Was darf man von Politikern erwarten?

Angesichts meines Beitrags ‚Volker Beck auf Droge‘ wurde mir auf Facebook „moralischer Extremismus“ vorgeworfen. Daraufhin habe ich mich gefragt, ob ich vielleicht wirklich zu viel von Politikern erwarte. Um diese Frage beantworten zu können, sollte ich zuerst meine Erwartungen skizzieren: Ich erwarte von jedem Bürger, dass er sich grundsätzlich an die Gesetze hält und vor allem keine Straftaten begeht. Von Politikern erwarte ich das auch, aber noch mehr, wobei meine Erwartungen mit der Position steigen. Von ehrenamtlichen kommunalen Ratsmitgliedern erwarte ich weniger als von Bundestagsabgeordneten, von Mitglieder der Bundesregierung oder gar der Bundeskanzlerin erwarte ich noch mehr. Sie sollen natürlich alle vor allem gute Politik machen, worüber es jedoch verschiedene Auffassungen gibt. Als Neben- bzw. Vorbedingung erwarte ich unabhängig von der Partei und den vertretenen Positionen ein hinreichend anständiges Verhalten. Gesetzestreue gehört dazu, die Ablehnung von Extremismus, sei dieser links, rechts oder religiös motiviert, aber auch ein Mindestmaß an Ehrlichkeit, Unbestechlichkeit und Anstand. So braucht kein Politiker einen Doktortitel, doch wer ihn wegen Plagiaten wieder verliert, sollte Ämter und Mandate aufgeben. Diese Erwartungen von mir erstrecken sich auch in die Vergangenheit, aber nicht unbegrenzt, sondern das ist von der Schwere des Fehlverhaltens und der Höhe des Amtes abhängig.

Kann man solches wirklich von Politikern erwarten, darf ich das überhaupt? Alternativ könnte man keine höheren Anforderungen als § 45 StGB an die Wählbarkeit von Politikern stellen und sie ansonsten allein nach ihren politischen Worten und Taten beurteilen. Doch über die Politik gibt es (partei)politischen Streit und häufig sind schwere Fehler dort nicht nachweisbar. Fehlverhalten in anderen Lebensbereichen dient dann als Indikator für einen zweifelhaften Charakter, der solches Verhalten auch im politischen Bereich wahrscheinlicher macht. Ob das empirisch wirklich feststellbar ist oder nur in anekdotischen Einzelfällen zutrifft, weiß ich allerdings nicht. Zumindest nach einem Regimewechsel könnte es sein, dass es kaum unbelastete Personen gibt, die zu höheren Aufgaben befähigt sind. Auch in der Demokratie kann ein gewisses Maß an Skrupellosigkeit und Unehrlichkeit zu politischen Erfolgen beitragen. Ob man sie deshalb tolerieren oder erst recht bekämpfen sollte, ist eine andere Frage.

Erwarte ich also zu viel von Politikern, die auch nur Menschen sind? Es ist jedenfalls nicht so, dass meine Erwartungen unerfüllbar hoch sind. Die meisten Menschen und auch Politiker genügen ihnen und sind anständig, einige sind das leider nicht und manche müssen sich entscheiden, ob sie das Richtige oder das zumindest dem Anschein nach Erfolgreichere tun wollen. Wenn sie dann erwischt werden, möchte ich sie dafür zumindest kritisieren dürfen. Ich muss sie auch nicht wählen, zumindest wenn über einzelne Personen abgestimmt wird, während auf Parteilisten wohl immer solche und solche stehen. Andere haben nicht meine Erwartungen und wählen aus meiner Sicht unanständige Politiker, weil ihnen z. B. die politischen Positionen wichtiger sind, obwohl unehrliche Menschen auch darüber lügen. Diese Wahlfreiheit gibt es in der Demokratie. Man muss nicht nach meinen Kriterien wählen und urteilen, aber man darf es.

16 Gedanken zu „Was darf man von Politikern erwarten?

  1. Auch Politiker stellen, rein menschlich gesehen, einen Durchschnitt der Bevölkerung dar.

    Man muss sich nur von dem Vorurteil frei machen, Drogenkonsum oder Betrug würden nur ein bestimmtes Klientel betreffen. Dieses gibt es jedoch quer durch alle Schichten der Gesellschaft.

    Wer sich durch in betrügerischer Weise erworbene Abschlüsse einen Arbeitsplatz erschleicht oder Abschlüsse vortäuscht, der fliegt. Das sollte bei einem politischen Amt nicht anders sein als auch in der freien Wirtschaft. Gleiches gilt bei strafrechtlich relevanten Vergehen.

