1000. Blog-Beitrag

Dies ist mein 1000. Beitrag in diesem Blog. Ich könnte ihn für einen besonders interessanten Inhalt nutzen. Dieser kommt aber nicht unbedingt gut bei den Lesern und Kommentatoren dieses Blogs an bzw. es besteht kein Konsens darüber, welche Inhalte eigentlich interessant sind, wobei ein Blog idealerweise sowohl dem Autor als auch den meisten aktuellen Lesern gefällt, während man ihn bei Nichtgefallen nicht lesen (oder schreiben) muss. Am meisten Leser und Kommentare haben jedenfalls immer noch parteipolitische Beiträge.

Mit diesem Blog habe ich 2013 tatsächlich angefangen, um vor allem politische Inhalte als Landessprecher der AfD NRW inoffiziell kommunizieren zu können, weil die offiziellen Kanäle dafür schlechter funktionierten oder gar nicht existierten. Schon damals war ein parteipolitischer Blog vielleicht eine dumme Idee, da er innerparteiliche Gegner übermäßig erregte und von ihnen als „Dilgers Pranger“ angeprangert wurde. (Es ist ein häufiger Fall, dass sich Menschen am meisten über vermeintliche Fehler bei anderen aufregen, die sie selbst haben, was in meinem eigenen Fall allerdings nichts Gutes bedeuten würde.) Innerparteiliche Rücksichtnahme habe ich mangels Funktion und überhaupt Mitgliedschaft nicht mehr nötig. Dafür hat mein eigenes Interesse an der AfD und auch Parteipolitik allgemein nachgelassen.

Politische, ökonomische und auch andere Sach- und Grundsatzfragen interessieren mich weit mehr als Personalfragen und konkrete Skandälchen. Trotzdem finden diese am meisten Resonanz bei den Lesern und Kommentatoren hier. Sind die anderen Themen zu schwierig oder gibt es dafür einfach bessere Medien, während es immer noch an guten Diskussionsforen über die AfD oder jetzt auch ALFA fehlt? Sollte ich den Blog deshalb stärker darauf ausrichten, thematisch aufspalten oder ganz einstellen? Was wünschen Sie sich für Veränderungen? Was sollte nicht geändert werden?

13 Gedanken zu „1000. Blog-Beitrag

  1. Um Himmels Willen, bloß nicht aufhören! Ein großartiger Blog, den ich täglich lese. Morgen wird mir ein Zahn gezogen. Danach vermisst man was. So würde es mir gehen, wenn Sie Ihren Blog einstellen würden. Ich verstehe Ihren Wunsch, sich größeren Zusammenhängen zu widmen, gleichzeitig bewundere ich an Ihnen gerade die Elastizität, mit der Sie sich zwischen Detail und Gesamtbild zu bewegen verstehen. Herzlichen Dank für Ihre Dienste. Bitte, weiter so!

  2. Sie sollten mehr auf wirtschaftspolitischen Themen setzen, z.B. die Negativzins-Politik der EZB und deren Auswirkungen. So las ich kürzlich, dass die privaten Krankenversicherungen massiv die Beiträge erhöhen müssten. Die privat Versicherten zahlen in jungen Jahren Beiträge, die verglichen zum Risiko zu hoch sind, um im Alter Beiträge zahlen zu können, die verglichen zum Risiko zu niedrig sind. Ein Achtzigjähriger müsste sonst risikoangemessen vielleicht 2000 Euro im Monat zahlen und ein Achtzehnjähriger vielleicht 50. Das verhindert der Gesetzgeber, durch den Zwang von Jüngeren höhere Beiträge zu nehmen und diese über Jahrzenhte sicher anzulegen. Bei Negativzinsen, die noch weiter fallen können, funktioniert dieses Verfahren aber sehr schlecht.

    Im Schatten sogenannten Flüchtlingskrise, geschieht in der Wirtschaftspolitik einiges, dass öffentlich kaum diskutiert wird.

    • Allerdings bilden PKWs Rueckstellungen um bei aelteren Versicherten Beitraege nicht explodieren zu lassen . Kleinere Korrekturen waeren durch hoehere Selbstbeteiligung oder optimierten Versicherungsschutz zu erreichen.

      Was nicht thematisiert wird sind die Summen die PKWs i.s. die Versicherten an Versicherungsfremdenleistungen per Zwang bezahlen!

