Feuerpause und Kampfeinsätze in Syrien gescheitert

Russland Ministerpräsident Dmitri „Medwedew beklagt ’neuen Kalten Krieg‘ – Mehr Bomben auf Syrien“ scheinen die russische Antwort darauf zu sein. Denn tatsächlich führt Russland in Syrien einen heißen Krieg und unterstützt das Regime von Baschar al-Assad vor allem gegen die gemäßigten Rebellen (siehe ‚Russland kämpft für Assad, nicht gegen IS‘). Der Westen ist zwar auch in Syrien militärisch engagiert, aber nicht so stark und klar positioniert. Das verändert das Machtgefüge und Präsident „Assad will ganz Syrien zurückerobern“. Die erst Freitag ausgehandelte Feuerpause, von der nur der IS und die zu Al Kaida gehörende Al-Nusra-Front ausgenommen werden sollten, hält dementsprechend nicht. „Obama fordert Putin auf, einzulenken“, doch das wird dieser wie zuvor auf der Krim und in der Ostukraine nicht von sich aus tun. Inzwischen greift auch wieder die Türkei die Kurden in Syrien an, was ebenfalls den Interessen der USA und Europas widerspricht, die sich zumindest untereinander zusammenraufen sollten (siehe „Wenige Lichtblicke bei Münchner Sicherheitskonferenz“). Es gibt nicht nur gemeinsame Werte, sondern auch Interessen.

Dabei betrachte ich das Syrien-Abenteuer inzwischen als gescheitert. Der Westen hätte sich dort wohl besser gar nicht militärisch eingemischt (und Deutschland schon gar nicht, siehe ‚Merkel verwickelt Deutschland in den Syrienkrieg‘) oder es gleich viel entschiedener tun müssen. Nun hat man den IS stark gemacht und trotzdem das Assad-Regime nicht gestürzt, Hunderttausende Tote nicht verhindert und Millionen Flüchtlinge produziert sowie Iran, Russland und die Türkei grausam gewähren lassen. Theoretisch könnte der nächste US-Präsident einen neuen militärischen Anlauf nehmen, doch auch das wäre gefährlich. Wenn man gar keine klaren Kriegsziele hat, kann man diese auch nicht erreichen. Außerdem gibt es mehr als genug andere Probleme und Krisenregionen auf der Welt. Die USA sollten die mit ihnen verbündeten Rebellen einschließlich der Kurden in den Irak fliehen lassen, um dort den IS zu besiegen und wenigstens das Land zu befrieden. Präsident Putin mag dann in Syrien zeigen, wozu er in der Lage ist.

16 Gedanken zu „Feuerpause und Kampfeinsätze in Syrien gescheitert

  1. Nach Assads Giftgas-Einsatz war ein Zeitpunkt gekommen seine Luftwaffe und Infrastruktur aus der Luft zu vernichten. Russland legte bei UN ein Veto ein und alle kriegten kalte Fuesse. Stand war 130000 Tote. Obamas Rote Linien waren nur Luft!
    Jetzt zeigt Putin was Westen damals haette machen muessen, nur gegen Assad! Wir haetten weder Russen noch Iraner jetzt bis israelische und jordanische Grenzen. Und ein Paar Hunderttausend Tote mehr spielen fuer „Rote Armee“ keine Rolle, bis die Saerge mit russischen Soldaten, wie aus Afganisten, zu kommen beginnen.

    Opposition wurde bisher zu schwach bewaffnet und erhielt zu wenig Luftunterstuetzung. Genau so wenig wie man sich um echte Fluechtlinge i.e Gastlaender kuemmerte.
    Jetzt darf man Tuerkei, Saudis und Israel nicht alleine lassen und vernachlaessigen. Es muss Klarheit herrschen, es ist kein Krieg um IS zu besiegen, es ist die Zeit Putin erst zu stoppen. Deswegen sollte sich NATO in Iraq entschlossen engagieren bevor Putin es mit Iranern macht! Es wird keine Loesung mit Assad geben.

    Bei Putin sollen wir wissen , dass er keine lange Puste hat. Kosten sind enorm und seine Kassen nicht zu voll. Und was will er mit Syrien, einem zerstoertem Staat anfangen? Westen destabilisieren, Europa erpressen, Suez kontrolieren, Iranern Zugang zu Mittelmeer oeffnen? Westen muss mit einem Sicherheitskonzept antretten. Das bedeutet viel mehr Praesenz, Initiative, moderne und starke Bewaffnung und ordentliche Finanzierung. Wo immer Westen Schwaechen zeigt wartet Putin um frozen conficts zu initieren.