    Über Drogenkonsum kann man streiten. Canabis halte ich für weniger arbeitsplatzgefährdend als synthetische Drogen und freiverkäuflicher Arzneimittel.
    Es gibt viele, auch beruflich durchaus erfolgreiche Menschen, die Canabis ähnlich nutzen wie andere ein gutes Glas Wein. Ab und zu zur Entspannung.
    Dass sowohl Alkohol als auch Drogen und freiverkäufliche Arzneimittel bei Missbrauch zur Abhängigkeit führen, ist ein anderes Thema.

    An Politiker stellt man höhere moralische Ansprüche. Hypermoral sollte man IMHO jedoch vermeiden.

  2. Verdirbt Politik (Macht) den Charakter? Gluecklicherweise nicht bei allen Menschen, auch hier spielt Intelligenz eine Rolle. Aber egal, unsere Ansprueche an Politiker muessen hoch sein, nicht nur ein Minimum i.e. sich an Gesetze zu halten! Gleich hohe Anforderungen muessen fuer alle Politiker gelten, keine Abstufung je nach Verantwortung!

    Ob Edathy oder Beck, beide haben eigene Waehler und die Parteien betrogen, beide haben Gesetze verletzt und sind kompromitiert. Korrekter weg waere Parteiausschuss und Aufgabe des Mandats. Und schon reden die unanstaendigen Gruenen ueber eine zweite Chance! Auch ein Zeichen der Korruption.

    Wer glaubt, das die Buerger eigene Politiker nicht beobachten und beurteilen liegt falsch. Auch in frueheren Jahrhunderten wusste man genau wer ein ehrlicher Minister war und wer nicht. Anstaendige Minister liefen noch empoert hinter Besuchern, die Geldbeutel mit Dukaten im Sofa versteckten, um es zurueck zu geben! Ehrlichkeit, Anstand und Selbstrespekt galten mehr als bei heutigen Ideologen und Karrieristen!

  3. Was erwarte ich von Politikern?

    – Vor allem: Zuverlässigkeit und somit Berechenbarkeit.

    Der Punkt ist doch, dass langsam aber sicher die Repräsentanzfunktion unserer repräsentativen Demokratie verloren geht.

    Ds liegt in meinen Augen vor allem an zwei Entwicklungen.

    Zum einen: der Politiker fühlt sich nicht mehr seinen Wählern gegenüber verpflichtet, sondern seine Treue gilt primär seiner Partei. Denn die Partei ist es, die er mittlerweilen vertritt, vor allem, wenn er ein Listenkandidat ist – und die Partei gibt die Inhalte vor.

    Zum anderen: Politiker meinen immer mehr – siehe: Merkel -, dass mit dem Erringen eines Amtes sie tun können, was auch immer sie wollen. Sprich: das sie ihrem geschwätze vor der wahl, weswegen sie auch gewählt wurden, nicht verpflichtet wären. Man sieht es sehr deutlich einfach daran, worauf ich hinwesien weill, wenn man sich Merkels aussagen zu Asyl und Migration von 2013 und 2014 ansieht und es vergleicht mit dem, was sie seit spätsommer 2015 an einer Position vertritt. Ähnlich auch bei den Themen Atomausstieg, Erneuerbare Energie und Bundeswehr. Was wir haben ist eine Politikerin (und viele andere), die mit bestimmten Positionen für Stimmen werben und danach sobald es opportun wird, diese bis zum Gegenteil verkehren. Selbstverständlich muss einPolitiker veränderten Situationen gegenüber anpassungsfähig sein und auch kompromissfähig. Aber viele dieser Entscheidungen udn Richtungsänderungen gehen darüber weit hinaus und zeigen ein verständnis, nach dem ‚loyalität‘ – und somit Repräsendativität – im Grunde nicht mehr dem Wähler gegenüber besteht, sondern nur noch der eigenen Popularität und dem eigenen Ego, und wenn überhaupt, dann nur noch der Partei gegenüber.

    Der Partei, die de facto für viele Politiker die Stelle des eigentlichen Souveräns eingenommen hat (denn nach ihr wird sich ausgerichtet, ihr gegenüber fühlt man sich Rechenschaftspflichtig, ihr hält man die Treue und macht entsprechende Richtungsänderungen mit, unterschreibt Dinge, die man niemals gelesen haben kann (500 Seiten in (Amts-)Englisch eines Vertrages übers Wochenende zu lesen kann so gut wie niemand), unterwirft sich dem ‚Fraktionszwang‘ usw…. –> ergo: dies ist die entscheidende Instanz, auf die idR. der Politiker Rücksicht nimmt, und nicht eine letztlich ihnen entfremdete, anonyme Wählerschaft).

