokratischste Form einer Demokratie.

        Zum einen verhalten sich die Parlamentarier überwiegend in erster Linie karriereorientiert und opfern den Wählerauftrag dadurch auf dem Altar ihrer eigenen Interessen. Das können sie gerade in Deutschland sehr gut beobachten. Vom völlig undemokratischen Fraktionszwang einmal ganz abgesehen.

        Zum anderen hält sich ganz besonders Frau Merkel nicht an den Wählerauftrag. Merkel, die sich über Gesetze und sogar über Urteile des Verfassungsgerichts latent hinwegsetzt, tritt die Demokratie meines Erachtens mit ihren zahlreichen Alleingängen regelrecht mit Füßen.

        Außerdem wurde Frau Merkel nicht direkt vom Volk gewählt, was nach meinem Verständnis aber Voraussetzung wäre, ihre Wahl überhaupt als „demokratisch“ bezeichnen zu können. In Deutschland werden Bundeskanzler und Bundespräsident ja nicht von den Wahlberechtigten gewählt, sondern von zweifelhaften Repräsentanten (im Falle der Wahl des Bundespräsidenten mitunter von „Eliten“ und „Promis“, die man vor allem aus der Yellow-Press und demnächst vielleicht sogar aus dem RTL-Dschungelcamp kennt). Mit echter Demokratie hat dieses Konstrukt indirekter Demokratie nicht viel gemein.

        Da wäre es meines Erachtens viel besser, einen Wahlführerschein einzuführen (also eine Art politisches Reifezeugnis) und vom Staat Abhängige von vornherein von den Wahlen auszuschließen, als korrumpierte „Volksvertreter“ bestimmen zu lassen, wer regieren und repräsentieren darf, und wenn er dafür noch so ungeeignet ist.

      • Es gibt keinen direktdemokratischen Staat und hat es historisch auch noch nie gegeben. Eine Form von Repräsentation ist immer nötig. Nun outen Sie sich als Gegner der parlamentarischen Demokratie und damit einmal mehr des Grundgesetzes. Doch selbst in den USA wird der Präsident nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt von Wahlmännern oder in bestimmten Fällen sogar vom Kongress.

      • Sie wissen genauso gut wie ich, dass das Grundgesetz ein Provisorium ist.

        Wirkliche Demokratie ist schon organisatorisch nur in kleineren Verwaltungseinheiten möglich. Daher befürworte ich das Regionalprinzip und bin kein Freund von Superstaaten. Egal ob diese sich „Vereinigte Staaten von Amerika“, „Vereinigte Staaten von Europa“, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Italien nennen.

        Umso wichtiger ist es aber in Superstaaten wie Deutschland, dass die gewählten Volksvertreter ihren Wählerauftrag ernst nehmen und nicht ihre persönlichen Interessen über diesen stellen.

        Was ich vom faktischen Zweiparteiensystem USA mit seiner Form von Wahlmänner-Demokratie bei den US-Präsidentschaftswahlen halte, können sie sich wahrscheinlich denken: Wer über das größte Budget verfügt, kommt am weitesten. Bedeutet im Umkehrschluss (und in der Praxis), dass sich die Oligarchen ihren Präsidenten selbst aussuchen und die „Vorwahlen“ in Wahrheit nur Gradmesser des Werbeerfolges der finanziell bestausgestatteten Kampagnen sind.

      • Sie wissen eben gar nicht, was „wirkliche Demokratie“ bedeutet. Das allerdemokratischste System muss auch gar nicht das beste sein. Sie haben doch erst kürzlich auf Herrn von Hayek hingewiesen, nach dem die Demokratie in einen liberalen Rechtsstaat einzubinden ist. Eine liberale Monarchie wäre vermutlich sogar Ihnen lieber als eine totalitäre Demokratie.

        Ihre Vorurteile gegen die USA und jetzt das dortige Wahlsysteme werden doch gerade vor den Augen der staunenden Weltöffentlichkeit widerlegt. Herr Trump ist zwar Milliardär, hat aber gerade nicht das größte Budget eingesetzt. Auch Herr Sanders ist mit seinem Minibudget recht erfolgreich.

      • Lieber Herr Dilger,

        mein Demokratieverständnis mag sich von Ihrem unterscheiden, aber was ich bei Ihnen nicht verstehe, wieso engagieren ausgerechnet Sie mit Ihrem Beamten-Demokratieverständis in der Hayek-Gesellschaft? Was bedeutet für Sie „echte Demokratie“?

        Was die USA angeht, dürfen Sie getrost ausgehen, dass meine Meinungsbildung auch diesbezüglich nicht auf Vorurteilen beruht. Trump mag nicht das größte Budget haben, hat aber gegenüber seinen Mitbewerbern einen enormen geldwerten Vorteil durch seine schon vorhandene viel höhere Bekanntheit. Eine Bekanntheit, wie sie schon Ronald Reagen und Arnold Schwarzenegger zu ihren politischen Ämtern verholfen hat. Wenn Sie nun die Kosten, die bei den Gegenkandidaten alleine für die Schaffung eines adäquaten Bekanntheitsgrades aufgewendet werden müssen von deren Gesamtbudget abziehen – wie viel höher ist dann das Budget von Herrn Trump? Gleiches gilt im Übrigen bei den Demokraten für Hillary Clinton.

        Und was glauben Sie, wer gewinnen würde, wenn in Deutschland der Bundeskanzler oder Bundespräsident direkt gewählt würde und Herr Söder, Herr Bosbach, Herr Starbatty, Herr Lucke, Herr Dilger, Frau Petry, Frau Storch, Frau Nahles, Herr Lindner oder Frau Roth gegen Thomas Gottschalk oder Günther Jauch anträte? 😉

      • Auch wenn Sie das mit Ihrem Differenzierungsvermögen eines Holzhammers nicht verstehen, gibt es verschiedene Arten von Beamten. Die meisten Beamten sind hierarchisch eingebunden, für Professoren und z. B. Richter gilt das in dieser Form nicht, sondern wir sind gerade Beamte, um unabhängig von Weisungen zu sein. Im Übrigen war Friedrich August von Hayek kein Libertärer, sondern ein Liberaler, der wie ich den liberal-demokratischen Rechtsstaat befürwortete.