  3. Wir leben nun einmal in einem Parteienstaat. Insofern werden alle politische Debatten immer auch auf dieses Niveau herunter zu brechen sein. Und da Parteien wiederum ohne Richtungs- und damit verbundene Personaldebatten nicht funktionieren, werden eben letztere von den ersteren nicht zu trennen sein.Warum sollte das in Ihrem Blog anders sein?

  4. Sehr geehrter Professor Dilger,

    ich lese Ihre fachlich orientierten Beiträge immer gerne. Aufgrund meines volkswirtschaftlichen Hintergrunds bin ich auch in der Lage Ihren Ausführungen zu folgen. Um jedoch qualitative Anmerkungen zu machen, halte ich es dann doch meistens für notwendig, mich noch ein wenig einzulesen, Sie schreiben da ja schließlich keinen Unsinn und es hat alles Hand und Fuß. Für dieses notwendige Selbststudium fehlt mir jedoch meist die Zeit und Energie, man hat am restlichen Tag ja schließlich bereits genügend geistige Arbeit zu verrichten.

    Diskussionen über AfD und Alfa gehen dagegen locker von der Hand, da muss man sich nicht erst wissenschaftlich tief einlesen. Außerdem ist es natürlich die emotionale Komponente, die vor allem angesichts der derzeitigen Lage zum Schreiben über das Flüchtlingsthema und damit verbunden der AfD einlädt. Was dabei diese Plattform von anderen unterscheidet, ist die deutlich höhere Qualität der Beiträge und das ist vor allem Ihre Leistung.

  5. Ein Blog sollte sich immer von anderen unterscheiden und kann durchaus verschiedene Themen/Schwerpunkte behandeln. Ich finde das Sie sich gerade in Ihren politischen Äußerungen hervorragend und kompetent geschlagen bzw. mit den verschiedenen
    Standpunkten auseinandergesetzt haben. Sicherlich mit Erkenntnisgewinn für andere.
    Daher Glückwunsch zum 1000ten Blog. Eine stolze Leistung.
    Mich persönlich haben immer die Themen zu Afd und zu ALFA, sowie tagesaktuelle politische
    Themen interessiert und dies wird auch zukünftig so sein. Veränderungen sollten alleine
    Sie festlegen, denn es muss Ihnen Freude bereiten und Sie können ja entsprechend den Resonanzen immer wieder korrigieren und Themenfelder neu bestimmen. Die grundsätzliche
    politische Ausrichtung wird sicherlich interessant bleiben, allerdings auch ökonomische Fragenstellungen und Themen. Ihnen alles Gute und erfolgreiches Gelingen.

  6. Der Bürger fühlt sich überfordert, schon länger und gerade in diesen Tagen kommt das stark zum Ausdruck. Die Flexibilität, die Mobilität die gesteigerten Anforderungen, der ständige Wechsel in kurzen Abständen, gerade für die Ostbevölkerung aber auch für den Westen.
    Das gefühlte Versagen der politischen Eliten. (zurückhaltend ausgedrückt)
    Wie wirkt sich das zukünftig/langfristig auf Leistung und Wettbewerb aus.
    Vielleicht ein Thema für den 1000 Blog?

  7. Sehr geehrter Herr Dilger

    „Dilgers Pranger“ finde ich gut, insbesondere wenn es um Parteiinternas geht. Damit meine ich jetzt nicht persönliche Querelen und vermeintliche Skandälchen, sondern die programmatischen Schwerpunkte innerhalb der Parteidikusionen. Was wird aus Sicht des Blogbetreibers vernachläßigt oder überbewertet? Derartige öffentliche Diskusionen können sowohl dem Blogbetreiber als auch der Parteispitze helfen, die politische Richtung mit den Vorstellungen des interessierten Bürgers zu vergleichen und gegebenenfalls zu überdenken.
    So ein Blog bietet auch die einzigartige Chance für die Parteien, Programmpunkte und/oder Entscheidungen auf einen Erklärungsbedarf zu prüfen. Das verstehe ich unter Bürgernähe.