    Von daher plädiere ich auch für Volksentscheide, damit die Parteienmacht unterlaufen wird und somit die Herrschaft weniger (an der Parteispitze) nivelliert wird zu einer erneuten wertschätzung des im GG verankerten eigentlichen Souveräns, dem (Wahl-)Volk, den Bürgern.

    Was ich also erwarte von Politikern ist, dass sie wieder mehr sich ihren Wählern gegenüber verpflichtet fühlen, indem sie die Positionen, die sie zur Wahl hatten und mit der sie für ihre Wahl warben, auch beibehalten über die 4 Jahre ihrer Wahlperiode. Dass sie die Wähler wieder repräsendieren und nicht ihre jeweilige Partei mit ihrer jeweiligen parteiinternen Hierarchie.

  4. Ich will es kurz machen: bezüglich politischen Mandatsträgern jeden Levels sollten wir keinesfalls hinter den kategorischen Imperativ zurückfallen. Daher ist Ihre Auffassung der wünschbare Mindeststandard und daher wohl angesichts menschlicher Fehlbarkeit wohl auch schon das praktische Optimum.

  5. Ich erwarte von Politikern einfach nur, dass sie dem Volk wieder zuhören! Aber bei den etablierten Parteien herrscht eine grenzenlose Arroganz und sie interessieren sich für die Lebenswirklichkeit der Mehrheitsgesellschaft gar nicht mehr. Es werden nur noch die Interessen von Randgruppen vertreten (Ausländer, Moslems, Homosexuelle, Öko-Fuzzis, …). DAS ist das eigentliche Problem!

  6. Meine Meinung dazu ist einfach: der Wähler und die jeweilige Parteibasis entscheidet. Ich halte von diesen gegenseitigen Rücktrittsforderungen der anderen Parteien überhaupt nichts. Politiker kommen aus der Mitte der Gesellschaft…es gibt genug Menschen, die wie Beck Drogen nehmen. Wenn diese Menschen ihn verstehen, unterstützen und er bei den Wählern und der Grünen Basis genügend Rückhalt hat, um sein Mandat weiterhin auszuüben, so akzeptiere ich es, obwohl ich sein Verhalten ablehne und ein Mandatsverzicht begrüssen würde. Der Sinn des Bundestages ist gerade, dass er die Bevölkerung in all ihrer Vielfalt wiedergibt…Drogenkonsumenten gehören leider dazu. Natürlich ist bei solchen Fällen faszinierend, dass die Menschen jetzt wieder bei pro bzw. contra am lautesten sind, die sonst immer in Bezug auf ihre Partei eine zweite Chance predigen, aber selbst beim politischen Gegner nicht die Meinung vertreten, dass Menschen eine zweite Chance erhalten sollten…egal, ob Grüne oder AfD oder etc, alle sind gerade scheinheilig. Wenn man jedes Fehlverhalten mit Mandatsverzicht sanktionieren würde, wäre der Bundestag fast leer…und viele Bürger wären arbeitslos, wenn man sie sofort entlässt.