        Jeb Bush war zu Beginn der Vorwahlen bekannter als Donald Trump, wurde viel ernster genommen und hatte auch ein deutlich größeres Budget. Wenn in Deutschland der Bundeskanzler direkt gewählt würde (und sonst alles möglichst ähnlich wäre wie jetzt), würde auch Frau Merkel gewinnen. Denken Sie einmal ernsthaft darüber nach.

      • Na vielen Dank für die „Blumen“, Herr Professor.

        Ginge es nach Hayek, hätten Beamte kein Wahlrecht. Auch Professoren und Richter nicht. Und ob gerade Letztere wirklich so staats- und politikfern sind, wie Sie vielleicht (tatsächlich?) glauben, wage ich schon sehr zu bezweifeln.

        Sehen Sie sich doch nur einmal die Besetzung (ausgerechnet) des Bundesverfassungsgerichts einmal etwas näher an …

        Was Jeb Bush angeht, so scheint es doch noch einen Funken Hoffnung auf Resthirn in der US-Bevölkerung zu geben. Was Merkel angeht, mögen Sie vielleicht Recht haben, was leider nicht gerade für das wiedervereinigte Resthirn im „Volk der Dichter und Denker“ spricht. Ich habe diese Dame aber auch ganz bewusst nicht mit in meine hypothetische Frage einbezogen, da ich diesbezüglich ähnlich Schlimms befürchte wie Sie.

        Interessant zu wissen wäre, ob im Falle einer Direktwahl des Finanzministers Wolfgang Schäuble eine Chance gegen Stefan Raab hätte. Ich fürchte „ja“. 😉

      • Die Bundesverfassungsrichter sind keine normalen Richter und Beamten, sondern gewählte Mitglieder eines Verfassungsorgans. Ihre Unabhängigkeit soll vor allem die lange Amtszeit von zwölf Jahren ohne Wiederwahlmöglichkeit sichern. Die Aussicht, zum Präsidenten oder Vizepräsidenten gewählt werden zu können, schwächt das allerdings etwas ab.

        Wie stellen Sie sich eine Direktwahl des Finanzministers vor? Das wäre wirklich ein ganz anderes, nirgendwo realisiertes Verfassungsmodell, bei dem jeder einzelne Minister separat direkt gewählt würde.

      • Sehen Sie sich zum Beispiel Peter Müller an (Ex-Ministerpräsident des Saarlands). Ein langjähriger CDU-Politiker. Ist er wirklich „unabhängig“?

        Oder das politisch besetzte Amt des Generalbundesanwalts. Kann man da wirklich von Parteien- oder gar Staatsferne sprechen?

        Meiner Ansicht nach sollten Richter grundsätzlich parteilos sein, also die Mitgliedschaft in einer politischen Partei sollte die Befähigung zu einem Richteramt oder eine Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft ausschließen.

        Das mit Schäuble und Raab war zwar nur ironisch von mir gemeint, aber die Minister direkt zu wählen ist ein sehr reizvoller Gedanke! Die Idee gefällt mir gut. Vielleicht bekämen wir dann endlich einmal Minister, die tatsächlich vom Fach sind?

      • Der Generalbundesanwalt ist politischer Beamter und Teil der Exekutive, nicht Judikative.

        Wieso glauben Sie, dass direkt gewählte Minister besser wären? Das Hauptproblem wäre bei getrennter Wahl jedoch ein anderes, nämlich die Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Ministerien, wenn eine einheitliche Regierungslinie fehlt.

      • @Meister Wenn ich immer ihre Aussagen zu Demokratie, Wahlrecht, Liberalismus etc. lese, habe ich jedes Mal das Gefühl, dass Sie sich doch gerade in den USA, die Sie heute so schrecklich finden, im 18. Jahrhundert. bestimmt sehr Wohl gefühlt hätten, oder? 😉 Wahlrecht nur für eine kleine Elite, die gebildeten Großgrundbesitzer, die die Politik und das Amt des Präsidenten unter sich ausmachen, Außenpolitik politisch auf Isolation bzw. Neutralität ausgerichtet usw. …

      • @Alexander Dilger 19:30 Uhr

        Wie gesagt – es war gar nicht mein eigener Ausgangsgedanke, da haben vielmehr Sie mich erst drauf gebracht. Aber mir gefällt die Idee sehr gut.

        Mehr „Kompetenzgerangel“ als es in und zwischen den Regierungsparteien und zwischen den Ministerien heute bereits gibt, fürchte ich indes nicht. Ganz im Gegenteil: Wenn die Minister direkt gewählt würden, hätten auch wirklich professionelle Kandidaten – unabhängig von einer etwaigen Parteizugehörigkeit – eine Chance zum Zuge zu kommen. Das muüsste doch auch Ihnen gefallen. Oder etwa nicht?

        Ich fände es ohnehin besser Amt und Mandat strikt zu trennen. Sowohl auf der innerparteilichen Ebene als auch auf der parlametarischen/Regierungsebene.

      • Wieso glauben Sie, dass bei einer Direktwahl die Parteien weniger wichtig würden statt wichtiger? Die Trennung von Amt und Mandat ist ein anderes Thema. Grundsätzlich unterstütze ich das, aber wichtiger wäre eigentlich Gewaltenteilung, die jedoch tatsächlich das Fundament der parlamentarischen Demokratie betrifft.

      • @nationalliberal 19:17 Uhr:
        Wie Herr Dilger vorhin an anderer Stelle bereits treffend bemerkte, wäre eine liberale Monarchie (oder Aristokratie) sicher effizienter, mithin erfolgreicher und auch besser für ALLE Bürger, als die Pseudodemokratie, die wir heute erleben „dürfen“.

        @Dilger 19:32:
        Das politische Idealmodell gibt es in der Praxis nicht. Vieles, aber nicht alles war irgendwann einmal besser als heute. Was für die „Bundesrepublik Deutschland“ aber auf jeden Fall besser war als die Zeit nach 1990, war die Zeit zwischen etwa 1950 und 1990. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir uns in diesem Punkt ausnahmsweise einmal einig sind. Richtig?

        Im Übrigen zerbrechen Sie sich beide ruhig weiter den Kopf für mich. 🙂

      • Das Problem bei der Monarchie ist, dass sie stark von der Person des Monarchen abhängt. Ist dieser gut, ist auch die Monarchie gut, aber wenn er schlecht ist, gibt es keine unblutige Möglichkeit, ihn bald wieder loszuwerden. Stellen Sie sich vor, Frau Merkel wäre unsere Monarchin. Es gäbe dann gar keine Möglichkeit, sie abzuwählen.