    Mit freundlichen Grüßen
    Markus Estermeier

  8. Also ich finde den Blog gut – und sie lassen ja auch andere Meinungen zu – ja, setzten sich sogar mit ihnen auseinander. Zu allem habe ich leider halt auch nicht immer was zu sagen was aber nicht heisst, dass ich deshalb, weil ich mal nichts sage/schreibe, kein Interesse hätte.
    Man schriebt halt meist dann etwas, wann man eine andere Ansicht hat oder etwas Ergänzendes beitragen will. Da geht meist der Lob bzw. die Übereinstimmung, das allzuoft einfach nicht geäußert wird, leicht verloren – und man mag sich vielleicht gar als Blogautor fühlen, als ob die Kommentatoren allzuoft eine Horde von Trollen, Kritikastern udn berufsmeckerern wären. Von daher sei hier einmal deutlich gesagt, dass sie einen sehr guten udn anspruchsvollen und sehr toleranten Blog betreiben und das sie andere Meinungen auch aushalten können (was sehr viele nicht können sondern allzuviele gleich persönlich sich angegriffen fühlen).
    Veränderungen sind nicht nötig. Es hat sich halt hier – geschuldet ihrer eigenen Geschichte und auch der unseren, die einen ähnlichen Lebensweg beschritten haben – halt so einiges an ehemaligen AfD-lern gesammelt. Ein bessers Forum über die AfD bzw Alfa kenne ich nicht – da es auf fb sehr schnell ins persönliche ‚rutscht‘ – zu viele sind zu schnell emotional involviert.
    Es fehlt zu vielen dasjenige, was jeder wärend des Studiums lernen sollte in Seminaren (zumindest in den Geisteswissenschaften): die persönliche Überzeugung nicht als genuiner Ausdruck der eigenen Person zu sehen, sondern trotz jedes (verbalen) Angriffes zu versuchen sachlich udn nüchtern und unaufgeregt seinen Standpunkt zu verteitigen – und Positionen, die man nicht halten kann oder die falsch waren, unaufgeregt zu räumen und dabei die Kraft haben auch zugeben zu können, dass man da und dort halt falsch lag.

  9. Alles gut… interessante texte, kultivierte Diskussion , guter Mix an themen, schöne Plattform zum ausheulen.
    Alles in allem weiter so…
    Vg S

  10. Offenbar fühlt sich bei einem unpolitischen “Meta-“Blog überhaupt niemand berufen, eine Meinung zu äußern. Bevor der Blog nun aus vermeintlichem Desinteresse spontan eingestellt wird, muss ich doch noch in die Bresche springen ;-). Auch wenn ich eher selten kommentiere, verfolge ich den Blog nun schon geraume Zeit, und bewundere das Engagement und die Selbstdisziplin, mit der er betrieben wird! Dafür vielen Dank, ich empfinde ihn nämlich als sehr bereichernd. Fehlende Kommentare bedeuten nicht zwangsläufig fehlendes Interesse, manches polarisiert vielleicht nur weniger. Inhaltlich gefällt mir persönlich die Abwechslung sehr gut, auch die vereinzelt eingestreuten privaten Teile. Am meisten interessieren mich ökonomische Fragestellungen, weil hierin Ihre Expertise liegt und die Ausführungen auch für den ökonomischen Laien sehr verständlich dargestellt werden. Insbesondere in der Euro-Frage haben Sie bei mir manchen Zusammenhang geklärt und Argumente geschärft. Parteipolitische Blogbeiträge folgen bei mir gleich darauf, weil Ihre Meinungen m. E. immer schlüssig sind, auch wenn man manchmal anderer Auffassung ist. Resümee: von mir aus kann’s gern so wirr gehen!

    • Dieser Blog ist eine globale, kostenlose Volkshochschule für alle, die unserer Sprache mächtig sind. Vielen Dank an Sie, Herr Prof. Dilger und auch für das Verständnis, das Ihre Familie dem Blog entgegenbringt, denn manche Beiträge erfordern sicherlich mehr als 5 Minuten Freizeit pro Tag. Den Themenmix finde ich gut.
      Alles Gute auf Ihrem Marathonweg zum 2000. Beitrag! Ob dann Frau Merkel noch Kanzlerin ist, ob es den Euro oder die EU dann noch gibt, werden wir sehen.

  11. Bravo und danke fuer Ihre Zeit und Energie! Klein aber serioes!
    Wohltuend ist, dass Verschwoerungstheorien und obskure Links sofort erkannt und unschaedlich gemacht werden.

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