      • Warum? Weil Sie das so wollen? Die Parteibasis und die Wähler entscheiden, wer im Bundestag (weiterhin) sitzt…soweit kein Gesetz dem entgegensteht. Der Bundestag ist das Spiegelbild der Gesellschaft, womit auch dubiose Gestalten ein Recht haben, im Bundestag zu sitzen. Ansonsten müsste man die AfD verbieten, wenn man sieht, was da für Gestalten bspw. schon in die Landtage demnächst einziehen werden… Fordern Sie auch, dass man jeden Arbeitnehmer sofort fristlos kündigen muss, wenn er Drogen genommen hat? Warum sollte man an Abgeordnete höhere Anforderungen als an die Klientel haben, die sie vertreten? Sie sind der Meinung, dass Drogenkonsumenten im Bundestag nichts zu suchen haben…und legen bestimmt auch fest, welche Drogen damit gemeint sind? Für mich zählen Alkohol, Zigaretten und Co. dazu…für Sie bestimmt nicht? Sonst müssten Sie dafür sein, dass wahrscheinlich 99 % der Abgeordneten zurücktreten müssen… Der einzige Unterschied zwischen weichen und harten Drogen ist, dass die weichen Drogen wie Alkohol langsamer krank und süchtig machen. Das Endergebnis ist das Gleiche…. Es mag uns nicht gefallen, aber im Bundestag, Landtagen und Co. sitzen nun mal nicht nur Menschen, die wir mögen, die ein Leben in unseren Sinn führen, usw…. Für mich ist die Frage, ob Drogenkonsumenten in Parlamente sitzen dürfen, eine moralische Frage. Jeder hat seine eigenen Moralvorstellungen. Man sollte daher tolerant sein und nicht alles gleich verbieten wollen, was einem selbst nicht gefällt. Es kann einen schnell selbst treffen…Gesellschaften haben schon oft ihre Vorstellungen geändert, so dass auch Sie in Zukunft plötzlich negativ betroffen sein könnten. Vielleicht gibt es irgendwann eine Mehrheit in der Bevölkerung, die vegan lebt…und dann müssen Abgeordnete zurücktreten, wenn sie erwischt werden, wie sie Fleisch essen? PS: ich bin selbst wertkonservativ, aber gleichzeitig liberal in Bezug auf andere Menschen, d.h. versuche meine Moral- und Wertvorstellungen nicht anderen Menschen aufzuzwingen; sie zu sanktionieren, wenn sie anders Leben; usw., wenn ihr Verhalten sich im gesetzlichen Rahmen hält und sie keine Personen schädigen

    • Grüne wollen Drogen legalisieren, aber in Baden-Württemberg haben sie dafür gesorgt, dass Pizza-Dienste nach 22.00 Uhr keine Flasche Wein mehr ausliefern dürfen……..

  7. Als ich noch CDU-Mitglied war, habe ich an einer Mitgliederversammlung teilgenommen, bei der die 35 Kandidaten zum Gemeindeparlament nominiert wurden. Aus gesetzlichen Gründen mussten 35 geheime Wahlen durchgeführt werden und die Versammlung dauerte bis weit nach Mitternacht. Zu Beginn lag auf jedem Platz eine Vorschlagsliste des Vorstandes. Es war mir klar, dass die vordersten Listenplätze ohne Diskussion durchgingen, da hier die Lokalmatadoren nominiert waren. Bei der 7. Wahl gab es dann den einzigen Gegenkandidaten des Abends, der vom Vorsitzenden höchstpersönlich niedergebügelt und daher auch nicht gewählt wurde. Das Parteivolk stimmte 35 Mal genau so ab, wie der Vorstand das gewünscht hatte. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zu später Stunde zum Entsetzen des Vorstandes in den Saal rief „Blockflöten seid ihr! Erich Honecker wäre stolz auf euch!„.

    Eine alte Bekannte von mir, die zu dieser Zeit Mitglied der SPD war, berichtete mir, dass die Nominierung der Kandidaten bei der SPD ganz genau so verlaufen ist……

    • Vermutlich gab es keinen gesetzlichen Grund für 35 Einzelwahlen, sondern auf diese Weise sollte ebenfalls die Vorstellung des Vorstands durchgesetzt werden. Wenn mehrere Positionen gleichzeitig gewählt werden, lässt sich zumindest die Reihenfolge nicht so genau vorherbestimmen.

    • Ja, solche Spielchen kenne ich nur zu gut – Berlin, gerade unter der Brinker-Seilschaft erblüte regelrecht in solchen Spielen. Beliebt auch: die Vorstellungszeit jedes Kandidaten auf ein minimum zu beschränken – teilweise: je 8-10 Kandidaten im Pulk auf die Bühne und kurz mal Zeit den namen zu nennen – Muahaha. Der Herr bisherige Vorstand hat dann die Zeit des Rechenschaftsberichtes und die der Eröffnungsrede fleissig dafür benutzt Werbung in erigener Sache zu machen inc. von Märchen, dass er ja der eigentlich geheime Leiter des Bundesvorstandes wäre (nein, er war nicht in diesem Gremium, aber angeblich würden alle zu ihm kommen, um sich von ihm beraten zu lassen und ähnliche Stories…) und dem schmücken mit fremden Federn.
      Es gibt zu viele, die Strukturen so ausnutzen oder hinzubiegen versuchen, dass sie den eigenen Vorteil schamlos dienen – und das völlig öffentlich und für jeden direkt sehbar. ABER: es gibt auch viel zu viele Wähler, die genau das goutieren und sich regelrecht selbst entmündigen…: wenn es doch der Herr Vorstand will – der weis halt am Besten, was für ihn, den Wähler, gut ist….
      Bei AfD-internen Wahlveranstaltungen habe ich life eine Vorstellung davon bekommen, was deutscher Untertanengeist wirklich bedeutet.