    Gestern hoerte ich dass die Zahl der Opfer fast 500000 erreicht hat. In Aleppo bereiten sich angeblich 350000 Menschen zu fliehen. Wohin, wissen wir schon und freuen uns! Politiker die uns fuehren sind gefaehrliche Trottel und Putin nutzt es aus!
    Es ist erforderlich neue, schaerfere Sanktionen zu implementieren! Gewalt und Sanktionen versteht Russland gut.

  2. Off-topic oder doch nicht?

    Wohin mit den Fluechtlingen? Plasberg, ARD, heute 21:00

    Wahrscheinlich wird auch Syrien angesprochen. Runde scheint ueberwiegend neutral und international zu sein!

    • Quatsch Sendung!

      Sorry, es war eine schlechte Empfehlung.

      Gaestebuch (1000+ stimmen) war voll Kritik an Frau Merkel. In der Sendung wurden 3 pro und 3 kontra Stimmen vorgelesen!

  3. Und unsere Bundeskanzlerin ist vollends in einer Parallelwelt angekommen. Da bauen ihr die Staaten Osteuropas und Österreich (plus vermutlich sehr viele westeuropäische Staaten wie Großbritannien und Frankreich, die deren Vorschlag ebenfalls etwas abgewinnen dürften) eine goldene Brücke und sie lehnt ab. Dabei wäre es die von ihr geforderte europäische Lösung (mit Ausnahme Griechenlands) und man hätte außerdem die hässlichen Bilder von Deutschland ins unbedeutende Mazedonien verschoben. Das wäre für sie die letzte Chance gewesen, gesichtswahrend aus dieser Sache rauszukommen (naja, mit viel Glück ziehen es die genannten Staaten es trotzdem durch und sie kann als Freerider davon profitieren).

    Wie kann man das noch rational erklären?

    Variante 1:
    Sie fürchtet eine Kettenreaktion in Griechenland. Sie fürchtet dessen Zusammenbruch und in der Konsequenz das Ende des Euros, was ihren Scherbenhaufen ihrer Amtszeiten für alle offensichtlich macht. Weil sie nicht als Person, die Europa zerstört hat, in die Geschichte eingehen möchte, klammert sie sich an ihre letzte Hoffnung Erdogan (freilich ohne zu erkennen, dass dieser nur mit ihr spielt) Dieses Szenario ist zwar nicht unrealistisch, aber dennoch eigentlich harmloser für sie als der komplette Zusammenbruch der staatlichen Ordnung in Deutschland.

    Variante 2:
    Sie schwebt vollends in anderen Spähren und ist längst ohne jeglichen Bezug zur Realität. Sie möchte als ganz große Person in die Geschichte eingehen, die den Weg zu einem Weltstaat ebnet und in naher bis mittlerer Frist sie auf den UN-Chefposten bringt. Hierfür ist das Interesse Deutschlands zweitrangig und internationale Lösungen unabdingbar. Leider verkennt sie in ihrem narzisstischen Wahn (renommierte Psychologen haben sie ja bereits als psychisch krank bezeichnet) komplett die Realitäten und übersieht, dass die Chance zur Verwirklichung ihrer Pläne in der aktuellen weltpolitischen Lage gegen 0 geht. Auch in ihrer eigenen Partei dürften viele Politiker den Wink Österreichs als Gottes Geschenk gesehen haben, der eine glaubwürdige Wende ermöglicht hätte.

    Der letzte deutsche Politiker, dessen Größenwahn keine Grenze kannte, legte Deutschland in Schutt und Asche, löschte fast ein komplettes Volk aus, hatte Millionen weitere Menschen auf dem Gewissen und hat sich für die Ewigkeit in den Köpfen der Menschen auf der gesamten Welt als abschreckendes Beispiel verewigt. Was wird Merkel hinterlassen, wie wird man sie zukünftig bewerten? Ihr Ende naht, es ist nicht mehr fern. Diesen Sommer und die kommenden Menschenmassen wird sie politisch nicht mehr überleben. Noch hatte Seehofer nicht genügend Rückhalt in der Fraktion und in der Bevölkerung. Spätestens im Sommer wird er nicht mehr taktieren. Er braucht den Dolch auch nicht von hinten ansetzen, er wird offen und frontal handeln.

