FIFA wählt Gianni Infantino zum Blatter-Nachfolger

Nach dem korrupten Sepp Blatter hat die FIFA heute im zweiten Wahlgang Gianni Infantino, ebenfalls Schweizer und UEFA-Generalsekretär, als neuen Präsidenten gewählt (siehe „Mit Infantino kehrt die Uefa in die Fifa zurück“). Ein wirklicher Neuanfang ist das jedoch nicht, ist er doch erstens ein enger Vertrauter von Michel Platini, dem suspendierten UEFA-Präsidenten, der eigentlich Herrn Blatter beerben wollte, aber von der FIFA-Ethikkommission ebenfalls wegen Korruption gesperrt wurde. Zweitens hat er Blatter-mäßig allen mehr Geld versprochen (siehe „Infantino siegt mit Steinzeit-Strategie“). Für die Fußballverbände wäre das vielleicht noch akzeptabel, vor allem für korrupte Funktionäre hingegen nicht. Die beschlossenen Reformen (siehe Die Eckpfeiler der radikalen Reform“) mögen helfen, reichen aber vermutlich noch nicht aus. Mal sehen, wer der nächste, dann deutlich mächtigere Generalsekretär wird.

6 Gedanken zu „FIFA wählt Gianni Infantino zum Blatter-Nachfolger

  1. Sehr geehrter Herr Dilger,
    das Vorurteil ist oft eines der schlechteren Urteile. Sie bezeichnen Herrn Blatter als korrupt. Womit können sie diese Behauptung belegen? Strafrechtlich ist es bisher ( soweit mir bekannt), zu keiner Verurteilung gekommen und es gilt immer noch das Prinzip der Unschuldsvermutung. Ihr Koruptionsvorwurf, so naheliegend er auch sein mag, kann deshalb nur als Populismus bewertet werden. Untersuchungskomissionen und Sportgerichte ersetzen keine staatsrechtliche Justiz.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Kempkes

    • Die Korruption von Herrn Blatter wurde eindeutig nachgewiesen. Er hat nur Glück gehabt, dass er dafür noch nicht strafrechtlich belangt wurde. Vermutlich ist die Schweizer Justiz zu lasch, während sein später Rücktritt allein aus dem Grund erfolgte, um der US-Justiz zu entgehen.

      Die Unschuldsvermutung gilt strafrechtlich, hier zählen die besseren Argumente. Welches inhaltliche Argument haben Sie dafür, Herrn Blatter und sein System nicht für korrupt zu halten?

      • Mein stärkstes Argument lautet: Alles was wir in Bezug auf Herrn Blatter scheinbar wissen beruht auf auf Vermutungen und Meinungsbildung von nichtstaatlichen Komissionen, deren Unabhängigkeit auch anzweifelbar ist. Weder die schweizer, noch die US- Justiz sind über Ermittlungen hinaus gekommen, denn die Beweisführung scheint sich schwierig zu gestalten. Auch wenn es in keiner Weise naheliegend ist, besteht zumindestens die theoretische Chance auf Nichtbeteiligung an Koruption durch Herrn Blatter. Ich glaube zwar selbst nicht daran, aber glauben heißt nicht wissen. Das offensichtliche und die Wahrheit sind nicht immer deckungsgleich!

      • Ich bilde mir meine Meinung auf Grundlage der vorliegenden Evidenz. In diesem Fall ist sie eindeutig. Das schließt einen Irrtum nicht aus, der aber auch bei einem Gerichtsurteil möglich ist. Wenn neue Evidenz auftaucht, bin ich bereit, meine Meinung zu ändern. Deshalb hatte ich auch danach gefragt; das war nicht rein rhetorisch gemeint.

  2. Pingback: IOC lässt Russland trotz Staatsdoping für Rio zu | Alexander Dilger

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s