Nutzlose Reservierung bei der Bahn

Über meine Rückfahrt mit der Deutschen Bahn vom ’18. Workshop Hochschulmanagement in Hamburg‘ letzten Freitag möchte ich noch kurz wie angekündigt berichten. Der Zug war voll. Für diesen Fall hatte ich extra eine Reservierung für 4,5 Euro erworben. Bei der Hinfahrt war die Reservierung unnötig gewesen, weil der Zug nicht voll war. Dummerweise war sie bei der Rückfahrt ebenfalls unnütz, denn es gab keinen Platz mit meiner Nummer 22, weil der Wagen für Rollstuhlfahrer eine Reihe von Plätzen aussparte, für die aber trotzdem Reservierungen verkauft worden waren. Deshalb setzte ich mich auf Platz 21, der laut Anzeige bis Dortmund reserviert war, für den jedoch noch jemand mit Reservierung kam.

Nachdem einige andere Fahrgäste mit Reservierung und ich eine Weile gestanden hatten, kam ein Schaffner vorbei, der erst einmal dumme Witze machte. Auf meine Beschwerde bot er an, das Fehlen des reservierten Platzes zu bescheinigen, damit ich einen Antrag stellen könne, die 4,5 Euro für die Reservierung erstattet zu bekommen. Der Aufwand dafür wäre jedoch viel zu hoch, zumal die ganze Hauptleistung durch die fehlende Nebenleistung beeinträchtigt war. Vielleicht sollte ich der Bahn drei ausgefallene Arbeitsstunden in Rechnung stellen.

Immerhin beschaffte der Schaffner später einem anderen Mann und mir noch einen Platz in einem Familienabteil. Die nächste Bahnmitarbeiterin beschwerte sich dann allerdings, dass wir ohne eigenes Kind in dem Abteil sitzen würden, in dem sich noch eine Familie mit Einjährigem befand. Zum Glück bin ich Kindergeschrei gewohnt, welches bei fremden Kindern auch keine eigene Aktivität erfordert.

Fehler können passieren, aber der Umgang der Bahn damit ist gleich in mehrfacher Hinsicht inakzeptabel. Ich werde deshalb die Staatsbahn zukünftig noch konsequenter meiden als nach meinem ‚Ärger mit der BahnCard‘ ohnehin schon. Die nächste eigentlich schon geplante Bahnfahrt tue ich meiner Familie nicht an, obwohl wir bereits Rail&Fly-Tickets haben.

8 Gedanken zu „Nutzlose Reservierung bei der Bahn

  1. Wären Sie „Flüchtling“ gewesen, hätte die Fahrt mit der Deutschen Bahn gar nichts gekostet und am Bahnhof wären Sie womöglich noch mit „welcome refugees“ empfangen worden…….

    • Die Mutter im Familienabteil war eine Schwarze, die in perfektem Deutsch ihre Sorgen über die Flüchtlingskrise äußerte. Eine nichtrassistische AfD sollte gerade auch um solche Menschen werben.

      • Ich kenne eine ganze Reihe von sehr gut integrierten Ausländern, die in Deutschland leben und arbeiten, ABER auf gar keinen Fall mit den „Flüchtlingen“ in einen Topf geworfen werden wollen. Mein Arbeitgeber, ein erfolgreicher indischer Geschäftsmann, gehört dazu! Er schimpft auf die „nichtsnutzigen Faulenzer“ und erzählt gerne davon, wie er als armer Kerl nach Deutschland kam und ganz ohne staatliche Hilfe seinen Weg gemacht hat.

      • Unter den über eine Millionen Menschen, die letztes Jahr unkontrolliert nach Deutschland kamen, wird es auch viele fleißige und integrationswillige Menschen geben. Es fragt sich nur, wie viele Hunderttausend das nicht sind und welchen Schaden sie anrichten werden. Wenn sie nur dauerhaft Sozialleistungen beziehen, können wir froh sein.

  2. Offenbar wurde in Ihrem Zug außerplanmäßig ein Wagen anderer Bauart eingereiht. Das ist keine Seltenheit, wie überhaupt nur wenige Zugfahrten im Fernverkehr reibungslos verlaufen. Ich habe auch oft schon erlebt, dass der Zug genau andersherum gereiht war als vorgesehen und damit jedes Mal Hektik und Bewegung auf dem Bahnsteig ausgelöst wurde.

    Kein Wunder, wenn die Deutsche Bahn zunehmend unter der Konkurrenz durch die Fernbusse leidet. Die Preise dort sind wirklich unschlagbar, es gibt vernünftige Internetverbindungen und ein Sitzplatz ist sicher (natürlich haben Fernbusse auch Nachteile, die mich immer noch veranlassen, die Bahn zu nutzen).

    • Es kommt durchaus öfter vor, dass andere Wagen eingesetzt werden. Gerade deshalb sollte die Bahn jedoch auf diesen Fall vorbereitet sein. Dass Reservierungen gerade dann nichts wert sind, wenn man sie am nötigsten braucht, spricht klar gegen die Bahn. Was machen eigentlich Leute, die nicht stehen können?

  3. Seit Jahren fahre ich mit dem ICE mit öfters wechselnden Zielen. Ich habe noch nie eine Reservierung bekommen und immer einen Sitzplatz. Da gibt es natürlich keine Garantie. So fuhr ich z.B am Samstag abend von Ludwigshafen nach Bochum. Ich stieg vorne ein, alles reserviert und alles voll gepackt mit Menschen. Ich musste schon grinsen. In den letzten beiden Wagen des ICE war kein Mensch, dort war auch nichts reserviert. Das passiert mir ganz häufig. Da mittlerweile immer mehr Menschen Zugplätze reservieren ist die Aussicht auf einen freien Vierertisch in den nicht reservierten Wagen größer, als wenn weniger reservieren würde. Man sollte allerdings den Freitag meiden.

    • Die Bahn vergibt die reservierten Plätze nebeneinander, vermutlich damit für später reservierende Gruppen noch Platz bleibt. Wenn ein Zug nicht so voll war, habe ich meine Reservierung deshalb schon häufiger nicht genutzt. Letzten Freitag wäre das auch die bessere Wahl gewesen, da ich Hamburg Dammtor einstieg und sich der Zug erst Hamburg Hauptbahnhof richtig füllte. Allerdings wurde gleich durchgesagt, dass die Reservierungsanzeigen nicht stimmen würden, man also auch gar nicht gekennzeichnete Plätze wieder verlieren könne. Ich hielt es durchaus für möglich, dass der Platz mit der falschen Nummer doch für mich reserviert war, weil die Anzeige bis Dortmund lautete.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s