    • Zumindest zeigt die jüngste Entwicklung doch, dass es durchaus eine europäische Lösung geben könnte, Frau Merkel diese aber gar nicht will, sondern allen anderen ihren Willen aufzuzwingen versucht. In Deutschland ist ihr das leider gelungen, doch in Europa scheitert sie. Vielleicht zerstört sie noch die EU, statt sie zusammenzuhalten. Schöner wäre es, wenn sich die EU in Opposition zu ihr erneuert.

  4. Die Kurden haben wohl jetzt einen Zweifrontenkrieg. Von Osten den IS, und von Westen die Türken. Sollen die Kurden nun platt gemacht werden? Und was passiert danach? Ist sich der Erdogan sicher, daß er die „richtige“ Koranversion hat?

    • Jeder Gläubige glaubt, den rechten Glauben zu haben, sonst würde er etwas anderes oder gar nichts mehr glauben. Den Kurden droht übrigens noch eine dritte Front, nämlich außerdem mit dem Assad-Regime und dessen russischen wie iranischen Unterstützern.

  5. Natürlich ist Assad kein Guter! ABER sein Nachfolger wird auch kein Guter sein, auch dann nicht, wenn er mit NATO-Gewalt herbei gebombt wird!

    Wir sollten uns aus diesen Ländern, die unserer Kultur so fremd sind, einfach heraus halten!!!

    • Es könnte gut sein, dass Herr Assad gar keinen Nachfolger hat bzw. ganz viele, weil auch Syrien zerfällt. In Syrien hätte sich der Westen wohl wirklich besser herausgehalten, im Irak beim letzten Mal auch. Die Befreiung Kuwaits war hingegen ein klares und gerechtfertigtes Kriegsziel.

      • Durch westliche Interventionen in Staaten, die unserer Kultur vollkommen fremd sind, produzieren wir immer neue sogenannte „gescheiterte Staaten“, wie in Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien.

  6. Sehr geehrter Prof. Dilger,

    bezüglich ihrer Wahlempfehlung für Baden-Württemberg eine ganz gute Entscheidungshilfe:

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wahlcheck-zur-landtagswahl-welche-partei-passt-zu-ihnen.82533076-7e96-4748-b314-6c627b2da275.html

    Ich empfinde diesen Fragebogen als deutlich differenzierter und besser als den der Bundeszentrale für politische Bildung.

    Das Ergebnis hat mich jetzt schon ein wenig überrascht. Fas 90 Prozent Zustimmung für die AfD, knapp dahinter kommt Alfa, also eigentlich könnte ich demnach ganz zufrieden sein. Die stärkste etablierte Partei, die CDU, kommt immerhin auf fast 70% Übereinkunft. Das Problem ist nur: Außer dem letzten Platz der DKP folgen Grüne und Linke auf den letzten Plätzen und das mit nicht mal 30 Prozent Zustimmung. Da jene Gesinnungen allerdings maßgeblich die Politik in unserem Lande bestimmen, erklärt sich meine Verärgerung über den aktuellen Zustand unseres Landes allerdings sehr wohl.

    Es zeigt sich aber auch, dass zumindest von der Parteiprogrammen CDU und Grüne doch nicht so ähnlich sind, auch wenn man das durch die Spitzenkandidaten in den Hintergrund gerät.

    • Ich habe den Wahl-O-Mat für Rheinland-Pfalz benutzt:
      https://www10.wahl-o-mat.de/rlp2016/
      An erster Stelle liegt bei mir die AfD mit 78.3% Zustimmung (wundert mich nicht, denn 100% gibt es nur in Diktaturen!), gefolgt von Alfa mit 65.0%, der CDU mit 57.5% und den Freien Wählern mit 53.3%.

    • Bei mir liegt die AfD auch 0,1 % vor ALFA, wobei man auch berücksichtigen muss, dass ich liberal-konservativ bin und mangels der Liberalität bei beiden Parteien die Übereinstimmung bei knapp 70 % liegt. Mir persönlich ist aber auch wichtig, welche Partei ihr Programm umsetzen kann. Ich sehe bei der AfD nicht das passende Personal. Zudem fehlt der Partei und vielen Mitgliedern die Glaubwürdigkeit. Schon allein die Vorsitzende hat in der Vergangenheit bis heute oft genug bewiesen, dass sie ein Wendehals ist und ihren Kurs ändert, wenn die Partei immer radikaler wird bzw. sobald der radikale Teil immer größer wird, um ihre Macht zu behalten.

  7. Pingback: Merkels bereits gescheiterter Plan zur Lösung der Flüchtlingskrise | Alexander Dilger

  8. Pingback: Der Große Austausch – 21 | Kreidfeuer

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