        In mancher Hinsicht war die Bundesrepublik Deutschland vor der Wiedervereinigung besser, aber nicht in jeder. Sie können auch nicht alles auf die Ex-DDR-Bürger schieben. So hat Herr Kohl zusammen mit Herrn Schäuble bei der Wiedervereinigung vieles falsch gemacht, denken Sie nur an die Vereinbarung des Euro oder die viel zu schnelle Lohnangleichung mit entsprechender Massenarbeitslosigkeit.

      • @Alexander Dilger 20:05 Uhr:
        „Wieso glauben Sie, dass bei einer Direktwahl die Parteien weniger wichtig würden statt wichtiger?“

        Ganz einfach: Weil dann der tatsächlichen Kompetenz und der Empathie der handelnden Personen viel mehr Beachtung geschenkt würde und nicht dem Marketing der politischen Mogelpackungen (Parteien) vor der Wahl.

        Sehen Sie das anders?

      • Ich denke, dann würden die beiden größten Parteien alle Positionen unter sich verteilen. Das würde zugleich ihre Macht stabilisieren. Die SPD wäre also vermutlich noch Volkspartei und die AfD gar nicht bedeutend geworden.

      • @Alexander Dilger 20:48:

        Natürlich hängt die Qualität einer Monarchie von der Person des Regenten ab. Wie Sie aber an unzähligen Beispielen jüngerer Geschichte zweifelsfrei nachvollziehen können, ist der Versuch der Demokratisierung von Monarchien oder vermeintlichen Diktaturen in den seltensten Fällen erfolgreich, wenn es sich dabei um eine Zwangs“demokratisierung“ von außerhalb handelt und der Übergangsprozess nicht wirklich von den Bürgern eines Staates selbst ausgeht. Denken Sie nur an den so genannten „Arabischen Frühling“. Was für ein misslungenes Experiment! Nicht nur für Ägypten, sondern noch viel schlimmer für Libyen. Von der „Befreiung“ des Irak ganz zu schweigen.

        Frau Merkel wurde zwar repräsentativ-‚demokratisch‘ gewählt, aber sie geriert sich trotzdem wie eine Monarchin. Ganz nach dem Vorbild ihrer DDR-Vorgänger, den großen Staatsratsvorsitzenden Honecker und Ulbricht.

        Sind Sie wirklich sicher, dass Frau Merkel HEUTE, so sie direkt von den Bürgern gewählt oder im Amt bestätigt werden müsste und einen smarten Gegenkandidaten hätte (also nicht unbedingt den fettleibigen Lehrer aus Goslar), wiedergewählt würde?

        Was die Zwangsvereinigung von BRD und DDR angeht, bin ich nicht der Meinung, dass es irgendetwas wirklich Wichtiges gibt, das heute aus der Sicht ehemaliger BRD-Bürger (und das ist die große Mehrheit) besser ist als vor der Wende. Außer vielleicht, dass die Umweltbelastung in der Ex-DDR nicht mehr so hoch ist und dort jetzt nicht mehr nur die Flüsse bunt sind und der Rest der neuen Bundesländer einheitsgrau. Na ja, aus Ossi-Sicht natürlich der materielle Lebensstandard und dass auch Ossis jetzt sagen dürfen was sie wollen, ohne dafür gleich ins Gefängnis zu müssen. Aber welchen Vorteil haben wir Wessis von der Wiedervereinigung? Nicht mehr ohne schikanöse Grenzkontrollen nach Berlin fahren zu können? Kein wirklich großer Nutzen, wenn man den hohen Preis dagegen hält …

        Was Kohl und Schäuble angeht, bin ich völlig bei Ihnen. Beide sind Paradebeispiele dafür, was man fachfremden Politikern besser genau nicht überlassen sollte.

      • Vielleicht bräuchte es dann aber überhaupt kein Parteiensystem und somit gäbe es auch weniger Klüngel?

        In meinem österreichischen 700-Seelendorf kandidieren bei der Kommunalwahl nur Personen. Es gibt keine Parteienlisten. Funktioniert wunderbar!

      • Wer ist ein „guter“ Monarch? Der Herrscher, der macht, was das Volk will, auch wenn es dessen Untergang oder Armut bedeutet? Der Herrscher, der zum Wohl seines Volkes handelt, auch wenn er dafür eine Minderheit bis Mehrheit zu ihren Glück zwingen muss…also notfalls Gewalt anwendet? Was ist, wenn die Mehrheit eine Minderheit unterdrücken will? Waren die Herrscher gut, die bspw. in Spanien die Juden gewaltsam vertrieben haben, wie es das Volk wollte? Es kommt wahrscheinlich auf den Blickwinkel an… sogar eine Demokratie hat das Problem, wie sehr es gegen den Willen seines Volkes handeln darf. Ein Dauerproblem: Kommunismus/Sozialismus…wenn die Mehrheit dafür ist, soll man zulassen, dass das Volk ruiniert und eine Minderheit enteignet, eingesperrt etc. wird? Merkel zeigt doch aktuell sehr gut, wie schwer es ist, zu sagen, ab wann ein Monarch gut wäre: die einen Menschen sind froh, dass sie ihren Kurs beibehält und nicht aktuellen Stimmungen hinterherläuft…die anderen Menschen, bspw. AfDler, empfinden Hass für sie, fordern eine Abkehr, da sie in deren Augen dem Land schadet…man könnte sagen: Humanität vs. Kultur(erhaltung). Was sind also die Maßstäbe für einen guten Monarchen? Was muss überwiegen? Volkswille oder Menschen- und Freiheitsrechte oder Bürgerrechte oder etc.?

      • Es gibt dazu eine ausgiebige Diskussion über die Jahrtausende, zumal die (nicht nur rein repräsentative) Monarchie viel länger und weiter verbreitet war als die Demokratie. Der gute (wie auch schlechte) Monarch muss sich gerade nicht nach dem Mehrheitswillen richten, auch wenn er auf die faktischen Machtverhältnisse Rücksicht nehmen muss. Das Ziel des guten Monarchen wie übrigens auch des guten Demokraten ist es, dass Beste für sein Volk und Land zu erreichen, möglichst ohne Ehre und Recht zu verletzen. Die Nebenbedingungen für Monarchen und Demokraten sind verschieden, wobei der Monarch sich Paternalismus gegen den Willen der Beglückten eher erlauben kann.