  8. Ist halt immer die Frage , wenn man da auf Piefke-Obergutmensch macht und erwischt wird, ist die Schadenfreude natürlich groß.

    Aber was soll es ob diese Droge wirklich so gefährlich ist, man ist aufgeputscht und hat Glücksgefühle, ( angeblich, ich hab es nie probiert) wie viele sind daran schon gestorben? Wahrscheinlich niemand.
    Aber wie viele Menschen sind an Heroin gestorben, In meinem früheren Schachclub sind damals Zwei daran gestorben. Die waren nicht aufgeputscht, sondern haben erzählt, sehr langsam, alles wird wie in einer heißen Badewanne. Der eine hat ca 1 Jahr später eine Überdosis genommen, mit dem goldenen Schuss.

    Zu Cannabis, das ist eine sehr weiche Droge.

    Alkohol dagegen, Jörg Haider ist schwer betrunken mit 1,8 Promille beim Autofahren gestorben, da hätte er aber noch andere Autofahrer in den Tod reißen können.

    • Es ist falsch, Cannabis als „eine sehr weiche Droge“ zu bezeichnen. Für die meisten Drogenabhängigen ist Cannabis die Einstiegsdroge. Irgendwann reicht sie dann nicht mehr und es wird auf härte Drogen umgestiegen. Außerdem macht der Dauergebrauch von Cannabis die Konsumenten lethargisch und antriebslos. Das ist gerade bei Jugendlichen gefährlich, denn der soziale Abstieg geht heute schnell. Wer dann durch Cannabis („downers“) bocklos wird, braucht Aufputschmittel („upers“), Amphetamine oder Koks, um wieder hoch zu kommen. Ein echter Teufelskreis!

      Dass die Grünen, als die Nachfolger der 68er und deren geistiger Väter der „Frankfurter Schule“ die Freigabe von Drogen fordern hat noch einen tieferen Hintergrund: Nach Karl Marx braucht es ein Proletariat, damit es zur Revolution kommt und der Sozialismus die Macht übernehmen kann. Das ist für Linke ein Dogma! Was aber, wenn es kein Proletariat gibt, weil der Kapitalismus auch die Arbeiterschaft gut versorgt hat??? Dann muss eben ein Proletariat geschaffen werden. Genau das ist die Kernthese der „Frankfurter Schule“ (Marcuse, Horkheimer, Adorno, ….). Und wie geht das?
      1. Man redet verschiedenen Gruppen der Gesellschaft ein, dass sie „diskriminiert“ würden (Frauen, Jugend, Homosexuelle, Künstler, Schwarze, …). Man gründet Komitees und Bürgerinitiativen und geht für die „Rechte“ dieser Gruppen auf die Straße. Linke und auch liberale Politiker, Presseleute und Gutmenschen nehmen das wohlwollend auf und helfen mit. Schon gibt es ein „Proletariat“.
      2. Auch die Öffnung der Grenzen und das Einschleusen ausländischer Unterschichten bringt das gewünschte Proletariat. Diese Stufe hat im Moment mit den „Flüchtlingen“ einen Höhepunkt erreicht.
      3. Die übelste Form Proletariat zu erzeugen sind Drogen, Absenkung der Bildungs- und Leistungsstandards und die Reduzierung der Menschen auf Triebe, wie Tiere (fressen, saufen, ficken). Genau darum fordern Linke immer wieder die Freigabe von Drogen, die „Anpassung“ (heißt IMMER, dass sich am niedrigsten Niveau angepasst wird, damit alle „gleich“ dumm werden = „Inklusion“) der Bildungs- und Leistungsstandards und die Frühsexualisierung der Kinder. Das (heimliche) Ziel sind kaputte Menschen, seelische Krüppel, also ein Proletariat, perfekter als der alte Marx es sich vorstellen konnte. Nur wer das verstanden hat, kann die richtigen Schlussfolgerungen ziehen!!!

      • Schoen beschrieben!
        Mit Oeffnung der Grenzen und vielen sozialen Programmen wird die leicht manipulierbare Masse des „Lumpenproletariats“ vergroessert. Klassenkampf geht weiter und CDU schweigt!