        Frau Merkel versucht hingegen, ihren Willen nicht nur gegen die Wünsche großer Teile der Bevölkerung durchzudrücken, sondern auch gegen die objektiven Interessen ihres Volkes und Landes. Das wird nicht gut enden, selbst wenn sie tatsächlich den Flüchtlingen helfen wollen sollte, was ich bezweifle.

      • @nationalliberal 21:49 Uhr
        „… Humanität vs. Kultur(erhaltung). Was sind also die Maßstäbe für einen guten Monarchen? Was muss überwiegen? Volkswille oder Menschen- und Freiheitsrechte oder Bürgerrechte oder etc.?“

        Was bitteschön ist an Merkels „Flüchtlingspolitik“ denn human?
        Etwa Migranten einzuladen und mit völlig schwachsinnigen Anreizen anzulocken?

        Deutschland (wie auch seine Nachbarländer) hat den meisten dieser „Flüchtlinge“ keinerlei reelle Integrationsperspektive zu bieten. Das muss man diesen Menschen offen und ehrlich sagen, statt sie mit falschen Versprechnungen anzulocken und dann auch noch bei Arbeitsverbot (!) zu alimentieren, statt wenigstens eine Gegenleistung für erbrachte Vorleistungen von ihnen zu verlangen. So einen Unsinn gibt es nur in der kommunistischen Planwirtschaft und im „Sozialstaats“-Kommunismus!

        Wenn der so genannte „Sozialstaat“ (der in meinen Augen ohnehin alles andere als „sozial“ ist) und die kommunistische Kanzlerin, nicht die verkehrten Anreize in Aussicht stellen würden, dann kämen die meisten „Flüchtlinge“ doch gar nicht erst nach Deutschland und man müsste auch keine Grenzen gegen Einwanderer „sichern“, die sich mit völlig falschen Vorstellungen auf den Weg gemacht haben, dafür nicht selten die Ersparnisse ganzer Clans unwiderbringlich versenken. Letzteres erklärt auch einen erheblichen Teil der Wut und Aggression eines Teils dieser Menschen!

        Merkels Politik ist nicht nur eine Katastrophe für die eigene Bevölkerung, sondern auch ausgesprochen hinterfotzig den so angelockten angeblichen „Fachkräften“ und Heilern unseres demographischen Defizits gegenüber. In meinen Augen asozial in alle Richtungen und verlogen durch und durch.

        Es ist allerdings auch nicht besonders smart, was Opportunisten wie Storch, Petry und Pretzell von sich geben. Wenn sie wirklich intelligent wären, würden sie die Einstellung der falschen Anreizpolitik fordern, also die umgehende Änderung der betreffenden Sozialgesetze und entsprechende Bekanntmachung auf den einschlägigen Informationskanälen der „Flüchtlinge“ und nicht über Möglichkeiten einer mit vertretbarem Aufwand ohnehin nicht realisierbaren „Grenzsicherung“ daherschwadronieren.

        Hierzu noch ein sehr interessanter Vortrag (leider nur auf Englisch verfügbar) zur Relevanz und tatsächlichen Auswirkung der ach so humanitären Aufnahme von Armutsflüchtlingen in ihre Zielländer der „ersten Welt“:

      • @Meister Ich kritisiere „meine Landsleute“ auch oft und heftig, da es wirklich genügend Menschen gibt, die einfach undankbar sind und dubiose Ansichten vertreten. Bei Ihnen merkt man aber deutlich einen Allgemeinhass auf „Ossis“. Zum Glück musste ich in Bayern nur wenige Menschen mit den gleichen von Vorurteilen und schwarz-weiß Einteilungen geprägte Ansichten kennenlernen… Sie machen es sich ein wenig zu einfach. Was gern in Bayern vergessen wird: Bayern hat selbst bis vor ein paar Jahrzehnten die Hilfe der anderen Bundesländer gebraucht, Bayern wurde durch Flüchtlinge aus Ostdeutschland und Vertriebene aus den Osten erst groß, die es nach den Krieg (und nochmals nach der Wende) die nächsten Jahrzehnte mit aufgebaut haben! Die Eliten und guten Arbeitskräfte abwerben und dann so tun, als hätte der Osten keine Vorteile gebracht, ist schon sehr zynisch. Mich erinnert dieser bayerische Patriotismus immer stark an den amerikanischen Patriotismus, wo es einige Menschen gibt, die es übertreiben und dabei schnell den Größenwahn verfallen…

      • @nationalliberal 00:09 Uhr

        Mein vorausgegangener Kommentar bezieht sich doch gar nicht auf Bayern, ja nicht einmal auf die 17 Mio. Armutsflüchtlinge, die uns Wessis (vor allem uns Bayern!) die „Wiedervereinigung“ beschert hat.

        Aber wenn Sie schon meinen, Bayern verdanke seinen Wandel vom Agrarstaat zu einem ausgewogenen modernen Staat dem „Länderfinanzausgleich“, dann müssen sich sich die Zahlen schon auch genau ansehen. Bayern hat (selbst nach heutigem Wert, also inflationsbereinigt) nur einen Bruchteil dessen erhalten, was es inzwischen jährlich (!) zur sozialistischen Umverteilung beisteuert (alleine 2015 mehr als 5,4 Mrd. €).

        Die Entwicklung der Zahlen finden Sie zum Beispiel hier:
        https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nderfinanzausgleich#Finanzvolumen

      • Herr Meister hat das gleiche Problem wie viele Deutsche: Sie kennen die USA nicht von innen. Im Gegensatz zu Deutschland gilt in den USA das Subsidiaritätsprinzip. Jede Gemeinde und jeder Landkreis ist weitgehend autonom und jeder Bundesstaat erst recht und bestimmt im Rahmen der genau festgelegten Kompetenzen was innerhalb seiner Grenzen passiert und verbietet sich die Einmischung der nächst höheren Ebene. In Volksabstimmungen können die Bürger selbst über wichtige Fragen entscheiden. So gibt es Bundesstaaten mit und ohne Todesstrafe, mit und ohne Cannabis-Legalisierung und höchst unterschiedliche Umsatzsteuersätze, um nur einige Beispiele zu nennen. Schon lange vor Obamas umstrittener Krankenversicherung hat es ähnliche Systeme auf Bundesstaatsebene gegeben. Den deutschen Quatsch „Bundesrecht bricht Landesrecht“ gibt es dort so nicht. Innenpolitisch ist der amerikanische Präsident gar nicht so mächtig wie es für uns scheint, obwohl gerade Obama verfassungswidrig versucht, mehr Macht für Washington zu gewinnen, ähnlich der EU in Brüssel. Nur wer die USA wirklich kennt weiß, was sie so stark und überlegen macht!

      • @francomacorisano

        Ich will nicht ausschließen, dass Sie die USA „besser“ von innen kennen als ich. Aber in meinen vorausgegangenen Statements zu den USA ging es ja auch nicht um deren Innenpolitik und innere Subsidiarität, sondern in erster Linie um das was sie als „Weltpolizist“ in den letzten 70 Jahren so alles Schönes angerichtet haben.

        Wirklich stark sind die USA m.E. nicht mehr. Sie halten sich mit Gewalt und mit Kriegen gerade noch eben so über Wasser. Die Wahrheit ist, dass die USA über eine völlig marode Infrastruktur verfügen und man sich große Sorgen um den Bildungsstand und tatsächlichen „Wohlstand“, vor allem aber auch um die Gesundheit der meisten normalen US-Bürger machen muss. Den Profit machen die Oligarchen. In diesem Punkt unterscheiden sich die USA nicht von Russland, Indien oder anderen Schwellenländern. Der Wohlstand und die großen Vermögen liegen in den Händen weniger Clans, denen das Wohl der meisten eigenen Landsleute schnurzpiepegal ist. Große nationale „Stärke“ vermag ich da beim besten Willen nicht zu erkennen …

        Der „american dream“ hat sich ausgeträumt. Die Phase der völligen Dekadenz (und Überheblichkeit) neigt sich dem Ende zu. Von Nachhhaltigleit keine Spur.

        Der Rest der Welt kann nur hoffen, dass die USA in ihrem wirtschaftlichen Todeskampf nicht völlig durchdrehen und den Globus in einen Atomkrieg verwickeln.

      • Wer die USA kennt und ihre liberalen Werte schätzt, hat zum Glück nicht ihre traurige antiamerikanische Weltsicht. Stellen Sie sich ruhig die ideale Welt weiter als 700 Seelen-Dorf vor. Persönlich mag das tatsächlich ideal für Sie sein, doch global hilft es bei 7 Milliarden Menschen nicht weiter.

      • @Alexander Dlger 13:24 Uhr:

        USA und liberale Werte?
        Sie halten die USA für ein liberales System?
        Wie verquer ist das denn?
        Es gibt in den USA doch nicht einmal Raum für eine wahrnehmbare liberale Partei!

      • Die US-Parteien sind vermutlich alle liberaler als die deutschen. Im Übrigen waren Sie doch für Direktwahlen. Das führt faktisch zu einem Zweiparteiensystem. Finden Sie unsere beiden größten Parteien (welche auch immer das gerade sind) irgendwie liberal?

      • Ja, ich bin für ein möglichst direktes Wahlsystem. Das setzt aber nicht voraus, dass die Kandidaten überhaupt Parteien angehören müssen. Daraus zu schließen Befürwortung eines Direktwahlsystem = Befürwortung eines Zweiparteiensystems ist also der falsche Schluss. Dass es in den USA faktisch darauf hinaus läuft ist IMO eher ein Indikator dafür, dass die Parteien dort eben genau nicht liberal sind. Vor allem nicht die erzreaktionären Republikaner mit Vorturnern wie Donald Trump oder den protestantischen Gotteskriegern aus der Familie Bush.

        Von mir aus könnten die politischen Parteien auch gerne ganz abgeschafft werden.

        Davon ab hat sogar die AfD bei den gerade zurückliegenden Landtagswahlen vom 13. März ganze eine Reihe von Direktmandaten errungen (zwei davon sogar in Baden-Württemberg, wo die SPD kein einziges Direktmandat erringen konnte). Direktwahlen müssen also selbst in der gegenwärtigen Parteienlanschaft nicht zwangsläufig zu einem Zwei-Parteiensystem führen.

      • Dass es bei Direktwahlen nach dem Mehrheitswahlrecht in der Regel zwei aussichtsreiche Parteien gibt, ist nicht vorgeschrieben, sondern ergibt sich meist endogen. Großbritannien mit lange drei und jetzt noch mehr Parteien ist eine Ausnahme und das deutsche Wahlsystem ist ohnehin anders. Es ist jeweils erlaubt, auch parteilos anzutreten, doch die Parteien haben in großen Wahlkreisen im Gegensatz zu Gemeinden mit 700 Bürgern, wo jeder jeden kennt, eine wichtige Orientierungsfunktion. Welcher der AfD-Kandidaten (gilt aber auch für die meisten Kandidaten der etablierten Parteien entsprechend) würde denn unabhängig von der AfD gewählt werden?

      • Mir geht es doch bei der Möglichkeit etwaiger Direktwahlen eben genau nicht darum, dass Parteien gewählt werden und deren Klüngel fortgeführt wird, sondern dass kompetente Kandidaten parteiunabhängig gewählt würden. Ob diese jetzt einer bestimmten Partei nahe stehen oder nicht, wäre für mich völlig nachrangig.

        In jeder Partei gibt es sowohl gute Leute als auch Vollpfosten. Meistens mehr Vollpfosten. Jedenfalls unter denen, die sich zur Wahl stellen. Leider!

      • Ihnen mögen, obwohl Sie Parteimitglied sind, die Parteien egal sein. Den meisten Wählern geht es anders. Ich würde auch in dieser Hinsicht den Wählern die Wahl geben z. B. durch die Möglichkeit des Panaschierens.

      • Panaschieren ist auf jeden Fall besser als eine reine Listenwahl.

    • @Meister Flüchtlinge und Vertriebene, bspw. Sudetendeutsche, haben einen großen Anteil am Aufschwung in Bayern. Das Paket… Länderfinanzierungsausgleich, die Starthilfe zur Entwicklung (ohne die man vielleicht noch heute ein armer Agrarstaat wie Brandenburg wäre) + Flüchtlinge/Vertriebene… hat Bayern stark gemacht. Zudem wirbt Bayern bis heute die Elite aus den neuen Bundesländern (und natürlich auch anderen Gebieten in Deutschland) ab, da es die höchsten Löhne/Gehälter zahlen kann, womit natürlich eine Haltung bzw. Erhöhung des Wohlstandes viel leichter möglich ist. Vielleicht sollten alle Zuwanderer Bayern verlassen? Es würden sowohl viele Fachkräfte als auch die normalen Arbeiter fehlen, die Jobs erledigen, die kein Bayer mehr machen will…

      • @nationalliberal

        Glauben Sie das wirklich selbst, was Sie da schreiben?