    • Mich persönlich stört diese Verharmlosung von Cannabis unheimlich. Ja, Alkohol macht den größeren Kater. Ja, Alkohol schießt dich ins noch größere Jenseits. Aber: Alkohol wird auch vom braven Mauerblümchen um die Ecke konsumiert. Gerade weil man Alkohol nicht so nebenher konsumieren kann wie Cannabis, genau deswegen ist Cannabis gefährlicher. Ich habe (zumindest in jungen Jahren) noch niemand an Alkohol zu Grunde gehen sehen, aber sehr wohl an Cannabis. Kiffen kann man den ganzen Tag nebenher, das fällt nicht weiter auf, bei Alkohol hingegen sehr wohl, auch wenn die direkte Wirkung härter sein mag. Allein schon der Umgang, der sich vom einfachen Normalo entfernt hat, ist gefährlich.

      Trotzdem bin ich für eine völlige Drogenfreigabe. Verhindern, dass es manche Leute nehmen, das kann man eh nicht. Was man hingegen verhindern kann, das ist die elende Goldgrube für kriminelle Rockergruppen oder kriminelle Asylanten, die sich so eine goldene Nase verdienen. Diese asozialen Gruppierungen gehören von ihrem Geldstrom abgetrennt, der Junkie kommt ohnehin an seinen Stoff. Der Staat sollte auf die Drogen Steuern erheben und zwar in dem Maße, dass es der Dealer gerade nicht gewinnbringend unterbieten kann. Einen gewissen Preisaufschlag kann dabei eine staatliche Organisation durchaus erheben, da hier Verunreinigung per se ausgeschlossen ist. Eine weitere Regulierung wäre dabei kontraproduktiv, da es den illegalen Handel erhalten würde. Die einzige Aufgabe wäre, dass sich nicht Dealer in Deutschland legal eindecken, um daraufhin im Ausland den großen Profit zu erzielen.

      Um die Menschen vom Konsum abzuhalten, dafür würde ich am Führerschein ansetzen. Das ist für den Normalo Abschreckung genug, denn wer nicht gerade in einer richtigen „Großstadt“ wohnt, für den wirkt sich der Führerscheinverlust fatal aus. Die erhobenen Steuern sollten dabei, analog zu einer Gebühr, dem Staat ausschließlich für die Folgen illegalen (also bisher) Drogenkonsums ausgegebenen werden. Bezüglich des Führerscheins müsste nur so streng wie in Baden-Württemberg und vor allem in Bayern vorgegangen werden. Dort bedeutet der Konsum (es reicht sogar der Besitz ohne Konsum) von „harten“ Drogen ohne Ausnahme den Entzug es Führerscheins.

      Die Stilllegung der Millioneneinnahmen asozialer Bevölkerungsgruppierungen erscheint mir jedenfalls wichtiger als das offizielle „Verbot“ für Leute, die ohnehin an den Stoff kommen, wenn sie denn wirklich wollen.

      Gleiches gilt für Prostitution. Wenn wir das entmoralisieren würden, dann würden wir Menschenhandel wie Drogenhandel eindämmen können. Das Problem ist vor allem unsere übermoralisierende Gesellschaft.

      Das ändert allerdings nichts daran, dass ein Volker Beck sein Bundestagsmandat abgeben sollte, da er als eindeutiger Junkie, der im Darkroom große Drogenparties feiern mag, aber sonst mehr als verwirrt erscheint, dafür mehr als ungeeignet ist. Wenn er direkt gewählt wäre (oder über ein Wahlsystem wie bei einer Gemeinderatswahl, das ich mir auch auf Bundesebene gut vorstellen könnte), dann wäre das eventuell was Anderes. Aber bei einem einfachen Listenkandidat, der sich nicht über seine Person als solche qualifiziert hat, da kann ich schon eine größere Gesetzestreue und Zurechnungsfähikeit erwarten. Drogensüchtige mit (zumindest in der Vergangenheit) Hang zur Verharmlosung pädophiler Neigungen haben zumindest meiner Meinung nach nichts im Bundestag verloren. Das sind vielmehr jene Leute, wo man zu seinen kleinen Kindern sagen würde, dass sie sich ja vor ihnen in Acht nehmen und niemals auf ihre netten Kontaktgesuche eingehen sollten. Das sind genau jene Leute, die unsere Gesellschaft verkommen lassen und weshalb der moralische Kompass (hier sehe ich zu meiner Aussage im vorherigen Absatz keinen Widerspruch, da es sich hier im Gegensatz zu Kindern um selbständige Menschen handelt) uns völlig verloren geht.

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