        Von welchen „Eliten aus den neuen Bundesländern“ sprechen Sie?

        Klar arbeiten viele Ossis in Bayern, Österreich und der Schweiz, weil es hier Jobs gibt und im Osten nicht. Dabei handelt es sich aber nicht unbedingt um „high potentials“ oder gar um „Eliten“, sondern wie Sie weiter unten treffend schreiben, um Jobs, die kein Einheimischer machen will. Sehr häufig auch um Mindestlohn-Jobs in der Hotelerie und Gastronomie.

        Und versuchen Sie doch einmal, mit hohen Löhnen „die Eliten“ aus Bayern oder den anderen alten Bundesländern dauerhaft ins trostlose Brandenburg oder Sachsen-Anhalt mit seinem gigantischen Freizeitwert und Savoir-vivre zu locken! 😉
        Ich war selbst 1992 und 1993 als Entwicklungshelfer in den neuen Bundesländern tätig. War nicht der einzige Wessi damals und kann ihnen nur sagen, um sich dort niederzulassen, muss das Schmerzensgeld schon verdammt hoch sein. Und die Jobs, die es in dieser Gehaltsklasse in den neuen Bundesländern gibt, sind heute noch rarer als damals.

        Also vergessen Sie´s …

      • Sie können gern an ihre eigenen Mythen glauben, dass das glorreiche Bayern von den dummen Ossis keine Vorteile hat. Ich halte mich an die Fakten: u.a. die besten 20 Prozent aus meiner Schulzeit arbeiten heute in Bayern, nach den Studium sind fast alle Mitstudenten aus den neuen Bundesländern in Bayern geblieben, da sie als Assistenten an der Universität, bei Unternehmen etc. sehr gern übernommen wurden. Hinzu kommen noch die vielen Menschen, die vorm Mauerbau in den Westen geflohen waren…oder was glauben Sie, warum die Mauer gebaut wurde? Weil die geringqualifizierte Arbeiterschaft gegangen ist…oder eher, weil die Eliten und hochqualifizierte Arbeiterschaft wie Ärzte und Co. gegangen sind? Faszinieren ist, dass Sie immer Ihre eigenen Erfahrungen anbringen, obwohl sie über 20 Jahre zurückliegen. Sie leben ein paar Jahrzehnte in der Vergangenheit, aber dadurch ist nicht die tatsächliche Welt ebenfalls stehengeblieben. Es hat sich sehr viel getan: in Großstädten wie Dresden können Sie so gut wie in München leben. Würden alle Auswanderer zurückkehren, würde man auch schnell sehen, wie sich die Wahlergebnisse zur Mitte hin verändern. Sie sind mit ihren Ansichten dem Pöbel vom „ostdeutschen“ Land sehr viel ähnlicher, als Sie denken. Mit Ihren „demokratischen“ Ansichten würden Sie dort auch viele Freunde finden. Ich finde Ihre Arroganz einfach schrecklich. Man merkt deutlich, warum Sie noch in der AfD sind… http://www.presseportal.de/pm/39474/864328
        http://www.crosswater-systems.com/ej_news_2008_09_0851_jobscout24_arbeitsmarkt_ticker_2008_09.htm
        http://www.berlinermaueronline.de/geschichte/berliner-mauerbau-gruende.htm

      • @nationalliberal

        Sie verwechseln Ursache und Wirkung!
        Es sind nicht die Verdienste unserer „Landsleute“ aus der Ex-DDR, dass es in Leipzig und Dresden jetzt vorzeigbare Universitäten gibt und auch Kinder meiner eigenen (Wessi-) Freunde dort studieren, sondern das alles ist der Entwicklungshilfe vor allem mit bayerischen Mitteln und bayerischem Know-how-Export nach der Wende zu verdanken. Jedenfalls in Sachsen. In Thüringen gilt dasselbe für sein benachbartes Bundesland Hessen als „Paten“ und für Sachsen-Anhalt war es Niedersachsen. Das sind keine Mythen, sondern Realität und „jüngere deutsche Geschichte“.

        Ich weiß nicht wie jung Sie sind. Aber vermutlich zu jung, um das alles mitbekommen zu haben.

      • Bis 1961 haben 2,6 Mio. Menschen die DDR verlassen…darunter sehr viele gut ausgebildete und hochqualifizierte Menschen und Familien. Hinzu kamen die vielen Vertriebene. Diese Menschen haben dabei geholfen, Bayern aufzubauen. Nach der Wende hat Bayern erneut (bis heute) die gut ausgebildeten und hochqualifizierten Menschen abgeworben. Natürlich wurde den neuen Bundesländern geholfen. Jedoch ändert das nichts an der Tatsache, dass Bayern im Gegenzug viele Arbeitskräfte bekommen hat, die den Wohlstand von Bayern (wie schon frühere „Ostdeutsche“ seit Jahrzehnten) aufrechterhalten. Was man auch nicht vergessen sollte, ist die Tatsache, dass die westdeutschen Unternehmen beim Aufbau im Osten kräftig verdient haben…und auf arrogante, überbezahlte Aufbauhelfer wie Ihnen, die von oben herabschauen, hätte man auch verzichten können. Zum Glück sind Sie ein Einzelfall! Viele Menschen empfinden für die Hilfe seit 1990 Dankbarkeit, aber wir haben im Gegenzug auch den alten Bundesländern viele Vorteile gebracht. Solche überheblichen Menschen wie Sie sorgen leider dafür, dass sich viele Menschen in den neuen Bundesländern wie Menschen zweiter Klasse fühlen, so dass sie Protestparteien wie die Linkspartei wählen, die ihnen Stolz vermitteln. Zum Glück sind die meisten Menschen lernfähig: bspw. Studenten vom bayerischen Land begegnen teilweise bis heute Menschen aus den neuen Bundesländern an der Universität oft am Anfang so überheblich wie Sie, weil ihnen von ihren Eltern diese negative Sicht auf „Ostdeutsche“ anerzogen wurde. Sobald sie sich in den ersten „ostdeutschen“ Studenten verliebt oder Freundschaften geknüpft haben, ändern sie ihre Sichtweise. Ich empfehle Ihnen mal ein paar Besuche in erfolgreichen bayerischen Unternehmen: Sie werden feststellen, dass einige Mitarbeiter aus den neuen Bundesländern kommen. Ich kenne in fast jeden größeren bayerischen Unternehmen Personen, die aus den neuen Bundesländern stammen… Wohnen Sie zufällig im tiefen bayerischen Wald in einen kleinen Dorf? Den Eindruck bekommt man, wenn man auch Ihre Aussagen zu Demokratie hinzuzieht…

      • @nationalliberal

        Ihre Ostalgie ist ja wirklich putzig. Was können wir Bayern froh sein. Verdanken wir doch unseren ganzen Wohlstand den Ossis, die wir seit der Wende nur ausnehmen und enteignen. Erst haben wir sie mit unserem billigen Begrüßungsgeld angelockt, nur um sie dann skrupellos auszubeuten. Dann auch noch unsere lumpige D-Mark skrupellos 1:1 gegen die viel wertvollere DDR-Mark eingetauscht. Und en Ost-Männern ihre hübschen jungen Frauen weggenommen. So was aber auch – das geht ja alles gar nicht!

        Selten so gelacht … :-))))))

      • Machen Sie sich ruhig lustig. Wer schon ein wenig wirtschaftliche Sachkompetenz besitzt, der weiß, dass die Wiedervereinigung für Bayern kein Verlustgeschäft war. Bayern hat von der Wende genauso wie schon davor seit 1945 von den vielen Vertriebenen und Flüchtlingen vorm Mauerbau profitiert…bspw. haben die Sudetendeutschen nach den Krieg in Bayern ihre Glashütten wieder aufgebaut, so dass es in zuvor strukturschwachen Regionen in Bayern zu einen Boom kam, usw. Bei ihren kruden Demokratieverständnis ist es kein Wunder, dass Sie auch hier so überheblich gegen die Faktenlage Ihre eigenen ideologischen Thesen verteidigen. Falls Sie es noch nicht wissen sollten: Das wichtigste Kapital einer Gesellschaft ist das Humankapital, gut ausgebildete und hochqualifizierte Menschen. Ansonsten nimmt der Wohlstand sehr schnell ab…
        http://www.welt.de/wirtschaft/article10032438/Die-Ostdeutschen-haben-die-Einheit-selbst-bezahlt.html

      • Herr Meister versteht eben doch nicht so viel von Wirtschaft, wie er meint. Aber der verlinkte Artikel sieht nach einer Milchmädchenrechnung aus. Insgesamt stagnierte das Medianeinkommen in den alten Bundesländern erst wegen der Wiedervereinigung und dann wegen der Euroeinführung, während für Ex-DDR-Bürger die Realeinkommen explodiert sind, ob sie nun in den neuen Bundesländern blieben oder nicht.

      • @nationalliberal 12:34

        Ganz schlechtes Beispiel. Es gibt kaum eine strukturschwächere Region in Bayern als die von ihnen benannte Gegend mit den (ehemaligen) Glashütten in der Oberpfalz. Sie kennen sich wirklich nicht aus in Bayern.

      • @Dilger Mag sein, dass man über diesen Artikel streiten kann. Aber Herr Meister ignoriert unabhängig davon, dass Bayern von Millionen „Fremden“ aufgebaut wurde, die bis heute einen großen Anteil am Erhalt bzw. weiteren Ausbau des Wohlstands haben. Die Universitäten und Hochschulen in Bayern bspw. haben sich mittlerweile sogar bewusst darauf eingestellt, dass sie bzw. Bayern die Absolventen der neuen Bundesländer abwerben…und investieren lieber in die Forschung. Ebenso werben die Unternehmen die gut ausgebildeten Facharbeiter, Handwerker und Co., ab. Ich bin gegen staatliches Eingreifen, um so etwas zu erschweren etc. So ist halt der Wettbewerb. Mich stören einfach Menschen wie Herr Meister, die überheblich über die „Ossis“ lästern, nicht anerkennen, dass sie durch das Humankapital der ehemaligen DDR wie schon zuvor aus den Ostgebieten erheblich profitiert haben und bis heute profitieren. Ohne die „doofen Ossis“ müsste Bayern schon seit Jahrzehnten erheblich Menschen aus der ganzen Welt anwerben, um seinen Wohlstand zu erhalten: wenn man die aktuellen Diskussionen um Kulturverlust durch arabische Flüchtlinge betrachtet, bezweifel ich, dass die Menschen in Bayern darüber glücklicher wären.

        @Meister Nach den Krieg waren die Glashütten ein wichtiger Faktor. Sie sollten wissen, dass ein Boom nicht unendlich anhält. Damals haben die Vertriebenen in diesen Regionen für Aufschwung gesorgt. Mag sein, dass die Regionen heute im Vergleich zu anderen Regionen ärmer sind: im Vergleich zu der Zeit vor 1945 hat sich dennoch viel verbessert, im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland geht es den Menschen auch dort sehr gut…und die Nachfahren der Vertriebenen haben wie die Flüchtlinge aus der DDR halt später in anderen Regionen für Aufschwung gesorgt, insgesamt hat Bayern von ihnen und ihren Nachfahren erheblich profitiert. Das heutige reiche Bayern würde es ohne die Millionen Vertriebenen und DDR-Flüchtlinge nicht geben, ob es Ihnen gefällt oder nicht! Sie scheinen ein typischer Globalisierungsgegner zu sein, der daran glaubt, dass es seinem Land (Bayern, alte BRD) um so besser gehen würde, je mehr es sich von der restlichen Welt isoliert…eigentlich müssten Sie doch Trump Fan sein?

      • Ich denke wie Sie, dass Bayern und die Bayern, aber nicht nur diese, von den deutschen Kriegs- und dann DDR-Flüchtlingen profitiert haben. Qualifizierte und ehrgeizige Zuwanderer sind durchaus von Vorteil. Das Teure an der Wiedervereinigung waren nicht die Menschen, die gekommen sind, sondern dass die ganze DDR übernommen werden musste. Von daher wäre der Vorschlag von Herrn Lafontaine, die DDR zu erhalten, für die damaligen Bundesbürger rein materiell tatsächlich besser gewesen. Warum ihn deswegen später ausgerechnet die Ex-SED gefeiert hat, bleibt deren Geheimnis.

      • @nationalliberal 14:59

        Sie sind ja wirklich niedlich mit Ihrer naiven Vorstellung, dass nur tapfere Sachsen, Thüringer und andere Ossis bzw. Deutsche aus den Grenzen von 1937 nach Bayern gekommen seien.

        Unsere Landeshauptstadt München hat einen Ausländeranteil (da sind ihre ostdeutschen Landsleute natürlich nicht mitgerechnet) von fast 30% und ist die Boomtown schlechthin in Deutschland. Sie sehen also, dass Bayern – im Gegensatz zu den neuen Bundesländern – sehr, sehr weltoffen ist. Es regt sich in Bayern auch außer Zuwanderen aus den neuen Bundesländern kaum jemand über „Zugroaste“ (so nennt man bei uns die Zuwanderer, auch Innerdeutsche) auf. Wir Bayern können nämlich sehr gut mit anderen Kulturen umgehen und fürchten diese nicht. Auch die Globalisierung erschreckt uns nicht. Unsere Unternehmen halten da locker Schritt (denken Sie nur an Weltmarken wie Adidas, Puma, Schaeffler, BMW oder Audi) und trotzdem ist es unseren Bauern bis heute gelungen unser schönes Land so gut in Schuss zu halten, dass die ganze Welt gerne bei uns Urlaub macht. Nicht zuletzt wohl auch deswegen, weil hier Ausländer eben nicht wie in Sachsen unfreundlich empfangen oder von einem Mob mit Glatzen und Springerstiefeln durch die Straßen gejagt werden.

        @Alexander Dilger:
        Wie Sie an ’nationalliberal‘ unschwer erkennen können, gibt es das ‚Tal der Ahnungslosen‘ bis heute. Leider auch unter den jüngeren Ossis.

      • @Dilger Die Wiedervereinigung hätte nicht so teuer sein müssen. Vielleicht hatten die BRD Eliten vor den DDR Eliten Angst? Oder wie soll man sich erklären, dass es einen 1:1 Umtausch gab, der größtenteils den ehemaligen SED Kadern zugute kam…bis heute profitieren bspw. auch die Menschen, die die DDR ruiniert, die Diktatur am Leben erhalten hatten, von hohen Renten. Hatte man Angst, dass es keine friedliche Wiedervereinigung gibt, wenn man den DDR Eliten den Übergang zum Kapitalismus nicht großzügig durch einen 1:1 Umtausch versüßt?

      • Vom Umtauschkurs 1:1 haben zwar auch Teile der DDR-Eliten profitiert, aber es ging vor allem um die Masse der Bevölkerung, der man politisch etwas schenken (was nie umsonst ist) und die man am Ort halten wollte. In der Folge gingen die DDR-Betriebe den Bach hinunter und kam es zu Massenarbeitslosigkeit. Herr Schäuble hat aus seinen damaligen Fehlern aber nichts gelernt, sondern sie in der Eurozone wiederholt, nur noch größer, teurer und schlimmer.

      • @Dilger Die DDR Eliten und ihre treuen Mitläufer hatten in der DDR das größte Vermögen. DDR Bürger mit niedrigen Einkommen (bspw. auch DDR Opfer, die selbst bzw. deren Familien kein Abitur und Studium machen durften) hatten keine Ersparnisse. Im Gegenteil: diese Menschen hat die Massenarbeitslosigkeit gleich danach getroffen. Wer im DDR System zum Kader gehört, bspw. Abitur und Studium absolvieren durfte, bekam auch nach der Wende mit seinen Qualifikationen einen guten Beruf. Der 1:1 Umtausch hat sie doppelt belohnt, ihr Vermögen vergrößert, Weiter- oder Neubeschäftigung mit erhöhten Lohn…eigentlich sogar 3-fach, wenn man bedenkt, dass diejenigen heute auch die höchsten Renten bekommen, weil sie der DDR besonders treu gedient und in der DDR deshalb gut verdient hatten.

      • Größere Geldvermögen wurden nicht 1:1 umgetauscht. Die SED-Eliten haben große Vermögen ohnehin nicht umgetauscht, sondern versteckt, insbesondere wenn diese gar nicht aus DDR-Mark bestanden. Wichtiger war die Umstellung der Löhne und Renten 1:1 und die sukzessive Anpassung von beiden Richtung Westniveau (wobei die faktischen Haushaltsrenten wegen größerer Erwerbstätigkeit in der DDR bald oft höher waren als in den alten Bundesländern).

  2. Ihre Beobachtungen habe ich auch schon festgestellt. Bei den Fall „neuer Kurs“ gehöre ich zu der Minderheit, die gerade diese Unvollständigkeit mag bzw. gemocht hat. Ich fand es immer etwas langweilig, wenn ein wiederholt angebotener Kurs so perfekt durchgeplant und abgelaufen war…neue Kurse waren dagegen interessant, da der Professor menschlicher wirkte, wenn er nicht alles gewusst hat, Fehler passiert sind. So wie manche Professoren keine Roboter-Studenten besonders leiden können, kann ich Roboter-Professoren nicht so besonders leiden, weil sie so unnahbar erscheinen 🙂 Ich habe es positiv bewertet, wenn sich ein Professor oder andere Mitarbeiter die Mühe gemacht haben, beim nächsten Termin Fragen nachträglich zu beantworten. Die meisten Studenten bewerten so etwas wirklich schlecht bzw. honorieren es nicht. Ich hatte immer bei Gesprächen den Eindruck, dass es bei einigen Studenten einfach eine gewisse Schadenfreude war…und die Evaluation hat ihnen die Chance gegeben, dem Professor dies deutlich zu machen.

    • Interessant wäre es noch, wie sich der Wiederholungseffekt weiter entwickelt. Beim dritten Mal wird der Kurs vielleicht noch etwas besser evaluiert als beim zweiten Mal, aber der Sprung vom ersten zum zweiten Mal dürfte größer sein. Beim zehnten Mal ist der Effekt vielleicht sogar negativ, weil der Dozent nicht mehr engagiert genug ist oder das Material zu sehr veraltet. Ich bemühe mich zwar bei wiederholten Kursen um neue Zahlen etc., aber diese sind nicht immer einfach zu beschaffen und die Basisliteratur wird auch nicht neuer, selbst wenn sie ihrerseits in der 10. Auflage erscheint.

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